Burn-Out beim Partner - ich kann nicht mehr

Hallo,

ich wende mich in der Anonymität des Internet an euch, weil ich selber nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll und an wen ich mich wenden soll.
Vor einem knappen dreiviertel Jahr habe ich (26) über ein gemeinsames Hobby einen Mann (38) kennengelernt und wir verliebten uns - fairerweise hat er mir direkt zu Beginn gesagt, dass es ihm "nicht gut geht" und dass er mich "traurig machen würde", dass er "fertig ist, am Ende" und dass er nicht will "dass er mich da mit reinzieht" und "dass ich besser wieder gehen soll jetzt, wo ich noch kann"... Frisch verliebt habe ich das natürlich nicht getan, sondern ihn in den Arm genommen und mit ihm über alles gesprochen, ihm gesagt, dass wir das alles zusammen schaffen werden und dass ich es nicht zulassen werde, dass es mir wegen ihm schlechtgeht, das sollte er mal meine Sorge sein lassen. Damals habe ich die starke Frau gespielt und eigentlich bin ich das ja auch, aber mittlerweile bin ich selber am Ende.

Zu seiner Vorgeschichte: Er ist aus einem langjährigen Arbeitsplatz (8 Jahre) gekündigt worden und hat danach nie wieder so richtig Fuß irgendwo gefasst, war immer nur kurz (max. 2 Jahre) in den Unternehmen, momentan als Aushilfe über eine Zeitarbeitsfirma. Das allein frustet ihn schon sehr - er darf keine Verantwortung tragen, sondern muss stattdessen den Fußabtreter für alles und jeden spielen - irgendwer muss ja "schuld" sein, also am besten die "Aushilfe" die eh irgendwann wieder geht. Das geht nun schon seit mehreren Jahren so, die Zeitarbeitsfirma bleibt, nur die Firmen, die ihn dann für eine begrenzte Zeit als Aushilfe einstellen, wechseln - und er wird immer frustrierter und wütender (innerlich). Das äußert sich vor allem privat - da er in der Firma den "Ton nicht angeben darf", versucht er das privat umso mehr - so empfinde ich es. Er versucht in unserer Beziehung zu bestimmen, wann wir ins Bett gehen, wann wir essen, was im TV gesehen wird etc. Bekommt er seinen willen dann nicht, gibts direkt Krach.
Hinzu kommt, dass wir auch ein ausbildungstechnisches Gefälle innerhalb der Beziehung haben - ich habe studiert und bin "angehende Akademikerin", wie man das so blöd sagt, er hat "nur" eine Ausbildung gemacht. Das hat MICH nie gestört, ich liebe ihn einfach wie er ist - aber ich habe das Gefühl, dass er deswegen NOCH dominanter wird, um das auszugleichen - weil er "auch einmal Recht haben will", unabhängig davon ob es wirklich stimmt. Er sagt auch selber, er wird in der Firma schon genug untergebuttert, da will er wenigstens privat mal was zu sagen haben. Das macht mich aber total fertig - das ist kein gleichberechtigtes Zusammenleben und keine Diskussionsgrundlage so, wenn ich schon überlegen muss, darf ich ihm jetzt widersprechen (wo er wirklich unrecht hat) oder tue ich das besser nicht, einfach um des Frieden willens.
Wegen jeder Kleinigkeit geraten wir mittlerweile aneinander - weil er direkt das Gefühl hat, ich wolle "meinen Kopf ihm gegenüber durchsetzen und ich hätte ja angeblich sowieso immer Recht" - das ist aber wirklich nicht so. Er reagiert im Streit dann total extrem, schottet sich tagelang ab, reagiert nicht mehr auf sms oder Telefon, schaltet alle Kommunikationsmittel aus, erklärt unsere Beziehung für beendet - wegen Nichtigkeiten. Das tut mir unheimlich weh.
Dazu kommt, dass er selber der Meinung ist einen "Burn out" zu haben - er sagt sehr oft, er kann einfach nicht mehr, fühlt sich ausgebrannt und leer. Wenn ich versuche, mit ihm über unsere Probleme zu reden, sind wir in null komma nichts wieder an dem "ich kann nicht mehr" Punkt, wobei ich ihm glaube, dass er wirklich nicht mehr kann. So ein kleiner Streit ist dann der Tropfen, der das eh schon volle Fass wieder zum Überlaufen bringt.

15.06.2010 22:07 • #1


Auf der Arbeit kann er sich nicht konzentrieren, er arbeitet langsam und unkonzentriert, ein Buch ZU ENDE gelesen hat er schon lange nicht mehr, weil ihm die Konzentration und die Ausdauer fehlen, wie er sagt. Er ist zutiefst gefrustet davon, dass er im Job nicht wieder auf die Beine kommt, ist aber auch zu "ko", wie er sagt, um sich irgendwo neu zu bewerben - die "Kraft dafür hätte er einfach nicht mehr" und außerdem hat er den Glauebn daran verloren, dass es irgendwo besser sein könnte. An dem Punkt hat er sich aufgegeben, das tut mir sehr weh. Ich habe immer wieder versucht, ihm da Kraft zu geben, aber da ist er wie eine Betonmauer - alles positive prallt ab.
Wenn ich mal Probleme habe und mit ihm darüber reden möchte, blockt er das total ab, weil es ihm einfach zu viel ist. Das wiederum tut mir natürlich total weh - ich strampel mich ab, versuche immer für ihn da zu sein, fahre zu ihm hin wenns ihm schlecht geht und nehme ihn in den Arm - und MEINE Themen und Probleme bleiben außen vor, die blockt er einfach ab, sagt, er hält "meine Katastrophen" einfach nicht auch noch aus, ist ihm alles zu viel. Dabei sind das ganz "normale" Probleme, die jeder mal hat. Wenn wir dann doch mal darüber reden, ist er tagelang so gestresst, dass er sich auf der Arbeit noch weniger konzentrieren kann und er es abends nicht mal mehr schafft, was einzukaufen - also dann ne ganze Woche so gut wie nix isst. Außerdem ist ihm dann alles zu viel, was mit mir zu tun hat - Anrufe, Besuche, emails, alles. Ich fühle mich da mit meinen Problemen einfach nur alleingelassen.Seine Essgewohnheiten machen mir auch Sorgen - manchmal isst er unter der Woche ganze Tage lang fast gar nix, morgens zwei Brote, abends ne Packung Chips - Ende. (Mit Alk. passt er auf - sein Vater ist an den Folgen der Alk. verstorben, das hat sich eingebrannt.) Er sagt dann, er hat keinen Hunger und das einkaufen ist ihm zu anstrengend, das würde er eh hassen.
Außerdem hat er ein "Geräuschproblem", dh er hat sich irgendwann mal auf einen bellenden Hund in der Nachbarschaft "sensibilisiert" und nun reagiert er auf den total empfindlich und mit Stressymptomen - er hält das dann einfach nicht aus, bekommt Herzrasen und nasse Finger, entzieht sich der Situation - geht zb vom Balkon rein etc. Als Grund sagt er, dass es ihn so ärgert, dass alle von IHM fordern perfekt zu sein, auch im Job - aber dass andere es nicht mal schaffen, ihrem Hund die Kläfferei abzugewöhnen, das MÜSSE ja nicht sein dass der einfach stundenlang sinnlos kläfft, das ärgere ihn so maßlos. Genauso ist es mit "Ess- und Kaugeräuschen", zb Schmatzen oder ähnliches - weswegen wir kaum noch essen gehen können, weil ihn das so stresst, wenn am Nebentisch jemand dezente Geräusche von sich gibt.
Ich weiß wirklich nicht mehr weiter, ich VERSUCHE das alles zu tolerieren und ihm zu helfen: Ich gebe mir zB Mühe, leise zu essen. Ich weiß, dass er Gurken im Salat hasst weil die so laut sind beim Kauen (klingt komisch, ist aber so!), ich gehe an den Wochenenden einkaufen und koche, weil er das hasst und weil ich weiß, dass es ihn stresst - und als Belohnung kriegen wir dann Krach, weil ich abends noch duschen gehe wo er schon ins Bett wollte und ich es mir nicht habe verbieten lassen, wo er dominant sein wollte.
Wo ich es jetzt so lese, klingt es sehr schlimm und für einen Außenstehenden wohl nicht nachvollziehbar, wie man als Frau so jemanden lieben kann - aber ich habe mich in ihn verliebt ohne von dem allem irgendwas zu wissen und bin in seine Probleme in den letzten 6 Monaten langsam "reingewachsen", weil ich das alles nur Stück für Stück aus ihm herausbekommen habe, und je mehr ich wusste, desto weniger kam es für mich in Frage ihn alleine und im Stich zu lassen. Gerade wenn man jemanden liebt...
Wir haben ja auch unsere schönen Zeiten, er ist der sensibelste Mann den ich je hatte und er ist einfach TOLL - manchmal ist es mit ihm einfach nur so wunderschön, dass es für alle Probleme entschädigt. Es kommt mir ein wenig so vor, als wäre er zu sensibel für diese Welt und als hätte ihn das harte Leben "kaputt gemacht" - versteht ihr, was ich meine?
Er hat, zusätzlich zu den Problemen im Job, noch eine Trennung hinter sich die sehr schlimm für ihn war (10 jährige Beziehung, wie ich mittlerweile weiß ist sie wegen seiner "Probleme" gegangen, zu einem anderen) und dann hatte seine Mutter auch noch Krebs - zu der hat er eh ein sehr schlechtes Verhältnis, was ihn sehr belastet, aber das ist eine andere Geschichte.

15.06.2010 22:09 • #2


Er hat es schon mit zwei verschiedenen Therapeuten versucht, weil er seine "Geräuschprobleme" (Hund, Essen etc) in den Griff bekommen wollte - hat aber alles nichts gebracht, deswegen sträubt er sich auch dagegen, jetzt nochmal zu einem zu gehen, das würde ja doch "alles nichts bringen".

Zu seinem "Typ": Er ist ein sehr selbstkritischer Mensch, versucht mit aller Macht perfekt zu sein - vielleicht zu sehr. Er setzt sich damit selber sehr unter Druck, kann aber gleichzeitig den Ansprüchen seiner Mutter nicht genügen, die immer den "harten Kerl" in ihm sehen wollte, der er nie war - er war immer sanft und sensibel, auf SEINE Art toll. Das hat sie nie gesehen - darunter leidet er auch.
Er sagt, er nehme viel zu viel Rücksicht auf andere und sei viel zu lieb - er versucht es einfach, allen recht zu machen. Gleichzeitig teilt er MIR gegenüber aber in letzter Zeit total aus, wahrscheinlich, weil er da seinen Frust aus der Arbeit ablässt, der irgendwo raus muss. Kompensation oder so.
Damit komme ich im Moment einfach nicht klar - zu Unrecht beschuldigt, angemotzt und dann aus Prinzip domoniert zu werden.
Auch Fremden gegebüber rastet er total schnell aus - da braucht nur die Kassiererin im Supermarkt an der Kassse das Kleingeld fallen zu lassen, dann motzt er so laut und aggressiv rum, dass es mir peinlich ist. Das ist einfach "übers Ziel hinaus".

Das Problem ist - ich habe ihn als starke Frau kennengelernt, mittlerweile bin ich selber fertig mit der Welt und bald ein seelisches Wrack. So fühle ich es. Ich habe selber dieses "ich kann nicht mehr Gefühl", von dem er erzählt - als wenn ich es irgendwie übernommen hätte, als wenn es ansteckend wäre. Ich esse selber unregelmäßig, bin seit neuestem total nah am Wasser gebaut, habe im Streit Angst ihn zu verlieren weil ich ihn liebe und weiß doch, dass es mir (vielleicht?) ohne ihn besser ginge - aber noch ist die Liebe stärker und der Wille, ihn nicht aufzugeben, auch wenn er mir, ganz objektiv, nicht guttut.

Gerade haben wir wieder Streit, er hat den Kontakt komplett abgebrochen, wirft mir vor ich zöge ohne jede Rücksicht mein Leben durch, und er müsste sich schon im Büro immer allen unterordnen, nicht privat auch noch - das sagt eigentlich schon alles. Er schlägt um sich, momentan eben auch gegen mich, den einzigen Menschen, der ihn wirklich aufrichtig liebt und der es nur gut mit ihm meint. Ich würde wirklich alles für ihn tun, weil ich ihn liebe - aber ich kann und darf mich dabei doch nicht selber aufgeben, ich muss doch kein Unrecht an meiner Person hinnehmen, nur weil es ihm schlecht geht?

Es ist alles so kompliziert - ist das überhaupt ein Burn out Syndrom, was er hat? Das alles zusammen: Diese Erschöpfung zusammen mit dieser Wut, die sich immer öfter entlädt, die Perspektivlosigkeit im Job, die Konzentrationsprobleme, die Geräuschempfindlichkeit, das gestörte Essverhalten, diese extreme Dominanz im Privatleben als Ausgleich zum "Untergebuttertwerden" im Job?

Und vorallem:
Was kann man da machen?
Was kann ICH machen, wie kann ich ihm HELFEN?
Ich liebe ihn doch so sehr. Bitte helft mir. Ich kann nicht mehr.

Eure Medica

15.06.2010 22:09 • #3


Liebe Medica,

willkommen in diesem Forum!

habe deinen Beitrag gelesen. Er ist sehr lang. Darüber muss ich erstmal nachdenken. Vielleicht geht es anderen Lesern auch so. Du befindest dich in ein sehr schwierigen Beziehung, es ist kein Wunder, dass du dich "ebenso" am Ende und ausgebrannt fühlst. Was du geschrieben hast, ich frage mich wirklich, wie du das schaffst das auszuhalten und bei ihm zu bleiben. Wenn du gerade eh nicht schlafen kannst, dann stöbere doch mal durch die Themen. Vielleicht findest du etwas, was zu deiner Geschichte passt.


Meine erste Frage, die mich bei der Lektüre deines Bericht aufdrängt: Du liebst ihn sehr. Aber liebt er eigentlich auch dich? Vielleicht habe ich das übersehen, aber ich denke, du hast es nicht erwähnt. Aber das ist ja nur ein Punkt unter vielen... Er führt sich - kurz gesagt - auf wie ein Ekelpaket. Und die Begründungen, warum er das tut, deuten darauf hin, dass er sehr schwere Probleme hat, und das er ganz dringend professionelle Hilfe braucht. Hier kann niemand eine Diagnose stellen.

Ein ganz entscheidener Punkt ist aber, dass er Hilfe ablehnt. Wenn er nicht den Druck verspürt, dass sich etwas in seinem Leben ändern muss und dass er Hilfe benötigt, wirst du ihm auch nicht helfen können.

Bei all deiner Liebe - eines hast du ganz sicher nicht verdient: Das du dich demütigen lässt. Seine vielen kleinen und größeren Attacken auf dich - lass sie dir auf keinen Fall gefallen! Auch wenn eine Krankheit dahinter stecken sollte, sich dieses Verhalten gefallen und bieten zu lassen hat nichts mit Liebe zu tun. Im Übrigen wird er damit ja auch weiter machen, wenn er nicht in seine Schranken gewiesen wird. Er kann anders gesagt, auch nur machen, was du mit dir machen lässt. Es ist sehr schwer sich zu wehren, wenn man andauernd diesen Angriffen ausgesetzt ist, und wie du beschrieben hast, fragst du dich ob du um des Friedens willen nicht lieber den Mund halten solltest. Aber genau das solltest du nicht. Es wird nicht aufhören. Er hat keinen Respekt vor dir und wenn du ihm das durchgehen lässt, wirst du auch den Respekt vor dir selbst verlieren. Dein Selbstbewusstsein ist dann Oberkante Teppichkante, davon gibt es leider viele traurige Geschichten. Triff bitte eine Entscheidung, ob du es zulassen willst, dass am Ende nicht mehr du dein Leben bestimmst. Wenn du dich bewusst entscheidest, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wirst du bald merken, was genau da bei dir (es geht nicht immer nur um ihn!) eigentlich alles schief läuft. Und vielleicht kannst du nur ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn du dich von ihm trennst.

Ich wünsche Dir auf deinem Weg Liebe, viele helfende Hände und das du den Mut nicht verlierst.

Ya

15.06.2010 22:54 • #4


liebe medica....

ich bin auch ziemlich neu hier, schön das du auch dabei bist. man lernt hier vieles und du wirst es auch....

habe deinen beitrag gelesen. ich finde es schön, wie du dich um jemand anderem bzw. deinem freund/mann dich kümmerst... ich bin selbst momentan in einer depression. es ist nicht leicht da raus zu kommen, auch wenn man/frau es möchte. ich habe niemanden der sich um mich kümmert, habe eine neunjährige tochter(schon fast seit ihrer geburt alleinerziehend).

habe also eine verantwortung, was mich noch auf den beinen hält/halten muss. ich muss für 'ME'IN'E TOCHTER da sein und sie versucht (altersentsprechend) auch für mich da zu sein. was ich sagen möchte, gebe ihn nicht so schnell auf, wenn DU IHN wirklich liebst. ... aber verwechsele bitte liebe nicht mit mitleid........ für einen depressiven menschen ist mitleid das schlimmste (zumindest für mich) gebe ihm das gefühl, das du für ihn da bist. versuche ihm verantwortung zu geben, warum und weshalb er existieren muss....

sage ihm deutlich, das du dir sorgen um ihn machst, wie es weiter gehen soll??? versuche aber dabei nicht in ICH Form zu reden, versuche ihm klar zu machen, das DU DIR SORGEN um IHN und eure zukunft machst.... und das er dir dabei helfen soll wie es weitergehen soll???

ich bin selbst sehr verzweifelt, ich wäre froh, wenn ich jemand hätte, der mich unterstützt und mir schöne sachen sagt und mich einfach in die arme nimmt und sagt, schön das es dich gibt!!!!!! Ohhhh meine tochter macht es ohne zweifel ;O))))) aber ich versuche, das sie nicht mit bekommt, das ich unter depressionen leide (auch wenn es manchmal sehr schwer fällt) ich möchte ihr kleines herz nicht leiden sehen, wegen mir, sonst bekomme ich noch mehr schuldgefühle als ich schon habe ;O(((((

holle dir hilfe von draussen, von freunden und bekannten. und beratungsstellen, was du am besten machen kannst....

ich wünsche dir viel glück, werde mich bestimmt noch mal melden....

gruß
bigboss

15.06.2010 23:38 • #5


Hallo medica,

ich kann mich bigboss und Yahila nur anschließen!
Es ist schön, dass Du ihn liebst und alles für ihn tun möchtest, aber indem Du Dir seine Verhaltensweisen gerfallen lässt, hilfst DU ihm auf keinen Fall. Damit nährst Du nur noch seine krankmachenden Verhaltensmuster, er hätte keinen Grund sich zu ändern.

Was natürlich weniger gut ist, ist die Tatsache, dass er sich nicht in therapeutische Hände begeben möchte!

Was Du machen könntest, ist folgendes:

Suche mit ihm das Gespräch, teile ihm mit, wie es DIR mittlerweile geht und dass Du an der Grenze der eigenen Belastbarkeit angekommen bist! Sage ihm ruhig, dass Du ihn weiter unterstützen möchtest, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, nämlich dass er sich Hilfe holen muss! Diesen Schritt muss er leider von alleine gehen, vor allem den Willen muss er haben!

Und sage ihm auch, dass Du nicht mehr bereit bist, Dich so behandeln zu lassen.
Es ist sicherlich schlimm, dass er auf der Arbeit NUR die Aushilfe und der Fußabtreter ist, aber das rechtfertigt noch lange nicht, dass er Dich zu Hause dominiert, nur damit er das auch mal für sich spüren kann!
Stelle Dich dafür nicht länger zur Verfügung!

Du könntest ihm sagen, dass Du bereit bist, ihn dabei zu unterstützen, dass er aus der Depression bzw. Burn-Out oder sonstiges herauskommt, aber Du wirst nicht die Krankheit an sich unterstützen!

Klare Worte sind oft wichtig, dass der Kranke zu einer Einsicht gelangen kann, dass es so wirklich nicht mehr weiter geht!
Es ist zumindest einen Versuch wert!

Ich habe selbst eine starke Depression und bin ganz alleine damit, wie bigboss auch. Ich hatte nie solch eine Unterstützung , aber ich bin mir sicher, dass ich mit unterstützenden Menschen nie so umgegangen wäre, dafür wäre ich einfach zu dankbar, so etwas zu haben.

Für eine psychische Erkrankung ist natürlich viel Verständnis von dem Umfeld nötig, damit man diese Kankheit überhaupt verstehen kann, aber es kann nicht sein, dass alles, wie sich ein Mensch verhält unter dem Deckmäntelchen "Depression" entschuldigt werden bzw. ausgehalten werden muss!

Vielleicht wäre ja auch eine Paartherapie noch eine Möglichkeit für Euch?

16.06.2010 00:15 • #6


Ja, ich bin noch wach...
Ich sitze hier gerade am Schreibtisch und bei mir kullern schon wieder die Tränen, weil ich mich so verzweifelt fühle - habe das Gefühl, ich kann nichts tun, um mein Leiden zu beenden. Wenn ich ihn verlasse, bricht mir das Herz, wenn ich so weitermache, gehe ich kaputt. Und er? Hat mir mitgeteilt, er brauche jetzt erst mal ein paar Tage Pause, ich sei in unserem letzten Streit zu weit gegangen, so mache er das nicht weiter mit. Ich zitiere jetzt einfach mal wörtlich, weil ich wissen möchte, ob andere das auch so "hart" empfinden, was er schreibt, wie ich: "Du wirst immer frecher - JA - ich muss arbeiten und hab keinen Bock zu warten bis MADAME mit der täglichen DAUERDUSCHEREI fertig ist.
Wie weit willst Du mir mein Leben eigentlich noch auf links ziehen - und mich noch bezichtigen Dir irgendwas vorzuschreiben ?"

Da ging es um das Duschthema, wo ich um 23 Uhr noch duschen gegangen bin und er was dagegen hatte, von wegen Schlafenszeit... Ich bin doch kein kleines Kind, dem man vorschreiben kann, wann und wie lange es zu duschen hat!

Jetzt ist wiegesagt Kontaktpause, von ihm aus - aber gerade diese Kontaktabbrüche machen mich so fertig... Dass er mir jede Chance nimmt, es zu klären zwischen uns.
Er schaltet einfach alle Handys aus, liest seine mails nicht und würde ich hinfahren, er würde mit Sicherheit nichtmal auf die Klingel reagieren - und wenn, dann total sauer werden. Und es macht mir Angst, dass ich davor schon Angst habe. Wie weit ist es schon?
Ich, einst selbstbewusste Frau mit Dickkopf, sehe mit Angst, wie ich mich zum hörigen Frauchen entwickele, das immer mehr das tut, was er sagt und will, um den Streits aus dem Weg zu gehen...

Wie komm ich da nur wieder raus?

16.06.2010 00:50 • #7


PS: Ja, er liebt mich. Wie jedes ganz normale verliebte Paar haben wir auch die Momente trauter Zweisamkeit, wo er mir sagt, dass er mich liebt.
Und manchmal, wenn ich dann nach den Streits einfach zu ihm gefahren bin, ihn in den Arm genommen hab und ihm alles vergessen hab, da hat er in meinen Armen gelegen und mir gesagt, wie richtig ich das alles mache. Wie dankbar er mir ist, dass ich immer noch für ihn da bin, dass ich mich nicht abschrecken lasse und ihm trotzdem noch kontra gebe, dass das richtig ist. Dass ich es absolut richtig mache, das alles, und wie dankbar er mir ist. Dass er mich unter anderem auch genau dafür liebt. Wie verdammt glücklich er ist, dass ich da bin und er jetzt in meinen Armen liegen darf. Wie unglaublich toll ich bin, wenn ich einfach komme, ihn liebe und wieder mal alles vergesse. Und er meint es wirklich ehrlich, aus tiefstem Herzen, das spüre ich. Da sind die Momente, die mir wieder Kraft geben, das alles durchzustehen und weiterzumachen. Wo ich mir sicher bin, dass ich das Richtige tue und dass das alles einen Sinn hat. Dass meine Liebe etwas bewegen kann.
Aber jetzt gerade bin ich an einem Punkt, da schaffe ich es alleine nicht mehr.

16.06.2010 00:57 • #8


Hallo Medica,

ja, ich bin auch noch wach! Ich bin ein Nachtmensch.

Zitat von Medica:
Und er? Hat mir mitgeteilt, er brauche jetzt erst mal ein paar Tage Pause, ich sei in unserem letzten Streit zu weit gegangen, so mache er das nicht weiter mit.

Siehst Du Medica,er macht das, was Du eigentlich auch tun solltest/könntest! Er setzt eine Grenze, weil er das so nicht weiter mitmachen möchte. Ich schreibe das jetzt ohne Wertung. Es geht nicht darum, ob er recht hat oder nicht, sondern einfach nur darum, dass er DAS für sich tut!

Zitat von Medica:
Du wirst immer frecher - JA - ich muss arbeiten und hab keinen Bock zu warten bis MADAME mit der täglichen DAUERDUSCHEREI fertig ist.
Wie weit willst Du mir mein Leben eigentlich noch auf links ziehen - und mich noch bezichtigen Dir irgendwas vorzuschreiben ?"

Es ist immer schwierig, als Außenstehender etwas zu beurteilen. Für Dich ist es hart, weil Du mittendrin steckst. Du bist Betroffene. Und Du bist auch mittlerweile durch diese Dauerbelastung wahrscheinlich sehr dünnhäutig.
Wenn Du mich fragst, dann klingt aus seinen Worten Wut und er ist sehr ungehalten.
Allerdings macht er aus einer Mücke einen Elefanten, denn wenn Du einmal so spät geduscht hast, dann ist sein Ausdruck "Dauerduscherei" völlig überzogen!

Mehr kann ich dazu gar nicht schreiben, dazu kenne ich Euch nicht!

Wahrscheinlich sind durch viele solcher "Kleinigkeiten" Eure jetzige Situation entstanden.

Trotzdem solltest Du Dir klar darüber werden, was Du Dir wünschst und was Du in Zukunft auf keinen Fall mehr hinnehmen möchtest!

Ich schreibe hier gar nicht von Trennung, das müsst Ihr entscheiden, aber falls es zur Trennung kommt, dann ist das für jeden schmerzlich. Es ist halt die Frage, ob ein Ende mit Schrecken nicht doch besser ist, als ein Schrecken ohne Ende.

Schau einfach mal bei Dir nach, wie hoch der Leidensdruck schon ist und wie hoch er noch werden muss, damit auch Du sagen kannst: Das mache ich in Zukunft nicht mehr mit!

Zitat von Medica:
Jetzt ist wiegesagt Kontaktpause, von ihm aus - aber gerade diese Kontaktabbrüche machen mich so fertig... Dass er mir jede Chance nimmt, es zu klären zwischen uns.

Das kann ich gut verstehen, ich bin auch immer sehr unglücklich, wenn ich etwas nicht klären kann, wenn ich nicht die Chance bekomme, mich auch mitteilen zu können.
Aber eine Kontaktpause ist gar nicht so schlecht. So könnt ihr beide zu Euch kommen und für Euch klar werden lassen, was ihr wollt und was ihr nicht mehr wollt.

Trotz aller Traurigkeit wünsche ich Dir trotzdem eine gute Nacht!

16.06.2010 01:14 • #9


Zitat von Medica:
Wie unglaublich toll ich bin, wenn ich einfach komme, ihn liebe und wieder mal alles vergesse.

Das kann ich mir gut vorstellen, dass er das toll findet. Das ist übrigens sein Freifahrtschein, dass er weiß, egal, wie er sich benimmt, dass Du immer wieder zu ihm kommst und wieder mal alles vergisst.Wieso sollte er dann etwas ändern?

Wenn Du das tatsächlich immer wieder machst, wie soll er Dich dann ernst nehmen?
Du sagst, dass Du am Ende bist, dass Du Dir bestimmte Dinge nicht mehr gefallen lassen möchstes, aber es sind nur ausgesprochene Worte, es folgen keine Taten. Das gibt ihm doch die Sicherheit, dass er immer wieder auf Dich zurückgreifen kann und somit auch nichts verändern muss, weil dieses Spiel immer wieder funktioniert.

Vielleicht magst Du ja mal darüber nachdenken?

16.06.2010 01:20 • #10


Sonnenblume ist eine wirklich gute Seelentrösterin! Vielen Dank und großes Lob noch einmal an dieser Stelle!!!



Ich möchte euren Dialog nicht unterbrechen, nur noch eine Fragestellung hineinwerfen:


Schaffst du denn dein Studium / Doktorarbeit bei dieser ganzen Belastung überhaupt noch?



Liebe Grüße

16.06.2010 09:39 • #11


Vielen lieben Dank euch beiden fürs Zuhören und Rat geben :-)
Das tut mir sehr gut, dass ich einfach mal das Gefühl habe, ich bin nicht die Schuldige, ich mache es richtig und muss mir auch nicht alles gefallen lassen... Auch wenn er krank ist.
Ich habe ihm gestern abend noch eine lange email geschrieben, in der ich auch gesagt habe, dass ich das Gefühl habe dass ich momentan seinen ganzen Frust aus dem Büro abbekomme. Dass ich einerseits verstehen kann, dass der irgendwo raus muss und dass er, wenn schon nicht im Büro, dann wenigstens privat mal dominant sein will - aber dass mir das weh tut und ich nicht weiß wie ich ihm da helfen soll.
Eben schrieb er zurück, dass er jetzt ein gespräch mit dem Arbeitgeber hatte und aufjeden Fall zum September aus dem aktuellen Vertrag rauswill - wahrscheinlich weil er selber merkt, dass das momentan der größte Stressauslöser ist, auch für unsere Beziehung.

Aber ich mache mir Sorgen, obs beim nächsten besser wird - das behebt die "Ursache", nämlich den Burn out, ja nicht. Nicht, dass das beimj nächsten Arbeitsgeber wieder genauso los geht.

Was kann man überhaupt gegen Burn out tun wenn man so weit runter ist, was bringt was? Psychotherapie? Medikamente? Ne Kur?

PS: Ja, das Studium läuft, auch wenns für mich ein Kraftakt ist momentan. ich habe jede Menge mündlicher Prüfungen und hatte nach den letzten das Gefühl, dass ich nervlich so runter bin, dass es mich viel mehr Kraft kostet, die gut zu bestehen, als früher. Ich schaffe es zwar immer mit "guten" Noten, bin aber auch völlig platt, esse und schlafe selber zu wenig. Doktorarbeit liegt momentan auf Eis - irgendwo muss ich mir mal ne Auszeit einbauen, sonst klapp ich zusammen.

PPS: Ja, ich muss dringend darüber nachdenken, wo und wie ich ihm Grenzen setze - um meiner selbst willen, um mich zu schützen. Momentan empfinde ich es als den "einfacherern" Weg, ab und an nachzugeben und so die Konflikte zu vermeiden, die mich immer sehr verletzten - also bin ich "weich", lasse ihm ab und an seinen Willen, fahre hin, verzeihe ihm.
Dass ich dadurch natürlich sein Verhalten noch bestärke, ist mir andererseits theoretisch auch klar, aber... Wer hat schon ständig die Kraft, sich selber immer und immer wieder in diese verletztenden Auseinandersetzungen zu begeben? ich halte das selber nicht durch, an der privaten Front ständig auch noch "kämpfen" zu müssen, wo mir Studium, Job, Drarbeit etc auch schon einiges abfordern.

16.06.2010 12:41 • #12


Zitat:
PPS: Ja, ich muss dringend darüber nachdenken, wo und wie ich ihm Grenzen setze - um meiner selbst willen, um mich zu schützen.

Hallo Medica!
Jetzt häng ich mich auch noch rein, in deine Geschichte. Du hast schon viele gute Ratschläge erhalten und ich kann dir nur raten, das ernst zu nehmen, wie Du schreibst, Du mußt ihm Grenzen setzen sonst beginnt eine sog. Gewaltspirale, aus der man nicht mehr so einfach rauskommt.
Ich finde es auch toll, wie Du deinem FReund beistehst und helfen willst, aber ich glaube so kannst Du nicht weitermachen, das Gefühl hast Du selber, sonst hättest Du hier im Forum nicht geschrieben.
Ich bin schon bald an die 30 Jahre verheiratet und ich kenne meinen Mann jetzt 35 Jahre. Ich bin selbst an einer reaktiven Depression erkrankt. Dieses Gefühl, der Müdigkeit, des ausgepowert sein, einfach nicht mehr belastbar sein, das kenne ich sehr gut von mir. Ich habe früher sehr viel geleistet, das weiß ich heute und es hat mich kaputt gemacht. Ich habe zu 100% in der Krankenpflege gearbeitet, als Nachtwache, habe 2 Kinder, einen HH, Ehemann etc.........
Ich habe es immer gern gemacht, bis ich körperlich krank wurde und von jetzt auf nachher garnichts mehr ging, nach einiger Zeit kam die Depression noch dazu. Mein Mann sagt immer wieder zu mir, daß ich manchmal von einer Minute auf die andere, von aufgedreht zu total kaputt wechseln kann, diese Stimmungsschwankungen gehören schon auch zum Krankheitsbilde einer Depression, aber bei mir geht es niemals soweit, daß ich meinen Mann unterdrücken oder bevormunden würde, sondern das war schon immer so und wird auch immer so sein, daß das ein Miteinander sein muß, jeder nimmt auf den anderen Rücksicht, es wird auch keine Strichliste geführt: heute habe ich recht und morgen Du o. so ähnlich.

Mein Mann weiß eigentlich immer schon vor mir, wenn ich mich mal wieder zu sehr belaste und dafür auch die Quittung bekomme, aber er würde nie hingehen und es mir verbieten, sondern er sagt vielleicht, ist das für dich so wichtig, daß Du das wirklich durchziehen willst, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, es anderst zu machen.

Ich kann dir nur den Rat geben, auf dich zu hören, die Zeiten eines Haustyrannen sind eigentlich schon lange vorbei, ich habe meine Tochter zur Selbstständigkeit erzogen und in einer Beziehung müßen hin und wieder Kompromisse geschlossen werden, aber es darf niemals soweit kommen, daß man seine Selbstständigkeit, sein Selbstwertgefühl an der Haustüre abgibt und wieder anlegt, wenn man weggeht.

Wenn Du deinen Freund immer nachgibst, dann wird er auch nicht zufrieden sein, weil dieses Gefühl dann nicht mehr befriedigt ist, er hat dann nicht mehr das Gefühl dich zu beherrschen. Es wird weiterhin Streitpunkte geben, auch wenn Du versuchst, dem auszuweichen. Er wird Punkte finden und wieder Streit anfangen, irgendwann ist das nicht mehr verbal, sondern es wird körperlich, damit er wieder das Gefühl hat, über dich zu herrschen.

Willst Du wirklich diese Beziehung auf dieser Ebene weiterführen??
Vielleicht ist es eine gute Möglichkeit, deine Ängste und Sorgen ihm über Mail mitzuteilen, wenn er sie wirklich liest, müßte er aufhorchen und merken, daß da etwas schief läuft. Wenn Du ihm genauso wichtig bist, wie er dir, muß er merken, daß es so nicht weitergeht.
Das allerwichtigste ist, daß dein FReund sich in Behandlung begibt, damit erstmal eine vernünftige Diagnose gestell wird und er behandelt werden kann. Ob das in Form von Medikamenten und/oder von Therapie ist, ob vielleicht ein Aufenthalt in einer Klinik notwendig ist, oder eine psychosomatische Reha, das sollte der Psychiater klären, er ist die 1.Anlaufstelle.

Ich finde es garnicht so schlimm, wenn ihr euch erstmal nicht seht, aber nicht aus dem gleichen Grund, wie dein Freund, weil Du die Böse, Unsensible bist, sondern weil Du die Zeit brauchst, um dir klar zu werden, wie und ob Du diese Beziehung weiterführen willst.
Du solltest dir eine Punkteliste machen was dir in der Beziehung wichtig ist, da werden sich sicher Dinge überschneiden und ein paar Punkte werden übrig bleiben, für die man eine Lösung finden muß, aber das kann nur heißen miteinander und nicht: ich entscheide und machst das was ich sage!!



Momentan empfinde ich es als den "einfacherern" Weg, ab und an nachzugeben und so die Konflikte zu vermeiden, die mich immer sehr verletzten - also bin ich "weich", lasse ihm ab und an seinen Willen, fahre hin, verzeihe ihm.
Dass ich dadurch natürlich sein Verhalten noch bestärke, ist mir andererseits theoretisch auch klar, aber... Wer hat schon ständig die Kraft, sich selber immer und immer wieder in diese verletztenden Auseinandersetzungen zu begeben? ich halte das selber nicht durch, an der privaten Front ständig auch noch "kämpfen" zu müssen, wo mir Studium, Job, Drarbeit etc auch schon einiges abfordern.[/quote]

16.06.2010 19:18 • #13


Vielen, vielen Dank Josie für den langen Beitrag - da war viel dabei, das mich zum Nachdenken bringt, das muss ich jetzt erst mal alles sacken lassen.
Du hast Recht, er muss in Behandlung und wir müssen in der Beziehung eine gleichberechtigte Ebene finden - wenn das nicht klappt, muss ich meine Konsequenzen ziehen.
Es ist schon manchmal abstrakt - in meiner vorherigen beziehung habe ICH immer den Ton angegeben und war darüber nicht glücklich, weil meinem Partner immer alles mir zu liebe "egal war", es wurde dann eben so gemacht wie ich wollte - das fand ich auf Dauer langweilig. Nun bin ich scheinbar ins andere Extrem geraten. Noch wehre ich mich verbal durchaus, wenn er Unrecht hat, vielleicht kam das etwas zu extrem rüber in meinem Beitrag oben - aber ich merke, wie sehr es mich ermüdet wenn das jedes Mal in Streit endet und wie ich mehr und mehr dazu tendiere, auch "mal" nichts dagegen zu sagen...
Das gibt mir selber auch zu denken, ich bin eigentlich eine sehr selbstständige Frau, die weiß, was sie will.

16.06.2010 19:30 • #14


Zitat:
Das gibt mir selber auch zu denken, ich bin eigentlich eine sehr selbstständige Frau, die weiß, was sie will.

Hallo Medica!
So hat er dich kennen gelernt und wenn er dich liebt, wird ihm das, in einem lichten Moment, auch nicht gefallen, wie Du dich veränderst. Du sollst dir nicht alles gefallen lassen und er muß wissen, daß das Konsequenzen hat, wenn sich daran nichts ändert.
Du siehst ja, daß Du psychisch jetzt selber am Boden bist und wenn sich in eurem Miteinander nichts ändert, dann wird das immer schlimmer werden, weil Du es vermutlich schon vom Elternhaus anders gesehen und gelernt hast.

16.06.2010 19:38 • #15





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