Sind das Burnout Anzeichen?

Hallo Zusammen,

nun, wie fange ich an...

Ich bin 27 Jahre alt. Habe 2010 meine Ausbildung zur Fachinformatikerin angefangen und drei Jahre lang gelitten. Vor allem unter der Führung meines Chefes. Ich merkte früh, das er mich nicht leiden mag, aber ich zog die Ausbildung durch. Ich habe oft geweint, war oft kurz vor dem Aufgeben und wollte alles hinschmeißen. Mein jetziger Freund gab und gibt mir viel Kraft. So habe ich auch mit Hängen und Biegen meine Ausbildung geschafft (ich habe in der Prüfungszeit viel gelitten, da ich immer wieder vom Chef angeprangert wurde)... Jedenfalls hieß es dann meine Abteilung bekommt einen neuen Chef, da ging es mir recht gut...naja mehr oder weniger...

Nun wurde mein alter Chef wieder mein Neuer und seitdem geht es mir stetig schlechter. Ich schlafe kaum noch, da ich ständig an die Arbeit denke. Ich brauche oft bis zu 2 Stunden um einzuschlafen; morgens wache ich mit Magenschmerzen auf. Ich habe Angst vor der Arbeit und vor allem macht mich auch zu schaffen, dass ich irgendwie immer noch die kleine bin, die erst ihre Ausbildung geschafft hat. Und trotzdem werde ich mit Aufgaben zugeboomt von denen ich keine Ahnung habe. Egal, die kann es ja, hat ja sonst nichts zu tun.

Man muss dazu sagen, dass meine Abteilung unterbesetzt ist und das bekomme vor allem ich zu spüren... Die Firma ist nicht mehr das was sie mal war ( ca. 7 Mitarbeiter mit Burn Out sind seit Wochen / Monaten krank geschrieben). Wir werden für alles angeprangert... Die IT hat immer Schuld.

Ich kann nicht mehr.... Mein Freund bekommt meine Launen ab (habe schon länger keine gute mehr), mein liebstes Hobby - die Auftragszeichnerei - dränge ich weit weg, da ich keine Lust verspüre... Ich esse unregelmäßig bis gar nicht (hab einfach kaum hunger) .... ich sehe sehr krank aus (werde immer wieder angesprochen, ob es mir nicht gut ginge)... Ich denke viel nach, habe Zukunftsängste usw.... ziehe mich auch immer mehr zurück...

Nun hat meine Freundin die Notbremse gezogen und mich gezwungen heute zum Arzt zu gehen, was ich auch tat (auch wenn das schlechte Gewissen gegenüber meinen Kollegen nagt...). Ich habe meiner Ärztin nur in die Augen gesehen und schon angefangen zu weinen :( Nun bin ich erst einmal 1 Woche krankgeschrieben, 1 weitere Woche hab ich Urlaub. Ich bekomme eine Überweisung zum Therapeuten, wenn ich einen gefunden habe...

Nun... Ich hab natürlich auch Fragen: Muss ich meinen AG von meiner Krankheit erzählen? Vor allem wenn ich noch länger krank geschrieben werde?
Kann dieser mich deswegen kündigen?

Ich danke euch schon einmal für eure Antworten.

15.11.2013 17:28 • #1


Hallo Franci,

das sind ja schlimme Zustände, die Du da schilderst. Dass man davon krank wird, ist wirklich nicht schwer nachzuvollziehen. Hast Du außer den Schlafstörungen noch andere Symptome? Die gehören natürlich zunächst mal alle auf physische Ursachen abgeklopft, von einem Arzt. Erst dann, darf man "sich zurücklehnen" und die Schublade mit der Psychosomatik aufmachen.

Es ist wirklich sehr schwer, mit solchen Situationen umzugehen. Du solltest Dich nicht entmutigen lassen. Zunächst einmal ist es sehr gut, dass Du Dich selbst jetzt mehr in den Fokus rückst. Es ist wichtig, dass Du wieder auf die Beine kommst. Dazu braucht es natürlich in der Regel erst einmal eine Erholungsphase. Danach kann man längerfristig denken und die unnötigen Stressoren ausmerzen. Du wirst das bestimmt schaffen. Du hast ja auch ganz offenbar gute Begleitung an Deiner Seite.

Viele Grüße
Samson

15.11.2013 18:47 • #2


David Spritz
Wenn Du wirklich Burn-Out hast (und nach Deiner Schilderung deutet Vieles darauf hin), dann solltest Du Dir über Job, Kollegen, Chef, Kündigung etc. momentan keine Gedanken machen. In Deinem Zustand bist Du eh nicht in der Lage, etwas zu ändern. Da kannst Du Dich auch genauso gut zurücklehnen und abwarten, was geschieht. Hört sich vielleicht blöd an, ist aber so, glaub mir.

Ich hatte selbst 2x heftigst Burn-Out. Beim ersten Mal habe ich alles versucht, um irgendwie "im Leben" zu bleiben, meinen Verpflichtungen weiter nachzukommen, schnell wieder arbeitsfähig zu werden. Ich habe sehr gelitten unter Schuldgefühlen, Ängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und so weiter, so wie Du wohl auch gerade!? Beim zweiten Mal habe ich versucht, ruhig zu bleiben und alles gelassener zu nehmen. Und soll ich Dir was sagen? Ich war fast auf den Tag genau so lange krank geschrieben wie beim ersten Mal. Der einzige Unterschied war, dass ich diesmal viel weniger gelitten habe.

Also, auch wenn's Dir gerade jetzt besonders schwer fallen wird: Vergiss den ganzen schei. und erhol Dich erstmal. Und wenn Deine Krankschreibung und Dein Urlaub rum sind, dann kannst Du weitersehen. Und inzwischen ruf ein paar Therapeuten an. Lass es nicht schleifen, denn es ist oft schwer, einen zu kriegen.

15.11.2013 20:38 • #3


Hallo,

grundlegend bedeutet das Angehen gegen ein BurnOut: Stress reduzieren. Das muss dauerhaft passieren, sonst kehrt BO wieder zurück. Akut muss jedoch ein Umdenken her. Es muss erst einmal gelingen, den Fokus auf sich selbst zu bekommen. Man muss Ruhe wieder erleben lernen. Die Anspannung war ständiger Begleiter und das soll anders werden. Geist und Körper müssen das oft neu erfahren: Ruhe. Wenn man an der Situation selbst nichts ändert, ist das Ziel verfehlt.

Viele Grüße
Samson

15.11.2013 21:37 • #4


Knoten
Hallo Franci,

um auf deine Fragen Antwort zu geben.

Zitat:
Nun... Ich hab natürlich auch Fragen: Muss ich meinen AG von meiner Krankheit erzählen? Vor allem wenn ich noch länger krank geschrieben werde?
Kann dieser mich deswegen kündigen?


Du musst deinem AG nicht von deiner Krankheit erzählen! Es könnte sich, wenn du es tust, nachteilig für dich auswirken!
Auch wenn du weiterhin krankgeschrieben bist, hat es deinem AG nicht zu interessieren, was mit dir ist!
Und, Nein wegen Krankheit kann der AG dich nicht kündigen!

Du bekommst die ersten 6 Wochen dein Gehalt weiter gezahlt, danach schreitet die Krankenkasse ein. Dies ist zwar nicht die Summe deines ganzen Gehalts, doch du musst keine Angst haben, dass du völlig Mittellos dastehst.

Eine Frage von mir. Bist du in Probezeit?

16.11.2013 12:09 • #5


Hallo,

Knoten hat da schon recht, juristisch. Allerdings hat Dein Arbeitgeber schon ein berechtigtes Interesse daran zu wissen, wie lange eine Erkrankung möglicherweise dauert. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen damit, die Fakten auf den Tisch zu legen. Das habe ich auch schon von sehr vielen anderen gehört.

Ganz oft hat der Arbeitgeber ja nicht allein Schuld an einer BO-Erkrankung der Mitarbeiter. Er hat ja auch Notwendigkeiten, nach denen er sich richten muss. Oft bringt es viel, sich mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und alle Belange ganz offen anzusprechen. Wenn er von Deiner Überlastung ohne Umschweife hört, tut sich vielleicht auch was. Die Chefs sind oft recht vom Alltag abgehoben und bekommen vieles nicht mit. Da sind Vorgaben meist gar nicht böse gemeint. Beide Seiten zu betrachten hilft allen Beteiligten.

Du kennst Deinen AG aber doch sehr viel besser, als Außenstehende. Du kannst es vermutlich besser einschätzen.

Viele Grüße
Samson

16.11.2013 12:52 • #6


Knoten
Hallo samson,

in manchen Fällen mag es schon gut sein sich an einem Tisch zu setzen. Trotzem besteht eine große Gefahr, dass sich das zum Nachteil auswirkt.

Ich habe beide Seiten persönlich erlebt und muss sagen, ich würde es nie wieder tun. Auf der Arbeitsunfähigkeit steht drauf für wie lange der Arzt seinen Patienten für Arbeitsunfähigkeit hält. Sollte die Krankheit weiter fortbestehen, erfolgt eine Verlängerung. Diese jedoch vorher eventuell auch ohne ärztliche Arbeitsunfähigkeit Bescheinigung anzukündigen, halte ich auf gar keinen Fall für Sinnvoll!

Bei der Ausführung von Franci sehe ich deutlich eine eher nachteilige Auswirkung für Franci.

Ob eine Veränderung in der Arbeit notwendig wird, wird sich im laufe der Zeit herausstellen und bei längerer Krankheit, die ja noch nicht absehbar ist, ist das Integrationsamt ein wichtiger Bestandteil der Wiedereingliederung. Von daher ist es nicht ratsam den AG über die Krankheit zu informieren.

Die Aussage meines Psychiaters zu diesem Thema ist: "Keine Entscheidung während einer Krankheit treffen. Man ist viel zu verletzlich und die Konsequenzen, wenn vom AG Druck ausgeübt wird, können zu Situationen führen, die viel mehr Schaden anrichten, als vom Patienten getragen werden kann."

@Franci: was mir gerade noch einfällt. Der Urlaub würde deine Krankzeit beenden. Danach mit einer Verlängerung zu kommen sieht etwas merkwürdig aus. Sprich mit einem Arzt über die Situation und lass den Arzt entscheiden, ob du weiterhin Arbeitsunfähigkeit bleibst. Deine Urlaubstage gehen dir dadurch nicht verloren. Du könntest sie auch später wieder einreichen.

Schau bitte auch in unserem Unterforum bezüglich dieser Fragen: arbeitsplatz-und-krankheit-forum-f21.html

16.11.2013 13:58 • #7


Hallo Knoten,

es hat immer zwei Seiten. Im vorliegenden Thema sieht spricht tatsächlich einiges dafür, zunächst mal nur auf sich selbst zu schauen.

Ich finde es dennoch gut, auch auf die Belange der anderen zu schauen. Hier zum Beispiel auf die des Arbeitgebers. Wer selbst eine Firma hat, weiß, weiß aufgeschmissen man sein kann, wenn jemand erkrankt oder einfach nicht damit rüber kommt, wie lange er krank ist. Viele Ärzte schreiben in Etappen krank und dann hat der Arbeitgeber nichts davon. Nach zwei Wochen folgt die nächste AU-Bescheinigung und das vielleicht viele Male hintereinander. Die Fronten könnten unnötig verhärten. Noch dazu ist hier die Rede vom BurnOut. Das unterscheidet sich zur "echten / reinen" Depression oder muss noch gar keine solche sein. Dafür weiß ich hier zu wenig, um das einzustufen.

Die Situation ist sehr schlimm und es gibt viele Sichtweisen. Ich selbst habe meinem Chef reinen Tisch gemacht und er war extrem dankbar dafür. Ab sofort hatte sich alles geändert und ich kam jeden erdenklichen Freiraum. Nach der Arbeitsunfähigkeit durfte ich langsam wieder durchstarten. Es geht aber auch anders. Und wie gesagt, ich habe sehr viele ähnliche Erfahrungen berichtet bekommen.

Vielleicht meldet sich ja Franci noch einmal zu Wort, dann erfahren wir möglicherweise mehr.

Viele Grüße
Samson

16.11.2013 15:33 • #8


David Spritz
Wenn wir jetzt doch beim Thema Arbeit gelandet sind, dann will ich auch mal meinen Senf dazugeben: Wenn es in Deiner Firma einen Betriebsrat gibt, dann kannst Du Dich denen anvertrauen, wenn Du willst. Die sind auf Deiner Seite und erzählen nichts weiter, was Du nicht willst. Dem Arbeitgeber würde ich aber niemals ein Sterbenswörtchen über die Art Deiner Erkrankung verraten, da Du Dich damit extrem verwundbar machst. Es gibt immer noch zu viele Vorurteile über psychisch Erkrankte ("soll sich mal zusammenreißen", "bildet sich das doch nur ein" und so weiter). Und über die voraussichtliche Dauer weißt Du ja selbst nichts. Was solltest Du Deinem Arbeitgeber also sagen, ohne dass Du Dich dabei selbst unter Druck setzt!

Krankheitsbedingte Kündigungen erfordern zwar besondere Gründe, sind aber grundsätzlich nicht unmöglich.

Der Arbeitgeber könnte also versuchen, Dich loszuwerden, wenn er darauf spekuliert, dass Du Dich aufgrund Deiner Depression nicht wehren wirst. Da es Deine erste Erkrankung dieser Art ist, kann aber bei Dir nicht von einer "negativen Prognose" gesprochen werden. Also ist das Recht auf Deiner Seite und Du solltest Dir einen Kündigungsversuch, wenn er denn kommt, nicht gefallen lassen. Damit würde Dein Arbeitgeber nicht durchkommen.

Geldmäßig zahlt die Krankenkasse nur maximal 18 Monate Krankengeld, was angeblich 80% vom Netto sein sollen, in der Realität aber schon deutlich geringer ausfällt. Danach "fällst" Du eine Stufe tiefer und musst Rente oder Arbeitslosengeld beantragen. So lange sollte es in Deinem noch sehr jungen Alter aber nicht dauern. Je jünger desto kürzer die Depression, habe ich die Beobachtung gemacht.

16.11.2013 20:37 • #9


Knoten
Franci,

Ich hoffe wir haben dich mit all unseren Meinungen und Informationen nicht völlig verwirrt und verschreckt, zudem diese ja obendrein noch etwas von einander abweichen...

Letzten Endes ist im Moment eh nur Eins wirklich wichtig! Das du in Behandlung kommst und zur Ruhe kommst, um dich zu sammeln. Erst dann kannst du entscheiden was als nächstes ansteht.

Also, lass dich nicht total verwirren

16.11.2013 21:32 • #10


Hallo ihr Lieben,

ich hardere jeden Tag mit mir, was ich mache? Sag ich es ihm oder nicht?
An einem Tisch brauche ich mich mit ihm nicht setzen, der hat keinerlei Einfühlvermögen noch Verständnis :( Hab es leider oft erfahren müssen (anbrüllen usw...)
Unser Betriebsrat ist sehr eng verbunden mit meinem Chef, gibt nur Böses :(

Das mit dem Urlaub hab ich auch so überlegt, also werde ich wohl Freitag wieder hin und mich verlängert krankschreiben lassen. Nur was sage ich meinem Chef?
Ich bin wirklich fertig und kann nicht abschalten, ständig die Arbeit im Kopf und die Angst wieder dahin zu müssen :( Ich bewerbe mich schon, aber bisher ohne Erfolg :(

P.S.: Kennt Jemand einen Therapeuten in Gelsenkirchen, am besten in Buer?

17.11.2013 17:57 • #11


Liebe Franci,

so wie Du es beschreibst, solltest Du aber vielleicht wirklich erst mal nur an Dich denken. Bei mir war es damals so, dass die Ärztin gesagt hat, ich solle ausschließlich das tun, was für mich gut ist und was sich für mich gut anfühlt. Das bedeutete, dass ich erst einmal sechs Wochen krank geschrieben war und keinen Gedanken an die Arbeit verschwenden sollte. Das gelang nur schwer und die innere Feder war noch lange gespannt. In dieser Zeit hat mich die kleinste Störung wieder auf das vorherige Level zurück katapultiert, sprich, die ganze Erholung war beim Teufel.

Deshalb rate ich Dir, Dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Lasse alles andere außen vor und wenn das Verhältnis zu Deinem Chef so übel ist ... schwierig. Denkst Du denn, dass Du dort auf Dauer wirst arbeiten können? Vielleicht schiebst Du das Übel ja nur noch auf. In dem Fall würde ich jetzt ohne einen weiteren Gedanken an etwas anderes zu verschwenden, nur an meine Genesung denken. Der Rest kann dann hinterher geregelt werden.

Viele Grüße
Samson

17.11.2013 18:35 • #12


Knoten
Hallo Franci,

ich kann mich samson in seinem letzten Beitrag nur anschließen. Genau so erging es mir. Im Grunde sind unsere Geschichten alle ein bisschen Gleich und doch ein bisschen Anders. Wir lassen zu, dass andere weit über unsere Grenzen gehen. Wir lassen uns Anschreien, obwohl kein Grund dafür besteht. Wir lassen uns Ausnutzen, Gängeln, sogar Mobben ist nicht auszuschließen. Das Ergebnis dieses Verhaltens anderer uns gegenüber ist der sogenannte BurnOut. Ausgebrannt, Kraftlos in Körper und Geist.

Ich habe übrigens auch in der IT gearbeitet. Programmierer. Immer waren "wir" Schuld. Wer auch sonst?...

Sag deinem Chef garnichts. Du musst es nicht! Die einzige Pflicht die du hast, ist deine Arbeitsunfähigkeit sofort nach Erhalt zuzustellen.
Ob ein Gespräch irgendwann möglich ist, wird sich zeigen. Im Moment würde ich dir davon abraten.

Du kannst bei deiner Krankenkasse eine Liste von ansässigen Psychologen, Psychotherapeuten und/oder Psychiater anfragen. Krankenkassen haben diese Listen.

Ich würde dir ausserdem dazu raten, dich nicht "nur" von deinem Hausarzt behandeln zu lassen. Ein Facharzt ist hierbei die bessere Wahl. Vielleicht kann dein Hausarzt bei der Suche danach helfen.

17.11.2013 20:27 • #13


Auf Dauer möchte ich dort nicht arbeiten, mein Chef wird sich nie und nimmer ändern, vor allem nicht gegenüber mir (zu den anderen ist er lange nicht so...). Ich suche eigentlich auch schon nach was Neuem, nur um da weg zukommen... Ich werde nächsten Freitag dann also noch einmal zu meiner Hausärztin. Einen Fachmann suche ich auch schon.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Psychologe, Psychotherapeuten und Psychiater?

17.11.2013 20:45 • #14


Hallo Franci,

ich betone noch einmal, dass es meiner Auffassung nach sehr wichtig ist, dass Du Dich selbst in den Vordergrund rückst. Du musst Dein Gleichgewicht wieder finden, dann wird es bestimmt auch wieder besser. Lass Dir bei den Formalitäten ruhig helfen. Auch da ist die Krankenkasse ein guter Ansprechpartner.

Ein Psychiater hat ein Medizinstudium abgeschlossen. Er behandelt psychische Erkrankungen, deren Ursache körperliche Störungen sind. So kann beispielsweise ein chemisches Ungleichgewicht psychische Effekte hervorrufen. Dieses Ungleichgewicht sollte behandelt und so die Ursache des Problems gelöst werden. Hierbei können zum Beispiel Medikamente zum Einsatz kommen. Oft ist auch die Neurologie ein Thema des Psychiaters. Hierbei geht es aber um die Nerven im Körper.

Der Psychologe ist kein Arzt und kann daher auch keine Medikamente verschreiben. Sein Fachgebiet ist das Erleben und Verhalten von Menschen. Er führt Tests durch, um eine Diagnose zu stellen. Zudem sind sie oft beratend tätig (Polizei, Beratungsstellen, Schulen ...)

Beim Psychotherapeuten muss man unterscheiden. Es gibt Heilpraktiker für Psychotherapie. Hier ist kein Studium vorgeschrieben und die Qualifikationen sind manchmal erschreckend niedrig angesiedelt. Das soll aber nicht heißen, dass die Heilpraktiker schlecht sind. Allerdings kenne ich mehrere, die sich selbst nicht praktizieren trauen, weil sie trotz Ausbildung keinen wirklichen Plan haben. Andere wiederum vollbringen Großes. Die Leistungen werden von vielen Kassen nicht übernommen. Der Facharzt für Psychotherapie hingegen hat sehr wohl ein Medizinstudium und wird auch von der Kasse übernommen. Psychotherapeuten behandeln durch Gespräche, Übungen und ähnliche Praktiken, um die Ursachen zu beheben.

Viele Grüße
Samson

18.11.2013 00:24 • #15




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