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Mein Partner liebt mich nicht mehr Erfahrungen?

undefined

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Hallo zusammen.

Es war mir schon länger klar, aber gestern haben wir es zum ersten Mal ausgesprochen. Mein Partner, der schwere Depressionen hat und auch in einer solchen steckt, liebt mich nicht mehr. Auf die Frage, wieso er (noch) mit mir zusammen wäre kam, dass er hoffe, die Gefühle kämen irgendwann wieder.
Das ist jetzt gefühlt schon über ein halbes Jahr so; wir sind seit zwei Jahren zusammen und kennen uns seit vier Jahren.

War jemand schon mal in einer solchen Situation und kann berichten? Kann das wieder was werden? Liegt es an seiner Depression oder liebt er mich halt einfach nicht mehr?

Danke.

undefined

16.01.2021 21:04 • x 3 #1


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Driver64

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Zitat von undefined:
Kann das wieder was werden? Liegt es an seiner Depression oder liebt er mich halt einfach nicht mehr?

Es kann immer wieder etwas werden
Woran es liegt kann dir aber nur dein Partner erklären.
Unentschlossenheit und Handlungsunfähigkeit sind bei Depressionen keine Seltenheit.
Klare Aussprachen und Absprachen helfen immer weiter.
Bleibt die Frage offen, wie fühlst du dich und wie kommst du damit klar?

17.01.2021 03:38 • x 3 #2



Hallo undefined,

Mein Partner liebt mich nicht mehr Erfahrungen?

x 3#3


undefined

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Hallo Driver,

danke für deine Antwort!
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich langsam an meine Grenzen komme. Es tut mir unglaublich weh, zu merken, dass von meinem Partner keine Zuneigung, keine Liebe mehr kommt. Ich komme nicht umhin, das persönlich zu nehmen.
Nur weiß ich, dass er mein absoluter Traummann ist. Ich weigere mich, das so aufzugeben. Ich glaube, aus der Beziehung gehe ich erst, wenn ich wirklich dran kaputtgegangen bin.
Das ist sicherlich nicht clever, aber für mich momentan die einzige Möglichkeit..

Liebe Grüße

undefined

17.01.2021 13:52 • x 1 #3


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buddl1

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die Liebe...
ja sie kann erkalten, mal bei dem einen und auch bei dem anderen.
unerklärlich bleibt, wer habe Schuld oder aus welchem Grund dieses Verlangen nach dem anderen
zum erliegen kam...
ist es Gewohnheit, dass stetige Zusammensein, was kaum über den Alltag hinaus geht?
muss man sich wirklich erneut um die Liebe des anderen bemühen, erkämpfen?

du möchtest kämpfen, lass dich auf neue Wege ein,
wo kannst du ihn im Alltag abholen ihn deine Zärtlichkeit zeigen.
manchmal muss man die Hand des anderen länger festhalten, bis man angeschaut,
vielleicht verstanden wird.

er muss dich sehen, wahrnehmen, das alltägliche darf nicht mehr alltäglich sein,
sei es beim Essen, beim Schlafen miteinander, er muss wissen dass er dich und du ihn brauchst.
das ist das einfache, was so schwer zu machen ist,
auch ihm mal zu zeigen, wie es dir zu schaffen macht...
buddl1,

17.01.2021 16:49 • x 2 #4


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maya60

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Hallo @undefined , leider kommt das sehr sehr oft vor, das zeigen ja auch die vielen Threads mit diesem Thema im Forum hier, dass von Depression Betroffene Phasen der Emotionsflachheit erleben, was für sie wie auch für die ihnen Nahestehenden schlimm ist.
Mit konsequenter Behandlung der Depression ist die Chance da, dass sich das wieder ändert.

Ich selber hatte auch Phasen, in denen ich mich leer und emotionslos fühlte und mir verstandesmäßig sagen musste, dass es nicht sein könne, dass ich niemanden mehr liebe. Das ist grässlich und von daher ist es vernünftig, in dieser Phase, ausgelöst durch die Depression, keine weitreichenden Aussagen über die Liebe zu machen.
Bei Emotionsflachheit geht es aber eh vielen zu schlecht, um weitreichende Entscheidungen zu treffen.

Ich kenne beides: Die Rolle der selber Depressiven und die Rolle der Angehörigen zuvor lange Jahre, da meine Mutter depressiv ist.

Daher kenne ich es auch, einerseits an seiner eigenen Ertragensgrenze als Angehörige zu sein und andererseits aber ja selber noch seine Liebe zu fühlen. So dass keine eindeutige Nähe-Distanz-Entscheidung möglich erscheint.

Darum finde ich es wichtig, beides eben zuzulassen, beides zu seinem Recht kommen zu lassen, beides zu leben.

Du brauchst und kannst dir die Liebe nicht ausreden. Wieweit du sie deinem Partner momentan zeigen kannst, wieviel er gar nicht zulässt, ist nur eine Seite davon.
Wenn er dein Traummann eigentlich ist und du ihn liebst, darfst du deine Träume und Hoffnungen und Emotionen haben, denn du hast ja keine Depressionen.

Dann sind da aber die Enttäuschungen und die Schmerzen und Belastungen durch die Tage mit einem schwer Kranken. Da ist es wichtig, dass du ab jetzt sehr gut für dich selber sorgst, dich verwöhnst mit Sachen, die d u magst und die gesunde Menschen tun. Dass du mit Freunden rausgehst, wenn du magst, dass du fürsorglich für dich bist und zusiehst, dass du unter Menschen kommst, die fröhlich sind.
Denn dein Partner ist momentan zu krank, das mitzumachen, du kannst aber nicht ewig drauf verzichten, das zieht dich selber in eine depressive Realität hinein.

Dein Partner braucht für alles viel Zeit und Ruhe und du brauchst vor allem auch mal Lebendigkeit und Freude für dich.

Wenn du für dich selber sorgst, ist das auf jeden Fall eine gute Investition in die Zukunft, egal, wann dein Partner wieder gesünder wird und wieder mehr fühlen kann.
Drauf Warten ist aber als einzige Hauptbeschäftigung völlig zermürbend.

Liebe Grüße! maya

17.01.2021 17:04 • x 4 #5


undefined

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Liebe Maya,

vielen Dank für deinen ausführlichen Text, er hat mir sehr geholfen. Du hast recht, ich sollte mich wieder mehr um mich kümmern. Das ist in der letzten Zeit auf jeden Fall zu kurz gekommen.

Alles Liebe

undefined

17.01.2021 17:31 • x 2 #6


Yinyang

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Hi @undefined.

Wie ist das ganze denn ausgegangen. Es ist schade , dass die Leute sich dann hier nicht mehr äußern. Ich werde positiv wie negativ das forum hier auf dem laufenden halten. Soll kein Angriff sein. Aber dann kann man aus Erfahrungen sich austauschen. Danke

06.09.2021 06:54 • x 2 #7


undefined

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Hallo @Yinyang ,

danke für deine Nachfrage! Ich hab das ehrlich gesagt gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass hier noch Leute mitlesen.. für so interessant hielt ich mich nicht.

Kurz: ich habe mich vor einigen Wochen getrennt. Wir hatten ein sehr langes Gespräch, dass es so nicht weitergehen kann. Es kamen noch mehr Diskrepanzen, als es dann um die Zukunftsplanung ging und wir gemerkt haben, dass wir da nicht mehr auf einer Wellenlänge sind und ganz andere Ansprüche haben, das hat uns beide zusätzlich belastet.
Wir sind beide sehr froh über die Trennung und uns auch einig, dass sie längst überfällig war.

Mittlerweile bin ich mehr als glücklich in einer neuen Beziehung - sehr lange und sehr verrückte Geschichte. Ich ziehe nun um und erfülle mir meinen jahrelang gehegten Traum, im Norden zu wohnen. Mein Leben entwickelt sich momentan besser, als ich es je zu träumen gewagt habe.

Liebe Grüße

undefined

07.09.2021 11:12 • x 3 #8


Yinyang

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@undefined

Sind denn seine Gefühle wieder gekommen?

Danke für deine Mühe:)

07.09.2021 12:01 • #9


Yinyang

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Schön das du jetzt glücklich bist:)

07.09.2021 12:15 • x 1 #10


undefined

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@Yinyang Nein, seine Gefühle kamen nicht wieder.
Als wir uns getrennt haben, kamen wohl nochmal kurz Gefühle hoch, aber das lag daran, dass er Angst hatte, jetzt so viel zu verlieren.
Letztlich haben wir aber beide nur gewonnen.

07.09.2021 12:18 • x 1 #11


Yinyang

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@undefined

War eure Beziehung harmonisch davor oder habt ihr euch in dem letzten halben Jahr oft gestritten.

Sorry für die ganzen Fragen. Du sagtest er war dein Traummann:(

07.09.2021 14:32 • #12



Hallo undefined,

x 4#13


undefined

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Die Beziehung war harmonisch, was aber auch sehr viel daran lag, dass er einfach extrem harmoniebedürftig ist. Er hätte das Schluss-Gespräch auch von sich aus nie aufgebracht, er geht Konflikt immer aus dem Weg.

Ja, war auch mein Traummann.. dachte ich zumindest. Jetzt weiß ich, dass dem nicht so war. Aber hinterher ist man ja meistens schlauer..

07.09.2021 14:48 • x 2 #13

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