Diplom-Arbeit zum Thema Burnout!

Kaiserle

Kaiserle
Mitglied

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Ich weiss nicht, ob ich das hier schonmal geschrieben habe, ich denk eher nicht, da die Idee noch nicht sooo alt ist :)

Ich mache gerade mein Diplom in Erziehungswissenschaften. Dazu gehört natürlich auch eine Diplom-Arbeit. Mein Thema wird das Burn-Out Syndrom sein...leider habe ich noch keine genaue Vorstellung, wie ich das abhandeln werde.

Aber jetzt fällt mir hier nochmal das Forum ins Auge und ich dachte, ich erwähne das mal.

Ich werde sicherliche einige qualitative Interviews in meiner Studie durchführen müssen. Im bezug darauf bin ich immer wieder am Überlegen gewesen, ob es richtig ist, Betroffene zu interviewen, oder ob man da viell. ein bisschen zur sehr am "Gegenstand" ist, ob man da nicht vielleicht eher Wunden aufreisst, als etwas nützliches zu erzeugen...?

Jetzt wollte ich mal in Erfahrung bringen, ob sich Leute von euch vorstellen könnten, auch Betroffene, ein solches Interview zu geben. Welche Inhalte das Interview hat, bzw. worauf die Fragen abzielen könnten, weiss ich noch nicht...

Damit nagele ich hier niemanden auf die Teilnahme daran fest (kann ich ja gar nicht ;). Es interessiert mich schlicht und einfach nur, was Ihr dazu denkt.

Ziel der ganzen Arbeit wird eventuell irgendetwas im Blick auf Prävention sein!

Wie gesagt: Alles nur roher Gedankensalat bisher!

Beste Grüsse, alles Gute und vielen Dank fürs lesen
Kai

PS: Viell, hat ja auch jemand Anregungen, wie man so ein Vorhaben realisieren könnte?

#1


52 Antworten ↓
F

FrolleinMau
Gast

Bei mir waren es wohl Faktoren, die dann irgendwann alle auf mich einstürmten ... ich nenne mein Burnout als das Ergebnis meines Er- und Gelebtem.

Beginne ich mal mit dem Erkennen, dass die Ehe nicht mehr funktioniert mit anschließender Trennung. Die Entscheidung habe ich getroffen. Eßsucht. Die Verantwortung für zwei Kinder mit Kampf gegen den Vater, der die Trennung nie akzeptierte, das geht bis heute so - 15 Jahre später. Immer wieder fällt ihm etwas ein, um uns "zu kratzen". Diese Verantwortung für die Kinder, die Angst, nicht alles richtig zu machen. Den Vater mit ersetzt. Das Gefühl, dass ich mich immer "zweiteile". Mich nicht mehr wahrgenommen, es kreiste sich alles nur noch um die Kinder, eine verheerende Pubertät meines Ältestens mit dem Ergebnis, ihn mit 18 Jahren in die Selbständigkeit zu bringen (sprich: ich habe ihn "rausgeworfen"). Obwohl immer berufstätig, Umschulungsmaßnahmen, Einstieg in einen sozialen Beruf. Das Elend der anderen nicht mehr ertragend könnend, obwohl man sich im Klaren darüber ist (dank Therapie), dass man die Welt halt nicht ändern kann. Beruflich sehr eingespannt. Das Gefühl habend, etwas zu übersehen, Dinge nicht mitzubekommen, beruflich und privat, dort meist die Kinder betreffend.

Das Hirn immer auf 200 % Leistung laufen, keinen erholsamen Schlaf. Keine erholsame Freizeit. Den Drang, meine Kinder vor allem zu bewahren, was mir passiert ist. Das Erlernen des Loslassens. Das Hinterfragen, was das alles mit meinen Kindern gemacht hat. Gedankenkreisen, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Seit Besuch einer Tagesklinik (seither bekanntes Trauma) und anschließender LZ-Therapie nahm ich Dinge zwar wahr, konnte aber nicht wirklich abgeben, etwas ändern. Dann kamen dazu finanzielle Nöte, Kampf um Unterhalt, dieses Bewußtsein, einen zwanghaften Lebenspartner gehabt zu haben. Lt. Aussage meiner Therapeutin werde ich ihn immer und ewig an mir kleben haben, trotz neuer Partnerschaft seinerseits. Das hat sich bewahrheitet.

Mobbende Arbeitskollegen, dieses Wehren und Einsetzen für andere und irgendwann saß ich am Schreibtisch und mir wurde es ganz heiß, ich stand auf mit dem Gedanken, dass ich nie wieder dieses Haus betreten würde.

Selbst die Tatsache, dass ich immer wieder Entscheidungen in meinem Leben treffen mußte, hat mich nicht stärker gemacht, sondern immer nachdenklicher. Die Kraft ist weg. Und sie kommt nicht wieder, egal, was ich veranstalte, egal, wie gut ich und andere heute mit mir umgehen. Sobald es etwas stressiger wird, fängt es wieder an "zu brennen". Selbst gerade in dem Moment, wo ich hier sitze und das tippe ...das hat mich jetzt so erschöpft, dass ich mich wieder ausruhen muss. Das haben mir Ärzte in der Tagesklinik damals schon prophezeit, dass ich nie wieder die Kraft haben werde, wie vor meinem ersten Burnout, was ich nicht glauben wollte und bin immer und immer wieder über meine Grenzen gegangen. Und nun habe ich die Rechnung zu tragen.

Seit dieser "Schreibtischaktion" bin ich Arbeitsunfähigkeit geschrieben worden u. a. mit der Diagnose Erschöpfungssyndrom und klage nun vor dem Sozialgericht um meine EU-Rente.

03.08.2009 12:53 • #21


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A


Hallo Kaiserle,

Diplom-Arbeit zum Thema Burnout!

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FrolleinMau
Gast

Ich habe das jetzt auch interessiert mitgelesen.

Ich weiß, wie sich Depressionen anfühlen. Als diese Diagnose gestellt wurde, machte ich Jahre lang eine Verhaltenstherapie. In dieser Zeit ging es mir irgend wann wieder recht gut. Ich fühlte mich verstandener, angenommen. Ich kämpfte vieles für mich durch, veränderte. Ich hatte auch das Gefühl, wieder mehr Kraft zu haben.

... und irgendwann ging es dann los, Erschöpfung hier und da, das Ignorieren dieser Gefühle, weil anderes augenscheinlich wichtiger war. Sich wieder nicht wahr genommen, sich nicht ernst genommen. Zwar das Erlernte irgendwo im Hinterkopf, jedoch konnte ich das stellenweise wieder gut ignorieren.

Ich kann nur für mich schreiben, dass ich in meinem Burnout nicht das gleiche fühle, wie damals in der Depression. Darüber habe ich lange mit meinem Psychiater gesprochen. Ich kann mir vorstellen, dass sich im Burnout eine Depression entwickeln kann? ... Ich fühle nicht mehr diese dunkle Gedanken, diese unendliche Traurigkeit wie damals in der Depression. Ich hatte ein schwarzes Tuch überm Hirn, das keine Möglichkeit zuließ, wieder das Licht zu sehen. Jetzt ist es so, dass ich einfach nur unendlich müde und kraftlos bin, meine Gedanken jedoch keine negativen sind. Ich weiß nicht, wie ich es in Worte fassen soll ...

Jetzt, im immer noch vorhandenen Burnout, achte ich wesentlich besser auf mich, als damals, obgleich ich immer wieder Grenzen überschreite, dies aber auch sofort merke und handeln MUSS. Ich weiß nur, dass diese Erschöpfungsymptomatik bei mir vor einigen Jahren diagnostiziert wurde und ich das aber nicht ernst nehmen konnte/wollte, so dass ich jetzt - lt. Aussagen des Psychiaters - alles so überreizt habe, dass es ganz schwer werden würde, ein "gesundes Maß" an Belastung zu erreichen. Das merke ich auch, Tag für Tag. Meine Therapeutin hat mich damals auch darauf hingewiesen, jedoch war ich auf diesem Ohr immer taub. Und jetzt ist es halt so, dass ich nach dem Motto lebe: Wer nicht hören wollte, muß fühlen ...

07.08.2009 16:21 • #29


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G
Zu der Vorgehensweise, hast du mal mit dem betreuenden Dozenten deiner Arbeit gesprochen. Bzw. den Weg in die Psychologie gewagt? Die machen solche Interviews ständig und wissen am Besten die Herangehensweise.

Ich glaube, da so ein Interview eine freiwillige Sache ist und niemand dazu gezwungen wird jede Frage zu beantworten, ist so ein Interview nicht ganz so gefährlich. Es bleibt ja auch alles anonym.

LG

#2


Kaiserle
hey...

in der forschungsmethodik bin ich schon gut drin. lerne das grad nochmal für meine mündliche...

ich fange ja auch erst im herbst damit an, von daher ist noch zeit...

#3


Albarracin
Experte

#4


Kaiserle
hey, danke schonmal! ;)

ich muss mal sehen, wie sich das alles dann so aufbaut! erstmal die prüfungen durchstehen ;)

viell. versuche ich mit der arbeit, herauszustellen, welche faktoren am arbeitsplatz als besonders belastend angesehen werden und was man dagegen machen könnte....(mitarbeiterführung, eigenes zeitmanagement etc...)


wie hat sichs denn bei dir damals entwickelt, wenn ich fragen darf?

beste grüsse

#5


Albarracin
Experte

#6


S
Hallo Kai,
vor 4 Jahren habe ich auch über Burnout geschrieben.
Meine Arbeit wurde tatsächlich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber damals "eingeführt" (hat nur nichts gebracht g050 )
Sie hieß:
Burnout in der Pflege
Ein Leitfaden im Umgang mit Burnout für die mittlere Führungsebene

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück und Erfolg beim schreiben und natürlich auch Ausdauer.

Lieben Gruß
Strand

#7


Kaiserle
Hey strand!

kann man die noch irgendwo lesen? ;)

beste grüsse

#8


S
Hallo Kai,

meinst Du, wenn ich sie Dir per mail sende, das sie ankommt?
Ich meine wegen der Dateigröße, es sind auch einige Grafiken drin. Habs damals mal versucht von zu Hause zur Arbeit und das klappte nicht ging gar nicht raus, hab sie dann auf ein Stick gespeichert u.s.w..
Oder weißt Du wie ich die Datei "kleiner" bekomme so das ich sie Dir senden kann- ich hab keine Ahnung verl_023.gif

Wir könnten es ja versuchen, wenn Du mir per PN Deine Email Adresse gibst.
Sonst bliebe nur der gute alte Postweg.

Auf jeden Fall kannst Du sie haben wenn Du möchtest, nur nicht abschreiben, Du weißt ja das manchmal geprüft wird ob aus anderen Arbeiten abgeschrieben wurde.

Lieben Gruss
Strand

#9


Kaiserle
hehe, nee so dreist bin ich nicht ;)

wenn das raus käme könnte ich mein studium auch an den nagel hängen !!!

ja, ich weiss nicht...per mail könnte schwer werden....

aber wie willst du das denn per post machen??? alle ausdrucken und dann schicken? dann musst du aber ein bisschen geld für die druckkosten von mir bekommen!!!!

gruss

#10


S
Hallo Kai,
ja, ich dachte auf Papier oder CD.

Bezahlen musst Du mir das aber nicht!! Ich Hab Dir das ja angeboten und ist für mich wirklich kein Problem.

Gruss
Strand

#11


Kaiserle
also auf CD wär doch ne maßnahme!!!

ich schicke dir mal meine adresse per private mail hier, ok?

vielen, vielen dank!!!!

#12


S
Mach ich Dir fertig und schicke Dir das diese Woche.

Gruss
Strand

#13


Kaiserle
hey strand!

is alles angekommen, ich danke dir. habs aber noch nicht lesen können....

beste grüße

#14


A


Hallo Kaiserle,

x 4#15


S
Hallo,
gerne!
Vielleicht gibt sie dir ein paar Anregungen.
Burnout ist ja ein Thema wo man unglaublich viel schreiben kann und das Thema von verschiedenen Seiten beleuchten kann.

Viel Erfolg 018.gif

Viele Grüße
Strand

#15

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