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Die Hypochondrie besiegen - Erfahrungen

dari86

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15.10.2018 12:11 • #1


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JuliaW

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Hallo Dari,

aus Deinem Beitrag kommt ganz klar herüber, dass Du nicht mehr mit diesen Ängsten leben möchtest und Du hast die ersten Schritte gemacht, um es zu ändern. Ich hatte selten solche Gedanken, doch in einigen Situationen hat mich die Angst vor Krebs etc. mehrere Tage beschäftigt und ich musste mich da richtig wieder rausarbeiten. Das ist mit Sicherheit nicht vergleichbar mit Dir und Deiner Situation, doch ich habe darüber nachgedacht, was mich davor "bewahrt" haben könnte und dafür gesorgt hat, dass ich damit umgehen konnte. Ich habe dazu mehrere Gedanken - vielleicht hilft Dir ja einer oder auch mehrere davon:


Eindrucksvolles Beispiel, was diese Art Stress mit einem machen kann
Ich kenne einen mir nahestehenden Menschen, der ähnlich wie Du dauernd seinen Körper kontrolliert hat, Angst vor unterschiedlichsten Krankheiten hatte und wegen diverser Themen beim Arzt und im Krankenhaus war, um checken zu lassen, ob er nicht vielleicht doch krank wäre. Die Antwort lautete jedes Mal: Da ist nichts. Ich habe erlebt wie dieser Mensch über Monate aus diesen Gedanken nicht rauskam, am Ende kaum noch schlafen konnte und immer stärkere Symptome entwickelt hat. Nicht, weil er wirklich krank war, sondern weil er sich so gestresst hat. Heute hat er das überwunden (mit Hilfe eines Therapeuten) und es geht ihm gut.


Ich wusste, dass das Wissen über Symptome angsterregend sein kann
Dazu hatte ich hier im Forum schon mal was geschrieben und baue es als Zitat ein:
Zitat von JuliaW:
...ich habe überhaupt nicht nach Symptomen gegoogelt und das hat auch einen Grund: Ich habe meinen Vater öfter eine Geschichte aus seinem Medizinstudium erzählen hören, als auf einmal sehr viele Mitstudenten die seltsamsten Symptome entwickelt haben, krank wurden und zum Arzt gingen, der nichts fand. Das war etwas, was regelmäßig passierte und immer in einem bestimmten Semester. Der Grund war, dass die Studenten für dieses Semester einen dicken Wälzer mit allem Krankheiten und Symptomen brauchten. Sie haben also ähnliches getan wie Du beim googeln, sie haben sich die Krankheiten durchgelesen und plötzlich entwickelten sie Symptome, einfach weil sie sich so sehr darauf konzentrierten und Angst davor hatten. Die Angst war der Hauptfaktor für ihre gesundheitlichen Probleme.

(aus dem Beitrag: angst-vor-krankheiten-was-sind-eure-symptome-t24874.html#p283831)


Buch über den Placebo-Effekt gelesen und verstanden wie stark der Einfluss unserer Gedanken auf unseren Körper ist
Auch hier zitiere ich aus einem schon geschriebenen Beitrag für ein Mitglied, das genauso wie Du unter Ängsten vor Krankheiten und dem Tod litt und das diese Frage hatte (Beitrag: angst-vor-dem-tod-t24847.html):
Zitat von Maehvin:

Ich könnte noch Stundenlang weiter schreiben aber mein Hauptproblem ist, dass ich es nicht verstehen. Wie kann mein Körper sich so etwas nur durch Stress einbilden? Sowas ist für mich nicht möglich.

Meine Antwort lautete:
Zitat von JuliaW:
In dem Buch "Du bist das Placebo - Bewusstsein wird Materie" von Dr. Joe Dispenza (https://www.amazon.de/Du-bist-das-Place..._1?ie=UTF8) wird genau dieser Mechanismus erklärt. Vielleicht hast Du schon mal etwas vom Placebo-Effekt gehört? In der Forschung bezieht sich das häufig auf Medikamente. Patienten bekommen kleine Pillen, die keinen Wirkstoff enthalten, und werden trotzdem gesund. Genauso kann es in die andere Richtung gehen: Der Gedanke, eine schlimme Krankheit zu haben und deshalb bald zu sterben, erhöht den Stresslevel in Deinem Körper. Der Körper schüttet dann tatsächlich chemische Verbindungen aus, die eine Veränderung in Deinem Körper bewirken und so wird der ursprüngliche Gedanke plötzlich sehr real. Und wenn dann noch Emotionen hinzukommen wie Angst vor dem Sterben, wird das nochmal intensiver. Der Autor bringt viele wissenschaftlich erforschte Hintergrundinformationen (in diesem zum Teil esoterisch anmutenden) Buch. Vielleicht könnte Dir das helfen, um etwas besser zu verstehen, was in Dir passiert und auch, wie Du damit gelassener umgehen kannst.

(aus dem Beitrag: angst-vor-dem-tod-t24847.html#p283588)


Ich konnte gegensteuern, weil ich wusste wie ich über Gedanken meine eigenen Emotionen (Angst) regulieren kann
Diese Art der mentalen Selbstregulation ist eine Fähigkeit, die ich mir über mehrere Jahre angeeignet habe. Heute würde ich jedem, der sich damit befassen will, für den Einstieg das folgende Buch empfehlen: "Gedanken verändern Gefühle: Fertigkeiten, um Stimmungen, Verhalten und Beziehungen grundlegend zu verbessern" von D. Greenberger & C. A. Padesky (https://www.amazon.de/Gedanken-ver%C3%A...ks&ie=UTF8)


Ich habe mich mit dem Tod auseinandergesetzt und ihn akzeptiert
Da spielt eine Menge mit rein und ich kann das im Moment nicht im Einzelnen sagen. Das Ergebnis ist, dass ich keine Angst mehr habe vor dem Sterben und auch nicht vor dem Tod.


Du schreibst, dass Du bei einem Psychiater warst und das Gefühl hast, dass Du das eher mit Dir ausmachen willst. Ich glaube, dass das möglich ist und dass Du das schaffen kannst. Und gleichzeitig könnte es genauso hilfreich sein, einen Therapeuten hinzuzuziehen, der sich mit Hypochondrie auskennt und Dir mit seiner Erfahrung zur Seite stehen kann.

Egal wie Du es angehst, ich wünsche Dir sehr, dass Du diese Ängste bald hinter Dir lassen kannst.

Liebe Grüße,
Julia

15.10.2018 15:52 • x 4 #2


dari86

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Julia ein herzliches Dankeschön für deinen super ausführlichen Beitrag! Du hast mir sehr geholfen

16.10.2018 23:58 • #3


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Wave77

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Hallo,

wirklich besiegen kann man die Hypochondrie meiner Meinung nicht. Man kann es aber schaffen, dass man nicht mehr nach Krankheiten online sucht und die Krankheit insoweit relativiert, dass man gelassener ist. Dazu bedarf es auch keine Medikamente. Was man braucht ist ein Paradigmenwechsel also einen anderen Blick auf das eigene Sein. Das hört sich jetzt vielleicht esoterisch aber so ist es nicht gemeint.

Liebe Grüße

17.10.2018 08:34 • x 1 #4


dari86

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Zitat von Timeless77:
Hallo,

wirklich besiegen kann man die Hypochondrie meiner Meinung nicht. Man kann es aber schaffen, dass man nicht mehr nach Krankheiten online sucht und die Krankheit insoweit relativiert, dass man gelassener ist. Dazu bedarf es auch keine Medikamente. Was man braucht ist ein Paradigmenwechsel also einen anderen Blick auf das eigene Sein. Das hört sich jetzt vielleicht esoterisch aber so ist es nicht gemeint.

Liebe Grüße


Hallo und viele Dank für deine Antwort!
Hast du denn so ein Paradigmenwechsel erlebt ?

17.10.2018 08:54 • #5


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JuliaW

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Hallo Dari,

gern geschehen und das freut mich. Ich war selbst erstaunt wie viel da am Ende zusammengekommen war. Umso schöner, wenn Du es für Dich als hilfreich empfindest.

@timeless77: Dem "Paradigmenwechsel", den Du ansprichst, kann ich viel abgewinnen. Das ist etwas, was ich bei mir selbst als sehr hilfreich erlebt habe. Beispielsweise die neue Perspektive auf das Sterben und den Tod würde ich in die Richtung einordnen und das macht für mich einen enormen Unterschied.

Zitat von Timeless77:
wirklich besiegen kann man die Hypochondrie meiner Meinung nicht.

Ich achte die Meinung anderer Menschen und gleichzeitig habe ich etwas anderes erlebt und deshalb glaube ich, dass es möglich ist. Ich kenne jemanden, der das Thema Hypochondrie komplett hinter sich gelassen hat. Und was ich davon miterlebt habe, das war schon arg. Wir sind alle einzigartig und gleichzeitig denke ich: Wenn es einem Menschen möglich ist, dann ist es möglich. Daraus beziehe ich dann auch Kraft, um selbst neue Wege zu finden und zu gehen, um meine Symptome aufzulösen, was immer besser funktioniert. Deshalb würde ich jedem Mut machen wollen, daran zu glauben, dass es möglich ist.

Liebe Grüße,
Julia

17.10.2018 10:59 • x 1 #6


dari86

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Julia klasse Worte! Ich sehe das genauso!

Wie hattest du dich denn speziell aus dem Thema heraus gearbeitet ?

17.10.2018 13:28 • #7


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JuliaW

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Hallo Dari,

freut mich, dass Du mit dieser Sichtweise was anfangen kannst. Für mich war die Überzeugung, dass es möglich ist, etwas ganz wichtiges, denn lange Zeit habe ich gar kein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Deine Frage so verstanden habe wie Du sie meintest. Ich antworte mal so wie ich sie verstehe: Mein Thema ist ja nicht Hypochondrie, wie ich oben in Beitrag # 2 geschrieben hatte, bin ich da gut drum herum gekommen, indem ich vieles angewendet habe, was ich schon wusste oder schon konnte. Beispielsweise die Emotionsregulation (über die Steuerung meiner Gedanken) hat mir sehr geholfen.

Mein Thema sind vor allem körperliche "Angst"-Symptome. Deshalb habe ich mich intensiv mit den Hintergründen und körperlichen Zusammenhängen befasst und versucht zu verstehen, was hinter bestimmten Symptomen stecken könnte. Ich habe mir angeschaut wie Stress im Körper und im Gehirn wirkt, wie Körper und Psyche zusammenhängen, wie das Nervensystem funktioniert, habe mich mit der körperlichen Seite der Angst befasst und ich habe gelernt, dass die Muskulatur und das Bindegewebe (Faszien) eine sehr große Rolle bei Missempfindungen spielen - zum Glück gibt es zu allem inzwischen Fachleute, die das in sehr verständlichen Worten darstellen können (falls es Dich interessiert, findest Du hier einige Buchempfehlungen und eine Website dazu: woher-nehmt-ihr-die-kraft-jeden-tag-neu-zukaempfen-t24902.html#p284019). Dadurch habe ich Möglichkeiten erkannt wie ich auf meine Symptome einwirken kann. So arbeite ich auf allen Ebenen (mental, emotional und körperlich) daran, die Symptome Schritt für Schritt aufzulösen und auch mit den Rückschritten umgehen zu können. Es ist ein riesiger Unterschied, ob Du Dich hilflos ausgeliefert fühlst oder weißt, dass Du etwas ändern kannst.

Gerade am Anfang war es sehr langwierig auch nur kleinste Fortschritte zu erzielen. Ich habe deshalb verschiedene Möglichkeiten gefunden, um nicht aufzugeben und jeden Tag weiterzumachen, die habe ich in diesem Beitrag woher-nehmt-ihr-die-kraft-jeden-tag-neu-zukaempfen-t24902.html#p283976, schon mal beschrieben.

Inzwischen bin ich auf einem sehr guten Weg, auch die körperlichen Symptome regulieren zu lernen. Mein Weg da durch hat übrigens auch sehr nette Nebeneffekte: ich ruhe jetzt sehr stark in mir, bin viel geduldiger als früher, kann besser mit Konflikten umgehen, rege mich kaum noch auf und lebe mit sehr viel mehr (Selbst-)Mitgefühl. Die Liste ließe sich wahrscheinlich noch fortsetzen, doch das ist das, was mir spontan einfällt. Diese "Reise" hat mich sehr verändert und zwar in eine Richtung, die ich sehr mag. Ich habe sehr viel investiert, um dorthin zu kommen. Ein Wendepunkt war, es zu akzeptieren wie es ist, und dann damit zu arbeiten.

Beantwortet das Deine Frage?

Liebe Grüße,
Julia

18.10.2018 10:25 • x 1 #8


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Wave77

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Zitat von dari86:
Hast du denn so ein Paradigmenwechsel erlebt ?


Ja, ich habe diesen bei mir erlebt. Allerdings nicht im gewohnten Umfeld. Mir ging es wochenlang schlecht. Ich habe es nicht geschafft positiv zu denken. Durch einen Umzug in Verbindung mit einem vorherigen Urlaub habe ich neue Impulse bekommen und kurz danach, konnte ich überhaupt nicht mehr verstehen, warum es mir so schlecht ging. Sich selbst nicht als Mittelpunkt zu sehen hat mir am meisten geholfen. Damit meine ich, dass ich keine Schmerzen hatte. Ich habe ein Bett und habe keinen Hunger. Mir könnte es viel schlechter gehen. Unsere Zeit zu auf diesem Planeten ist begrenzt, warum dann diese Zeit mit Gedanken an Krankheiten verschwenden, welche ich sowieso nicht ganz beeinflussen kann?

Zitat von JuliaW:
Dem "Paradigmenwechsel", den Du ansprichst, kann ich viel abgewinnen


freut mich

19.10.2018 10:36 • x 1 #9


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Juju

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Wie geht es Dir denn mittlerweile? Auch allen anderen, die hier geantwortet haben?
Ich plage mich halt auch mit Hypochondrie.
Ich habe Symptome und dann kann ich mich so richtig reinsteigern. . . Dabei dreht es sich nicht um eine spezielle Krankheit oder um die Angst vor dem Sterben. Ich habe generell wohl die Angst, die Kontrolle zu verlieren, abhängig zu werden. . . ich sehe Krankheit als etwas schlechtes an. Wer will schon einen kranken Menschen. . . usw.

06.01.2019 10:57 • #10


AnnyBanny

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Mir geht es auch so und ich würde auch gerne wissen wie es euch hier so ergangen ist
Ich möchte einfach nur das der Wahnsinn hier bald mal ein Ende hat denn auch mein Verlobter weiß sich langsam nicht mehr zu helfen was meine ständige Angst angeht

06.01.2019 11:58 • x 1 #11


Herzblatt09

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Mir geht es genauso wie dir. diese panische Angst kontrolliert mein Leben, und auch ich wäre dankbar für echte Vorschläge. Ich wache nachts 1 - 3 mal auf vor Angst. mein Vater leidet darunter, es ist schrecklich. Bitte sagt mir, was ihr gegen eure Ängste tut.

25.01.2019 18:27 • #12


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Juju

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Zitat von Herzblatt09:
Mir geht es genauso wie dir. diese panische Angst kontrolliert mein Leben, und auch ich wäre dankbar für echte Vorschläge. Ich wache nachts 1 - 3 mal auf vor Angst. mein Vater leidet darunter, es ist schrecklich. Bitte sagt mir, was ihr gegen eure Ängste tut.



Hallo.
Vielleicht sollten wir uns mal alle bisschen unterhalten und uns Mut machen und gegenseitig unterstützen?

25.01.2019 18:28 • x 2 #13


Herzblatt09

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Zitat von Juju:
Hallo.
Vielleicht sollten wir uns mal alle bisschen unterhalten und uns Mut machen und gegenseitig unterstützen?


Das wäre echt schön. es ist bereits sehr beruhigend, das andere auch an Hypochondrie Leiden. also ich meine, das man damit nicht alleine ist.

25.01.2019 18:40 • #14


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Juju

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Zitat von Herzblatt09:

Das wäre echt schön. es ist bereits sehr beruhigend, das andere auch an Hypochondrie Leiden.



Mich interessiert halt, wo das herkommt. Warum wir so etwas haben?
machst Du denn Therapie?
Wäre halt interessant, wenn die , die wegen Hypochondrie in Behandlung sind uns vielleicht erzählen, was sie gegen diese Angst tun. Was Therapeuten raten, für Wege vorschlagen usw.

25.01.2019 18:43 • #15


Herzblatt09

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Zitat von Juju:
Mich interessiert halt, wo das herkommt. Warum wir so etwas haben?
machst Du denn Therapie?
Wäre halt interessant, wenn die , die wegen Hypochondrie in Behandlung sind uns vielleicht erzählen, was sie gegen diese Angst tun. Was Therapeuten raten, für Wege vorschlagen usw


Ich gehe bald in eine. aber das dauert noch mindestens 4 Wochen. ich kann mir auch nicht erklären woran das liegt. ich denke mal, es liegt einfach tief in unseren Gedanken drinne, sobald wir einmal anfangen daran zu denken. Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.

25.01.2019 18:52 • #16


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Juju

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Zitat von Herzblatt09:

Ich gehe bald in eine. aber das dauert noch mindestens 4 Wochen. ich kann mir auch nicht erklären woran das liegt. ich denke mal, es liegt einfach tief in unseren Gedanken drinne, sobald wir einmal anfangen daran zu denken. Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.



Du hast oben geschrieben, Dein Vater hat das auch?
Habe ich das richtig verstanden?

25.01.2019 19:22 • #17


Herzblatt09

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Zitat von Juju:
Du hast oben geschrieben, Dein Vater hat das auch?
Habe ich das richtig verstanden?


Nein. ich meinte das ich ihm damit bereits auf die Nerven gehe und er macht sich große Sorgen.

25.01.2019 19:27 • #18


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Matt_iu

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Hallo Herzblatt09,

Zitat:
Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.


Solche Fragestellungen sind nicht dumm, im Gegenteil sind sie ja Bestandteil eines Lösungsversuches, einer Erklärung der Ätiologie (Ursachen von Krankheiten). Ich glaube, dass nach diesem Verständnis z.B. ähnliche kognitive Prozesse gemeint sein könnten, die Menschen, die ständig negative Nachrichten lesen, pessimistisch oder depressiv machen. Aber ich glaube, dass es viel komplexer ist, denn bei der Flut an Mist aus dem Internet und den Schlagzeilen, die uns täglich erschlagen, müsste es sehr viel mehr Menschen geben, die erkranken.
Ich würde vermuten, dass für diese Art von Sensibilität auf Informationen und Veränderung der Psyche auf die Persönlichkeit ankommt. Jeder Mensch hat eine eigene Schwellengrenze für Informationen, die er gerade noch verarbeiten kann, ohne bleibende Schäden zu bekommen, aber wenn seine persönlichen Ressourcen nicht ausreichen, damit zurecht zu kommen, dann kann durchaus eine psychische Erkrankung entstehen.

Es gibt in der Psychologie den Begriff der Resilienz. Damit werden alle Methoden und Ressourcen bezeichnet, mit denen sich ein Mensch bewusst wie auch unbewusst vor belastenden und die Psyche verändernden Inhalten schützt. Anders gesagt: Es ist die Widerstandskraft vor psychischen Erkrankungen. Dazu zählen aber auch soziale Kontakte. Wer z.B. als Kleinkind einen Horrorfilm guckt, ohne diese Vorstellung von der Welt mit einer Bezugsperson zu besprechen, dann wird er möglicherweise ein verzerrtes Weltbild haben und Ängste entwickeln.

Vielleicht denkst du darüber nach, wie du mit den Informationen, die du aufgeschnappt hast, umgegangen bist, was dich tatsächlich daran nachdenklich gemacht hat und was es tatsächlich über dich ausdrückt. Vielleicht hast du im Kern einen sehr ängstlichen und angespannten Teil, der durch das, was du ihm gezeigt hast, getriggert wurde. Ich war stark hypochondrisch, habe es teilweise jetzt auch noch und ein Aspekt mit dem er zusammenhängt, ist die Angst vor dem Tod. Aus Fachbüchern konnte ich entnehmen, dass hinter der Krankheitsangst oft solche Konzepte wie "Angst vor dem Tod", "Angst vor unabwendbaren Qualen und Schmerzen", oder "Kontrollverlust, Ohnmacht und Abhängigkeit" stehen. Und diese Umstände basieren oder werden aufgebaut auf den schwachen Teilen unserer Persönlichkeit. Bestimmte Informationen sind dann der Nährboden für psychische Erkrankungen, eine falsche Erfahrung oder ein schlimmes Erlebnis (Z.B. der Tod eines nahen Verwandten, oder die Krebserkrankung eines Freundes) und schon ist eine unserer Säulen der Persönlichkeit eingebrochen, labil geworden.

    Es kann auch helfen sich noch bewusster zu werden, wer man selber ist und was einen positiv wie auch negativ antreibt. Das Selbstbewusstsein steigern, in dem Sinne, wie wir uns über unsere Existenz und alle damit verbundenen Prozesse bewusst sind.
    Psychoedukation hilft auch vielen Menschen; damit ist das Lernen über die Erkrankung gemeint, dadurch gewinnt man etwas Abstand und Klarheit.
    Nützlich ist auch das Vergegenwärtigen der Gedanken über die Angst und die Vorstellungen: Wie realistisch sind die Vorhersagen und Befürchtungen. Tatsachenüberprüfung. Realitätscheck.
    Du solltest versuchen die Selbstbeobachtung aufzugeben, weil hier ein großer Teufelskreis angetrieben wird. Durch die Selbstbeobachtung erzeugst du Symptome, die du dann für bestimmte Anzeichen eine Erkrankung halten könntest. Was sich self-fulfilling prophecy nennt

Gruß und bis bald

25.01.2019 22:31 • x 1 #19


Herzblatt09

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Zitat von Matt_iu:
Gruß und bis bald


vielen Dank für den Rat. ^^

25.01.2019 22:36 • #20


Lola7

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Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und dachte, ich melde mich mal dazu. Ich bin seit fast einem Jahr in Therapie (ursprünglich wegen PTBS). Nachdem ich das recht erfolgreich abgeschlossen habe, starb ein guter Freund von mir bei einem Autounfall. Dadurch bekam ich wieder Angst und Panikattacken. Dieses Mal auch sehr körperbezogen sprich ich hatte immer Angst zu sterben. Von jetzt auf gleich umzukippen und das war es dann. Ich habe sämtliche Symptome an meinem Körper wahrgenommen. Alle Symptome machten mir sofort Angst, gerade wenn ich alleine war, da ich Angst hatte einfach umkippen zu können. Am meisten Angst hatte und habe ich vor einer Thrombose und daraus resultierenden lungenembolie, da ich oft wadenschmerzen habe und das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen oder falsch zu atmen. Natürlich war ich deshalb schon beim Arzt, der hat die Lunge abgehört, alles ok. Beine abgetastet, alles ok. Trotzdem lässt mich diese Angst nicht los.
Jetzt aber zum positiven Teil: durch meine Therapie lerne ich langsam damit umzugehen. Die Überzeugung, dass dies nur Gedanken sind, ist schwer anzunehmen. Mittlerweile klappt es aber ganz gut. 1. ist es wirklich so, dass das googlen von Symptomen alles nur verschlimmert, weil überall direkt steh (auf Thrombose bezogen) was für Symptome man haben könnte und dort treffen nunmal einige zu. Auch, dass es lebensbedrohlich werden kann steht eigentlich überall. Effekt? Panik, Panikattacke, Unruhe, Auseinandersetzung mit der Krankheit und nichts anderem. Mir haben Atemübungen und Entspannungsübungen sehr geholfen, mich abzulenken. Man findet viele schon bei YouTube. Außerdem gibt es so eine Art Soforthilfe, wie man sich ablenken kann. Sobald man Symptome wahrnimmt, sucht man sich drei Dinge, die im Raum oder draußen sind. (Beispiel wenn ich nach draußen gucke: Baum, Garage, Nachbar) diese drei Dinge sage ich mir immer wieder auf, während ich sie angucke. Also Baum, Garage, Nachbar. Baum, Garage, Nachbar. Das beruhigt fürs erste. Wenn das nicht sofort hilft, einfach weitermachen. Drei neue Gegenstände suchen. Die Suche und das verfolgen mit den Augen längt einen ab! Zusätzlich kann es hilfreich sein, sich einen Stuhl in der Wohnung zu suchen auf den man sich jeden Morgen direkt nach dem aufstehen setzt. Mit geschlossenen Augen sagt man dann, wovor man Angst hat, alles einfach alles runterlabern. Wenn man fertig ist sagt man: meine Ängste bleiben auf diesem Stuhl. Jedes Mal, wenn einen Symptome wiedersuchen sagt man sich direkt: meine Ängste sind auf dem Stuhl, nicht bei mir! Das kann auch helfen. Ansonsten kann ich nur einen Therapeuten empfehlen. Ich habe dort viel über mich, meinen Körper, meine Vergangenheit und den Zusammenhang von Atmung, Psyche und Körper gelernt. Und ich kann sagen: auch wenn es langsamer voran geht, als ich es gerne hätte, es geht voran und ich merke positive Veränderungen! Rückschläge gehören zum Prozess dazu. Aber man weiß dann oft, wie man mit ihnen umzugehen hat. Ich wünsche euch viel Erfolg!

26.01.2019 19:43 • x 1 #21


Pia_7530

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11.11.2019 09:40 • #22


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Pilsum

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Hallo Pia,

willkommen hier im Forum.
Deine Diagnose Hypochondrie bedeutet nichts Schlimmes.
Daran kannst Du bald selbst etwas verbessern.

Wie kam es Du Deinen falschen Überzeugungen? Was hast Dein Selbstbewusstsein
etwas geschwächt?

Magst Du uns hier etwas über Deinen bisherigen Lebenslauf berichten?

Viele Grüße

Bernhard

11.11.2019 11:57 • #23

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