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Wie wird Arbeitslosigkeit öffentlich gesehen?

H
Hallo. Bin m, 32.
Ich will versuchen mehr Kontakte zu knüpfen und irgendwie mehr im gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Teils konnte ich Menschen kennenlernen durch z.b. Selbsthilfegruppen oder ähnliches. Es gibt auch die Möglichkeit über Kontaktegruppen auf facebook Menschen kennenzulernen, indem man an realen Gruppentreffen teilnimmt. Allerdings ist meine Geschichte recht unangenehm für mich. Also eben Arbeitslosigkeit. Und so wie ich öfters im Internet lese, kommt das bei vielen wohl nicht gut an. (Gerade beim Dating anscheinend schwierig. ). Jedenfalls würden mich einige Ansichten oder Erfahrungen interessieren, wie ihr das seht. Also wenn man als diagnostizierte Person, mit Arbeitslosigkeit sich unter Normalos wie manche so sagen, begibt?
Will sehr sehr ungern in unangenehme Situationen geraten. Selbsthilfegruppen sind ja kein Problem oder manche hobby-bezogenen Sachen wie Brettspieltreffen, Musikgruppen oder sowas. Aber so 1:1 nur Talk-Runden. Ist auch fraglich für mich noch worüber man genau reden soll, in welche Richtung lenken?
Kennt ihr so eine Sorge, wie geht ihr mit Einsamkeit oder Alleine-sein um? Will jetzt nicht unbedingt in einen Verein, eher etwas, wo es nur um Kontakte geht.

Danke soweit, Grüße

19.09.2023 01:07 • x 1 #1


R
ALG1 kommt gleich mal vor Bürgergeld, das selektiert sich drastisch in die zugehörige Kaste?
In den Singlebörsen erstmal gar nicht erwähnen und abwarten was sich da im Gegenüber entpuppt...

19.09.2023 16:59 • #2


A


Hallo HundKatzeMaus,

Wie wird Arbeitslosigkeit öffentlich gesehen?

x 3#3


Mit180gen0
Das kann man per se gar nicht so genau sagen.

Warum ist jemand arbeitslos? Ist seine Firma pleite gegangen, ist die Person schon lange erkrankt.

ODER ist sie wirklich einfach zu faul, um zu arbeiten. Das sind große Unterschiede.

Leute trifft man übrigens auch beim Sport. Vor allem, wenn man in einer festen Gruppe, also zu einem festen Termin z.B. einen Kurs besucht. Ich sage jetzt mal Yoga oder Rückenfit oder so.

19.09.2023 17:01 • x 1 #3


B
Ich bin zwar ein ganzes Stück jünger als du, aber würde auch sagen es ist hauptsächlich von den Gründen abhängig. Wenn jemand aufgrund von äußeren Umständen seinen Job verloren hat oder wegen seiner Krankheit, den würde ich nicht verurteilen, aber leider kenne ich da einige, die nicht so differenzieren. Wenn jemand einfach keine Lust auf Arbeit hat oder vom Geld seiner Eltern lebt, gehe ich davon aus, dass wir nicht viel gemeinsam haben und habe dann auch kein weiteres Interesse mehr. Als Empfehlung würde ich die Info einfach weglassen bis das Gegenüber fragt.

19.09.2023 19:17 • x 2 #4


BlackKnight
Ich sehe den Menschen.... ein schlechter Mensch ist ein schlechter Mensch, egal ob mit oder ohne Arbeit‍️

19.09.2023 19:19 • x 4 #5


Dys
Zitat von HundKatzeMaus:
Jedenfalls würden mich einige Ansichten oder Erfahrungen interessieren, wie ihr das seht. Also wenn man als diagnostizierte Person, mit Arbeitslosigkeit sich unter Normalos wie manche so sagen, begibt?

Persönlich habe ich, wenn ich mir bis dato unbekannte Menschen kennenlerne, keine Checkliste im Kopf, bezüglich dessen Status in punkto Gesundheit oder Arbeit. Es muss nur Sympathie vorhanden sein. In welche Schublade ich dann jemanden stecken möchte, obliegt dann meinem entsprechenden Denken, wie umgekehrt halt auch dem meines Gegenübers. Denn im Grunde ist es dann ein Schubladen Denken und weiter nichts. Die Frage ist dann nur, sind Es Schubladen der Erkenntnis oder welche die vorurteilsbehaftet sind.

Sortiere ich von vornherein in Letztere ein, beraube ich mich um einen tatsächlichen Erkenntnisgewinn und die entsprechenden Schubladen bleiben dann eher leer. Der Vorteil ist dabei, ich erspare mir die Mühe, jemanden unvoreingenommen kennenzulernen. Der Nachteil ist, ich lerne eben bestimmte Menschen garnicht erst kennen.

Im übrigen habe ich für mich festgestellt, dass ich es noch nie mit Normalos zu tun hatte. Jede(r) war in irgendeiner Weise speziell und zum Glück keiner Norm entsprechend.

20.09.2023 14:03 • #6


bones
Nun wenn eine bzw einer wirklich jemanden kennenlernen möchte, da ist es völlig uninteressant,ob jemand Arbeit hat oder halt net. Das ändert ja nicht die Person. Wer anders denkt, ist halt sehr oberflächlich. Da lohnt sich so einer net wirklich kennenzulernen. Klar, Leute,die Arbeiten gehen,haben oft einen anderen Lebenstyle. Aber es ist falsch, gleich jemanden abzuschreiben,nur weil er arbeitslos ist. Ich würde mir an deiner Stelle mich net so verrückt machen darüber. Weil du hast es eh net in der Hand. Sei einfach du selbst und komm sympathisch rüber.

20.09.2023 22:23 • x 1 #7


R
Früher verbrachte ich viel Zeit in Singlebörsen und lernte dadurch eine Vielzahl an Frauen kennen. Zu der Zeit war ich beruflich erfolgreich und hörte von den gegenüber schon in den Chats das die einen suchen der mitten im Leben steht. 2009 nach der Lehman Pleite fand in meiner Firma ein größere Personalabbauwelle statt, eigentlich wäre ich gar nicht betroffen gewesen aber es gab großzügige Abfindungen mit 16 Monaten Freistellung bei vollen Bezügen. Jedenfalls war ich danach im ALG1 Bezug und das hatte dann bei einigen Frauen sein Gschmäckle. So indirekt durch die Blume wurde schon mal geäußert, bis wann ich mal wieder was arbeiten möchte...
Während meines burn outs kamen dann öfters solche Fragen ob ich nur simulieren würde. Jedenfalls nach der Berentung gab es zahlreiche Kontaktabbrüche und seither erzählte ich keiner neuen mehr das ich EMR bin.

21.09.2023 12:38 • x 3 #8


BlackKnight
Zitat von Rali:
Früher verbrachte ich viel Zeit in Singlebörsen und lernte dadurch eine Vielzahl an Frauen kennen. Zu der Zeit war ich beruflich erfolgreich und ...


Das gibt es in dieser Situation immer wieder‍️ ... auf Lovoo war ich mal aktiv ne Zeitlang wegen Mädels.... wenn ich geschrieben habe z.Z. arbeitslos hatte ich praktisch 0 Erfolg.... aber schrieb: ich Banker in leidender () Funktion hatte ich ne recht gute Quote.....

Vielleich auch noch viele im alten Mann/Frau Rollenbild gefangen‍️

21.09.2023 12:42 • x 1 #9


R
@BlackKnight
Ja das kommt mir bekannt vor, ein Foto vor meinem Zuffenhausener Cabrio und unter Beruf: Privatière und man kann sich echt nicht bildlich vorstellen, was für Frauen anbissen

21.09.2023 18:45 • x 1 #10


Caro63
Ich bin zwar schon alt im Vergleich zu dir....denke aber zu wissen,es ist heute nicht mehr so einfach, Kontakte zu knüpfen oder jemand kennen zu lernen.
Durch social media verändert sich die Art und Weise der Kontaktaufnahme. Oft reicht ein falsches Wort oder ein falscher Satz und man ist raus, was völliger Schwachsinn ist.
Natürlich geht es nach wie vor über Vereine,Sport usw.,nur schau allein in Bus/Bahn,da hält sich fast jeder Mensch am Smartphone fest.Quasi kaum möglich über Blickkontakt,ein nettes Wort usw.Leute kennen zu lernen.
Da spielt der Zufall eine grosse Rolle und selbst dann kann man an der Oberflächlichkeit im Gedankengut der oder des Anderen scheitern.
Mach dich nicht kleiner als du bist, Arbeitslosigkeit kann jeden Menschen heutzutage treffen.Es heisst nicht umsonst Arbeitslosenversicherung, in die man Einzahl monatlich, um im Notfall eben versichert zu sein!
Trittbrettfahrer wird es dabei natürlich immer geben, das kann keiner verhindern.
Im Normalfall ist es ein ALG1 für den Notfall, zum Glück in einem Sozialstaat wie D.
Und dann hat jeder Mensch auch noch eine,seine eigene Persönlichkeit, ist introvertiert oder eben extrovertiert.
Auch hat jeder Mensch bestimmte ihm selbst wichtige Ansichten und oder Interessen oder eben nicht, das verkompliziert das auch nochmal.
Und je älter man wird, um so mehr wichtet man ab,wenn man kennen möchte oder eben nicht.
Sicher,alles nicht so einfach,die Nadel im Heuhaufen zu finden.
Ich war mehr oder weniger jahrelang Single Mutter bis 52,ehe ich den Richtigen fand(sogar über ne online Plattform)und habe Freundschaften durch Trennungen von vorangegangenen LAG s (Lebensabschnittsgefährten) verloren.
Wichtig ist es, selbst authentisch zu bleiben und dann findet sich das auch früher oder später...mein Sohn ist mit 35 auch single (nicht arbeitslos) und teilt ähnliche Problematik.
Deshalb diskutieren wir viel über gerade solche Themen, apropos ich liebte mein Single Dasein...man ist unabhängig,kann tun und lassen wie man will oder auch viel erleben...am Ende zählt,was man erlebt hat im Leben und dass man eine/seine Geschichte hat...
Wünsche Dir Optimismus, eine gesunde Portion Selbstvertrauen, was man alles erlernen kann...das soll nicht als Belehrung ankommen bittschön...
VG Caro63

21.09.2023 21:52 • #11


HDD
Hallo @HundKatzeMaus,

wenn du speziell Frauen kennen lernen willst (ich schließe das mal aus deinem Profil): Arbeitslosigkeit ist bei vielen von ihnen ein Problem. Soziale Medien (Tinder etc.) bringen's nur dann, wenn du blendend aussiehst und ein richtig gut frisiertes Profil hast. Ich würde da erst gar keinen Aufwand reinstecken, es wird höchstwahrscheinlich nur enttäuschend, und wer will das schon?

In nicht-so-leben-wie-man-wirklich-ist-t30032.html hast du geschrieben:
Zitat:
ein Problem ist auch dass ich noch nie eine Beziehung hatte

Zitat:
Bin auch erst mit 26 das erste mal in einer Disko gewesen

Disko kannst du vergessen. Viel zu laut. Und alleine bringt's das nicht. Aber das hast du ja inzwischen selbst festgestellt.

Ich habe mir einige deiner Postings angesehen und auch deine Probleme.

Ich weiß ja nicht, ob das geht, aber optimal fände ich, wenn du eine Berufstätigkeit finden könntest, die du ausüben kannst und die dir Spaß macht. Das würde viel von dem Druck wegnehmen, den die Einsamkeit dir im Augenblick bereitet. Intellektuell sollte das bei deinem IQ ja kein Problem sein. Vielleicht etwas, wo nicht so viel Sozialkompetenz gefragt ist. Etwas, das du dir selbst beibringen kannst oder wo du Interesse dran finden kannst. Da lernst du dann auch zwangsläufig Leute kennen, daraus können sich Bekanntschaften und vielleicht sogar Freundschaften ergeben.

Nur so eine Idee: Wie wäre es mit Programmieren? Das ist eine Tätigkeit, in der logisches Denken und Abstraktionsfähigkeit gefragt ist - und etwas, das man sich selbst beibringen kann (ich weiß das, war selbst Programmierer); ist etwas, das Spaß machen kann, wo man in begrenztem Rahmen schöpferisch tätig sein kann. Sozialkompetenz ist da eher weniger wichtig, das dürfte dir vielleicht entgegen kommen. Allerdings ist das auch ein schnellebiges Gebiet, man muss am Ball bleiben. Und es dauert eine Weile, bis man fit genug ist, um wirklich was auf dem Kasten zu haben, das der Arbeitsmarkt brauchen kann. Ist also möglicherweise eher etwas für langfristig nebenher.

Einfacher wäre irgendeine gemeinnützige Tätigkeit. Z.B. bei der https://www.tafel-bochum-wattenscheid.de/ oder im https://www.kostnixladen.de/ auf der Dorstener Strasse. Da kannst du sicher Leute kennen lernen - und zwar vor allem solche, die in einer ähnlichen beruflichen/finanziellen Situation sind wie du.

21.09.2023 23:12 • x 1 #12


Fritz
Hi Hunde Katz Maus

Leider leben wir in einer Kapitalisten Gesellschaft.
Es zählt nur, was ich bin und was ich kann.
(Arbeitslosigkeit wird als eine Art Minderwertigkeit empfunden.)
Aber gerade Menschen mit einer psychischen Krankheit sind wunderbar und verständnisvoll.
Das habe ich immer wieder erfahren!
Ich bin sehr gern allein und verzichte auf die Besserwisserei von vielen anderen, sogenannten Normalos!

Meine Meinung
Servus

22.09.2023 05:14 • x 2 #13


HDD
@Fritz
Dass wir in einer kapitalistischen Gesellschaft leben, sollte aber kein Grund sein, nicht doch zu versuchen, das Beste aus sich zu machen, was einem möglich ist, nur weil man von den Umständen / der Herkunft / den Genen her benachteiligt wurde. Was für dich zählt, das bestimmst nur du allein.

Dass viele Leute Arbeitslosigkeit als Makel empfinden, ist deren Problem. Vielleicht waren sie noch nie arbeitslos oder arbeitsunfähig und haben daher nie erfahren, wie sich das anfühlt. Es wird nur dann dein Problem, wenn du das zulässt - wenn du deren Urteil und Meinung über deine eigene stellst.

Und ja: Psychische Probleme machen einen Menschen nicht per se irgendwie schlechter. Ich kenne einen jungen Mann, der unter immer wiederkehrenden Depressionen leidet und darum nur sehr begrenzt arbeitsfähig ist. Der Typ ist fantastisch. So intelligent, einfühlsam und begabt - ich könnte ihm nicht das Wasser reichen, und ich halte mich selbst nicht gerade für dumm. Er arbeitet inzwischen selbst mit Leuten mit Behinderung und ist hervorragend darin. Es hat halt eine Weile gedauert, bis er seine Nische gefunden hat - aber er hat sie schließlich gefunden.

Wenn du gerne allein bist und dich dabei wohl fühlst, ist das super. Du brauchst dich dann nicht auf andere Leute einzustellen, das macht es viel leichter. Ich verstehe das, bin selbst auch viel lieber für mich als die meisten Leute, die ich kenne, und fühle mich wohl dabei.

Es tut mir Leid, wenn ich besserwisserisch rübergekommen sein sollte. Das war nicht beabsichtigt. Ich wollte nur meine Gedanken zum Besten geben (so wie du ja auch), in der Hoffnung, dass es vielleicht jemandem nützen könnte.

22.09.2023 08:34 • x 1 #14


H
@HDD Ich habe lange und immer noch dran festgehalten, berufstätig zu werden. Habe tatsächlich auch schon in der Freizeit angefangen programmieren zu lernen. Letztes Jahr hab ich sehr viel Sport gemacht und Anfang diesen Jahres war ich sozusagen komplett ausgebrannt. Hab monatelang nur im Bett gelegen, weil nichts mehr ging. Weiß im Moment gar nicht was ich will. Hab mich in den letzten 10 Jahren auch recht verändert. Zum guten wohl größtenteils.
Hab teils einen sehr vollen Kopf. Habe ein paar Freunde bzw. Kontakte, aber teils fühl ich mich manchmal noch einsam.
Mit dem beruflichen: Bewerbungsfristen überall sind eh vorbei und mein Rhythmus ist im Eimer, schlafe teils bis mittags, komme morgens nicht aus dem Bett.
Ich will eigentlich super doll aus dieser Depri-Spirale raus und einfach Spaß an meinem Leben haben. Ich bin eigentlich voll der fröhliche Mensch und lebe nur durch diese ganzen Einrichtungen und die letzten 15 Jahre, in so einem Trott oder so.

Ich denke ich muss mal komplett aus meiner Routine ausbrechen. Glaube das ist mein Problem. Einfach mal raus, irgendwo hin und ganz spontan Dinge tun. Irgendwo raus, Fotos machen, keine Ahnung. Irgendwie hab ich grad nix, was mich so richtig fesselt. Habe viel gemalt/ gezeichnet bisher, bin da recht gut, bin musikalisch, übe teils, habe 5 Instrumente. Am Malen schon seit ein paar Jahren oder so eigentlich keine Lust mehr. Ich suche irgendwie nach persönlichen Herausforderungen, etwas Neues.
Ist es was besonderes wenn jemand gut malen kann? Gibt ein paar die meine Bilder sehr gut finden, für mich selbst ist es allerdings schon lange nichts besonderes mehr. Meine Selbstansprüche sind halt auch immer weiter gestiegen. Was an sich ok ist, aber wie gesagt: Ich denke immer, ich suche nach was größerem, etwas noch Beeindruckenderem.

Ich hab innerlich teils große Ambitionen, will viel erreichen und wenn erstmal privat, während viele andere nur Serien und so gucken. Vielleicht ists auch nur das Alleinesein, das zu diesem denken führt.
Hat jemand Ideen, was man lernen kann, was eher wenige können?

Ich habe mich in verschiedenen Einrichtungen für psychisch Erkrankte schon immer maximal unterfordert gefühlt und mich viel gelangweilt. Denke auch eigentlich seit ein paar Jahren, dass ich gar nicht mehr wirklich krank bin. Weswegen ich mich auch nicht so toll fühle, da mir ähnliche Kontakte fehlen, die viele Interessen haben und viel erschaffen wollen oder so.

Grüße

25.09.2023 19:56 • #15


HDD
Hallo @HundKatzeMaus,

ich habe dein Posting mal auf mich wirken lassen... und möchte dir meinen Eindruck schildern:
Du bist ein junger Mann mit großem Potential, künstlerisch und auch sonstwie,
mit Ambitionen, etwas Neues, Originales, Eigenes zu erschaffen,...
...aber was dir fehlt, ist Disziplin, die Fähigkeit, etwas zu Ende zu bringen, wenn es den Reiz des Neuen verloren hat.
Richtig?
Kann ich sehr gut verstehen - mir geht es irgendwie so ähnlich. Ich wälze auch Projekte, denke darüber nach, fange sie im Kopf an... und dann, wenn die 1% Inspiration vorbei sind und es an die 99% Transpiration geht, verliere ich die Lust. Der Reiz ist weg.
Zitat von HundKatzeMaus:
Hat jemand Ideen, was man lernen kann, was eher wenige können?

Vorschlag: Befasse dich mit Psychologie.

Ich bin vor 1 1/2 Jahren da drauf gekommen, nach meiner Rente, auf der Suche nach etwas, das mich besser ausfüllen kann als das Programmieren. Ich war mir ziemlich sicher, dass es nichts mehr geben könnte, das mich faszinieren kann, weil ich mich schon mit so vielen Dingen befasst habe. Tja, so kann man sich täuschen. Ich dachte schon darüber nach, mich an der RUB dafür einzuschreiben, aber es gibt einen Numerus Clausus und da habe ich keine Chance, will auch niemandem einen Studienplatz wegnehmen. Also habe ich mir jede Menge Bücher gezogen und mich sozusagen im Selbststudium über das hergemacht, was mich interessiert. Mein primäres Ziel: Mich selbst zu verstehen, wie ich ticke, warum ich so ticke, und was ich tun kann, um besser so zu ticken, wie ich das will. Wieder Spaß zu haben im Leben! Und nebenher, meine Mitmenschen besser zu verstehen, vor allem meine Frau. Und wenn ich dabei dem einen oder anderen in diesem und anderen Foren helfen kann - warum nicht?

Ich habe eine Menge gelernt und komme nun deutlich besser zurecht.

Ich bin zwar noch lange nicht da, wo ich hin will, aber es sind zumindest Fortschritte zu erkennen, und da für mich der Weg das Ziel ist, reicht mir das, um mich wieder besser zu fühlen. Ich hatte befürchtet, an Langeweile zu leiden, nach der Rente - aber das ist überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Ich hätte bei der Arbeit schon früher in den Sack hauen sollen - aber das nur nebenbei...

Übrigens ein weiterer Vorteil, sich mit Psychologie zu befassen: Da sie sich zentral mit dem Menschen befasst, gibt es unglaublich viele Gebiete, in die sie ausstrahlt: Politik, Verkaufspsychologie, Medien, Partnerschaft, Sport, Kunst... die Liste ist endlos. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn nicht etwas dabei wäre, was dich interessiert.

Aber bedenke auch das, was ich oben schrieb: Disziplin. Die Fähigkeit, einen geregelten Tagesablauf zu haben. Das ist wichtig, das solltest du üben, um aus deinem Loch raus zu kommen. Ich hatte ja in meinem letzten Posting ein paar ehrenamtliche Tätigkeiten aufgeführt - so was könnte dir dabei helfen. Und, wie gesagt, du lernst dabei auch Leute kennen. Wer weiß, vielleicht ist auch ein nettes Mädel dabei?

Du musst halt den Hintern hochbekommen! Mach dich schlau, was für dich passt und wo sie dich haben wollen und du nützlich sein kannst, nimm Kontakt auf - und los!

Zitat von HundKatzeMaus:
Ich habe mich in verschiedenen Einrichtungen für psychisch Erkrankte schon immer maximal unterfordert gefühlt

Dann mach da einen Bogen drum herum und versuche, das ambulant hinzubekommen, z.B. durch Arbeit an dir selbst.

25.09.2023 21:24 • #16


H
hab überlegt, ob ich ein neues Thema starte, aber versuche es hier.

Ich war bei eine Spieletreff-Selbsthilfegruppe in der Nähe. An sich gut. Auch wenn mir die Altersspanne dort eigentlich zu hoch ist und ich eigentlich eher Leute in meinem Alter suche. (Sag ich nur hier).
Aber ich habe wieder so ein richtig ungutes Gefühl allgemein. Also, dass ich seit Jahren etwas grundsätzlich falsch mache in meinem Leben, das irgendetwas so richtig richtig schei. gelaufen ist... Bin vorhin Leuten über den Weg gelaufen, die ich aus einer Einrichtung kenne, habe die gegrüßt, aber mich gleichzeitig auch unglaublich schei. gefühlt, weil ich im Prinzip kann man sagen, teilweise von denen auch ausgegrenzt wurde. Bzw. einfach abgelehnt. Ich weiß nicht was ich falsch mache. Der Spieletreff hat mich abgelenkt, aber an sich dachte ich vorher noch, dass ich mich echt schei. fühle, weil einfach sehr viel irgendwie total schei. gelaufen ist. Einiges an Pech im Leben gehabt. Ich will nicht jammern oder so, aber irgendwie konnte mir auch niemand so richtig helfen oder so... Ich kriege zu Hause so sehr einen Rappel... also ich hab teils schon meinen halben Verstand verloren, fühlt sich so an und vielleicht unterdrücke ich manches oder so... keine Ahnung. Habe mich auch nie so richtig gewehrt und so, also einfach alles mitgemacht, weil ich früher so Ängste hatte.

Ich hab im Internet gelesen, dass 50% aller Menschen schon mal fremd gegangen sind... Ich denke da nur: Wie heftig ist das denn? So viele ehrlose Menschen? Ich denke fast schon in die Richtung: Bin ich noch der einzig Normale? Ich weiß das klingt für manche wahrscheinlich eingebildet, aber ist echt so... Muss ich echt mal sagen. So wie es in manchen Quellen schon heißt: Intelligenz macht einsam... Ich weiß gar nicht wie intelligent genau ich bin, so sehr jetzt auch wieder nicht. Aber irgendwie ist es voll heftig. Ich hab das Gefühl, keine richtigen Gleichgesinnten zu finden. Die Selbsthilfegruppen drehen sich alle nur um Krankheiten. Kaum etwas für Menschen, die sich einfach nur einsam fühlen oder keine Ahnung was.

Ich denke irgendwo, ich verstehe die Welt nicht so richtig... Aber andererseits denke ich, man kann theoretisch relativ glücklich leben. Ich will jedenfalls an sich keine schlechte Laune mehr haben. Aber irgendwie sind manche Dinge einfach so ungerecht... Manche finden mich nett, sagen, ich sei intelligent, aber andere wiederum brechen ohne Begründung den Kontakt ab, ja ghostet einen sogar halt...
Viele, die man so kennenlernt, sind super unzuverlässig, wenn man anfragt, ob man zusammen was macht, melden die sich einfach wochenlang nicht und so weiter.
Ich bin irgendwie ratlos. Bzw. sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Therapie kann ich nicht wieder machen, weil noch keine 2 Jahre her.

Grüße

26.09.2023 17:31 • #17


H
ich weiß nicht, ob man 2 mal hinter einander schreiben kann.
Wurde teils in einer Richtung früher wie ein kleines, dummes Kind behandelt. Das wurde mit sehr vielen gemacht.
Ich bin bis heute wütend...
Man wird nicht ernst genommen...
Ich wurde durch ein Amt ausgeknockt, indem die berufliche Reha nicht mehr finanziert wurde...
Ich habe die totale Ar. gezogen...
Ich fühle mich absolut nicht krank, aber habe totale Selbstzweifel, die mein ganzes Leben zerstören.
Ich kann extreeem klar denken, weswegen ich mich auch in den ganzen Einrichtungen extreeeeeeem unwohl fühle, weil ich mich da einfach komplett falsch vorkomme.
Das ist soo ein quälendes Gefühl. So als wenn ich komplett falsch eingestuft worden wäre von anderen und nicht angemessen, das Leben führe, das ich eigentlich führen kann. Ich stelle mein Licht komplett unter den Scheffel irgendwie...

Ich hatte keine Vorbilder, die mir gezeigt hätten, wie ich ein entsprechendes Leben führe und teils wird man von Betreuungspersonen nicht ernst genommen, weil die sich das alles gar nicht vorstellen können, in was für einer Situation ich bin.
Ich denke schon sehr lange quälend, dass die Psychiatrie mehr zerstört hat in meiner Psyche, als das es geholfen hat. Eigentlich sollte man als junger Mensch ja in seinem Selbstbewusstsein usw. gestärkt werden und nicht dauernd eingeredet werden, man sei weniger leistungsfähig und so weiter. Und immer wieder gefragt bzw. empfohlen bekommen: Wollen sie nicht in eine Behindertenwerkstatt?
Mich macht das sooooo derbe fertig. Ehrlich.

Ich habe schon länger den Gedanken, aus Verzweiflung, einen offizielen IQ-Test bei Mensa zu machen, nur um zu gucken, ob ich wirklich komplett spinne, ob ich mir das alles nur einbilde oder so...
Es ist so heftig. Ich weiß echt nicht weiter.
Ich weiß nicht in welche Richtung... Ich unterdrücke möglichweise seit Jahren meine inneren Impulse komplett frei und spontan zu leben. Stattdessen bleibe ich die ganze Zeit zu Hause und mache immer und immer wieder dieselben Dinge.
Ich bin komplett am Ende... Ich bewege mich in so einer Art Zwang oder was auch immer...

Danke, Grüße

26.09.2023 17:57 • #18


Dakota
Zitat von HundKatzeMaus:
Therapie kann ich nicht wieder machen, weil noch keine 2 Jahre her.

Das ist sachlich inkorrekt. Wenn eine Behandlung notwendig ist, darf die Krankenkasse sie nicht ablehnen. Du müsstest eine:n Therapeut:in finden, der einen etwas längeren Antrag schreibt, in dem die Notwendigkeit begründet wird. Eine gute Thera/ein guter Thera wird Dich dahingehend am Telefon beraten und Dir ehrlich mitteilen, ob er oder sie dazu willens ist.
Zusätzlich aufhebeln lässt sich die 2-Jahres-Regel bei einem Verfahrenswechsel - sprich wenn Du bspw. vor einem Jahr eine tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie abgeschlossen hast, kannst Du nun zu einem Therapeuten gehen, der Verhaltenstherapie macht und umgekehrt. Noch etwas ist möglich - wenn Du bei Deiner vorherigen Therapeutin/Therapeuten zufrieden warst, kann man da fragen, ob es jetzt noch möglich ist, sog. PT-Stunden zu bekommen. Da kann man 20 Stunden wahrnehmen in etwa größeren Abständen. Nennt sich Psychotherapiegespräche. Ist eine Art Nachsorge, die bei Kassenpatient:innen allerdings etwas geringer vergütet wird (daher hat da nicht jeder Therapeut Bock drauf).
Davon abgesehen - vielleicht kommt auch eine Beratungsstelle übergangsweise für Dich infrage?

26.09.2023 18:11 • #19


HDD
Zitat von HundKatzeMaus:
Ich hab im Internet gelesen, dass 50% aller Menschen schon mal fremd gegangen sind... Ich denke da nur: Wie heftig ist das denn? So viele ehrlose Menschen?

Ehrlos ist in diesem Zusammenhang ein schwieriger Begriff. Würde ich nicht verwenden. Jedenfalls nicht in unserer Kultur...
Zitat von HundKatzeMaus:
Aber irgendwie sind manche Dinge einfach so ungerecht... Manche finden mich nett, sagen, ich sei intelligent, aber andere wiederum brechen ohne Begründung den Kontakt ab, ja ghostet einen sogar halt...

Im Leben geht es nicht gerecht zu. Gerechtigkeit ist ein sehr subjektiver Begriff, und jeder versteht je nach Situation, Lust und Laune etwas anderes darunter, vorzugsweise immer das, was gerade nützlich für ihn ist. Wenn du dich an abstrakte Begriffe wie Gerechtigkeit klammerst, ist Unzufriedenheit praktisch garantiert. Das ist ungerecht, ich weiß, aber es ist nun mal so.

Und natürlich haben Leute zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Interessen. Die sind nur manchmal mehr oder weniger identisch mit deinen. Jeder lebt sein eigenes Leben, du ja auch. Man trifft sich - und irgendwann geht man auch wieder auseinander.
Zitat von HundKatzeMaus:
Ich weiß nicht in welche Richtung... Ich unterdrücke möglichweise seit Jahren meine inneren Impulse komplett frei und spontan zu leben. Stattdessen bleibe ich die ganze Zeit zu Hause und mache immer und immer wieder dieselben Dinge.

Die wenigsten Menschen wissen genau, in welche Richtung sie gehen / sich entwickeln wollen. Man plant vielleicht etwas, und dann entscheidet das Leben anders. Und man passt sich halt an.

Ich glaube, komplett frei und spontan zu leben ist mit geistiger Gesundheit nicht vereinbar, mit sozialer Stabilität auf jeden Fall auch nicht. Warum willst du so was anstreben? Daraus kann nichts Gutes entstehen.

Auf der anderen Seite macht es natürlich auch keinen Spaß, Sklave seiner Zwänge zu sein. Aber dagegen kann man etwas tun. Wie meist, ist ein gesunder Mittelweg das, was am Besten tut.
--
Dir scheint es heute nicht so gut zu gehen?

26.09.2023 19:14 • #20


H
Mein Problem ist z.b., dass ich vorhin wieder so Aggressionen und Wut hatte. Ich hab das regelmäßig und auch Rachefantasien, bzw. so Gewalterinnerungen aus der Schulzeit, in der ich teils schei. behandelt wurde.
Kennt jemand Erfahrung mit Mobbing? Weiß jemand, ob man da wieder rauskommt?
Ich habe auch so eine Art Zwang, ich tue im Alltag immer nur die immer selben Dinge. Also ich versuche nicht mein Leben komplett umzuändern oder mache mal komplett andere Sachen, ich zwinge mich teils immer wieder dieselben Dinge zu tun, die alle in meiner Wohnung stattfinden, also Malen usw. An sich ja ok, wenns einem Spaß machen würde.
Hab mich schon gefragt, ob ich irgendwie resigniert bin oder so. Ich hab keine Ahnung.
Ich war vorhin total geladen wieder. Manche Dinge machen mich extrem wütend irgendwie.
Z.b. hab ich einen Kumpel, der mir relativ am Anfang, als wir uns in einer Einrichtung begegnet sind, ein Beinchen gestellt hat. Ist nicht viel passiert, außer dass ich ihn aus Wut, dann etwas geschupst hab. Aber ich hasse sowas soooooooooooooo unglaublich derbe. Teilweise gehen mir immer noch so Fantasien durch den Kopf, dass ich vereinzelt jemandem echt richtig eine reinhauen könnte. Ich habs halt nicht getan oder so. Ich will mich auch nicht strafbar machen, aber diese Aggressionen teilweise, das macht mich so fertig. Irgendwie denke ich, unterdrücke ich ein gesundes Verhalten. Also ich sitze aktuell nur zu hause, bin am überlegen: gehe ich raus, spazieren? Ich hab irgendwie keinen Plan was ich machen soll. Mir ist vielleicht auch unendlich langweilig. Ich habe mein Leben in die schei. geritten, weil ich mich früher Dinge nicht getraut habe oder so.
Eigentlich habe ich, glaube ich, viel Energie, aber für Dinge die mir Spaß machen würden, weiß aber nicht was das ist.

Danke, Grüße

P.S.: @HDD: ne ist nicht soo gut grad. Ich meine mit frei und spontan leben, dass man einfach mal irgendwas spontan macht. Irgendwas unternimmt, in ein Geschäft oder so. Wobei ich alleine spazieren und Stadtbummel eher langweilig finde, glaub ich. Hab das Gefühl irgendwie so festgefahren zu sein.

26.09.2023 19:24 • #21


HDD
Zitat von HundKatzeMaus:
Kennt jemand Erfahrung mit Mobbing? Weiß jemand, ob man da wieder rauskommt?

Oh ja! Ich wurde an der Grundschule als Zugezogener von der einheimischen Dorfjugend regelmäßig gemobbt und auf dem Nachhauseweg verdroschen. Das ist kein Spaß, das kann ich dir sagen. Ich war regelmäßig am Heulen. Und so wütend! Aber was willst du machen, wenn sie von allen Seiten kommen. Meine Eltern waren mir da leider keine Hilfe. Wie wünschte ich mir später, mein Vater hätte so was wie Kampfsport mit mir geübt, damit ich mich hätte wehren können! Aber das war wohl ein unrealistischer Wunsch, zumal ich nicht so kräftig war wie die anderen. Diese Mobberei war jedenfalls einer der Einflüsse, die mein Wesen - wie ich mich anderen gegenüber gebe - nachhaltig beeinflusst haben. Nie wieder, so habe ich mir geschworen, nie wieder wirst du dich so demütigen, heulend und unkontrolliert um dich zu schlagen und das Objekt der Belustigung anderer zu sein - weder tatsächlich, noch im übertragenen Sinne.

Tja, was soll ich sagen: Man bezahlt natürlich einen Preis dafür. Der Preis war in meinem Falle soziale Selbstisolation, von ein paar Freunden, denen ich mehr oder weniger vertraute, einmal abgesehen. Ich war immer sehr kontrolliert, konnte mir keine Blöße geben, nicht locker sein. Mädels kennen zu lernen, war extrem schwer für mich.

Das wieder auf ein Maß zurückzuführen, das einen nicht zu sehr einschränkt, ist harte Arbeit und dauert Jahre und Jahrzehnte. Aber es lohnt sich.

Zitat von HundKatzeMaus:
Teilweise gehen mir immer noch so Fantasien durch den Kopf, dass ich vereinzelt jemandem echt richtig eine reinhauen könnte. Ich habs halt nicht getan oder so. Ich will mich auch nicht strafbar machen, aber diese Aggressionen teilweise, das macht mich so fertig. Irgendwie denke ich, unterdrücke ich ein gesundes Verhalten.

Das bin ich zum Glück los geworden. Es ist nicht gesund.

Was mir geholfen hat: Ich versuche, mich in den anderen hineinzuversetzen. Die Situation durch seine Augen zu sehen, zu erkennen, was seine Interessen sind. Wie würde ich an seiner Stelle handeln? Wie würde ich an seiner Stelle empfinden, wenn ich selbst so-und-so reagiere (z.B. ihn beleidige)? Wäre das, was dabei mutmaßlich rauskommt, hilfreich? Wenn ich das alles bedenke: Kann ich ihm dann noch böse sein? Wie reagiere ich am Besten? Meistens kann ich ihn dann verstehen, ihn zumindest als menschliches Wesen mit den typischen Schwächen anerkennen. Auch wenn ich sein Verhalten nicht billige oder meine Interessen zu wahren habe.

Zitat von HundKatzeMaus:
Also ich sitze aktuell nur zu hause, bin am überlegen: gehe ich raus, spazieren?

Ja, unbedingt! Spazieren gehen, Bewegung, körperliche Aktivität: Das baut Stress ab.
Aber kein Stadtbummel. Jedenfalls nicht für mich. Stadtbummel (Geschäfte, Lokale und andere Konsumgelegenheiten) lenken mich zu sehr von mir ab, ich kann dann nicht bei mir sein. Sie deprimieren mich, sie zeigen mir, wie hohl das Leben ist. Stattdessen gehe ich durch Feld und Wald, durch die Natur, vielleicht auch ein paar stille Wohnstraßen...

Bis bald!

26.09.2023 21:00 • x 2 #22


R
Zitat von HundKatzeMaus:
Mein Problem ist z.b., dass ich vorhin wieder so Aggressionen und Wut hatte. Ich hab das regelmäßig und auch Rachefantasien, bzw. so Gewalterinnerungen aus der Schulzeit, in der ich teils schei. behandelt wurde.


Vermutlich hast du zu hohe Erwartungen? Du kannst dich gut und klar ausdrücken allerdings ist die Diagnose paranoide Schizophrenie eine heimtückische Erkrankung. Geht es dir durch die Medikation besser oder erzeugt das bei dir eine Wechselwirkung?

27.09.2023 02:45 • #23


Dakota
Ich wurde auf der Arbeit gemobbt. Mein Selbstwertgefühl ist seitdem fast nicht mehr vorhanden. Ich habe große Probleme damit. Ich glaube schon, ich hofffe es, dass man da wieder rauskommt. Ich denke man muss es verarbeiten und Stück für Stück wieder sich selbst aufbauen. Wenn man das aus eigenen Stücken nicht schafft, gibt es ja die Therapeuten etc. Ich schaffe es in meinem aktuellen Zustand kaum alleine.

27.09.2023 13:37 • #24


H
@Rali eine Wechselwirkung? Sorry, ich verstehe grad nicht womit das wechselwirken soll? Ich trinke keinen Alk. oder nehme noch was anderes... Was meinst du?

Zum klar ausdrücken: Ich komme mir teilweilweise gedanklich extrem klar vor... Aber auch voller Gedanken.

Ob es mir durch die Medikamente wirklich besser geht...keine Ahnung. Weiß ich nicht, obs mir dadurch besser geht. Einmal hab ich mich durch die Einnahme deutlich besser und vorallem klarer gefühlt. Das Problem ist, dass es mir mal so vorkgekommen ist, dass ich durch das Medikament irgendwie weniger fühle oder so. War super unangenehm einmal, als ich es bereits am Nachmittag genommen hab. Ich habe mich eine Weile später extrem bleiern und schwer gefühlt körperlich. Kam mir wirklich nicht gut vor...
Und ich denke eigentlich, dass andere Dinge nichts mehr der Erkrankung zu tun haben. Z.b. Arbeiten wollen bzw. selber mal Geld verdienen wollen, soziale Kontakte, z.b. leide ich persönlich ehrlich gesasgt darunter, dass ich keine Kontakte habe, die gerne kompliziertere Brettspiele spielen oder musizieren, sich übers Malen oder die anderen genannten Dinge austauschen wollen. Viele spielen wenn dann eher so extrem einfach Spiele wie Uno, Skip-Bo, Mensch-ärger-dich-nicht. Ich bin eher so ein Nerd und könnte gerne mal mehrere Tage am Stück viele Stunden Brettspiele spielen. Ich spiele gerne, für mich neue Spiele, weil einfach immer spannend bleibend. Ein Kumpel meldet sich seit einer Weile irgendwie nicht mehr, Nachrichten sind als nicht-gelesen markiert. Weiß nicht was los ist. 2 anderen gehts sehr schlecht. Mit einem hab ich jetzt mal wieder zusammen Musik gemacht, war cool, aber ansonsten ist halt echt nichts los. Ich weiß auch nicht... übers Internet kann man natürlich Leute kennenlernen, habe mir auch noch einen weiteren Account gemacht, um vielleicht mal Mitspieler für Brettspiele zu finden. Aber ist auch so eine Überwindung grad noch, fremde übers Internet zu treffen. Bzw. schlafe teils sehr lang im Moment und keine Ahnung...

Und ich will, wie gesagt, endlich auch beruflich mal einsteigen - jedenfalls wollte ich das die ganze Zeit - nur jetzt hab ich gar kein Plan, was ich machen soll oder kann. Die meisten berufe öden mich bei der Vorstellung schon so sehr an, dass ich da gar nicht weiterkomme. Ich mag sehr so kreative Sachen, weil man da viel Abwechslung und so hat. Weiß aber nicht was da passendes geben würde. Ich will jetzt nicht Künstler werden oder so, weil ich eher was relevanteres machen würde. Aber so Hobbys wie malen, zeichnen, eigene Brettspiele ausdenken, musizieren und eigene Musik machen wollen, zeigen ja schon eine Interessenrichtung.

Grüße

27.09.2023 18:43 • x 1 #25


R
Hallole @HundKatzeMaus
in einem früheren thread hast du die paranoide Schizophrenie erwähnt!? Diese Erkrankung ist unheilbar und lässt sich nur mittels Pharmazie lindern. Ich möchte dich echt nicht vorführen bzw. zu nahe kommen aber ich weiß aus dem Bekanntenkreis das diese Erkrankungen schlecht zu handhaben sind. Trifft die Diagnosestellung nun zu oder nicht?

Grüße

27.09.2023 19:23 • #26


Dakota
Na, ob etwas heilbar oder unheilbar ist ... weiß keiner. Positiv zu beeinflussen ist es auf jeden Fall!
@ HundKatzeMaus Ganz sicher gibt es da draussen Gleichgesinnte für Dich, denn die gibt es für jede und jeden. Die Suche kann mühsam sein oder einfach und manchmal kann man gerade einfach nicht z.B. wegen Depression. Aber Brettspiel-Stammtische gibt es z.B. viele, na ja, wenn man in einem Dorf wohnt vielleicht nicht so viele wie in den Großstädten oder so. Keine Ahnung.

27.09.2023 19:43 • #27


HDD
@Dakota: @HundKatzeMaus wohnt - laut seinem Profil - mitten im Ruhrgebiet. Hier findest du in einem Umkreis von vielleicht 30 Kilometern fast alles, was man sich vorstellen kann.

Zitat von HundKatzeMaus:
Die meisten berufe öden mich bei der Vorstellung schon so sehr an, dass ich da gar nicht weiterkomme. Ich mag sehr so kreative Sachen, weil man da viel Abwechslung und so hat. Weiß aber nicht was da passendes geben würde. Ich will jetzt nicht Künstler werden oder so, weil ich eher was relevanteres machen würde. Aber so Hobbys wie malen, zeichnen, eigene Brettspiele ausdenken, musizieren und eigene Musik machen wollen, zeigen ja schon eine Interessenrichtung.

Schon klar. Problem ist nur, dass etwas beruflich zu machen halt eine ganz andere Hausnummer ist als ein Hobby. Ohne ein gewisses Maß an Beharrlichkeit geht da wenig. Und wenn du damit Geld verdienen willst, musst du dich auch verkaufen können, sonst geht da nix. Und das kann oder will nicht jeder.

Eigene Musik machen wollen: Eine große Hürde war die Beherrschung der Musikinstrumente. Heute im Zeitalter der Computer geht es glücklicherweise auch ohne das. Überhaupt erleichtern Programmierfähigkeiten viele Formen der künstlerischen Betätigung enorm, weil Fehler so leicht ausgebessert werden können. Du kannst so lange an den einzelnen Klängen oder grafischen Elementen herum basteln, bis das Ergebnis so ist, wie du es dir vorstellst. Du musst halt nur wissen, wohin du willst.

27.09.2023 20:21 • x 1 #28


R
Zitat von Dakota:
Na, ob etwas heilbar oder unheilbar ist ... weiß keiner.

Das Fragezeichen hast vergessen.
Bei Verhandlungen führt solch eine Diagnose in der Masse zu unschuldig und Unterbringung in der Forensik!

27.09.2023 20:26 • #29


A


Hallo HundKatzeMaus,

x 4#30


H
@Rali ja, trifft halt zu. Aber ich sehe das ehrlich gesagt irgendwie nicht so, dass man alle so extrem über einen Kamm scheren kann. Ich kenne auch welche mit der Erkrankung und sehe da auch ganz bestimmte Probleme. Aber kenne da auch sehr verschiedene Leute...
Welche Schwierigkeiten genau würdest du denn da nennen, die ihr beobachtet? Und welche Diagnose hast du selber, wenn du eine hast, da du in einem Depressions-forum bist?

Unterbringung in der Forensik: Dokus sagen immer wieder dass die wenigsten gewalttätig werden und dass es eher eine mediale Beeinflussung des gesellschaftlichen Bildes der Diagnose ist... So viel zum Thema Stigmatisierung...
Gibt eine sehr gute Doku im Internet vom NDR.

Noch ne andere Sache: Es sind, glaube ich, immer so soziale Probleme, die ich hab. Z.b. dass man irgendwie nicht verstanden wird. Und ich kann es gar nicht so richtig in Worte fassen. Es ist teilweise gewesen in so Einrichtungen, als wäre ich in einer komplett falschen Welt. Als wenn man mich für viel dümmer oder weniger wahrnehmungsfähig gehalten hätte als ich eigentlich war und bin... Also waren wirklich Jahre von echt strangen und teils kranken Erfahrungen irgendwie^^ also echt...

27.09.2023 20:59 • x 1 #30

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