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Wie geht ihr mit Suizidgedanken um?

Oljafrie32

Oljafrie32

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Wie geht ihr in solchen Situationen um wenn diese Gedanken kommen aber man es eigentlich nicht tun möchte und dann Angst vor diesen Gedanken bekommt?

09.10.2018 15:33 • #1


hardymei

hardymei

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Moin.

Wenn die Gedanken an Suizid und die Ängste vor diesen Gedanken drohten übermächtig zu werden, konnte ich zu einer ganz bestimmten befreundeten Familie gehen, die mir Halt geben konnten. Das Angebot hatte ich in einer voran gegangenen Krise von ihnen bekommen, und ich habe es dann halt auch genutzt. Es hat funktioniert.

Ein anderer Weg wäre vielleicht der Griff zum Telefon gewesen - zum Kontakt zur Telefonseelsorge.

Was außerdem sehr hilfreich sein kann, ist der Gang zu einer psychiatrischen Akutstation im Krankenhaus. Ich weiß allerdings nicht, ob es das in jedem KH gibt.

Ich hoffe, du findest den für dich besten Weg.

09.10.2018 18:45 • x 2 #2


CeHaEn

CeHaEn

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Mein Ansatz, der für mich funktioniert: Ich lasse diese Gedanken zu und schaue, was hinter ihnen steckt. Solche Gedanken können nämlich sehr unterschiedlich ausfallen.

Wenn es sich um "aktive" Gedanken handelt - also wenn man sich die Möglichkeiten ausmalt und den Eindruck hat, dass man sie umsetzen würde - dann sollte man sich Hilfe holen! Hardymei hat das gut aufgezählt.

Es können aber auch eher "passive" Gedanken sein, ich nenne es dann "Lebensmüdigkeit". Das sieht bei mir so aus, dass ich nicht böse darum wäre, wenn mir nun einfach ein Lkw auf den Kopf fallen würde. Gleichzeitig lege ich es aber nicht darauf an, dass etwas passiert. Ich gehe nicht bei Rot über die Straße und ich lege auch keinen Fön auf die Badewanne.
Denn in diesen Momenten habe ich einfach nur die Nase voll - nicht mehr und nicht weniger. Man darf die Nase voll haben.
Das geht auch wieder vorbei.

Solche passiven Gedanken habe ich hin und wieder. Manchmal begleiten sie mich über den halben Tag und manchmal verschwinden sie schon wieder nach einer Stunde. Ich weiß, dass ich diese Gedanken nicht in die Tat umsetzen will. Vielleicht stelle ich mir sogar Möglichkeiten vor, spinne ein wenig herum - und dann geht es wieder. Ich habe keine Angst mehr vor den Gedanken. Für mich ist das so ähnlich wie bei einem traurigen Film: Wenn er mich berührt, dann weine ich kurz - aber ich bleibe wegen des Films nicht ewig traurig. Kurz danach geht es mir wieder besser.

10.10.2018 12:33 • x 1 #3


Oljafrie32

Oljafrie32


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ich habe Angst vor solchen Gedanken

10.10.2018 14:41 • #4


CeHaEn

CeHaEn

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Kannst/möchtest du diese Angst näher beschreiben?

Hier und an anderer Stelle hast du geschrieben, dass du keine konkreten Absichten hast. Falls du befürchtest, solche Absichten zu bekommen: Nimm bitte das Telefon in die Hand. Sprich mit jemandem, dem du vertraust, ruf die Telefonseelsorge an, oder die Klinik, in der du warst. Wenn es ganz schlimm wird, dann kannst du auch den Arzt anrufen. Hauptsache, du kannst mit jemandem sprechen, der damit umzugehen weiß.

Oder hast du Angst davor, dass die Gedanken deine Stimmung noch schlechter machen?
Hast du vielleicht Angst vor der Tatsache an sich, dass dir solche Gedanken durch den Kopf gehen?

10.10.2018 15:10 • #5


Oljafrie32

Oljafrie32


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Ich habe Angst dass diese Gedanken irgendwann so stark werden dass ich es tatsächlich machen will.
Weil es am einmal so krass war dass ich schon meine Stimme gehört habe ich soll einfach aus dem Fenster springen. Dass hat mich so traumatisiert dass ich davor Angst habe.

10.10.2018 15:12 • #6


CeHaEn

CeHaEn

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Aber du bist nicht gesprungen. :) Ich nehme an, dass du mindestens einen sehr gewichtigen Grund zum Weitermachen gefunden hast. Vielleicht hast du dir in dieser Situation auch noch Hilfe geholt.
Im Prinzip weißt du also, was zu tun wäre. Mal völlig abgesehen davon, dass du ganz tief in dir drin auch gar kein Ende setzen willst. Da bist du ganz schön stark gewesen und hast deiner inneren Stimme gesagt, dass sie den Rand halten soll! Du weißt nämlich ganz genau, dass sie damals Blödsinn geredet hat.

Hoffentlich wird es nicht nochmal so krass und selbst wenn du merkst, dass es wieder so steil bergab geht, dann kannst du etwas dagegen tun.

10.10.2018 15:54 • x 1 #7


hardymei

hardymei

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Zitat von CeHaEn:
Ich nehme an, dass du mindestens einen sehr gewichtigen Grund zum Weitermachen gefunden hast.


Das wäre auch mein Gedanke dazu.

In der entsprechenden Situation kommt einem das Argument völlig absurd vor, total unverständlich. Aber nach meiner Überzeugung - und offen gestanden auch aus eigener Erfahrung - stimmt es: Es gibt immer ..... mindestens ..... einen Weg, weiterzumachen. Weiter zu Leben!

10.10.2018 16:35 • #8




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