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Innere Leer überwinden - wie schaffe ich das?

Antagonist

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Hallo,

wie ich in meinem Vorstellungspost schon erwähnte, leide ich an starken Leeregefühlen, Lustlosigkeit und Desinteresse.

Dieser Zustand hat sich seit nun ca. 8 Jahren langsam aufgebaut, das Interesse an allem und jedem wich immer mehr einer Gleichgültigkeit. Weder Arbeit, noch Privatleben konnte mich in irgendeiner Weise reizen. Ich zog mich zurück und brach nahezu alle Kontakte ab, da selbst einst enge Freunde mich nur noch langweilen. Meine Arbeit gab ich auf (Habe mich in Internetcafés um die IT gekümmert) und sitze eigentlich nur noch herum. Ich habe vieles Probiert. Versucht, neue Menschen kennenzulernen, mal andere Arbeit zu machen, Freizeitbeschäftigungen erprobt, aber es half alles nichts.

Nichts kann mich mehr begeistern. So suchte ich vor 2 Jahren das erste Mal einen Therapeuten auf, der mir nach einiger Zeit zu verstehen gab, dass er mir nicht helfen könnte. Ich würde an einem Lebensüberdruss leiden und er kann mich nicht behandeln, weil ich keine Ziele habe, nichts, auf das ich hinarbeiten möchte. So lief es auch mit 2 weiteren Therapeuten. Lange Zeit hatte ich auch Schlafprobleme, so schlief ich über 4 Jahre höchstens 3-4 Stunden am Stück in der Nacht. Entsprechend zermürbt und aggressiv war ich damals auch. Bei meinem Arztbesuch vor den Therapeuten bekam ich dann Mirtazapin 45mg verschrieben, mit denen das Schlafproblem beseitigt ist, diese nehme ich auch noch immer jeden Abend. Einen anderen Effekt haben sie jedoch nicht.

Das Ding ist auch, dass es mich nicht belastet. Ich lebe nahezu ohne Gemütszustände. Kein Leid, keine Freude. Das ist es wohl, was die Therapeuten nicht behandeln können.

Das einzige, was mich noch zu begeistern vermag, ist die Musik. Aber auch nur das hören, Musik selbst machen probierte ich auch schon, das war nichts für mich.

Meine Frage ist nun, ob es noch andere Möglichkeiten gibt. Ich halte es nicht für sinnvoll, weitere Therapeuten zu suchen, die mir nicht helfen können.

21.08.2011 18:48 • x 1 #1


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JeanLucca

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Hallo Antagonist.

Zitat von Antagonist:
...das Interesse an allem und jedem wich immer mehr einer Gleichgültigkeit. Weder Arbeit, noch Privatleben konnte mich in irgendeiner Weise reizen. Ich zog mich zurück und brach nahezu alle Kontakte ab, da selbst einst enge Freunde mich nur noch langweilen.
Joa, da erkenne ich mich wieder. Ich weiß wovon Du sprichst und wie es sich anfühlt.

Zitat von Antagonist:
Ich halte es nicht für sinnvoll, weitere Therapeuten zu suchen, die mir nicht helfen können.
Ich auch nicht. Sinnvoll wäre nach einem zu suchen der helfen kann.

Zitat von Antagonist:
Ich würde an einem Lebensüberdruss leiden und er kann mich nicht behandeln, weil ich keine Ziele habe, nichts, auf das ich hinarbeiten möchte. So lief es auch mit 2 weiteren Therapeuten.
Kannst Du jetzt ein Ziel formulieren? Irgendeins? Im Zusammenhang mit Deiner Musik?

Nur zum Verständnis: Warst Du mal für eine Dauer "auf" einer stationären Therapie?

Lieben Gruß, JeanLucca

21.08.2011 19:54 • #2


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Nein, ich habe weder Ziele, noch Träume. Die Musik hat darauf keinen Einfluss. Sie ist lediglich das einzige Mittel, welches mir noch Gefühle von Schönheit, Wohlbefinden und Ästhetik vermitteln kann. Ansonsten erfüllt sie keinen Zweck. Ich habe aber kein Problem mit mir, meinem Körper oder dergleichen, falls diese Frage nun aufkommt.

Stationär war ich noch nicht in Behandlung. Es ist nicht einfach, einen Platz zu bekommen, wenn man nicht akkut suizidal ist. Ich bin auch auf mehreren Wartelisten, die aber noch mindestens 5 Monate brauchen.

Ich bin übrigens 27 Jahre alt, falls das eine Rolle spielt, vergaß es anzugeben.

21.08.2011 20:15 • #3


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JeanLucca

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Hallo Antagonist.

Zitat von Antagonist:
Meine Frage ist nun, ob es noch andere Möglichkeiten gibt.
Es gibt die Möglichkeit ein Antidepressivum zu nehmen. Ich denke mal Du wurdest dahingehend von einem Therapeuten oder Deinem Arzt aufgeklärt.....! ?
Falls nicht oder falls Du das in der Vergangenheit abgelehnt hast wäre es eine Möglichkeit darüber mit einem Arzt zu sprechen.

Lieben Gruß, JeanLucca

21.08.2011 20:33 • #4


Antagonist

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Wie ich schon sagte, nehme ich Mirtazapin 45mg jeden Abend, es hat keinen Effekt, außer dass ich normal schlafe. Bisher wollte mir kein Therapeut ein anderes Medikament verschreiben.

21.08.2011 20:34 • #5


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JeanLucca

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Hallo Antagonist.

Ah, verzeih, ich bin kein Fachmann in Bezug auf Antidepressiva Das Du schlafen kannst ist aber schonmal viel wert.

Hm, bis zum Beginn Deiner Therapie (da geh ich mal von aus weil Du auf Wartelisten stehst) ist es aber noch lange hin. Wenn Du nochmal das Gespräch mit Deinem Arzt suchst? Also dem der Dir das Antidepressiva verschrieben hat. Vielleicht gibt es doch noch eine Alternative.

Lieben Gruß, JeanLucca

21.08.2011 20:43 • #6


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Ja, darüber sprachen wir schon. Sie hält es nicht für klug, mir andere Medikamente zu geben, solange ein Therapeut nichts anderes sagt. Aber die scheinen dort auch keine andere Idee zu haben, wie mir die Fehlschläge zeigten.

21.08.2011 20:55 • #7


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soulmate88

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Hallo Antagonist,

wie verbringst du denn deinen ganzen (All-)Tag? Hattest du früher Hobbies? Bist du ein leistungsorientierter Mensch?
Pflegst du noch Kontakte - Famile, Freunde?

Was erwartest du von diesem Forum? Scheinbar willst du ja irgendwas ändern, sonst wärst du ja nicht hier um dir evtl. auf die Sprünge helfen zu lassen.

Ganz schön viele Fragen auf einmal

Liebe Grüße
soulmate

21.08.2011 21:06 • #8


Antagonist

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Hallo,

also momentan sind meine Tage sehr eintönig. Ich stehe im Grunde immer früh auf, so zwischen 4 und 6. Manchmal variiert es auch um ca. 2 Stunden. Gelegentlich habe ich auch Phasen, in denen ich eher nachtaktiv bin. Ich gehe meist als erstes durch die Wohnung, schaue, ob ich etwas habe liegen lassen oder spülen könnte. Wenn das erledigt ist, nehme ich meine Medikamente, falls ich daran denke (Bin Diabetiker und habe auch Bluthochdruck). Manchmal vergesse ich das auch. Dann setze ich mich entweder vor den PC und klicke lustlos durchs Internet oder durch Spiele und höre Musik. Wenn ich nicht vor dem PC sitze, sitze ich im Wohnzimmer oder auf dem Bett und höre dort Musik. Die einzige Variation sind Einkäufe oder Arztbesuche. Früher habe ich wie gesagt mehr probiert, mich mit anderen zu treffen, raus zu kommen, aber all das hat mir nichts gegeben. Wenn die Leere zu "laut" wird, trinke ich auch gelegentlich, ich denke, ein Alk. habe ich mit der Zeit auch entwickelt. Manchmal trinke ich Monate lang gar nicht, manchmal sind es auch 4-5 Flaschen Whiskey in der Woche.

Kontakte habe ich schon seit ca. 4 Jahren keine mehr, weder zu Freunden, noch zu Familie.

Ich habe keine Erwartungen, schon lange nicht mehr. Ich möchte nur alles ausprobiert haben, bevor ich über drastischere Maßnahmen nachdenke. Denn auf ewig wird auch die Musik die Leere nicht ausfüllen können, denke ich. Da Einzeltherapie keine Lösung zu sein scheint und mein Arzt auch keine Idee hat, frage ich eben hier, ob jemand ähnliches erlebt und evtl. eine spezifische Lösung hat. Sei es ein Medikament, eine bestimmte Therapie oder sonstiges.

21.08.2011 21:45 • #9


Fashion

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Vielleicht solltest Du mit Deinem Arzt die Möglichkeit eines antriebssteigerndes,stimmungsaufhellendem Antidepressiva abklären,was Dich erstmal aus Deiner " Lethargie" etwas herausholt...das wäre mein Vorschlag dazu und ich denke,es könnte Dir helfen,mehr Struktur in den Tag zu bekommen und auch wieder soziale Kontakte auzunehmen...

glg

21.08.2011 22:13 • #10


Antagonist

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Ja, wie gesagt, der Arzt weiß um meine Situation und möchte medikamentös nicht umschwenken. Ich wüsste nicht, warum er seine Meinung auf einmal ändern sollte. Ich habe jedoch nächste Woche einen Termin und kann es nochmal vorschlagen. Doch ob es das nun bringt, ist halt die andere Frage. Ich bin ja nun schon mehrere Jahre an dem Problem und der Arzt weiß über alles bescheid. Habe auch eine zweite Meinung eingeholt, doch der hatte auch keine anderen Ideen. Vielleicht ist es, wie die Therapeuten auch sagten, einfach nicht behandelbar. Nur hätte ich darüber gern Klarheit bevor weitere Entscheidungen zu treffen. Denn ich werde es auch zunehmend müde, mich überhaupt noch um irgendwas zu kümmern.

21.08.2011 23:51 • #11


Sonnenblume20

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Hallo Antagonist,

welche genauen Diagnosen haben denn die Ärzte/Therapeuten gestellt.
Das, was Du schilderst, sind ja keine Diagnosen in dem Sinn, sondern Symptome.

Zitat von Antagonist:
So suchte ich vor 2 Jahren das erste Mal einen Therapeuten auf, der mir nach einiger Zeit zu verstehen gab, dass er mir nicht helfen könnte. Ich würde an einem Lebensüberdruss leiden und er kann mich nicht behandeln, weil ich keine Ziele habe, nichts, auf das ich hinarbeiten möchte.

Für mich hört es sich merkwürdig an, wenn der Therapeut sagt, dass Du an Lebensüberdruss leidest, der nicht behandelbar ist.
So wie Du das schilderst, könnten das z.b. auch die Symptome einer Depression sein (bin natürlich kein Arzt).
und damit verbunden ist eben auch oft, dass die Perspektive verloren gegangen ist, man keine Ziele mehr hat, sogar überdrüssig wird, so weiter machen zu müssen.
Das hatte ich weitgehend auch in meiner schweren Phase. Aber kein Arzt oder Therapeut hat je zu mir gesagt, dass er mich nicht behandeln kann, weil ich keine Ziele habe, sondern es wurde eben daran gearbeitet, dass ich irgendwann wieder Ziele bekomme.

Dann würden ja alle suizidgefährdeten Patienten auch wieder nach Hause geschickt, weil die haben meistens ja auch keine Ziele mehr.

Wie hat denn der Therapeut mit Dir gearbeitet? Welche Therapieform war es denn?

Kann es sein, dass Du bei den falschen Ärzten oder Therapeuten bist/warst?

22.08.2011 00:07 • #12


Antagonist

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Ach natürlich, das hätte ich gleich schreiben können. Die Diagnose ist F32G, also gesicherte Diagnose einer depressiven Episode. Wobei Episode irgendwie kürzer klingt, als ich tatsächlich schon damit zu tun habe.
Die Diagnose hat mein Hausarzt gestellt, ich weiß nicht genau, ob das noch zutrifft. Denn oft bin ich nichtmal in der Lage, meine Medikamente zu nehmen. Nicht mutwillig, aber sie versinken mit in der Belanglosigkeit des Tages.
Das Problem ist einfach, dass die Therapeuten mit mir auf nichts hin arbeiten können, weil ich ja kein Ziel habe. Denn im Grunde "leide" ich ja nicht.

Die Therapien gingen nie wirklich lang, da nach kurzer Zeit meine Problematik klar war und darauf hin das "Ja wenn Sie keine Ziele haben auf die wir hin arbeiten können, bringt die beste Therapie nichts." kam. Es waren 1-4 Sitzungen, dann der obligatorische Fragebogen und kurz danach, 1-2 Sitzungen später, war es dann soweit, dass wir nicht weiter kamen. Ein Therapeut sagte sogar, dass er mich verstehen würde und es mir nicht verübeln könnte. Das war irgendwie amüsant.

Natürlich kann es sein, dass ich bei den falschen Ärzten war, das weiß man vorher ja nie. Diese jedenfalls konnten mit mir nichts anfangen. Aber ich habe auch keine Lust, das ganze noch 5x durchzumachen, bis ich alle Therapeuten, die ich so erreichen kann, durch habe.

22.08.2011 00:26 • #13


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JeanLucca

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Hallo Antagonist.

Zitat von Antagonist:
Die Therapien gingen nie wirklich lang, da nach kurzer Zeit meine Problematik klar ...
Kann es sein das für die Therapeuten die Problematik Dein Alk. ist? Bei Therapeuten gilt ja häufig der Grundsatz, erst das Suchtproblem behandeln zu lassen.

Lieben Gruß, JeanLucca

22.08.2011 07:46 • #14


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Sarah

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Zitat von Antagonist:
Ach natürlich, das hätte ich gleich schreiben können. Die Diagnose ist F32G, also gesicherte Diagnose einer depressiven Episode. Wobei Episode irgendwie kürzer klingt, als ich tatsächlich schon damit zu tun habe.
Die Diagnose hat mein Hausarzt gestellt, ich weiß nicht genau, ob das noch zutrifft.


Ehrlich gesagt würde ich mich bei psychischen Erkrankungen nicht zwingend auf einen Hausarzt verlassen. Du solltest versuchen, einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen. Diese Ärzte sind Spezialisten auf dem Gebiet und können dir vielleicht eher helfen - vor allem auch wenn es um die Medikation geht.

Was du zu den ambulanten Therapeuten schreibst kann ich gerade nicht so richtig nachvollziehen - ich habe bisher noch keinen Therapeuten erlebt, der so schnell "aufgibt". Weißt du noch, nach welchem Verfahren sie gearbeitet haben? Tiefenpsychologisch, verhaltenstherapeutisch oder analytisch?

22.08.2011 08:06 • #15


Sonnenblume20

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Hallo Antagonist,

Zitat von Antagonist:
wie ich in meinem Vorstellungspost schon erwähnte, leide ich an starken Leeregefühlen, Lustlosigkeit und Desinteresse.

Zitat von Antagonist:
Denn im Grunde "leide" ich ja nicht.

Das widerspricht sich doch ein bisschen.

Du schreibst, Du hast dieses Desinteresse, Lustlosigkeit und Leeregefühl.
Leidest Du darunter, dass es so ist? Wünscht Du Dir etwas anderes?
Oder ist dieser Zustand für Dich so O.K.
Dann allerdings gäbe es ja auch keinen Grund, zu einem Arzt zu gehen, wenn es Dir "damit" quasi gut geht.

Es könnte doch ein Ziel sein, diese Leere und Lustlosigkeit loszuwerden, natürlich nur, wenn Du sagst: Ich will es loswerden, mein Leben soll wieder lebendig werden.
Und daran kann man dann arbeiten.

Wenn es Dir aber quasi so gefällt, wenn Du gar nichts daran ändern möchtest, dann kann natürlich auch der beste Therapeut nichts machen.

Die Idee von Sarah würde ich Dir auch vorschlagen. Gehe mal zu einem Psychiater, der genauer diagnostizieren kann.

22.08.2011 15:18 • #16


Antagonist

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Also ich versuche es mal zu beschreiben. Diese Leere ist ein Zustand, in dem es mir weder schlecht noch gut geht. Ich habe keinen Gemütszustand. Ich kann es nicht mit gefallen oder nicht gefallen bewerten, denn beides trifft nicht zu. Es ist stillstand, Schwebe, das fehlen von allem. Ich weiß nicht, ob ich mein Leben wieder füllen kann oder will. Im Grunde weiß ich nicht wirklich, was oder ob ich etwas will. Es ist manchmal so, dass mich diese Leere erdrückt, an anderen Tagen ist es so, als ob einfach alles an mir vorbei rast und ich davon gar nichts mitkriege. Weil es mir nicht schlecht geht heißt das ja nicht, dass ich nicht weiß, dass dieser Zustand nicht normal ist. Natürlich muss ich nicht zu einem Arzt gehen, da ich kein Leid erfahre, andererseits brauche ich auch nicht weiter existieren, wenn sich in mir nichts regt, ich nichts erreichen will und mir nichts etwas bedeutet.

Sarah: Der letzte wollte es tiefenpsychologisch angehen, davor waren beide Analysten. Und ja, ich fand eigentlich auch - obwohl ich keine große Erfahrung habe - dass das alles ziemlich schnell vorbei war. Ich weiß nicht, ob sie mein Problem richtig erkannt haben. Sie dachten wohl, mein Problem wäre, ein Ziel zu erreichen. Doch verstanden sie wohl nicht, dass mein Problem eher ist, dass ich keine habe. Einen Termin bei einem Psychiater habe ich nun gemacht, vielleicht erkennt der ja etwas anderes als mein Hausarzt.

JeanLucca: Wir haben das Thema Alk. nie lange besprochen. Ich hab halt gesagt, wann und wieviel ich trinke, aber weiter wurde darauf nicht eingegangen.

Sonnenblume: Du hast vollkommen Recht, die Aussage führt in die Irre. Ich hätte schreiben können: Meine Sympthome sind ein starkes Leeregefühl, Lustlosigkeit und Desinteresse. Denn Leid ist tatsächlich nicht vorhanden. Allerdings halt auch nichts anderes. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ich Leid gar nicht mehr wahrnehme und doch leide. Ein Leben auf der Nulllinie, das trifft es gut.

22.08.2011 16:58 • #17


little-tiger

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hallo du

auch in mir ist seit Jahren eine UNENDLICHE Leere , eine UNENDLICHE Müdigkeit. Mein Ziel ist sehr einfach :

Ich will wieder Freude spüren ! Spaß haben ! Herzhaft Lachen können ! Überhaupt wieder "richtig" fühlen und empfinden !

vielleicht wären das ja auch für dich Ziele die du erreichen möchtest.

Den so wie ich JETZT bin existiere ich zwar aber ich lebe NICHT.

little-tiger

22.08.2011 17:55 • #18


Antagonist

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Nun, little-tiger, das Gefühl der Freude ist mir fremd geworden. Wenn ich mich versuche, daran zu erinnern, kommt kein Gefühl in mir hoch. Es ist, als ob ich dann nur sehe, das ich mal gelächelt habe. Aber das löst in mir nichts aus. Es ist, als kenne ich Gefühle nicht mehr und müsste sie, wenn überhaupt, alle neu erlernen. Das ist nun halt ein Prozess, der schon seit sehr vielen Jahren stattfindet. Gefühle und auch Mitgefühl entfernten sich langsam aber stetig aus meiner Existenz.

22.08.2011 18:34 • #19


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soulmate88

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Hallo, mir geht da gerade was durch den Kopf.
Vielleicht willst du keine Gefühle spüren?
Wurdest du schonmal enttäuscht von jemandem, den du sehr geliebt hast - oder hast diesen Menschen verloren? Also ich meine hast du in irgendeiner Hinsicht irgendwo hinein so viel positive Energie gesteckt und am Ende hat es sich nicht gelohnt und deine Gefühle haben sich zum Negativen gewendet?
Oder andersrum - wenn du positive Gefühle hattest - hast du vielleicht im Überdruss gelebt woraus dir ein Strick gedreht wurde o.ä.? (Mir fällt kein richtiges Beispiel ein...)
Ist jetzt nicht so leicht zu beschreiben, ich hoffe du weißt was ich meine. Einfach dass du lieber gar nichts fühlen willst als alles auf einmal und extrem - und du so die Gefühle unbewusst unterdrückst?! Also dass tief in dir eigentlich eine riesen Angst steckt?

22.08.2011 21:31 • #20


Antagonist

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Nun ja, das weiß ich nicht. Enttäuscht wurden wir alle sicher mal. Natürlich wurde auch ich schon enttäuscht, von Menschen, die ich mochte. Daraus habe ich gelernt, nicht mehr so viel in andere zu investieren und mich nur auf mich zu verlassen. Dennoch hatte ich damit noch Gefühle.

22.08.2011 22:13 • #21


jadel

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Hallo Antagonist,

die Leere ist ein mir bekannter Zustand. Ich lebte damit seit vielen Jahren. Hing im Sessel, ging lustlos auf Feiern und war schnell wieder weg. Viele Deiner Schilderungen sind mir vertraut.

Ich stelle die Frage von soulmate88 von einer anderen Seite: Was erwartest Du vom Leben? Welche Erwartung erfüllt sich nicht?

Ich habe für mich lernen müssen, das meine Erwartungen so hoch waren, sind - das ich nur scheitern konnte und in ewiger Unzufriedenheit verweilte. Ich lerne langsam kleine Brötchen zu backen und mich daran zui erfreuen. Ich tue die Dinge, auf die ich Lust habe - ein Bad, Dinge die ich in meiner Jugend gern gemacht habe. Da wo mich keiner halten konnte (16 -20 ).

Und eine andere Sache kommt als Energiespender zurück. Ich treffe Entscheidungen und sorge damit für mich. Das kann ich jeden Tag tun. Ich darf nein sagen, ich darf ja sagen und ich darf es einfach auch so stehen lassen. Ich darf mich auch mal einen Tag hängen lasse und genieße das.

Ich habe meine Erwartungshaltung an das Leben geändert - ich bin mitten dabei. Was tut Dir gut und was hast Du für Dich getan? Es geht bergauf und bergab. Aber es gibt kleine Momente - da ist Licht. Und über die darf ich mich freuen, die genieße ich.

Liebe Grüße
Jadel

22.08.2011 22:26 • #22


Antagonist

Antagonist

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Ich lebe nicht mit Restriktionen. Ich habe schon sehr früh gemacht, was ich wollte und gelassen, was ich nicht wollte und mich sehr früh schon selbst bestimmt. Das mit den Erwartungen ist nunmal so, dass ich gar keine mehr habe. Weder große, noch kleine. Und ich weiß auch nicht mehr, welche ich mal hatte.Ich stehe quasi auf der Stelle. Will nirgendwo hin und will auch nicht hier sein. Das Leben ermüdet mich jeden Tag etwas mehr.

Musik ist das einzige, das ich genießen kann, also höre ich dementsprechend viel. Aber sonst ist da nichts. Weder so einfache Dinge wie ein Bad, noch menschliche Gesellschaft oder ein Erfolgserlebnis. Das alles gibt mir nichts mehr.

22.08.2011 22:38 • #23


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Sarah

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Was ich mich gerade frage: was erwartest du dir von diesem Forum? Alle Vorschläge und Anregungen scheinen dir nicht so recht zu passen...

22.08.2011 22:45 • #24


Antagonist

Antagonist

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Diese Frage habe ich schonmal beantwortet... Es ist nicht so, dass sie mir nicht passen, ich kenne die nur alle schon bzw. habe sie schon probiert. In den vielen Jahren kriegt man so gut wie jeden dieser Voirschläge ein dutzend Mal zu hören, das wisst ihr sicher alle aus eugener Erfahrung. Ich dachte, dass es hier vielleicht Dinge gibt, die ich noch nicht gehört habe. Erwartungen habe ich natürlich keine. Es ist eine Möglichkeit, mehr nicht. Das Forum wird mich wohl kaum "heilen". Wenn es zu nichts kommt, ist es auch egal. Zeit genug habe ich ja.

22.08.2011 23:18 • #25


jadel

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Zitat von Antagonist:
Es ist nicht so, dass sie mir nicht passen, ich kenne die nur alle schon bzw. habe sie schon probiert.


Gute Nacht Antagonist,

ich mag rufen .... Hey .... und? Es gab nichts was Dich begeisterte? Weshalb warst Du dagegen? Wofür hast Du gemacht was Du wolltest? Du hast gemacht was Du wolltest!

Lass uns knobeln wo der Hase sich versteckt?

Was für Musik hörst du gerne?

Also jetzt
viele Grüße Jadel

22.08.2011 23:41 • #26


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soulmate88

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Ganz ehrlich - wie sollen wir dir hier helfen wenn du selbst nicht weißt was du willst?
So viele Ansätze und wir sind noch keinen Schritt weiter. Sorry aber ich glaube einfach in der jetzigen Situation können wir dir nicht helfen. Es ist erstmal an dir deiner selbst bewusst zu werden - deine Identität musst du schon selbst finden und alles was zu einer solchen gehört, Ziele etc... LG

23.08.2011 00:25 • #27


Antagonist

Antagonist

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Joa, genau das sagen die Therapeuten auch. Dann ist dafür vielleicht einfach keine Lösung zu finden. War auch nur ein Versuch.

Macht's gut.

23.08.2011 02:42 • #28


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JeanLucca

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Hallo Antagonist.

Zitat von soulmate88:
Ganz ehrlich - wie sollen wir dir hier helfen wenn du selbst nicht weißt was du willst?
Hast Du darauf gewartet? Es erwartet das es kommt?

Zitat von Antagonist:
Dann ist dafür vielleicht einfach keine Lösung zu finden.
Doch. Nur eben kommt diese Lösung nicht von aussen sondern schlummert schon in Dir. Es gilt den Aktivierungscode zu finden.

Und wie wäre es wenn Du nach dem Auschlussverfahren handelst? Die Dinge weglässt die dafür stehen das sich das eigene Körpergefühl verändert? All die Symptome von denen Du berichtest können auch durch Alk. ausgelöst/begünstigt/verstärkt werden.

Depression und Alk. ist ja so eine Mischung die vieles verschwimmen lässt. Ein Weg kann sein das eine abzulegen um dann das andere in den Fokus zu bekommen.

Lieben Gruß, JeanLucca

23.08.2011 06:24 • #29


Antagonist

Antagonist

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Hallo JeanLucca,

nein, ich habe gar nichts erwartet. Es war, wie ich inzwischen schon öfter schrieb, eine Möglichkeit, die ich wahrnahm. Das Forum war eine Idee, weil ich bei einem Radiobeitrag zwischen einer Musiksendung davon hörte, dass es Foren zu dem Thema Depression gibt. Ich habe es versucht und ich lese hier nunmal das selbe, was ich schon gesagt bekam, es hilft mir nicht weiter.
Wir drehen uns im Kreise. Diese "einfachen" Dinge, auf die man im Laufe der Zeit kommt, habe ich natürlich alles schon durch. Aber es bringt tatsächlich nichts, wenn ich alle 2 Posts das wiederhole, was ich schon schrieb und auch alle 2 Posts das selbe von verschiedenen Leuten geschrieben bekomme.
Das ist ohne jeglichen Vorwurf gemeint. Aber es ist ja klar, dass mir Dinge, die ich schon weiß, nicht weiterhelfen, wenn sie mir bisher nicht halfen. Es wäre auch sinnlos euch sowas wie "Oh ja, darauf bin ich noch nie gekommen!" zu schreiben und dann wieder abzuziehen.

Ich kann den Alk. natürlich weg lassen, das tue ich sehr oft. Dann ertrage ich das Nichts. Es ist nur deutlich einfacher mit und ich habe nicht immer die Kraftreserven dafür. Ich weiß nicht, was genau Du mit ausschließen meinst. Ich könnte noch die Musik weg lassen, dann wäre alles weg, zu dem ich noch irgendwie einen Kontakt aufbauen kann.

Das alles hier ist ja keine Verpflichtung. Ich erwarte nicht, dass ihr mir die Lösung präsentiert, die mir die ganze Zeit gefehlt hat. Genau so wenig fühlt ihr euch verpflichtet, mir zu schreiben, wenn ihr es als sinnlos erachtet. Es war ein Versuch und damit hat es sich auch schon.

Gruß

Antagonist

23.08.2011 06:50 • #30

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