Wege aus der Depression - Sport, vegane Ernährung, Meditation, Werte

Octave

Octave

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Hallo die Damen und Herren (:

Ich will hier gleich vier meiner Ressourcen vorstellen, die mir sehr geholfen haben, aus der Depression zu entkommen. Tatsächlich habe ich seit über 2 Jahren keine Probleme mehr mit depressiven Schüben oder Episoden, daher scheint das ganze tatsächlich zu funktionieren. Natürlich mache ich noch viel mehr dafür, aber meine vier wichtigsten Haupt-Ressourcen sind:
1. Sport
2. Vegane (fettarme) Ernährung
3. Meditation
4. Werte

1. Sport
Ich denke, das ist die offensichtliche Quelle. Ich mache inzwischen 3x die Woche Ausdauer-Sport (vor allem Joggen und Radfahren) und 2x die Woche Kraftsport. Ich glaube inzwischen, dass regelmäßige Bewegung eine der absolut wichtigsten Grundressourcen beim Kampf gegen die Depression darstellen. Es reduziert Stress, hilft bei der Entgiftung des Körpers, löst Endorphine aus, heilt Ungleichgewichte in der Gehirnchemie und lässt einen ganz allgemein täglich kleine Erfolgserlebnisse feiern. Zusätzlich fühlt man sich wohler im eigenen Körper und hat auch sonst viel mehr Energie um im Alltag produktiver zu sein und besser sein Leben zu gestalten.

2. Vegane (fettarme Ernährung)
Das dürfte für viele ein eher ungewöhnlicher Punkt sein, aber für mich ist eine der fundamentalsten Methoden gewesen, um depressive Episoden massiv zu reduzieren und viel, viel mehr Energie in mein Leben zu holen. Ich esse kein Fleisch, kein Fisch, keine Milchprodukte und keine Eier. Auch achte ich darauf, wenig Fett zu essen und ich verzichte komplett auf raffinierte Öle und raffinierten weißen Zucker. Stattdessen esse ich massig viele Früchte, viel Gemüse, viel Grünzeug und viele stärkehaltigen Gemüse wie Kartoffeln, Reis, Pseudogetreide usw.
Morgens trinke ich oft nur einen grünen Smoothie aus (zB aus 10 Bananen und etwas Spinat) und Mittags esse ich einen Fruchtsalat. Erst abends kommen dann schwerer verdauliche und gekochte Gerichte auf den Tisch. Durch diese, sicherlich krasse Umstellung, hat sich mein Lebensgefühl stark verändert.
Früchte sind sehr schnell und leicht verdaulich und liefern jede Menge schnell zugängliche Energie. Das Resultat: Man fühlt sich den ganzen Tag leicht, fit und absolut energiegeladen. Der Körper entgiftet und wird basischer, sodass was wiederum auch die mentale Stimmung ausgleicht.
Ich hätte vorher nie Gedacht, dass Ernährung einen so großen Einfluss auf die Psyche haben kann, aber wenn der Körper ständig schwerverdauliche Giftstoffe abbauen muss, ständig übersäuert ist, der Darm verschlackt und man zu wenig KH (Treibstoff für Körper und Gehirn) aufnimmt und dafür zu viel Fett, dann merkt man dies auch in der Psyche.

3. Meditation
Ich meditiere inzwischen fast jeden Tag für wenigstens 30 min. Zusätzlich versuche ich aber auch, so viel Gegenwärtigkeit und Akpzetanz wie möglich in meinen restlichen Alltag einzubauen. Meditation kann schließlich auch beim Kochen, beim Busfahren, beim Sport und während eines Gesprächs ausgeführt werden.
Natürlich wirkt Meditation stressreduzierend und gleicht ebenfalls die Gehirnchemie aus, aber der größte Vorteil in meinen Augen ist, dass man lernt, sich schneller und effektiver von den eigenen negativen Gedanken zu lösen. In meinen Augen ist einer der Hauptgründe für Depression die starke "Verschmelzung" mit den vielen, vielen negativen gedanken, die man so den Tag über hat. Durch Meditation verschwinden diese Gedanken natürlich nicht, aber man ist schneller in der Lage zu bemerken, dass man mal wieder tief im eigenen gedanken-Smog hängt und sich dann von ihm zu lösen. Selbst wenn die negativen Gedanken dann noch weiter herumspuken, kann man nun besser erkennen, dass es eben nur Gedanken sind. Nur Bilder und Wörter im Kopf. Nicht die Realität.
Der zweite große Vorteil von Meditation: Sie lehrt einen, die eigenen wankelmütigen Gefühle besser zu akzeptieren. Vor allem, wenn man sich angewöhnt, absolut still zu sitzen. Da juckt der Fuß, da kratzt die Nase, man wird Unruhig und hibbelg, aber man darf sich nicht bewegen. Also beginnt man bewusst, die eigenen Gefühle zu beobachten und zu akzeptieren - und diese Haltung überträgt sich nach und nach auf den Alltag. Negative Gefühle sind nicht der Feind, sondern unser innerer, panischer Widerstand und unsere verzweifelten versuche, die Gefühle irgendwie schnell zu ändern (zB durch Alk.). Dieses Wissen existiert in östlichen Ländern (vor allem im Buddhismus) schon seit Jahrtausenden, nur hier im Westen scheint es noch nicht so richtig angekommen zu sein.

4. Werte
Für mich als Atheist war immer eines der größten Probleme, dass die Welt und das Leben allgemein sehr sinnlos erschien. Alles egal, wir sterben sowieso irgendwann und alles hatte keinen Sinn. Das ist natürlich eine Steilvorlage für depressive Gefühle.
Inzwischen habe ich gelernt, mir mehr Tiefe und Erfüllung durch ein Leben nach meinen eigenen Werten zu sichern. Natürlich hat jeder Mensch andere Werte, aber ein Leben komplett ohne Werte fühlt sich oft ein wenig kalt und leer an, ohne das man so richtig weiß, warum.
Werte sind keine Ziele, die man von der Liste streichen kann, sondern eine bestimmte Haltung, die man sich oder dem Leben gegenüber einnimmt, Tag für Tag.
Einer meiner wichtigsten Werte zB ist Mitgefühl. Mitgefühl gegenüber meinen Mitmenschen, gegenüber mir selbst, wenn ich zB mal traurig bin oder etwas nicht so lief wie ich das wollte, aber auch gegenüber den Tieren und gegenüber Menschen in Not.
Andere Werte können zB sein Zielstrebigkeit, Ausdauer, Akzeptanz, Liebe, Gegenwärtigkeit usw.

Natürlich habe ich all diese Themen nur kurz angekratzt, aber ich wollte hier jetzt keinen ellenlangen Roman schreiben. Wer fragen hat fragt (:

Liebste grüße,
Octave

22.02.2014 10:51 • #1


fluuu

Hallo Octave,
gute Ansichten, nach Depression sieht der Text wirklich nicht aus, vielleicht im Gegenteil?
Zwei Jahre ohne Symptome sind gut, es ist jedoch noch nicht überstanden, es ist der Abstand der erfahrungsgemäß zwischen Schüben liegt.
Da wir hier in einem Diskussionsforum sind kann Dein Beitrag diskutiert werden denn wie Du selber sagst, jeder hat seine Erfahrung.
Ich lege um gesund zu bleiben weniger den Schwerpunkt auf den Körper sondern eher auf Seele und Geist.
Das heißt, die mentalen Kräfte haben den größten Einfluss, das Denken mit bewusst machen wirkt bei mir am stärksten auf die Stimmung.
Bin so vom depressiven Gefühl weg, vom destruktiven Denken abgekommen hin zum positiven Empfinden mit Bodenständigkeit.
Wichtig ist um gesund leben zu können sich nicht so sehr von bestimmten Dingen abhängig zu machen, die, wenn sie mal nicht möglich
sind sofort krisenhafte Gefühle auslösen, trotzdem ist Struktur und Halt notwendig.
Bin mein Leben lang Atheist, habe es nie bereut trotz mehrfacher Angebote mich zu taufen und möchte diese religöse Freiheit
bewahren, das gute Gefühl ist, könnte jeder Zeit einer Kirche beitreten, sie nehmen einen offen auf aber ich brauche es nicht.
Essen ist für mich nur die Aufnahme von Energie um den Stoffwechsel am Laufen zu halten aber Meditation in allen Lebenslagen
ist ein sehr wichtiger Bestandteil zur sinnvollen Bewältigung des Alltags.
Werte gibt es viele, sie sind für jeden anders wichtig, mein größter Wert heute in der westlichen Welt ist das alles möglichst nicht
zu brauchen was angeboten wird um ausgeglichen und zufrieden leben zu können.
Das seelische Wohlergehen das immer wieder neu zu bilden ist kann sehr wertvoll sein denn dieser Prozess gibt dem Leben Sinn.

22.02.2014 17:29 • #2


cicera

cicera

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Hallo Octave,

was für eine unglaublich inspirierende Liste! Sie bringt genau das auf den Punkt, was ich mir auch für mich vorstellen kann.
Nur leider bin ich kein sehr ausdauernder Mensch, ich habe viele richtige Ansätze, aber diese durchzuhalten...

Ich werde versuche Deine Tipps zu beherzigen, weil ich sie richtig gut finde, auch wenn gerade die Ernährung sehr asketisch klingt. Das müsste ich Schritt für Schritt reduzieren, aber so hast Du es ja sicherlich auch bewerkstelligt...?

Lieben Dank und einen schönen Sonntag :g020:

Cicera

23.02.2014 12:10 • #3


Octave

Octave


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Hey, danke für die Beiträge! (:

Zitat:
Zwei Jahre ohne Symptome sind gut, es ist jedoch noch nicht überstanden, es ist der Abstand der erfahrungsgemäß zwischen Schüben liegt.

Ich persönlich hatte seit über 2 Jahren keine depressiven Episoden mehr. Davor hatte ich über 9 Jahre lang eine Depression (mit wöchentlichen bis täglichen Episoden!) und ich habe alles mögliche ausprobiert, einschließlich 2 Jahre lang Verhaltenstherapie.
Erst, nachdem ich angefangen habe systematisch mit den für mich wirkungsvollsten Methoden und an verschiedenen Baustellen gleichzeitig zu arbeiten, wurden meine Episoden langsam schwächer. Inzwischen sind sie verschwunden.
Das bedeutet nicht, dass ich wie ein fröhlicher Gummiball durch die Gegend hüpfe und Blumen verteile. Natürlich habe ich auch noch meine schlechten Tage, wenn eine menge schief lief o.ä. aber das hat jeder Mensch und das ist für mich keine Depression.
Ich weiß nicht ob ich mich als "geheilt" beschreiben sollte, denn ich weiß, wenn ich meine Methoden absetzen würde, dann würde die Depression zurückkommen. Ich habe offenbar eine genetische Disposition zur Depression und werde meine Methoden wohl bis zum Lebensende weitermachen müssen, um nicht wieder depressiv zu werden.
Ob man das jetzt geheilt nennen will oder nicht, ist mir egal, ich fühle mich geheilt, denn es geht mir gut, ich hab ekeine Episoden mehr und regelmäßiger Sport, Meditation, gesunde Ernährung usw. empfinde ich nicht als Belastung, sondern als Bereicherung meines Lebens. Und das ich damit nebenbei meine Depression kuriere, gibt mir einen zusätzlichen Motivationsschub.
Ich wurde von Freunden, die meine "Strandfigur" bewunderten gefragt, woher ich die ganze Motivation hätte, so oft zum Sport zu gehen. Und ich meinte: "Ich weiß, dass ich unglücklich werde, wenn ich es nicht tue." (:

Zitat:
was für eine unglaublich inspirierende Liste! Sie bringt genau das auf den Punkt, was ich mir auch für mich vorstellen kann.
Nur leider bin ich kein sehr ausdauernder Mensch, ich habe viele richtige Ansätze, aber diese durchzuhalten...

Das du kein sehr ausdauernder Mensch bist, ist schlicht ein Gedankenmuster in deinem Kopf. Ob du dem glauben schenkst oder nicht, liegt an dir (;
"Ausdauer" ist nicht typabhängig. Sie ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann und die sich stück für stück verstärkt, je länger man sie trainiert.
Doch dazu werde ich sicherlich noch einiges schreiben. Ich denke vor allem, noch wichtiger als Ausdauer ist folgende Fähigkeit:
In der Lage zu sein, das zutun, was dir auf lange Sicht gut tut, obwohl du dich gerade lustlos, schlapp oder traurig fühlst.

Und jap, auch diese Fähigkeit ist erlernbar und hat recht wenig damit zutun, was für ein Mensch du bist.

Zitat:
Ich werde versuche Deine Tipps zu beherzigen, weil ich sie richtig gut finde, auch wenn gerade die Ernährung sehr asketisch klingt. Das müsste ich Schritt für Schritt reduzieren, aber so hast Du es ja sicherlich auch bewerkstelligt...?

Das mit der Ernährung klingt von außen sicherlich sehr extrem, das kann ich verstehen :D
Und du hast natürlich recht, ich habe es nach und nach reduziert. Anders ist es auch gar nicht möglich. Und noch wichtiger: Der Genuss darf dabei auf keinen Fall auf der Strecke bleiben! Das Geheimnis ist, sich neue Rezepte und Zutaten zurechtzulegen, die einem ermöglichen super leckere Gerichte zu zaubern, die dir schmecken UND die gesund sind.
Ein asketischer Lebensstil, der sich wie ständiger Verzicht anfühlt und ständige Willenskraft erfordert macht dich nur unglücklich und ist auf Dauer nicht durchzuhalten.
Mein Tipp an dich:
Versuche erstmal, das Fastfood und das Fleisch aus deiner Ernährung zu streichen und ersetze es durch gesunde vegane oder vegetarische Rezepte. Davon gibt es massenhaft im Internet. So lernst du auch neue Rezepte und und neue Lebensmittel kennen. Kennst du grüne Smoothies? Orangen-Dattel-Smoothies? Quinoa, Amaranth, Goji-Beeren, Humus? Es gibt so viel zu entdecken und wenn man es richtig anstellt, fühlt sich die Reise nicht wie ein Verzicht sondern, wie eine Bereicherung an. Ich esse inzwischen abwechslungsreicher und ausgefallener, als ich es noch als Mischköstler getan habe (:

Liebe Grüße,

Jannis

24.02.2014 10:57 • #4


achtsamkeit

achtsamkeit

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Hallo Jannis,

ich denke auch, dass Seele und Körper eine Einheit bilden und von daher stimme ich dir zu, dass die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat.
Unser Körper und unser Geist müssen es uns wert sein achtsam und maßvoll umsorgt zu werden.

Mich würde noch inetressieren wie du selbst zu diesen Weg gekommen bist. Durch Anleitung, Lieteratur.. wie auch immer, wäre toll, wenn du auch darüber berichten könntest.

LG Achtsamkeit

24.02.2014 11:49 • #5


Octave

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Zitat:
Mich würde noch inetressieren wie du selbst zu diesen Weg gekommen bist. Durch Anleitung, Lieteratur.. wie auch immer, wäre toll, wenn du auch darüber berichten könntest.


Ich wollte hier demnächst nochmal einen längeren Artikel posten, in welchem ich meine eigene Geschichte ein bisschen näher beleuchte.
Speziell zur Veganen Ernährung: Ich war schon sehr lange aus ethischen Gründen Vegetarier, dies hat mir aber weder bei meiner Gesundheit noch meiner Psyche großartig genutzt. Ich war oft krank (Jeden Winter chronische Bronchitis manchmal bis zu 4-6 Monate am Stück) und eben die meiste Zeit depressiv.
Irgendwann bin ich auf die Vegane Ernährung schließlich auf die Fettarme Vegane Ernährung durch das Buch "the 80/10/10 diet" gestossen. Ich wollte vor allem meine angesclagenen Gesundheit kurieren, da ich so unglaublich viel gutes über eine vegane, großteils rohköstliche Ernährung gehört habe. So viele Leute haben damit chronsiche Fettleibigkeit, Auto-Immunkrankheiten, Akne, Zuckerkrankheiten, Depression, Immunschwächen und teilweise sogar Krebs geheilt. Es gibt zahllose berichte auf Youtube von Menschen, die völlig am Ende waren, und sich mit einer radikalen Ernährungsumstellung das Leben gerettet haben.
Also habe ich mich eingelesen, zahllose Vorträge zu dem Thema geschaut, das Buch "the china Study" gelesen und den Film "Gabel statt Skalpell gesehen", die alle auf neusten ernährungswissenschaftlichen Studien beruhen.Und jetzt kommt der Clou: Nachdem ich mich für eine längere Zeit auf eine fettarme Vegane Ernährung umgestellt hatte, verschwand nicht nur meine chronische Bronchitis, sondern ich fühle mich auch psychisch, viel viel besser!! Ich hatte viel mehr Energie, die Stimmungsschwankungen wurden schwächer und ich hatte manchmal richtige euphorische Ausbrüche. Einfach so.
Ich las mehr zu dem Thema und stellte fest, dass es offensichtlich daran liegt, dass der viele Fruchtzucker das Gehirn mit ausreichend Treibstoff versorgt, während die Zellen nicht mehr überfettet sind und der Fruchtzucker (welcher übrigens nicht den Insolinspiegel anhebt) sofort an die richtigen Stellen gepumpt werden kann.
Man ist außerdem nicht mehr so krass übersäuert, der Körper wird durch das viele Obst und Gemüse basischer, die Verdauung muss nicht mehr so schwer schuften (Obst ist super schnell verdaulich!) und der Körper muss nicht mehr Schwerstarbeit leisten, um all die Gifststoffe aus dem Körper zu pumpen, die man sich normalerweise täglich reinpfeift.
Das alles hat Auswirkung auf die Psyche. Inzwischen finde ich den Zusammenhang absolut offensichtlich. Ein verschlackter, vergifteter Körper, der mit ungeeignetem Lebensmitteln vollgestopft wird hat natürlich eine Auswirkung auf die Psyche!
Ich finde es interessant, wie abwegig die meisten Menschen meinen Tipp mit der Ernährung finden, doch fast jeder, der diese Ernährung schon einmal über einen längeren Zeitraum ausprobiert hat (also mehrere Monate!) berichtet dasselbe: Es geht im besser, er ist fitter, fühlt sich gesünder und vor alle: glücklicher!

Aber natürlich braucht eine Umstellung Zeit. Jeder sollte sich selbst ein Bild davon machen, sich informieren und inspirieren lassen. Und es ist selbstverstädnlich nicht nötig, unbedingt den Weg konsequent bis zum Ende zu gehen. Wenn man erstmal eingesehen hat, dass Fleisch 10-15 Stunden im Darm vor sich hin gärt, dabei Giftstoffe in die Darmwand ausscheidet, und den Körper mit massig Harnsäure überfordert und schließlich nicht einmal besonders interessante Nährstoffe beinhaltet, der wird vielleicht auch bereit sein, vielleicht nur 1x die Woche Fleisch zu essen und nicht 5x Mal.
Doch ich will niemanden bekehren. Ich will hier lediglich aufzeigen, welche Erfahrungen ich gemacht habe und was mir geholfen hat (:

Liebe Grüße,
Octave

25.02.2014 12:14 • #6


butterfly

butterfly

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Hallo Octave,

ich denke die ganze zeit über Deine Vorschläge nach. Braucht man für grüne Smoothies einen speziellen Mixer, so wie es in manchen Zeitschriften zu lesen ist, oder tut es ein normaler auch? Kaufst Du Deine Lebensmittel im Boiladen? Ich habe leider keinen in meiner Nähe. Ich weiß nicht, wie das praktisch umzusetzen ist, wenn man bloß ein paar Blätter Spinat braucht, aber eine ganze Packung kaufen muss. Was nimmst Du sonst noch für Deine Smoothies? Gibst Du da Saft auch rein?
Ich habe, vielleicht bedingt durch Medikamente oder durch die Depression selber, ständig Hunger, auch auf Süßes. Lässt sich so etwas durch die richtige Ernährung beeinflussen? Kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man von sich aus keinen Zucker und keine tierischen Lebensmittel will? Oder ist es wie beim Rauchen oder Alk., dass man sich für den Rest des Lebens beherrschen muss?

Liebe Grüße

butterfly

01.03.2014 10:23 • #7


Octave

Octave


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Hallo Butterfly (:

Zu deinen Fragen:
Zitat:
Braucht man für grüne Smoothies einen speziellen Mixer, so wie es in manchen Zeitschriften zu lesen ist, oder tut es ein normaler auch?

Also ich habe mir inzwischen einen recht guten Mixer für knapp 200€ geleistet, aber auch nur, weil ich das Ding wirklich fast jeden Tag benutze und mir damit nicht nur Smoothies, sondern auch Humus, Soßen, vegane Eiscreme und vieles mehr baue.
Für den Anfang reicht auch ein Mixer im 50-100€ Bereich. Günstiger sollte er nicht sein, da er sonst einfach nicht die Power haben wird, das Blattgrün kleinzukriegen. Aber zB einen simplen Bananen-Smoothie kannst du dir auch einfach mit einem Pürrierstab machen.
Aber meine heißgeliebten Orangen-Dattel-Smoothies bekomme ich zB nur mit meinem jetzigen Mixer so schön cremig.

Kaufst Du Deine Lebensmittel im Boiladen?
Nein. Dafür fehlt mir das Geld. Ich kaufe ein paar spezial-Zutaten dort, wie zB Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Agavendicksaft oder Gojibeeren.
Aber diese Dinge gibt es zB auch in Reformhäusern und zur Not auch im Internet.

Zitat:
Ich weiß nicht, wie das praktisch umzusetzen ist, wenn man bloß ein paar Blätter Spinat braucht, aber eine ganze Packung kaufen muss. Was nimmst Du sonst noch für Deine Smoothies?

Ich kaufe vor allem Tiefkühl-Spinat oder Tiefkühl-Grünkohl. Aber wenn ich zB Rukula oder einen Salatkopf nehme, dann haue ich mir morgens die Hälfte in den Smoothie und esse abends die andere Hälfte mit im Salat. So ist am Ende des Tages alles aufgebraucht.

Gibst Du da Saft auch rein?
Nein. Sehe keinen Grund dafür. Die Faserstoffe der Früchte kontrollieren die Zuckerzufuhr ins Blut und reinigen außerdem auch noch deinen Darm. Es wäre schade drum, darauf zu verzichten. Generell sind meine Smoothies sehr minimalistisch, um die Verdauung zu erleichtern.
Ein Beispiel:
8 Bananen, eine Hand voll TK-Spinat, ein TL Macha-Pulver

Oder:
6 Bananen, TK-Kirschen, ein paar Datteln

Zitat:
Ich habe, vielleicht bedingt durch Medikamente oder durch die Depression selber, ständig Hunger, auch auf Süßes. Lässt sich so etwas durch die richtige Ernährung beeinflussen? Kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man von sich aus keinen Zucker und keine tierischen Lebensmittel will?

Ja der Punkt kommt irgendwann und du kannst das sogar sehr stark beeinflussen. Je mehr du gut Rezepte und neue Zutaten ausprobierst, neugierig bist und viel herumexperimentierst, desto weniger wirst du deine alte Lebensweise vermissen.
Ich habe zB nur den Sprung zum Veganen durch das Buch "Vegan for Fit" geschafft. Auch wenn mir die Rezepte inzwischen zum Teil zu fettig sind, so sind sie doch super lecker und ein toller Einstieg in die vegane Lebensweise. Wichtig ist, dass du Spaß dabei hast und dich über jedes neue gelungene Gericht freust. So beugt du Frust vor. Außerdem sollte man das ganze entspannt angehen, sich nach und nach umstellen, Vlogs auf Youtube dazu gucken und sich nebenbei mit weiteren Recherchieren motivieren und mit mehr Informationen versorgen.
Irgendwann hat man dann auch nicht mehr wirklich Japs auf tierisches und man hat das Gefühl, jetzt viel besser und abwechslungsreicher zu essen (:

Zitat:
Oder ist es wie beim Rauchen oder Alk., dass man sich für den Rest des Lebens beherrschen muss?

Ich habe mit dem Buch Endlich Nichtraucher aufgehört und ich vermisse Rauchen seitdem nicht mehr. Es ist also immer eine Sache der Methode und der Herangehensweise.

Liebe Grüße,
Octave

04.03.2014 10:19 • #8


fluuu

Bei speziellen Nahrungsmitteln um Seele/Psyche zu heilen kann ich nicht mitreden,
lege auf die feste Nahrung um den Körperstoffwechsel aufrecht zu halten nicht so viel Aufmerksamkeit,
viel wichtiger ist mir die mentale Haltung, der Inhalt der Gedanken und natürlich die spirituelle Energie.
Diese Dinge helfen mir die emotionale Balance zu Halten, der Stoffwechsel im Gehirn und weniger
die Vorgänge in den einzelnen Körperzellen allgemein.
Die Energiezufuhr in Form von Nahrung dient der Verbrennung damit der Köper funktioniert,
die Energiezufuhr über die Wahrnehmung der Sinne dient der Seele/Psyche damit sich Wohlbefinden einstellt,
so ergibt sich für mich nicht die Notwendigkeit über die Nahrung das seelische Gleichgewicht zu bilden.
Auch andere materielle Dinge stehen bei dieser Beachtung der seelischen Empfindung weniger im Vordergrund.
Das Befinden wird somit mehr durch nicht stoffliche Dinge beeinflusst und bleibt dadurch weitestgehend unabhängig.
So lässt sich die mentale Übung den Halt in sich zu spüren überall und jeder Zeit erleben, es sind kreativ
strukturierte Gedanken dafür notwendig die weitestgehend losgelöst sind eine Wunscherfüllung von außen zu erwarten.
Oft sind depressive Menschen gekränkt und erwarten eine Wiedergutmachung die fast nie eintritt,
deshalb ist es besser sich auf die Inneren Ressourcen zu konzentrieren und weniger auf die Erfüllung von außen.

04.03.2014 17:09 • #9


Nogua

Nogua

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So ein toller thread und jetzt erst entdeckt ;) Ich habe meine Ernährung auch vor einiger Zeit umgestellt. Bin (leider) noch ein bißchen zu sehr auf der fettreichen veganen Variante hängengeblieben und schaffe es somit natürlich auch nicht abzunehmen. Hoffe sehr, dass mich der Frühling wieder neu inspieriert. Mein Mixer wartet darauf endlich wieder grüne smoothies machen zu dürfen. Auch deine Texte zur Ernährung haben grad eine insprierende Wirkung auf mich. Ich kann ja einfach wieder neu anfangen. Freu mich schon drauf ;)

14.03.2014 19:24 • #10


Katie

Katie

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Hallo fluuu,

ich möchte kurz auf deinen Beitrag eingehen, weil mir der wesentliche Zusammenhang des Theads nicht mehr erkennbar scheint:

Zitat von fluuu:
Bei speziellen Nahrungsmitteln um Seele/Psyche zu heilen kann ich nicht mitreden,
lege auf die feste Nahrung um den Körperstoffwechsel aufrecht zu halten nicht so viel Aufmerksamkeit,


So wie ich Oktave´s Beitrag verstehe und nahezu Identisches auch selbst hinsichtlich der positiven Langzeitwirkung ausdrücklich bestätigen kann,
ist vor allem die Wirkung des Gesamtkomplexes gemeint.

Sport
fettarme Ernährung
Meditation
Werte.

Dabei fördern und bedingen sich positive Auswirkungen gegen- und wechselseitig.

Das ist ein sehr wichtiger Grundgedanke und es spielen zudem auch stets noch andere Faktoren eine Rolle, die individuell angewandt werden,
oder auch nicht. Oktave erwähnte es eingangs nebenher:

Zitat von Octave:
Natürlich mache ich noch viel mehr dafür, aber meine vier wichtigsten Haupt-Ressourcen sind:
1. Sport
2. Vegane (fettarme) Ernährung
3. Meditation
4. Werte


Aber zurück zu deinem Beitrag:
Ein kleines Beispiel: Jemand überlastet seinen Körper mit Zusatzstoffen aus Fertigprodukten, oder gewohnheitsmäßigem Fast Food, bewegt sich nicht
ausreichend und gezielt an der frischen Luft, - im Grunde sind das die Hauptursachen der Zivilisationskrankheiten.

Lese ich dann eine Behauptung wie du sie formulierst:

Zitat von fluuu:
Das Befinden wird somit mehr durch nicht stoffliche Dinge beeinflusst und bleibt dadurch weitestgehend unabhängig.

habe ich ein echtes Problem, dir zu folgen.

Man muss sich doch die einfache Frage nur stellen: wenn jemand nicht die Einsicht unter Beweis stellt, für seine physischen Bedürfnis optimal zu sorgen -
und zwar auf eine Weise, die sich darauf begründet, wie wir rein biologisch am besten leben würden- also unter "natürlichen Umweltbedingungen" -
wie vermag er dann überzeugend ausleben, was du umschreibst

Zitat von fluuu:

Das Befinden wird somit mehr durch nicht stoffliche Dinge beeinflusst und bleibt dadurch weitestgehend unabhängig.
So lässt sich die mentale Übung den Halt in sich zu spüren überall und jeder Zeit erleben, es sind kreativ
strukturierte Gedanken dafür notwendig die weitestgehend losgelöst sind eine Wunscherfüllung von außen zu erwarten.


Wunscherfüllung von aussen ist in kleinster Weise in Oktave´s Beiträgen zu entdecken.
Ich selbst weiß seit vielen Jahren, dass er einen Lebensweg beschreibt, der mit viel Eigeninitiative und auch Anstrengung verbunden ist.
Aber es ist eindeutig ein sehr lohnender Versuch, alle Punkte daraus mit einzubeziehen und nicht nur als Alibi Funktion auf dem Punkt der mentalen Stärke
hängenzubleiben.

Zitat von fluuu:

Oft sind depressive Menschen gekränkt und erwarten eine Wiedergutmachung die fast nie eintritt,
deshalb ist es besser sich auf die Inneren Ressourcen zu konzentrieren und weniger auf die Erfüllung von außen.



Meine ehrliche Ansicht bei dieser Essenz, die du sogar schriftlich festhält:
Es ist eine Beleidigung, wie sie schöner nicht jemandem um die Ohren geschlagen werden könnte, sich auf diese Inneren Ressourcen zu konzentrieren, erscheint mir mit Verlaub
fragwürdig.


Hallo Octave,

ich schließe mich Nougat´s Worten an ! Alle Achtung, ich habe selten so sinnvolle und von Grund auf wertvolle Gesamtkonzepte, von jemandem privat vorgestellt, gelesen.
Mach bitte weiter so.


Zitat von Nogua:
So ein toller thread ...
Auch deine Texte zur Ernährung haben grad eine insprierende Wirkung auf mich. Ich kann ja einfach wieder neu anfangen. Freu mich schon drauf ;)

15.03.2014 16:37 • #11


Octave

Octave


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Zitat:
So ein toller thread und jetzt erst entdeckt ;) Ich habe meine Ernährung auch vor einiger Zeit umgestellt. Bin (leider) noch ein bißchen zu sehr auf der fettreichen veganen Variante hängengeblieben und schaffe es somit natürlich auch nicht abzunehmen. Hoffe sehr, dass mich der Frühling wieder neu inspieriert. Mein Mixer wartet darauf endlich wieder grüne smoothies machen zu dürfen. Auch deine Texte zur Ernährung haben grad eine insprierende Wirkung auf mich. Ich kann ja einfach wieder neu anfangen. Freu mich schon drauf ;)


Hey, freut mich, wenn es dir weiterhilft!
Ja das FETTARM bei der veganen Ernährung ist absolut essentiell.
Ich würde sogar sagen, fettarm ist noch essentieller als das Vegan, wobei es bei regelmäßigem Konsum von Tierprodukten fast unmöglich ist, fettarm zu leben, da Milchprodukte, Flesich und Eier alle eine sehr hohe Fett-Konzentration haben. Das Fett blokciert den Blutkreislauf, lässt uns ermüden und übersäuert den Körper, was auf lange Sicht zu Erschöpfungserscheinungen, diversen krankheiten und eben auch Depression führen kann.
Und das ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Es gibt dazu inzwischen zahlreiche Studien und viele hochkarätige Wissenschaftler, Ärzte und Ernährungswissenschaftler empfehlen gegen chronische Erkrankungen (psychische wie körperliche) eine Ernährungsumstellung hin zur fettarmen pflanzlichen Ernährung.

@Katie:
Wow danke für deine wundervolle Ergänzung zum Artikel! Und du hast absolut recht und mich absolut richtig verstanden :a015:
Ich habe auch nicht gegen innere Ressourcen, aber was nützt dir die beste innere Einstellung der Welt, wenn dein Dopaminsystem im Ar. ist, deine Nebenniere erschöpft, deine Serotoninproduktion brach liegt, dein Körper übersäuert, dein Blut vergiftet und verfettet ist und du außerdem noch an Mangelerscheinungen durch falsche Ernährung leidest?
Ein Emotionales Gleichgewicht und auch eine größere Spiritualität werden MASSIV davon beeinflusst, wie du mit deinem Körper umgehst. Das kann dir jeder Mensch bestätigen, der diesen Weg selbst gegangen ist.

Liebe Grüße,
Octave

17.03.2014 11:49 • #12


Anima

Anima

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Ich kann hier vieles direkt bestätigen.

Bewegung ist unglaublich wichtig und ich habe begonnen, mich mehr und mehr vegan zu ernähren.

Meditieren bekomme ich leider nicht hin, viel zu hibbelig, aber so ähnlich - Musik hören. Da komme ich runter.

Wichtig ist sicherlich eben auch der Zeitraum: Nicht nur kurzfristig, sondern ins Leben "einbauen".

31.05.2014 10:05 • #13


Hüpfburg

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Hallo zusammen. In letzter Zeit ernähren sich viele meiner Bekannten Freunde etc. vegan. Hut ab vor dem der sich dazu entschlossen hat. Ich persönlich möchte mich nicht vegan ernähren, dazu geniesse ich viel zu gerne. Essen ist für mich ein Wohlgefühl welches auch zu meinem besseren Seelenheil beiträgt. Wie erwähnt, wer sich mit diesen Einschränkungen die nunmal das vegane Essen mit sich bringt wohl fühlt habe ich grossen Respekt. Es ist mit Sicherheit eine Einstellungssache. Interessant wäre für mich, in wieweit sich die Zahl der Veganer nach einem Jahr reduziert hat.

31.05.2014 11:53 • #14


Nogua

Nogua

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icon_eek.gif Da muss ich aber mal vehement wiedersprechen. Die vegane Ernährung ist eine Erweiterung und in keinem Fall eine Einschränkung. Es gibt so vieles zu entdecken. Schon nach ein paar Monaten war ich soweit, dass ich gar nichts mehr vermuisst habe, da sich mir eine große weite neue Welt erschlossen hatte. Bin jetzt seit zwei Jahren vegan und entdecke immer noch neues. Total abwechslungsreich. smilie_happy_302.gif

31.05.2014 16:29 • #15




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