Hallo zusammen!
So war das bei mir:
Durch einen Auslöser (Tropfen auf dem heißen Stein?) plötzlich total augeregt, nervös und unruhig (Panik? Angst?). Auch zuhause kein Entspannen möglich. Nur noch Herzrasen und innerlich total getrieben. Adrenalinschübe. Extrem körperlich. Auch nach dem Joggen stellte sich keine Entspannung ein.
Extreme Schlafstörungen und Anspannung in der Nacht.
Schwierigkeiten zu essen und Gewichtsverlust. Dadurch noch mehr Angst und Verzweiflung.
Nach wenigen Tagen war mir klar, dass bei mir eine Sicherung durchgebrannt ist. Habe sofort eine Therapie begonnen.
Die innere extreme Anspannung hat niemand wargenommen. Nach außen wirkte ich ruhig, obwohl ich verzweifelt meinen Zustand beschrieben habe.
Weinen ging nur manchmal. Danach war ich etwas "ruhiger".
Alles war zu viel. Keine Musik, kein Tv, keine, Bücher. Habe die Welt nicht mehr verstanden. Angst verrückt zu werden.
Auch der Hausarzt hat meine Situation verkannt. Also ging ich noch zwei Monate zur Arbeit. Mit Panik.
Erst nach einem Gespräch mit der Leitung führte mein Weg zum Psychiater, der BO diagnostizierte bzw Depression + Angststörung.
Erster Versuch Medikamente zu nehmen. Auch davor hatte ich extrem Angst.
Steigerung des Zustandes. Alle Reserven waren verbraucht: ich kam nicht aus dem Bett, konnte auch nicht schlafen. Duschen war zu anstrengend. Konnte mich nicht selbst versorgen. Brauchte Unterstützung vom Partner oder meinen Eltern.
Konnte die Situation nicht fassen/ nicht annehmen. Medidationsversuche & Entspannungstechniken funktionierten nicht. Gefühl so nicht leben zu können.
Einsamkeit. Unverstandenheit. Angst. Die Hölle auf Erden. Und von außen nahm es niemand war.
Erkenntnis, dass sich der Zustand mit dem Verstand nicht ämdern lässt. Kontrollverlust.
Lustlos, verzweifelt, traurig, ständig unter Strom, antriebslos, kraftlos.
Es gab hin und wieder ganz kurze Sequenzen in denen ich mich ganz kurz "normal" fühlte und das auch kommunizieren konnte:"Ha, jetzt ist's gerade besser", aber nach knapp einer halben Stunde ging's wieder weiter. Meine Zähne waren ständig zusammen gebissen und die Mundwinkel nach unten gezogen. Furchtbar.

Es folgten stationäre Aufenthalte/Therapie und neuerliche Medikation.
Heute bin ich dankbar für "mein" Antidepressivum und meine Therapeutin. Und stolz auf mich, dass ich durchgehalten habe. Es ist ohne Übertreibung das Gefühl, durch die Hölle gegangen zu sein.
Es macht mich immer noch nachdenklich bzw beängstigt es mich, dass niemand diese Krankheit nachvollziehen kann, der das nicht im Ansatz erlebt hat. Und ich glaube, die Depression wurde bei mir maximal als mittelgradig eingestuft, obwohl sie definitiv schwer war. Sich nicht bewegen können, nicht essen & schlafen. Ich habe gedacht sterben zu müssen.
So viel zu meinen damaligen Symptomen.
Heute darf ich mich als gesund bezeichnen. Dennoch ist diese Zeit nicht spurlos an mir vorüber gegangen und ich lebe bewusst und vorsichtig.