Rentenantrag wegen Krankheit - Ansprüche und Rechte?

Lilithxxx

Lilithxxx

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Hallo zusammen,
ich würde mich freuen, wenn jemand für folgende Situation eine Antwort wüßte.

Kurze Daten:
Von September 2014 bis März 2016 stand ich in einem Arbeitsverhältniss (900Euro netto).
Seit März 2016 bin ich krankgeschrieben und bekomme seitdem ca. +700Euro Krankengeld.

Mein Psychater und ich stellten aufgrund meiner Erkrankung einen Rentenantrag, aufgrund dessen, sagte er mir ich solle die Entscheidung der Rentenkasse abwarten und mir dann (wenn ich dazu in der Lage bin) einen Minijob suchen, aber ich werde auf Dauer hier zuhause echt bekloppt und der Antrag zieht sich hin.

Davor soll auch noch eine Rehamaßnahme stattfinden, was ich auch gut finde, allerdings würde ich im Moment gerne wenigstens ein bißchen arbeiten.
Ich befinde mich damit allerdings auf sehr dünnem Eis, denn das ganze kann natürlich auch voll in die Hose gehen (was in der Vergangenheit öfter geschah). icon_sad.gif

1. Wie ist das mit dem weiteren Anspruch?
2. Wird dieser dann nach den letzten Gehältern des 450Euro Jobs berechnet ?
3. Wenn ich es aber jetzt nochmal versuche zu arbeiten und einen 450Euro Job annehme, was passiert, wenn ich es nicht schaffe?
4. Bekomme ich dann überhaupt wieder Krankengeld?
5. Kann ich, sollte das alles in die Hose gehen, trotzdem noch einen Rentenantrag stellen?

Liebe Grüße von Lilith

10.06.2016 10:59 • #1


Albarracin

Albarracin

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Hallo,

es ist nicht so kompliziert, wie Du vielleicht denkst.

1.
Eine Arbeitsunfähigkeit (Arbeitsunfähigkeit) bezieht sich nur auf die konkrete Tätigkeit. Maßgeblich ist die Tätigkeit, die im Arbeitsvertrag genannt ist. Ein Verweis auf andere Tätigkeiten beim selben AG ist nicht zulässig.
Bei mehreren Arbeitsverhältnissen - was ja heutzutage nicht mehr so unüblich ist - kann es sehr wohl sein, daß man für eine Beschäftigung Arbeitsunfähigkeit ist und für eine andere nicht.
Ein konkretes Beispiel aus meinem Betrieb: Ein Stadtbahnfahrer, der nach einem schweren Unfall wegen PTBS als Stadtbahnfahrer Arbeitsunfähigkeit ist, kann sehr wohl weiter seinen Mini-Job als Hausmeister in seinem Wohnblock ausüben und bekommt für seine Arbeitsunfähigkeit als Fahrer KG.
Wichtig ist, daß der behandelnde Arzt dahinter steht und es ggfs. auch begründet, falls die Krankenkasse nachfragt.

2.
Das Krankengeld (KG) bleibt unverändert, da der Berechnungsmaßstab diejenige Tätigkeit ist, auf die sich die Arbeitsunfähigkeit bezieht.

3.
Dann wirst Du wohl für diesen 450€-Job die Kündigung bekommen.

4.
Die Frage ist obsolet, da Du unter entsprechenden Voraussetzungen (siehe 1.) weiterhin KG bekommst.

5.
Alles, was als Beschäftigung im Durchschnitt unter 3 Std./Tag bleibt, ist für einen Antrag auf Rente wegen voller Erwerbsminderung grundsätzlich unschädlich, da Dir diese Beschäftigung auch während des Rentenbezuges erlaubt ist. Du kannst sehr wohl gleichzeitig den Rentenantrag stellen und Dich um einen entsprechenden Job bemühen.


Bitte beachte auch:
Ein "Mini-Job" ist ein vollwertiges Arbeitsverhältnis mit allen Ansprüchen, zB auf Urlaub und Entgeltfortzahlung. Die Besonderheiten sind ausschließlich steuerlicher und sozialversicherungspflichtiger Art. So entsteht zB durch einen Mini-Job wegen der Pauschalabgaben kein neuer bzw. zusätzlicher Anspruch auf KG.

12.06.2016 11:46 • #2


Lilithxxx

Lilithxxx


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Guten Morgen Albarracin,
vielen, vielen Danke und liebe Grüße

17.06.2016 06:11 • #3




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