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Ist das schon ein Burnout oder schwere Depression?

Oljafrie32

Oljafrie32

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Hallo liebe Forenmitglieder
erstmal kurz zu mir
Ich bin weiblich,33 Jahre alt , verheiratet und MUtter von zwei Kindern.
Ich kann mich noch genau an diesen Tag im April 18 erinnern, da habe ich meine erste Panickattacke nach einem Restaurantbesuch gehabt. und seit diesem Tag ist mein Leben eine Hölle.
Ich habe am nächsten TAg eine agetierte Depression bekommen( mittlerweile weis ich dass es ca 3 Monate voher schon anzeichen für eine überforderung gab(ich hatte immer weniger Energie und oft herzrasen in der Nacht(aber ohne Angstzustände)
eine agetierte Depression ist das gegenteil der typischen Depression(in vordergrund steht ängstliche starke unruhe und bewegungsdrang. Diesen Zustand(neben diversen anderen beschwerden wie Durchfall,erbrechen, starke missempfindungen die mich wahsinnig gemacht haben, hoher dlutdruck usw) habe ich bis juni ausgehalten aber nach dem ich fast 25 kg abnahm und nichts mehr ging,habe ich mich einweisen lassen.
dazu muss ich sagen dass ich adhs habe und sowieso schon bewegungsdrang habe und eine generalisierte angststörung( in mittel-schwerer form)

ich konnte nicht mal mehr zum duschen aufstehen zum schluss,ich lag nur im bett und hatte todesangst.
bekomme derzeit venlafaxin und opipramol.
was denkt ihr ist das schon ein burn out oder nur shwere depression?
lg

29.12.2018 13:16 • #1


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Pilsum

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Hallo Oljafrie,

die genaue Diagnose Deiner gesundheitlichen Situation solltet Du am besten Fachärzten
überlassen.

Wie das heißt, ist eigentlich egal. Ich habe den Eindruck, Du weißt selbst sehr genau,
was bei Dir abgelaufen ist.
Zitat:
mittlerweile weis ich dass es ca 3 Monate voher schon anzeichen für eine überforderung gab


Schade, dass Du damals nicht auf Deine Überforderung eingegangen bist und Dir
mehr Ruhe gegönnt hast.
Merkst Du heute, wenn Du Dich überfordert fühlst? Und wenn ja, was machst Du dann?
Zitat:
und sowieso schon bewegungsdrang habe und eine generalisierte angststörung( in mittel-schwerer form)


Was tust Du täglich dagegen, dass Dich Deine Ängste zu stark belasten? Bist Du in einer
therapeutischen Beratung?

Viele Grüße

Bernhard

29.12.2018 13:31 • #2



Hallo Oljafrie32,

Ist das schon ein Burnout oder schwere Depression?

x 3#3


Oljafrie32

Oljafrie32

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Zitat von Pilsum:
Merkst Du heute, wenn Du Dich überfordert fühlst? Und wenn ja, was machst Du dann?


Ich mache aufjedenfall viel weniger als früher was mir sehr schwer fällt und ich desswegen viel weine weil ich eigentlich Lust habe aber eben durch diese ängstliche unruhe nichts entspannt machen kann.
Eine überforderung merke ich eigentlich nur ab und zu. Mein Problem ist dass ich durch diese unruhe eben nicht merke wann schluss ist. ich bin immer getrieben.

ich mache jeden tag Yoga ca 15-20 minuten gegen meine körperlichen beschwerden. ich weiß eben nicht ob ausdauersport mein nervensystem nicht noch mehr belastet. ich weis einfach nicht was das beste für mich ist.
wenn ich so getrieben bin dann merke ich nicht mal ob ich hunger habe oder durst.

Zitat von Pilsum:
Was tust Du täglich dagegen, dass Dich Deine Ängste zu stark belasten? Bist Du in einer
therapeutischen Beratung?


es ist keine richtige angst vor einer bestimmten sache , es ist eine ängstliche unruhe und wenn ich an die zukunft denke dann kriege ich panik. mein nervensystem ist momentan mit allem überfordert. selbst gefühle sind stress für
mich.

Leider mache ich noch keine therape aber ich stehe auf zwei Therapeutenlisten und im Februar geht es wahrscheinlich los. Lg

29.12.2018 13:44 • x 1 #3


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Pilsum

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Wenn Du Dich bald psychologisch beraten läßt, wird Dir das sehr helfen.
Zitat:
selbst gefühle sind stress für mich.


Warum? Wie kann es sein, das die Gefühle, welche uns in jeder Minute steuern, Streß für Dich bedeuten?
Ist es nicht eher schön, das Du heute mal so und morgen mal anders fühlen kannst?

Aus Zeitgründen werde ich später noch versuchen weiteres zu Deinem Text zu sagen.

Viele Grüße

Bernhard

29.12.2018 15:45 • x 1 #4


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Vannnyyy

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Hallo ich bin 19 Jahre und arbeite in der Altenpflege seit 3 Jahren ich habe natürlich sehr viel mit diesen beiden Sachen zu tun in gewisser weise hat beides selbe Symptome nur bei einem burnout ist es vorbei da schattest du dich Komplet ab sitzt nur noch da und weist nicht was du tun kannst du bist dann nicht mehr in der fassung irgendwas für deine Kinder machen zu können du kannst einfach nichts mehr machen du sitzt da und wartest bis der Tag vorbei ist was mit deinen Kindern ist kriegst du nicht mehr so wirklicj mit du lebst dann nur noch in deiner eigenen Welt du solltest dir aufjedenfall Hilfe holen.

29.12.2018 17:35 • #5


Oljafrie32

Oljafrie32

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Zitat von Pilsum:
Warum? Wie kann es sein, das die Gefühle, welche uns in jeder Minute steuern, Streß für Dich bedeuten?
Ist es nicht eher schön, das Du heute mal so und morgen mal anders fühlen kannst?


Das kann ich dir auch nicht genau sagen.
es ist toll das ich diese Gefühle der Freude oder auch andere. Aber so bald ich anfange was zufühlen löst es ja verstädlicher weise körper reaktionen aus und dass überfordert meinen nervensystem und er streikt mit angst und missempfindungen

29.12.2018 17:48 • #6


Ex-Mitglied

Meiner Meinung nach ist Burnout nur ein anderes Wort für Depression.
Ein modernes Wort dafür und eins mit dem sich die meisten Leute besser fühlen, weil es ja dadurch entstanden ist das man zuviel getan hat.
Das man durch zu viel Arbeit krank geworden ist und nicht aus Faulheit.
Dadurch ist es etwas gesellschaftsfähiger.

Sorry das die Meinung sehr provokant ist - aber so sehe ich das.

29.12.2018 18:13 • x 2 #7


Oljafrie32

Oljafrie32

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ja das kann sein. Das ist nicht schlimm.
Für mich ist beides eine Depression , nur eben aus verschiedenen gründen. Burn out ist für mich immer mit stress verbunden und die depressionen eben mit schicksalschlägen und traumas

29.12.2018 18:20 • #8


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Pilsum

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Hallo Oljafrie,
Zitat:
Aber so bald ich anfange was zufühlen löst es ja verständlicher weise körper reaktionen aus und dass
überfordert meinen nervensystem und er streikt mit angst und missempfindungen


Das hört sich spannend an. Wenn es verständlich ist, wie kann ich mir das vorstellen?
Welche Gefühle lösen bei Dir körperliche Reaktionen aus?
Oder wenn es für Dich leichter zu beschreiben ist, welche Gefühle machen Dir
so sehr starke Angst?

Viele Grüße

Bernhard

30.12.2018 00:36 • x 1 #9


Oljafrie32

Oljafrie32

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Zitat von Pilsum:
Das hört sich spannend an. Wenn es verständlich ist, wie kann ich mir das vorstellen?
Welche Gefühle lösen bei Dir körperliche Reaktionen aus?
Oder wenn es für Dich leichter zu beschreiben ist, welche Gefühle machen Dir
so sehr starke Angst?



Also ich gehe davon aus dass mein ZNS einfach überreizt ist.
ich kann mir das nur so erklären,dadurch dass ich übermonate unter permanter Anspannung stand und eigentlich schon mein ganzes Leben(natürlich nicht damit zu vergleichen wie es nach meinem Zusammenbruch war) haben sich meine ganzen Muskeln verhärtet und Faszien sind verklebt(Rücken und Bauch vorallem)
und wenn ich etwas fühle wie Freude oder Trauer ,vorallem Freude oder wenn ich aufgeregt bin dann bekommt man ja schmetterlinge im Bauch oder ein flaues Gefühl im BAuch und dadurch verspannt sich die gesammte Muskulatur und es werden Missempfindung ausgelöst und das ist meinem ZNS zu viel. Das sind dann wie Impulse die von den Nerven ausgehen.
Ich bin mir absolut sicher dass das nicht daran liegt dass es generell an dem fühlen liegt,sondern an den Verspannungen. Denn ich hatte nie probleme damit Freude zu spüren. Ich kannte eher nicht mit dem Gefühl der Traurigkeit umgehen.

und ich merke je näher ich meiner Periode komme um so schlimmer werden die Missempfindungen.
dann geht ohne Schmerztabletten nichts

mir mache die Gefühle an sich keine Angst sondern eher wie meine Muskelatur darauf reagiert und das wiederrum auf meine psyche schlägt.

Mein ZNS ist im Ar....... und ich habe angst dass es nie wieder gut wird

30.12.2018 11:24 • #10


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Pilsum

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Hallo Oljafrie,
Zitat:
und ich habe angst dass es nie wieder gut wird


ich weiß nicht, was Du mit gut werden meinst.
Allerdings, warum soll es nicht deutlich besser werden, wenn Du Dich täglich darum bemühst?
Zitat:
Also ich gehe davon aus dass mein ZNS einfach überreizt ist.


Ok, da kannst Du Recht haben. Also gehen wir mal davon aus.

Zitat:
und wenn ich etwas fühle wie Freude oder Trauer ,vor allem Freude oder wenn ich aufgeregt bin dann bekommt
man ja schmetterlinge im Bauch oder ein flaues Gefühl im Bauch und dadurch verspannt sich die gesamte Muskulatur
und es werden Missempfindung ausgelöst und das ist meinem ZNS zu viel. Das sind dann wie Impulse die von den
Nerven ausgehen.


Was Du schreibst, kann ich mir auch so etwa vorstellen.
Nur eins verstehe ich nicht. Wenn Du über Dein Zentrales Nervensystem sprichst,
dann gibt mir das ein Gefühl, als wenn Du von einer anderen Person schreibst,

Jeder Mensch hat doch eine Vorstellung von sich selbst.
Man sagt, Das bin ich. Oder So bin ich eben.

Nun frage ich mich.
Wenn Deine Gefühle fast immer zu unangenehmen körperlichen Symptomen führen.
Wo befindet sich dann in dem Moment Dein Ich?
Darf das nichts bei Deinen Gefühlen mitbestimmen?

Ich konnte eher nicht mit dem Gefühl der Traurigkeit umgehen.


Was ist denn Deiner Meinung nach so besonders schwierig daran, mit Traurigkeit umzugehen?
Zitat:

und ich merke je näher ich meiner Periode komme um so schlimmer werden die Missempfindungen.
dann geht ohne Schmerztabletten nichts


Das kann natürlich sein. Sobald Du jedoch besser mit Deinen Gefühlen umgehen kannst,
könnte es sein, dass sich eventuell auch Deine Missempfindungen etwas abschwächen.

Viele Grüße

Bernhard

30.12.2018 12:55 • #11


Helferin1711

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05.02.2019 00:37 • #12


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Pilsum

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Hallo Helferin,

willkommen im Forum.

Schade, dass Deine berufliche Entwicklung sich nicht wie gewünscht positiv fortgesetzt hat.
Mir tut es leid, das Dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis gekündigt hat.
Du wirst woanders eine neue Chance bekommen.

Begannen die Probleme wirklich wegen einer oder mehreren Kolleginnen?
Oder hast Du unterschätzt, wie stark der Nachtdienst Dein Familienleben belastet?
Zitat:
An Schlaf war über Wochen nicht mehr wirklich zu denken.


Ohne regelmäßigen Schlaf ist Dein Körper in kürzester Zeit am Ende.
Daher finde ich, ist es völlig egal, ob Du das als Panikattacke, Depression oder Burnout bezeichnest.

Wieviel Zeit benötigst Du denn Deiner Meinung nach, mindestens für für Deine Kinder und wie viel Zeit
benötigst Du für weitere Tätigkeiten in der Familie?
Bleibt da dann noch Zeit für eine Vollzeit-Arbeit übrig?

Viele Grüße

Bernhard

05.02.2019 17:30 • #13


Oljafrie32

Oljafrie32

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11.02.2019 17:41 • x 2 #14


Frederick1

liebe Oljafrie,

ja lasse sie raus deine Wut. Es ist besser rauszulassen, statt sie zu verstecken. Ja es ist ärgerlich, da tust du alles gegen deine Depression, und dann merkst du, spürst du, wie du noch immer deiner Depression hilflos ausgeliefert bist.

Und dann denkst du, oh alles hat doch nicht geholfen. Das kenne ich auch von mir, da mache ich viel Sport, lebe so gesund wie möglich, und dann kritisiert mich jemand unfair, und schon sitze ich wieder im Loch.

Dann fragst du dich, wo sind jetzt alle deine positiven Gedanken der Versöhnung die ich mühsam gelernt habe, diese ganzen Methoden die doch jetzt eigentlich funktionieren müssten. Plötzlich scheint alles weg zu sein.

Und wieder fühlst du dich so was von ohnmächtig, ausgeliefert wie an eine fremde Macht. Oft genug kommt diese Depression wie aus heiterem Himmel zurück, ohne ersichtlichen Grund. Alle Vorsichtsmaßnahmen konnten das nicht verhindern. Das hinterlässt ein trauriges Ohnmachtsgefühl, ohnmächtig, machtlos gegen die Depression.

Und das ärgert uns voll!

Manche Ohnmachtsgefühle können in der Kindheit ihren Grund haben. Kinder wie auch ich fühlten uns ohnmächtig, wenn sich die Eltern brutalst gestritten, sich sogar geschlagen haben. Du versuchst Streit zu schlichten.doch.

Da entsteht eine ohnmächtige Wut.

Oder wenn wir uns verlassen, allein fühlen, dann kommen diese Ohnmachtsgefühle wieder zurück. Wenn du weißt, wo diese Gefühle her kommen, kannst du besser mit ihnen umgehen.

Denn das Gefühl der Ohnmacht ist schwer auszuhalten. Blinde Wut, Gewalt.Verzweiflung, du bestrafst dich selbst.

Selbstwertgefühl, oder Ohnmachtsgefühl.

Mir hilft es immer wieder, mich so gut es geht, mich und meine Depression in Liebe anzunehmen. Die Depression ist ein Teil von mir. Wenn ich sie hasse, hasse ich mich selbst. Und Hass zerstört mich fast noch mehr als meine Depression.

Ja es ist brutalst schwer, zu sich und seiner Depression zu stehen, weil Depression doch auch sehr viele Nachteile und Beeinträchtigungen hat. Aber wenn ich versuche das anzunehmen, wird es bei mir irgendwie bessere.

Ich wünsche dir jetzt ganz arg viel Liebe, Annahme , Geduld, auch wenn es brutalst schwer fällt. Versuche immer wieder aufzustehn, weiter zu gehen, trotz allem. Selbst glaube ich, das deine Liebe zu dir selbst größer ist als deine Depression.
Und je größer die Liebe zu dir selbst, deine Selbstannahme, um so weniger deine Depression.

Ganz viele liebe Grüße an dich,

Frederick

11.02.2019 19:08 • x 2 #15


Oljafrie32

Oljafrie32

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danke für deine lieben worte. Bei mir ist es so eine agetierte depression. Ich bin so unruhig obwohl ich lieber entspannen würde.
Mich hasse ich nicht,das früher der Fall. Aber jetzt weis ich dass ich nichts dafür kann das ich es habe. Gerade weil ich immer alles für andere perfekt machen wollte. Denn ich fühle mich gut wenn ich anderen was geben kann aber dabei habe ich vergessen mich zu bremsen.
Ich bin nur so verzweifelt aber ich weis es geht weiter.

Wie lange leidest du schon an depressionen?
lg

11.02.2019 19:59 • x 1 #16


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Alexandra2

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Liebe Oljafrie,
Oh ja, diese Wut kenne ich. Raus damit, rennen, Dein Bett prügeln, schreien.
Teilweise kommt das vom Antidepressivas, 'Impulskontrolle' schwierig. Aber wenn Du aktiv Deine Wut loswirst, wird es besser.
Ungeduld ist mein zweiter Vorname, auch ein Grund wieder schnell wütend zu werden, auch Antidepressivas.
Dann kam das Burnout, das in einer schweren Depression mündete, angetrieben vom Antidepressivas.
Medikamentenumstellung in der Klinik von Venlaflaxin 275mg auf Elontril 150mg, hilft gegen beides:Antidepressivas+Depression. Ein Versuch mit Ritalin endete in fiesen Tiefs (suizidal), Elontril wurde verdoppelt, Lithium dazu, das hält die Stimmungsschwankungen halbwegs. Ja und vor kurzem extreme Wechsel von Agitation und Antriebslosigkeit. Sehr merkwürdig. Lithium wurde erhöht, jetzt geht es mir besser.

Also die für mich richtigen Medikamente haben geholfen. Und kleine Antidepressivas Trainings, wie mich zu strukturieren. Die Erfolggsserlebnisse sind dann unabhängig von anderen entstanden. Sehr angenehm.
Es gibt Ergotherapie für ADSler, das soll helfen. Ich musste das abbrechen, weil es mir zu schlecht ging. Und kann Dir dazu nichts berichten.
Aber für mich klingt Deine Lage nach 'Oberhand' des Antidepressivas, was die Depression beeinflusst.
Es wird wieder besser, besonders, wenn man selbst etwas tun kann. Was könnte das sein?
Liebe Grüße
Alexandra2

11.02.2019 20:27 • x 2 #17


Frederick1

liebe Oljafrie,

du selbst leide ich jetzt schon über dreißig Jahre an der Depression. Aber am schlimmsten für mich ist, das ich immer verbitterter wurde. Aus der Enttäuschung in der Depression, von meinem Leben, wurde ich verbittert. Und das tat mir selbst und meiner Familie gar nicht gut.

Weißt du, die Wurzel der Verbitterung siehst du ja nicht, sie steckt ja in der Erde. Und mit der Zeit wächst da die Wurzel der Verbitterung, und alles in deinem Leben wird verbittert. Du siehst alles nur noch negativ, alles ist nur noch Mist.

Und dann entsteht irgendwann einmal die Frucht der Verbitterung, und die schmeckt wirklich bitter, für mich und andere Menschen. Als ich das und meine Familie gemerkt habe, wollte ich das natürlich sofort verändern.

Ich lebe ja auch in der heutigen Welt, im Jetzt und Hier, und da muss ja alles schnell gehen. Aber so eine Frucht, egal welche, die braucht Zeit zum Wachsen. Und auch Zeit, das die nicht mehr weiter wächst.

Aber heute hat man ja keine Zeit mehr, alles muss immer schneller gehen.

Du dann habe ich mir aber echt mal Zeit gelassen, das diese Verbitterung, die Enttäuschungen im meinem Leben, das ich mich dazu gestellt habe, mich damit versöhnt. Und seither geht es mir echt besser. Ich habe gemerkt, Leben ist was ganz Tiefes, und auch diese Depression steckt ganz tief in uns drin.

Und es genügt nicht, so mal eine schnelle Behandlung, und dann muss es aber sofort besser werden.

Seither versuche ich auch bewusster zu leben, mein Leben auch mal von Herzen zu genießen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

11.02.2019 20:32 • x 4 #18


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Acon

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Liebe Oljafrie32,

ADHS und Depressionen sind ein seltsames Paar. Auf der einen Seite steht die Unrast und die Ungeduld und auf der anderen Seite die Antriebslosigkeit und die Traurigkeit. Deshalb kann ich Deine Stimmungsschwankungen absolut nachvollziehen. Du bist wütend weil Du Dich gefangen fühlst. Du bist wütend, weil Du so bist wie Du bist. Bitte lass diese Wut nicht an Dir aus, Du bist nicht Schuld. Es dauert Jahre, bis es zum Burn out kommt. Gönne Dir darum auch die Zeit und die Geduld diesen Zustand zu überwinden. Ich war damals auch so verzweifelt, so wütend nichts dagegen tun zu können. Es hat fast 5 Jahre gedauert mich wieder zu stabilisieren und zu akzeptieren, dass ich nicht mehr das leisten kann, was ich vorher machen konnte. Ich habe damals meine Verbitterung gegen mich gerichtet. Habe gedacht, dass jeder mir was böses wollte, habe die Welt nur in schwarzen Farben wahrgenommen. Stand vor kurzem wieder in dieser Situation und konnte gerade noch rechtzeitig den Anker werfen. Jetzt fange ich wieder an mir Zeit für Hobbys und meine Freunde zu nehmen. Wie Alexandra 2 schon schrieb überlege was kannst Du tun, Dir gutes tun, was Deine Ungeduld beschäftigt.

Liebe Grüße
Andrea

11.02.2019 22:22 • #19


Oljafrie32

Oljafrie32

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Also auf mich bin ich nicht bse,denn ich kann nichts dafür dass es so ist.
Zitat von Acon:
ADHS und Depressionen sind ein seltsames Paar. Auf der einen Seite steht die Unrast und die Ungeduld und auf der anderen Seite die Antriebslosigkeit und die Traurigkeit

genau dass ist es.
Ich weis nicht ob das medikament noch mal erhöht wird oder ob wir was anderes versuchen, es ist nicht so dass das venlafaxin nicht hilft aber eben nicht genug um stabil zu sein. und vorallem wenn es erstmal bergab geht dann auch bis zu äußersten, und das liegt an der blöden Periode. ich habe es schon mit der pille versucht aber leider wurde ich davon noch depressiver.

12.02.2019 08:38 • x 1 #20


Oljafrie32

Oljafrie32

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hallo
Zitat von Alexandra2:
Venlaflaxin 275mg auf Elontril 150mg, hilft gegen beides:Antidepressivas+Depression. Ein Versuch mit Ritalin endete in fiesen Tiefs (suizidal), Elontril wurde verdoppelt, Lithium dazu, das hält die Stimmungsschwankungen halbwegs. Ja und vor kurzem extreme Wechsel von Agitation und Antriebslosigkeit. Sehr merkwürdig. Lithium wurde erhöht, jetzt geht es mir besser.

Also nimmst du jetzt das Elontril 300mg und Lithium?
und damit kommst du zurecht?
Welche probleme hattest du denn beim venlafaxin?

12.02.2019 08:41 • x 1 #21


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Alexandra2

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Liebe Oljafrie,
Venlafaxin wirkte sehr gut, bis das langsam aufhörte. Das einzige für mich ausreichend wirksame Medikament. Es ließ nach, wie so viele Antidepressiva.
Elontril half nach und nach gegen die unendliche Erschöpfung.
Nach dem Ritalin war ich instabil, da bekam ich Lithium dazu. Das hat mir sehr geholfen, überhaupt Psychotherapie zu machen. Und aktiv zu werden- trotz der schrecklichen Erschöpfung. Für mich ist das die beste Kombination. Liebe Grüße

12.02.2019 09:02 • #22


Oljafrie32

Oljafrie32

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Wie lange hast du denn das Venlafaxin genommen?
Ich habe das Gefühl das mein Nervensystem einfach mit meinen stimmungen überfordert ist. Es ist egal was ich mache, es reagiert einfach sehr empfindlich auf alles. und ich bin schon bei 300mg bei venlafaxin.
Der Neurologe empfiehlt mir auch Ritalin aber ich genau vor sowas angst was du beschreibst.
wie lange hast du das Ritalin genommen und hattest du die nebenwirkungen(Suizidale gedanken) bekommen?
LG

12.02.2019 11:03 • #23


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Alexandra2

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Liebe Oljafrie,
Das Venla habe ich ca. 2 Jahre genommen, bis die Wirkung nachließ. Ich ging dann in die Klinik, das Absetzen dauerte 6 Wochen, m. E. zu schnell. Die Symptome verstärkten sich natürlich wieder, dazu kam die Absetzreaktion. Ich hatte fürchterlichen Schwindel, ging immer an der Wand lang.
Das RItalin wirkte schnell, die Tiefs kamen ca. nach drei Wochen. Das Schlimme war, daß meine Stimmung prompt unvorhersehbar abstürzte. Es traten Suizidgedanken, 'von außen' auf mich eindonnernd, auf und versetzten mich in Panik.
Ich kann nur jedem empfehlen, der eine schwere Depression hat und die Medikamente wechseln muss, in die Klinik zu gehen. Das Auftreten 'alter Symptome' kann nur dort abgefedert werden. 1xwöchentlich Therapie ist dann viel zu wenig Hilfe.
Mich wundert, daß Dein Arzt nichts von der Möglichkeit, in die Klinik zu gehen, gesagt hat.
Liebe Grüße
P.S. ich bin kein ängstlicher Typ, aber jetzt kann ich nur sagen 'Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste'

12.02.2019 11:34 • x 2 #24


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Liselotte

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da hast Du wirklich recht, meine Liebe.
Mein Probiermedikament hat mich total niedergebrettert.

Morgen werde ich das mal meinem relaxten Psychater mitteilen.
M.
werde langsam wieder etwas redegewandter.
Der Besuch da endet auf keinen Fall mit neuem Rumprobieren.
Ich reagiere so extrem auf Medikamente, vielleicht auch weil meine Mutter, Krankenschwester, medikamentenabhängig ist und war.

Die ist und war echt nicht mehr zurechnungsfähig.

12.02.2019 11:50 • x 1 #25


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Alexandra2

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Oh oh, daß manche Ärzte wie an der Wursttheke meinen, 'ach wir nehmen mal das', ist bedenklich. Ich meine immer ' über meinen Alabaster Körper bestimme ich', was schon zu Konflikten geführt hat. Egal, ich will nichts ausbaden, was ich mir nicht selbst eingebrockt habe.
Das schlechte Befinden durch Medikamentenwechsel ist kein Spaziergang, ich sehe Dich und alle anderen Erfahrenen jetzt nicken.
Wir wissen vorher nie, wir das ausgeht. Und allein die Tatsache, wir versuchen es mal so, halte ich persönlich für fahrlässig.
Ich freue mich sehr, daß Du Liselotte bergauf gehst und es Dir besser geht

12.02.2019 12:06 • x 2 #26


Ylvi13

Vielleicht habe ich einfach Glück gehabt, ein bisschen war ich auch Versuchskaninchen die Nebenwirkungen waren halbwegs erträglich, nur das Ergebnis war nicht akzeptabel. Jetzt nehme ich Elontril 300 mg und komme damit ganz gut zu recht. Kurzzeitig hatte ich noch Lithium dazu, habe ich dann abgesetzt, hätte die Nieren geschädigt.
Es ist medikamententechnisch bestimmt noch Luft nach oben. Ich will mal Schüssler- Salze dazu packen, mal sehen, was mein Psychiater dazu sagt.

12.02.2019 12:24 • x 3 #27


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Pilsum

3009
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4980
Hallo Oljafrie,
Zitat:
Aber jetzt weis ich dass ich nichts dafür kann das ich es habe.


Nun, es kann sein, dass Du nichts dafür kannst, dass Du das hast.
Mit Deiner Art zu denken und Deinem Verhalten kannst Du jedoch Deine
Symptome bestimmt abschwächen.
Zitat:
Gerade weil ich immer alles für andere perfekt machen wollte. Denn ich fühle mich gut wenn ich anderen
was geben kann aber dabei habe ich vergessen mich zu bremsen.


Ich finde, hier beschreibst Du, warum Du eventuell an Deinem Burnout beteiligt bist.
Es schadet Dir enorm, wenn Du auch nur versuchst, alles perfekt zu machen.
Es ist auch gut, wenn Du versuchst anderen etwas zu geben.
Vor allem Dir solltest Du jedoch immer selbst einiges geben.
Erst kommst Du dran und dann die Familie. Kennst Du dieses Prinzip?
Gesunder Egoismus kann man das nennen.
Dies kannst Du auch im Familienleben weitgehend leben.

Viele Grüße

Bernhard

12.02.2019 12:25 • x 1 #28


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Alexandra2

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Ylvie: meine Nieren waren auch mal gesünder, aber der Nephrologe gibt grünes Licht. Es beruhigt nur halb, zum Lithium habe ich keine Alternative. Ich kenne mich mit der Dosierung nicht aus, was 'normal' ist, finde aber 600mg hört sich viel an. Elontril allein reicht nicht aus. Und MIT diesen Medikamenten habe ich sowas wie 1/4 Alltag.
Wieviel Lithium hattest Du? Und macht das Absetzen neue Symptome?
Liebe Grüße

12.02.2019 12:40 • #29



Hallo Oljafrie32,

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Ylvi13

Alexandra, ich weiss nicht mehr, wieviel Lithium ich hatte, aber bestimmt nur eine geringe Dosis, es sollte aufgestockt werden, wenn ich es vertrage. Das Absetzen machte keine neuen Symptome. Danach hatte ich noch Valdoxan 25mg versucht, da meinte dann meine Leber, nein danke.
Solange es irgend geht, möchte ich nichts nehmen, was Organe angreift, wo die Werte jetzt noch ok sind.
Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste , auch meine Devise.
Liebe Grüsse

12.02.2019 12:58 • x 2 #30

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