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Ich will Dich nicht aber ich kann Dich nicht los lassen

maya60
Hallo Bella, bleib dran! Die Idee mit dem Blaukreuz finde ich wichtig und gut!
Dass du meinst, keine Wechselwirkungen des Alk. mit deinen Medikamenten zu spüren, heißt nicht, dass da keine sind. Da du bipolar bist, sind ja alle möglichen Wirkungen und Verläufe denkbar und du weißt nicht, was ohne Alk. ganz anders wäre kurzfristig und langfristig.
Medikamente und Alk. dürfen nicht miteinander genommen werden. Und Alk. ist ein Nervengift.
Also sind diese schönen Stimmungsbilder, dass Alk. für dich zum Essen dazugehört, mit Medikamenten unrealistisch. Diese schönen Stimmungsbilder vom kultivierten maßvollen Trinken, die Werbung, Filme und Wirkung uns vorflunkern, sind nicht mehr realistisch, wenn man an dem Punkt ist, nicht mehr kontrolliert trinken zu können. Denn 1 Glas Wein reicht uns in der Wirkung dann nicht mehr, nur für das behagliche Bild. Und geht mit Medikamenten eben auch nicht.
Wer Wirkungstrinker ist, bin ich auch, wenn ich was trinke, verschließt dann die Flasche nicht nach dem einen Glas. Dazu ist Alk. zu tückisch. Ich kenne nicht einen Menschen, der Alk. regelmäßig, aber in gesunden Maßen konsumiert, denn das ist nicht mehr als 1 Glas Wein täglich. Ich kenne es vielmehr, und halte es daher für die Realität, dass, wer regelmäßig Alk. zum Essen trinkt, regelmäßig zuviel trinkt. Auch 1 Flasche Wein täglich heißt nicht Kontrolle wie viele sich einreden.

Und es ist eben auch nicht diese feine Trinkkultur, die uns in stimmungsvollen Bildern vorschwebt. Sondern dann liegt im Bett unser Partner neben uns mit einer ekeligen Fahne vom Alk. oder mit einer Fahne, die ein Gemisch aus Alk. und Zig. ist und wenn wir nicht selber auch beides konsumiert haben, ist das nur ekelig. Am nächsten Morgen ist es auch ekelig. Für die Kinder ist es ekelig. Diese feine edle Trinkkultur ist eine Lüge. Wie Mutmacher es schon beschreibt.

Und Sucht ist tückisch. Ich habe als Jugendliche und Studentin nicht daheim und nur in Geselligkeit geraucht, dann aber stark und unkontrolliert. War ich alleine, gar nicht. Hielt das für Kontrolle. Dann habe ich 15 Jahre lang gar nicht mehr geraucht. Dann habe ich wieder angefangen und auf einmal habe ich zu jeder Tageszeit und auch alleine und daheim geraucht, wenn auch natürlich nicht im Haus.
Bäh, dieser ekelige Geruch in den Haaren, der Kleidung, im Mund beim Aufwachen. Ein Bett im Aschenbecher. Mein Mann ist Nichtraucher und kannte mich nur kurz als Raucherin. Er hat mich von Anfang an nie geküsst, wenn ich geraucht habe.
Als ich in kürzester Zeit bei einer Schachtel täglich angelangt bin und begriff, dass alle meine mir eingeredete Kontrolle futsch war, bin ich auf´s Dampfen umgestiegen. Das ist auch noch nicht gesund und toll. Das bleibt auch Sucht, wenn es auch nicht so stinkt.


Liebe Grüße! maya

25.11.2019 10:11 • x 1 #16


Guten Montag morgen,

das ist sehr lieb von Euch! Dankeschön. Ich bleibe dran.
@maya: ich gebe Dir recht. Vielleicht hat mein Alk. in den letzten Jahren auch die Krankheit gefördert. Das kann gut sein. Allein deswegen wäre es schon gut, weniger zu trinken. Ich kenne durchaus Menschen, die ab und zu ein oder zwei Gläser Wein trinken. Dahin zu kommen, das wäre mein Ziel.
Was genau dampfst Du? Das habe ich mir auch schon mal überlegt. Es gibt ja auch diese Iquos Geschichte. Die habe ich mal probiert aber das fand ich irgendwie doof. Und beim Dampfen ist es halt auch noch gar nicht klar, welche Auswirkungen es hat. schwierig. Vor vielen Jahren gab es mal eine Zig. in die man eine Flüssigkeit mit Nikotin eintropfen musste. Davon habe ich unglaubliche Kopfschmerzen bekommen. Aber das war damals natürlich noch nicht ausgereift.

Liebe Grüße und einen schönen Tag!
Bella

25.11.2019 10:22 • x 1 #17


maya60
Liebe Bella, alles, was mehr als 1 Glas Wein täglich ist, ist für eine Frau zuviel. Und ich wette, dass, wenn wir mal Flächendeckend die Leute nebeneinanderstellen würden, die es regelmäßig dabei belassen und die, die davon träumen und die Kontrolle verlieren, dann wären die Ergebnisse mehr als deutlich.
Darum und vor allem, weil du nicht kontrolliert trinken kannst und weil du Medikamente nimmst und immer nehmen musst, ist es eine Illusion und hat mit der Realität nichts zu tun, ein solches Ziel zu haben.

Ich habe meine Dampfe neben mir in meiner Laube und ziehe ab und zu dran. Das Rauchverhalten fällt ja weg, dass man da eine Zig. hat, die man zuende rauchen "muss". Trotzdem ist da bei mir die Nikotinsucht und kostet das Liquid auch Geld, da ich nicht zu denen gehöre, die es sich selber anmischen mögen und ist es, würde ich viel dampfen, auch eben gar nicht billiger als das Rauchen. Wenn ich ein Fläschchen Liquid wegdampfen würde am Tag, hätte ich auch den Preis einer Schachtel Zig..

Es gibt keine Langzeitstudien übers Dampfen, aber die seriösen über Jahrzehnte aus den USA zeigen schonmal, dass keiner dran starb und das sieht ja beim Rauchen ganz anders aus. Auch zeigen sich Blut-, Herz-/Kreislauf- und Lungenwerte stark verbessert bei starken Rauchern, die umsteigen. Berichten auch die Leute in den Foren. Passivdampfen ist nach heutigem Kenntnisstand auch keine Gefahr, aber noch nicht ganz sicher erforscht.

Dass Dampfen gesünder ist als Rauchen für Raucher scheint ziemlich klar zu sein (solange nicht Tbk gedampft wird natürlich), aber dass es am gesündesten ist, nichts von beidem zu tun, natürlich auch. Und Dampfen ist auch eine Sucht.

Nun hängt es sehr davon ab, wie und was man dampft. Wer richtigen Tbk einfach nur in irgend einer Form in Wasserpfeife oder Dampfe hätte, würde natürlich nichts verbessern.
Wer wie die Dampfer aber Liquids hat, die getestet, zugelassen sind und nur Inhaltsstoffe enthalten wie sie auch täglich in der Nahrung vorkommen und dem Nikotin zusetzt, der lebt nicht gesund, aber bedeutend gesünder als Raucher, denn all die anderen Gifte im Tbk neben Nikotin fallen ja weg.
Aber auch der Umgang mit den Dampfen ist wichtig. Dass nichts kokelt zum Beispiel, weil weitergedampft wird, obwohl kein Liquid mehr drin ist oder weil die Batterien schon zu schwach sind usw.

Und vor allem ist und bleibt es eine Sucht! Und ist es nicht gesund. Aber eine deutliche Verbesserung für Raucher, die umsteigen.

Liebe Grüße! maya

25.11.2019 10:43 • #18


maya60
Und die Frage ist eben, welche Maßstäbe an die Sucht angelegt werden. Wird der Maßstab des gesunden Lebens angelegt, so ist ganz klar, dass keine Sucht gesund ist.
Wird der Maßstab einer Nikotinsucht angelegt, ist Damfen gesünder als Rauchen und der Umstieg eine Verbesserung. Aber diese Verbesserung bedeutet nicht ein gesundes Leben.

Rauchen und Alk. sind so zerstörerische Süchte, dass sie nicht akzeptabel sind. Wobei Alk. für uns Depressiven auch noch bedeutet, dass unsere Medikamentenwirkung und unsere Krankheit verschlechtert werden und das ist doppelt gefährlich.

Ich bin aber der Meinung, dass die vielen Süchte in unserer Gesellschaft nicht von nichts kommen, sondern die tiefgehenden Mängel an Bedürfnisbefriedigung in uns spiegeln und dass wir unsere Süchte nur loswerden, wenn wir unser Leben verändern und mehr Bedürfniserfüllung auf gesunde Art hineinkommt. Oft geht es "nur" um mehr Ruhezeiten, Schlaf und Entspannung. Und da hilft dann auch nur mehr Ruhezeiten, Schlaf und Entspannung. Und Schönes genießen, was bei jedem etwas anderes ist.

Vor allem in harten Lebenszeiten muss meiner Ansicht nach erst oder gleichzeitig die Veränderung zu mehr Zeiten für Schönes dazukommen und dann die Abstinenz vom Suchtstoff, denn sonst drohen Überanstrengung und Rückfall. Bei mir ist auch mittelfristig dran, mit dem Dampfen aufzuhören, denn in den letzten zweieinhalb Jahren habe ich mein Leben sehr verändert und wenn nicht gerade Zeiten der akuten Depression sind, ist viel Schönes im Alltag und das Dampfen dann eben nur noch Sucht und Gewohnheit.

Liebe Grüße! maya

25.11.2019 12:25 • #19


maya60
Und drittens müssen wir Depressiven die richtige Medikamenteneinstellung, psychologische Begleitung und Verhaltensanpassung an unsere Krankheiten haben, damit wir nicht für eine Selbstmedikation mit Suchtstoffen anfällig sind.

Und wir müssen, so meine Erfahrung, bei chronischen Erkrankungen unbedingt den Vergleichsmaßstab "Normalität" in Sachen Leistungsanspruch an uns selber ablegen, weil der uns überfordert, was auch wieder Suchtanfällig macht.

Liebe Grüße! maya

25.11.2019 12:51 • x 1 #20


mutmacher
Ich hab`s verkakkt !
Die Flasche stand schon so lange nutzlos rum :weinen, ich alleine zuhaus- es hat sich einfach ergeben-trotzdem Schande über mein Haupt. Das Rauschen im Ohr wird kommen-- Sch.Genuss oder Gesundheit, gibt es den Mittelweg ? Klar, lass das 3.Glas stehen--
Die Nachbarin hier rief neulich den Notarzt mitten in der Nacht. Sie bekommt so schlecht Luft- raucht auch viel zu viel. Es heißt, sie kommt nicht mehr, muss ins Pflegeheim. Ich fass` es nicht. Sie ist gerade mal 63 Jahre alt, hat sich ein neues Auto gekauft, das jetzt unten im Keller steht. Irgend jemand hat ihre Vorhänge abgenommen. Man sagt, die Wohnung werde vermietet! Dürfen die das ? Sie lebte glücklich allein, da oben. Ich vermute COPD oder gar Lungenkrebs. Mit ihrem Einkauf kam sie schon länger die Treppen nicht mehr hoch.
Pass auf Mensch, sei weise und verzichte lieber-gesund sein ist wichtig.

25.11.2019 13:15 • x 1 #21


meint Ihr, dass die Süchte in Zusammenhang mit der Erkrankung stehen? Also die psychische Erkrankung? Denn auffällig viele psychisch Kranke haben Suchtprobleme. Bei Bipolar besonders.
Es wäre echt toll, wenn man das Ganze einfach lassen könnte und sich stattdessen Dinge leistet, die der Gesundheit gut tun. Warum greift man zu zerstörerischen Dingen? Ist doch eigentlich total bescheuert.
@mutmacher,
wann war das mit Flasche? Am Wochenende?

Das mit Deiner Nachbarin ist heftig. 63 ist definitiv zu jung fürs Pflegeheim. Hat sie Angehörige? Tragisch.

25.11.2019 13:38 • x 1 #22


mutmacher
Am WE ? Nein, das war heute !
Und der Hammer- gerade ein Anruf einer weitläufig Bekannten, ob ich sie heute besuchen komme ?
Klar, schwinge die Rotweinfahne! (aus dem Auto natürlich auch noch). Aber bitte Bella, sag`s keinem weiter.

25.11.2019 14:13 • #23


maya60
Zitat von Bella72:
meint Ihr, dass die Süchte in Zusammenhang mit der Erkrankung stehen? Also die psychische Erkrankung? Denn auffällig viele psychisch Kranke haben Suchtprobleme. Bei Bipolar besonders.
Es wäre echt toll, wenn man das Ganze einfach lassen könnte und sich stattdessen Dinge leistet, die der Gesundheit gut tun. Warum greift man zu zerstörerischen Dingen? Ist doch eigentlich total bescheuert.


Ja, es ist erwiesen, dass Nikotin und Alk. kurzfristig im Hirnstoffwechsel Stoffe freisetzen, an denen es mangelt bei Depressionen oder ADHS, damit kenne ich mich aus, gilt aber bestimmt auch für andere Erkrankungen.
Es kommt also unbewusst zu einer Selbstmedikation und einer erhöhten Suchtanfälligkeit, denn alles, was aus den elenden Emotionen rausbringt oder entspannt oder betäubt und froher stimmt brauchen wir doch so dringend. Daher sind ja die richtig dosierten Medikamente so wichtig.

Warum greift man zu zerstörerischen Dingen? Weil das, was in unserer Gesellschaft zur Freude und Entspannung zur Verfügung steht und keine Zeit frisst, entweder dick macht oder ungesund ist oder beides.

Das Schöne, das nicht noch schädigt, braucht meistens zuviel Zeit und Zeit ist Geld. Deshalb sind wir solch eine Suchtgesellschaft und deshalb müssen wir uns entgegen der gesellschaftlichen Normen und Angebote Zeit für uns selbst nehmen, sonst bleibt´s beim alten Suchtverhalten.

Liebe Grüße! maya

25.11.2019 17:14 • x 3 #24


Liebe Maya,

ich habe hier was Interessantes: wenn ich depressiv werde, verschwindet das Bedürfnis nach A und Zig. KOMPLETT. Ich könnte nichts trinken oder rauchen.
sobald die Depression weg ist kommt die Sucht zurück und das mit Wucht. Als ob es eine Verknüpfung in den Gehirnzellen gäbe. Schon verrückt oder? Ich stelle es mir so vor: wenn die Transmitter im Hirn gestört sind, wird auch das Suchtzentrum nicht mehr angesprochen und sobald die Verknüpfung wieder besteht, kommt auch die Sucht zurück. Könnte doch sein oder?
Und ich denke, dass psychisch Kranke sehr oft einen Hang zu Süchten haben. Vielleicht genau wegen der Ungleichgewichte im Gehirn. Who knows

Ich gebe Dir Recht mit den Dingen die einem gut tun und Zeit kosten. Trinken geht schnell und bringt gleich die gewünschte Wirkung. Ebenso die Zig. oder sonst was. Meditation, Yoga, Wellness braucht Muse und Zeit und wirkt erst nach mehrmaliger Übung.
Liebe Grüße und danke für Deine tollen Beiträge

27.11.2019 14:16 • x 1 #25


maya60
Liebe Bella, eine psychische Erkrankung liefert einen aber nicht an eine Sucht aus ohne dass man sich wehren kann, sobald einem das bewusst ist. Für die manischen Zeiten kann ich das nicht beurteilen. Daher sind ja die Medikamente so wichtig und dass sie auch voll wirken ohne Alk.. Aber wenn man schon in der Sucht drin ist, dann braucht man Hilfe, weil man sonst eventuell schon zu sehr an die Sucht ausgeliefert ist und es nicht mehr mit reiner Willenskraft geht, das kann ich für dich auch nicht beurteilen.

Generell ist der gesellschaftliche Umgang mit Alk. viel zu fahrlässig in unserer Gesellschaft und auch ohne realistischen Blick was Menge, Werbungslügen, Häufigkeit, Selbstwahrnehmung und Außenwirkung angeht.

Ganz wichtig sind die richtigen Medikamentendosierungen, Suchtberatung, klare Abstinenz und Fernhalten von Alk., Selbsthilfegruppen und sich wirkliche Alternativen für die Bedürfnisse nach Entspannung und Genuss im Leben einrichten. Ich habe das selber gemacht, weil mein Umgang mit Alk. auch fahrlässig und zu missbräuchlich war, wenn ich welchen trank. Bei Zig. dasselbe. Es braucht ganz neue Gewohnheiten und zum Teil andere Freundeskreise.

Liebe Grüße! maya

27.11.2019 14:25 • x 1 #26





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