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Psychiatrie = Hochstapelei ?

Sifu

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Ein hochinteressantes Interview.

Ein Postbote mit Hauptschulabschluß arbeitete Jahre lang in der Psychiatrie als Oberarzt und Gutachter. Seine Auftraggeber (z.B. Gerichte) und seine Vorgesetzten merkten nichts und lobten seine Arbeit sehr.

Er hält die Psychiatrie für eine von Wortakrobatik durchsetzte Scheinwissenschaft und nannte sich daher
auch vor Gericht (wegen Titelmißbrauch) als Hochstapler unter Hochstaplern.


x 1 #1


65 Antworten ↓
Lilly-18

Lilly-18
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Ich finde den Titel des Threads - auch wenn er mit einem Fragezeichen versehen ist - schon fragwürdig.
Natürlich muss man Betrug verurteilen, umso mehr wenn dadurch Menschen zu Schaden kommen bzw. Vertrauen massiv missbraucht wird.
Ich glaube auch nicht, dass Rache das Motiv von Postel war, sondern vielmehr ein übersteigerter Narzissmus und ein sehr großes Geltungsbedürfnis.
Trotzdem ist es schon auch wichtig zu erkennen, woran es den "gelernten" Psychiatern oft fehlt. An gesundem Menschenverstand, an Empathie. Das ist aber nicht nur ein Problem der Psychiater, sondern generell so in der Medizin.
Natürlich muss man die Wahl der Mittel verurteilen, aber das Ergebnis spricht für sich.
Ich kenne einige Ärzte, auch Psychiater. Heute muss man für ein Medizinstudium "nur" sehr gute Noten haben, die menschliche Eignung interessiert niemanden. Leider ist unser System so und ich habe auch keine Idee, wie man das ändern könnte. Natürlich ist eine gewisse Grundintelligenz Voraussetzung, um so ein komplexes Studium zu absolvieren. Aber es bleibt doch auch vieles auf der Strecke. Emotionale Intelligenz interessiert niemanden.
Gerade psychiatrische Gutachten sind ein sehr heikles Gebiet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein normal intelligenter Mensch mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis, der noch dazu Erfahrung in der eigenen Vita mit psychischen Erkranken hat, vieles besser beurteilen kann als jemand, der das nur theoretisch kennt.
Das ist meine ganz persönliche Meinung zwinkern

09.12.2023 09:55 • x 4 #20


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A


Hallo Sifu,

Psychiatrie = Hochstapelei ?

x 3#3


Wuslchen

Wuslchen
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Um ehrlich zu sein hab ich große Probleme mit dem Titel dieses Threads und die Diskussion finde ich bisher auch schwierig.

Psychiatrie ist ja nicht gleichzusetzen mit den Menschen (Psychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten, Pflegepersonal etc.). Also ist Psychiatrie als Oberbegriff irreführend, wenn man das pauschal als Hochstapelei in Frage stellt.
Dann finde ich es fatal so verallgemeinernd zu schreiben. Die Psychiatrie an sich - also welche? Die ambulanten Psychiater? Die stationären Psychiatrien? Die Tageskliniken? Die Ausbildung, also das Studium? In Deutschland? Österreich? Schweiz? Dem Rest der Welt? Was heißt hier in dem Kontext "Psychiatrie"?

Zitat: "In Deutschland arbeiten insgesamt 14.625 Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Nervenheilkunde. Davon sind 6.186 ambulant und 6.802 stationär tätig."
(Quelle: https://www.dgppn.de/_Resources/Persist...zahlen.pdf)
Also ist die Frage dieses Threads, ob die alle Hochstapler sind? Oder bezieht sich das zusätzlich auch noch auf alle psychotherapeutisch arbeitenden Menschen? Dann wäre die Zahl ja noch einmal deutlich höher. Und die sollen alle Hochstapler sein? Da gibt´s keine fähigen Menschen? Gar keine? In dem Fall hätte ich bitte gerne die Statistiken dazu, denn dann würde es diesen Berufszweig wohl ganz schnell nicht mehr geben.

In meinen Augen könnte die Frage andersrum da stehen: Gibt es Hochstapler in der Psychiatrie? Und die gibt es ganz sicher. Genauso wie bei Handwerker*innen, Anwält*innen, Lehrer*innen, Journalist*innen und so weiter. Überall gibt es Hochstapler, also natürlich auch in der Psychiatrie. Nur darüber zu diskutieren finde ich persönlich irgendwie müßig...

Was genau bezweckt dieser Thread?

10.12.2023 19:21 • x 2 #37


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BlackKnight
Hmmmm.... schwierig für mich, das pauschal aufgrund eines solchen Einzelfalls zu sagen🤷‍♂.... mir hat die Psychotherapie geholfen 😊👍.... ok, Psychiatrie ist ja nochmal ne andere Thenatik🤷‍♂

x 1 #2


Sifu
Zitat von BlackKnight:
Hmmmm.... schwierig für mich, das pauschal aufgrund eines solchen Einzelfalls zu sagen🤷‍♂.... mir hat die Psychotherapie geholfen 😊👍.... ok, Psychiatrie ist ja nochmal ne andere Thenatik🤷‍♂

Von der Psychiatrie haben mir "nur" die Medikamente geholfen.

x 1 #3


CCC
Er ist ja kein Einzelfall. Ich finde aber grad die anderen Beispiele nicht, die mir im Laufe meines Lebens über den Weg liefen. Also pauschal kann man die Arbeit in der Psychiatrie sicher nicht als generelle Scheinwissenschaft bezeichnen. Es gibt immer schwarze Schafe, nur in manchen Bereichen eben mehr als Durchschnitt 🙄

x 1 #4


BlackKnight
Zitat von Sifu:
Von der Psychiatrie haben mir "nur" die Medikamente geholfen.


Ich hatte Psychatrie so nicht... ich war immer ambulant sozusagen, bei der meine Neurologin die Medis macht(e) und die Psychotherapie die Psychotherapeutin gemacht hatte; 4 Jahre... mir hat beides auch in Kombi sehr gut geholfen... gerade auch die Aufarbeitung meiner Vergangenheit (war oft sehr hart und anstrengend).... und warum ich bin wie ich bin und ticke 🤷‍♂👍😊

x 1 #5


BlackKnight
Ich denke es steht und fällt bei der Psychotherapie mit: dem sich darauf einlassen .... wer das icht kann oder will...oder es gar nicht merkt , dass er sich nicht drauf einlassen kann, dann wird das aus meiner Sicht nicht klappen 🤷‍♂

x 1 #6


BlackKnight
Mal auch was zur Begriffserklärung, Abgrenzung und Info...

https://www.neurologen-und-psychiater-i...usgebildet.

x 1 #7


CCC
hier ein etwas erträglicher zu sehender Bericht über Herrn Postel (kürzer und ohne Interviews)

x 3 #8


bones
Nun da finde ich Vergleich zudem hier der Fall im Bereich Heilkunde schlimmer.

x 2 #9


CCC
irgendwas ist in dem Satz durcheinander gekommen. Was genau meinst Du?

#10


Sifu
Zitat von CCC:
hier ein etwas erträglicher zu sehender Bericht über Herrn Postel (kürzer und ohne Interviews)

erträglicher ?

#11


CCC
Zitat von Sifu:
erträglicher ?

na das lange Interview mit ihm ist doch ziemlich anstrengend zu sehen, finde ich. Vielleicht geht es auch nur mir so - er ist mit seiner Art kaum auszuhalten. Trotzdem finde ich ihn teils sympatisch und kann ihn nicht wirklich verurteilen... er ist ein aus meiner Sicht wertvolles Mitglied der Gesellschaft, weil er mehrere schlimme Systemfehler aufgedeckt und öffentlich gemacht hat.

#12


Sifu
Zitat von CCC:
na das lange Interview mit ihm ist doch ziemlich anstrengend zu sehen, finde ich. Vielleicht geht es auch nur mir so - er ist mit seiner Art kaum auszuhalten. Trotzdem finde ich ihn teils sympatisch und kann ihn nicht wirklich verurteilen... er ist ein aus meiner Sicht wertvolles Mitglied der Gesellschaft, weil er ...

Am Ende des Interview öffnete er sich persönlich und sagte das seine Aktionen zur eigenen Depressionsabwehr von ihm durchgezogen wurden.
Er ist hochintelligent, kann aber nicht rechnen und hat daher nicht einmal die mittlerer Reife "geschafft".

x 1 #13


CCC
ja, ich habe das Interview gesehen 🙂

x 2 #14


A


Hallo Sifu,

x 4#15


bones
Zitat von CCC:
irgendwas ist in dem Satz durcheinander gekommen. Was genau meinst Du?

Nun keine Ahnung was i da gemacht hab. Ist halt so typisch wenn man mit t9 arbeitet am Handy.

Nun ich meinte, dass der Fall zwar schlimm ist und sowas leider nicht vermeiden kann. Aber sowas findet gerade in der Psychiatrie selten vor. Eher mach ich mir mehr Sorgen in der Heilkunde im Bereich Heilpraktiker.

x 1 #15

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