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Ich will Dich nicht aber ich kann Dich nicht los lassen

Hallo zusammen,

heute habe ich ein ganz neues Thema. Und zwar Sucht. Sie gehört ja zum Krankheitsbild der Bipolaren wie der Regen zur Wolke. In meinen Fall ist es der Wein oder Sekt oder Prosecco. Ich genieße ihn auch sehr. Aber ein normales Verhalten habe ich nicht mehr. Ich möchte nicht sagen, wie viel ich jeden Tag trinke aber es ist definitiv zu viel. Ich weiß, dass es die Depression fördert und allgemein nicht gut für mich ist. Trotzdem kann ich es einfach nicht lassen. Es gibt zwar Tage, an denen ich nichts trinke, aber die sind selten.
Wer kennt das? Habt Ihr Tipps, was man tun kann?
Liebe Grüße
Bella

19.11.2019 20:53 • x 1 #1


Lilly-18
Liebe Bella, ich werde dir zwar keine große Hilfe sein bei dem Thema, weil ich sehr kontrolliert bin. Trotzdem möchte ich dir sagen, dass ich es sehr gut finde, dass du dich dem Problem stellst.
Die Grenze zwischen Genuss und Sucht ist oft fließend und ich finde es gut, dass du ein Problembewusstsein hast. Viele, die regelmäßig trinken, spielen das runter und behaupten, alles im Griff zu haben. Und Bemerkungen wie "alle anderen machen das ja auch" bringen niemanden weiter.
Wenn du in therapeutischer Behandlung bist würde ich das unbedingt ansprechen, auch wenn du dich vielleicht schämst dafür.

19.11.2019 22:09 • x 3 #2


Guten Abend Lilly,

ich danke Dir. Meine Ärztin und mein Therapeut wissen davon. Im Vergleich zu richtigen Suchties bin ich wohl harmlos. Dennoch ist es nicht gut und mein Mann rebelliert auch sehr dagegen, was richtig ist. Aber das führt nur zur Heimlichtuerei. Ich hoffe, es selbst in den Griff zu bekommen. Aber irgendwie ist das Gefühl einfach zu toll. Auch wenn man am nächsten Tag dafür büßen muss. Schön blöd gell
Liebe Grüße

19.11.2019 22:12 • x 1 #3


Lilly-18
Liebe Bella,
ja, das ist blöd. Heimlichtuerei ist schon mal ganz schlecht. Dass dein Mann rebelliert verstehe ich gut.
Bei mir ist es genau umgekehrt. Mein Freund trinkt meiner Meinung nach auch zu viel, ist aber auch noch harmlos. Trotzdem weiß ich, dass er oft versucht, vor mir zu verheimlichen, dass er was getrunken hat. Das macht mir Angst (mein Vater war Alk. und Meister im Lügen).
Hast du Vertrauen zu deinem Mann? Lässt du dir von ihm helfen? Ich glaube, dass das der Schlüssel ist, deine Gewohnheit in Schach zu halten. Ich fände es schlimm, wenn er gar nicht darauf reagieren würde, das beweist, dass du ihm nicht egal bist. Er hat wohl genug Abstand und kann dir wahrscheinlich auch helfen.
Ich sage dir, was ich mir von meinem Freund wünschen würde. Dass er über seine Gefühle redet. Dass er ehrlich zu mir und vor allem zu sich selber ist. Dass er mich und meine Sorgen um ihn ernst nimmt.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Vertrauen in dich selbst.
Eine gute Nacht und liebe Grüße

19.11.2019 22:37 • x 3 #4


mutmacher
Ich bin in einem Weinbaugebiet aufgewachsen und der selbstgemachte Wein stand nicht nur im Keller, er war eigtl. immer present- keiner in der Familie od. Verwandtschaft wäre davon ausgegangen, dass das eine Gefahr darstellt- die meisten tranken, oft auch gemischt- aber so richtig betrunken sah ich eigentlich keinen. Erst als ich erwachsen war, sah ich die Gefahren, in der eigenen Familie (Oma, Mutter, ich selbst, meine Tochter- alles kleine Schluckspechte!)- aber alle (genannten) kamen irgendwann an den Punkt, an dem Du gerade stehst und hinterfragten, wurden irgendwie wach und merkten, dass sie dabei waren den Überblick zu verlieren. Ich war etwa 50 Jahre alt und begann in Fitness-Center zu gehen, um etwas für die Gesundheit zu tun u. um abzunehmen. Hier erfuhr ich, dass Alk. nach dem Training die Fettverbrennung sofort zunichte macht, alle Anstrengung umsonst wäre. Das veranlasste mich, auf Alk. zu verzichten. Ich hatte mir vorgenommen, 3 x/Woche zu trainieren-- also hatte da Alk. einfach keinen Platz mehr, Ich hätte es nie geschafft, zu sagen "ich trinke nie mehr A." Das hätte nicht geklappt, aber ich konnte sagen "nein, HEUTE trinke ich nichts." Irgendwann war dann der Druck etwas trinken zu wollen ganz weg. Jetzt trinke ich sehr selten mal ein oder zwei Gläser Wein (keine ganze Flasche mehr wie früher), bereue das dann aber meist in der Nacht, dass ich nicht schlafen kann oder das Blut in den Ohren pocht, weil der sonst schon grenzwertig hohe Blutdruck noch höher geht u. ich`s mit der Angst kriege. Ja- das war jetzt mal meine Lebens-Alk.-Story. Bin gespannt, was diesbzgl. noch kommt hier- interessantes Thema übrigens.

19.11.2019 22:44 • x 2 #5


Eulenspiegel
Salü, weißte du sprichst es aus hast es erkannt und willst es ändern , das alleine hat doch schon viel Wert jetzt noch dein unbedingter Wille dazu und gut ist

19.11.2019 22:45 • x 2 #6


maya60
Hallo Bella, Alk. verschlimmert Depressionen, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Und ich hatte auch Zeiten, in denen ich zuviel zu regelmäßig getrunken habe, aber vor meinen Medikamentenzeiten, denn damit ist es noch übler Depressionsverschlimmernd oder Wirkungsverändernd und gefährlich, ja auch nicht erlaubt.
Bei Depressionen und auch bei ADHS ist das eine unbewusste Selbstmedikamentation, um die Stimmung zu verbessern und sich zu betäuben, um einfach mal abzuschalten von der inneren Anspannung und dem Sorgenkarussell im Kopf. Kenne ich gut.

Diese angenehme Wirkung verlor ich aber bei mir immer schon nach wenigen Tagen Party und ich fühlte mich dauerverkatert und meine Stimmung stürzte dann ab, ich wurde noch antriebsloser und konfuser, schlief schlechter und ich wurde immer nervöser, dasselbe auch mit regelmäßigem Rauchen. Weil ich so schnell überreizbar bin, merkte ich immer bei Regelmäßigkeit, dass das beides Nervengifte sind, die mich nervös und depressiver machten. Dann ekelte ich mich auch davor und wusste, es sieht auch von außen ekelig aus, diese Regelmäßigkeit.

Wegen dieser Wirkung der Selbstmedikamentation ist aber auch die psychische Abhängigkeit so schnell da bei unseren Krankheitsbildern und damit eben die Suchtgefahr. Darum ist aber auch die richtige medikamentöse Einstellung so wichtig, die hilft viel, finde ich.

Ich bin durchaus für Genuss und auch dafür, wenn man so schwere Erkrankungen hat wie wir, nicht mehr Asket sein zu müssen als Gesunde, aber vor allem, was meine Depression verstärkt, habe ich echt große Angst. Und vor Alk. erst recht, weil ich bei so einigen Menschen erlebt habe, wie deren Leben dadurch in allen Bereichen kaputt ging, sie wirklich in allem Wracks wurden und wie wenig Chance dann besteht, da wieder raus zu kommen.

Darum würde ich, wenn dein Konsum da nicht mehr normal ist und besonders, weil er bei Medikamenten gar nicht sein darf, wirklich mit deinen Ärzten und Psychotherapeuten erarbeiten, wie du davon loskommst. Denn das ist genauso gefährlich wie eine falsche Medikamentendosis einzunehmen.

Wenn man selber nicht mehr kontrolliert trinken kann, ist es in jedem Fall ein Alarmzeichen und viel zu nachlässig, da zu sagen, ach, es gibt schlimmer Süchtige. Die haben auch mal so angefangen. Davor habe ich eine Heidenangst. Ich habe so schwere depressive Akutperioden, damit zu spielen, davor habe ich einen Horror.
Denn um dieselbe Wirkung zu erlangen, braucht man ja immer mehr, wenn der Gewöhnungseffekt eintritt, das ist beim Rauchen auch so bei denen, die es so "gut" vertragen, dass sie regelmäßig rauchen.

Was könntest du als Ersatz machen, weil ich es ja problematisch finde bei schwer chronisch Kranken wie uns mit schwerem Alltag, auf eine der wenigen genussvollen Erleichterungen ersatzlos zu verzichten, was ich für den Grund für die hohe sychische Abhängigkeit und Rückfallquote halte?

Beim Rauchen bin ich auf´s e-Dampfen umgestiegen, was nicht perfekt, aber auf jeden Falls schonmal viel besser ist und da man anders dampft als raucht, auch weniger. Womit ich nicht der Illusion erliege, dass es gesund ist, aber nicht so ekelig wie zuviel Rauchen und Trinken.

Um die geselligen Angewohnheiten mit Alk. loszuwerden, seit ich Medikamente einnehme, bin ich nicht mehr in die Kreise gegangen, die eh Alk. verharmlosen und ich habe auch nicht mehr Alk. zum Dinner, also abends mit meinem Mann, serviert, das kannte ich vorher sowieso nicht so regelmäßig.

Kann sein, dass ich eine zeitlang eine "Suchtverschiebung" von Alk. auf Schokolade vornahm und auf Obstteller und irgendwann war es o.k. ohne dass ich heute eine kugelrunde Tonne bin.

Beim Alk. ist nämlich auch noch das Problem, wie ich an mir und vielen anderen merkte, dass die Selbstwahrnehmung so schnell falsch wird. Dass man sich für cool und attraktiv hält, dabei hat man eine Fahne und die anderen, die sehen, dass man zuviel trinkt, finden das ganz anders.
Alk. ist so verändernd, dass ich damit einen nachsichtigen lockeren Umgang für nicht möglich halte, wenn er regelmäßig ist.

Habe ich es dir jetzt genug madig gemacht? Da ist mein Tipp echt: Ganz damit aufhören! So toll kann es nicht sein, dass es all die Negativwirkungen wettmacht. Dann lieber Schokolade eine Zeitlang.
Und ich würde auch in eine Selbsthilfegruppe gehen, wenn es nicht klappt und zur Suchtberatung.

Liebe Grüße! maya

19.11.2019 23:22 • x 2 #7


maya60
Hallo Bella, das Thema geht mir noch weiter im Kopf rum. Denn wie ich ja schon in Pimbolinas TB schrieb, bin ich der Meinung, dass wir in einer Suchtgesellschaft leben und von Kleinauf unter Vernachlässigung vieler tiefer Bedürfnisse aufs Funktionieren gedrillt werden und - was nie offiziell zugegeben wird - als Kompensation schon als Kinder uns viel zuviel Suchtmittel wie Essen, TV, PC und als Erwachsene noch Zig., Dro., Medikamente und Alk. als "normal" uns gestatten. Und wir machen es uns in unserer Lebensführung in unserer Gesellschaft damit "einfacher" im Sinne von vermeiden, auf unsere wahren Bedürfnisse zu achten und unsere Zeit darauf zu "verschwenden", Alternativen, die unsere Bedürfnisse befriedigen, zu finden, zu lernen schon als Kind.

Als Erwachsene wird das immer extremer und erst recht, wenn wir schwere chronische Erkrankungen haben und darum kämpfen, so wenig wie möglich aus unserem Alltag zu fallen. Dann stehen da auch eben kaum Alternativen zu schädlichem Genuss zur Verfügung, dabei bräuchten wir sie dringend. Die Angebote an geschwächte Kranke sind seltsamerweise oft auch wieder nur unter Leistungssteigerung und als neue Verpflichtungen zu schaffen, die überhaupt nicht berücksichtigen, dass wir ja eben keine Kraft mehr haben. Jetzt gibt es nur Angebote, wie wir als Kranke besser funktionieren. Aber das Funktionierenmüssen ist ja gerade oft das Grundproblem.

Also, das Funktionierenmüssen dominiert das normale Alltagleben und zunehmend auch die Psychotherapien in einem Ausmaß, der immer weiter und weiter fehlenden Genuss und fehlende Bedürfnisbefriedigung bedeutet, ein Teufelskreis.

Das fiel mir eben schon bei meinem Examenspraktikum in einer Suchtklinik auf, wo die PatientInnen zu ihrer Sucht kamen, weil sie ihren normalen Alltag nicht mehr aushielten oder ihr normaler Alltag war als Suchtfolge verschwunden, jedenfalls hatte die Sucht oft die Funktion, eine Leerstelle im Leben zu füllen und auch wenn sie das Gegenteil tat und das Leben noch weiter ruininierte, gab es aus meiner Sicht keine erfüllenden Alternativen im Behandlungsangebot, so dass mich der geringe Erfolg der Therapien dort nicht wunderte.

So wusste ich, dass ich selber in Zeiten, in denen ich zuviel rauchte und trank, mir selber etwas ausdenken musste, was es aber im normalen Umfeld als Alternativen nicht so einfach zu finden gab. Denn ich war nicht gesund und konnte nichts wählen, wofür ich schon wieder mehr Kraft brauchte. Die Suchtmittel galten ja der Entspannung aus Kraftlosigkeit, auch wenn sie eine schädliche Sackgasse waren.

Was bei mir immer half, war mehr Ruhe und Entspannung mit Lesen. Weil das auch Freude und Genuss war. Dann natürlich nicht mehr Zig. und Alk. daheim haben. Und nicht mehr mit Freunden, für die ohne diese Suchtmittel nichts ging, zusammen sein.
Als ich noch jünger war, wurde dann ziemlich schnell klar, dass ich mich damit absonderte, weil die "Normalos" nämlich auch nicht ohne leben. Das zeigte mir nochmal, dass dies ein Problem von uns allen war. Wenn ich dann noch in einem Alltag war, wo es immer um Funktionieren und Leistungssteigerung und - Optimierung ging, dann schrie mein Inneres natürlich auch wieder nach schnellen Genussmitteln: Süßigkeiten, Zig., Alk..

Und ich habe aber gelernt, dass ich darauf in dem Maße verzichten kann, in dem ich ich selber bin. Dazu gehört bei mir einfach, dass ich zu meinen Krankheiten die richtige Medikamentendosierung brauche und ständige psychologische Beratung.
Und viel Ruhe und Stille und Zeit. Und erfüllende Hobbies. Bei mir ist das Lesen und Schreiben. Und etwas, was mich trägt, das ist meine Spiritualität. Dann brauche ich keinen Alk. und keine Zig.. Das e-Dampfen gönne ich mir aber noch und Schokolade auch, denn ich habe immer Krankheitssymptome, aber wenigstens brauche ich keine harten Genussmittel.

Unsere Gesellschaft ist zu lax im Umgang mit Suchtmitteln und überall sind sie in Massen und sie hat zu wenig Alternativen, wo es nur ums Funktionieren geht, denn das erzeugt Ersatzbefriedigungen.
Erst wenn wir da in dem Maße ehrlich sind und uns den Raum geben, den unsere Krankheiten brauchen, für Dinge, die wir lieben, dann sinkt in unserem Alltag die Suchtgefahr. Das zu tun, ist genauso wichtig wie Suchtberatung. Wenn es fehlt, ist da ein Loch in unserem Leben, das nach Fülle schreit.


Liebe Grüße! maya

20.11.2019 01:05 • x 1 #8


Guten Morgen zusammen,

vielen herzlichen Dank für die vielen tollen Beiträge! Das ist wirklich toll.

Ich hatte jetzt in den vergangen 2 Tagen so starke körperliche Beschwerden, dass ich von selbst die Finger vom Glas gelassen habe. Sehr praktisch! Vielleicht hält es ja an, also nicht die Beschwerden sondern das Verlangen zu Trinken.
@Lilly-18
Die Mutter meines Mannes ist auch Alk. in und deswegen ist er auch sensibilisiert. Aber weißt Du, bei mir bewirkt es genau das Gegenteil wenn er mir jeden Tag vorwirft, dass ich zu viel trinke. Das führt einfach nur dazu, dass ich es heimlich tue. Eine schwierige Situation für den Partner. Das kann ich gut nachvollziehen und die Frage ist auch, wie geht man damit um? Ich kann auch gar nicht sagen, was mir wirklich helfen würde. Wahrscheinlich ist mein Wille einfach nicht groß genug, wobei ich momentan wirklich an dem Punkt bin, auf meinen Körper zu hören und ihn nicht dauernd mit so viel Gift zu belasten. Er hat eh schon so viel mitgemacht und hätte liebevolle Behandlung verdient.
@mutmacher
Das hast Du ja echt toll geschafft! Respekt! Vor allem wenn Du von zuhause so geprägt wurdest. Das mit der Fettverbrennung kommt natürlich auch noch erschwerend hinzu. Ich habe richtige Fettpolster an Bauch und Hüfte
Fitness-Studio muss ich jetzt auch wieder machen. Ich habe mein Leben lang viel Sport gemacht. Seit 3 Jahren jedoch bin ich stark eingeschränkt und gehbehindert, was viele Dinge unmöglich macht. Aber nicht alle. Nur muss ich mich jetzt noch mehr in den H. treten und das ist mir in den letzten Monaten nicht mehr so gelungen. Lange Zeit nach dem Unfall habe ich fleißig trainiert und große Fortschritte gemacht. Da ich aber ein Nervenproblem am Fuß habe, das sich mit reinem Training nicht beheben lässt, ist meine Motivation wohl gesunken. Aber danke für den Tipp! und man schlägt gleich 3 Fliegen mit einer Klappe- kein Alk., Sport und was für die Figur tun
@maya:
Das eigenartige bei mir ist, dass ich Alk. auch mit Tabletten gut vertrage. Ich habe eigentlich immer Wein getrunken mal mehr mal weniger und kann jetzt nicht bestätigen, dass es die Depression gefördert hat. Sobald ich depressiv bin, kann ich eh keinen Tropfen mehr trinken und keine Zig. mehr rauchen. Auch eine absolute Seltenheit wie ich von vielen anderen gehört habe.
Ich will auch gar nicht ganz verzichten. Mein Ziel wäre es, nur ab zu was zu trinken und dann eben auch wenig. Denn zu einem guten Essen gehört für mich einfach ein guter Wein und kein Wasser. Oder einen kühlen Weißwein an einem warmen Sommerabend. Das ist für mich auch Lebenslust.
Das mit der Anspannung kann ich zu 100% bestätigen. Das ist genau der Grund, warum ich abends oft trinke. Diese Entspannung, die sich dann einstellt, ist einfach toll. Und genau da muss ich ansetzen und mir andere Strategien suchen. Schokolade ist für mich keine Lösung. vielleicht eher ein Bad jetzt im Winter oder einen Tee. ich bin gespannt und werde Euch auf dem Laufenden halten!

Seid alle lieb gegrüßt
Bella

21.11.2019 10:02 • x 3 #9


Bei diesem Thema werde ich auch hellhörig. Ich habe meine Eltern in meiner Kindheit, vor allem meine Mutter in Dauerdröhnung erlebt. Das hat mein Leben nachhaltig geprägt.

Ich habe etwas gegen Alk., weil er die Persönlichkeit verändert, wenn man nicht mehr Herr seiner Selbst ist, abhängig, das schreckt mich total ab und mit Verachtung schaue ich auf die Menschen, die dem verfallen sind.

Auch ich habe den Alk. vor allem in meiner Jugend und im frühen Erwachsenenalter sehr genossen und das unter Antidepressiva. Ich weiß wie es sich anfühlt ganz gelöst zu sein, aber das Erwachen war immer niederschmetternd. Tagelang ging es mir danach sehr schlecht, bis ich es ganz gelassen habe, da es einfach nichts bringt. Irgendwann haben auch die Antidpressiva unter dem Einluss von Alk. nicht mehr gewirkt, so dass man mir entsprechend einen sehr interessanten Medikamentencocktail verordnen wollte. Nein! Ab da hatte ich die Sachlage erkannt und den "Glücksmacher" Alk. durch Sport ersetzt, was ebenso Glücksgefühle auslösen kann!

Schlimm finde ich, wenn man in der Bewegung eingeschränkt ist! Das ist dann wirklich eine sehr große Herausforderung, das gebe ich zu!

21.11.2019 15:32 • x 1 #10


Hallo, sehr interessantes Thema. Auch ich bin negativ von Alk. geprägt weshalb ich wohl nur mega selten was trinke. Ebenso bin ich vom rauchen negativ geprägt da mein vater qualvoll erstickt ist durch copd. Trotzdem qualme ich wie ein schlot und habe auch schon asthma usw. Möchte gern aufhören aaaaber kann mir ein leben ohne irgendwie gar nicht vorstellen. Allein der gedanke macht mir Angst. Habe dann das gefühl irgendwie nix mehr zu haben zb fr Entspannung. Ich glaube das alle süchte irgendwie ein festhalten ist ein anklammern ein ersatz für irgendwas einem fehlt. Man freut sich ja zb schon morgens auf seinen kaffee und eine leckere Zig.. Mit Alk. wird es nicht anders sein. Das gefühl der Entspannung oder der leichtigkeit gibt einem doch schon befriedigung. Lg

21.11.2019 17:09 • x 2 #11


Guten Abend,
ich habe das ganze Wochenende nichts getrunken. Ich war mit meiner Familie bei meinen Schwiegereltern und es ist mir gar nicht schwer gefallen. Irgendwie ein komisches Suchtverhalten gell. Mein Kollege sagt immer zu mir, "wenn ich so rauchen könnte wie Du, würde ich wieder anfangen"- das heißt ich kann auch tagelang nicht rauchen ohne dass es mir was ausmacht.
Aber dennoch will ich es weiter reduzieren. Meine Psychiaterin hat mir einen Tip gegeben. Das blaue Kreuz, kennt das jemand von Euch? Eine Beratungsstelle für Suchtgefährdete und Abhängige. Vielleicht schaue ich mir das mal an.
Einen schönen Abend wünsche ich Euch!

24.11.2019 21:48 • x 1 #12


mutmacher
hallo, Bella
Respekt- und weiter so !
Mir hat immer geholfen zu denken: HEUTE NICHT! oder EINE STUNDE HALT ICH ES NOCH AUS OHNE. Nach der Stunde dann KOMM, EINE STUNDE GEHT JETZT AUCH NOCH. Dann war der Tag geschafft, dann der nächste auch und irgendwann war der Druck ganz weg.
DU SCHAFFST DAS AUCH- fühl Dich gedrückt

24.11.2019 22:24 • x 3 #13


Lilly-18
Hallo Bella, das finde ich toll, wie entschlossen du das mit dem Trinken jetzt in die Hand nimmst. Das hört sich doch sehr gut an! Das ist für mich ein Indiz, dass es bei dir noch keine Sucht, sonder eher eine Gewohnheit ist. Trotzdem ist es wichtig, sensibel für dieses Thema zu sein. Die Grenze zur Sucht ist schleichend.
Das blaue Kreuz kenne ich leider nicht. Das würde mich aber auch interessieren, ob da jemand schon Erfahrungen hat.

24.11.2019 22:27 • #14


111Sternchen222
Prima Bella, weiter so!
Lg Sternchen und Knispel

25.11.2019 07:27 • #15





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