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Das kleine Mädchen, der kleine Junge in Uns

Jedi

Jedi

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Hallo Zusammen !

"das kleine Mädchen, der kleine Junge in Uns", betrachte ich als meine/unsere lebendige Vergangenheit.
möchte dieses Thema auch aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, hier einmal aufgreifen.
mir begegnet beim lesen von Beiträgen, quer durch die verschiedenen Threads, immer wieder das "innere kind" u.
welchen Einfluss es auf die Unterschiedlichsten Lebens- u. Verhaltenserfahrungen von den Beitragsschreiber/innen hatte.
das hat neben meinen eigenen gemachten Erfahrungen, mit dem kleinen Jungen in mir bewogen,
diesen Thread neu einzustellen u. möchte Alle hier ermuntern,
sich hier gerne mit Fragen,
eigenen Erfahrungen oder
auch mit einer eher kritischen Haltung zu diesem Thema, weil ihm das eher Unwirklich erscheint,
hier sich aktiv zu äußern !

möchte Euch diesen Raum hier anbieten, zu dem Thema hier in einem Gemeinsamen austausch zu kommen !

ich bin überzeugt davon, dass das kleine Mädchen, der kleine Junge in uns, auch als erwachsener, noch in uns lebendig ist !
vor- u. nachgeburtlich erhalten wir von unseren Eltern u. Personen in unserem Umfeld, unseren Lebensrucksack angelegt u.
nach u. nach befüllt.
aus dem, was wir dann an Erfahrungen machen, können wir später erleben, dass sich in den verschiedenen situationen,
das kleine Mädchen, der kleine Junge in uns, immer wieder mal meldet.

dies können wir erfahren, am Arbeitsplatz oder in unseren Partnerschaften/Ehen; in unseren Miteinander mit Freunden/Bekannten
u. Menschen in unserem Umfeld.
da begegnen sich nicht selten, dann zwei bedürftige kinder in Erwachsenenkörpern.

zu beobachten ist dann, dass in solchen begegnungen, Erwachsene Menschen in ein kleine kind-verhalten rutschen.
villt. kennt das jemand hier von sich selbst ?
ich habe das an mir auch schon wahrgenommen, dass meine Reaktion, nicht die eines Erwachsenen war, sondern, wo ich eher beleidigt, gekränkt, abwehrend, schmollend, zurückziehend, in ein eher kindliches Verhaltensmuster gerutscht bin.
dabei haben eine ganze reihe von Menschen, Sätze gehört wie,
"Solange du deine Beine unter unserem Tisch steckst",
"Nimm dich nicht so wichtig",
"Wir mussten da auch durch"
oder
"Was glaubst du, wer du bist",
uvm. !
so lernt man, nett, brav, lieb zu sein u. vorallem kein ärger machen, sich unauffällig zu verhalten u. sich eher Anderen anzupassen.

auch fehlte es vielen Menschen an einer bedingungslosen Liebe.
aber sie haben gelernt, um Liebe zu erhalten, braucht es eine Gegenleistung.
entweder gute Schulnoten, einen gesellschaftlich hoch anerkannten beruf zu ergreifen, am besten Arzt, Anwalt, Manager !
sich unauffällig, angepasst zu verhalten,
möglichst eine eigene Meinung u. Haltung zu unterdrücken
u.
sich den bedürfnissen Anderer anzupassen, ggfs. eigene bedürfnisse erst gar nicht zu artikulieren, sondern eher,
die bedürfnisse der Anderen zu seinen eigenen zu machen, so zu akzeptieren.
Liebe muss sich verdient werden, steckt nicht selten tief in dem ein oder anderen von uns drin !

ein weiterer Punkt ist unser Körper.
ist es möglich, unseren Körper so zu akzeptieren, wie er ist ?
können wir im Spiegel unsere Cellulitis,
unseren bauch- u. hüftspeck,
u.
unsere tränensäcke, unsere falten akzeptieren, so unseren Körper gar lieben ?

wir können wissen, dass unser Körper keinen eigenen Willen hat u. so unser Körper von unserem Geist abhängig ist.
so ist es an uns, unseren Körper, der uns ein lebenlang, tag für tag uns dient, ihn zu pflegen, ihn zu wertschätzen, nicht nur,
wenn er krank ist, ihm die nötige aufmerksamkeit zu schenken u. eben seine unperfekten stellen wahrzunehmen, sie nicht zu verurteilen, weil wir uns damit selbst verurteilen, was sich dann auch auf unsere Psyche niederschlägt

so schließt sich für mich auch schon der Kreis zu einem anderen Thema hier im Forum , "der Selbstliebe".

entstehen bedürfniss-lücken, werden später unser "kleines Mädchen/kl. Junge" sich melden u. wir versuchen dann oft,
dass uns ein Anderer, es kann der Partner/in, der Chef, die Arbeitskollegen, die Freunde/Bekannten, Menschen aus unserem Umfeld sein, der diese bedürftigkeit nach Liebe, angekommen sein, wertgeschätzt zu werden, akzeptanz zu erfahren, ermutigung zu erfahren, lob u. anerkennung zu erhalten, endlich gefüllt zu bekommen.

So soll es zum Einstieg in dieses Thema ersteinmal für heute gut sein !

LG Jedi

11.07.2019 19:21 • x 9 #1


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maya60

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Mein kindlicher Anteil in meinem Wesen ist sehr stark. Nicht nur das verletzte innere Kind als Wächterin, sondern auch vor allem das verspielte und übermütige. Das wird auch noch bestärkt worden sein durch die Notwendigkeit, die Monster zu besänftigen, also als Überlebensstrategie.

Und ganz sicherlich ist es typisch für viele hyperaktive Menschen wie mich. Mein Vater ist so, mein Neffe, mein Sohn und wenn ich mein Rezept bei meinem ADHS-Doc hole, erkenne ich sofort, wer dort in der Psychiaterpraxis ein Hypie ist und wer nicht. Die Hypies sind lachende, lebendige Charmeure, die dadurch so gesund und lebensfroh wirken, dass es direkt ein Hindernis ist, um zu sehen, wie krank wir sind.

Es kann auch noch verstärkt worden sein in der Kindheit als typisches Rumkaspern, um abzulenken, wenn man mal wieder aus Aufmerksamkeitsstörungs-Gründen was vermasselt hat.

Jedenfalls liebe ich spielerisches Tun und Humor und Lachen und mein Mann sagt, er habe sich gleich in mein Pipi-Langstrumpf-Wesen verliebt.

So wild und übermütig hatte ich als Kind natürlich ständig aufgeschlagene Knie und kaputte Strumpfhosen. Und selbst als ich mit 37 Jahren heiratete, hatte ich mich einige Tage zuvor noch auf die Klappe gelegt und am großen Tag Makeup auf meinen zerschlagenen Knien, damit mein kurzer Kostümrock fürs Standesamt nicht Pflaster oder zerschlagene Knie präsentierte.

Mein Mann findet diese Geschichte die beste Beschreibung von mir und sagt immer, auch wenn ich vor Depressionen fast dauernd im Bett liege, sieht er in den Momenten der Kommunikation immer noch Pipi Langstrumpf. Und gerade das macht es ja auch so schwer, zu erklären, wenn es mir schlecht geht.
Dass ich gar nicht mehr lache und die Treppe runterspringe tritt nur ein, wenn ich lebensgefährlich krank bin.

Selbst, wenn ich innerlich völlig taub bin, bin ich im Kontakt immer übermütig. Ich habe mal versucht, das stimmiger zu machen, wurde davon aber noch depressiver.

Früher waren Männer immer "ein zusätzliches Kind" für die Frauen bei uns daheim, als es noch patriarchalisch zuging, weil sie zwar alles bestimmten, aber sogar die Kleidung herausgelegt bekamen und oft zum Kartenspielen oder Stammtisch gingen oder Fußballspielen.
Das hat sich mittlerweile natürlich bei den jetzigen Generationen schon geändert, angeglichen, aber Männer finde ich immer noch spielerischer als Frauen, bereiter, auch mal in festgefahrenen Diskussionen mit einem Witz dem ganzen eine Wende zu geben oder mal eine Pause vom Ernst zu machen. Da könnten sich einige Frauen was davon abgucken, finde ich, aber nur ganz persönlich, denn ich, die ich immer schon burschikos war, habe viel erlebt, wieviel es einfacher macht und schöner. Und es bedeutet auch nicht Unverantwortlichkeit, seit ich nicht mehr jung und unerfahren bin.
Aber ab und an mal kleine Streiche im Alltag machen innerlich frei.

Auch meine Offenheit, mein Herz auf der Zunge zu tragen, habe ich wohl bewahrt aus Kindheitszeiten.

Naja, über das dunkle innere Kind habe ich ja an anderer Stelle schon genug erzählt.

Liebe Grüße! maya

11.07.2019 20:28 • x 2 #2


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Alexandra2

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Jedi, das ist mal wieder ein sehr interessanter Thread
Ich war als kleines Mädchen zart, mit Hautproblemen immer damit beschäftigt, den Zorn meiner Mutter zu vermeiden. Ich durfte nicht kuscheln, nichts wollen, musste leise sein und erstarrte immer, sobald meine Mutter Anzeichen ihrer Verärgerung hatte. Ziemlich früh gewöhnte ich mir das Weinen ab, weil das auch ihren Zorn hervorrief. Wünsche nach Ruhe, Erholung, spielen, Spaß, gemocht werden, gehalten und geliebt werden waren riesig. Aber da war niemand.
Kleine Freuden waren schwarze Lackschuhe, Strumpfhosen, Röcke und Kleider, gebraucht und wunderschön.
Darin fühlte ich mich schön. Und lief damit Rollschuhe, mit Löchern in den Strumpfhosen, zerschlagenen Knien kam ich nach Hause. Rote Wangen, zerzaustes Haar, Bewegung herrlich!
Ich war meist draußen, total verschüchtert, aber wild entschlossen, Trost in der Natur zu finden.
Wenn ich krank wurde, ging es mir psychisch schlechter. Essen und Medikamente wurden auf den Nachtschrank geknallt, ich mache Arbeit, hieß es. Kein Trost, kein umsorgen, kein Mitgefühl, nichts. Das war die doppelte Strafe. Und so manches Mal musste ich kapitulieren vor dieser Überlastung und wollte einfach nur sterben. Wenn man sich so Elend fühlt, ist die Einsamkeit grausam.
Ich bekam Spielzeug, das ich nicht wollte, was ich wollte, absichtlich nicht. Interessen wurden ignoriert, Kränkung, Bekleidung, Gewalt jeden Tag.
Ich durfte nicht lernen, ja sowas gibt es, keinen höheren Abschluss machen, gerade jetzt, wo Schule endlich spannend wurde. Später wurde, viel zu spät, Hochbegabung festgestellt. Unterfordert mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und reduziert auf eine seltsame Frauenrolle, war die Schule anstrengend, aber eine Oase in all der Gewalt.
Irgendwann kam der Junge zum Vorschein :trotzig und Kampf bereit. Unerschrocken, da ich ja nicht leben sollte, war es nun auch egal, deshalb nicht gemocht zu werden. Eigentlich dadurch eine Luxusnische. Ich kam aus dem Schneckenhaus, fuhr meine Ellenbogen aus und erhob meine Stimme. Für die Schüler, für Verbesserungen. Und ich war bekannt für meinen scharfen Ton. Wussten die ja nicht, daß ich zu Hause ganz anderes gewohnt war.
Meine Kinderwünsche sind noch einbetoniert, ich komme nicht an sie heran. Und ich weiß wirklich nicht, ob ich das möchte.

11.07.2019 21:00 • x 8 #3


Jedi

Jedi

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Hallo

"Das kleine Mädchen, der kleine Junge in Uns" !
Wir können unser kl. Mädchen/ kl. Jungen in Uns wahrnehmen,
wenn wir wütend werden,
in unserer traurigkeit,
wenn in uns sich gar Hass breit macht,
wir uns erschöpfen,
wenn wir den Halt, die Orientierung im Leben verlieren,
wenn uns Schuld-, Scham-, Ohnmachtsgefühle fest im Griff genommen haben,
wenn wir immer wieder den für uns nicht passenden Partner finden können,
wenn wir Enttäuschung erfahren, von den verschiedensten Personen,
wenn wir belogen u. betrogen werden,
wenn wir tiefe Kränkung erleben,
wenn uns, villt. auch durch unsere Patnerschaften, immer wieder Gewalt u. Suchtverhalten begegnet,
wenn wir schlecht Entscheidungen treffen können,
wenn wir "Ja" sagen, aber in uns ein "Nein" tobt,
wenn wir unsere Bedürfnisse verleugnen, oft gar nicht wirklich wissen, was sind meine Bedürfnisse,
wenn ich zum Mobbing-Opfer werde,
wenn ich mich nicht annehmen kann , wie ich bin( zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, unsere Narben, unsere Cellulite, Tränensäcke, Schlupflider, Brüste zu klein- zu groß-zu schlapp, mich unweiblich/unmännlich fühle),
uvm. !

Wenn wir wollen, können wir diesem kl. Mädchen u. kl. Jungen wieder begegnen, die/der wir einst einmal waren.
Ich bin überzeugt, dass in allem was ich zuvor aufgelistet habe, da sich unser "kleines kind", wieder mit seinen gemachten Erfahrungen aus Kindertagen mit,
seinen unerfüllten Bedürfnissen,
nach geliebt zu sein, zu werden,
sein Wunsch nach Zugehörigkeit,
nach Angenommen u. Wahrgenommen zu werden,
nach einer Heilung durch Gewalterfahrung, ob physische od. psychischen Gewalt, in Uns meldet.
dies ist erfahrbar durch unser Erwachsenen -Verhalten u. wie wir Denken u. auf die unterschiedlichsten Situationen reagieren.

Bspl. dazu: " eine Frau hört kritik an dem Essen was sie zubereitet hat, mit einem vergleich, Mutter kocht das besser u. anders.
stellt sich ein tiefes Gekränktsein ein, villt. mit einem Wut-od. Aggressionsausbruch oder gar mit inneren Rückzug u. einer Traurigkeit, werden oftmals alte Erinnerungen u. Erlebnisse aus der Vergangenheit wach u. lassen dann ein wirkliches Erwachsenenverhalten nicht machbar erscheinen".
"so gibt es auch Geschichten, wo Männer berichten, dass ihre Frauen immer an ihnen etwas herumzunörgeln u. herumzukritisieren hätten. da regt sich oft dann totaler innerer Widerstand, mit den unterschiedlichsten Reaktionen.
weil auch da, oftmals wieder alte Erinnungen u. Erfahrungen aus der Vergangenheit sich melden, weil der kl. Jungen in Uns auch schon von Mutter immer kritik erfahren hat,
"sei so aber nicht so,
verhalte dich so,
mach es doch mal richtig,
benimm dich ordentlich,
usw." !

Wir alle können mal in den unterschiedlichesten Situationen, in unserem Leben, ob im Job, ob mit unserem Partner/in, ob mit unseren schon alten Eltern, ob mit unseren Kinder, Freunden/Bekannten, einmal unser Verhalten prüfen, ob es uns nicht bekannt vorkommt u. ob wir die ein od. andere Situation nicht schon aus Kindertagen her kennen.
Auch unser Verhaltensmuster könnte uns schon aus vergangenen Tagen her bekannt vorkommen.
In all unserem heutigen Denken u. Verhalten, können wir die Erfahrung machen, da sind noch alte Wunden,
etwas mit dem wir noch in Unfrieden sind,
wo uns etwas tief bedrückt, gar bewegt,
was noch nicht ausreichend Gehör gefunden hat,
was nur wir, als der heutige Erwachsene zur Heilung verhelfen können,
uvm. !

Wenn wir uns dem kl. Mädchen/kl. Jungen, die/der wir einst waren, uns bewusst heute mit Liebe u. Annahme zuwenden wollen, werden wir bestimmt spüren können, dass unsere Erfahrungen u. Erlebnisse aus unserer Vergangenheit,
mit der Zeit ihre schwere Last in unserem Lebensrucksack verlieren.
Oftmals stellen wir uns die so berühmte "Warum" Frage.
Warum begenet mir immer wieder die gleiche Situation,
warum taucht immer wieder etwas in meinem Leben auf,
warum begegnet u. verliebe ich mich in einem Menschen, der mir dann doch nicht gut tut,
warum falle ich immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück,
warum finde ich keinen Frieden mit Menschen aus meiner Familie, aus meinem Lebensumfeld, in meinem Job, usw. !

So kann es mal für den ein oder anderen möglicherweise Sinn machen, wenn Sie/ Er mag, darüber nachzudenken ?
dadurch u. villt. so seinem kl. Mädchen/ kl. Jungen in sich Selbst einmal zu entdecken.

LG Jedi

12.07.2019 14:04 • x 4 #4


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Monesie

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Zitat von Alexandra2:
Ich war als kleines Mädchen zart, mit Hautproblemen immer damit beschäftigt, den Zorn meiner Mutter zu vermeiden. Ich durfte nicht kuscheln, nichts wollen, musste leise sein und erstarrte immer, sobald meine Mutter Anzeichen ihrer Verärgerung hatte. Ziemlich früh gewöhnte ich mir das Weinen ab, weil das auch ihren Zorn hervorrief.

Das trifft es genau.
Ganz schnell gab es Prügel, wenn nicht alles so verlief, wie sie wollte. Sie war stolz darauf, dass ihr gesagt wurde, ihr Sohn wäre wohl ein Einzelkind. Die beiden Töchter waren zum Arbeiten da. Lesen war verboten. Heimlich unter der Bettdecke mit dem leuchtenden Taschenrechner habe ich gelesen. Ich musste von der Schule und eine Lehre machen, zuerst sollte es eine Ausbildung sein, die sie wollte. Ich habe mich geweigert, wenn ich schon abgehen musste. Das habe ich lange bedauert, weil ich gern zur Schule ging, aber mein Beruf ist toll, nur die Augstiegsmöglichkeiten sind schwach. Sie hat mir meine Locken immer ganz kurz abgeschnitten, weil sie so schlecht zu bändigen waren. Heute habe ich lange Haare. Ich wünschte, ich wäre als Kind stärker gewesen und nicht versucht, ihr immer alles recht zu machen um ihre Ärger nicht zu spüren. Die blauen Flecke tun heute nicht mehr weh, aber die seelischen Narben sind nicht verheilt, sie waren schlimmer. Bis vor ein paar Monaten habe ich gedacht, es wäre normal so aufzuwachsen. Ich habe mir immer eingeredet, ich wäre so schlecht, ich habe die Strafen verdient.

Vielen Dank Alexandra2 für deine Worte.
Sie haben mich daran erinnert, was nicht sein sollte, wofür man aber nichts kann.
Wir können nur nach vorne schauen, ich habe meine Kinder nie so behandelt und darauf bin ich stolz. Ich habe Kraft, auch wenn ich am Boden liege. Ich weiß, das ich geheilt bin, wenn ich lächeln kann am Morgen ohne in Tränen auszubrechen. Noch ist es nicht soweit, aber ich arbeite dran.
Ich habe eine gute Betreuung und liebe Menschen, die mich so mögen, wie ich bin. Trotzdem bin ich noch gefangen in meinen alten Ängsten. Warum? Jahrelange Gehirnwäsche kann ich nur sagen.

17.07.2019 07:39 • x 7 #5


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Alexandra2

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Liebe Monesie,
Ja die Auswirkungen, so wie bei jedem Menschen, haben Langzeitwirkung. Wir konnten nichts dafür, schlimm finde ich, daß alle, die etwas geahnt haben, wegsahen und/oder manchmal mitmachten.
Der Schmerz der Verlassenheit, des zurück gestoßen werdens war für mich unerträglich. Noch schlimmer als angegriffen zu werden.
Heute können wir nachlernen und das Erreichte schätzen. Und das ist soviel wert, einfach großartig.
Viele liebe Grüße Alexandra

17.07.2019 08:29 • x 7 #6


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Mayke1

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Das kleine Mädchen in mir findet Absagen eines vereinbarten Termins schrecklich, als Wortbruch. Es möchte alles geordnet haben. Es möchte die gesundheitliche Notwendigkeit zur Absage nicht sehen. Das kleine Mädchen lässt sich nicht mit beruhigenden Worten besänftigen. Es ist wütend auf sich, weil es sich selber als schuldig daran glaubt, morgen nicht das tun zu können, was im Tageslauf ansteht. Es will partout keine andere Regelung, will nicht auffallen, will so sein wie immer. So wie es das Erfüllen von Pflichten kennt. Es sieht sich vor, dass ihm niemand zu nah kommt, der sagt, "ist ja wieder mal typisch für dich".

04.08.2019 21:23 • x 3 #7


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Alexandra2

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Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, das überforderte Innere Kind an den sicheren Ort zu bringen. Dort ist alles wunschgerecht hergerichtet. Und schon legt die dorthin gebrachte Kleine alle Aufgaben ab und kann Kind sein. Es braucht dazu manchmal die explizite Aufforderung.

05.08.2019 07:02 • x 3 #8


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Pilsum

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Hallo Jedi,
Zitat:
"das kleine Mädchen, der kleine Junge in Uns", betrachte ich als meine/unsere lebendige Vergangenheit."


Das sehe ich genauso.
Allerdings frage ich mich oft, warum wir immer den Begriff "Kind" verwenden müssen,
wenn wir von inneren Gefühlen, von Wünschen und Träumen reden.

Dürfen Erwachsene keine intensiven Gefühle haben und sie auch nicht zeigen?

Meiner Meinung nach sollten wir nicht zu oft von dem inneren Kind reden.
Für mich ist es heute meine innere Erwachsenen-Ebene die sich danach sehnt,
Gefühle ausleben zu dürfen.


@maya60
Zitat:
Dass ich gar nicht mehr lache und die Treppe runterspringe tritt nur ein, wenn ich lebensgefährlich krank bin.


Das eine erwachsene Person auch offen ihre Gefühle zeigen kann ist etwas,
was sich viele Menschen glücklicherweise erhalten haben.

Viele Grüße

Bernhard

05.08.2019 09:11 • x 3 #9


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Resi

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Zitat von Pilsum:
Allerdings frage ich mich oft, warum wir immer den Begriff "Kind" verwenden müssen,
wenn wir von inneren Gefühlen, von Wünschen und Träumen reden.


Ich glaube, daß es eher damit zu tun hat, daß es um Verletzungen von früher geht, als wir Kinder waren, die uns in unserem Erwachsenen-Leben zu schaffen machen.

Zum Beispiel:
Zurückweisung.
Ein Kind, das einen liebevollen Umgang mit sich und durch seine Eltern erlernt hat, wird es lernen, daß Zurückweisung keine Katastrophe ist, und kann dies mit in das Erwachsenenleben mitnehmen.
Es lernt, immer noch ein wertvoller Mensch zu sein, selbst wenn es zu Recht oder Unrecht kritisiert wird.

Ein Kind jedoch, welches unsicher ist, auch in der Beziehung zu den Eltern, kann nicht unterscheiden, ob es nun wegen einer bestimmten Sache, oder als ganze Person zurückgewiesen wird.
Es nimmt diese Gefühle der Ohnmacht und Wut mit ins Erwachsenenleben und wird immer, wenn irgendwelche Kritik ausgesprochen wird, dahingehend getriggert, daß er sich wertlos fühlt.
Je früher die Zurückweisung geschieht, desto schwieriger wird es, sich damit auseinanderzusetzen, weil man als Kleinkind noch nicht der Sprache mächtig ist.

Das ist das innere Kind in uns, das uns dazu bringt, völlig verunsichert auf Dinge zu reagieren, und manchmal auch auf Situationen unangemessen zu reagieren, was uns dann in schwierige Situationen bringen kann.

05.08.2019 10:00 • x 6 #10


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Pilsum

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Zitat:
Ich glaube, daß es eher damit zu tun hat, daß es um Verletzungen von früher geht, als wir Kinder waren, die uns
in unserem Erwachsenen-Leben zu schaffen machen.


Das verstehe ich schon. Allerdings, wer als Kind wenig Bestätigung bekommen hat,
die/ der kann dies heute noch nachlernen finde ich.
Und dies ist vor allem nach meiner Ansicht auch davon abhängig, ob ich es
lernen will, selbstbewusst zu werden oder nicht.

Zitat:
Ein Kind jedoch, welches unsicher ist, auch in der Beziehung zu den Eltern, kann nicht unterscheiden, ob es nun
wegen einer bestimmten Sache, oder als ganze Person zurückgewiesen wird.


Für das Kind trifft das zu.
Ein Erwachsener aber kann sich über andere Erwachsene ständig ein
Feedback, also eine Bestätigung holen, wie sie/er auf andere Personen wirkt
und ob sie/er etwas tun kann, um sicher im Umgang mit sich selbst zu werden.

Zitat:
Je früher die Zurückweisung geschieht, desto schwieriger wird es, sich damit auseinanderzusetzen, weil man
als Kleinkind noch nicht der Sprache mächtig ist.


Das wird so sein. Allerdings hatte man als Kind noch kaum die Möglichkeit mit
sachlicher Logik zu denken.
Vor allem aber war die Welt als Kind sehr eng begrenzt.
Ein Erwachsener kann allein aufgrund seines erweiterten Weltbildes völlig anders mit
seinen Gefühlen umgehen.

Zitat:
Das ist das innere Kind in uns, das uns dazu bringt, völlig verunsichert auf Dinge zu reagieren, und manchmal
auch auf Situationen unangemessen zu reagieren, was uns dann in schwierige Situationen bringen kann.


Auch hier stimme ich Dir zu. Das sogenannte "innere Kind" ist aber kein
unabänderliches Gefühl. Du kannst Dein "Inneres Kind "erziehen", verstehen lernen,
dass Du als Erwachsene nicht mehr genauso reagieren musst, wie Du es früher als Kind
gemacht hast.
Du bist keine Marionette. Deine Gedanken sind frei! Deswegen darfst Du heute völlig
anders denken als früher.

Es ist das Erwachsensein, was uns dazu bringt, heute nicht mehr so verunsichert wie früher auf Dinge zu
reagieren und deshalb immer häufiger angemessen zu reagieren, was damit verhindert überhaupt erst in
schwierige Situationen hinein zu kommen.

05.08.2019 12:28 • x 3 #11


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Resi

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Sicher gibt es die Möglichkeit, einiges "nach" zulernen, aber eben nicht alles.
Es gibt Traumata, die nicht zu überwinden sind.
Es gibt Erlebnisse, die andere "wegstecken" können, wiederum andere nicht.
Zitat von Pilsum:


Ein Erwachsener kann allein aufgrund seines erweiterten Weltbildes völlig anders mit
seinen Gefühlen umgehen.

.

Jein.

Als Erwachsener mußt du erst mal wissen, was da in dir vorgeht, woher diese Gefühle kommen.

Meistens ist es so, daß etwas passiert und du reagierst.
Das spielt sich auf einer Ebene ab, die völlig entfernt von der Ratio ist.
Natürlich kannst du ein der Situation entsprechendes Gefühl erlernen, aber diese traumwandlersiche Sicherheit, die Kinder aus einer liebevollen, sicheren, stärkenden, fördernden Herkunft haben, kann man nicht erlernen.
Und erlerntes Verhalten ist nie wirklich authentisch, sondern eben der Situation angemessen, weil erlernt.

Und, lieber Bernhard, UR-Vertrauen kann man/frau nicht nachlernen, egal, wie sehr man/frau will

Erwachsen werden heißt, die Kindheit hinter uns zu lassen.
Aber es gibt Menschen, die die Kindheit als solche nicht erleben durften, deren Kindsein erstickt wurde- die dürfen sich jetzt ihrem inneren Kind liebevoll zuwenden und nicht "erziehen".

Ich persönlich sehe mich durchaus nicht als Marionette, ich erkenne an, was ist, und handle danach, aber ich erkenne auch an, daß es Dinge gibt, die unwiederbringlich dahin sind und die nicht (mehr) erlernbar sind.

05.08.2019 12:52 • x 6 #12


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Alexandra2

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Lieber Pilsum,
Wie Du dachte ich auch. Nun muss ich feststellen, daß die Tragweite fehlender gesunder Erfahrungen immens ist. Oft registriere ich gar nicht, daß ein merkwürdiges Bauchgrummeln ein Gefühl ist, dessen Bezeichnung mir nicht einfällt. Deshalb könnte ich mir den Gefühlsstern mit all den Namen und Zuordnungen besorgen. Aber ich will nicht ständig erinnert werden an die Defizite.
Außerdem bin ich noch bei Schritt 1: wahrnehmen und therapeutisch bearbeiten. Dem Kind das geben, was es braucht. Und bei mir ist das Sicherheit, es muss nicht mehr aufpassen und kann spielen gehen. Neben der Sicherheit sind es weitere elementare Gefühle: Leben dürfen (Todesangst) , dazu gehören (verloren sein in der Welt) . Dies überdeckt sich schichtartig, wechselt schnell und bis ich etwas wahrgenommen habe, ist die Situation wieder anders.
Wer weiter ist, schafft es vielleicht so, wie Du schreibst. Ich kann es nicht.
Der Gedanke, ich würde mich damit meinen Freunden nähern, schreckt mich ab. Zu groß ist die Angst vor Zurückweisung und vor Überforderung meiner Freunde. Ich mag mich nicht (noch mehr) zumuten.
Ich gehe einfach davon aus, gesünder zu werden und dann neu darüber nachzudenken.
Es ist so schön, hier darüber schreiben zu können.
Liebe Grüße Alexandra

05.08.2019 12:55 • x 7 #13


Jedi

Jedi

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Hallo Alexandra !

Zitat von Alexandra2:
Ich gehe einfach davon aus, gesünder zu werden und dann neu darüber nachzudenken.

Ich finde ein ganz Wichtiger u. Mut machender Satz von Dir

LG Jedi

05.08.2019 14:44 • x 4 #14


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djamila

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Liebe Alexandra ich finde es toll wie gut du dich selbst schon beobachtest . Und einiges auf den Punkt bringst so das du dich ei in Kleinen Schritten einschätzen lernst . Und ich lese gern auch bei dir mit . Hab noch einen schönen Nachmittag .

Liebe Grüße Djamila

05.08.2019 15:07 • x 3 #15


Jedi

Jedi

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Hallo Pilsum !

Zitat von Pilsum:
Allerdings frage ich mich oft, warum wir immer den Begriff "Kind" verwenden müssen

Du hast damit nicht unrecht u. es gibt auch andere Bezeichnungen für das "innere Kind" !
Nehme einmal das innere "Kind" als eine Metapher !
Ich habe vor Jahren, therapeutisch eine "innere Kind" arbeit gemacht.
Bei mir ging es um Gewalterfahrung u. Vernachlässigung in meiner Kindheit.
In einer von dem TP geführten Meditation, bin ich dem Kind "Jedi" , dass ich einst war, noch einmal virtuell begegnet.
In meiner Vorstellung, mich noch einmal als Kind zu sehen, war mir am Anfang unmöglich.
Da nehm ich ein Foto aus meiner Kinderzeit zur Hilfe.
Später schaffte ich es dann, mich virtuell als Kind gut vorzustellen.
So konnte ich die Gewalterlebnisse, die ich hier jetzt nicht noch aufschreiben möchte, noch einmal sehr real u. fühlbar nacherleben.
Es sind natürlich sehr schmerzliche u. tiefergehende Gefühlserlebnisse, wenn aus dem Unterbewusstsein, die Gefühle der Trauer, der Ohnmacht, der Schmerzen die man hatte u. bestimmte Szenarien, die damit verbunden waren noch einmal durchlebt.

Aber das wichtige bei einer "inneren Kind" Begleitung durch einen TP ist, dass wir immer wieder zurückkehren, als der heutige Erwachsene !
Zitat von Pilsum:
Dürfen Erwachsene keine intensiven Gefühle haben und sie auch nicht zeigen?

Doch Pilsum u. das unbedingt !

Doch ich habe gelernt, die Gefühle des kl. Jedi ersteinmal anzunehmen u. als der Erwachsene Jedi, dem kl. Jedi sagen zu können, dass die Gewalt aufgehört hat, dass die damit verbundenen Ängste, heute nicht mehr nötig sind, dass ich seinen Kummer, seine Traurigkeit u. Ohnmacht verstehen u. heute, eben als der Erwachsene mit ihm gemeinsam diese Gefühle u. Emotionen aushalten werde !
Es war eine für mich eine neue Erfahrung, dass ein Erwachsener, meine Nöte erkennen konnte u. bereit war, sie mit mir zusammen half zuertragen.
Das hat dabei geholfen, meine Seele, als der heutige Erwachsene Mensch zu beruhigen.
Auch der Prozess, der Verabschiedung von meinem "inneren Kind", war ein loslassen können, von den Erlebnissen meiner Vergangenheit.

Ich kann Dir den Prozess, der in einem da stattfindet nicht wirklich gut erklären, aber es fühlte sich an, als wenn du ganz großen Kummer od. Schmerzen hast u. da ist jemand, der dich eine Zeitlang in seinem Armen festhält.
Ich denke, villt. kennst Du od. so manch einer hier dieses Gefühl von Geborgenheit, Vertrauen u. Schutz auch !
Zitat von Pilsum:
Für mich ist es heute meine innere Erwachsenen-Ebene die sich danach sehnt,
Gefühle ausleben zu dürfen.

Verstehe was Du damit meinst !
Und dies gilt für mich heute auch auch so.

doch die "innere Kind" arbeit, hat mir gezeigt, was gefehlt hat, ein Wissen darum, warum ich mich oft auf unerklärbarer Weise schlecht gefühlt habe.
Trigger, die ich aber damals nicht als Trigger erkannt habe, waren verantwortlich dafür, warum sich immer häufiger die Verletzungen u. die dazu gehörigen Gefühle aus dem Unterbewusstsein gemeldet haben.
Dies führte so manchmal auch zu einem Verhalten, dass einem selbst unerklärlich ist, aber von Anderen nicht als so toll betrachtet wurde.
Ein solches Verhalten passiert natürlich unbewusst, war aber oft im Zwischenmenschlichen störend.

Zitat von Pilsum:
Meiner Meinung nach sollten wir nicht zu oft von dem inneren Kind reden.

Villt. Pilsum konnte ich Dir aus meinem persönlichen Erleben erklärbar machen, warum ich es das "innere Kind" nenne.

LG Jedi

05.08.2019 16:23 • x 4 #16


Jedi

Jedi

4341
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10124
"Erwachsen sein bedeutet selbst dafür zu sorgen,
dass dein inneres Kind das bekommt,
was deine Eltern ihm nicht geben konnten".


LG Jedi

05.08.2019 16:36 • x 6 #17


Jedi

Jedi

4341
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Hallo noch einmal

Möchte gerne einmal, wie ich villt. hoffe, eine mögliche interessante Frage an Euch, an Mich selbst stellen.

Was würde das Kind, das Ihr/ Ich einst ward,
über den Menschen denken, der Du heute bist ?

LG Jedi

05.08.2019 17:09 • x 5 #18


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Lilly-18

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Ich glaube, es würde mich mögen es würde sich vielleicht mich als Mutter wünschen. Wenn ich so darüber nachdenke war es das Ziel meines Lebens, so zu werden wie ich mir als Kind meine Mutter gewünscht habe. Und das ist mir 100 %-ig gelungen.

05.08.2019 21:17 • x 3 #19


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Lilly-18

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Ob ich für meine Kinder auch die Mutter bin, die sie sich wünschen würden weiß ich natürlich nicht. Aber wir haben ein sehr entspanntes und herzliches Verhältnis zueinander, so wie ich es mir als Kind auch gewünscht hätte. So falsch kann das also auch für meine Kinder nicht sein.
Das soll jetzt nicht überheblich oder besserwisserisch klingen, natürlich habe ich als Mutter auch Fehler gemacht. Aber ich war und bin aus ganzem Herzen Mutter, mit allen Fehlern.
Was mir immer geholfen hat bei meiner Erziehung war, dass ich mich an mich selber als Kind bzw. Jugendliche erinnern konnte und danach meine Entscheidungen traf, was ich als Kind jetzt gerade brauchen würde. Ich habe nichts vergessen, kein Gefühl, keinen Schmerz aber auch kein Glück, das ich empfunden habe. Ich konnte mich entschuldigen bei meinen Kinder, wenn ich etwas rückgängig machen wollte, ich konnte sie fragen, wonach ihnen gerade ist und was sie brauchen. Noch heute bekomme ich ehrliche Antworten von ihnen. Und ich habe dadurch gelernt zu analysieren, was mir genau gefehlt hat.als Kind.
Ich konnte damit ein Stück weit meine inneres Kind heilen. Ich konnte ihm Verständnis entgegen bringen. Ich konnte meiner Mutter verzeihen, obwohl mir das immer noch schwer fällt. Aber die größte Strafe für sie ist zu sehen, was aus meinen Kindern geworden ist und welchen Anteil ich als Mutter daran hatte.

05.08.2019 21:44 • x 5 #20


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Pilsum

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@Resi

Hallo Resi,
Zitat:
Sicher gibt es die Möglichkeit, einiges "nach" zulernen, aber eben nicht alles.


Wir müssen nicht alles nachlernen, brauchen nicht perfekt zu sein.


Zitat:
Und, lieber Bernhard, UR-Vertrauen kann man/frau nicht nachlernen, egal, wie
sehr man/frau will


Das ist so. Trotzdem kann man durch verstehen und umlernen ein hohes
Maß an Zufriedenheit erreichen.

Zitat:
Als Erwachsener mußt du erst mal wissen, was da in dir vorgeht, woher diese Gefühle kommen.


Genau, dass ist der Sinn einer Therapie. Herausfinden , was da eigentlich im Kopf
an inneren Bewertungen zu den eigenen Gefühlen passiert ist.

Zitat:
Meistens ist es so, daß etwas passiert und du reagierst.
Das spielt sich auf einer Ebene ab, die völlig entfernt von der Ratio ist.


So weit ist unsere Reaktion gar nicht von der Ratio entfernt. Genau das gilt es
neu dazuzulernen.
Durch ständiges Training kann man seine Reaktionen deutlich näher an die
Ratio heranführen.
Was man hauptsächlich dazu braucht, ist am Anfang deutlich langsamer zu reagieren,
viel langsamer als früher zu antworten.

Die Gefühlsebene braucht keine Zeit um zu antworten, weil Gefühle nicht denken.
Sie sind einfach da.
Die Ratio aber braucht anfänglich viel Zeit, um herauszufinden, wie sie die vorhandenen Gefühle in einer
Situation sortieren soll.
Hat die Ratio es dann gelernt, braucht sie dann kaum noch Zeit. Irgendwann geht es
fast wie automatisch.

Zitat:
Natürlich kannst du ein der Situation entsprechendes Gefühl erlernen, aber diese traumwandlersiche Sicherheit,
die Kinder aus einer liebevollen, sicheren, stärkenden, fördernden Herkunft haben, kann man nicht erlernen.


Dies scheint mir ein Betrachtungsfehler zu sein. Ein Gefühl kann man nicht erlernen.
Es ist einfach da. Man kann und sollte aber die guten Gefühle nach vorn und die
negativen Gefühle möglichst nach hinten sortieren.

Das was vorn steht, macht zufrieden oder unzufrieden.
Zitat:
Und erlerntes Verhalten ist nie wirklich authentisch, sondern eben der Situation angemessen, weil erlernt.


Dies sehe ich komplett anders. Alles, wirklich alles an unseren Verhalten ist erlernt.
Wärst Du mit anderen Menschen aufgewachsen wärst Du auch irgendwie anders geworden.
Authentisch sein bedeutet einfach. Ohne große Angst das aussprechen können,
was man ungefähr denkt. Dadurch fühlt man sich sicherer dabei und wirkt glaubwürdig.
Authentisch sein, kann auch negative Auswirkungen haben.
Betrüger wirken immer authentisch. Sie spielen anderen eine glaubhafte Scheinwelt vor.

Daher ist authentisch sein nicht nur hilfreich.
Zitat:
Ich persönlich sehe mich durchaus nicht als Marionette, ich erkenne an, was ist, und handle danach, aber ich
erkenne auch an, daß es Dinge gibt, die unwiederbringlich dahin sind und die nicht (mehr) erlernbar sind.


Das ist bestimmt so. Einige Dinge wirst Du heute nicht mehr erlernen können.
Du musst aber nicht alles können, brauchst nicht perfekt sein.
Es reicht, wenn Du das lernst, was Dich Deiner Zufriedenheit ein großes Stück näher bringt.

06.08.2019 09:22 • #21


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Resi

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Ich sag ja auch nicht, daß ich perfekt sein und alles können muß.

Aber ich möchte hinschauen und verstehen und meinen Weg gehen.
Und das geht für mich nur mit Verständnis und Aussöhnung und dem Inneren Kind, dadurch habe ich einen großen Schritt getan und mehr Zufriedenheit erlebt, als lange Zeit davor.

Das muß niemand nachvollziehen können.
Einfach so stehen lassen ist auch ok.

06.08.2019 09:33 • x 4 #22


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Pilsum

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@Alexandra2
Zitat:
Außerdem bin ich noch bei Schritt 1: wahrnehmen und therapeutisch bearbeiten. Dem Kind das geben, was es braucht. Und bei mir ist das Sicherheit, es muss nicht mehr aufpassen und kann spielen gehen. Neben der Sicherheit sind es weitere elementare Gefühle: Leben dürfen (Todesangst) , dazu gehören (verloren sein in der Welt) . Dies überdeckt sich schichtartig, wechselt schnell und bis ich etwas wahrgenommen habe, ist die Situation wieder anders.


Die Sicherheit ist das, was uns Menschen in der Regel am wichtigsten ist.
Du beschreibst somit einen grundsätzlichen und normalen Punkt.
Fast alles im Leben ordnen wir unserer Suche nach Sicherheit unter.

Leben dürfen bedeutet vor allem auch Sicherheit haben.
Und "Dazu gehören" bedeutet vor allem auch Sicherheit haben.

Menschen mit negativen Kindheitserfahrungen haben meistens ein höheres
Bedürfnis nach Sicherheit.
Als Erwachsener kann es helfen zu lernen, dass man nicht mehr so viel
Sicherheit benötigt, wie man es als Kind gebraucht hätte.
Das erscheint am Anfang falsch und unlogisch.

Zitat:
Der Gedanke, ich würde mich damit meinen Freunden nähern, schreckt mich ab.


Dies ist ein Widerspruch. Einen Freund kann man durch Nähe und Ehrlichkeit
kaum erschrecken.
Deine Angst vor möglicher Zurückweisung ist wieder ein etwas hohes Verlangen
nach Sicherheit, welches es so unter Erwachsenen kaum geben wird.

Zitat:
Aber ich will nicht ständig erinnert werden an die Defizite.


Meine Defizite habe ich eigentlich ständig vor meinem geistigen Auge.
Mir gibt es eine gewisse Sicherheit, zu wissen, was ich mich aktuell nicht
so recht traue. Ich werde jedoch bis an mein Lebensende weiter lernen,
meine "Defizite" zu reduzieren und dadurch meine Sicherheit zu erhöhen.
Dies ist eins meiner Lebensziele.

06.08.2019 09:43 • x 1 #23


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Pilsum

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Hallo Jedi,

Zitat:
Bei mir ging es um Gewalterfahrung u. Vernachlässigung in meiner Kindheit.
In meiner Vorstellung, mich noch einmal als Kind zu sehen, war mir am Anfang unmöglich.

Es sind natürlich sehr schmerzliche u. tiefergehende Gefühlserlebnisse, wenn aus dem Unterbewusstsein, die Gefühle der Trauer, der Ohnmacht, der Schmerzen die man hatte u. bestimmte Szenarien, die damit verbunden waren noch einmal durchlebt.


Die von Dir beschriebenen Erlebnisse sind für Außenstehende sicher schwer
nachzuvollziehen. Umso mehr finde ich es bemerkenswert, dass Du Dich in einer
Therapie der schwierigen Aufgabe gestellt hast, gedanklich noch einmal in Deine
Vergangenheit zurück zu gehen.

Zitat:
Aber das wichtige bei einer "inneren Kind" Begleitung durch einen TP ist, dass wir immer wieder zurückkehren,
als der heutige Erwachsene !


Eine beeindruckende Aussage. Da klingt Stärke und Selbstbewusstsein heraus.

Zitat:
Doch ich habe gelernt, die Gefühle des kl. Jedi ersteinmal anzunehmen u. als der Erwachsene Jedi, dem kl. Jedi sagen zu können, dass die Gewalt aufgehört hat, dass die damit verbundenen Ängste, heute nicht mehr nötig sind, dass ich seinen Kummer, seine Traurigkeit u. Ohnmacht verstehen u. heute, eben als der Erwachsene mit ihm gemeinsam diese Gefühle u. Emotionen aushalten werde !
Es war eine für mich eine neue Erfahrung, dass ein Erwachsener, meine Nöte erkennen konnte u. bereit war, sie mit mir zusammen half zu ertragen.


Du beschreibst hier das, was ich auch immer wieder anspreche. Ich hoffe, Du bist
mit dieser Denkweise ein großes Stück vorangekommen.
Zitat:
Auch der Prozess, der Verabschiedung von meinem "inneren Kind", war ein loslassen können, von den
Erlebnissen meiner Vergangenheit.


Diese Beschreibung finde ich hilfreich und stimme Dir völlig zu.
Diesen Prozess glaube ich in etwa zu kennen. Man muss es meiner Meinung nicht genau erklären können.

Zu dieser Aussage von Dir würde ich gern von Deiner Sichtweise mehr erfahren.
Viele beschreiben ja immer, von einer nicht enden wollenden Verbindung zu
ihrem "Inneren Kind".

Viele Grüße

Bernhard

06.08.2019 10:15 • x 2 #24


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Pilsum

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Zitat von Jedi:
"Erwachsen sein bedeutet selbst dafür zu sorgen,
dass dein inneres Kind das bekommt,
was deine Eltern ihm nicht geben konnten".



Dies finde ich, ist eine besonders wichtige Aussage.
Nur, wie schon gesagt, Du hast auch etwas von der Verabschiedung von Deinem "Inneren Kind" geschrieben.

Kann man vielleicht sagen?

Erwachsen sein bedeutet selbst dafür zu sorgen,
dass Deine innere Gefühlsebene das bekommt,
was Dir Deine Eltern nicht geben konnten.

06.08.2019 10:24 • x 3 #25


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Alexandra2

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Lieber Pilsum,
Es ist nicht nur Sicherheit, die ich brauche. Ich brauche die emotionale Gewissheit, willkommen zu sein. Ich als Kind und Erwachsene im Sosein akzeptiert zu werden. Es ist quasi der Kern einer Zwiebel, um die sich weitere Schichten legen und sehr beruhigend im Innern wirken.
Da die Abwehr, Missachtung, Vernachlässigung und Hass zum Leben gehörten, entwickelte ich Antennen für die Stimmungslage. Um mich in Sicherheit zu bringen, entstand die ständige Fluchtbereitschaft. Dieser Dauerstress schädigt das Gehirn und führt dazu, gar nicht mehr entspannen zu können. Leider hat mein Körper diese Überlebensstrategie noch nicht ablegen können. Deshalb ist es wichtig, hinzufühlen, was los ist. Doch das fällt mir sehr schwer, weil Gefühle immer gefährlich waren und sich nicht alles mit dem Kopf regeln lässt. Ich übe, mich in Sicherheit zu wähnen, zu bringen.
Das innere Kind steht für eine Zeitspanne an Gewalterfahrungen. Ich denke, wenn ich in der Therapie nachgelernt habe, können die verletzten Persönlichkeitsanteile ihren Platz einnehmen und müssen sich nicht mehr panisch zu Wort melden.
Sicherheit hat viele Schichten, wie die einer Zwiebel und ich brauche sie unbeschreiblich elementar, daß Worte die benötigte Sicherheit nicht angemessen darstellen. Es geht um Existenzberechtigung und schrittweise Verarbeiten der unbändigen Wut, damit die Depression langfristig verschwindet.
Liebe Grüße Alexandra

06.08.2019 11:07 • x 3 #26


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Pilsum

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@Alexandra2
Zitat:
Es ist nicht nur Sicherheit, die ich brauche. Ich brauche die emotionale Gewissheit, willkommen zu sein.


Die Gewissheit willkommen zu sein bedeutet doch "Sicherheit zu haben".

Allerdings nie ist jeder erwachsene Mensch überall willkommen.
Und es ist auch oft nicht willkommen, was ein Mensch sagt.


Deshalb denke ich, ist es sehr wichtig als Erwachsene eine völlig andere, Dir bis
jetzt vielleicht noch nicht bekannte Form von Sicherheit zu erlernen.

Heute, weil Du ein freier Mensch bist und weil Du erwachsen bist, musst Du nicht mehr
überall willkommen sein.
Zur Not darfst Du Dich wehren und Du darfst als erwachsener Mensch auch Forderungen stellen.
Nicht immer werden Deine Wünsche und Forderungen erfüllt. Aber dadurch, dass Du
Forderungen stellst, beginnt man Dich in der Gesellschaft zu akzeptieren.
Stellst Du keine Forderungen, nimmt man Dich oft nur am Rande war.
Und dann glaubst Du, Dein "inneres Kind" sei daran schuld.
Dabei ist es nun etwas anderes. Es ist Deine Erwachsenen-Gefühlsebene, die
leider immer noch glaubt, es steht Dir nicht zu, an das Leben und Deine Mitmenschen
Forderungen zu stellen.

06.08.2019 11:27 • x 1 #27


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maya60

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Hallo Pilsum, das ist aber sehr theoretisch und bei einer so traumatischen Kindheit, dass die emotionale und psychische Entwicklung sowie das ganze Selbstbild dieser Zeit nur eine Ruine darstellt und somit das ganze Erdgeschoss in deinem Lebenshaus eine offen klaffende Wunde darstellt - da kannst du nicht einfach das erwachsene Obergeschoss drauf bauen.

Du kannst dem traumatisierten inneren Kind nicht sagen: Weißt du, du warst zwar nie Willkommen, aber als Erwachsene brauchst du das auch nicht mehr so.

Und Sicherheit und Willkommensein ist doch noch ein Unterschied. Willkommen sein ist: Genau auf dich habe ich gewartet! Sicherheit ist weniger persönlich.

Das innere Kind versteckt sich und sein Trauma und hat seinen Trauma-Tunnelblick und versteht Null rationale Argumente.

Was mir hilft, da ja die Psyche nicht zwischen Visualisierung und Erlebtem unterscheiden kann, ist, mir wunderbare Verwöhnungssituationen vorzuträumen.

06.08.2019 11:46 • x 4 #28


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Resi

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Zitat von Pilsum:
Dies scheint mir ein Betrachtungsfehler zu sein. Ein Gefühl kann man nicht erlernen.
.

Sicher kann man das.
Denk an die vielen Kinder, die Haßgefühle lernen gegenüber anderen, die anders sind, etwas anderes glauben, andere Wertvorstellungen haben.

Ein Trauma setzt Gefühle frei- auch das sind "erlernte" Gefühle, eben weil sie aus einer Erfahrung kommen.
Du kannst es entschärfen, verblassen lassen , aber es ist immer im Hintergrund.

Ich kenne aus einer früheren Gruppe eine Frau, die ganz früh Übergriffe erlebt hat.
Sie hat als Kind gelernt: Mann=Gefahr=Schmerz=Flucht
Die Angst und Furcht vor einem Mann ist ein völlig irrationales Gefühl, daß sie ganz lange in ihr Erwachsenenleben mitgenommen hat, dazu kam, daß sie "normal" sein wollte, also heiratete, zwei Kinder bekam, aber eine Wahnsinnswut auf ihren Mann hatte, und sich nicht erklären konnte, woher dieser völlig grundlose Haß kam.
Sie versuchte, dies Wut zu unterdrücken und wurde über die Jahre depressiv.
Erst in der Gruppentherapie konnte das Schritt für Schritt aufgedröselt werden.

Ich sehe sie heute noch da sitzen, ein Stofftier im Arm und jämmerlich weinen, weil ihr völlig der Zugang zu sich selbst gefühlt hat, zu diesem kleinen, wehrlosen Kind, das überhaupt nicht einordnen konnte was ihm eigentlich widerfahren ist.
Und ich weiß auch, daß ich das damals überhaupt nicht verstanden habe- ich hatte bis vor einigen Monaten kein Verständnis für das "Innere Kind", allerdings ist bei mir irgendwann letztes Jahr der Knoten geplatzt und seither fühle ich mich immer besser, immer mehr bei mir, so komisch ich auch manchmal wirke.

06.08.2019 11:58 • x 6 #29


Jedi

Jedi

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Hallo Pilsum !

Zitat von Jedi:
Auch der Prozess, der Verabschiedung von meinem "inneren Kind", war ein loslassen können, von den Erlebnissen meiner Vergangenheit.

Zitat von Pilsum:
Zu dieser Aussage von Dir würde ich gern von Deiner Sichtweise mehr erfahren.
Viele beschreiben ja immer, von einer nicht enden wollenden Verbindung zu
ihrem "Inneren Kind".


"Verabschidung von dem "inneren Kind" bedeutet, mit Hilfe einer professionelle Therapie (psychodynamische Behandlung),
so nachdem wir noch einmal durch die Erinnerung u. den Schmerz gegangen sind, sich davon zu Verabschiedung u.
das Loslassen ist so zu verstehen, dass wir die Folgen, die dieses Kind (also in meinem Fall "der kl.Jedi), nun nicht mehr den Schmerz, die Gewalt, mit all ihren seelischen u. körperlichen Folgen, die lieblosigkeit, die sich in der Vernachlässigung gezeigt hat, nicht noch einmal durchleben braucht.

Es ist mir hier nicht möglich in Worten zu beschreiben, was für Gefühle aus meinem Unterbewusstsein hochgespült wurden, als ich noch einmal diese alten Erfahrungen durchlebt habe, von denen ich so viel schon Verdrängt hatte u.ich keine Ahnung mehr davon hatte.
Mal ein Beispiel dazu, wenn man mit einem Wehrmachtskoppel verprügelt wird, dass erzeugt sehr starke Schmerzen u. die körperlichen Verletzungen dadurch sind nicht gering.
Je häufiger du verprügelt wirst, irgendwann schützt uns unser Schmerzgedächnis u. man empfindet keine Schmerz mehr.
Da finden Prozesse in unserem Nervensystem statt, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, aber unser Unterbewusstsein hat solche Vorgänge gut abspeichert.
Villt. in etwa so vergleichbar, wie der bekannte Phantomschmerz.

So wie wir vieles andere auch, gut in uns abgespeichert haben u. durch Trigger wachgerufen werden kann, so wird in
der "inneren Kind-Arbeit" etwas wieder aktiviert, was gut in unserem Unterbewusstsein verborgen war.

Ich kann jedem nur die Empfehlung geben, wer eine "innere Kind- Arbeit" machen möchte, sollte sich dafür den richtigen Therapeuten mit der nötigen Erfahrung einer geführten "innere Kind- Arbeit suchen.
Es allein, zu Hause im stillen Kämmerlein, mit einem Youtube- Video oder einer CD zu machen, davon würde ich dringend abraten !
Bei dem, was bei mir alles wieder hoch kam, das hätte ich niemals ohne eine professionelle Begleitung, ohne sonst nicht selbst Schaden zu nehmen, nie geschafft.
Auch Betroffene, mit denen ich gesprochen habe, die diese "innere Kind- Arbeit" auch einmal gemacht haben, von denen wurden mir meine eigenen Erfahrungen, dies nur mit einer professionellen Begleitung zu tun bestätigt.

Zitat von Pilsum:
Viele beschreiben ja immer, von einer nicht enden wollenden Verbindung zu
ihrem "Inneren Kind".

Nun, dem einen gibt das "innere Kind" eine schlüssige Erklärung dafür, warum sie psychisch Erkrankung sind.
Einem Anderen hilft es sein Verhalten- u. seine Gedankenmuster besser zu verstehen.
Vielen hilft es, mit seinem "inneren Kind" zu sprechen, wenn man selbst sprachlos geworden ist oder es uns an einem Gegenüber fehlt, mit dem man so offen u. unverstellt über das was einem bewegt sprechen kann.

Ich nenne es auch Selbstansprache !
Dabei können wir die Erfahrung machen, einen wohlwollenden Sprachgebrauch zu verwenden, so, wie man Vernünftigerweise mit einem Kind auch sprechen sollte.

Ich empfinde auch noch eine Verbindung, zu meinem "inneren Kind" oder ich könnte auch sagen, ich empfinde eine Verbindung zu "der Erfahrung meiner Vergangenheit" !
Aber nicht mehr in der Weise, dass ich noch einmal diese ganzen Gefühle wahrnehmen müsste.
Aber so, dass mir bewusst ist, dass das ein oder andere Verhalten, aus der Zeit meiner Prägung u. Konditionierung stammt.

Abschließend meines Beitrags möchte ich noch etwas zu der "inneren Kins- Arbeit" schreiben !
In der Arbeit mit dem "inneren Kind" geht es noch einmal genau auf die Geschehnisse zuschauen, noch einmal diese Gefühle spürbar werden zu lassen, um sich dann davon zu Verabschieden u. diese Erlebnisse u. Erfahrungen sie loszulassen !
Ich, als der heutige Erwachsene kann den Part übernehmen, wo Früher kein Erwachsener sie bei uns übernommen hat.
Wir betreiben damit Selbstfürsorge u. können uns so auf den Weg zur Selbstliebe machen, weil dieses Grundbedürfnis sehr lange gefehlt hat.
Das Gefühl nach angenommen sein,
gewollt zu sein, in dieser Familie,
geliebt zu sein, ohne Gegenleistung erbringen zu müssen,
sich gewertschätzt zu fühlen, so wie man ist,
das uns ein Ur-Vertrauen vermittelt wird, so dass wir unseret Induition vertrauen können, unserem Herzen in Vertrauen folgen dürfen,
das wir lernen, dass Krisen zum Leben dazugehören u. wie man mit ihnen einen richtigen Umgang finden,
das wir uns in ersterlinie auf uns selbst verlassen können u. uns nicht abhängig machen, von den Urteilen u. Bewertungen Anderer,
uvm. !

Auch unerfüllte Bedürfniss durch einen Partner/in stillen zulassen, führt oft nicht selten in die Katastrophe.
Geben wir uns zuerst Selbst das, was wir von einem Anderen uns erhoffen oder uns wünschen.

Mein damaliger Therapeut hat mir etwas sehr Weises mit auf meinem Weg mitgegeben !
"Du kannst nicht zurückgehen u. den Anfang ändern.
Aber Du kannst jetzt Anfangen u. das Ende ändern ".

LG Jedi

06.08.2019 16:31 • x 8 #30

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