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Wiedereingliederung - Leistungs- und Termindruck

T
Zitat von Albarracin:
Hallo, GdB 30 bringt jetzt schon mal einen pauschalen Steuerfreibetrag - ggfs. auch rückwirkend. Außerdem kannst Du jetzt einen Antrag auf ...

Einen Gleichstellungsantrag wollte ich auf jeden Fall stellen. Das werde ich mir am Wochenende mal anschauen und eine Begründung zusammen schreiben. Leider gibt meine Situation da ja auch was her....

Bezüglich der Akteneinsicht bei einem Widerspruch: können das nicht nur Anwälte bekommen? Und wenn nein, muss man zum Landesamt fahren und darf in einem Einzelbüro mal in seine Akte schauen? Oder gibt es mittlerweile einen Online-Zugriff? Ich wohne in Niedersachsen - vielleicht wird dort ja vorbildlich gearbeitet?

Vor einem Widerspruch schrecke ich derzeit noch etwas zurück aus Sorge, danach einen niedrigeren GdB zu haben und dann keine Gleichstellung mehr beantragen zu dürfen. Und kann man sich nicht sowieso nur um einen Zehnerschritt verbessern oder gibt es auch krasse Unterschiede, dass dann aus einem GdB 30 ein GdB mit 50 wird?

#16


Dys
Zitat von Teller:
dass dann aus einem GdB 30 ein GdB mit 50 wird?

Ich habe zwar mit einem Widerspruch keine Erfahrung. Aber mir wurde durch einen Verschlechterungsantrag der GdB von 30 auf 50 erhöht und das auch ohne Befristung. Also dürfte es keine 10er Sprünge geben, die eingehalten werden müssten.

x 1 #17


A


Hallo Teller,

Wiedereingliederung - Leistungs- und Termindruck

x 3#3


Albarracin
Experte

x 2 #18


T
Kann es eigentlich auch Nachteile für mich haben, wenn ich gleichgestellt werden sollte? Ich lese überall nur von den Vorteilen, doch die Medaille hat ja im Normalfall immer zwei Seiten.

Als gleichgestellter Beamter würde man mir sicher für meine Beschäftigung etwas leichtere Bedingungen bewilligen. Doch werde ich im Gegenzug nicht auch "bis zum letzten Atemzug" im Dienst gehalten (noch mehr als ohne Gleichstellung), auch wenn sich doch gesundheitlich keine Besserung einstellen sollte? Sollte durch die Therapie in den nächsten Jahren keine Besserung eintreten, würde ich ehrlicherweise doch lieber in den Zwangsruhestand gehen, als mir dies noch die nächsten Jahrzehnte anzutun :/

#19


Dys
@Teller
Denkst Du, dass Deine Therapie nicht zu einer Genesung führen könnte? Wäre der Gedanke, als genesener Mensch auch wieder Leistungsfähig zu sein, generell so abwegig? Du bist Mitte 30 und es ließt sich so, als hättest Du Dein Leben und vor allem Dein Erwerbsleben schon gänzlich aufgegeben. Ich weiß ja nicht wie gut Beamte die nicht mehr Arbeiten können, versorgt werden und vielleicht ist man dass im Vorruhestand mit vielleicht dann 40 Jahren schon auskömmlich genug. Aber möchtest Du nicht lieber deine Erkrankung erfolgreich behandeln lassen? Das Du quasi Zwangsarbeit leisten müsstest bis ans Ende deiner Tage, dürfte zumindest in Deutschland kein Thema für Beamte sein, denn dass ist es ja auch für 0815 Angestellte nicht. Man darf seinen Job auch kündigen, vermutlich auch wenn man Beamter ist und etwas gänzlich anderes für seinen Lebensunterhalt tätigen, wenn man mag. Natürlich machen Jobs auch krank, besonders wenn sie einen eben überfordern. Ging mir auch mal so, aber vielleicht gäbe es ja auch einen Job der Dir keine Probleme bereiten würde und Dir nach einer Genesung zudem auch mehr finanzielle Vorteile bringen könnte, als eine Frühpensionierung. Dazu wäre aber erstmal wie schon erwähnt, Deine Behandlung oberste Priorität und der Wunsch dadurch zu genesen.

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Albarracin
Experte

x 3 #21


T
Zitat von Dys:
@Teller Denkst Du, dass Deine Therapie nicht zu einer Genesung führen könnte? Wäre der Gedanke, als genesener Mensch auch wieder Leistungsfähig ...

Hallo Dys,
ich denke schon, dass ich mit der Therapie noch eine Chance habe und möchte damit auch wieder gesund werden und mich behandeln lassen. Wenn ich dann wieder gesund und leistungsfähig bin, kann ich ja auch wieder ein normales Berufsleben führen.

Nur im Moment fühlt sich das alles so weit weg an und insbesondere das Arbeitsleben fällt mir schwer.

Dein Eindruck zu meiner Hoffnungslosigkeit im Berufsleben trifft zu - auch ein Punkt, der in der Therapie abgearbeitet werden muss. Mit einem "dann mach doch was anderes" ist es bei mir jedoch leider auch nicht getan. Ein jetziger Jobwechsel in eine andere Branche würde an der Behandlungsbedürftigkeit und den Symptomen nichts ändern. Ich wäre dann nur schneller meinen Job los und würde alles verlieren - und das ist jetzt eben auch noch ein Anker in meinem Leben.

#22


Dys
@Teller
Natürlich sollte man während einer Erkrankung nicht spontan und unüberlegt den Job aufgeben. Das habe ich ja auch nicht anregen wollen. Wie gesagt, Du hast ja geschrieben, dass Du eine Therapie machen willst. Aber Du hast auch gemutmaßt das da nach zwei Jahren vielleicht keine Besserung eintritt und Du dann am liebsten in den Vorruhestand gehen würdest. Und ich glaube, Du machst Dir da Gedanken über ungelegte Eier.

Ob Du in einem anderen Job besser zurecht kommen könntest, kann ich ja ohnehin nicht beurteilen, allerdings bist Du tatsächlich ja nicht in diesen Job gezwungen worden, hoffe ich jedenfalls mal und eben auch nicht gezwungen den bis zum letzten Atemzug auszuüben.
Ob oder was Du alternativ arbeiten könntest und möchtest, kannst sowieso nur Du selbst beurteilen. Das zweckmäßigste wäre halt, wie Du ja auch erkannt hast, Dich erstmal behandeln zu lassen um gesund werden zu können.

x 2 #23


T
Hallo zusammen,

hier ein kleines "Statusupdate":

Ich hatte mittlerweile das von mir angefragte BEM Gespräch. Im Ergebnis hat mein Dienstherr eingesehen, dass da etwas schiefgelaufen ist in meiner Wiedereingliederung und daraus folgend meine Gesundheit wieder schlechter wurde, was dann zu neuen Fehlzeiten geführt hat. Neben der noch fehlenden Arbeitsplatzausstattung wurde mir zugesagt, sich auch nach einer geeigneten Arbeitsplatzgestaltung für mich zu erkundigen (z.B. ob der Betriebsarzt oder eine andere Beratungsstelle für Arbeitgeber/innen dort Hinweise zur Gestaltung geben kann).

Weil das alles so gelaufen ist, "wie es halt gelaufen ist", möchte man (da der letzte Wiedereingliederungsplan vor einigen Wochen abgelaufen ist) mir eine neue Wiedereingliederung anbieten und mich dieses mal schonender an den Beruf zurückführen. Wie das ganze konkret aussieht, konnte man mir in dem Gespräch noch nicht sagen. Dies hängt auch davon ab, was meine Ärztin in den Wiedereingliederungsplan aufnimmt. Ich habe dann natürlich gesagt, dass ich mir das grundsätzlich vorstellen könnte und das besprechen werde.

Das Protokoll des Gesprächs soll mir noch zugeschickt werden.

Nach dem Wochenende und etwas Bedenkzeit bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, ob ich das schaffe. Mag vielleicht auch durch die Erkrankung beeinflusst sein :/
Das ständige - Versuch - scheitern - neuer Versuch - wieder scheitern - neuer Versuch - (in den letzten Jahren auf diversen Stellen) hat da schon so seine Spuren hinterlassen. Spätestens im Sommer muss ich sowieso zum Amtsarzt (wegen meiner befristeten Teildienstfähigkeit) und dachte mir im Gespräch "ich kann es ja bis dahin noch einmal versuchen". Gleichzeitig fehlt mir mittlerweile der Mut, mich erneut aufzuraffen in der Hoffnung, dass es dann dieses Mal endlich klappt.

Habt ihr euch solche Gedanken auch bei wiederholten Wiedereingliederungsversuchen gemacht?

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A


Hallo Teller,

x 4#10


Dys
Zitat von Teller:
Habt ihr euch solche Gedanken auch bei wiederholten Wiedereingliederungsversuchen gemacht?

Sicher, ich denke sogar, dass nahezu jeder sich Gedanken darüber macht, scheitern zu können und das nicht nur bei einer Wiedereingliederung. Derer hatte ich in meinem Arbeitsleben drei und jedesmal war es anfangs nicht leicht und jedesmal gabs einen Punkt, an dem ich es abbrechen wollte, was ich aber dann doch nicht tat, weil ich mich dann doch wieder Leistungsfähig fühlte und es dann auch war. Aber ich konnte meine Grenzen besser erkennen und entsprechend für mich handeln um sie nicht mehr zu überschreiten und mich selbst zu überfordern. Ich habe aber auch die trotzdem vorhandene Leistungseinschränkungen nicht mehr als Scheitern bezeichnet und mir somit auch nicht suggeriert, ich könne das nicht oder nicht mehr und mir auch nicht mehr eingeredet, dass ich jetzt quasi zu nichts mehr tauge, so wie ich es früher mal empfunden hatte. Denn tatsächlich ist man ja nicht immer so leistungsfähig wie man es früher mal war. Weniger zu leisten hatte natürlich auch Einbußen zur folge, denn zuletzt wechselte ich in die Teilzeit und dementsprechend war der Verdienst geschmälert. Das ist aber eben eine Sache, die ich dann in kauf nahm und auch daran musste ich mich gewöhnen. So wie ich mich immer an Veränderungen erst gewöhnen musste und es immer wieder muss. Das fühlt sich dann nach wie vor auch mal als Scheitern an, aber auch Scheitern gehört zum leben. Die Frage ist halt, wie sehr ich mich damit aufhalten möchte, über ein Scheitern nachzudenken. Oder ob ich alles lasse, nur um nicht scheitern zu können. Denn das wäre ja die Konsequenz.

x 1 #25

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