112

Soziale Phobie, Angstzustände und Einsamkeit/Depression

S

steesi92
Mitglied

8
1
10
Hallo, vorab zu mir ich bin 30 Jahre alt und habe seit ich ca.14 15 bin mit psychischen Problemen zu kämpfen. Ich hatte immer ein extremes Problem mit meinem Aussehen, fühle mich teilweise extrem hässlich und eklig und es ist manchmal so schlimm das ich das Haus nicht mehr verlassen möchte, allgemein habe ich immer das Gefühl das Menschen mich komisch finden und mich nicht mögen (vor allem bei männlichen Personen). Wenn ich z.B. Fotos von mir sehe kommt es mir vor als würde ich einen komplett anderen Menschen sehen der unglaublich hässlich ist. Dazu kommt das ich teilweise extreme Panikattacken und Angstzustände habe, manchmal sitze ich zu Hause und steigere mich in Sachen so rein die komplett Sinnlos sind das ich mich fast übergeben muss Bauchkrämpfe bekomme und das Schwitzen Anfange, vor allem wenn ich weiß das ich gleich unter Menschen gehen muss. (Habe heute z.B. das Geburtstagsessen meines Bruders nicht auf die Reihe bekommen) Das ganze passiert aber auch nur Schubweise, in manchen Monaten habe ich dies weniger ausgeprägt. Es kommt tatsächlich sehr häufig in den Sommermonaten vor. Teilweise ist es auch so schlimm das ich gar nicht unter Menschen gehen kann. Also nicht mal Einkaufen.
Ich habe mit 17 ca. das *beep* angefangen und dies hat das Gefühl noch um einiges verstärkt. Ich war teilweise extrem Paranoid dadurch, war aber so süchtig das ich das ganze knapp 13 Jahre durchgezogen habe. Bin mir auch ziemlich sicher das ich eine Psychose davon getragen habe. Ich habe jetzt vor knapp 8 Monaten das letzte mal gek. aber spüre um ehrlich zu sein kaum Verbesserung. (Bin einmal rückfällig geworden über 2 Tage)
Ich hatte schon mehrere Beziehungen und während den Beziehungen sehe ich meine Partnerin immer als zu hübsch für mich an und denke immer das sie viel leichter Einen besseren als mich finden könnte. Dadurch habe ich eigentlich jede Beziehung zerstört. Meine letzte "Beziehung" ist nun fast 9 Monate her und diese hat mich psychisch heftig runtergezogen. Von ihr aus war es nur etwas körperliches und ich hatte starke Gefühle für sie, sie hat mir dann erzählt das sie auch noch etwas mit einem anderen Typen hat und dann habe ich das ganze beendet. Das hat mir schon extrem wehgetan, was dazu geführt hat das ich mich selbst verletzt habe, ich habe während der Zeit auch extrem viel Alk. getrunken. Wenn Menschen mir sagen das sie mich hübsch finden etc. kann ich dies überhaupt nicht verstehen. Ich weiß wirklich nicht was meine Expartnerinnen an mir fanden.
Mir fällt es zudem extrem schwer Freundschaften zu schließen da ich mich eigentlich immer unwohl unter Menschen fühle und ich immer das Gefühl habe das Menschen mich komischen finden könnten. Ich spüre immer eine extreme Anspannung in mir wenn ich unter Menschen bin und es raubt mir extreme Kraft mit Menschen zu reden, da ich immer Angst habe etwas falsches zu sagen. Freunde habe ich mittlerweile gar keine mehr ausser einen, aber der ist aus meiner Stadt gezogen und ich spreche mit ihm nur noch über Whatsapp oder wir zocken manchmal Online zusammen. Dafür schäme ich mich auch extrem und es frisst mich komplett auf. Durch ihn hatte ich auch einen etwas größeren Freundeskreis, habe mich mit den Menschen aber eigentlich nur getroffen wenn er dabei war. Ich habe mich auch immer extrem einsam Gefühlt wenn ich unter diesen Menschen war. Seit er Weg ist habe ich garkeinen Kontakt mehr zu ihnen.
Seit knapp 1 Jahr bin ich eigentlich nur noch alleine. In meiner Freizeit Hock ich alleine in meiner Wohnung. Aus Einsamkeit habe ich mir eine Katze geholt die mir wenigstens ein bisschen Kraft gibt.
Ich habe eine super tolle Mutter die alles für mich tut und auch teilweise von meinen Problemen weiß. Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr. Ich habe zwei ältere Brüder der eine wohnt jedoch nicht in Deutschland und zu meinem anderen Bruder habe ich zwar ein gutes Verhältnis aber ich könnte mit ihm niemals über solche Themen reden. Ich habe von 2019 - 2021 eine Therapie gemacht, doch diese war so teuer das ich sie dann abgebrochen habe weil sie mir eigentlich auch sehr wenig geholfen hat. Meine Mutter denkt seitdem das es mir psychisch wieder gut geht. Mittlerweile rede ich auch nicht mehr mit ihr darüber da ich ihr immer angesehen habe wie traurig es sie macht wenn ich von meinen Problemen erzählt habe. Das kann ich ihr einfach nicht mehr antun.
Seit ich 24 bin verkake ich eigentlich alles was mit Ausbildung, Schulischer Weiterbildung etc. zu tun hat ich hab in den letzten Jahren 3 mal die BOS verkakt, wodurch ich mir wiederum wie ein Haufen Dreck vorkomme. Das einzige was ich auf die Reihe bekommen habe ist eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann.
Seit einem Jahr arbeite ich als Schulbegleiter was am Anfang auch ziemlich gut lief, doch Mittlerweile raubt mir der Beruf wieder so viel Kraft das ich am liebsten wieder kündigen würde. Vor allem die Interaktion mit meinen Kollegen und Kolleginnen fällt mir extrem schwer. Es kommen jetzt auch die ganzen Sommerfeste mit den Eltern die mich seit Wochen nicht richtig denken lassen, weil ich unfassbare Angst vor diesen Tage habe. Mir geht es dadurch auch körperlich so extrem schlecht das ich in den letzten Wochen 2 mal umgekippt bin und für mehrere Minuten nicht mehr ansprechbar war. Ich habe jeden Tag extreme Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Ich sitz manchmal in der Arbeit und habe das Gefühl ich erbreche mich gleich oder kippe wieder um. Meine Mutter macht sich nun extrem Sorgen um meine Gesundheit und ich renne nun Sinnlos von Arzt zu Arzt da ich weiß das dies psychische Ursachen hat und keine körperlichen. Mit meiner Mutter will und kann ich aber einfach nicht drüber reden. Ich will ihr nicht wieder solche Sorgen bereiten.

Ich weiß im Moment einfach nicht mehr was ich machen soll und mittlerweile gehen meine Gedanken so weit das ich mich Frage was für einen Sinn das ganze noch hat und wieso ich noch weiterleben sollte. Mittlerweile fühlt sich mein Leben extrem Sinnlos und leer an wenn ich daran denke das mein Leben so einsam und alleine weiter gehen soll. Zu einer weiteren Therapie kann ich mich einfach nicht aufraffen da mir die Letzte nichts gebracht hat und ich auch das Geld nicht habe. Vor meinem Hausarzt traue ich mich das Problem auch nicht anzusprechen weil ich mich extrem dafür schäme. Deswegen würde nur eine Private Therapie in Frage kommen.

Ich wollte das einfach mal irgendwie los werden weil ich wirklich niemanden habe mit dem ich darüber reden kann.
Verzeiht mir auch wenn das ganze ein bisschen durcheinander geschrieben ist da ich in den letzten Tagen nicht wirklich viel geschlafen habe und mir es auch sehr schwer fällt das ganze in Worte zu fassen.

LG

x 3 #1


56 Antworten ↓
Dys

Dys
Mitglied

Beiträge:
2020
Themen:
1
Danke erhalten:
3063
Zitat von Jedi:
Wenn ich hier @TomdeLong u. @Dys Erfahrungen lese, wie krass unterschiedlich die ausfallen können. Sich die eigene Menschenwürde erhalten, ist eine wichtige Haltung ! Auch in Krankheit, haben wir alle noch eine Würde !

Erfahrungen unterschiedlicher Menschen sind immer unterschiedlich und wären sie tatsächlich gleich, würden sie unterschiedlich empfunden oder erlebt werden. Wir sind ja nicht Borg.

Ich kenne jemanden, der meint, keinen Mercedes S Klasse zu fahren wäre unter seiner Würde.
Ich beispielsweise sehe es unter meiner Würde, anderen was vorzugaukeln um vielleicht einen Benefit zu erhaschen. Würde wird halt individuell betrachtet und das ist auch okay, denke ich.

Ich sehe mich auch nicht als diskriminiert an, wenn ich einen Job wegen meines Alters nicht bekomme. So funktioniert die Marktwirtschaft im Bezug auf potentielle Leistungsfähigkeit nunmal und dass ich in jungen Jahren leistungsfähiger war als jetzt, bemerke ich ja selbst. Ich find nur, dass der potentielle AG das halt auch ehrlich sagen sollte, wenn ich ihm zu alt bin und dies das Ausschlußkriterium ist. (Am besten schon in der Ausschreibung) Doch selbst wenn er so ehrlich wäre, darf er das ja nicht, aufgrund von Gesetzen. Unehrlichkeit im Arbeitsmarkt ist somit gesellschaftsfähig geworden und beginnt schon beim Bewerbungsprozess. Meiner Erfahrung nach, weicht aber Unehrlichkeit irgendwann doch der Wahrheit. Blender sind dann oftmals bloßgestellt. Um mir zumindest eine solche Blöße nicht zu geben, lasse ich es lieber mit dem Vorgaukeln und zwar in allen Lebenslagen. Das heißt aber nicht, dass ich deswegen auch alles jedem gegenüber preisgebe. Was ich für mich behalten will, behalte ich für mich. Verschweigen ist ja nicht gleich Lügen.

Was mich nur etwas nervt ist, wenn mir andere erzählen wollen, ich hätte unter Umständen theoretisch die Möglichkeit einen Job zu finden, insgeheim aber selbst nicht davon überzeugt sind. Wo wir halt wieder beim Vorgaukeln wären.

12.07.2023 20:12 • x 5 #50


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hallo steesi92,

Soziale Phobie, Angstzustände und Einsamkeit/Depression

x 3#3


Dys

Dys
Mitglied

Beiträge:
2020
Themen:
1
Danke erhalten:
3063
Zitat von TomdeLong:
Meiner Meinung sind das völlig verschiedene Voraussetzungen, um sich Outen zu können

Um sich zu „outen“ braucht es keine Voraussetzungen außer den Willen und Mut es zu tun. Denn was ist denn das Gegenteil von outen? Meiner Meinung nach Verheimlichen.
Wenn ich nicht sagen will, was mit mir ist, ist das ja meine Sache. Persönlich ist es halt nicht mein Ding Ausreden zu suchen oder zu Lügen, was ja manche machen (wohl aus Angst). Das ist mir aber einfach zu anstrengend und meine Leistungsfähigkeit spricht ja ihr Übriges.
Wozu also etwas vorgaukeln, vor allem im Job, wo sich dann jeder der die Wahrheit nicht kennt, sich eh seinen eigenen Reim drauf macht. Wenn also schon jemand bemängeln würde, ich leiste nicht genug, dann soll er das in dem Wissen was ich tatsächlich habe. Und wenn er das nicht verstehen kann, dann ist das seine Sache. Wenn ein AG nur die Leistung bewertet, ist dem auch eh Wurst, weshalb Ihn meine nicht zufriedenstellt. Für Ihn zählt nur, dass sie Ihn nicht zufriedenstellt und dann zieht er seine Konsequenzen daraus.
Allerdings besteht bei der Wahrheit, so ich sie preisgebe, halt die Möglichkeit eine diesbezügliche Lösung, die alle zufriedenstellen könnte, zu finden.
Was bei einer Verheimlichung aber weniger Wahrscheinlich sein wird, da ja der Grund nicht offensichtlich ist.

12.07.2023 12:45 • x 5 #40


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


Ziva
Hey du,

mhn, ich denke, so ganz ohne Hilfe kommst du nicht voran.

Du hast dich hier doch nun auch getraut einmal alles in Worte zu fassen. Hat recht gut geklappt, findest du nicht?

Der erste Ansprechpartner ist in diesem Fall dein Hausarzt - aufgrund der Schweigepflicht bleibt das Gesagte ja unter euch beiden. Schäm dich nicht für deine Sorgen. Dein HA wird dich sicher ernst nehmen und dir Möglichkeiten aufzeigen, um dir zu helfen.

Darf ich fragen, warum für dich nur eine private Therapie in Frage kommt?

Viele Grüße,
Ziva*

x 1 #2


S
Hallo danke für die schnelle Antwort.

Für mich kommt nur eine private Therapie in Frage, da ich ja nur einen "normalen" Therapieplatz bekomme wenn ich das vorher mit meinem Hausarzt abspreche oder täusche mich?

x 1 #3


Ziva
Was verstehst du unter "normalem Therapieplatz"?

#4


S
Einen der von der Krankenkasse übernommen wird.
Ich versteh halt unter Privater Therapie eine Therapie die ich eigenständig zahlen muss.

x 1 #5


Ziva
Verstehe ich es richtig, du glaubst, dass es einen Unterschied zwischen den Therapien gibt? Also ich meine.. praktizieren kassenärztliche Therapeuten anders als Privatpraxen?

x 1 #6


S
Nein überhaupt nicht. Es geht darum das ich mir eine Private nicht leisten kann. Und wenn ich für einen Therapieplatz der mir gezahlt wird vorher zu meinem Hausarzt muss schließt es das für mich im Moment komplett aus weil ich es nicht überwinden kann mit ihm darüber zu reden.

x 1 #7


Ziva
Aber wo ist denn der Unterschied für dich?
Mit deinem HA kannst du nicht darüber reden. Mit einer Therapeutin, die nur Privatzahler annimmt aber schon?

Tut mir leid, wenn meine Frage so komisch rüberkommt.

Für mich klingt es in deinem Bericht so, als nimmst du dir vorab schon die Chance auf eine (kassenärztliche) Therapie, weil sie dir einmal nicht geholfen hat. Es macht den Eindruck, als würdest du gar keine wollen, weil ja nur die teure private in Betracht kommt, die du nicht zahlen kannst. Wer kann das schon?! Ich könnte sie mir auch nicht leisten.

ich habe auch schon mehrere Therapien hinter mir - und obwohl alle so gut wie das gleiche Ziel haben, war jede Therapie anders. Vielleicht klappt es bei dir in einer neuen Therapie (kassenärztlich) ja dieses Mal auch und sie bringt dir was. (:

x 3 #8


S
Alles gut ich weiß was du meinst.

Ich weiß auch nicht was da genau mein Problem ist wieso ich kein Problem hätte mit einem Therapeuten zu reden.
Vielleicht weil ich meinen Hausarzt schon sehr lange kenne. Ich weiß es nicht.

x 1 #9


Ziva
Mhn, also ich habe mir meine Therapeutin selbst gesucht und erst nach 5 Gesprächen brauchte ich eine Überweisung von meiner HÄ für sie. Ich war somit auch vorher nicht bei meiner HÄ zum Gespräch.

Hättest du denn einen Therapeuten, der/die für dich in Frage kommen könnte?

x 1 #10


S
Nein ich hab mich da um ehrlich zu sein in den letzten Monaten überhaupt nicht drum bemüht da es für mich ausgeschlossen war.

x 1 #11


Ziva
Vielleicht fängst du dann einfach ab sofort damit an (:
Die Wartezeiten sind leider lang - daher, je eher, umso besser.

Schau doch mal hier:
https://www.kbv.de/html/432.php

Dort kannst du dein Bundesland auswählen und gelangst dann auf eine Seite, über die du Therapeut*innen in deiner Nähe finden kannst. Die rufst du dann an oder du schreibst ne Mail.

Ich lege dir wirklich ans Herz, dir jemanden zu suchen, der dich auf deinem Weg unterstützt. Dafür muss man sich auch nicht schämen. Man muss nicht immer alles alleine schaffen.

x 4 #12


S
Danke ich werde mir das am anschauen.

Super lieb von dir

x 2 #13


Ziva
Sicher wird es ein paar Absagen hageln. Lass dich nicht entmutigen, auch wenn das schwer ist.
Du tust das am Ende nur für dich. Jeder hat ne Chance verdient. freunde

x 1 #14


A


Hallo steesi92,

x 4#15


E
Da kann ich Ziva nur beipflichten. Der erste Schritt, sich einzugestehen, dass man Probleme hat und die Depressionen annimmt und sich NICHT dafür schämen muss, ist wichtig. Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen.
Ich arbeite auch im pädagogischen Bereich. Es hat mich sehr viel Überwindung gekostet, zum Hausarzt zu gehen, mit ihm über meine depressive Stimmung zu reden und mich krank schreiben zu lassen. Dies war ein erster, wichtiger Schritt in Sachen Selbstfürsorge. Außerdem habe ich vor, mich in einer Tagesklinik in therapeutische Behandlung zu begeben, ein Termin für das Vorgespräch steht.
Ich bin jetzt seit 3 Wochen im Krankenstand und kämpfe immer noch damit, mich zu fragen, kannst du das bringen, dich auch noch für die letzten 3 Wochen vom Schuljahr krank schreiben zu lassen? Was denken meine Kollegen, die Kinder, die Eltern, mein Umfeld über mich? Dahinter steckt die Angst vor Stigmatisierung. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass das Schamgefühl und die Macht derartiger Gedanken mit der Zeit abnehmen, sobald du dir eine Auszeit und Genesungszeit zugestehst und du Kräfte sammeln kannst.

Ich wünsche dir das dicke Fell eines Elefanten und den Mut einer starken Raubkatze. Mit diesen Bildern im Gepäck mach dich auf die Reise - es gibt viel Spanndendes und Interessantes zu entdecken! 🤗

Liebe Grüße
Conny

x 4 #15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag