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Zitat von auferstehung:
Ich sehe das sehr pragmatisch: Eine Klinik (ich meine NICHT eine Reha-Klinik!) ist für Patienten gedacht, die im Alltag nicht mehr klarkommen. Ein Vorstellungsgespräch ist eine Alltagsbewältigung auf hohem Level. Wenn Depressionsbetroffene, die so etwas noch hinkriegen, in eine Akutklinik gehen, braucht man sich nicht zu wundern, weshalb viele Kliniken so überbelegt und mit Wartezeiten verbunden sind.
Natürlich kann jeder entscheiden, was er macht, aber ich muss ja nicht alles gutheißen.
Ich kann schwerstdepressiv sein (d.h. ich krieg zu Hause gar nichts auf die Reihe und liege nur auf der Couch) und schaffe es trotzdem, zur Arbeit zu gehen.
"Offizielle" Dinge, wie eben arbeiten gehen, habe ich selbst in Zeiten mit akuten Su*z*dgedanken eine Zeit lang noch irgendwie auf die Kette bekommen.
Trotzdem gkng es mir wirklich schlecht.
Ich opfere dann meine ganze Kraft dafür und schaffe deswegen alltägliche Dinge nicht.
Anderen geht es genau andersrum.
So ist das halt bei jedem anders und ich finde es anmaßend von dir, jemanden dafür zu verurteilen, rechtzeitig in die Klinik zu gehen, nur weil derjenige deiner Meinung nach seinen Alltag ja noch schafft.
Psychische Erkrankungen definieren sich hauptsächlich über subjektiven Leidensdruck. Und der ist eben bei jedem unterschiedlich.