10

Suche Gleichgesinnte mit Hypochondrie

U

Ursula2010
Mitglied

3
5

x 5 #1


23 Antworten ↓
Nimozi

Nimozi
Mitglied

Beiträge:
2
Themen:
1
Danke erhalten:
1
Hallo,

Ich bin ganz neu hier weil... ja weil ich mir einfach nicht zu helfen weiß... ich bin 27 und ich glaube ich leide an Hypochondrie...

Angefangen hat es bei mir vor 3 Jahren.. ich bin mit meinem Freund zusammengezogen und aus der Wohnung meiner depressivenund pflegebedürftigen Mutter ausgezogen. Dort habe ich das erste mal Angst bekommen Krank zu sein. Ständig raste mein Herz und ich bekam keine Luft. Es war so schlimm das ich über Nacht in eine psychologische Klinik ging. Der dortige Arzt gab mir Beruhigungsmittel und sagte mir das dass nur temporär wäre und da ich mir ja Hilfe suche ich das auch wieder und den Griff bekomm und das nicht so schlimm bei mir wäre. Er entließ mich am nächsten Tag mit einem 7 Tage Rezept dieser Beruhigungstabletten. Ich habe sie nach dem 2. TAg nicht mehr genommen da ich von dem Mittel nichts mehr in meiner Umgebung wirklich wahrnehmen konnte. Ich hatte ständig neue Symptome und rannte von einem Arzt zum anderen und am Wochenende in die umliegenden Notaufnahmen.Ja, es war so schlimm das ich eine große Zyste in der Brust bekam und die Angst vor Brustkrebs unendlich wurde. Danach habe ich angefangen meinen Freunden davon zu erzählen. Und eher ich es merkte war es weg. Einfach so.

Jetzt 3 Jahre später habe ich mir im März 3 Wochen Urlaub genommen um mich auf eine Wiederholungsprüfung vorzubereiten. Am Sonntag vor Urlaubsbeginn sitz ich gemütlich auf der Couch und schaue in den sozialen Medien hin und her und lese das jemand in meinem Alter nach langem Kampf an Brustkrebs gestorben ist ..
Schlagartig war alles wieder dar. Die Narbe der Biopsie der Zyste tat urplötzlich weh.. es war der gleiche Schmerz, als ob die Zyste wieder da wäre. Ich musste ständig abtasten und ich war schon länger nicht zur Routineuntersuchung und so steigerte ich mich immer mehr hinein.
Ich konnte nicht mehr essen. Mein Appetit war wie weg. Ich bekam meine Periode nicht und das obwohl ich sonst pünktlich wie ein Uhrwerk bin.Dann begann der Corona Ausbruch. An manchen Tagen bekam ich nur ein Glas Wasser und einen Apfel runter und das auch nur weil mein Verlobter bei mir saß. Ich ging zu meiner Frauenärztin und meiner Hausärztin. Beide wussten von meiner Panik und nahmen sich Zeit mich gründlich zu untersuchen. Sie fanden nichts.
Mittlerweile hatte ich die ersten 4 Kilo verloren.

Dann kam mein Husten. Zack war der Gedanke an Lungen oder kehlkopfkrebs da. Meine Hausärtzin nahm sich wieder Zeit für mich und sagte mir das ich nicht richtig einatmen durch die ständige Angst und so das kratzen im Hals entsteht - man spricht wortwörtlich vom Kloß im Hals. Sie verschrieb mir ein leichtes anti depressivum das ich aber nicht nehme da die möglichen Nebenwirkungen mir noch mehr Angst machen. Ich habe auch gedacht wenn ich dieses mal kein Geheimnis daraus mache und meinem Umfeld davon erzähle wird es besser.. ich habe diesmal meinem Partner direkt und deutlich von meinen Ängsten erzählt aber es beruhigt mich immer nur wenige Std. Dann sitze ich hier wieder und weine und steigere mich in meine Angst Krank zu sein hinein. Ich habe versucht einen Therapie Platz zu bekommen aber auch das ist ohne Monate von Wartezeit nicht möglich. Schon jetzt alleine durch Corona fühle ich mich so alleine. Generell ertrage ich stille und alleine sein nicht. Ich hab Angst davor das es diesesmal nicht einfach weg geht. Das ich nicht unbeschwert glücklich leben kann. Das Coronavirus macht mir unglaublich Angst. Ich weiß nicht ob ich mehr Angst um mich oder meine lieben habe. Mein Verlobter macht das alles "noch" mit und isoliert sich stark mit mir Zuhause und liegt manchmal stundenlang einfach nur neben mir damit ich die Angst in den Griff bekomme. Aber das kann doch nicht alles sein? Ich kann sein Leben doch nicht auch noch von der Angst bestimmen lassen.. ich fühl mich so schuldig ..
Ich wasche mir zwanghaft die Hände selbst wenn ich nur kurz zum Briefkasten gehe.. die sehen mittlerweile aus wie Pfeilen. Das Coronavirus ist noch zusätzlich drin. Wenn ich mal nicht an Krebs denke dann daran. Ständig wird fieber gemessen.

Und ich finde einfach keine Hilfe. Deswegen schreibe ich euch.. vielleicht um einfach etwas Hoffnung und Kraft zu tanken bis ich einen Arzt finde der mir hilft.

Kann man wieder"gesund" werden ?

Kann man diese Hypochondrie iwan nicht mehr sein Leben bestimmen lassen? Wie lenkt ihr euch ab? Hier in der Isolation Zuhause bleibt mir nur das Homeoffice in der 10 Woche oder das Tv - und im Tv begegnet man ständig dem Thema Krankheit. Dinge wie puzzeln oder malen interessieren mich immer nur ganz kurz und dann verfallen ich wieder in die Haltung ruhig zu liegen und nichts zu machen. Es fühlt sich an als ob das Leben an mir vorbei zieht.. und ich will so gerne Leben also auch wenn das hier sehr düster rüberkommt, schreib ich euch weil das der springende Punkt ist - ich glaub ich muss einfach hören das es Menschen gibt die das schaffen ..

Es wäre toll wenn sich jemand meldet.
Danke an jeden der sich Die Zeit für mich und diesen riesen Text nimmt.

26.04.2020 20:05 • #24


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hallo Ursula2010,

Suche Gleichgesinnte mit Hypochondrie

x 3#3


S

shyamoo
Mitglied

Beiträge:
1
Hallo, ich bin auch neu hier.
Ich leide noch nicht sehr lange an Hypochondrie. Ehrlich gesagt erst seit ein paar Wochen aber es macht mir schwer zu schaffen. Ich war Anfang Februar in der Notaufnahme da ich dachte ich habe etwas am Herzen, die Symptome für einen Herzinfarkt waren da und führten zu einer panikattacke. Im Blut hat man jedoch nichts gefunden, nur festgestellt dass meine Leberwerte extrem erhöht sind. Nach einem grippalen Infekt bekam ich starke Bauchschmerzen, hab auch nichts gegessen und 8 Kilo abgenommen, da bestand natürlich die Angst, dass es an der leber liegt. Wieder Blut abgenommen, meine Leberwerte waren jedoch völlig in Ordnung und man hat nichts gefunden. Natürlich aufgrund der aktuellen Situation mache ich mir dahingehend auch Gedanken, zumal ich heute erfahren habe, dass ich wohl mehr oder weniger mit einer infizierten Person Kontakt hatte. Ich weiss nicht mehr wohin mit meinen Sorgen, meine Familie ist dadurch auch schon extrem nervlich belastet. Ich bin momentan auch auf der Suche nach einer Verhaltenstherapie, gestaltet sich aufgrund der aktuellen Situation jedoch auch nicht so einfach. Nun bin ich froh, auf dieses Forum gestossen zu sein und meinen Gedanken zumindest hier mal freien Lauf zu lassen.

26.03.2020 19:48 • #23


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


J
Hallo Ursula ,

Mir geht es genauso . Habe ständig Angst , Krebs zu haben oder daran zu erkranken.
Es beeinflusst mein Leben, mein Sein . gerade stecke ich wieder in einer wirklich starken Krise.
Begleitet von Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Rückzug von meiner Familie.
Es hat mit ca 25 angefangen. Musste meinen Arbeitsplatz wechseln ( Arztpraxis) und habe immer wieder Phasen wo es mir sehr schlecht geht.
Habe drei Therapien durch und nehme auch Medikamente. aber ich merke , es hilft nichts so richtig.
Habe natürlich auch immer Angst zum Arzt zu gehen, was ich dann aber doch mit Herzklopfen und extremer Angst mache.
Reden kann ich nur mit meiner Mutter darüber , sie versucht mir wirklich zu helfen diese Gedanken zu durchbrechen. Aber du weißt ja selber, man kann es sehr schwer abstellen. Eigentlich fast gar nicht.
Ich wünschte wirklich ich wäre ein anderer Mensch und könnte besser damit umgehen. Aber da muss ich durch!
Naja , geholfen habe ich dir bestimmt nicht , aber du bist nicht allein!
Liebe Grüße

x 3 #2


U
Auf der einen Seite ist es schön zu hören, dass man nicht alleine ist mit diesem Problem. Meine Eltern sind leider schon verstorben und im Grunde kann ich nur mit meinem Mann darüber sprechen, der aber auch schon sehr genervt darüber ist. Es fällt ihm auch sehr schwer, das nachzuvollziehen. Ein großes Problem bei mir ist es, diesen Kontrolltwang abzustellen und nichts mehr abzutasten. Kennt das jemand? Dadurch entstehen erst recht Schmerzen und ich komme in einen Teufelskreis hinein aus dem ich nur sehr schwer hinauskomme.
Wie viele Jahre geht das denn bei dir schon? Und gibt es irgendwelche Dinge, die dir helfen?

#3


J
Oh ja, das abtasten. Immer wieder rangehen um zu schauen, ist es noch da oder ist es wirklich so wie ich es erfühlt habe ?
Wenn ja, überkommt mich kalter Schweiß, Herzklopfen und ein Tunnelgefühl.
Ich versuche mich mit Fakten zu beruhigen und sachlich zu bleiben. Fällt mir aber sehr schwer. Ich hatte in den letzten Jahren schon zwei Nervenzusammenbrüche, die mit Therapie endeten.
Nichts hat geholfen. Die Probleme liegen woanders, aber wo konnte ich bis heute nicht herausfinden.
Reden, reden, reden.such dir jemanden, der dich darin nicht bestärkt, Dir aber zuhört und versucht dich zu verstehen.
Das können wenige und Männer sind da sehr schnell überfordert.
Niemand, der dass nicht durchmacht kann es nachvollziehen.
Ich kann nur sagen, alles Gute und dass wir bald aus diesem Teufelskreis herauskommen.

x 1 #4


U
Danke für deine Antwort. Ich bin auch gerade in einer Therapie, die Gründe für die Ängste sind mir teilweise auch bewusst, nur gelingt es mir immer nicht an meinen Gedanken zu arbeiten.
Ich bin auch auf der Suche nach jemandem, mit dem ich darüber sprechen kann. In meinem Freundeskreis halte ich mich eher damit eher bedeckt weil es mir unangenehm ist, darüber zu sprechen. Deshalb verkrieche ich mich auch oft zuhause.

#5


M
Hallo Ursula, wie geht es dir heute? Wie erfolgreich ist deine Therapie? Auch ich habe ähnliche Probleme mit meiner Angst vor Krebs. Ich gehe ab Montag in Therapie. Nimmst du parallel noch irgendwelche Medikamente? Bei mir ging alles im November los, Durchfall und Übelkeit etc. Erst dachte ich Darmkrebs dann Magenkrebs usw. Nun habe ich am Mittwoch noch Untersuchungen wegen Bauchspeicheldrüse. Hoffe es kommt nix schlimmes raus. Nun ist ja der Durchfall etc bei mir real, habe ja auch Fotos usw. Denkt ihr man kann sich so reinsteigern in ein Krankheitsbild das es dann wirklich zu Symptomen kommen kann?

#6


V
Zitat von Marius293:
Denkt ihr man kann sich so reinsteigern in ein Krankheitsbild das es dann wirklich zu Symptomen kommen kann?

Oh ja, das kann man auf jeden Fall! Gerade wenn es um Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Symptome geht, weil diese Organsysteme sehr unmittelbar auf Stress reagieren. Wenn man sich dann übermäßig Sorgen darüber macht, steigt der Stresspegel und befeuert die Symptome noch. Das hatte ich früher sehr ausgeprägt.

#7


M
Hallo Violetta, danke für deine Antwort. Wie bist du wieder aus dem Teufelskreis rausgekommen? Jedes mal bilde ich mir mehr ein, dann google ich und die Symptome werden schlimmer oder setzen ein. nicht mehr normal

#8


V
Also frei von hypochondrischen Neigungen bin ich sicher nicht, aber ich habe meine eigenen Taktiken entwickelt, damit umzugehen. Ich google z.B gezielt auch nach den Informationen, die eine ernste Erkrankung in meinem Fall unwahrscheinlich machen. Das kann ich aufgrund medizinischer Vorbildung(Pflegeberuf) ganz gut. Weiß nicht, ob dir das hilft.

Aber du bist ja auch noch dabei, körperliche Ursachen abklären zu lassen, was auf jeden Fall wichtig ist, bevor man alles auf die Psychoschiene schiebt.
Ich habe auch ganz lange mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten herumprobiert. Laktose, Milch generell, Gluten, Histamin, Zucker, Zusatzstoffe usw.
Fazit bei mir: die Dosis macht das Gift, wie so oft bei anderen Dingen auch und im Urlaub vertrage ich sowieso ziemlich alles.

Hast du in der Richtung schon mal geforscht?

#9


M
Mit deiner Taktik klingt guti, vielleicht sollte ich mir das auch mal angewöhnen. Medizinisch bin ich auch ganz gut informiert, arbeite als Diätassistent. Damit ist es natürlich leicht für mich Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszuprobieren, aber gerade bei Zöliakie sind die Symptome andere wie bei mir. Mit der Kuhmilch kann ich mal probieren wegzulassen- aber viel konsumiere ich eh nicht. Auf Zucker verzichte ich generell und Farb und Konservierungsmittel lasse ich auch so gut wie möglich weg. Ich lasse mich am Mittwoch untersuchen und dann weiß ich ja ob es organische Ursachen hat oder Psychische.

#10


L
Zitat von Marius293:
Denkt ihr man kann sich so reinsteigern in ein Krankheitsbild das es dann wirklich zu Symptomen kommen kann?


Ja, das kann man 100%

Zitat von Marius293:
Wie bist du wieder aus dem Teufelskreis rausgekommen? Jedes mal bilde ich mir mehr ein, dann google ich und die Symptome werden schlimmer oder setzen ein. nicht mehr normal


So habe ich es auch erfahren, deswegen google ich auch nicht mehr. Ich habe gelernt meinem Körper zu vertrauen. Sport kann dabei eine Hilfe sein.

Oft haben die Symptome eine seelische Ursache, der man nach körperlicher Abklärung auf den Grund gehen sollte. Eine Psychotherapie, in dem Fall eine Verhaltenstherapie, hat mir dabei geholfen. Aber es dauert, man kann nicht immer Wunder erwarten.

Wer auf seine Psyche nicht hört, da meldet sich der Körper.

#11


M
Ich versuche es mal mit dem Google sein zu lassen, wird mir sehr schwer fallen. Man liest es ja eigentlich immer wieder das man nicht im Netz nachsehen sollte, aber ist eben nicht so einfach. Eine Psychotherapie zu bekommen ist nicht so einfach, man muss eben so lange warten. Geduld ist gefragt

#12


E
Hallo ihr Lieben,

Ich bin neu hier und habe die schlimmsten Krankheitsängste, die nicht mal unbegründet sind.
Ich leide seit 2014 daran und seit 2017 habe ich tatsächlich körperliche Beschwerden. Ich habe dieses Jahr auch einige Diagnosen bestätigt bekommen und komme auf mein Leben nicht klar.

Heute ist einer dieser Tage wo ich mir wünsche einfach niemals auf die Welt gekommen gewesen zu sein. Ich mache zur Zeit meine 3. Therapie und es hilft einfach nicht. Der Leidensdruck ist massiv und ich weiss nicht mehr wie ich damit umgehen soll.

LG

Eliza

#13


M
Hallo Eliza, erstmal willkommen hier im Forum. Ich bin auch noch nicht so lange dabei. Deine Geschichte klingt nicht so schön. Das geht ja schon eine ganze Weile bei dir. Und keine Therapie hat geholfen? Was hast du denn für Diagnosen erhalten? Wenn du möchtest kannst du gerne darüber schreiben, manchmal hilft es.

#14


A


Hallo Ursula2010,

x 4#15


E
Zitat von Marius293:
Hallo Eliza, erstmal willkommen hier im Forum. Ich bin auch noch nicht so lange dabei. Deine Geschichte klingt nicht so schön. Das geht ja schon eine ganze Weile bei dir. Und keine Therapie hat geholfen? Was hast du denn für Diagnosen erhalten? Wenn du möchtest kannst du gerne darüber schreiben, manchmal hilft es.


- Metabolisches Syndrom (PCO)
zusätzlich eine damit verbundene Insulinrestistenz.
- Fibromyalgie

Und ich selbst vermute seit neustem Lipödem weshalb ich seit Tagen nicht mehr schlafen kann. Ich heule nur noch rum und möchte einfach nicht mehr leben.

#15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag