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Tod meines Seelenpartners - Weiß keinen Ausweg

E

Ex-Mitglied
Gast

Hallo,

ich habe das Forum durch Zufall gefunden. Eigentlich hab ich in Google gesucht nach einem Forum, ich weiß nicht mal in welche Richtung es gehen sollte. Ich weiß nur, daß in diesem Forum meine Persönlichkeit akzeptiert werden sollte. Evtl. Gleichgesinnte zu finden, auch wenn ich weiß, daß das unmöglich ist. Und selbst jetzt, wo ich das hier schreib, weiß ich, daß ich allein bin mit meinem Schmerz, der mich Stück für Stück dem Erdboden gleich macht. Und ich habe keinen Glauben an irgendetwas, was helfen könnte.

Ich habe meinen Seelenpartner verloren und ich weiß nicht, wie ich mit diesem Schmerz und dieser Leere umgehen soll. Verloren heißt, daß er gestorben ist nach Krankheit oder durch diese.

Ich weiß, eine Menge Leute verlieren ihren Partner, wodurch auch immer. Und es ist mit Sicherheit für jeden schmerzhaft.

Trotzdem wage ich zu sagen, daß es für mich schwerer ist als für normale Menschen. Ich bin Misanthrop und ich habe Borderline. Er war auch Misanthrop und wir teilten die gleichen Gedanken, die gleiche Weltanschauung, die gleichen Ansichten, die gleiche Musik. wir waren uns so sehr ähnlich. Er war der wundervollste Mensch für mich, alles Schöne und Gute was ich je hatte, mein einziger Halt.

Mein einziger Wunsch im Moment ist, ihm zu folgen. Ich sehe keinen Sinn mehr in allem. Ich weine fast den ganzen Tag, seit Tagen. Der Schmerz sollte nach einiger Zeit etwas nachlassen? Ich habe das Gefühl, daß er mit der Zeit immer stärker wird. Ich bin so müde und kraftlos. Ich kann einfach nicht mehr.

x 2 #1


28 Antworten ↓
F

Frederick1
Gast

hallo liebe Versunkenheyt,


leider ist das Leben nicht immer gerecht und fair zu uns. Es gibt Menschen die haben ein langes, gutes Leben, sind gesund, haben oder hatten einen guten Beruf, leben in einem Land wo man gut leben kann, haben gute Beziehungen usw.

Darüber habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Darüber kannst du voll traurig und depressiv werden, ja auch neidisch. Aber das hilft uns ja auch nicht.

Ein Mensch hat mir mal empfohlen, mein Leben rückwärts zu leben. Mein Leben so zu leben, mit dem Bewusstsein, am Ende steht der Tod. Das ich da ruhiger und gelassener werde, nicht alles so eng sehe. Oder so zu leben, als wäre jeder Tag mein letzter Tag.

Oft sind auch andere Menschen schuld am Tod von einem Menschen. Als ich selbst noch Kind war, wurde meine Schwester von einem Auto tödlich überfahren, unschuldig, hat nicht aufgepasst. Soll ich das jetzt diesem Menschen ein Leben lang nachtragen, sie dafür hassen, weil sie nicht perfekt gehandelt hat.

Selbst handle ich auch nicht immer richtig und perfekt, so kann ich das von anderen Menschen auch nicht erwarten.

Dass die Welt unfair ist, nicht gerecht, nicht perfekt.mit diesen Gedanken musste ich mich auch versöhnen. Und das am Ende der Tod steht.Es hat für mich eine lange Zeit gebraucht, das zu akzeptieren und anzunehmen, mich mit meinem Leben zu versöhnen, aber es hilft mit in meiner Depression, nicht mehr alles so eng, so verbittert zu sehen. Natürlich wollen trotzdem manche Schmerzen wieder hochkommen.

Oder wie werde ich einmal sterben? Wird eine Krankheit mein Leben beenden, ein Unfall, ein Krieg, eine Naturkatastrophe?

Wird es ein langsamer Tod sein, oder ein längeres qualvolles Sterben?

Wie unser Leben enden wird ist ungewiss, und deshalb auch ganzen jetzigen Sorgen darüber, eigentlich nutzlos.
Wir Menschen, auch ich, machen uns oft viel zu viele Sorgen.

Wie möchte ich sterben.also ich möchte, wenn es geht, versöhnt sterben. Nicht mit Hass, unversöhnt usw.

Wenn ich sterbe, du dann werde ich auch alles verlieren, was das Leben mir gegeben hat. Also was bleibt wenn ich gehe?

Was bleibt sind vielleicht noch meine Frau, meine beiden Kinder.

Deshalb wäre es mir wichtig, das ich nicht allein sterbe. Ich wünsche mir da eine Hand, die da ist, wenn ich sterben muss.

Jemand der mir sagt, ich bleibe bei dir, ich gehe mit dir begleite dich auf deinem letzten Weg. Meine Kinder habe ich ja auch oft als sie noch kleiner waren, mit meiner Hand begleitet. Da würde ich mich freuen, wenn sie mich auf meinem letzten Weg begleiten. Bei meiner eigenen Mutter habe ich es auch so gemacht. So komisch es jetzt klingt, aber sie durfte einen schönen Tod haben.

Trotzdem, ich muss im Sterben auch los lassen können. Und vielleicht hilft es, heute schon manches los zu lassen, was wir nicht mehr fest halten können. Etwas los zu lassen kann auch befreiend sein, wenn ich meine Wut, meinen Ärger, meinen Hass, meinen Neid, meinen Streit.auch mit mir selbst los lassen kann.


Du ich ich wünsche dir jetzt von Herzen ganz viel Trost, Liebe und Annahme. Das du wieder Frieden mit dir selbst und deinem Leben finden darfst, auch wenn es seine Zeit dauert.
aber es tut dir immer noch brutalst weh und wenn ich könnte würde ich dir jetzt deine Tränen abtrocknen, mit dir leiden, mit dir weinen, bei dir sein. in meinen Gedanken bin ich bei dir und mit dir,
leise aber liebe Grüße,

Frederick

22.12.2018 18:03 • x 3 #22


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A


Hallo Ex-Mitglied,

Tod meines Seelenpartners - Weiß keinen Ausweg

x 3#3


F

Frederick1
Gast

liebe Versunkenheyt,

vielen herzlichen Dank für deine ehrlichen und guten Worte. Ja jeder Mensch hat sein eigenes, originales Leben zu leben, und darf auch so sterben, wie er es für richtig hält.

Selbst meine ich, egal wie mein Leben ist, egal wie es gelaufen ist, ich darf zu meinem Leben stehen, so wie es ist und war.

Oft kommen auch bei mir Bilder meines Lebens hoch. Ich habe sie nicht gerufen, doch drängen sich mir auf, wollen mich und meine Stimmung verändern. Das ist immer wieder so was von schmerzhaft, presst und drückt mich, macht mich hilflos und traurig. Ich sehe Bilder, Gesichter, Menschen die mich verletzt haben, aber auch Menschen die ich leider verletzt habe.

Ich höre ihre Stimmen, ihre Worte. Es scheint, als wolle mich meine Vergangenheit immer wieder einholen.

Es ist brutalst schwer, aber es ist so wichtig, mich davon zu trennen, mich zu versöhnen, mit dem was wahr und ist.

Ja ich habe auch manchmal noch Suizidgedanken, nicht mehr so viele wie früher. Aber für mich finde ich es unfair, nicht mich meinem Leben zu stellen, sondern einfach nur zu gehen, Frau, Kinder usw. zurück zu lassen.

Zwar sind die Verletzungen meines Lebens schon vergangen, aber die verletzten Gefühle sind noch da.

Selbst finde ich keine innere Ruhe, bis ich mich mit meinen alten Verletzungen Aggressionen, Traurigkeiten, Enttäuschungen,unerfüllten Wünschen , Sehnsüchten, allen unerfüllten Dingen, die Fehler meines Lebens versöhnt habe. angenommen habe.

Mein inneres Unbewusstes vergisst leider nichts. Ich könnte es mit Alk., Dro., usw. vergessen machen, aber das zerstört mich ja auch wieder.

Ja, es bleiben Narben zurück, und mein Körper ist auch voller Narben. Und die tun auch noch weh, und ich kann verstehen, wenn Menschen vorzeitig gehen wollen.

Aber liebe Versunkenheyt tue es bitte nicht, oft ist unser Leben vieler Überraschungen, es kommt etwas Ungeahntes in unser Leben.

Du bist ein sehr wertvoller Mensch, du sollst, und du darfst leben.

Und ich wünsche mir und hoffe mir für dich, das du auch einmal wieder gutes Leben spüren, erfahren darfst.


in guten Gedanken für dich,

ganz viele liebe Grüße für dicj,


Frederick

23.12.2018 10:18 • x 2 #24


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


Anthea
Ich würde dir gerne helfen..
Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wie..

Es ist sicherlich sehr schwer für dich..

Ich weiß wie es ist, wenn man jemanden verliert der einem so nahe stand..

Viele Menschen sagen, dass Zeit die Wunden heilt..
Das stimmt nicht..

Man gewöhnt sich nur an den Schmerz..

#2


E
Erst einmal mein ganz herzliches Beileid.
Und willkommen im Forum.

Ich glaube hier bist Du richtig.

#3


E
@Anthea

Vielen Dank... und ich weiß. Und irgendwie erwarte ich auch keine Hilfe, weil ich tief in meinem Innern weiß, daß es keine gibt. Ich weiß nur nicht mehr wohin mit all dem Schmerz... er löscht mich aus.



@florica

Vielen Dank.

#4


E
Vielleicht hilft es Dir hier ein wenig zu schreiben.

Ich kann deinen Schmerz nicht nehmen, aber da mein Mann auch ein Misanthrop (ohne Borderline) ist, kann ich es etwas erahnen.

#5


U
Jeder Mensch tickt unterschiedlich und genauso leidet bei solch eine Kummer jeder anders.
Wenn der Seelenpartner stirbt ist das eine Trauerkategorie besonderer Güte. Dennoch ist die gleiche Trauerarbeit abzuhandeln wie sonst auch.
Der Schmerz lässt nicht einfach nach ein paar Tagen nach, du lernst nur besser mit ihm umzugehen. Das ist gut das ist richtig und wenn das anders wäre, wäre dein Seelenpartner nicht dieser sondern nur irgend jemand gewesen. Ehre ihn durch deinen Schmerz. Dass du hier bist und darüber schreibst zeigt dass du begonnen hast diese Aufgabe zu übernehmen und das auszuhalten was dieser besonderen Situation gerecht wird.
Trauer ist etwas dass uns und dir nicht erspart wird gleich wie besonders die Menschen waren die wir verloren haben. Bedenke aber bitte auch dass dein Seelenpartner in dir weiter lebt und er für dich dadurch nicht verloren ist. Bewahre die schönen Zeiten und erinnere dich in zwischenmenschlicher Liebe zurück. Ich wünsche dir sehr guten Erfolg dabei das alles zu ertragen.

x 1 #6


F
liebe Versunkenheyt,

du es tut mir jetzt ganz arg von Herzen leid für dich, das dein lieber Partner sterben musste. Selbst musste ich schon als Kind meine Schwester gehen lassen, das ist eins von den schwersten Dingen im Leben. Und jeder Mensch muss seinen Tod ganz alleine sterben, da kannst du keinem Menschen helfen, ihn nicht vertreten, den Tod verhindern.......................

Der Tod hat die Beziehung zu deinem lieben Partner brutalst abgebrochen. Menschen werden zum Leben geboren, aber Menschen müssen auch wieder gehen, wo ist denn da der Sinn.

Als Mensch kann ich das nur annehmen , so wie es ist. Ändern daran kannst du als Mensch gar nichts. Vielleicht noch vorher besprechen, wie ein Mensch sterben möchte, seine Wünsche,

Doch musst du dein Leid, deine Schmerzen, deine Tränen nicht zurück halten, lasse es alles raus, klage und schreie es raus.

Einen Menschen zu beweinen, nachweinen, heißt auch, das du ihn hinaus weinst. Die Tränen können dir in deiner Bewältigung deiner Trauer helfen.

Wo dein Mann jetzt ist, ob du ihn vielleicht einmal wiedersehen darfst, wer weiß es..........................................................

Letztendlich musst du deinen Mann gehen lassen, auch wenn es brutalst weh tut und schmerzt. Jede Trennung schmerzt.

Aber vergesse auch nicht, die vielen schönen Dinge nicht, die du mit deinem lieben Mann erleben durftest, die Zeit mit ihm.


Ich möchte dir ganz viel Kraft, Trost und Liebe wünschen,

in guten Gedanken für dich,


Frederick

#7


E
@Frederick1

Danke auch Dir.

Ich kann es nicht annehmen und auch nicht akzeptieren. Ich habe es zu tun, ja.... weil ich es nicht ändern oder rückgängig machen kann.

Ich halte nicht viel vom Leben, das habe ich nie. Mein Seelenpartner war genau so. Wir wollten irgendwann zusammen "gehen". Aber ich kann nicht akzeptieren, daß jemand auf eine "unwürdige" Weise aus dem Leben gerissen wird in einem viel zu jungen Alter. Und ich weiß nicht, aber ich komme immer wieder zu dem Gedanken, daß ihn am Ende die Medikamente umgebracht haben.

Ich hatte wirklich nie viel Positives in meinem Leben. Und jetzt hat man mir das einzigste genommen, was so wichtig und wertvoll für mich war. Es fühlt sich an als würde ich fallen, endlos, und nie mehr Boden unter die Füße bekommen. Ich sehe keinen Sinn mehr.

#8


U
Zitat von Versunkenheyt:
Ich sehe keinen Sinn mehr.


Ich habe mich unter anderem auch schon einmal mit der P. in der Hand nach dem Sinn gefragt als mir wirklich alles gleichgültig war. Und da liegt der Unterschied. Keinen Sinn mehr sehen heißt nicht dass man nicht danach fragen kann. Ich habe seinerzeit den Sinn gefunden der keineswegs klar definiert vor mir lag sondern war es eher so dass ich weiter machen musste um meinem Leben einen Sinn zu geben indem das Leben mir diesen aufdrückt. Und genau so war es. Ich war offen für meinen Sinn und was danach kam war schon etwas mehrfach bedeutsames.
Wenn ich jetzt zurück blicke brauche ich wirklich nicht nach dem Sinn suchen und der Sinn handelt wahrlich nicht nur von mir sondern von vielen Menschen. Wenn ich vorne blicke könnte mir schwindelig werden bei dem Gedanken was vielleicht noch alles sinnvolles auf mich wartet .

x 2 #9


E
Ich habe keine P. (leider?). Denn sonst würde ich hier nicht mehr schreiben, das ist sicher.

Und der Sinn meines Lebens ist nicht mehr. Hat mein Herz und irgendwie auch mich mit sich genommen.

Ich bin müde, weiter zu kämpfen. Ich möchte einfach nur schlafen und nicht mehr aufwachen.

#10


U
Hey ..

Ich kann mich nicht einschließen, sagen:"Ihr seid alle doof ..."
... und wenn die Chips alle sind den Sinn nicht mehr sehen. Geht nicht!

#11


E
@ulysses

Das ist ein hinkender Vergleich...

#12


U
Ich finde den Vergleich recht passend.
Dein Seelenpartner ist dir genommen. Ich sehe deine Situation voll und ganz. Aber wer sagt dass du nicht irgend wann etwas ähnliches erleben darfst? Gib dir und auch anderen eine Chance ...

x 1 #13


E
@ulysses

Ich weiß, was Du meinst.

Aber manchmal fühlt man, daß etwas einzigartig ist und so nie wieder kommt.

In diesem Fall fühl ich so. Er hat mich in allem ergänzt. Ich war nur vollkommen mit und durch ihn. Ich kann es nicht erklären. Es gibt auch keine Worte dafür, die all das ausdrücken könnten. Jeder Atemzug schmerzt ohne ihn..

#14


A


Hallo Ex-Mitglied,

x 4#15


U
Und ich weiß was du meinst. Und es war einzigartig. So wie jede echte Beziehung/Partnerschaft einzigartig ist auf ihre Art.
Jedes Mal wieder aufs neue. Denn das Leben ist ständig im Wandel begriffen und nichts bleibt wie es ist. Auch du änderst dich und andere Menschen passen dann zu dir. Auch wenn du das jetzt nicht so empfinden kannst.
Wir hier im Forum sitzen alle irgendwie im Modder aber würden dich auf deinem Weg begleiten. Wer irgend gerade kann hilft anderen oder er/sie versucht es. Wenn du möchtest sind wir für dich da!

#15

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