51

Warum schaffe ich es nicht, mich selbst zu beruhigen?

V

Violett
Mitglied

10
1
6
Hallo Ihr Lieben! Hier verfasse ich meinen ersten Beitrag. Bitte um Nachsicht, wenn Fehler drin sind . Auch ich leide immer wieder mal unter der Angst an Krebs zu erkranken. Ich möchte Euch mit Wiederholungen nicht langweilen. Ausloeser gibt es in meiner Kindheit. Ich musste oft operiert werden. Ich habe einige Buecher darueber und auch hier gelesen. Ich habe versucht, die Gedanken Gedanken sein zu lassen,auch autogenes Training und Jacobson versucht. Wenn aber diese Angst kommt, erfasst sie meinen Koerper und hat mich komplett im Griff. Hat jemand von Euch eine Idee fuer mich?
Liebe Grueße
Violett

#1


33 Antworten ↓
Heideblümchen

Heideblümchen
Mitglied

Beiträge:
765
Themen:
4
Danke erhalten:
1455
Ich kann dazu vielleicht eine kleine eigene Erfahrung zum Thema "somatoforme Hypochondrie" beitragen. Nachdem ich letztes Jahr sehr krank wurde, entwickelte mein Sohn (30) diese Form der Hypochondrie. Er hatte ständig Angst, an derselben Krankheit zu leiden wie ich und auch die Familiengeschichten über kürzlich verstorbene Mitglieder (überwiegend Krebserkrankungen) haben ihn eine zeitlang so sehr verunsichert, dass er bei jedem Missempfinden unglaubliche Ängste gespührt hat.
Auch die Diagnosen verschiedener Ärzte, dass bei ihm alles okay sei, hat ihn nicht wirklich beruhigt. Was ihm letztlich geholfen hat, war, immer wieder mit mir und anderen Familienmitgliedern zu reden. Darüber (vielleicht nicht immer hilfreich), dass es durchaus auch andere Erkrankungen gab, außer Krebs. Und dass ich ihn immer über meine Fortschritte im Positiven informiert habe, damit er sehen konnte, dass er sich keine Gedanken um mich machen muss.

Wenn sich aber Ängste so dermaßen manifestieren, kann ich mir vorstellen (und ich hadere auch schon seit längerem mit mir, ob ich das Thema nicht mal professionell angehen sollte), dass es hilfreich ist, tatsächlich mit einem Traumatherapeuten aufzuarbeiten, was die Erkrankungen - auch mit mir - gemacht haben.
Wobei ich selber sagen muss, dass ich rückblickend einfach nur stolz bin, aus einem Teil der Erkrankung mit eigener Kraft wieder herausgekommen zu sein. Ich habe auch lange gebraucht, nicht mehr jeden Tag auf Anzeichen einer erneuten Erkrankung zu achten.
Und jeder Tipp in die Richtung ist einfach nur eine (von mehreren) Möglichkeit, vielleicht mal eine andere Sichtweise auf seine Ängste zu bekommen. Letztlich glaube ich persönlich, dass das nur professionell geht. Bücher haben mir da übrigens auch nicht geholfen, denn auch ich denke immer gleich, dass sowas eher der Vermarktung dient und nur die Erfahrung eines Einzelnen entspricht und nicht auf JEDEN Betroffenen umzulegen ist, weil jeder Mensch individuell ist und entsprechend individuell mehr oder weniger Angst vor bestimmten Dingen hat.

20.11.2020 13:31 • x 4 #18


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hallo Violett,

Warum schaffe ich es nicht, mich selbst zu beruhigen?

x 3#3


Pilsum

Pilsum
Mitglied

Beiträge:
3866
Themen:
16
Danke erhalten:
6614
Hallo Violett,

Themen kann man beliebig oft und beliebig lang unterbrechen. Wir haben ja nicht
immer Zeit.
Zitat:
was mache ich denn mit diesem beängstigenden Gedanke
" krank und alleine zu sein", wenn dies ganz realistische Gedanken sind?


Zunächst erst einmal, ihn lange und gründlich anschauen. Ob der Gedanke realistisch
ist, entscheidest Du selbst. Haben nicht fast alle unsere Gedanken etwas Realistisches?

Beim Denken geht es meiner Ansicht nach weniger um real oder nicht real.
Es geht viel mehr um Wahrscheinlichkeiten. Dies wird leider oft verwechselt.

Wenn ich ohne Wecker schlafen gehe, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich morgens
verschlafe. Meine Angst halte ich gering, indem ich mir einen Wecker hinstelle.

Meine Angst, eine schlimme Krankheit zu bekommen ist dagegen eher unwahrscheinlich.
Das kann mich treffen. Nur wann wird mich das treffen und wie schlimm wird mich das
dann treffen?
Mich dagegen abzusichern, ist sehr schwierig bis fast unmöglich. Wenn Du Dich für den
Weg entscheidest, Dich gegen alles zu versichern und abzusichern, bist Du im Leben
fast überall nur Vierte oder Fünfte beim Rennen.
Andere Menschen tragen weniger Ballast mit sich herum und gehen etwas mehr Risiko ein.

Wenn Du Dich viel mit Angstgedanken beschäftigst, führst Du ständig große Denkschleifen
aus. Das ist so etwa, wie wenn zwei Menschen morgens zur Arbeit fahren.
Mit viel Angst stehst Du dreimal vorm Spiegel. An der Haustür gehst Du nochmal zurück, um zu schauen,
ob der Herd auch ausgeschaltet ist. Ein zweites Mal geht Du vielleicht zurück um
in den Kühlschrank zu schauen, ob Deine Lieblingsspeise noch ausreichend vorhanden ist.
Bevor Du in Dein Auto steigst, gehst Du erst einmal drum herum, um zu schauen, ob die
Reifen genug Luft haben und nirgendwo ein neuer Kratzer im Lack ist.
Am Arbeitsplatz angekommen stellst Du fest, dass Du gerade nur zwei Minuten vor der Zeit ankommst.
Das war mal wieder Stress pur.
Die Kollegin ist schon seit 10 Minuten da.

Vielleicht ist das kein gutes Beispiel. Allerdings, wer sich zu viel absichern möchte, der
verschenkt wertvolle Lebenszeit und kann auch schlecht locker leben. Weil
theoretisch kann alles Angst machen und einen Menschen blockieren.

Die Lösung liegt etwa darin, dass man sich bei den meisten Ängsten selbst damit
beruhigt.
Ich warte erst einmal ab, was passiert. Und wenn etwas Schlimmes passiert, dann
werde ich eine für mich passende Lösung suchen und finden.

20.11.2020 14:42 • x 3 #19


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


Pilsum
Hallo Violett,

hier im Forum begrüße ich Dich.

Wenn Du früher häufiger krank warst, können sich Angstgefühle bei Dir durchaus
verfestigt haben.
Da wird es nicht reichen, wie Du es schreibst, die Gedanken einfach sein zu lassen.

Ängste als weniger stark zu empfinden und sich gedanklich davon etwas zu distanzieren
setzt voraus, dass Du aktiv Einiges machst.
Dazu gehört vor allem, das Du lernst, mit Dir selbst zu reden und Dich damit gegen Deine Angstgefühle zu stellen.
Sicher haben auch einige Mitglieder hier Tipps für Dich, von denen Du etwas mitnehmen kannst.

Viele Grüße

Bernhard

#2


V
Lieber Pilsum, Danke für Deine Antwort. Ich habe es auch - wie Du schonmal hier geschrieben hast-mit positiven Saetzen versucht . Ich glaube nur nicht daran , auch wenn ich es mir selbst sage . Ich glaube nicht , dass mein Koerper gesund bleibt , da ich bei meiner Verwandtschaft ersten Grades mehrere
"Krebstote "hatte . Dein Text ueber Sicherheitsbeduerfniss hat mir geholfen. Kannst Du mir vielleicht Literatur dazu empfehlen?
Ueber weitere Erfahrungen bin ich auch dankbar.
LG
Violett

x 2 #3


Pilsum
Zitat von Violett:
Ich habe es auch - wie Du schonmal hier geschrieben hast-mit positiven Saetzen versucht .
Ich glaube nur nicht daran , auch wenn ich es mir selbst sage . Ich glaube nicht , dass mein Koerper gesund bleibt ,
da ich bei meiner Verwandtschaft ersten Grades mehrere "Krebstote "hatte .
Dein Text ueber Sicherheitsbeduerfniss hat mir geholfen. Kannst Du mir vielleicht Literatur dazu empfehlen?
Ueber weitere Erfahrungen bin ich auch dankbar.


Liebe Violett,

Bücher empfehle ich nicht. Sie spiegeln fast immer nur das Weltbild desjenigen wieder, der das Buch
geschrieben hat. Du kannst dir aber gern selbst Bücher zu den von Dir gewünschten Themen
heraussuchen.
Es geht im Grunde eigentlich nur um Dein eigenes Weltbild, welches in Deinem Kopf Unsicherheiten erzeugt
und welche Du als sehr belastend fühlst.

Die Angst, an einer Krankheit sterben zu können ist weit verbreitet. Möglicherweise kommt sie von einer
irrigen Annahme.
Ich habe alles im Leben im Griff - aber eine Krankheit kann ich nicht beeinflussen.

x 3 #4


V
Koenntest Du mir schreiben, was Du mit Weltbild meinst ? In den Buechern, die ich gelesen habe, kam immer wieder vor , man solle kognitive Verhaltenstherapie und verschiedenen Entspannungstechniken erlernen . Das hat mir offen gestanden nicht geholfen, Deine Worte bzgl. Sicherheit aber schon , deswegen dachte ich, dass ich und vielleicht auch andere Mitglieder etwas ausfuehrlicher darueber lesen koennen. Ich denke auch ,dass in dem Wort "Weltbild" etwas hineinstecken koennte!

#5


Pilsum
Zitat von Violett:
Ich habe es auch - wie Du schonmal hier geschrieben hast-mit positiven Saetzen versucht .
Ich glaube nur nicht daran , auch wenn ich es mir selbst sage . Ich glaube nicht , dass mein Koerper gesund bleibt ,
da ich bei meiner Verwandtschaft ersten Grades mehrere "Krebstote "hatte .
Dein Text ueber Sicherheitsbeduerfniss hat mir geholfen. Kannst Du mir vielleicht Literatur dazu empfehlen?
Ueber weitere Erfahrungen bin ich auch dankbar.


Liebe Violett,

Bücher empfehle ich nicht. Sie spiegeln fast immer nur das Weltbild desjenigen wieder, der das Buch
geschrieben hat. Viele Bücher gehen auch gar nicht auf die eigentlichen etwas tiefer sitzenden Problematiken
ein. Du kannst Dir aber gern selbst Bücher zu den von Dir gewünschten Themen heraussuchen.

Es geht im Grunde eigentlich nur um Dein eigenes Weltbild, welches in Deinem Kopf derzeit noch
Unsicherheiten erzeugt und welche Du als sehr belastend empfindest.

Die Angst, an einer Krankheit sterben zu können ist weit verbreitet. Möglicherweise kommt sie von einer
irrigen Annahme.
Ich habe alles im Leben im Griff - aber eine Krankheit kann ich nicht beeinflussen.

Und weiterhin fällt sehr auf, dass Du sagst. Ich rede mit mir, aber ich glaube es (mir) nicht.
Was Du selbst nicht glaubst, brauchst Du Dir nicht zu erzählen. Deinem Gehirm musst Du
schon Vertrauen, sonst ärgert es Dich.

Gibt es in Dir eine persönliche Krise?
Gespräche mit Fachleuten, wie Therapeuten können dir helfen, Dir selbst wieder zu vertrauen und
Dir wieder die Kraft zum Denken uns Handeln zurück zu bringen.

x 1 #6


V
Ich habe schon mit einem Therapeuten gesprochen, Gedankenprotokelle halfen nicht wirklich! Ich merke aber ,dass die Worte von Dir wie" irrige Annahme" oder falsches " Weltbild" mich ansprechen und ich sie in der Tiefe meines Gedankens zulasse! Vielleicht kannst Du mehr dazu schreiben! Eine Krise habe ich nicht.
LG
Violett

x 1 #7


Pilsum
Da habe ich Dir zuerst leider einen noch nicht fertigen Beitrag gesendet. Diesen Fehler bitte ich
zu entschuldigen. Leider lässt er sich nicht mehr löschen.

Jeder Mensch hat von der Welt ein bestimmtes Bild im Kopf.
Wenn wir darüber reden und unsere Sichtweisen vergleichen, können wir feststellen, dass wir
so manches total unterschiedlich sehen.

Wie ist unsere Welt denn nun wirklich?
Und was ist richtig und was ist falsch?
Welche Regeln sind sinnvoll und welche Gesetze gut?

Im Kopf hat jeder ein Wunschbild, wie die Welt für sie/ihn sein sollte.
Und dann sieht man jeden Tag.Die Welt scheint völlig anders zu sein, als ich sie haben möchte.

Was macht der Mensch nun? Verändert er seine Welt dort, wo ihm das möglich ist? Oder passt er sich an?
Oder beides?

Im Idealfal wird beides sinnvoll sein, damit man sich zufrieden fühlt und die Ängste klein bleiben.

x 1 #8


V
Das hast Du wieder so treffend gesagt ! Ich glaube langsam verstehe ich, wie Du es meinst ! Ich habe Angst davor krank zu werden und mit meinen Schmerzen alleine zu sein ! Waere das die " irrige Annahme"? Und mein Wunsch z.B. mir finanziell leisten zu koennen, dass jemand als Pfleger bei mir wohnt ? Und dann mein Leben demnach jetzt schon gestalten bzw. verändern?
Bitte korrigiere oder ergaenze meine "Zitaten" und Du brauchst nicht dabei mich mit " Samthandschuhen " anzufassen Smile

x 1 #9


Kate
Zitat von Violett:
Dein Text ueber Sicherheitsbeduerfniss hat mir geholfen.

Wo ist der denn? Ich lese ihn hier nicht Kopf kratzen

#10


V
Den Text bzw. " Zitat" fand ich , während ich zum Thema "Hypochondrie" hier im Forum gestöbert habe!

x 1 #11


Kate
Zitat von Violett:
Den Text bzw. " Zitat" fand ich , während ich zum Thema "Hypochondrie" hier im Forum gestöbert habe!

Danke

#12


Pilsum
Zitat von Violett:
Das hast Du wieder so treffend gesagt ! Ich glaube langsam verstehe ich, wie Du es meinst ! Ich habe Angst davor krank zu werden und mit meinen Schmerzen alleine zu sein ! Waere das die " irrige Annahme"? Und mein Wunsch z.B. mir finanziell leisten zu koennen, dass jemand als Pfleger bei mir wohnt ? Und dann mein Leben demnach jetzt schon gestalten bzw. verändern?
Bitte korrigiere oder ergaenze meine "Zitaten" und Du brauchst nicht dabei mich mit " Samthandschuhen " anzufassen Smile


Mit der irrigen Annahme meinte ich etwas anderes.
Aus der Psychologie ist bekannt. Das Wichtigste, was der Mensch sucht, ist Sicherheit.
Weil das Sicherheitsgefühl kann unsere Angstgefühle zurückdrängen.

Ich bezeichne es als Irrtum, wenn ich versuche, übermäßig starke Sicherheit zu erzeugen.
Es gibt in unserem Leben keine völlige Sicherheit. Auch ich kann im nächsten Moment schwer krank werden
oder tot umfallen. Dies macht mir aber wenig Sorgen, weil was kommt, das kommt.
Ich muss nur entsprechend darauf reagieren.

Deine Annahme, krank werden zu können und niemanden zu haben, der Dir zur Seite steht,
das sehe ich nicht als irrige Annahme. So etwas kann leider passieren.
Nur wie will sich jemand auf so etwas vorbereiten? Ich halte das für kaum möglich.

Deinen Wunsch, genügend Geld im Krankheitsfall zu haben, finde ich wenig sinnvoll. Mit Geld
kann man viel machen. So ein von Dir beschriebenes Problem läßt sich aber wohl kaum mit
Geld lösen und auch kaum abmildern.

Für heute muss ich aus dem Gepräch aussteigen, da ich noch arbeiten muss.
Das Thema und Deine Herangehensweise finde ich sehr interessant.

Gruß Bernhard

x 3 #13


V
@Pilsum
Hallo lieber Pilsum! Ich weiß nicht, ob es üblich ist ein" Gespräch " vom Vortag fortzusetzen oder nicht! Aber nach Deiner letzten Antwort ist mir die Frage aufgekommen: was mache ich denn mit diesem beängstigenden Gedanke
" krank und alleine zu sein" , wenn dies ganz realistische Gedanken sind?

#14


A


Hallo Violett,

x 4#15


Kate
Zitat von Violett:
was mache ich denn mit diesem beängstigenden Gedanke
" krank und alleine zu sein" , wenn dies ganz realistische Gedanken sind?

Hi, die Realität ist es erst dann, wenn Du krank und alleine bist! Noch ist es keine Realität.
Was wäre wenn ist nie zielführend.

Lebe im hier und jetzt.
LG Kate

x 2 #15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag