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Kollegin wegen Burnout krankgeschrieben - wie mit ihr umgehen?

Hallo zusammen,

Um mein Anliegen zu schildern, muss ich leider etwas ausholen
Ich habe eine Kollegin, die mir sehr viel bedeutet, wir treffen uns auch im privaten Bereich. Sie war bis vor kurzem "offiziell" wegen Burnout krank geschrieben, durch die Blume habe ich aber erfahren, dass dies wohl nur eine sehr allgemeine Beschreibung für den Krankheitsgrund war, vielmehr ging die Diagnose wohl mehr in die Richtung "smiling Depression", wie es auf neudeutsch heißt. Sie wollte mir nun nach dem letzten Treffen ihre Handynummer nicht geben (aufgrund von befürchtetem Kontrollverlust), möchte mich aber dennoch privat weiterhin treffen, nur eben möchte sie gerne die Häufigkeit bestimmen, was ich auch verstehen kann, wenn sie gerade eine schwierige Phase hat. Aber nun bin ich doch etwas verunsichert. Zuerst fühlte mich nur so, als hätte ich einen "kreativen Korb" erhalten, je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr dämmert mir, dass dies auch mit ihrem Krankheitsbild zusammenhängen könnte (sozialer Rückzug, Kontrollverlust, jemanden erst ganz genau kennen bevor man sich öffnet usw.). Meine Frage ist nun, wie kann ich ein gutes Verhältnis bewahren? Verzeiht die etwas doofe Frage, aber ich möchte natürlich nichts falsch machen und ihr auch nicht vor den Kopf stoßen, denn ich habe sie wirklich sehr gerne. Wie kann ich jetzt am besten also auf sie zugehen? Ich denke mal, Geduld und Verständnis ist angebracht? Hilft es einem Betroffenen, ihm aus heiteren Himmel zu sagen "Du bedeutest mir wirklich viel!" o.ä.? Ich bin sehr an ihr als Menschen interessiert und möchte sie nicht verlieren und aufgrund meiner Unwissenheit jetzt etwas falsch machen. Vielen Dank für Eure Tipps.

LG

09.01.2020 19:43 • x 1 #1


Pimbolina71
Hallo @SunStares : lass ihr vor allem die Zeit, die sie jetzt braucht. Du kannst ihr schon sagen, wie wichtig sie für Dich geworden ist, aber bitte damit nicht unter Druck setzen, das wäre dann kontraproduktiv. Abwarten, was von ihrer Seite aus kommt, ist zwar schwer auszuhalten, aber ich glaube die beste Möglichkeit, ihr die Chance zu geben, sich dann zu melden, wenn es ihr besser geht.

Hast Du denn Verständnis für ihre Situation? Das ist fast das Wichtigste.

Viel Kraft
LG Pimbolina

09.01.2020 20:10 • x 1 #2



Hallo SunStares,

Kollegin wegen Burnout krankgeschrieben - wie mit ihr umgehen?

x 3#3


Hallo @Pimbolina71 - Ja Verständnis habe ich auf jeden Fall. Obwohl es mir am Anfang schon schwer gefallen ist, dies nicht einfach nur als "Korb" aufzufassen, aber wenn man jetzt die Zusammenhänge sieht, wird einiges klarer. Und nein, ich möchte natürlich keinen Druck aufbauen mit der Aussage, aber wie denkst Du bringe ich das ohne Druck rüber? Ich möchte natürlich auch nicht in ausschweifenden Erklärungen ausarten, wenn ich sage, dass mir jemand wichtig ist.

09.01.2020 20:17 • x 1 #3


Pimbolina71
In einem besseren Moment kannst Du ihr sicherlich sagen, dass Du sie gern hast und sie Dir wichtig ist. Es gibt dann natürlich zwei mögliche Reaktionen auf diese Aussage: 1) sie zieht sich völlig zurück oder im besten Fall 2) Sie kann damit gut umgehen und spricht offen mit Dir über die Gefühle, welches das ausgelöst hat bei ihr. Ich wünsche Dir auf jeden Fall Punkt 2.

Aber gell, wann ist der richtige Zeitpunkt? Das kann ich Dir leider auch nicht sagen. Ich als Betroffene reagiere ja meistens mit Rückzug, wenn mir jemand zu nahe kommt. Also schön ruhig angehen lassen und nichts überstürzen.

Liebe Grüsse
Pimbolina

09.01.2020 20:25 • #4


Ja, hast Recht. Ich dachte ja schon, als ich sie zur Verabschiedung geküsst habe, (natürlich nur auf die Wange, aber schon überraschend), dass es dann zum genannten Rückzug kommt. Als ich sie am nächsten Tag dann aber anschrieb, kam prompt eine nette Antwort zurück was mich dann auch überraschte. Versteh mich nicht falsch, ich suche hier nicht nach einem Kniff, jemanden in eine Beziehung zu drängen, sondern will einem mir lieben Menschen mitteilen, dass er mir wichtig ist und er auf mich zählen kann. Kurz zum Hintergrund, bei mir wurde auch vor geraumer Zeit eine Depression festgestellt, die ich aber mittlerweile ganz gut im Griff habe. Das weiß sie auch.Trotzdem ist das natürlich kein Garant für automatisches Vertrauen, ich weiß.Ich werde ihr auf jeden Fall die nötige Zeit geben und ihr nicht das Gefühl geben, in irgendeine bestimmte Richtung gedrängt zu werden.

09.01.2020 20:34 • x 1 #5


Pimbolina71
Das sind schon mal ganz gute Ansätze. Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld, denn die wirst Du gebrauchen können.

09.01.2020 20:38 • x 1 #6


Vielen lieben Dank. Wenn ich was mittlerweile gelernt hab, dann nicht aufzugeben. Ganz liebe Grüße.

09.01.2020 21:16 • x 1 #7


Kleiner Nachtrag noch einmal - wäre es Eurer Meinung nach angebracht, ihr meine Gedanken in einem Brief mitzuteilen? Ich finde das um einiges sensibler als jetzt mit der Tür ins Haus zu fallen, immer mit dem Gedanken im Kopf, ob es jetzt der richtige Zeitpunkt ist oder nicht.
Ich werde jetzt keinen Liebesbrief schreiben, sondern nur meine Gedanken darlegen und wie sehr ich sie als Menschen schätze und wie sehr ich mich in ihrer Nähe wohl fühle. Also ganz ohne Forderungen oder Druck meinerseits. So hätte sie die Gelegenheit, dies in Ruhe zu bewerten. Ich bin verbal auch nicht unbedingt der Geschickteste und je persönlicher es wird, umso mehr neige ich dazu es zu "routiniert" rüber zu bringen.Da käme das "Du bedeutest mir wirklich viel!" sicherlich platt und mit zu viel Interpretationsspielraum rüber. Denke, in geschriebener Form kann man dies eventuell etwas feiner darstellen.?

11.01.2020 10:55 • #8





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