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Die Hypochondrie besiegen - Erfahrungen

Herzblatt09

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Zitat von Juju:
Mich interessiert halt, wo das herkommt. Warum wir so etwas haben?
machst Du denn Therapie?
Wäre halt interessant, wenn die , die wegen Hypochondrie in Behandlung sind uns vielleicht erzählen, was sie gegen diese Angst tun. Was Therapeuten raten, für Wege vorschlagen usw


Ich gehe bald in eine. aber das dauert noch mindestens 4 Wochen. ich kann mir auch nicht erklären woran das liegt. ich denke mal, es liegt einfach tief in unseren Gedanken drinne, sobald wir einmal anfangen daran zu denken. Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.

25.01.2019 17:52 • #16


Juju

Juju

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Zitat von Herzblatt09:

Ich gehe bald in eine. aber das dauert noch mindestens 4 Wochen. ich kann mir auch nicht erklären woran das liegt. ich denke mal, es liegt einfach tief in unseren Gedanken drinne, sobald wir einmal anfangen daran zu denken. Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.



Du hast oben geschrieben, Dein Vater hat das auch?
Habe ich das richtig verstanden?

25.01.2019 18:22 • #17


Herzblatt09

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Zitat von Juju:
Du hast oben geschrieben, Dein Vater hat das auch?
Habe ich das richtig verstanden?


Nein. ich meinte das ich ihm damit bereits auf die Nerven gehe und er macht sich große Sorgen.

25.01.2019 18:27 • #18


Matt_iu

Matt_iu

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Hallo Herzblatt09,

Zitat:
Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.


Solche Fragestellungen sind nicht dumm, im Gegenteil sind sie ja Bestandteil eines Lösungsversuches, einer Erklärung der Ätiologie (Ursachen von Krankheiten). Ich glaube, dass nach diesem Verständnis z.B. ähnliche kognitive Prozesse gemeint sein könnten, die Menschen, die ständig negative Nachrichten lesen, pessimistisch oder depressiv machen. Aber ich glaube, dass es viel komplexer ist, denn bei der Flut an Mist aus dem Internet und den Schlagzeilen, die uns täglich erschlagen, müsste es sehr viel mehr Menschen geben, die erkranken.
Ich würde vermuten, dass für diese Art von Sensibilität auf Informationen und Veränderung der Psyche auf die Persönlichkeit ankommt. Jeder Mensch hat eine eigene Schwellengrenze für Informationen, die er gerade noch verarbeiten kann, ohne bleibende Schäden zu bekommen, aber wenn seine persönlichen Ressourcen nicht ausreichen, damit zurecht zu kommen, dann kann durchaus eine psychische Erkrankung entstehen.

Es gibt in der Psychologie den Begriff der Resilienz. Damit werden alle Methoden und Ressourcen bezeichnet, mit denen sich ein Mensch bewusst wie auch unbewusst vor belastenden und die Psyche verändernden Inhalten schützt. Anders gesagt: Es ist die Widerstandskraft vor psychischen Erkrankungen. Dazu zählen aber auch soziale Kontakte. Wer z.B. als Kleinkind einen Horrorfilm guckt, ohne diese Vorstellung von der Welt mit einer Bezugsperson zu besprechen, dann wird er möglicherweise ein verzerrtes Weltbild haben und Ängste entwickeln.

Vielleicht denkst du darüber nach, wie du mit den Informationen, die du aufgeschnappt hast, umgegangen bist, was dich tatsächlich daran nachdenklich gemacht hat und was es tatsächlich über dich ausdrückt. Vielleicht hast du im Kern einen sehr ängstlichen und angespannten Teil, der durch das, was du ihm gezeigt hast, getriggert wurde. Ich war stark hypochondrisch, habe es teilweise jetzt auch noch und ein Aspekt mit dem er zusammenhängt, ist die Angst vor dem Tod. Aus Fachbüchern konnte ich entnehmen, dass hinter der Krankheitsangst oft solche Konzepte wie "Angst vor dem Tod", "Angst vor unabwendbaren Qualen und Schmerzen", oder "Kontrollverlust, Ohnmacht und Abhängigkeit" stehen. Und diese Umstände basieren oder werden aufgebaut auf den schwachen Teilen unserer Persönlichkeit. Bestimmte Informationen sind dann der Nährboden für psychische Erkrankungen, eine falsche Erfahrung oder ein schlimmes Erlebnis (Z.B. der Tod eines nahen Verwandten, oder die Krebserkrankung eines Freundes) und schon ist eine unserer Säulen der Persönlichkeit eingebrochen, labil geworden.

    Es kann auch helfen sich noch bewusster zu werden, wer man selber ist und was einen positiv wie auch negativ antreibt. Das Selbstbewusstsein steigern, in dem Sinne, wie wir uns über unsere Existenz und alle damit verbundenen Prozesse bewusst sind.
    Psychoedukation hilft auch vielen Menschen; damit ist das Lernen über die Erkrankung gemeint, dadurch gewinnt man etwas Abstand und Klarheit.
    Nützlich ist auch das Vergegenwärtigen der Gedanken über die Angst und die Vorstellungen: Wie realistisch sind die Vorhersagen und Befürchtungen. Tatsachenüberprüfung. Realitätscheck.
    Du solltest versuchen die Selbstbeobachtung aufzugeben, weil hier ein großer Teufelskreis angetrieben wird. Durch die Selbstbeobachtung erzeugst du Symptome, die du dann für bestimmte Anzeichen eine Erkrankung halten könntest. Was sich self-fulfilling prophecy nennt

Gruß und bis bald

25.01.2019 21:31 • x 1 #19


Herzblatt09

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Zitat von Matt_iu:
Gruß und bis bald


vielen Dank für den Rat. ^^

25.01.2019 21:36 • #20


Lola7

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Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und dachte, ich melde mich mal dazu. Ich bin seit fast einem Jahr in Therapie (ursprünglich wegen PTBS). Nachdem ich das recht erfolgreich abgeschlossen habe, starb ein guter Freund von mir bei einem Autounfall. Dadurch bekam ich wieder Angst und Panikattacken. Dieses Mal auch sehr körperbezogen sprich ich hatte immer Angst zu sterben. Von jetzt auf gleich umzukippen und das war es dann. Ich habe sämtliche Symptome an meinem Körper wahrgenommen. Alle Symptome machten mir sofort Angst, gerade wenn ich alleine war, da ich Angst hatte einfach umkippen zu können. Am meisten Angst hatte und habe ich vor einer Thrombose und daraus resultierenden lungenembolie, da ich oft wadenschmerzen habe und das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen oder falsch zu atmen. Natürlich war ich deshalb schon beim Arzt, der hat die Lunge abgehört, alles ok. Beine abgetastet, alles ok. Trotzdem lässt mich diese Angst nicht los.
Jetzt aber zum positiven Teil: durch meine Therapie lerne ich langsam damit umzugehen. Die Überzeugung, dass dies nur Gedanken sind, ist schwer anzunehmen. Mittlerweile klappt es aber ganz gut. 1. ist es wirklich so, dass das googlen von Symptomen alles nur verschlimmert, weil überall direkt steh (auf Thrombose bezogen) was für Symptome man haben könnte und dort treffen nunmal einige zu. Auch, dass es lebensbedrohlich werden kann steht eigentlich überall. Effekt? Panik, Panikattacke, Unruhe, Auseinandersetzung mit der Krankheit und nichts anderem. Mir haben Atemübungen und Entspannungsübungen sehr geholfen, mich abzulenken. Man findet viele schon bei YouTube. Außerdem gibt es so eine Art Soforthilfe, wie man sich ablenken kann. Sobald man Symptome wahrnimmt, sucht man sich drei Dinge, die im Raum oder draußen sind. (Beispiel wenn ich nach draußen gucke: Baum, Garage, Nachbar) diese drei Dinge sage ich mir immer wieder auf, während ich sie angucke. Also Baum, Garage, Nachbar. Baum, Garage, Nachbar. Das beruhigt fürs erste. Wenn das nicht sofort hilft, einfach weitermachen. Drei neue Gegenstände suchen. Die Suche und das verfolgen mit den Augen längt einen ab! Zusätzlich kann es hilfreich sein, sich einen Stuhl in der Wohnung zu suchen auf den man sich jeden Morgen direkt nach dem aufstehen setzt. Mit geschlossenen Augen sagt man dann, wovor man Angst hat, alles einfach alles runterlabern. Wenn man fertig ist sagt man: meine Ängste bleiben auf diesem Stuhl. Jedes Mal, wenn einen Symptome wiedersuchen sagt man sich direkt: meine Ängste sind auf dem Stuhl, nicht bei mir! Das kann auch helfen. Ansonsten kann ich nur einen Therapeuten empfehlen. Ich habe dort viel über mich, meinen Körper, meine Vergangenheit und den Zusammenhang von Atmung, Psyche und Körper gelernt. Und ich kann sagen: auch wenn es langsamer voran geht, als ich es gerne hätte, es geht voran und ich merke positive Veränderungen! Rückschläge gehören zum Prozess dazu. Aber man weiß dann oft, wie man mit ihnen umzugehen hat. Ich wünsche euch viel Erfolg!

26.01.2019 18:43 • #21




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