Schizophrenie in Beziehungen und Partnerschaft

Hallo, alle zusammen!
Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin. aber hat jemand erfahrung mit schizophrenie und beziehungen? ich weiß, klingt ziehmlich banal, aber guter rat ist hier wirklich teuer.
Falls mir jemand was erzählen kann, damit ich einiges besser verstehe....danke
zazi

24.07.2009 21:20 • #1


mein freund hat diagnostizierte paranoide schiziphrenie. er hat in erster linie angstvorstellungen und einen ausgeprägten beziehungswahn. über symptome und dergleichen kann man eigentlich viel lesen... nur würde ich gerne wissen, ob es auch gewissen, ich weiß echt nicht genau wie ich es nennen soll, verhaltensmuster (?) innerhalb einer beziehung zeigen. irgendetwas, wo ich mir sagen kann: hey nimms leicht, das gehört dazu...
irgendetwas womit ich ihn leichter verstehe, um es uns beiden auch leichter zu machen.
die beziehug ist bestimmt für uns beide nicht leicht, und kostet auch kraft........
ich würd mir einfach wünschen, dass mir jemand erklärt, wo eigentlich genau die schwierigkeiten liegen, wie ich ein besseres feedback geben kann
zazi

24.07.2009 21:59 • #2


Habe einen interessanten Link gefunden:

http://www.medizin-netz.de/umfassende-b.zophrenie/

Soviel für heute. Aber vielleicht bekommst du noch hilfreiche Tipps.

Hallo zazi,

willkommen hier im Forum.

Vllt kannst du deine Frage etwas präziser formulieren. Um was oder um wen geht es und was ist die Diagnose? Wenn es eine gibt.

Es wäre hilfreich, wenn du uns etwas mehr dazu schreiben würdest.

LG von Serafina

Serafina

24.07.2009 22:06 • #3


Steffi
Hallo zazi,

wie gestaltet sich Euer Zusammensein(leben) denn derzeit bzw. bisher ?
Zitat:
die beziehung ist bestimmt für uns beide nicht leicht, und kostet auch kraft........

das glaube ich Dir gern. Es ist sicher nicht einfach, mit jemandem zu leben, der unter dieser Krankheit leidet. Der Umgang damit und das notwendige Verständnis werden sich auch künftig voraussichtlich nicht wesentlich ändern. Deshalb solltest Du Dir über die möglichen Konsequenzen schon im klaren sein.
Erzähl mal ein bisschen mehr, wenn Du magst.

Liebe Grüße
Steffi

25.07.2009 14:25 • #4


Hallo,

kann leider nur in der Arbeit online gehen, deswegen antworte ich so spät. Ich weiß, dass ich viel herum eiere....Das Problem ist, ich rede in meinem Freundeskreis nicht darüber. Bins also nicht gewohnt. Und wenn ich alles erzählen würde, dann würden
1. Meine Freunde mich für verrückt halten und sagen "Geh so schnell du kannst" und
2. Ich einfach Leuten, die mein Freund täglich sieht, von seinen Problemen erzählen. Das kann ich einfach nicht bringen.
Ich hab nur jetzt im Internet gesucht, weil wenn ich nicht bald mit jemanden reden kann (Am besten jemand, der es vielleicht auch versteht) verzweifle ich. Ich fühl mich dauernd müde und kraftlos, das ständige Kämpfen bin ich einfach nicht gewohnt. Ich weiß, dass ich meinen Freund liebe, nur ist es nie unbeschwert und meist tut es sehr weh..........

Fang ich mal von vorne an: Wir sind seit einem Jahr zusammen und die Krankheit ist bevor wir zusammenkamen ausgebrochen. Ich bin die erste Freundin danach. Ironischer Weise, habe ich einige Ahnung von Psychologie; Also bin ich nicht blind da reingekommen. Nur Verstand und Gefühl sind halt doch zwei verschiedene Paar Schuhe.
Ich denke, er hatte schon immer ein schwieriges Verhältnis zu Frauen, nicht erst seitdem. Er hat mir Sachen von früheren Beziehungen erzählt und die haben es ihm schon gut eingegeben. Er hat auch teilweise Probleme mit S., hat die Sache nicht einfacher gemacht.
Deswegen kann ich auch nicht einschätzen, was so zu sagen ein Symptom ist und was Teil seiner Art und Weise. Die ganze Zeit über habe ich deswegen versucht, alles was er tut und sagt, so zu sehen, als ob er nicht krank wäre. Ist aber auch ein Schwachsinn. Tschuldigung, dass ich jetzt so viel labere...Wenn man sein Verhalten auf pathologische Aussetzter beobachtet, hätte ich eh auf Borderline und nicht Schizophrenie getippt.
Je näher wir uns kommen, umso härter wird er zu mir. Er sagt Sachen, wenn er wütend wird, die nur noch Tiefschläge sind. Ist er besonders lieb zu mir, so muss ich am nächsten Tag dafür büssen....Er sagt, so wichtig wie ich war ihm noch nie eine und er wird deswegen immer wütender auf mich. Er hebt mich in den Himmel, oder verachtet mich total. Er sieht Kränkungen, wo keine sind. Hat ständig Angst, dass ich gehe und erklärt dann wieder es ist schei.. Er macht sich über meine Gefühle lustig, dann ist er wieder gefühlvoll. Verbale Tiefschläge kommen überraschend. Und ich reagiere langsam feindselig....und will das gar nicht. Manchmal würde ich am liebsten schreien. Manchmal würde ich am liebsten sagen: "Ich liebe dich, aber ich kann einfach nicht mehr"
Woran soll ich erkennen was Teil seiner Krankheit ist? Und wie kann ich lernen damit um zu gehen? Soll ich hoffen dass alles einfacher wird?
Ich brauch keine absolute Normalität in meinem Leben, aber ich will nicht immer kämpfen müssen............
Ich weiß, es klingt egoistisch, aber ich will halt auch mal all das machen, was man bei anderen Liebespaaren so sieht.
Lg zazi

26.07.2009 20:35 • #5


Tja, die Mediziner sind sich nicht einig.Neuer Arzt, neue Diagnose. Ich glaub, ihm macht es auch spass verhalten anderer erkrankten zu kopieren. man kann sich nicht sicher sein, was real ist. niemand soll wirklich was über ihn wissen.das könnte ja gefährlich sein.
deswegen ist es auch schwierig ein echtes gespräch zu führen, er blockt sofort.
ob ich selber krank bin, kann ich nicht mehr einschätzen.ich bin halt immer müde und angespannt. gibt es einen innigen moment, muss ich damit rechnen, dass als nächstes etwas kommt, was mir richtig weh tut. irgendwie ist man da immer auf der hut.
ich weiß, dass psychisch kranke ausgeprägte egoisten sind, und sich selbst verstärkt wahrnehmen.aber es muss doch einen weg geben, ihm zu vermitteln, wie es mir geht. einen weg, dass er verstädnis lernt.
aufgeben, ihn aufgeben, will ich nicht. liegt wahrscheinlich dara, dass ich die hoffnung noch nicht aufgegeben habe.
nur ich bin anscheinend nicht im stande den richtigen zugang zu ihm zu finden.

Ps: Entschuldigung, dass ich nochmals anfange, aber ich habe gerade einen Beitrag gelesen, der heißt "Schizoaffektive PS, Depression, Narzismus.?" und so ähnlich beschreibt auch mein Freund alles.
Nochmal entschuldigung, dass ich so lange schreibe
zazi

zazi

01.08.2009 11:54 • #6


moriko
Hallo zazi,

mit Schizophrenie kenne ich mich gar nicht aus, deshalb halte ich mich da mal raus. Aber ich habe einige Jahre in einer Beziehung mit einem psychisch Kranken gelebt, deshalb gehen bei mir die Alarmglocken an, wenn ich diesen Text lese:

Zitat von zazi:
Ich fühl mich dauernd müde und kraftlos, das ständige Kämpfen bin ich einfach nicht gewohnt. Ich weiß, dass ich meinen Freund liebe, nur ist es nie unbeschwert und meist tut es sehr weh..........


Das klingt für mich danach, dass du aus eurer Beziehung wenig Kraft schöpfen kannst, sondern vorrangig investierst. Pass da bitte auf dich auf und sorge für dich, gehe mit deiner Kraft achtsam um. Es hilft unterm Strich keinem, wenn du dich von ihm mit runterziehen lässt. Ich rate dir nicht, dich von ihm zu trennen, das ist deine Entscheidung, und ich finde es toll, dass du dich auf ihn einlässt. Aber schau auch auf dich und deine Bedürfnisse.

LG moriko

01.08.2009 13:37 • #7


@nina: Ich wollte damit niemanden kränken oder angreifen. Egoismus ist vielleicht allzu oft negativ besetzt. Aber was denkst du, wie empathisch jemand ist, der soviel mit sich selbst zu kämpfen hat? Als Beispiel: Wenn du als Frau abmagerst, wirst du irgendwann nicht mehr schwanger werden können. Dein Körper wird egoistisch, braucht alle Kraft für sich. Wenn die Psyche krank wird, wird auch sie sich schützen und versuchen alle Kraft für sich zu halten. Egoismus ist keine Wertung.
Oder dürfte ich eher so was anmerken, wenn DU wüsstest, dass ICH schon meinem eigenen Wahnsinn ins Gesicht geblickt habe? Am Abgrund stand und wieder zurück fand? Dass ich mit einer Borderlinerin, einer manisch - Depressiven, einem Süchtigen, einem Soziopathen und einem echten A******** aufgewachsen bin. Das ich durch all die Personen mehr gesehen habe, als ich wollte?
Ich hab dass echt nicht negativ gemeint, aber ehrlich keiner von ihnen, hatte einen Blick dafür, wie es den Menschen in Ihrer Umgebung wirklich geht. oder wenn er kam, dann meist zu spät oder zum falschen Zeitpunkt. Als es mir schlecht ging, wars ja auch nicht anders.


@moriko: wenn du das oben gelesen hast, dann wirst du dir wahrscheinlich denken "Better the devil you know", aber so war es nicht. Ich dachte nur, ok, du weißt ungefähr worauf du dich einlässt und du kannst loslassen wenn du es nicht schaffst. Jetzt weiß ich, ich kann es nicht. Hört sich furchtbar kitschig an, aber ich hatte immer meinen Abstand zu den Menschen. Ich hab nie jemand wirklich gebraucht. Ich habe und hatte immer Freunde, aber wenn ich ehrlich bin, war da immer was, was mich doch noch trennte. Ich hab immer zugehört und musste so nichts über mich erzählen. Diese Distanz war meine Sicherheit, und bei ihm habe ich sie verloren.Ich merke selber, dass mir das nicht unbedingt gut tut. Aber ich kann nicht loslassen, und wenn ich es nicht kann, dann muss ich doch einen Weg finden, der funktioniert?

Ehrlich das Gespräch macht mir wirklich Spass.
Aber jetzt noch einmal und lies es einfach ohne dich persönlich gekränkt zu fühlen.

1. Die Unterschiede zwischen kindlicher und adulter Wahrnehmung sind mir bekannt.
2. Ja, ich kann das Verhalten auch differenziert betrachten
3. Die Ohnmacht, die ein Mensch empfindet, in Bezug auf die Diskrepanz zwischen dem, was er geben möchte und dem, was er geben kann, sehe ich nicht als Egoismus. Ebenso wenig das Verhalten, was daraus versteht. Entschuldige meine Worte, aber für wie oberflächlich hälst du mich eigentlich? Wenn ich denken würde, mein Freund ist ein Egoist und weil er krank ist, kann man daran nichts ändern, müsste ich mir wohl um gar nichts mehr Gedanken machen. Könnte meine Sachen packen und gehen. Ich weiß aber, dass er mir alles gibt, was er kann.
4. Was egoistisch macht, ist der Kreislauf in dem man gefangen ist. Fehler, die man sich selbst immer wieder vorhält.Bis man anfängt nur noch die Fehler zu sehen. Verstehst du das?
5. Denkst du ich, als vermeintlich "Gesunde" werfe mir keinen Egoismus vor? Denkst du ich denke nicht darüber ob ich zuviel verlange, zuviel Druck durch bloße Anwesenheit?
6. Individuen konstruiren alle ihre Realitäten. Wer nicht bereit ist die eigene Wahrnehmung zu überprüfen, wird immer Gefangener seiner selbst sein. Ich bin hier, damit ich mit Leuten spreche, die mit ähnlichen Problemen belastet sind, und leichter darüber Reden können. Um einen Zugang zu finden
7. Ich liebe ihn. Ich will eben nicht, dass er in seiner eigenen Zelle im Kopf fest sitzt . Nenn`s Egoismus, Isolation- Wie du willsts ergebnis bleibt das Gleiche: eine Distanz.
8. Zum Thema Empathie: Möglich ist alles. Die Skala reicht von völlig unreflektierter Übernahme Gefühle Anderer bis hin zur völligen Fehldeutung der Gefühle, weil die eigene Wahrnehmung verzerrt ist.

zazi

Lg zazi

04.08.2009 16:43 • #8


Beziehung mit schizophrener Frau - Nähe / Distanz

Hallo zusammen,

ich 48 Jahre habe eine Beziehung mit einer Frau 54j die an einem Schizophrenen formenkreis erkrankt ist.
Seit ca einem Jahr. Wir hatten Höhen und Tiefen und es ist auch für mich eine große Herausforderung sie manchmal zu verstehen. Ich versuche es aber es ist nicht so leicht.

Vor ein paar Tagen ist etwas passiert, was mich irgendwie an Ihrer Liebe zweifeln lässt.
Wir lagen auf dem Sofa, haben gekuschelt. Plötzlich steht sie wie von einer Tarantel gestochen auf setzt sich ganz weit von mir weg. Ich fragte sie was passiert sei, sie antwortete, sie habe gerade ein Problem mit meiner Nähe.

Ich wusste nicht was passiert ist. Sie sagte, dass ganze wäre ihr im Moment alles zu intensiv.
Sie sagt mir immer, dass sie mich über alles liebt, mit mir ein Leben haben möchte, ich das Beste in Ihrem Leben sei.
Aber dann passiert sowas? Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Ich habe jetzt große Sorge das ihr e Liebe nicht so tief ist wie sie mir immer verspricht!

Viele GRüße
Moon

22.02.2019 12:57 • #9


Luna1985
Hallo Moonlight,

dieses Nähe-Distanzproblem muss nicht direkt was mit der Schizophrenie zu tun haben. Ich kenne das auch und es kam bei mir daher, dass ich zu viel Zeit mit meinem damaligen Partner verbracht habe und zu wenig Zeit für mich selbst hatte. Vielleicht suchst du nochmal das Gespräch mit deiner Partnerin und ihr sucht gemeinsam eine Lösung?

LG Luna

22.02.2019 15:57 • #10


Frederick1
lieber Moonlight,

auch bei Menschen mit Depression sind die Gefühle oft gestört. Ich lebe identisch mit mir selbst, wenn ich meine Gefühle ernst nehme, und sie mit meinem Verstand in Einklang bringe. Liebe ist nicht nur Gefühl, sondern auch Verstand, beides.

Liebe und Verstand gehören in der Liebe, in der Beziehung zusammen. Lasse ich mich nur von meinen Gefühlen leiden, dann habe ich mal gute, und dann wieder weniger gute Gefühle. Lasse ich mich nur von meinem Verstand leiden, dann werde ich kalt wie ein Kühlschrank.

Wenn ich einen guten Zugang zu meinen Gefühlen und meinem Verstand habe, dann lebe ich ausgeglichener, lebe und reagiere reifer, treffe gute Entscheidungen für mich.

In der Schizophrenie und in der Depression ist das leider gestört. Deshalb soll man da keine wichtigen Entscheidungen treffen. Oder man sollte eine Hilfe haben, so wie du deiner Freundin hilft.

Deine Freundin kann manches nicht richtig einschätzen, sagt deshalb auch manchmal Dinge, die verwirrt klingen.

Aber sie mein es auf ihre Art und Weise ehrlich. Jetzt musst du natürlich wissen, ob du das ertragen kannst.

Du hast es da nicht einfach. Aber wenn du sie liebst, deine Liebe ausreicht.


liebe Grüße,


Frederick

22.02.2019 17:41 • x 1 #11


Hallo zusammen,

das heisst auch sie kann ihre liebe zu mir nicht richtig einschätzen?
Sie sagte mir es wäre eine art Selbstschutz. Weil Sie jahrelang schlecht behandelt wurde.

Ich weiß nicht ob ich das alles kann ist das Problem. Ich liebe sie. Aber ob ich das jetzt mein lebenlang so kann, ist die Frage.

23.02.2019 10:11 • #12


@luna wir sehen uns nur am Wochenende.

23.02.2019 10:19 • #13


Frederick1
lieber Moonlight,

ja es kann sich bessern, aber es gibt leider keine Garantie. Für sie ist deine Liebe gut, aber du musste es für dich persönlich entscheiden, ob du das aushältst oder nicht.


liebe Grüße,

Frederick

23.02.2019 15:15 • x 1 #14


Das verstehe ich jetzt gerade nicht.

War JA die Antwort auf meine Frage, dass Sie ihre Liebe zu mir selbst nicht richtig einschätzen kann?

Also am Wochenende war sie bei mir. War recht schön. Doch auf einmal kommt sowas wie* ein teil meiner liebe zu dir ist überdeckelt* was mich sehr verletzt hat.

Ich weiß nicht ob ich das schaffe mit ihr. Ich bin völlig fertig mit der Welt.

LG

25.02.2019 09:31 • #15