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Partner mit Depressionen - wer kennt das?

Hobby

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24.03.2017 23:42 • #1


jasmine

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ohh jaa so einen habe ich kürzlich kennengelernt. Das Schlimme, ich bin total verliebt und das obwohl er nur selten Gefühle zeigen kann. Weiss echt nicht wie es weiter gehn kann.

01.06.2017 01:37 • #2


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wahnfritz

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Partner eines/einer Depressiven zu sein, ist extrem schwierig, weil man seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kaum entfalten kann. Der "schwarze Hund" der Depression ist sehr fordernd. Außerdem muss man sich unbedingt abschminken, dem depressiven Partner helfen zu können. Das kann nur jemand neutrales, der außerhalb des Systems steht. Aber die Hilflosigkeit belastet eben auch sehr. Und die Unsicherheit dem Partner gegenüber, der einerseits Vertrauen und Nähe braucht, sie aber zugleich meist nicht zulassen kann. Im Loch kann man keine Gefühle empfinden und auch nicht zeigen. Das kann sehr entmutigend sein. Deshalb hat man als Partner eines/einer Depressiven oft das Gefühl, zurückgewiesen zu werden. Außerdem macht die dauernde Nähe zu jemandem, der unausgesetzt lustlos, antriebsarm, regressiv, schlecht gelaunt erscheint und gelegentlich auch aggressiv ist, mürbe - und auch wütend. Man hat manchmal den Impuls, den Partner schütteln zu müssen. Das sind die Situationen, wo aus Hilflosigkeit dann gelegentlich der Satz fällt: "Jetzt reiß dich doch mal zusammen!!" - Das Schlimmste, was man einem Depressiven sagen kann! Weil der ja auch unter diesem Zustand leidet. Depression ist aber nun mal - leider! - nicht bloß eine Willensschwäche. Etwa so als würde man einem Alk. sagen: "Jetzt hör doch mal auf zu saufen!" - Es ist schwierig, das wechselseitige Bedürfnis nach Nähe und Distanz rauszufinden und zu halten. Man muss sich auch - wie beim Alk. - vor Ko-Abhängigkeit hüten, d.h. Mitleid und Sanftmut und zu viel Empathie kann die Depression verstärken. Dem Depressiven hilft es aber am meisten, wenn der Partner zwar liebevoll, aber auch bestimmt ist und sich abgrenzt und sich nicht mit in den Brunnen der Depression hinabziehen lässt.

Es gibt Selbsthilfegruppen für die Angehörigen von Depressiven und neben der individuellen Therapie ist eine Paartherapie oder -beratung unbedingt sinnvoll.

03.06.2017 11:01 • x 2 #3


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Eloise

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Danke wahnfritz! Kann ich so nur bestätigen. Mir geht es selbst um einiges besser, seit wir getrennt leben. Ich komme so langsam wieder zu mir.

03.06.2017 11:09 • #4


Hobby

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Vielen lieben Dank für diese Worte wahnfitz. Mein Partner trinkt zusätzlich zu viel Alk., was bei uns auch immer wieder zu Diskussionen führt er dann sehr verletzende Worte sagt.
Ich bin heute soweit, dass ich mich immer mehr zurückziehe. Er ist nicht brereit etwas zu ändern, obwohl er auch oft sagt, er wisse, ergendwann werde ich gehen.
Das alles zerfrisst mich fast im Moment.

04.06.2017 08:20 • #5


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wahnfritz

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@hobby: Das kann ich mir vorstellen, allerdings nützen Diskussionen gar nichts - im Gegenteil. Sie zermürben nur. Du musst für dich rausfinden, was zu ertragen du bereit und in der Lage bist. Viele Beziehungen zerbrechen unter diesen Belastungen. Ändern wird sich erst dann etwas, wenn dein Mann Krankheitseinsicht zeigt und bereit ist, sich helfen zu lassen. Und zwar professionell. Alles andere bringt nichts, vor allem keine Lippenbekenntnisse. Wenn er keine Anstalten macht, an der Situation etwas zu ändern (was zugegebener Maßen in seiner Situation nicht leicht ist) und wenn die Krankheit stärker ist als die Liebe zu dir, dann solltest du gehen, wenn auch vielleicht auf Zeit, schon um dich selbst zu schützen. Auch ihm wird es nur helfen, wenn du dich konsequent abgrenzt, allerdings nicht durch Lamentieren und Vorhaltungen. Das macht es nur noch schlimmer.

Alle guten Wünsche!

05.06.2017 15:23 • #6


Hobby

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Vielen lieben Dank, wahnfritz.
Wie wahr deine Worte doch sind! Ich weiss das nur zu gut, seine Krankheit, und der Alk. ist stärker als alles andere! Das verletzt sehr. Ich werde den Absprung schaffen, wann weiss ich nicht! Ich muss auföhren zu verstehen, sondern mir selber lieb werden was ich mir Wert bin.

05.06.2017 16:04 • x 1 #7


harmoony

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08.07.2017 12:07 • #8


harmoony

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Ach ja, wir wohnen offiziell nicht zusammen. Seit ein paar Jahren geht er hier bei mir aber ein und aus und hat auch einen Haustürschlüssel. Er schläft hier jede Nacht. Wohnt also inoffiziell doch irgendwie bei mir. Aber konkreten Fragen nach zusammen ziehen weicht er aus. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass er "seinen Freiraum" nicht aufgeben wollte. Sich eingeengt fühlte, wenn ich zu sehr gedrängt habe. Inzwischen kommt einfach gar keine Antwort mehr.

08.07.2017 16:48 • #9


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wahnfritz

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Hallo!
Eine Depression kann viele Gesichter haben und sie ist oft nicht leicht zu erkennen. Daher sollte man sich hüten, Ferndiagnosen zu stellen.
Aber - und das sage ich jetzt mit aller gebotenen Vorsicht - es gibt auch Menschen, die sich hinter einer Depression oder sonstigen Krankheiten verstecken, weil sie dann keine Verantwortung für sich und andere übernehmen müssen, weil sie ja krank sind und nichts dafür können...
Ich will deinen Partner wirklich nichts unterstellen, aber für mich klingt das nicht wirklich nach einer Depression. Vielmehr klingt das danach, als würde da einer einfach nicht erwachsen werden und Verantwortung übernehmen wollen. Aber ich kann mich natürlich auch irren...
Was eure Beziehung angeht, so fällt mir dein Nickname auf, der ja vermutlich nicht zufällig ist. Jeder wünscht sich natürlich Harmonie. Aber die gibt es nun mal eben nicht immer. Sondern manchmal eben auch Reibungen und Konflikte. In einer guten Beziehung kann man damit produktiv umgehen. Meistens klappt das aber leider nicht.
Du bist ja nicht seine Ärztin, Therapeutin oder Krankenschwester oder Mutti. Du solltest deine Wünsche und Bedürfnisse, wie auch deine Grenzen klar formulieren ihm gegenüber. Das möglichst, indem du bei dir bleibst, also von dir redest und Vorwürfe und Du-Botschaften vermeidest. Und Du darfst und musst dich natürlich auch abgrenzen. Das ist alles andere als ein Mangel an Empathie, denn nur wer bei sich ist und für sich sorgt kann lieben und geliebt werden und vermeidet, in dem Problem-Strudel des anderen rein gezogen zu werden.
Alle guten Wünsche.

09.07.2017 08:30 • #10


Karsten

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Moin moin in die Runde

was soll ich hier schreiben ?
Meine Frau macht sich riesige sorgen, da ich wohl an starken Depression leide ( leide ich? ich weis es nicht , für mich ist diese leere sowie die Hoffnungslosigkeit normal )

jedoch versuche ich mir jetzt Hilfe zu suchen , weis aber nicht recht wie ich das anfangen soll.
Hausarzt,ja ok, aber ich weis gar nicht recht was ich dem sagen soll, ich habe eh Probleme mit menschen Auge in Auge zu kommunizieren .
Dabei fühle ich mich noch schlechter habe angst was falsches zu sagen oder noch schwächer zu wirken als ich eh schon bin.
Am liebsten hätte ich einfach Tabletten und gut ist, jedoch denke ich das es wohl nicht so leicht seien wird .

Wie und wo bekomme ich Hilfe, was ist der erste schritt ?

Danke

08.10.2017 19:06 • x 1 #11


Mercedes01

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Zitat von Karsten:
Moin moin in die Runde

was soll ich hier schreiben ?
Meine Frau macht sich riesige sorgen, da ich wohl an starken Depression leide ( leide ich? ich weis es nicht , für mich ist diese leere sowie die Hoffnungslosigkeit normal )

jedoch versuche ich mir jetzt Hilfe zu suchen , weis aber nicht recht wie ich das anfangen soll.
Hausarzt,ja ok, aber ich weis gar nicht recht was ich dem sagen soll, ich habe eh Probleme mit menschen Auge in Auge zu kommunizieren .
Dabei fühle ich mich noch schlechter habe angst was falsches zu sagen oder noch schwächer zu wirken als ich eh schon bin.
Am liebsten hätte ich einfach Tabletten und gut ist, jedoch denke ich das es wohl nicht so leicht seien wird .

Wie und wo bekomme ich Hilfe, was ist der erste schritt ?

Danke



Hallo Karsten,

du solltest, wenn du wirklich etwas ändern möchtest einen Psychologen aufsuchen und einfach erzählen wie es dir geht und was du empfindest. Der Arzt wird dir dabei helfen die richtigen Worte zu finden und hilft dir auf deinem Weg. Du solltest es um deinet Willen machen und auch für Angehörige. ich bin eine Frau mit einem depressiven Mann, ich weiß manchmal nicht mehr wo ich die Kraft hernehmen soll. Es ist wichtig, denn es gibt Möglichkeiten Hilfe zu bekommen. Deine Frau und Familie wird es dir danken.

LG
Mercedes01

25.10.2017 12:44 • #12


Saja

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02.02.2019 11:03 • x 1 #13


rik4

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Hallo Saja,

willkommen im Forum. Dass deine/eure Situation belastend ist, kann ich nachvollziehen. Du merkst, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann, weder für dich, die Kinder noch für deinen Mann. Ständig funktionieren zu müssen, ist eine große Belastung, sei es in der Familie oder im Job. Gibt es Auslöser für seine Depression? Also ist es die Arbeit, die sie ausgelöst hat oder etwas anderes, das sich folglich auch auf die Jobsituation auswirkt?
Warum hat dein Mann die Therapie abgebrochen und welche Medikamente bekommt er vom Hausarzt und warum setzt er diese selbst wieder ab?
Dort, wo die Fragen liegen, liegt auch eine Antwort. Er sollte eine Therapie machen und sie nicht abbrechen und die medikamentöse Begleitung nicht nach so kurzer Zeit eigenmächtig absetzen. Hier gibt es also noch Möglichkeiten. Was du tun kannst: versuche ihn so anzunehmen wie er ist. Er ist wahrscheinlich oft in einer anderen Gefühlslage als du, was zu Missverständnissen führen kann. Halte zu ihm, auch wenn es schwer fällt. Knüpfe dies aber auch an die Forderung, sich externe Hilfe zu holen und die auch mal durchzuziehen. Du kannst ihm nicht in allen Belangen alleine helfen.

Grüße

03.02.2019 07:52 • x 1 #14


Osten_291p

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17.02.2019 08:53 • #15


GhostHDGaming

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Hallo, Osten_291p.

Ich selbst leide auch unter Depressionen,
Mit meiner Freundin bin ich schon über 6 Jahre zusammen, zwischenzeitlich waren wir einen Monat nicht mehr zusammen.

Meine Freundin würde ich nie mehr her geben wollen aber sie interessiert sich für meine Probleme nicht,
Es ist egal ob ich krank bin am besten sollte ich immer in die Arbeit gehen, es ist ihr egal ob ich psychische Probleme habe solange ich nicht Suizid begehe, es kränkt mich sehr zu wissen, dass es ihr egal ist und dass ich nicht mit ihr reden kann, da sie das alles als lustig empfindet,
Ich zocke sehr gerne Videospiele, es ist eine ganz andere Welt als die reale, darin geht es mir echt gut. Die Leute verstehen dich und du hast darin keine Probleme.
Du gehst den richtigen Weg meiner Meinung, Zeig ihr dass du Verständnis hast für sie, und sag ihr dass du immer für sie da bist und sie dich jederzeit anrufen kann,
Dass du einschläfst nimmt man nicht böse aber es verletzt innerlich trotzdem, Verständnis ist meiner Meinung nach da aber es fällt schwer da du derjenige bist mit dem sie zusammen ist, dennoch will sie dass du noch mehr für sie da bist. Wenn du alles perfekt willst, nimm dir am besten Urlaub und sei für sie da.
Fang eventuell an mit ihr Videospiele zu spielen und ihr zu zeigen dass man auch zusammen darin Spaß haben kann und du dich für ihre momentanen Hobbys interessierst.

Vielleicht, sagst du ihr auch einfach mal:
Du verstehst sie und du lässt ihr den Raum den sie braucht aber wenn sie dich braucht, kann sie dich jederzeit anrufen und du kommst vorbei.

Es kommt ganz darauf an was du willst.
Ich hoffe sehr dass es dir irgendwie hilft, jeder reagiert leider anders mit Depressionen und jedem geht es anders.

17.02.2019 13:47 • x 1 #16


Osten_291p

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Vielen Herzlichen Dank GhostHDGaming.
Das hat mir heute sehr geholfen.
Ich werde für sie jetzt auch einen Termin beim Psychologen besorgen.

17.02.2019 22:49 • #17


Zwischenwelt

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Zitat von Osten_291p:
Ich werde für sie jetzt auch einen Termin beim Psychologen besorgen.


Herzlich Willkommen Osten_291p

Ich aus betroffener Seite kann dir hierzu sagen, bitte binde deine Partnerin in deinen Vorhaben mit ein.
Im Verborgenen für einen Menschen Entscheidungen zu treffen, bedeutet meist noch mehr Rückzug.
Sicher immer schwierig für beide die goldene Mitte zu finden, gerade eine depressive Seele.
Spreche hier aus eigener Erfahrung. Ich reagierte sofort mit erhöhten Rückzug. Aber auch wiederum
alles abhängig von Charaktereigenschaften und anerzogene Verhaltensmuster, will sagen. einige brauchen
Menschen, die Entscheidungen für sie treffen, andere beharren auf ihre alleinige Entscheidungsfreiheit.

Auch dir gebührt höchster Respekt, eine Begleitung durch diese Finsternis.
Die Liebe. eine große Energiequelle, niemals zu unterschätzen

18.02.2019 14:32 • x 2 #18


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Axel61

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Für jemand Anders einen Termin beim Psychologen zu machen ist keine gute Idee. Ich glaube aber auch nicht, dass Dir ein Psychologe überhaupt einen geben wird.

Was mich interessieren würde: Ist Depression der Grund für die Krankmeldung?

18.02.2019 14:52 • x 1 #19


Osten_291p

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Ja unter anderem Auch.
Sie erlitt vor 6 Jahren eine Schwere Beckenbodenthrombose, die sag ich mal 5 vor 12 Operiert werden musste. Sie muss deswegen bis heute noch Marcumar einnehmen.


Dadurch durfte sie Ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin nicht zu Ende führen.
Ihre Eltern litten auch an Depressionen wodurch sie von da auch kaum Halt hatte.
Schlimmer noch.
Sie wurde Quasi vor die Tür gesetzt da sie auch nichts anderes mehr gemacht hat ausser zu zocken.
Das Verhältnis zu Ihren Eltern ist jetzt wohl schon sehr gut.
Und ich selbst bin auch Herzlich Willkommen da wenn es darum geht mir Rat zu holen.

@axel61: Mir hat unser Hausarzt empholen dies zu tun.

@zwischenwelt: Hab ihr gesagt das ich solche Unternehmungen nur mit ihrem Einverständnis im Hintergrund für sie Erledige und sie auch informiere.

Vielen Dank für euer Feedback.

18.02.2019 17:42 • x 1 #20


Osten_291p

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Hab mich nochmal weiter erkundigt in meinem Bekanntenkreis.
Das sagen mir ganz viele ich soll einfach zu ihr fahren und sie Umarmen.
Was meint ihr ist das eine richtige angehensweise oder kann das noch verschlimmern?
Lieben Gruß.

19.02.2019 01:08 • #21


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Alexandra2

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Lieber Osten,
Ich lese schon eine Weile mit. Zwei Aspekte sind mir wichtig:
Beachte DEINE Bedürfnisse - sie sind gleichwertig. Die Depression bekommt einen zu hohen Stellenwert. Und ich bin nicht der Meinung, daß Du nicht hättest einschlafen dürfen, als Deine Freundin schockiert war vom Tod der Patentante. Schließlich ist das ein Zeichen massiver Erschöpfung. Und, sorry, ich erwarte auch Verständnis dafür vom Partner. Wenn nicht sofort, dann später. Beide Gefühle, Trauer und Erschöpfung sind gleichwertig, gleich wichtig.
Zweiter Aspekt: Ich würde mich bevormundet fühlen und nicht als vollwertige Frau, wenn alle mich wie ein rohes Ei behandelten. Die Folge ist wachsende Unselbständigkeit. Eine Depression ist eine Krankheit, die den Partner nicht zum Sündenbock abstempeln darf. Deshalb brauchen Beide ihr Eigenleben und der Depressive muss an sich arbeiten. Das ist unbequem, kostet Kraft, ist aber enorm wichtig, selbst einen Weg zu finden.
Zur Umarmung: sage ihr, daß Du sie umarmen möchtest und warte ab, wie sie reagiert.
Liebe Grüße
Alexandra2
P.S. habe selbst z.Zt. eine mittelschwere Depression

20.02.2019 14:02 • x 2 #22


Osten_291p

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Liebe Alexandra.
Danke für die aufmunternden Worte.

Ja heute war es soweit.
Ich habe mich selbst erstmal Krankschreiben lassen beim Arzt.
Um auch auf mich aufpassen zu können.

Generell will ich aber auch die genesung meiner Freundin erreichen.

Heute haben wir geredet.
Seit dem Tod Ihrer Tante fiel sie (zwar langsam aber sicher) in das jetzige Loch.
Wir sind beide dieser Meinung gewesen.
Leider habe sie es viel zu spät erkannt und hätte schon längst reagieren müssen.

Jetzt ist sie schon soweit das sie in unserer Beziehung keinen Sinn gerade mehr sieht.
Das tut richtig weh.
Sie meint auf eine freundschaftliche Art.
Aber sie fühlt einfach gerade nichts und will mir auch nichts Vorspielen.
Lässt aber auch allgemein keine Gefühle zu.

Morgen geht's erstmal zum Arzt.
Und dann zu einer Beratungsstelle hier vor Ort.

LG

21.02.2019 01:47 • x 1 #23


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Alexandra2

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Lieber Osten
Es ist gut, daß Du Dich erstmal zurückziehst von der Arbeit.
Daß Du die Genesung Deiner Freundin erreichen möchtest, ehrt Dich zwar, ist aber leider unrealistisch. Damit machst Du Dich kaputt und erreichst nichts. Die Depression lässt sich weder mit Willensstärke noch mit Liebe heilen.
Denkprozesse und Gefühle sind blockiert, und das zu verändern kann sehr lange dauern, u.U. auch nur teilweise.
Depressive ziehen sich stark zurück, fühlen anders als sonst und sind emotional kaum erreichbar. Das macht Beziehungsgespräche unnötig. Und ruft Überforderung, Symptomverstärkung und möglicherweise Scham hervor.
Vielleicht entspannt Dich das etwas.
Wichtig finde ich, wirklich gut informiert zu sein und deshalb die Situation neu einzuschätzen. Das ist zwar auch anstrengend, gibt aber Sicherheit.
Ich habe viel Zeit gebraucht, die Symptome richtig zu verstehen, viele Ärzte konnten das auch nicht. Diese Krankheit ist sehr vielfältig.
Und ich habe mich in der schlimmsten Zeit völlig zurück gezogen; konnte weder klar denken noch sprechen. Ich fühlte mich wie ein anderer Mensch. Das hat mich zutiefst erschreckt. Wenn Andere etwas von mir wollten, hat mich das gestresst. Rückzug ist m.E. ein Zeichen dafür, wie hilflos sich jemand fühlt und wie schwer die depressive Krise sein kann.
Du hilfst Dir und Deiner Freundin, indem Du gut für Dich sorgst und für sie sichtbar bleibst- aber nicht zu nah.
Liebe Grüße

21.02.2019 09:24 • x 2 #24


Carmini

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Hat mein Partner Burnout oder bilde ich mir das ein?

Mein Partner arbeitet sehr Jahren in einer leitenden Funktion in der Gastronomie und hat Ende 2017 eine neue Führungsstelle übernommen. Er war voller Tatendrang, gefühlte 24/7 in der Arbeit, die Chefin macht ständig Druck - Umsatzzahlen und Lohnkosten werden verglichen. Wir hatten große Pläne und mein Partner machte mir plötzlich einen Heiratsantrag, wir sahen uns Häuser und Grundstücke an - es konnte ihm quasi nicht schnell genug gehen .

Ich habe gelesen, dass diese Phase voller Motivation auch schon Teil eines Burnout sein kann - man erkennt dies natürlich zu deinem Zeitpunkt nicht . er hatte endlose Energie und war Topmotiviert.

Vor zwei Monaten bekam er plötzlich Schlafstörungen und Rückenschmerzen . es ging ihm einfach nicht gut - ständig tat ihm etwas anderes weh und schlafen konnte er sowieso nicht.

Er wollte wieder zu sich finden und besuchte seine Verwandten in Amerika und kam Ur plötzlich verändert retour. distanziert sich von mir - fährt eine Woche einfach weg, wollte wieder der werden, den ich kenne und liebe, meinte er hätte keine Gefühle und Emotionen mehr.

Ja, Gestern trennte er sich plötzlich von mir. war teilnahmslos, konnte keinen Grund nennen, meinte nur, er hätte keine Gefühle mehr - es wird ihm alles zu viel . wir haben noch nie gestritten, er möchte es immer allen rechtmachen, . Da ich mir nicht vorstellen kann, dass man unsere Pläne und Ziele einfach plötzlich über Bord wirft ohne miteinander zu reden - sollte ihn wirklich etwas an der Beziehung gestört haben . ich konnte mir einfach keinen Reim draus machen . nun, habe ich viel über Burnout gelesen und es erscheint mir die einzige logische Erklärung für dieses Verhalten.

. kann es sein, dass er einfach enttäuscht ist, enttäuscht darüber, dass die Zukunftspläne noch nicht verwirklicht werden konnten .er nur mehr das Gefühl hat, wie eine Maschine zu funktionieren . er sich einfach von allem distanziert vor allem von der Familie, das bin ich, der Mensch, der dich einfach kennt . er sich hilflos, gefangen im eigenen Körper fühlt. es fehlt die Motivation und Leidenschaft, alles erscheint gleichgültig. einfach ein Gefühl von innerer Leere und Versagen macht sich breit . hast Angst vor Konfrontation, Konflikten aus dem Weg gehen, hast das Gefühl von Einsamkeit trotz großer Liebe, die entgegen gestreckt wird .

22.02.2019 11:19 • #25


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Alexandra2

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Liebe Carmini,
Schön daß Du hierher gekommen bist.
Es ist ganz wichtig, die Depression auch als Folge eines Burnout's zu verstehen. Lässt sich chronischer Stress nicht ändern, sind eigene Kapazitäten bald erschöpft. Und wer kann schon aus seiner fleissigen und aufopferungsvollen Haut mir nichts Dir nichts aussteigen? Verhaltensänderung gelingt oft mit Psychotherapie. Ein sehr wirksames Mittel gegen Depression.
In der Depression ist auch typisch, neben vielen anderen Symptomen, daß Gefühle plötzlich verschwunden sein können und man sich dadurch als völlig anderer Mensch empfinden kann. Die Welt kann ganz anders aussehen. Das erschreckt zutiefst und macht es nahezu unmöglich, Entscheidungen zu treffen.
Sehr viele Symptome kommen noch hinzu. https://www.bptk.de/patienten/psychisch.ssion.html

Vielleicht kannst Du mit Deinem Partner besprechen, daß er sich behandeln lässt und Entscheidungen zu einem späteren Zeitpunkt gefällt werden.
Ich glaube, es täte Dir gut, Deine Hilfsbereitschaft zu signalisieren und abzuwarten, was er einfordert.
Außerdem ist wichtig, daß Du Dir selbst Gutes tust um bei Kräften zu bleiben.
Liebe Grüße
Alexandra2

22.02.2019 14:03 • x 2 #26


Jennylein

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04.03.2019 01:12 • x 1 #27


Frederick1

liebes Jennylein,

auch von mir dir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Du ein wenig kann ich dein Problem nachempfinden. Zu meiner Depression stehen, weniger arbeiten war für mich auch immer wieder sehr schwer.

Du brauchst und du suchst Anerkennung, trinkst dann auch mal einen mit, arbeitest mehr als du musst, bis du irgendwann nicht mehr kannst und zusammen brichst. Auf der einen Seite brauchst du das Geld für dein Leben, und auch für deine Anerkennung, dein Selbstvertrauen. Das geht aber oft auf Kosten unserer Gesundheit und unserer Beziehungen.

Oder die Grenzen der Zeit. Wenn dein Mann soviel arbeitet, keine Zeit mehr für sich selbst und eure Beziehung habt.

Als Kinder mussten wir noch nicht so auf die Zeit achten, da konnten wir fast noch grenzenlos leben und spielen.

Heute gibt es ständig Termine. Die Zeit die wir für die Arbeit haben, für unsere Beziehungen, Lesen, Spielen usw. ist begrenzt. Und in Zeiten von smartphone usw, sowieso.

Und auch unser Körper setzt uns Grenzen. Wir werden müde und kommen an unsere Leistungsgrenzen, vor allem auch als Mensch mit Depression, auch wenn wir es immer nicht so wahr haben wollen.

Und wenn ich älter werde merke ich auch, es geht nicht mehr so schnell und stark wie früher.

Aber auch unsere Umwelt, unsere Natur ist begrenzt. Es gibt kein grenzenloses Wachstum. Die Produktion wie auch mein Konsum hat Grenzen. Ich kann nicht beliebig viel essen und trinken.

Doch als Mensch akzeptiere ich nicht gerne meine Grenzen. Oft möchte ich mit Gewalt mehr leisten.

Doch liebes Jennylein, wenn ich meine Grenzen nicht akzeptiere, dann kommt der Tag, wo alles über uns zusammen bricht. Nichts gegen arbeiten oder auch mal über meine Kraft arbeiten, aber es darf nicht von Dauer sein.

Heute sollst du ja cool sein, aber das kannst du nur spielen. Wenn du näher hinschaust ist kein Mensch so cool wie er sich gibt.

Deshalb wünsche ich dir einen ehrlichen Neuanfang mit deinem Partner, wo ihr auch ruhig wieder einmal gemeinsam weinen könnt, doch gute Lösungen für euch beide findet. Frieden ist oft besser wie viel Geld und Wohlstand.


viele liebe Grüße,

Frederick

04.03.2019 19:43 • x 2 #28


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djamila

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Liebe @Alexandra2 Ich habe grade mal auf die Internet Seite geschaut .
Und als erstes sprang mir der Satz ins Auge ( Für die Gesellschaft verursacht das erhebliche Kosten ) Es ist Traurig das sich die Gesellschaft da hin entwickelt hat den Menschen als Kostenfaktor zu sehen . Ich gebe Hilfe wenn die Kosten gedeckt sind . Und das wird von Klein auf eingepflanzt . Manchmal Frage ich mich da wie man da Gesund Bleiben soll . Man hält sich so Gesund das man Arbeiten Kann um nur ja kein Kostenfaktor zu sein . Ich fühle mich heute noch als Kostenfaktor der Gesellschaft. Aber sollte das Leben in der Gesellschafft nicht aus geben und nehmen bestehen . Ein Kleiner teil der Gesellschaft Hortet das Geld und bestimmt das wir ein Kostenfaktor sind . So können wir ja gar nicht auseinander halten was kann ich von Herzen geben , wann brauch ich eine Pause alles verschwimmt . Können so wirklich Psychische Krankheiten früh erkannt werden . Für mich hat sich daraus ergeben Ich will keine Belastung sein , weder für die Gesellschaft und das beinhaltet für mich Grundfamilie , Arbeit , Freunde . Deshalb ist es immer ein Kraftakt um Hilfe zu Bitten . Ob beim Amt , Beim Arzt , beim Partner , bei Freunden , .
Ich Freue mich für jeden einzelnen Menschen von Herzen der das schafft . Achtsam mit sich und seinen Mitmenschen Umzugehen . Und auch eine Gesunde Partnerschaft führen zu Können wo man sich Geborgen fühlt sich halt geben kann in Guten wie in Schlechten Zeiten .
Liebe Grüße Djamila

28.07.2019 12:28 • x 3 #29


KatieA

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02.08.2019 03:40 • x 1 #30

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