Hallo liebe Nicki,
es ist immer einfacher, wenn Du sowas selbst erlebt hast und vor allem auch weißt, dass Du schon ein paar Schritte weiter bist. Und das habe ich aus eigener Kraft geschafft, weshalb ich mir sicher bin, dass Du das auch schaffen kannst.
Zum Thema "mentale Selbstregulation" hatte ich in diesem Beitrag schon mal was geschrieben und auch drei Buchempfehlungen eingefügt:
Leidige Arztsuche bei Depressionen vs Selbsttherapie, Beitrag # 4. Von dem Buch "Gedanken verändern Gefühle" weiß ich, dass inzwischen schon einige Forenmitglieder damit (erste) Erfolge erzielt haben. Möglicherweise wäre da ein guter Start?
Vielleicht könnte es auch sinnvoll sein, Dich mit den Angst-Symptomen auseinanderzusetzen und etwas mehr über die Hintergründe zu verstehen? In dem "körperliche Symptome"-Beitrag (erster Link in Beitrag # 4) hatte ich eine Website eingefügt. Dort gibt es unter "Behandelbare Beschwerden" mal einen ganz anderen Blick auf die Symptome und mögliche Zusammenhänge. Ich fand es sehr hilfreich, meine Symptome von dieser Perspektive aus zu sehen, denn das hat ihnen diese Unberechenbarkeit genommen (und damit das Potential gesenkt, mich da emotional reinziehen zu lassen). Das Ganze wurde für mich zu einem Puzzle aus Gedanken, Gefühlen und körperlichen Symptomen. Das Puzzle ist für jeden anders, doch viele Puzzleteile sind dieselben.
Gerade wenn man aufwacht, können diese Symptome einen ganz schön mitnehmen. Doch Du wirst einen Weg finden, damit anders umzugehen. Genau diesen Teufelskreis von Symptomen und der "Angst, nicht zu funktionieren" gilt es zu durchbrechen. Denn letztlich sorgt die "Angst, nicht zu funktionieren" für neue Symptome und es dreht sich in die nächste Runde. Mir haben vor allem auch Informationen über Zusammenhänge geholfen, um meine Teufelskreise zu durchbrechen. In dem oben genannten Buch sind solche Hintergrundinformationen vorhanden genauso wie gezielte Übungen. Mein Tipp ist: Probiere aus, experimentiere und finde die Werkzeuge, die Dir helfen. Und sei Dir bewusst, dass es nicht von heute auf morgen funktioniert, sondern achte auf die kleinen Veränderungen. Mach Dir bewusst, dass Du etwas tust, damit Du wieder der Boss bist - vielleicht das erste Mal in Deinem Leben. Vorher sind meine Gedanken mit mir Achterbahn gefahren, das können sie jetzt nicht mehr. Insofern hatte sogar diese Erfahrung etwas Positives in sich, denn ich habe mich verändert in einer Form wie ich es ohne diese ganzen Symptome wahrscheinlich nie angegangen wäre. Und das will ich heute nicht mehr missen.
Du wirst Deinen Weg aus den Symptomen heraus finden.
Liebe Grüße,
Julia