Filme zum Thema Depressionen

Wollte mal ein kurzes Feedback geben. Ich hab am Wochenende den Film "Helen" gesehen.

So richtig war er nichts fuer mich. Er hat zwar gezeigt, dass man aus Depressionen wieder herauskommen kann. Aber mir hat der Weg gefehlt, d.h. Therapiegespraeche oder andere Wege, wie man Depression bekaempfen kann. Denn nur mit EKT, was eh umstritten ist, denke ich nicht dass es funktionieren kann.
Ich fand ihn etwas "einseitig" wenn man das so sagen kann. Und auch dass am Ende gezeigt wird (nicht direkt) wie Ihre Freundin stirbt, find ich zu krass. Das ist fuer Betroffene, die suizid gefaehrdet sind, ne Anregung, wie sie es selbst tun koennen. Das gehoert nach meiner Meinung nicht in Filme.

Ich will den Film nicht schlecht machen. Es ist halt meine Meinung und ich denke jeder muss sich selbst ein Bild davon machen.

08.07.2013 10:39 • #31


Zitat:
Denn nur mit EKT, was eh umstritten ist, denke ich nicht dass es funktionieren kann.


Dem muss ich widersprechen. Mir hat auch die EKT geholfen, und NUR die EKT, nachdem ich eineinhalb Jahre durch die Hölle gegangen war und alles andere nichts gebracht hatte.

08.07.2013 12:18 • #32


Zitat von auferstehung:
Zitat:
Denn nur mit EKT, was eh umstritten ist, denke ich nicht dass es funktionieren kann.


Dem muss ich widersprechen. Mir hat auch die EKT geholfen, und NUR die EKT, nachdem ich eineinhalb Jahre durch die Hölle gegangen war und alles andere nichts gebracht hatte.


Okay, es freut mich, dass es dir geholfen hat. Mir kam es in dem Film halt nur so vor, als ob keine weitere Therapieform in Betracht gezogen wurde. Es wurde vlt 2 Medikamente getestet. Aber es gibt so viele Medikamente und Therapien. Mir fehlten einfach diese Dinge oder zumindest die Anzeichen, das es andere Wege gibt ausser EKT.
Wenn nichts anderes hilft, dann will ich nichts gegen EKT sagen, es ist jedem selbst ueberlassen, ob er das durchmachen will. Wenn es dann hilft, dann freut mich das natuerlich.

08.07.2013 15:01 • #33


Zitat von Mellymouse:
es ist jedem selbst ueberlassen, ob er das durchmachen will.


Das ist gar nicht so schlimm, wie sich viele vorstellen. Durch die Narkose bekommt man nichts mit, und hinterher war ich jedesmal sofort wieder ok, da die Narkose ja nur ein kurzer Rausch ist. Den Unterschied habe ich vor einem knappen Vierteljahr gemerkt, als ich mir durch einen bösen Sturz den Oberarm gebrochen hatte und mir eine Titanplatte eingesetzt wurde. Das Aufwachen aus der "richtigen" Narkose war viel belastender.

08.07.2013 15:58 • #34


Steffi
Hello mellymouse

Zitat:
Mir kam es in dem Film halt nur so vor, als ob keine weitere Therapieform in Betracht gezogen wurde

Damit hast Du vollkommen Recht. Mir ist das auch erst nach Deiner Bemerkung bewusst geworden. Der Film ist gut gemacht, zeigt aber auch einen extrem schweren Fall von Depression. Ich selbst habe mich in "Helen" wiedererkannt - hatte selbst mehrere schwere Episoden im Laufe der Jahre, kam aber teilweise sogar ohne Tabletten aus. An EKT gar nicht zu denken. Es ist der letzte Weg, die letzte Möglichkeit, wenn nichts anderes greift.
Insofern wäre der Film noch besser gewesen, hätte er andere Alternativen aufgezeigt.

08.07.2013 18:50 • #35


Ich bekam zehn EKT s . Ich war hinterher für zwei Tage durcheinander. Heute habe ich Gedächtnislücken die ich ausschliesslich auf diese Behandlung zurückführe. Gebracht hat es mir überhaupt nichts. Muss aber erwähnen, dass ich schon positives gehört habe.

08.07.2013 20:12 • #36


Zitat von Hüpfburg:
Ich bekam zehn EKT s . Ich war hinterher für zwei Tage durcheinander. Heute habe ich Gedächtnislücken die ich ausschliesslich auf diese Behandlung zurückführe. Gebracht hat es mir überhaupt nichts. Muss aber erwähnen, dass ich schon positives gehört habe.


Das tut mir leid, dass es dir nicht geholfen hat. Genau aus diesen Gruenden mit Gedaechtnisluecken oder -verlust finde ich EKT persoenlich nicht gut. Aber jeder muss das natuerlich fuer sich entscheiden.

09.07.2013 08:15 • #37


Zitat von Steffi:
Hello mellymouse

Zitat:
Mir kam es in dem Film halt nur so vor, als ob keine weitere Therapieform in Betracht gezogen wurde

Damit hast Du vollkommen Recht. Mir ist das auch erst nach Deiner Bemerkung bewusst geworden. Der Film ist gut gemacht, zeigt aber auch einen extrem schweren Fall von Depression. Ich selbst habe mich in "Helen" wiedererkannt - hatte selbst mehrere schwere Episoden im Laufe der Jahre, kam aber teilweise sogar ohne Tabletten aus. An EKT gar nicht zu denken. Es ist der letzte Weg, die letzte Möglichkeit, wenn nichts anderes greift.
Insofern wäre der Film noch besser gewesen, hätte er andere Alternativen aufgezeigt.



Ja, es waere gut gewesen noch Alternativen einzubringen, denn der Weg gerade aus schweren Depressionen ist ein langer und oft benoetigt er verschiedene Therapieansaetze, weil jeder Mensch anders auf die Therapien reagiert und nicht jedem das gleiche hilft.

09.07.2013 08:17 • #38


Zitat von Mellymouse:
Zitat von Hüpfburg:
Ich bekam zehn EKT s . Ich war hinterher für zwei Tage durcheinander. Heute habe ich Gedächtnislücken die ich ausschliesslich auf diese Behandlung zurückführe. Gebracht hat es mir überhaupt nichts. Muss aber erwähnen, dass ich schon positives gehört habe.


Das tut mir leid, dass es dir nicht geholfen hat. Genau aus diesen Gruenden mit Gedaechtnisluecken oder -verlust finde ich EKT persoenlich nicht gut. Aber jeder muss das natuerlich fuer sich entscheiden.


Das tut mir auch ehrlich leid, und ich muss zugeben, dass ich auch eine Freundin habe, die sehr mit Gedächtnislücken zu kämpfen hatte, und dass die EKT bei einer Reihe von Mitpatienten nicht gegriffen hat. Ich hatte da großes Glück und habe nur die positiven Effekte der EKT erfahren.

09.07.2013 08:46 • #39


@Mellymouse

Der Tipp mit dem Film "Helen" war nicht sehr gut.

Wir hatten in der Klinik verschiedene Filme, über verschiedene Therapieformen.

Ich weiß jetzt auch nicht, wie ich gerade auf "Helen" kam.

In meiner letzten Therapie bekam mein Zimmernachbar auch über 20 EKTs.
Als letzte Hoffnung, nachdem er 20 Jahre lang sämtliche Psycho-Pillen geschluckt hatte.

Und er hatte entdeckt, so erzählte er, dass das beste Mittel für ihn gegen Depression der Alk. ist.
Aber das ist ja keine Lösung. Aber für ihn besser als Pillen,erzählte er.

Bei ihm wurde es zuerst schlechter durch die EKTs, dann aber besser.

Ist eben auch bei jedem anders.

09.07.2013 08:56 • #40


Zitat von Harald:
@Mellymouse
Der Tipp mit dem Film "Helen" war nicht sehr gut.


Ich nehm es dir oder anderen nicht uebel, den Film vorgeschlagen zu haben. Jeder muss sich seine eigene Meinung zu den Filmen machen. Ich hab viele Reviews gelesen und er kam im Grunde gut an. Ist nur nicht ganz mein Fall.
Und auch zum Thema EKT hat jeder seine Erfahrungen oder Meinung und das ist auch gut so. Was dem einen hilft, muss nicht zwangslaeufig anderen helfen. Somit ist es gut, Alternativen zu haben und wenn EKT eine ist, dann gut. Alk. ist natuerlich keine, wie wir alle ja wissen

09.07.2013 11:48 • #41


Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich nicht verstehen kann weshalb viele so gegen Psychopharmaka sind. Sie haben mir und schon sehr vielen Menschen geholfen aus dem groooooooooooßen Tief herauszukommen. Für mich war es die grösste Erleichterung meines Lebens. Seit einiger Zeit reduziere ich die Medikamente. Namhafte Psychiater haben das Gleiche schon berichtet. Ich zweifle an, dass Patienten die ganz weit unten sind ohne Medikamente hoch kommen. Und viele nehmen sich das Leben, was nicht passiert wäre, hätten sie sich auf die Medikamente eingelassen. Ich bin unendlich dankbar, dass es sie gibt.

09.07.2013 16:57 • #42


Da kann ich Dir nur zustimmen. Aus der ersten Depressionsepisode bin ich nur dank eines Medikaments herausgekommen, auf das ich nach mehreren Versuchen endlich angesprochen habe, und auch jetzt nehme ich wieder das Medikament, um stabil zu bleiben. Wahrscheinlich werde ich es auch nicht wieder absetzen (so rät mir zumindest meine Neurologin), aber damit habe ich kein Problem. Ein Diabetiker ist auch ständig auf sein Insulin angewiesen und ein Hypertoniker auf sein Blutdruckmittel. Für mich sind diese Medikamente keine "Psychopillen", sondern eine echte große Hilfe.

10.07.2013 08:56 • #43


Ich hatte geschrieben:
Zitat:
nachdem er 20 Jahre lang sämtliche Psycho-Pillen geschluckt hatte.

Psychopillen ist nur eine andere Bezeichnung für Psychopharmaka. Siehe Google.
(ist also kein Schimpfwort)

10.07.2013 11:31 • #44


Zitat von Harald:
Psychopillen ist nur eine andere Bezeichnung für Psychopharmaka. Siehe Google.(ist also kein Schimpfwort)


Wenn Du in die Artikel hineinschaust, sind es ausnahmslos Darstellungen, in denen die Psychopharmaka sehr kritisch bis überkritisch unter die Lupe genommen werden. Insofern ist der Begriff "Psychopillen" sehr wohl mit negativen Assoziationen belegt.

11.07.2013 09:20 • #45




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