Hallo Herzblatt09,
Zitat:Oder es wird durch, so dumm das auch klingt. Google ausgelöst. Immerhin googeln viele bei ständigen Kopfschmerzen u.s.w woran das liegen könnte. und dann fängt das wahrscheinlich an. als ich klein war, hab ich durch das Internet Angst vor Ebular bekommen, weil die sagten man spuckt da Blut. p.s ich schreibe euch dann, was er gesagt hat. Ich hoffe, das kann mir und euch helfen.
Solche Fragestellungen sind nicht dumm, im Gegenteil sind sie ja Bestandteil eines Lösungsversuches, einer Erklärung der Ätiologie (Ursachen von Krankheiten). Ich glaube, dass nach diesem Verständnis z.B. ähnliche kognitive Prozesse gemeint sein könnten, die Menschen, die ständig negative Nachrichten lesen, pessimistisch oder depressiv machen. Aber ich glaube, dass es viel komplexer ist, denn bei der Flut an Mist aus dem Internet und den Schlagzeilen, die uns täglich erschlagen, müsste es sehr viel mehr Menschen geben, die erkranken.
Ich würde vermuten, dass für diese Art von Sensibilität auf Informationen und Veränderung der Psyche auf die Persönlichkeit ankommt. Jeder Mensch hat eine eigene Schwellengrenze für Informationen, die er gerade noch verarbeiten kann, ohne bleibende Schäden zu bekommen, aber wenn seine persönlichen Ressourcen nicht ausreichen, damit zurecht zu kommen, dann kann durchaus eine psychische Erkrankung entstehen.
Es gibt in der Psychologie den Begriff der
Resilienz. Damit werden alle Methoden und Ressourcen bezeichnet, mit denen sich ein Mensch bewusst wie auch unbewusst vor belastenden und die Psyche verändernden Inhalten schützt. Anders gesagt: Es ist die Widerstandskraft vor psychischen Erkrankungen. Dazu zählen aber auch soziale Kontakte. Wer z.B. als Kleinkind einen Horrorfilm guckt, ohne diese Vorstellung von der Welt mit einer Bezugsperson zu besprechen, dann wird er möglicherweise ein verzerrtes Weltbild haben und Ängste entwickeln.
Vielleicht denkst du darüber nach, wie du mit den Informationen, die du aufgeschnappt hast, umgegangen bist, was dich tatsächlich daran nachdenklich gemacht hat und was es tatsächlich über dich ausdrückt. Vielleicht hast du im Kern einen sehr ängstlichen und angespannten Teil, der durch das, was du ihm gezeigt hast, getriggert wurde. Ich war stark hypochondrisch, habe es teilweise jetzt auch noch und ein Aspekt mit dem er zusammenhängt, ist die Angst vor dem Tod. Aus Fachbüchern konnte ich entnehmen, dass hinter der Krankheitsangst oft solche Konzepte wie "Angst vor dem Tod", "Angst vor unabwendbaren Qualen und Schmerzen", oder "Kontrollverlust, Ohnmacht und Abhängigkeit" stehen. Und diese Umstände basieren oder werden aufgebaut auf den schwachen Teilen unserer Persönlichkeit. Bestimmte Informationen sind dann der Nährboden für psychische Erkrankungen, eine falsche Erfahrung oder ein schlimmes Erlebnis (Z.B. der Tod eines nahen Verwandten, oder die Krebserkrankung eines Freundes) und schon ist eine unserer Säulen der Persönlichkeit eingebrochen, labil geworden.
Es kann auch helfen sich noch bewusster zu werden, wer man selber ist und was einen positiv wie auch negativ antreibt. Das Selbstbewusstsein steigern, in dem Sinne, wie wir uns über unsere Existenz und alle damit verbundenen Prozesse bewusst sind.
Psychoedukation hilft auch vielen Menschen; damit ist das Lernen über die Erkrankung gemeint, dadurch gewinnt man etwas Abstand und Klarheit.
Nützlich ist auch das Vergegenwärtigen der Gedanken über die Angst und die Vorstellungen: Wie realistisch sind die Vorhersagen und Befürchtungen. Tatsachenüberprüfung. Realitätscheck.
Du solltest versuchen die Selbstbeobachtung aufzugeben, weil hier ein großer Teufelskreis angetrieben wird. Durch die Selbstbeobachtung erzeugst du Symptome, die du dann für bestimmte Anzeichen eine Erkrankung halten könntest. Was sich self-fulfilling prophecy nennt
Gruß und bis bald