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Selber kündigen oder kündigen lassen - bitte um euren Rat!

Thomson

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Hallo zusammen,

ich bin recht unbedarft in dieser Thematik und frage daher mal konkret.

Seit Ende September bin ich wegen Depression krank geschrieben. Nach langem Abwägen weiß ich nun, dass ich schlichtweg raus muss aus dem Job, bzw. der Arbeitsstelle. Krankengeld wird bereits gezahlt.
Wenn ich nun kündige, bekomme ich sicher eine Sperre beim Arbeitsamt. Allerdings würde mir mein Arzt eine Bescheinigung geben, dass dies aufgrund psych. Überlastung notwendig ist. Wer Erfahrung damit oder kann was dazu sagen?

Ferner besteht die Möglichkeit, meinen AG um Kündigung zu bitten, ggf. auch rückwirkend, von wegen etwaigen Fristen. Wie schaut es hier aus?

Wichtig ist, dass ich diese noch bis zum Jahresende regeln kann. Bitte um eure Erfahrungen bzw. Rat!

Danke und lieben Gruß,
Thomson

05.12.2011 22:00 • #1


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Anima

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Was genau hat Dich dazu bewogen, Dich für die Kündigung zu entscheiden?

05.12.2011 22:13 • #2



Hallo Thomson,

Selber kündigen oder kündigen lassen - bitte um euren Rat!

x 3#3


mag

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Hallo Thomson,

hier sind einige Infos von Wolfgang, die du vielleicht schon beachten kannst:
krankheitsbedingte-kuendigung-was-muss-ich-tun-t1701.html

Zitat:
Wenn ich nun kündige, bekomme ich sicher eine Sperre beim Arbeitsamt. Allerdings würde mir mein Arzt eine Bescheinigung geben, dass dies aufgrund psych. Überlastung notwendig ist.
Man sollte meinen, dass diese Bescheinigung für eine Kündigung reicht, aber beim AA kann man sich nicht immer sicher sein.
Vielleicht klärst du das beim AA mal direkt vor Ort persönlich. Am besten dann von diesem Gespräch Notizen machen, mit Datum und Gesprächspartner.

Zitat:
Wichtig ist, dass ich diese noch bis zum Jahresende regeln kann.
Was ich wohl nicht verstehe, warum sollte das bis Jahresende geregelt sein ?

05.12.2011 22:39 • #3


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achtsamkeit

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wÜRDE AUCH ERST EINMAL WISSEN, WARUM DU KÜNDIGEN WILLST

06.12.2011 17:04 • #4


Thomson

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Beeinflusst dieses Wissen die Art möglicher Antworten?

Ich dachte nur, von Ende Sep. bis Ende Dez. sind drei Monate (übl. Frist) und da könnte man evt. rückwirkend kündigen. Frage ist nur, wie das dann beim A-Amt verkauft.
Zudem ist es eine finanzielle Sache. Wenn ich meinen Job schon nicht mehr ausüben kann (in dieser Fa.), dann ist es keine gute Idee, vom Krankengeld sich über Wasser halten zu wollen, bis man sich freigekämpft und was neues gefunden hat. Letztendlich würde es mir rein organisatorisch gesehen, 12 Monate Luft verschaffen um alles wieder in die richtige Bahnen zu lenken und nicht in irgendeine Rente abzurutschen.

Es wäre schön dazu eure Meinung und Wissen hören zu können, ohne aus mir nicht bekannten Grund zunächst eine gewisse Neugier befriedigen zu müssen. Oder gar eine Rechtfertigung abzulegen.

Danke & Gruß

08.12.2011 18:44 • #5


mag

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Hallo Thomson,
Zitat:
Es wäre schön dazu eure Meinung und Wissen hören zu können, ohne aus mir nicht bekannten Grund zunächst eine gewisse Neugier befriedigen zu müssen. Oder gar eine Rechtfertigung abzulegen.

Eine gewisse Neugier, darf doch wohl vorhanden sein, wenn du solche Fragen hier stellst. Ich werde dir zu deiner Frage keine Antwort geben, denn diesen Satz hättest du dir sparen können.

08.12.2011 19:15 • #6


Thomson

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Entschuldige bitte aber so kommt es mir vor! Und du bestätigst es auch noch. Erst sagen warum und dann erst auf die Frage eingehen? Das ist mal eine bemerkenswerte Art. Aber gut- ich will deine Neugier befriedigen- Ich habe meine Gründe dafür!

An anderer Stelle bin ich bereits ausführlich auf die Problematik eingegangen. Ich denke, dass sollte genügen. Unabhängig davon denke ich, dass meine Frage legitim genug ist und es keiner Rechenschaft bedarf. Natürlich bin ich bemüht, konkrete Nachfragen auch ebenso konkret zu beantworten. Wenn es denn der Sachlage dienlich ist. Aber ein "sag mir erst warum", gehört hier einfach nicht her.

Ehrlich, ich weiß nicht was das soll.

Danke & Gruß

08.12.2011 20:39 • #7


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Anima

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Zitat von Thomson:
Beeinflusst dieses Wissen die Art möglicher Antworten?
Es wäre schön dazu eure Meinung und Wissen hören zu können, ohne aus mir nicht bekannten Grund zunächst eine gewisse Neugier befriedigen zu müssen. Oder gar eine Rechtfertigung abzulegen.

Danke & Gruß


Ja, es beeinflusst die Antwort (rein sachlich), wobei ich ehrlich gesagt jetzt auch dazu geneigt bin, nichts mehr zu antworten, denn niemand muss sich hier rechtfertigen, den Ton habe ich tagsüber genug. Unbedarft hin- oder her. Wer keine "Larifari-Antworten" wünscht, sollte konkret werden.

Wir helfen hier einander und es geht nicht um die Befriedigung von Neugierde. Sei Dir bewusst, dass wir ALLE!!! hier mit Depressionen zu kämpfen haben.

Viel Erfolg.

08.12.2011 20:46 • #8


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Albarracin

Experte
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Experte

08.12.2011 21:13 • x 1 #9


Thomson

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Da habt ihr sicher alle recht. Es ist einfach nur so, dass ein "sag erst mal warum" ein wenig seltsam erscheint.

Was die "Rückfallebene" betrifft, die meine ich im max. 12 mon. Arbeitslosenstadium zu sehen. Und es hat schon seinen Grund, warum ich dies als die unmittelbare Option ansehe. Ich habe hier eine konkrete Frage gestellt und keine etwaigen Hintergründe zur Diskussion. Wenn man das schon schlussfolgert, dann ist es ein leichtes auf meine vorherigen Themen zuzugreifen. Steht alles da.

Aber ich kann hier dennoch ein kleines Update zur Lage geben.
Pille 1 sollte vornehmlich beruhigend wirken und hat es auch getan- völlige Handlungsunfähigkeit!
Pille 2 sollte vornehmlich stimmungsaufhellend wirken und machte sich ausschliesslich durch seine Nebenwirkungen bemerkbar.
Pille 3 werde ich ab morgen nehmen und soll u.a. auch angsthemmend wirken. Nun, man wird sehen.

Akute Depression- wo fängt das an, wo hört das auf? Woran macht man das fest? Mein aktueller Zustand hat mich (unabhängig der Pillen!) zu dem Entschluss geführt, einfach alles ändern zu wollen und zu müssen. Dazu bin ich nur zu gerne bereit. Und genau deswegen habe ich meine konkreten Fragen gestellt. Dazu möchte ich gerne mehr wissen. Wenn ich anderes wissen wollte, würde ich andere Fragen stellen. Soviel darf man mir zutrauen.

Ich würde es nun begrüßen wenn man nun willens ist und darauf eingeht oder sich eben einfach raushält. Damit ist mir auch nicht geholfen. Ich weiß wie und wo man hier konkrete Fragen stellen kann.

Nichts für ungut und danke für euer Verständnis.

08.12.2011 22:12 • #10


GastAccount

Ich glaube da wir niemand wirklich Willens sein. Aber zu deinen Fragen vielleicht kurz, knapp, knackig.
1. Kündigung rückwirkend: Wäre mir neu und macht auch wenig Sinn. Willst du dann das Krankengeld rückwirkend zurück bezahlen und hoffst auf rückwirkende Erstattung des Arbeitslosengeldes? (Oh Sorry, das war wieder eine Frage) Gibt es nicht und klappt nicht. Sofortige Kündigung zum Monatsende/Jahresende wird es auch nicht geben. Wenn der AG kündigt oder wenn du kündigst gibt es Fristen und die sind schon längst vergangen. Einzige Möglichkeit: Aufhebungsvertrag im beiderseitigen Einverständnis. Kann aber auch nicht rückwirkend gemacht werden. Und ich bin auch neugierig, wieso noch dieses Jahr, gibt es da steuerliche Ermäßigungen dann noch für 2011?

2. Attest durch den Arzt: bei dem Vorgespräch dazu bei der AA würde ich in jedem Falle einen Zeugen mitnehmen. Für gewöhnlich gibt es dann ein Formular, welches der Arzt ausfüllt und dir wieder mitgibt. Eine Garantie auf Nicht-Sperre ist aber auch das Formular nicht.

3. Krankengeld vs. Arbeitslosengeld: Das Arbeitslosengeld rennt dir nicht weg. Aber es gibt es "nur" für 12 Monate. Solange du also Krankengeld beziehst, brauchst du kein Arbeitslosengeld. Und mehr bekommst du so oder so nicht. Ist beides fast dasselbe. Es ist allerdings auch so, dass du dich besser aus einer ungekündigten Position heraus bewerben kannst, also aus der Arbeitslosigkeit. Denn Krankenzeiten müssen nicht erwähnt werden und darf auch der AG nicht erwähnen. Wenn du es allerdings lieber magst dich von der Arbeitsagentur gängeln zu lassen, dann solltest du natürlich sofort kündigen.

Ich habe übrigens deinen Fall noch gut im Kopf und schon bei deinen vorherigen Posts warst du kaum bereit Ratschläge oder ähnliches anzunehmen und hattest da schon deinen Starrkopf bewiesen. Es ist also sehr fraglich, ob meine Antwort dir genügen wird und höchstwahrscheinlich wirst du wieder dagegen Sturm laufen.

Ich kann dir nur eins sagen: Deine Grundtendenz alles ganz schnell und sofort zu ändern, damit du wieder gesund bist, kannst du abhaken. Das wird so nicht funktionieren. Denn es ist nie alles schlecht und es gilt erstmal herauszufinden, was einem wirklich geschadet hat. Du kannst natürlich dein ganzes Leben von Grund auf umkrempeln, ich bin aber gespannt, wann du dann hier wieder schreibst, mit der Erkenntnis, dass es dir immer noch nicht besser geht.

09.12.2011 12:24 • x 1 #11


Thomson

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Hallo ,

danke für deinen Beitrag! Nein, ich laufe nicht Sturm dagegen. Ich frage bewußt nach möglichen Wegen und Mittel um eine für mich passende Strategie zu entwickeln. Irgendwas muss ich ja tun.

Ich habe die Entscheidung, in meiner Fa. nicht mehr arbeiten zu können, auch ganz bewusst getroffen. Von ungefähr kommt das nicht.

Und ja, ich hatte diesbezüglich schon mal gefragt, was ich dem AG wohl am besten sagen könnte bzw. mich verhalten. Aber ich verstehe nicht, warum ich deswegen meine eigene Meinung abgeben soll. Mehr als Denkanstöße bzw. konkrete Antworten auf konkrete Fragen kann es nicht geben. Was ich dann damit anfange, muss ich auch allein entscheiden und verantworten. Aus dem Forum hier macht das keiner. Ich verstehe also nicht, warum ich deswegen nun als Buhmann dastehen soll. Wäre ich beratungsresistent, bräuchte ich nicht zu fragen über Dinge, wo ich mich nicht auskenne.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Ich dachte immer, das eine Therapie und Foren wie diese, nur eine Hilfestellung sein können, es aber trotzdem immer an einem selbst liegt. Und in einem Forum diskutiert man nunmal um herauszufinden, ob man dem Thema dienlich sein kann. Wie gesagt, ich versteh's nicht.

Danke & Gruß

13.12.2011 20:43 • #12


GastAccount

Als Buhmann stellt dich niemand hin. Es ging vielmehr darum, dass du Fragen der Forumscommunity ziemlich brüsk zurück gewiesen hast. Du erhoffst dir Hilfe und Rat, verlangst aber im Gegenzug dazu, bloß keine Gegenfragen zu stellen (bzw. vielmehr Nachfragen). Meine "Tipps" sind in diesem Sinne auch nur ins Blaue gesetzt. Es ist einfacher jemand Rat zu geben, wenn derjenige ein paar mehr Infos liefert. Aber eigentlich geht es nur darum, dass man nicht gleich so patzig reagieren muss.

13.12.2011 22:21 • #13


Thomson

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Wenn das von mir so rüber gekommen ist, bitte ich vielmals um Entschuldigung. Das war nicht meine Absicht! :-)

Es ist nur so, da sitzt man hier, denkt über alles nach, kann keinen Entschluss fassen und viele Fragen sind offen und man fragt nach. Der eine sagt dies, der andere jenes. Und man ist versucht, die gegebenen Ratschläge auf die eigene Situation umzumünzen. Und man denkt sich- wer könnte die höchst eigene Situation (Chef, Kollegen usw.) besser beurteilen als man selbst? Und so ist man von den einem mehr überzeugt als von dem anderen. Das denken kann und soll hier ja keinem abgenommen werden. Insofern ist es doch gut, dass man auch kontroverse Meinungen erhält. Einfach um mal andere Sichtweisen aufzuzeigen und damit Denkanstöße überhaupt erst möglich zu machen.

Es war nicht meine Absicht unwirsch aufzutreten! Tut mir leid.

Gruß

14.12.2011 19:21 • #14


mag

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Hallo Thomson,
ich finde es toll, dass du dicht entschuldigst, das kann nicht jeder, super

14.12.2011 19:50 • #15


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Anima

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Vielleicht wieder eine dumme Frage aber (ich kapiere oftmals nicht so schnell): Ist es die Tätigkeit insgesamt, die gewechselt werden soll oder einfach "nur" der Arbeitgeber?

Ich frage aus folgendem Grund: Ich stand nämlich selbst vor dieser Entscheidung. Viele Ratschläge habe ich bekommen, inkl. der Kündigung (ich solle doch kündigen und innerhalb eines Jahres wieder...usw.). Von Natur aus bin ich sehr vorsichtig, auch wenn mein Bauch zu Schnellschüssen neigt, so lasse ich noch die Vernunft zu. Folgende Fragen habe ich mir gestellt:

Du bist jetzt krank geschrieben und würdest kündigen wollen - vermutlich bekommst Du dann AL-Geld basierend auf dem letzten AU-Geld? Wie lange bekommst Du AU-Geld und wie lange AL-Geld? Brauchst Du Unterstützung in Form von medizinischer Reha?
Wenn Dein AG Dich kündigt, wie sieht dann das Zeugnis aus? Aus welchem Grund soll er Dich kündigen? Wie sieht eigentlich dann der Lebenslauf aus?

Zur Erklärung: Ich möchte die Tätigkeit insgesamt wechseln, nicht nur den AG. Daher halte ich es für wichtig, ausreichend Zeit zu berücksichtigen zum gesund werden und zur Suche der neuen Tätigkeit, möglichst ohne Nachteile für die Zukunft.

Warst Du mal deswegen beim Arbeitsamt? Da habe ich mich nämlich erkundigt.

Anima

15.12.2011 15:39 • #16


Thomson

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Hallo Anima,

leider ist es so, dass ich dummerweise bei der Ausübung meines Jobs, Panikattacken und Angstzustände bekomme. Die Situation in der Fa. an sich als auch mein erlernter Beruf fördern parallel dazu die Depression.
Ich könnte mir zwar gut vorstellen, weiter in meinem Beruf zu arbeiten, das ist sehr vielseitig und hängt mehr vom Angebot als meiner Qualifikation zusammen. Anderseits würde ich durchaus auch das Wagnis eingehen, nochmal von vorne, bzw. als Quereinsteiger anzufangen. Einfach deswegen weil man sich über den Beruf und die Tätigkeit ja auch identifiziert und Bestätigung bekommt. Darüber hinaus kann und will ich einfach nicht mehr vorstellen, in dieser Fa. weiter zu arbeiten. Seit dem ich krank geschrieben bin (Ende Sep.) habe ich erkannt, dass ich besser nicht wieder zurückkehren sollte. Es würde nichts besser werden.

Also denke ich auch ans finanzielle, bis dass ich mich soweit freigekämpft habe, um aus eigener Intuitive, neu anzufangen. Ewig kann ich mich nicht krank schreiben lassen und schon muss und wird eine entsprechende Konsequenz gezogen werden müssen. Und je mehr Monate Krankengeld in die Berechnung einfließen, umso schmaler ist das ALG. 100€ mehr oder weniger ist viel Geld!

Ich bin davon überzeugt dass mich mein AG unter diesen Bedingungen kündigen wird, ohne einen Nachteil dadurch zu erhalten. Natürlich gerate ich dann aber ins System (Laufrad) der Arbeitsagentur. Und da stellt sich mir natürlich auch die Frage, wie man eine mögliche Sperre umgehen kann, bzw. Fristen zu berücksichtigen sind. Beim Amt war ich noch nicht, ich wüßte auch nicht, wie ich denen meine Situation erklären soll- geschweige denn dem AG.

Es ist einfach sehr vertrackt alles. Ich war in meinen zwanzigern dreimal unverschuldet und arbeitsplatzbedingt arbeitslos. Von daher kenne ich die Situation. Am besten wäre, wenn man einfach einen glatten Strich ohne Gefahr einer Sperre ziehen könnte. Dann hätte ich soviel Luft um mich freizukämpfen und neue Wege zu gehen. Ich kann es von nichts und niemanden anders abhängig machen als von mir selbst. Ich weiß dass ich das schaffen kann und werde. Aber es gilt nun die alten Zöpfe abzuschneiden. Nur wie am besten...

Gruß

15.12.2011 18:52 • #17


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Anima

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Okay, das erklärt auf jeden Fall den strikten Wunsch danach, nicht wieder dort hin zurück zu kehren.

Da ich im Augenblick auch ein wenig durcheinander bin: Wie sah bisher denn Deine Behandlung aus? Berufliche Reha z. B. - habe ich da etwas überlesen? Das z. B. wurde mir empfohlen.

Was die Kündigung aus gesundheitlichen Gründen angeht: Ja, da habe ich direkt beim Arbeitsamt nachgefragt. Mein Hausarzt würde mir sogar die Bescheinigung geben. Allerdings wurde mir beim Arbeitsamt geraten, vor der Kündigung Kontakt mit meinem dort zuständigen Berater (ich habe mich nämlich mittlerweile schon arbeitssuchend gemeldet) aufzunehmen. Anscheinend kann es nämlich sein, dass trotz Bescheinigung ein Gutachter eingeschaltet werden muss.

Du bist seit Ende September krank geschrieben. Ich war letztes Jahr von Mitte Februar bis Mitte September krank geschrieben. Klinik, Aufenthalt zuhause, Wiedereingliederung. Auch ich identifiziere mich sehr über meine Arbeit, ich arbeite grundsätzlich sehr gerne. Ab Januar geht es bei mir von vorne los. Was ich dabei und hier gelernt habe ist: Klare Linie mit einem Ziel: Depressionen "bekämpfen" und berufliche Veränderung. Alleine schaffe ich das nicht. Deswegen hatte ich hier ja auch schon das Thema eröffnet mit der Frage, wer schon erfolgreich den Job gewechselt hat.

Habe ich das so richtig verstanden, dass Du Deinem Arbeitgeber zuvor kommen möchtest? Wie lange bist Du schon bei Deinem Arbeitgeber angestellt?

Deine Gedankengänge kommen mir allesamt bekannt vor. Deswegen war ich ja beim Arbeitsamt und habe sogar eine Rechtsberatung aufgesucht.

Anima

15.12.2011 19:45 • #18


Thomson

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Hallo Anima,

wie ich sehe, haben wir da viele Parallelen. :-)

Bin derzeit nur beim Hausarzt in Behandlung, d.h. wir probieren mittlerweile das dritte Antidepressiva aus. Für eine Klinik reicht es gottlob nicht, da ich selbst noch die Notbremse ziehen konnte und musste. Mein eigentliches Problem ist im privaten zu finden, wirkt sich dummerweise aber nur auf der Arbeit aus. Da aber, zieht es seine weiteren Kreise bis zurück ins private.

Ich bin seit sieben Jahren in der Fa. angestellt und ich bin immer noch davon überzeugt, dass sie mir keine Steine in den Weg legen werden. Aber wenn ich nun zum A-Amt gehe, was soll ich da sagen? Ein Schreiben vom Arzt würde ich auch bekommen. Man kann also sagen dass ich die Rückendekung wohl habe, aber was ist beim A-Amt? Gilt als Gutachter auch der medizinische Dienst, der von der Krankenkasse eingeschaltet wird? Da musste ich schon vorstellig werden.

Wie gesagt, ich hab keine Ahnung von der Materie. Ich hab immer nur gearbeitet und will das auch weiterhin. Aber es muss sich was ändern! Ich möchte einfach nur nicht ins Hintertreffen geraten, weil ich einfach keine Ahnung hatte...

15.12.2011 20:10 • #19


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Albarracin

Experte
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Experte

15.12.2011 21:31 • #20


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Anima

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Hallo Thomson,

ich hake noch einmal ein bei Deiner Behandlung, hinsichtlich Deiner Gedanken Kündigung oder nicht, hast Du ja eine super Antwort vom Profi bekommen.

Zum Verständnis: Warum "reicht" es für eine Klinik nicht? Um ehrlich zu sein, das finde ich auch vom Hausarzt nicht so toll. Antidepressiva unterstützen die Heilung, aber sie alleine helfen nun einmal nicht. Klinik an sich ist auch nichts Schlimmes, ich z. B. gehe jetzt in eine Tagesklinik, wo ich tagsüber Ansprechpartner habe, medizinisch betreut werde und auch Sozialberatung bekomme.

Aus diesem Grund und weil ich selbst in einer ähnlichen Situation war und teilweise bin kann ich nur raten: Nicht ausprobieren, sondern handeln. Ganz wichtig! Ob der Auslöser nun privat oder geschäftlich ist - das ist in diesem Falle nicht wichtig, wichtig ist, dass Du gesund wirst und wieder Dein Leben in den Griff bekommst, ohne Panikanfälle usw.

Was spricht dagegen, beim Arbeitsamt einmal vorzusprechen? Dich arbeitssuchend zu melden? Ich habe mich über das Internet angemeldet und ein wirklich gutes Gespräch gehabt. Ich arbeite auch noch und bin aber gleichzeitig arbeitssuchend gemeldet. Ich habe bei dem Gespräch direkt die Karten auf den Tisch gelegt, dass die Arbeit mich dort krank macht und aus gesundheitlichen Gründen eine Veränderung anstehen muss. Außerdem bestünde die Gefahr, dass ich vorzeitig kündigen muss, gesundheitsbedingt. Seit dem habe ich dort meinen persönlichen Ansprechpartner, mit dem ich immer wieder in Kontakt bin, er hat meinen Lebenslauf, meine Qualifikationen und wir sind zusammen durch gegangen, was ich für Möglichkeiten hätte - zumindest ansatzweise, denn noch bin ich mir nicht wirklich schlüssig, was dann kommen wird.
Zu einem Gutachter musste ich noch nicht, aber ich war auch in Behandlung in einer Klinik und anschließend noch bei einem Psychater (okay, letzterer war nicht effektiv, aber das ist ein anderes Thema).

Wie Du möchte auch ich keinen unüberlegten Schritt tun. Um auf die Zielgerade zu gelangen, einen Schritt nach dem anderen gehen. Ich werde nicht kündigen. Sollte das Unternehmen mich kündigen wollen oder mich von meiner Position "beheben" (Änderungskündigung), so hätte ich Anspruch auf Entschädigung.

Ich kann gut verstehen, dass man eine gewisse Sicherheit braucht, wo zumindest der berufliche Weg hin führen kann, um wieder gesund zu werden.

Anima

16.12.2011 00:03 • #21


Thomson

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Hallo Wolfgang!

Vielen, vielen Dank für diese Info!

Das meine ich damit. Ich hab einfach keine Ahnung von diesen Dingen. Deswegen frage ich ja auch. Und ohne solcher Antworten wäre ich doch aufgeschmissen. Da gibt es so viele Regelungen, Möglichkeiten usw., von denen man nicht mal denkt dass es sowas überhaupt gibt? Danke nochmal dafür! :-)

Am liebsten wäre mir ja noch dieses Jahr ein Gespräch mit dem AG. Aber ich weiß immer noch nicht was ich sagen soll. Nächsten Mo. bin ich wieder beim Arzt, wegen der Dosis der neuen Pillen. Werde da noch mal Rücksprache ob der Rückendeckung halten.

Manchmal denke ich, es ist eine Strafe dass ich selbst noch rechtzeitig die Notbremse gezogen hab. Jedem muss es doch so vorkommen als wäre meine Situation weder Fisch noch Fleisch. Wie kann ich erwarten dass jemand nun weiß was richtig und falsch ist. Wo ich es doch selbst nicht mal weiß. Hätte ich nur das nötige Wissen für Situationen dieser Art... aber ich weiß auch das nicht. Ich bin froh genug, dass ich noch in mich selbst hinein horchen kann und erkennen, was ganz sicher nicht mehr gut für mich ist. Immerhin etwas.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...

Danke & Gruß

16.12.2011 01:06 • #22



Hallo Thomson,

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Anima

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Dass Du die Notbremse gezogen hast, das ist sicherlich richtig, ich zweifle im Augenblick nur daran, ob Du auch die richtige Hilfe bekommst! Alles Gute beim Arzt.

Gruß Anima

18.12.2011 23:13 • #23

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