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Unheilbare Depression?

Hallo liebe Forengemeinde,

bevor sich jemand meinen Text durchliest: DANKE, für Deine Zeit - ich weiß, dass dies nicht selbstversändlich ist!

Kurz zu mir:
Meine Name ist Linda, ich bin 23 Jahre alt und lebe noch bei meinen Eltern im Haus. Letztes Jahr habe ich meine Studium - trotz einigen schweren Einbrüchen - sehr erfolgreich abgeschlossen. Direkt im Anschluss bekam ich eine super Stelle in einem Unternehmen und alles lief "perfekt". Nach drei Jahren dualem Studium konnte ich somit endlich durchatmen und muss mich aktuell nicht mehr um "Prüfungen" kümmern, welche mir das Leben in der Vergangenheit so schwer machten. Kurz zu den Prüfungen: Ich hatte extreme Angst zu versagen, war zudem extrem perfektionistisch. Folge: Wenig Hunger, des Öfteren Erbrechen und Depressionen. -> Waren die Prüfungen vorbei, waren alle Sypmtome auch wieder verschwunden! Von heute auf morgen.

Meine aktuelle Situation:
Nach Abschluss des Studiums ging es mir etwa ein halbes Jahr gut. Ich habe mich wieder um meine Freunde gekümmert, ein soziales Leben aufgebaut und ich war weit davon entfernt, mir die Frage zu stellen, warum ich eigentlich lebe. Das änderte sich allerdings Ende März diesen Jahres schlagartig. Ich fragte mich plötzlich genau diese Frage: Warum lebe ich eigentlich? Warum stehe ich jeden morgen auf und gehe arbeiten? Ich merkte, dass irgendwas nicht stimmt (zu dieser Zeit hatte ich - unter ärtzlicher Absprache - auch mein Antidepressiva abgesetzt). Dieser Zustand ging etwa drei Wochen weiter; ich bestellte mir etliche "Wie werde ich glücklich"-Bücher und machte viel Sport, in der Hoffnung, dass es irgendwie besser werden würde. Aber das wurde es leider nicht. Als Ausweg sah ich damals dann meinen wohlverdienten "Urlaub". Dass dieser aber der Startpunkt eines extremen Leidensweg darstellte, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht.

Mit ein paar Freundinnen ging es im Mai also an den Goldstrand nach Bulgarien, um ein paar Tage zu feiern. Bereits am Anfang merkte ich, dass auch hier etwas nicht stimmt. Ich füllte mich irgendwie unter "Druck" gesetzt "Alk. trinken zu müssen", obwohl keiner mich dazu zwang. Es war eben als "Partyurlaub" gedacht. Die Folge war: Ich konnte die vier Tage fast nichts Essen bzw. Trinken. Gewichtsabnahme 5 Kilo. Symptome waren die Gleichen wie in einer Prüfungssituation, nur, dass es hier eben Urlaub war. Ich dachte: Okey, bestimmt ist es nach dem Urlaub wieder besser. Es war zwar ein bisschen besser, aber ich bin - nachdem ich noch eine Woche Urlaub zuhause hatte - bei der Arbeit am 2. Tag komplett zusammengebrochen. Dabei verlor ich komplett mein Hungergefühl, hatte an nichts mehr Spaß und war völlig am Boden - fast schon wie "ausgebrannt".

Seit diesem Tag bin ich nun wegen schweren Depressionen krankgeschrieben. Seit einem halben Jahr kämpfe ich wortwörtlich um "mein Leben", denn: Ich muss schauen, dass ich jeden Tag - trotz keinem Appetits - auf meine Kalorien komme, was ich leider nur bedingt schaffe. Kalorienshakes und weitere Nahrungsergänzungsmittel halten mich irgendwie am Leben. Aber es ist kein Leben mehr. Ich kann kaum noch raus, hab an nichts (!) mehr Freude und bin aktuell komplett hoffnungslos! Ich habe nun etliche Antidepressivas durch und war bei diversen Ärtzen - alles kein Erfolg. Zur Krönung war ich noch für drei Monate (!) stationär in einer psychosomatischen Klinik, allerdings wurde es nicht besser, eher schlimmer. Besonders in den letzten Wochen wurden der Gang zum täglichen Sport oder den Therapien wirklich zur Qual. Am Ende hatte ich das auch Gefühl, dass die Ärzte dort nicht mehr weiter wussten.

Seit einigen Wochen mit ich nun wieder zu Hause. Doch aktuell geht es überhaupt nicht mehr. Heute war es dann fast soweit, dass ich komplett aufgegeben hätte. Ich kann es einfach nicht mehr mitansehen, wie meine Mitmenschen - vor allem meine Eltern - mitleiden, meine verbleibenden Freunden der Rat ausgeht und ich langsam immer mehr und mehr in meinem Leben verliere. Ich wünsche mir doch nichts mehr, als ein "normales" Leben - mehr will ich überhaupt nicht.

Naja, wie ihr seht - ich sitze noch hier. Zu dem finalen Schritt habe ich mich - wie so oft - nicht getraut (ich schisser, ich muss immer an meine Familie denken. !). Aber es bringt auch nichts, so wie jetzt einfach weiter zu existieren. Vor allem weiß ich nicht, wie lange das mit meiner Ernährung noch gut geht. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich komplett anderst als alle anderen Depressiven da draußen. Alles habe ich versucht, es hilft mir einfach nichts. Kein Sport bringt Besserung. Keine Meditation. Keine Therapie. Keine Medikation. Keine Ablenkung. NICHTS! Nichtmal für eine kurze Zeit! Was ich alles an Methoden schon ausprobiert habe, das wollt ich garnicht wissen. Ich würde ALLES tun, damit es mir besser geht! Aber seit einiger Zeit bin ich überzeugt davon, dass ich irgendwie unheilbar krank bin.

Jaa. und euch unbekannten Menschen schreibe ich das jetzt, in der Hoffnung, dass irgendjemand noch einen Rat weiß. Ich bin für alle Vorschläge offen! Vielleicht hat jemand ein geheimes "Medikament", eine geheime "Therapie" oder irgendeinen Tipp für micht?. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Liebe Grüße
Linda

20.12.2018 23:10 • x 1 #1


Zitat von Linda95:
Kurz zu den Prüfungen: Ich hatte extreme Angst zu versagen, war zudem extrem perfektionistisch.


Hallo Linda95,

Ich vermute dass da der Hase im Pfeffer liegt und sich deine perfektionistische Ader und deine Versagensangst auf dein ganzes Leben ausgeweitet hat. Möglich dass du schon immer diese Veranlagung hattest und jetzt versuchst du sogar in perfekter Art und Weise deiner Krankheit beizukommen. Das kann nicht gelingen da das grundverkehrt ist.
Wie schon gesagt: Ich vermute ...
Denke doch bitte einmal darüber nach und schreibe dann hier was dabei raus kam. Alle zusammen werden wir schon irgend etwas finden was dir hilft, hoffe ich.

20.12.2018 23:39 • x 3 #2


Pilsum
Hallo Linda,

hier im Forum sage ich Dir ein herzliches Willkommen.

Bitte erschrecke nicht, wenn ich hier mal einige Deiner Sätze auseinander reiße.
Ich versuche dadurch etwas deutlicher erscheinen zu lassen.
Zitat:
Aber seit einiger Zeit bin ich überzeugt davon, dass ich irgendwie unheilbar krank bin.


Warum solltest Du unheilbar krank sein? Depressionen sind überwiegend heilbar.
Zitat:
Ich würde ALLES tun, damit es mir besser geht!


Das sagen fast alle. Ob das dann auch wirklich alle versuchen, daran glaube ich eher nicht.
Zitat:
Alles habe ich versucht, es hilft mir einfach nichts.


Du kannst gar nicht alles versucht haben. Du wirst alles das versucht haben, was Du bisher kennst.
Zitat:
Am Ende hatte ich das auch Gefühl, dass die Ärzte dort nicht mehr weiter wussten.


Da kannst Du richtig liegen. Dein Leben scheint seit vielen Jahren fremdbestimmt zu sein.
Nicht Ärzte können Dir sagen, wie Du zufrieden werden kannst.
Das musst du selbst herausfinden.
Zitat:


Das änderte sich allerdings Ende März diesen Jahres schlagartig. Ich fragte mich plötzlich genau diese Frage:
Warum lebe ich eigentlich? Warum stehe ich jeden morgen auf und gehe arbeiten?


Wenn Du nun für Dich erkannt hast, das Deine Ausbildung und Dein Beruf nicht alles für Dich bedeuten, dann
verstehe ich Dich, dass Du nach Deinem persönlichen Sinn im Leben suchst?

Was könnte denn etwas sein, warum es sich für Dich morgens lohnt aufzustehen?
Was fehlt Dir denn im Leben?
Zitat:
ich bestellte mir etliche "Wie werde ich glücklich"-Bücher


So kommst Du kaum voran. Informiere Dich nicht, wie andere glauben glücklich
zu werden, sondern überlege und entscheide selbst, was Dich zufrieden machen wird.
Ob Du dann damit auch glücklich wirst, wirst Du erst anschließend erkennen.

Viele Grüße

Bernhard

20.12.2018 23:42 • x 1 #3


Kurzes OT

Zitat von Pilsum:
Bitte erschrecke nicht, wenn ich hier mal einige Deiner Sätze auseinander reiße.
Ich versuche dadurch etwas deutlicher erscheinen zu lassen.

Ich glaube ich habe mich langsam an das auseinander reißen gewöhnt

Aber Depressionen sind nicht immer heilbar - aber man kann lernen mit ihnen zu leben.
Und das ist auch nicht immer schlecht - ok heute habe ich vermutlich geraden einen der guten Tage.
Man fühlt z.B. die Freude intensiver - zumindest meiner Meinung nach .
Und einige haben auch sehr lange Pausen zwischen den Schüben - die können jahrelang andauern - ich leider nicht.
Aber das gibt es.

Und das mit den Büchern ist nicht schlecht - ABER du darfst davon keine Heilung erwarten, die heilen nicht.
Du kannst dir aber viele Anregungen raussuchen - die dich heilen können, aber das musst du selber machen, einfach lesen reicht nicht - in dich reinhören und schauen was davon könnte helfen.

So mal als Beispiel - ich habe ein Hörbuch gefunden, da wird über das Bullet Journal geschrieben - das habe ich mir angehört, dann Gruppen auf FB dazu gefunden - und auch eine Depressionen und Bullet Journal.
Und ich fand die ganze Sache interessant und bastel mir gerade mein eigenes.

Da "tracke" ich dann meine Schlafzeiten, Medikamente, Gefühle, wann ich wodurch Stress habe usw.
Zur Zeit macht mir das überlegen was ist für "MICH" wichtig zu wissen, was kann helfen usw - das macht mir gerade Freude.
Und später hoffe ich - evtl. Zusammenhänge zu finden, so nach dem Motto - mir geht es richtig blöd wenn ich mehr als 3x die Nacht wach geworden bin.
Und dann gucken - wann die besseren Nächte waren, habe ich da vielleicht vorher gelesen oder gehäkelt oder oder...

Aber die Idee dazu ist nicht nur aus dem einen Buch - sondern aus allen möglichen Anregungen.
Und ich werde viele Sachen aus dem Buch nicht machen - weil sie nicht zu mir passen.

Und das von ulysses ist auch eine super Idee - und alle zusammen können wir dir sicher auch hilfreiche Tipps geben, aus denen du dir das für dich passende raussuchst.

21.12.2018 00:22 • x 1 #4


Frederick1
liebe Linda,

auch von mir ein ganz herzliches Willkommen im Forum. Danke das du den Mut hattest zu schreiben, einmal alles raus zu lassen. Du bist noch jung, und es gibt noch ganz viel Hoffnung für dich. Ich vermute das du auch eher ein sensibler Typ bist,
und ob das mit Partyurlaub dir gut tut, ich weiß es nicht so ganz. Nein nichts gegen Party, Freude, Spaß im Leben, aber immer nur trinken.........Ich sage mir selbst, wenn ich nur durch Alk Freude, Spaß und Sinn im Leben sehe, und ohne Alk sehe ich nichts...das passt für mich auch nicht zusammen. Nichts gegen Alk., du aber ich habe schon so viele, auch nahe stehende Menschen erlebt, wie sie der Alk. zerstört hat.

Du möchtest glücklich sein in deinem Leben, und das ist ja auch verständlich. Das du wieder gerne lebst, gerne arbeitest.

Das du liebe Linda, oh ein schöner Name) wieder ein JA für dich und dein Leben bekommst, in welcher Situation du dich gerade auch befindest. Ein JA das ganz tief sich in dir leben sich entfalten darf. Für die guten Zeiten in deinem Leben, aber auch für die nicht so guten Zeiten. Leben ist auch einmal Leid, aber auch im Leid darfst du ein felsenfestes JA zu dir haben.

Auch wenn du einmal versagst, Fehler machst, alle Menschen machen Fehler, natürlich auch ich. Aber du darfst dir selbst vergeben, dich immer wieder mit dir und deinem Leben aussöhnen.

Ich finde es so wichtig, glücklich und erfüllt leben zu können, auch in der Depression, trotz meiner Depression. Ein glücklicher Mensch ist mit sich und seiner Welt im Einklang, im Frieden. Du hast wieder ein JA zu deinem Leben, bist mit dir eins. Deine Freunde fühlen sich in deiner Nähe wohl.

Jetzt weiß ich nicht, wie deine Kindheit war, deine Erziehung, vielleicht gibt es da noch Blockaden. Als Kind denkst und redest du wie ein Kind, hast eine ganz andere Perspektive wie heute. Als junger Mensch siehst du vieles ganz anders.

Eine Tochter von mir ist in deinem Alter, und vor ein paar Wochen ausgezogen. Selbst habe ich nicht alles richtig gemacht, und ich bat meine liebe Tochter um Vergebung, wenn ich gerade in meiner Depression einmal falsch reagiert habe.

Du liebe Linda das war so was von befreiend, wir können wieder miteinander lachen, gemeinsam Freude haben, gemeinsam etwas unternehmen, uns gegenseitig helfen usw.....................................................................................


Viele Menschen meinen sie sind glücklich, wenn sie reich sind, viele Dinge besitzen, bekannt und anerkannt sind, gesund und frei sind...............

Aber ich meine, Glück im Leben machen unsere Beziehungen aus, und deine wichtigste Beziehung liebe Linda ist die Beziehung zu dir selbst. Das in der Beziehung zu dir selbst wieder Liebe und Leben fließen darf, wenn du dein Innerstes immer wieder erneuerst, zu dir stehst, du dich veränderst, deine liebevolle Beziehung zu dir selbst immer tiefer, ehrlicher werden darf. Darum ist es so wichtig, das du dich selbst kennen lernst, was möchtest du in deinem Leben erreichen, welche Werte sind dir wichtig, was ist dir nicht so wichtig.

Und dann Beziehungen zu anderen Menschen leben darfst, die ungefähr so die gleichen Werte im Leben haben so wie du, liebe Linda.

Das du eine Lebenskünstlerin werden darfst, ein gelassenes Leben, aber auch ein tiefes Leben, und trotzdem Lebensfreude, Witz und Humor. Das du dich selbst und die Dinge deines Lebens ernst nimmst, aber nicht zu ernst, nicht zu perfekt, das du auch einmal über dich selbst lachen kannst............................................................

Schaue nicht nur zurück in deinem Leben, du hast die Chance dein Leben selbst zu gestalten, zu lernen, zu verändern.

Schaue nicht nur auf deine Probleme, auf deine Sorgen. Schaue sie dir an, und dann gehe und lebe weiter. Sehe deine Probleme, deine Sorgen von verschiedenen Perspektiven an. Wenn du dich zu stark auf deine Probleme und Sorgen fixierst, entfernst du dich von dir und deinem Leben. Deshalb lasse dich nicht unterkriegen, du lebst nur einmal.

Sage jeden Morgen JA zu deinem Leben, sei ehrlich zu dir selbst, beschönige nichts, aber suche immer wieder, jeden Tag, das Gute, das Schöne, das Wichtigste in deinem Leben.

Vieles was wir fest halten wollen im Leben geht mit der Zeit verloren. Geld und Geltungssucht, Jugend und Liebe, Gesundheit und Schönheit und vieles andere mehr.

Weißt du, Leben ist oft eine ständige Herausforderung, vieles wechselt, aber wenn du mehr dankbar bist für dein Leben, dich nicht ständig beklagst über dein Leben, dich selbst bemitleidest usw.....................................................................

wenn du dein Leben annehmen kannst, so wie es ist, dann wirst du eigenständiger, mutiger, selbstbewusster, du wirst den Widerständen deines Lebens trotzen...und sie überwinden.


Du als Musiker habe ich vor Jahren mal ein Lied gemacht, über mich selbst...........


"Ich habe gelernt im Leben zu lernen,

habe Gutes und Schlechtes erlebt,

und manchmal da wollte ich nicht länger mehr leben,

weil mein Leben so sinnlos erschien...


Ja all das Erlebte habe ich gespeichert in mir,

und es macht mich zu dem der ich bin,

und nur mit mir selbst, da möchte ich noch leben,

in Liebe, in Freude, im Glück,

ja nur mit mir möchte ich noch leben,

ich hoffe das es mir gelingt.



Du und ich wünsche es dir von Herzen, das dein Leben bald wieder gelingt, für dich wieder lebenswert wird....

in guten Gedanken und Wünschen für dich,


Frederick

21.12.2018 17:30 • x 2 #5


Du schreibst du hattest schon früher Depressionen, als die Prüfungen anstanden. War dieser Zustand damals vergleichbar mit deinem jetzigen, oder fühlt sich die derzeitige Depression anders an?

Auch hast du gesagt dass du ein Medikament abgesetzt hattest und es dann schlimmer wurde. Hast du dann den behandelnden Arzt direkt kontaktiert und ihm geschildert dass es dir wieder sehr schlecht geht? Hat er dir dann geraten die Medikation (mit demselben Medikament) wieder aufzunehmen?
Das hört sich für mich irgendwie stark danach an als wäre das Medikament zu früh oder zu schnell abgesetzt worden. So wie du es beschreibst ist es nämlich mehr oder weniger schlagartig in dem Moment wo du das Medikament abgesetzt hattest schlechter geworden, stimmt das?

Und gibt es wirklich gar nichts mehr was dir noch Freude, oder zu mindest eine gewisse Linderung einzelner oder vlt. sogar aller Symptome verschafft? Hast du zum Beispiel schon mal Schlafentzug ausprobiert (bestimmt, ich frag einfach nur mal)? D.h. in einer Nach mal nur 2-3 Stunden schlafen und dann schauen was passiert? Ich konnte damit ziemlich gute Erfolge erzielen, zu mindest in den ersten Stunden nach dem verringerten Schlaf fühle ich mich wesentlich wohler als sonst.

Und was beschäftigt dich denn gedanklich derzeit alles? Gibt es irgendwelche Gedanken die besonders häufig in deinem Kopf kreisen? Also mal abgesehen von der Depression und dass du sie loshaben möchtest.

21.12.2018 18:19 • x 1 #6


Hallo an alle!

Vielen lieben Dank für eure Kommentare und Antworten !

Ich werde jeden einzelnen Post extra bearbeiten, damit es ein bisschen übersichtlicher ist. Dankeschön!

Zitat von ulysses:

Hallo Linda95,

Ich vermute dass da der Hase im Pfeffer liegt und sich deine perfektionistische Ader und deine Versagensangst auf dein ganzes Leben ausgeweitet hat. Möglich dass du schon immer diese Veranlagung hattest und jetzt versuchst du sogar in perfekter Art und Weise deiner Krankheit beizukommen. Das kann nicht gelingen da das grundverkehrt ist.
Wie schon gesagt: Ich vermute ...
Denke doch bitte einmal darüber nach und schreibe dann hier was dabei raus kam. Alle zusammen werden wir schon irgend etwas finden was dir hilft, hoffe ich.


Hallo ulysses,

ja, das habe ich mir auch schon oft gedacht. Ich bin mir dessen bewusst, weiß aber nicht wie ich das ändern kann. Ich wünsche mir halt nichts lieber, dass ich etwas finde, was mich wieder "zurück" ins Leben bringt. Wenn es nur meine Depression wäre, würde ich versuchen, die Situation zu akzeptieren. Aber mit meinen aktuellen Problemen, also dieser extremen Appetitlosigkeit, das kann einfach nicht lange gutgehen...Ich nehme ja immer mehr ab. Zwar habe ich schon Medikamente probiert, welche den Apettit anregen sollen (Mirtazapin und sogar Olanzapin), aber von den berühmten "Heisshungerattacken" profitiere ich auch nicht.

Liebe Grüße

Linda95

22.12.2018 18:45 • #7


Hallo Bernhard,

Zitat:
Warum solltest Du unheilbar krank sein? Depressionen sind überwiegend heilbar.


Ich weiß, aber ich habe das Gefühl, dass ich schon so vieles probiert habe. Und immer wieder lese ich von Menschen, die ihr ganzes Leben Depressionen haben - ich kann doch nicht jahrelang nur existieren, um irgendwie jeden Tag zu überleben. Im letzten halben Jahr ist vieles auch noch schlimmer geworden - trotz Klinik.

Zitat:
Das sagen fast alle. Ob das dann auch wirklich alle versuchen, daran glaube ich eher nicht.


Mh, du hast wahrscheinlich recht. Ich kann natürlich nur für mich sprechen.

Zitat:
Du kannst gar nicht alles versucht haben. Du wirst alles das versucht haben, was Du bisher kennst.


Gut, da war ich vielleicht ein bisschen arg verzweifelt. Du hast natürlich recht. Alles habe ich wirklich noch nicht probiert. Aber irgendwie fühlt es sich so an. Alles, was bei anderen funktioniert (und ich auch live gesehen habe), funktionierte bei mir nicht.

Zitat:
Da kannst Du richtig liegen. Dein Leben scheint seit vielen Jahren fremdbestimmt zu sein.
Nicht Ärzte können Dir sagen, wie Du zufrieden werden kannst.
Das musst du selbst herausfinden.


Das könnte tatsächlich so gewesen sein. Ich habe mein leben zu sehr auf meinen Beruf/Studium gelenkt, andere Dinge immer vernachlässigt.

Zitat:
Wenn Du nun für Dich erkannt hast, das Deine Ausbildung und Dein Beruf nicht alles für Dich bedeuten, dann
verstehe ich Dich, dass Du nach Deinem persönlichen Sinn im Leben suchst?

Was könnte denn etwas sein, warum es sich für Dich morgens lohnt aufzustehen?
Was fehlt Dir denn im Leben?


Diese Frage kann ich dir wirklich nicht beantworten. Aktuell sehe ich überhaupt keinen "Sinn", für den es sich zu leben lohnt. So traurig es klingt. Ich weiß auch nicht wirklich, was mir fehlt...Irgendwie habe ich mir da früher aber NIE Gedanken darüber gemacht - ich habe einfach gelebt und mich nicht nach dem "Sinn" gefragt.

Liebe Grüße

Linda95

22.12.2018 18:46 • #8


Zitat von florica:
Kurzes OT


Ich glaube ich habe mich langsam an das auseinander reißen gewöhnt

Aber Depressionen sind nicht immer heilbar - aber man kann lernen mit ihnen zu leben.
Und das ist auch nicht immer schlecht - ok heute habe ich vermutlich geraden einen der guten Tage.
Man fühlt z.B. die Freude intensiver - zumindest meiner Meinung nach .
Und einige haben auch sehr lange Pausen zwischen den Schüben - die können jahrelang andauern - ich leider nicht.
Aber das gibt es.

Und das mit den Büchern ist nicht schlecht - ABER du darfst davon keine Heilung erwarten, die heilen nicht.
Du kannst dir aber viele Anregungen raussuchen - die dich heilen können, aber das musst du selber machen, einfach lesen reicht nicht - in dich reinhören und schauen was davon könnte helfen.

So mal als Beispiel - ich habe ein Hörbuch gefunden, da wird über das Bullet Journal geschrieben - das habe ich mir angehört, dann Gruppen auf FB dazu gefunden - und auch eine Depressionen und Bullet Journal.
Und ich fand die ganze Sache interessant und bastel mir gerade mein eigenes.

Da "tracke" ich dann meine Schlafzeiten, Medikamente, Gefühle, wann ich wodurch Stress habe usw.
Zur Zeit macht mir das überlegen was ist für "MICH" wichtig zu wissen, was kann helfen usw - das macht mir gerade Freude.
Und später hoffe ich - evtl. Zusammenhänge zu finden, so nach dem Motto - mir geht es richtig blöd wenn ich mehr als 3x die Nacht wach geworden bin.
Und dann gucken - wann die besseren Nächte waren, habe ich da vielleicht vorher gelesen oder gehäkelt oder oder...

Aber die Idee dazu ist nicht nur aus dem einen Buch - sondern aus allen möglichen Anregungen.
Und ich werde viele Sachen aus dem Buch nicht machen - weil sie nicht zu mir passen.

Und das von ulysses ist auch eine super Idee - und alle zusammen können wir dir sicher auch hilfreiche Tipps geben, aus denen du dir das für dich passende raussuchst.


Hallo florica,

ja, das habe ich eben schon so oft gehört. Dass Depressionen nicht immer heilbar sind. Und ich habe einfach Angst, dass das bei mir auch so ist. Verbunden mit meiner Somatisierungsstörung oder eben Begleiterscheinung, die ich oben geschrieben habe, ist das für mich einfach fast nicht tragbar...

Die Tipps nehme ich auch dankend an! Aktuell schaffe ich es aber kaum, mich mit etwas im Leben zu beschäftigen. Die Motivation ist einfach gleich null - egal was ich mache! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich in einem immer schlimmer werdenden Teufelskreis stecke.

Liebe Grüße

Linda

22.12.2018 18:46 • #9


Zitat von Frederick1:
liebe Linda, auch von mir ein ganz herzliches Willkommen im Forum. Danke das du den Mut hattest zu schreiben, einmal alles raus zu lassen. Du bist noch jung, und es gibt noch ganz viel Hoffnung für dich. Ich vermute das du auch eher ein sensibler Typ bist, und ob das mit Partyurlaub dir gut tut, ich weiß es nicht so ganz. Nein nichts gegen Party, Freude, Spaß im Leben, aber immer nur trinken.........Ich sage mir selbst, wenn ich nur durch Alk Freude, Spaß und Sinn im Leben sehe, und ohne Alk sehe ich nichts...das passt fü...


Hallo Frederick,

Ja, das mit dem Jungsein haben mir schon viele gesagt... Ich hoffe einfach, dass ich einen Weg finde, der mich zumindest wieder ein bisschen "antreibt" und "zurück" ins Leben bringt. Und ja, ich bin ein sensibler Typ. Bei dem Partyurlaub hatte ich eigentlich vorher schon ein schlechteres Baugefühl, aber ich dachte: Jetzt ist das Studium endlich vorbei, da darf ich mir das ja auch mal gönnen! Dass das natürlich so schlimm endet, hätte ich nicht für möglich gehalten..

Zu deinen weiteren Worten: Ich muss echt sagen, sehr schön geschrieben und vielen DANK! Ich hoffe, dass ich auch bald wieder JA zu meinem Leben sagen kann. Ich muss auch wieder zu mir selbst finden, mich selbst lieben, so wie ich bin...

Zu meiner Kindheit: Naja, meine Eltern waren immer sehr erfolgsorientiert und sagten: Schule ist wichtig, damit ihr es später einmal besser habt als wir jetzt. Ich komme halt nicht umbedingt aus einem reichen Elternhaus. Der Druck habe ich mich dann über die Jahre irgendwann selbst gemacht, obwohl das von meinen Eltern nicht mehr explizit gewünscht war. Ich bin irgendwie selbst in eine Art Teufelskreis gekommen..

Deine Zeilen gehen mir echt nahe! Vor allem das mit deiner Tochter, ich finde toll, dass du so offen zu ihr warst...Ich glaube, du bist ein toller Vater. Du hast recht, niemand ist perfekt.

Liebe Grüße

Linda

22.12.2018 18:47 • x 1 #10


Hallo freeza,

Zitat:
Du schreibst du hattest schon früher Depressionen, als die Prüfungen anstanden. War dieser Zustand damals vergleichbar mit deinem jetzigen, oder fühlt sich die derzeitige Depression anders an?


Der Zustand ist tatsächlich vergleichbar. Aber leider nur in den Symptomen, wie meiner extremen Apettitlosigkeit und allem. Die Intensität ist aber völlig unterschiedlich. Während ich früher noch Antrieb oder Motivation gehabt habe, fühle ich zurzeit einfach nichts mehr, eine große Leere..Einfach keine Lust auf das Leben.

Zitat:
Auch hast du gesagt dass du ein Medikament abgesetzt hattest und es dann schlimmer wurde. Hast du dann den behandelnden Arzt direkt kontaktiert und ihm geschildert dass es dir wieder sehr schlecht geht? Hat er dir dann geraten die Medikation (mit demselben Medikament) wieder aufzunehmen?
Das hört sich für mich irgendwie stark danach an als wäre das Medikament zu früh oder zu schnell abgesetzt worden. So wie du es beschreibst ist es nämlich mehr oder weniger schlagartig in dem Moment wo du das Medikament abgesetzt hattest schlechter geworden, stimmt das?


Ja, das ist mir vor einiger Zeit auch bewusst geworden. Ich bin genau in das Loch gefallen, als ich mit den Medikamenten aufgehört habe. Ich bin sogar heute der Überzeugung davon, dass ich nicht in das Loch gefallen wäre, wenn ich die Medikamente nicht aufgehört hätte. Und ja, ich habe es dann mit meinem Arzt besprochen und die Selbe Medikation nochmal ausprobiert. Allerdings ohne entsprechenden Erfolgt. Es war damals Paroxetin und schnell sind wir dann auch Venlafaxin gewechselt. Ich merkte aber überhaupt keine Unterschiede mehr.

Zitat:
Und gibt es wirklich gar nichts mehr was dir noch Freude, oder zu mindest eine gewisse Linderung einzelner oder vlt. sogar aller Symptome verschafft? Hast du zum Beispiel schon mal Schlafentzug ausprobiert (bestimmt, ich frag einfach nur mal)? D.h. in einer Nach mal nur 2-3 Stunden schlafen und dann schauen was passiert? Ich konnte damit ziemlich gute Erfolge erzielen, zu mindest in den ersten Stunden nach dem verringerten Schlaf fühle ich mich wesentlich wohler als sonst.

Und was beschäftigt dich denn gedanklich derzeit alles? Gibt es irgendwelche Gedanken die besonders häufig in deinem Kopf kreisen? Also mal abgesehen von der Depression und dass du sie loshaben möchtest.


Das finde ich gerade so schlimm. Es wird aktuell immer schlimmer. Vor der Klinik hatte ich noch eine sehr geringe Motivation raus zu gehen, etwas mit Freunden zu machen... So doof es klingt: Sogar als ich ein paar Gläser Wein getrunken habe, hatte ich wieder Zuversicht. Dass das keine Lösung ist, ist natürlich klar. Aktuell habe ich dann auch mal wieder mit einer Freundin was getrunken, aber positive Gedanken? Fehlanzeige.

Ich kenne Schlafentzug. Probiert habe ich es zwar einmal, aber ehrlichweise war das unter den falschen Voraussetzungen. Ich wollte es nochmal probieren, mein Therapeut riet aber von "Selbstexperimenten" ab. Ich habe erst vor einigen Tage daran gedacht, dass ich es ja nochmal richtig versuchen könnte. Evtl. nehme ich es ja demnächst in Angriff! Hast du ein paar Tipps dafür?

Gedanklich beschäftigt mich eigentlich wenig. Manchmal noch die Arbeit - dass ich nicht weiß, wie ich das alles wieder hinbekommen soll.. Aber das ist eben die Hoffnungslosigkeit, die mich umtreibt. Ich weiß, dass wenn ich nicht die depressive Linda wäre, sondern die alte "selbstbewusste" Linda, ich das auch wieder hinbekommen würde. Natürlich würde ich auch einiges verändern..

Liebe Grüße

Linda

22.12.2018 18:47 • #11


Pilsum
Hallo Linda,

Zitat:
Diese Frage kann ich dir wirklich nicht beantworten. Aktuell sehe ich überhaupt keinen "Sinn", für den es sich
zu leben lohnt.


Dann versuche bitte mal herauszufinden, für was es sich Deiner Meinung nach lohnt zu leben.
Zitat:
Irgendwie habe ich mir da früher aber NIE Gedanken darüber gemacht - ich habe einfach gelebt und mich
nicht nach dem "Sinn" gefragt.


So machen es sehr, sehr viele Menschen. Sie hinterfragen zu selten das, was sie täglich tun.
Sie machen viele Jahre einfach das, was angeblich alle machen oder was man ihnen sagt.
Wenn sie gedanklich wach werden, fehlt ihnen etwas. So wie Dir auch.
Es fehlt das, was man den persönlichen Sinn seines Lebens nennt.
Den Sinn für das eigene Leben sollte man sich selbst geben.

Zitat:
Das könnte tatsächlich so gewesen sein. Ich habe mein leben zu sehr auf meinen Beruf/Studium gelenkt,
andere Dinge immer vernachlässigt.


Wenn es so war, dann überlege bitte, was Du alles Gutes für Dich selbst tun kannst.
Ein Mensch ist nicht nur zum Arbeiten auf der Welt.
Viel mehr ist er auf der Welt um zufrieden zu sein.

Zitat:
Und immer wieder lese ich von Menschen, die ihr ganzes Leben Depressionen haben - ich kann doch
nicht jahrelang nur existieren, um irgendwie jeden Tag zu überleben.


Dann ändere Deine Denkweise. Dies kann Dir viele Ängste kleiner machen und Dir
helfen, zufriedener zu werden.

Viele Grüße

Bernhard

22.12.2018 21:07 • x 1 #12


Hey Linda,

Zitat:
Evtl. nehme ich es ja demnächst in Angriff! Hast du ein paar Tipps dafür?


Also bei mir funktioniert es am besten wenn ich sehr spät ins Bett gehe. Das heißt wenn ich vor habe sagen wir mal 3 Stunden zu schlafen, dann gehe ich gegen 5 Uhr morgens ins Bett, damit wenn ich wach werde es draußen schon anfängt hell zu werden und man im möglichst natürlichen Aufwachverhalten bleibt.
Zusätzlich ist es bei mir auch so, dass wenn ich lange wach bleibe dass sich dann meine Depression etwas bessert. Das heißt wenn ich sagen wir mal 18 Stunden wach bin, dann bin ich zwar ziemlich müde, aber diese starke Niedergeschlagenheit und Leere ist dann irgendwie nicht mehr ganz so niederdrückend. Wenn ich dann nämlich den Schlafentzug durchführe, und einigermaßen gut diese 3 Stunden durchschlafen kann (also ohne irgendwie gestört zu werden durch lärm etc.), dann kann es wirklich passieren dass die Depression fast komplett verschwunden ist, und nur eine Müdigkeit übrigbleibt.

Das Problem bei mir dabei ist, dass ich mich dann zwar recht "gesund" fühle (Was wunderbar ist wenn man sich Monatelang wie ein Zombie gefühlt hat), aber dieser Zustand hält leider nur wenige Stunden an, weshalb man diese dann auch wirklich für etwas nutzen sollte (Ich gehe gerne im Wald spazieren oder höre Musik, es ist echt krass wie so simple Sachen plötzlich wieder große Freude bereiten wenn die Depression mal ein wenig "Pause" hat). Nach einer gewissen Zeit überkommt mich dann aber eine extreme Müdigkeit und ich habe dann auch wieder das Gefühl dass die Depression zurückkehrt, irgendwann fühle ich mich dann wieder komplett Mies (also mein "Normalzustand") und bin zusätzlich noch extrem Müde. Das ist dann der Zeitpunkt wo ich mich meistens wieder ins Bett lege.

Auch kostet es recht viel überwindung wirklich nach 2-3 Stunden Schlaf aufzustehen. Aber auch wenn man 5 Wecker dafür aufstellen muss, es lohnt sich - wenn es dann irgendwann mal funktioniert. Und gib nicht auf wenn du ein paar Anläufe brauchst, bei mir ist es auch manchmal auch so dass ich alles "perfekt" wie immer mache, aber aufgrund irgendwelcher mir nicht ersichtlichen Ursachen hilft es dann trotzdem nicht.
Und es kann auch sein dass du nicht direkt nach dem Aufstehen eine Besserung verspürst, eventuell bist du noch so extrem Müde dass du erstmal "wach" werden musst, damit du erkennst dass dein Zustand sich verbessert hat. Mir hilfts rauszugehen und mich bisschen zu bewegen.

Wenn es klappt gibt es einem auf jeden Fall ein wenig Zuversicht, da man erkennt dass man sich auch gut fühlen kann und Leben auch wieder Spaß machen kann. Dann weiß man dass es sich lohnt weiterzumachen und sich zurückzukämpfen.

22.12.2018 22:25 • x 2 #13


Hallo Linda, herzlich willkommen auch von mir

Ich habe da mal eine andere Frage. Falls ich etwas an einer Stelle überlesen habe, bitte ich um einen Hinweis darauf? Danke

Ist Dein "Job" ein Beruf oder eine Berufung?

Was ich meine, aus welchem Grund hast Du ihn gewählt?

Liebe Grüße Renate

23.12.2018 10:45 • x 2 #14


Frederick1
liebe Linda,

vielen herzlichen Dank für deine guten Worte. Ich finde es so was von wichtig das du weißt, welches Wesen habe ich als Mensch. Das du ungefähr weißt, was gut dir gut und was nicht. Was braucht dein eher sensibles Inneres, was braucht dein Körper, in welchem Lebensumfeld kannst du so richtig aufblühen, wie gehst du als sensibler Mensch mit deiner Depression um?

Meine Eltern machten sich damals keine so großen Gedanken, was ich beruflich werden sollte. Hauptsache gutes Geld verdienen, Erfolg haben, mehr Wohlstand haben als sie selbst...........................................................................................

Von daher war es meiner lieben Frau und mir ganz arg wichtig zu beobachten, welche Wesen haben unsere Kinder, was gefällt ihnen gut, was machen sie gerne, und was nicht. Aber beide Kinder sind heute irgendwie glücklich, ausgeglichen, mit dem was sie tun. Das freut mich immer wieder ganz feste.

Eine Tochter von mir ist auch irgendwo sensibler, so wie ich. Es gibt auch diesen Begriff "hochsensibel." So 15-20 % der Weltbevölkerung zählt diese Gruppe von Menschen. Du bist da nicht allein liebe Linda. Selbst hat mir schon immer Musik gut getan. Plötzlich merkte ich, hey ich kann ja Instrumente spielen, ohne Noten, und ohne das ich je privaten Musikunterricht hatte.

Ich finde es so wichtig liebe Linda, das du dein Leben selbst in die Hand nehmen darfst, mehr und mehr dein eher sensibles Wesen in Liebe annehmen darfst, so wie du bist, und nicht so wie es deine Eltern oder andere Menschen haben wollen.

Es gibt auch schon viele Bücher über hochsensible Menschen, und vielleicht hilft es dir, wenn du dich auf den Weg machst, mehr und mehr darüber zu lesen. Damit du dich selbst mehr und mehr verstehen lernst.

Das du dich auch mehr und mehr von deinen Eltern abgrenzen kannst, oder von Menschen und Dingen die dir nicht gut tun. Das du immer fester wirst in einer liebevollen Beziehung zu dir selbst, dann kannst du deinen Eltern und anderen Menschen ganz anders begegnen. Das du deinen Platz in deinem Leben finden darfst. Das du wieder in eine liebevolle Beziehung zu dir selbst kommst.

Als eher sensibler Mensch hast du eine differenzierte und genaue Wahrnehmung, einen guten Blick für Details. Details die manche Menschen eher übersehen. Dies können Zahlen sein, eine Tochter von mir kann sehr gut mit Zahlen und Daten umgehen, andere können sich schriftlich gut ausdrücken, andere haben einen besonders guten Blick für Farben und Muster, viele Musiker sind eher sensibel, spielen und hören Töne............usw...........................................................

Auf der anderen Seite können sensible Menschen auch überreizt sein, reagieren empfindlicher auf Außenreize wie zum Beispiel Lärm, Temperatur, Geräusche, Gerüche, Geschmäcke, Farben, Berührung usw................................................

Das hat wie alles im Leben Vorteile, aber auch Nachteile.

Du bist schneller reizüberflutet. Bei einem Tag mit viel Lärm, Stress, usw. da habe ich ein großes Bedürfnis nach Ruhe, brauche längere Zeit bis ich alles verarbeitet habe. Das kann Menschen, die nicht so sensibel sind, schon mal irritieren.

Innere und äußere Schmerzen spürst du viel eher. Wenn du zu lange angespannt bist, Stress hast, kann das schon mal zu einem burnout, einer Depression führen.

Auf Alk., Kaffee, Tee reagieren manche sensible Menschen auch mal über. Auch unregelmäßiges Essen kann beeinträchtigen, du kannst dich nicht mehr so konzentrieren. Schlafmangel kann auch als sehr unangenehm empfunden werden. Menschen die eher sensibel sind brauchen mehr Schlaf, weil sie in der Regel mehr verarbeiten müssen, vielleicht auch mal zu viel über alles nachdenken, manches zu perfekt machen wollen, einen hohen Anspruch an sich selbst und ihr Leben haben.

Meine eine Tochter zum Beispiel war mit ihrem Studium fast zu ehrgeizig, wollte alles perfekt und richtig machen. Und ich habe versucht, das sie doch ein wenig gelassener dabei wird......................................................................................

Sensible Menschen sind oft sehr liebe und verständnisvolle Menschen. Tiefe Gespräche und ein gutes Verständnis, ein gutes Verstehen sind ihnen sehr wichtig.

Auch haben sensible Menschen ein großes Bedürfnis nach Harmonie. Konflikte und Streit sind für sie ganz schlimm.

Oh meine Eltern habe sich sehr oft gestritten, und ich wollte immer schlichten...........................................

Die Gefühle anderer Menschen kann eher sensible Menschen sehr stark beeinflussen. Sie erkennen kleinste Stimmungsschwankungen.

Auch sind sensible Menschen eher introvertiert, haben Probleme, in Konkurrenzsituationen, suchen häufig Rückzug und Ruhe.

Wichtig finde ich liebe Linda, das du dich selbst mehr und mehr erkennen und verstehen kannst. Das du so leben, handeln, denken, fühlen arbeiten kannst, wie es dir und deinem sensiblen Wesen entspricht.

Und bitte schäme dich nicht für dich, als sensibles Wesen bist du ganz arg wertvoll, so wie eine Perle im Sand.

Nicht leicht zu finden und zu entdecken...........................

So eine Perle entsteht ja aus einem kleinen Körnchen Sand in einer Muschel Sie wächst und wächst, aber es tut sehr sehr weh, das Wachsen ist mit mit viel Leid und Schmerzen verbunden

Aber eines Tages entsteht dann so eine schöne Perle wie du........................................................

Du liebe Linda, deine Schmerzen, deine Leiden sind nicht sinnlos.

Es macht dich und dein Leben, dein .Wesen immer wertvoller.


Und ich wünsche es dir ganz feste von Herzen, das du dich, dein Leben, dein Wesen mit ganz viel Liebe annehmen kannst, das Wertvolle in dir immer größer wird, und die Depression immer kleiner..........


In guten Gedanken und Wünschen für dich,


viele liebe Grüße,


Frederick

23.12.2018 20:41 • x 1 #15




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