Montag mal wieder.
Der schwierigste Tag der Woche. Vor meinem Zusammenbruch konnte ich mich schon ab Samstag nicht mehr entspannen. Es ging immer nur um Montag. Sonntags konnte ich dann teils nicht mehr schlafen oder war einfach traurig. Jetzt weiß ich warum. Bin für eine Petition: Montag gehört abgeschafft

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Heute Nacht habe ich zwei Mal eine Art Nullpunkt im Schlaf gehabt. Das Gefühl was mich letztlich ins Krankenhaus gebracht hat, nicht mehr denken zu können.
Entweder ich habe es nur geträumt oder es war real ? Ich weiß es nicht. Habe beide Male panisch nach der Hand meiner Frau gegriffen, dann war es weg. Sehr seltsam, immerhin aber ca. 5 Stunden geschlafen. Ganz gut, mehr habe ich früher in der Woche nie gebraucht.
Am Wochenende hatten wir Besuch von einem guten Bekannten. Wir hatten telefoniert und ich hatte ihm mein Leid geklagt, gerade in Bezug auf Schrauberei an Autos. Richtige Männergespräche halt

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Nun, er ist schnell vorbeigekommen und hat meiner Bus repariert. Dafür bin ich ihm super dankbar.
Ging auch schneller als gedacht und die restliche Zeit verbrachten wir dann mit Essen und Kaltgetränken auf der Terrasse.
Zum ersten Mal seit bestimmt 15 Jahren habe ich so etwas wie Eifersucht gespürt. Kannte ich gar nicht mehr. Natürlich weil unser Bekannter all das Lob bekommen hat, was ich sonst bekommen hätte usw. Ich bin nur der Werzeughalter

War aber auch mal schön. Aber egal, meine Frau ist glücklich und das ist die Hauptsache

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Tja, in der Kaltgetränke Laune habe ich mich natürlich gleich zu einem Trip überreden lassen diese Woche. Meine Frau muss dringend mal hier raus.
Sonst um diese Zeit hätten wir unseren Jahresurlaub genommen und wären los gefahren. Ich habe diese Woche mal keinen Arzt Termin, muss nur später das Antibiotikum abholen und los gehts....Außerdem habe vermutlich auf Grund der anstehenden Therapie bald keine Zeit mehr für solche Dinge. Vermute ich jedenfalls.
Geplant ist ein Trip in ihre alte Heimat und ein längerer Besuch bei dem einzig coolen Chef meines Lebens bisher. Wir haben beide zusammen dort gearbeitet. Leider nur ein Jahr, dann wollte ich weg ( siehe Eintrag Kirchgänger). Habe danach die Menschen in der Stadt gehasst. Pauschal alle. Jedoch hatte meine Frau damals auch Lust auf ein neues Leben.
Wir möchten mit unserem alten Chef sprechen und ihn in Zukunft um kostenlose Mitarbeit bitten. Eine Art längeres Praktikum, sobald ich arbeitslos werde. Da freut sich doch jeder Ex Chef und reibt sich die Hände

. So können wir uns wieder fortbilden für eine neue Selbstständigkeit. Mit ihm kann ich reden, er wird mich nicht schief ansehen.
Warum ?
Wir sind beide zu der Erkenntnis gekommen, dass wir uns mehr bewegen müssen. Montag bis Freitag bzw. Samstag immer in die gleiche Firma. Immer am gleichen Ort wohnen. Die gleichen Wege fahren oder gehen immer wieder.
Immobilien machen nicht umsonst immobil.
Wir haben früher unter anderem im Bus oder im Bauwagen gewohnt. Draußen geduscht und gekocht. Sommer wie Winter. Die schönste Zeit meines Lebens. Die Bilder von unserem alten Bus kann ich mir nicht anschauen, da kommen mir die Tränen.
Der Hund auf dem Beifahrersitz und meine Frau daneben. Es war so eine tolle Zeit. 300.000 KM in 10 Jahren auf das Tacho gebracht. Keine Ahnung wie wir uns das leisten konnten, der Wagen war "Dieselholiker"

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Dann immer wieder ätzende Wohnungen und schließlich sesshaft geworden. Während der Sanierung haben wir unter anderem auch viel im Bus gewohnt. Ich vermisse es.
Unsere letztes Haustier ist im Frühling gestorben, es gibt keine Verantwortung mehr hier. Wir können also auch mal "abschließen".
In jetzt noch ferner Zukunft möchten wir also reisen und arbeiten. Nur noch so kann ich mir irgendwie die Zukunft vorstellen.
Ich hatte einfach kein Glück mit Arbeitgebern. Die Erlebnise waren aber bestimmt auch nicht die Regel, daher möchte ich auch niemanden entmutigen sich irgendwo zu bewerbe.
Vermutlich hatten meine Frau und ich diesbezüglich einfach sehr viel Pech.
Ich packe gleich meinen Koffer und dann geht es los. Versuche zu fahren, wenn es nicht mehr geht können wir rechts ran und tauschen oder einfach stehen bleiben und schlafen. Das hilft mir gedanklich.
Ein paar Tage alte Heimat und vielleicht noch zwei Tage auf dem Rückweg ans Meer. Samstag haben wir eine Einladung für Party, da wäre ich niemals hingefahren. Liegt aber auf dem Rückweg. Meine Frau freut sich drauf.
Jetzt kann ich hinfahren, da ich mich sonst einfach in den Wagen zurückziehen kann. So wird es mir nicht plötzlich zu viel. Tür zu und Ruhe.....
Spannende Woche. Wünsche allen einen guten Start