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Ich habe Gebärmutterkrebs - wie mit der Angst umgehen?

juliagausa

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Hallo ihr Lieben,

muss mich einfach mal ausheulen =(
Habe im letzten Jahr echt viel durch machen müssen (gesundheitlich)
Mehrere Op´ s, unter anderem am Kopf, und zwei weitere Tumorentfernungen, alle Tumore waren zum Glück gutartig

Jetzt hatte ich letzte Woche einen Termin beim Arzt und mir wurde eine Probe genommen und am Freitag habe ich erfahren, dass ich Gebärmutterkrebs habe und diese jetzt Zeitnah entfernt wird, ich bin noch jung und wollte immer Kinder.
Am meisten Angst macht mir jedoch die Krebserkrankung an sich, noch nicht mal das ich nie eigene Kinder haben werde.

Wer hat Tipps wie ich am besten mit dieser Angst umgehe?

danke

16.01.2019 13:23 • x 1 #1


Pilsum

Pilsum

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Hallo juliagausa,

es tut mir Leid, dass Deine Gesundheit in der letzten Zeit so stark beeinträchtigt ist.
Diese wiederholten Operationen belasten Dich sicher sehr.
Zitat:
Wer hat Tipps wie ich am besten mit dieser Angst umgehe?


Dies finde ich nicht einfach, da eben mal ein paar Tipps zu geben.
Was macht Dir denn am meisten Sorgen? Kannst Du das beschreiben?

Erzähle ruhig mal etwas mehr über Dich. So können wir Deine Situation
möglicherweise etwas besser verstehen.

Viele Grüße

Bernhard

16.01.2019 14:07 • x 3 #2


juliagausa


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Danke erst einmal für deine schnelle Antwort
Es ist scher zu beschreiben, habe seit der Diagnose Neurofibromatose ständig Angst, das sich neue Tumore bilden und laufe wirklich für jeden noch so kleinem "Pups" zum Arzt, das ein Tumor auch mal bösartig sein kann bei meiner Grunderkrankung war mir immer bewusst, nur das es jetzt "so schnell" geht hätte ich nie gedacht.

Ich hatte wie gesagt mehrere Op´s, am 14.6.2018 zuletzt am Kopf, es wurde ein Tumor entfernt.
Nachdem ich dann auch wieder einen Job gefunden habe und mich dort echt wohl fühle dachte ich es geht wieder Berg auf.
Habe ebenfalls zeitgleich einen ambulanten Therapieplatz bekommen und mache auch Fortschritte.
Dann habe ich im Dezember meinen lang gewünschten Heiratsantrag bekommen und war richtig glücklich. Unser größter Wunsch war es immer eigene Kinder zu bekommen, die Namen standen schon fest =)

Es war eine Routineuntersuchung und die Ärztin sagte das irgendetwas ausfällig wäre und mich ins Klinikum überwiesen und dann ging halt alles super schnell.

An dem Tag wo ich die Diagnose erhalten habe war ich noch recht gefasst, doch je länger ich Zeit habe darüber nachzudenken umso schlechter geht es mir.

Ich habe einfach zufunkst und verlassensängste, ich habe Sorge das mein Verlobter mich auf lange Sicht hin verlässt, weil wir nie gemeinsame Kinder haben können.
Er ist einfach der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich liebe ihn sehr, gerade deswegen will ich eigentlich nicht das er wegen mir auf seinen Kinderwunsch verzichten "muss".
Ich habe aber auch Sorge das der Tumor schon so gestreut hat das es keine "Genesung" mehr geben wird, davon gehen die Ärzte zwar nicht aus und sagen ich habe sehr gute Heilungschancen, aber Gedanken macht man sich schließlich schon.

Ich mache mir auch einen Kopf wie es beruflich für mich weiter geht, arbeite in der Einrichtung erst seit dem 01.08.2018 und falle ja jetzt einige Zeit aus, bin bei meinem letzten Arbeitgeber einfach rausgekickt worden und habe Sorge das sich das jetzt wiederholt.

Ich hoffe es ist verständlich geschrieben, habe versucht es möglichst genau zu schreiben, weiß grad einfach nicht wo mir der Kopf steht


DANKE schonmal

16.01.2019 16:03 • x 2 #3


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe juliagausa,
Kannst Du mit Deinem Verlobten darüber sprechen? Vielleicht traut er sich nicht auf Dich zu zukommen.
Ich würde nochmal beim Arzt vorsprechen:
Kann man die Gebärmutter noch erhalten, erhaltend operieren? Und wenn ja, evtl. Eizellen einfrieren lassen (Beratung)
Solltest Du nicht sicher sein wegen der OP: Zweitmeinung vom anderen Arzt einholen.
Mache kleine Schritte, nimm auch mal jemand anderen mit zum Arzt. Ich fände wichtig, für Dich ein Netz zu bauen. Dann hast Du mehrere Ansprechpartner (Verlobter, Freunde, Eltern, Geschwister et . alle die wohlmeinend sind).
Ich wünsche Dir viele liebe Menschen an Deine Seite

16.01.2019 16:30 • x 4 #4


Pilsum

Pilsum

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Hallo juliagausa,

einen Heiratsantrag hast Du bekommen. Das ist ja toll.
Du glaubst doch nicht etwa, Dein Partner steht nicht mehr dazu, nur weil Du krank geworden bist.
Solltet ihr wirklich keine eigenen Kinder bekommen können, gibt es andere Lösungen, falls ihr gerne mit Kindern leben wollt.
Deine Zukunftsängste zum jetzigen Zeitpunkt kann ich zwar verstehen. Ich denke Du solltest
Dir aber nicht so starke Gedanken machen. Wie es kommt, so wirst Du das Leben annehmen und meistern.

Wie es beruflich weitergeht, ist wohl im Moment weniger wichtig.
nicht immer geht alles daneben. Es reicht doch schon, dass Du krank geworden bist.

Gute Besserung wünsche ich Dir und dass Du weitgehend unbeschadet diese schwere Zeit überstehst.

Bernhard

16.01.2019 22:39 • x 2 #5


juliagausa


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Ich habe mit meinem Verlobten mehrmals darüber gesporchen und er versichert mir das er für mich da ist und mich nicht verlässt,
trotzallem ist die Angst echt groß, habe in meinem bisherigen Leben leider viele Verluste erleben müssen, sodass es immer wieder extrem hochkommt.
Ich hätte es auch gerne anders, aber ich habe nur ihn und seine Eltern, meine Mutter ist schon vor langer Zeit verstorben und zu meinem Vater besteht auf meinem Wunsch hin kein Kontakt.
Leider ist es nicht möglich die Gebärmutter zu erhalten, also wird das schwierig mit den Eizellen einfrieren.
Habe im Klinikum denke ich die besten Ärzte an der Hand und werde dort von insgesamt 4 Ärzten betreut (auch noch aus anderen Gründen) diese sind alle einer Meinung.


Ich danke euch für die aufmunternden Worte, und sry für den langen Text

17.01.2019 15:37 • x 3 #6


Pilsum

Pilsum

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@juliagausa

Hallo juliagausa,

es ist kein Wunder, dass Dir der ganze gesundheitliche Stress viel Angst macht.
Zitat:
trotzallem ist die Angst echt groß, habe in meinem bisherigen Leben leider viele Verluste erleben müssen,
sodass es immer wieder extrem hochkommt.


Bei solch starken Belastungen kann Dir alles starke Angst machen.
Daher empfehle ich Dir, Dich möglichst nicht verrückt zu machen. Nach der Operation
werden die Ängste bestimmt geringer sein, weil dann ein großer Punkt (die Operation)
hinter Dir liegt und keinen Stress mehr verursacht.

Viel Kraft wünsche ich Dir und vertraue darauf, dass die Mediziner Dir helfen werden.

Viele Grüße

Bernhard

17.01.2019 22:20 • x 1 #7


juliagausa


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Hallo Pilsum

danke für die aufmunternden Worte und das "offene Ohr"
Es ist einfach immer wieder die Frage nach dem warum, habe das Gefühl das es immer wieder nur mich trifft.
Habe weniger Angst vor der OP als vor den Folgen (keine Kinder zb) desweiteren macht mir die Krebserkrankung wirkluch richtig zu schaffen,

Ich werde mal mit meiner Therapeutin darüber reden, ich hoffe sie hat einen Zeitnahen Termin frei =)

DANKE

21.01.2019 15:05 • x 1 #8


Juju

Juju

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Ich wünsche Dir von Herzen, dass alles wieder gut wird.

Ich kann leider nicht so wirklich viel dazu sagen.

Ich habe allerdings zwei positive Erlebnisse für Dich.

Meine Mutter hatte Gebärmutter-Krebs mit 40... wurde entfernt und meine Mama ist 73 Jahre geworden und hatte nie mehr Krebs.

Eine gute Bekannte bekam die Diagnose Anfang letzter Jahr auch.
Sie konnte nicht operiert werden, nur bestrahlt.
Die Tumore wurden besiegt.

Ich hoffe, das macht Dir bisschen Mut.

21.01.2019 18:58 • x 5 #9


juliagausa


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Liebe Juju

ja das macht mir hoffnung und nimmt mir die Angst, vielen lieben dank für diese positiven Nachrichten =)

21.01.2019 19:00 • x 2 #10


juliagausa


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Hallo Ihr lieben =)

Wollte euch nochmals für die lieben Worte danken =)
Hatte am Mittwoch jetzt meine Gebärmutterentfernung und werde jetzt vorsorglich einmalig bestrahlt (erstmal) dann wird in 3 Monaten nochmal geschaut, ob was zu sehen ist, erneute Probeentnahme vom umliegenden Gewebe =(
Drückt mir die Daumen und danke für´s "zuhören"

03.03.2019 15:23 • x 2 #11


Juju

Juju

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Drücke ganz fest die Daumen.

03.03.2019 18:30 • x 2 #12


maya60

maya60

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Hallo @juliagausa, auch ich drücke dir fest die Daumen! Wird die Bestrahlung noch stationär in der Klinik gemacht oder machst du einen Teil davon ambulant?

Übrigens sind mein Mann und ich glückliche Adoptiveltern seit 17 Jahren! Trennung war nie ein Thema als es anders kam als gedacht. Mach dir keine Sorgen über diese Themen.

Ich wünsche dir eine gute Genesung!

Viele liebe Grüße! maya

03.03.2019 19:15 • x 1 #13


juliagausa


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Danke, es wird ambulant gemacht werden, darüber bin ich aber echt froh, habe gerade eine Hochzeit vorzubereiten =) Daher kann ich jede freie Minute zuhause gut gebrauchen.
Adoptieren war für uns immer ein Thema, wir wollten immer ein eigenes und ein Kind adoptieren (Bin selbst als Pflegekind groß geworden und möchte das weitergeben)

Meine größte Sorge ist einfach, das bei der nächsten Untersuchung wieder was gefunden wird =( weil noch konnten die Ärzte nichts zum genauen ausmaß sagen =(

Danke für eure lieben Worte =)

03.03.2019 19:52 • x 1 #14


maya60

maya60

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Du klingst schon irgendwie recht fit. Schön. Ich dachte immer, eine Gebärmutter-OP ist eine große Bauch-OP mit langem Bauchschnitt und einige Tage danach würde man sich noch eher bescheiden fühlen. Aber du bist jung und welche schönere Energiemotivation gibt es als die eigene Hochzeit? Wunderbar!

Es ist sehr besonders, für ein ausländisches Adoptivkind Eltern sein zu dürfen. Dass ihr das auch vorhattet und vorhabt finde ich eine so wertvolle Lebensplanung.

Natürlich ist es deine Sorge, wie die nächsten Untersuchungsergebnisse aussehen, auch wenn die Ärzte dir versichern, dass die Heilungschancen gut sind. Hast du Kontakte zu anderen jungen Frauen in der Onkologie? Selbsthilfekontakte, fand ich immer, sind eine Riesen-Heilungskraft!

Auch hier im Forum.

Ich bin übrigens schon oft an dicken Lipomen operiert worden, gutartigen Tumoren, die aber auch bösartig werden können. Davon habe ich eine Reihe von Narben an Armen, Rücken und Bauch und ein Ende dieser überflüssigen Fettgeschwulste ist noch nicht in Sicht.

03.03.2019 20:05 • x 1 #15




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