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Aufräumen - Wie schafft Ihr es euch zu motivieren?

maya60
Liebe Alexandra, bei deiner super Antwort an deine Freunde, um ihre Kommentare zu stoppen, hätte ich viel zu sehr Angst, dass das nach hinten los geht, dass sie nämlich wirklich kommen, um mir zu "helfen" und dann ihren deutschen Ordnungstick in epischer Breite stundenlang an mir auslassen würden, ich müsste unter ihren sich selbst preisenden Augen den letzten Blödsinn machen, während sie pausenlos reden und das ganze würde zur Verschlimmbesserung des Jahres führen und ich bliebe am Ende des Tages als Wrack zurück.

03.07.2019 07:03 • x 2 #31


Rowi
Hallo ihr Lieben,
ich lasse auch mal einen Tipp hier.
Es handelt sich um das 5 Minuten-Aufräumen.
Du brauchst dazu einen Wäschekorb oder einen anderen Korb und eine Eieruhr, Wecker am Handy was auch immer aber es muss nach 5 Minuten piepsen können.
Wer ein Haus hat oder eine größere Wohnung der macht bitte am Anfang bzw. wenn mega Chaos herrscht nicht mehr als 3 Zimmer an einem Tag.

Also man geht in den ersten Raum z.B. Wohnzimmer stellt den Timer an und packt erstmal alle Sachen die nicht in das Zimmer gehören in den Korb (bei der Einzimmerwohnung kannst du ja in Wohnbereiche einteilen und dann funktioniert das mit Wohnbereich statt Zimmer). Dann werden die Sachen die in den Bereich gehören da hingelegt wo sie ihren angestammten Platz haben. z.B. Fernebienungen neben den Fernsehr, Kuscheldecke zusammengelegt auf das Sofa, Spielzeug der Kids in die Spielzeugkiste, ect.
Wenn die 5 Minuten rum sind. Werden der Korb und der Timer genommen und in den nächsten Bereich gegangen.
Da wird wieder der Timer angemacht aber zuerst das aus dem Korb anständig weg geräumt was in den Raum gehört und dann erst das was nicht rein gehört wieder in den Korb gelegt, dann der Rest vom Raum verstaut.

Das erste Mal habe ich mir 15 Minuten auf dem Timer gegeben, weil ich nicht glauben konnte das 5 ausreichen. Aber schnell konnte ich reduzieren und es hat auch mega motiviert es in etwas kürzerer Zeit zu schaffen ohne sich abzuhetzen.

Da bei diesem Tipp das Putzen außen vor bleibt und es wirklich nur um eine Grundordnung geht wo halt nicht mehr alles wie Kraut und Rüben rumliegt, kann es sein das es nicht für jeden was ist.

Für mich ist der Tipp klasse, Da er so Flexibel und von der Zeit wenn es wirklich notwendig ist auch täglich angewendet werden kann. Wichtig ist mir aber das ich mich trotz laufender Zeit nicht mega unter Druck setzen lasse und trotzdem ist es eine Übung um mit dem Druck besser umzugehen. Mehrer eFliegen mit einer Klappe.

LG
Rowi

03.07.2019 07:11 • x 7 #32


Mayke1
Klasse Tipp!

Dankeschön!

03.07.2019 07:15 • #33


maya60
Hallo Rowi, ich finde deinen Tipp auch gut, solange die Familie, natürlich meine ich nicht kleine Kinder, nicht überall alles stehen lässt. Wenn ich selber Probleme mit dem Aufräumen habe und jeder das weiß und trotzdem jeder sein Glas und seine Überbleibsel vom TV-Schauen auf dem Couchtisch lässt und das Küchenwaschbecken voller schmutzigen Geschirrs steht, das eigentlich in die Spülmaschine gehört, dann verliere ich die Motivation, denn ich raffe mich nicht auf für solche Wecker-Aktionen, während die anderen, die Aufräumen nur Aufmerksamkeit kostet, nicht mitziehen und mir noch Steine in den Weg legen. Idiotenarbeit mache ich nicht.

Dann räume ich erst weiter auf, wenn diese Hürden weg sind und die sind spätestens weg, wenn die betreffenden Säumigen selber wieder an ihren unaufgeräumten Platz kommen.
Meine Männer stellen auch gerne Geschirr in die Spülmaschine, auf dem Ränder sind, die die Spülmaschine gar nicht schafft und die vorher hätten abgewaschen werden müssen.
Mittlerweile arbeite ich das nach gefühlt Millionen Hinweisen nicht mehr nach und wenn sie dann die Spülmaschine ausräumen, finden sie diese Ränder sauber verewigt auf dem Geschirr und rufen ganz erstaunt: Das ist ja gar nicht sauber geworden!

Ach was!

03.07.2019 07:34 • x 3 #34


Alexandra2
Oh Resi, das ist super!

03.07.2019 08:05 • x 1 #35


Alexandra2
Liebe Maya,
OH das klingt nervig, ist den Freunden klar, was sie mit ihrem Verhalten anrichten? Sie sind toll und Du in ihren Augen "unfähig"?
Es hat mich viel Überwindung gekostet, mit 1 Nachbarin in meinen Keller-Albtraum zu gehen. Aber da sie selbst krank ist, war sie sehr einfühlsam und verständnisvoll. Immerhin sind 3 Kellerräume voll gestellt.
Und im Wohnteil ist viel liegen geblieben, eine sehr einfühlsame Freundin half den Kleiderschrank auszumisten. Sie hat an 2 Tagen nicht ein Wort verloren. Und ich musste jedes Teil anziehen, das von ihr begutachtet wurde mit, 'passt, passt nicht, steht dir nicht, unmodern', schnauf. Das Ergebnis waren 4 große Müllsäcke und 25 Paar Schuhe - weg. Erst nachdem ich mir eingestehen konnte, jahrelang völlig erschöpft gewesen zu sein, wich die Scham.
Vielleicht kann bei einer anderen Freundin auch ein begrenztes Projekt starten. Es geht für mich darum, Nähe zuzulassen. Und die Erfahrung zu machen, daß ich nicht allein bin. Es ist sehr anstrengend, sein Leben lang alles allein schaffen zu müssen.
Meine Freundin jedenfalls kann jetzt meine Schusseligkeit, die Symptome des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms, erkennen und richtig zuordnen. Es ist so wichtig, aus den Fehlannahmen auszusteigen. Ich bin chaotisch, weil ich keine Aufmerksamkeit und Konzentration aufbringen kann.
Und vielleicht hilft es, ein sehr begrenztes Projekt zu starten, um neue Erfahrungen zu machen. Ich bin noch nicht soweit.
Aber vielleicht gibt es eine Kleinigkeit, die Dir helfen könnte mit einer zartfühlenden Freundin?
Liebe Grüße Alexandra

03.07.2019 09:46 • x 2 #36


maya60
Liebe Alexandra, ja, ich kann mich gut hineinversetzen, wie du es erlebt hast, bei uns im Keller und in meinem Kleidungsschrank gäbe es auch genug auszumisten und das wird schon noch geschehen.
Nein, meine früheren Freundinnen hätte ich aus obigen Gründen nie gefragt, weil Ordnung schon im normalen Alltag ein solches Thema für sie war wie ich das nicht verstehen konnte und mir dann eben den Horror vorstellte, den ich hier mir ausgemalt habe.

Aber wenn es mir besser geht als jetzt hilft mir jederzeit ein Flüchtlingsfreund, der dann eben statt Gartenarbeit im 450 Eurojob mir im Haus hilft, angeboten hat er das oft genug und sieht es vor allem wie es ist, da er selber Depressionen und auch ein Kriegstrauma hat und alle damit verbundenen Probleme kennt, aber noch jünger und stärker ist als ich und sich eben auch über seine Kindheit und Jugend definiert und stärkt, als er noch ganz gesund war.

Liebe Grüße! maya

03.07.2019 09:57 • x 2 #37


MelodieSyren
Das mit einer WG hatte ich mir auch überlegt.

Aber nicht jeder mag es, wenn jemand anderes gleich 3 Tiere mit in die WG bringt oder?

Und im Moment ich weiß nicht.durch meine Depressionen - und da ich diese Momentan angehe und daher oft "komisch" drauf bin, bin ich lieber für mich alleine. Ich will nicht dass ein eventueller WG Mitbewohner sich dann nur über mich und meine Eigenarten aufregt.

Aber vielleicht denke ich da auch zu verbissen?

03.07.2019 20:51 • x 2 #38


Blume71
Hallo,

Zitat von MelodieSyren:
bin ich lieber für mich alleine


Da bin ich 100% bei Dir. Allerdings wäre es was anderes, wenn Du eine gute Freundin hättest bzw. eine Vertraute, die eine WG mit Dir gründen möchte. Vllt. findet sich da jemand aus dem Freundeskreis.

Zitat von MelodieSyren:
Aber vielleicht denke ich da auch zu verbissen?


Keineswegs - Dein Gefühl wird Dir da schon den Weg weisen und Du bist es die sich bei der Entscheidung wohl fühlen muss.

Ich drücke Dir die Daumen. Vertraue drauf, dass sich irgendann etwas ergeben wird, Du musst nur genug Werbung bzw. Anfragen in Deinem Umfeld streuen.

Lieben Gruß Blume

04.07.2019 18:23 • x 1 #39


Eis
Liebe @Rowi

Ich hab das mit dem Aufräumen und dem Korb heute probiert. Hat super funktioniert. Danke für den Tipp!

LG Eis

04.07.2019 19:23 • x 1 #40


Rowi
Liebe Eis,
schön das es funktioniert hat gern geschehen.
LG
Rowi

04.07.2019 19:35 • x 2 #41


MelodieSyren
Meine Freunde wohnen leider alle sehr weit weg.

Meine beiden Freundinnen leben bereits in einer WG zusammen. Aus gewissen Gründen können wir drei leider keine WG zusammen machen. (Da Details zu nennen würde zu lang dauern). Ich wäre nämlich gern zu ihnen gezogen, aber da sind die Mieten auch so teuer.

Und andere Freunde wohnen in Österreich.
Und da kenne ich mich leider gar nicht aus mit Wohnungsmarkt und Arbeitsamt usw.Da ist es mir doch etwas zu gefährlich da einfach ins kalte Wasser zu springen.

Sonst habe ich leider niemanden.

Und eine WG mit meiner Mutter könnte ich nicht machen, da das vom Amt dann gleich als Bedarfsgemeinschaft gewertet würde und sie dann nicht für mich zahlen würden, sondern meiner Mutter das Geld aus der Tasche ziehen würden.
Klingt vielleicht blöd so, aber ich will auch niemandem auf der Tasche liegen - auch nicht für kurze Zeit.

Es ist leider alles unglaublich verzwickt

04.07.2019 22:22 • x 2 #42


Alexandra2
Es gibt an manchen Orten Wohnen gegen Hilfe, im Haushalt etc. Müsste man aushandeln. Ob das Amt die Kosten weiter übernimmt, ist fraglich.
Oder betreutes Einzelwohnen mit Unterstützung, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen soweit es geht.

05.07.2019 06:41 • x 2 #43


MelodieSyren
Weißt du wen man da fragen kann wegen betreutem Einzelwohnen?

Also welche Institutionen oder so?

06.07.2019 20:27 • #44


Alexandra2
Das läuft über die ambulante Sozialpsychiatrie. Du musst mal unter diesem Stichwort in Deiner Umgebung recherchieren, welcher Anbieter das ist.

06.07.2019 20:54 • x 1 #45




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