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Partner mit Depressionen - wer kennt das?

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Resi

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Hallo Katie und willkommen hier!
Zitat von KatieA:

Ich weiß die Frage mag dumm erscheinen aber, liegt es an der Kombi mit Alk., dass er plötzlich ein völlig anderer Mensch ist und bewusst verletzt will?

Bitte keine Analysen darüber warum ich überhaupt mit ihm zusammen bin. Ich möchte nur wissen ob das von der Kombi mit dem Alk. kommen kann.
.

Ginge es dir damit besser, wenn du das weißt?
Was ändert das?

Dein Freund hat in meinen Augen ein massives Problem, wenn er seine Medis mit Alk kombiniert, obwohl er weiß, welche Auswirkungen das hat.
Und ich kann nicht verstehen, wie du ein kleines, schutzbedürftiges Kind, wider besseren Wissens, einer so unguten, unsicheren Umgebung aussetzen kannst.
Du bist erwachsen und triffst deine eigenen Entscheidungen- das kann dein Kind nicht.

Hat dein Freund mit dem behandelnden Arzt gesprochen, der ihm die Medis verschreibt?
Der könnte definitiv was dazu sagen, das können wir hier nicht.

02.08.2019 07:27 • x 1 #31


KatieA

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Ich kann verstehen was du mir sagen willst. Die Sache ist die, dass das alles so plötzlich kam. Es gab vorher nie derartige, gravierende Probleme. Deshalb war es auch nie Thema. Er ging immer total liebevoll mit meinem Sohn um. Kümmerte sich um ihn, als wäre es sein Kind. Und plötzlich von heut auf morgen wurde der Schalter umgelegt.

Ich setzte mein Kind um mich dem Ganzen ohnehin nicht weiter aus. Nur, da das alles so schnell ging. Habe ich nicht die Möglichkeit heute meine Koffer zu packen und auszuziehen. Allerdings habe ich Freunde die mir helfen wollen.

Ich will einfach nur verstehen, was passiert ist. Er war immer liebevoll, wir haben zusammengehalten und wir waren Menschen die den Stress und Frust den sie hatten, nicht aneinander ausgelassen haben.

Aber plötzlich ist alles Anders.
Ob er mit seinem Arzt gesprochen hat, weiß ich nicht. Er verschließt sich vor mir. Weshalb ich das auch nicht mehr tragen möchte. Und ja, ich brauch wohl gerade einfach jemanden. Eine Welt bricht für mich zusammen

02.08.2019 07:56 • x 2 #32


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Edell

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Hallo.

Ich glaube, dass er im Grunde diese Tabletten nicht verträgt; schon Psychomedikamente allein können die Persönlichkeit verändern - und zwar nicht nur zum Guten hin - indem die Gefühle verflachen lassen und die Reaktionsweise verändern, und wenn er wider besseres Wissen gleichzeitig Alk. trinkt, ist das fatal.

Da er so unberechenbar geworden ist, kann ich Deinen Entschluss, auszuziehen, gut verstehen, schon um des Kindes willen. Helfen muss er sich vor allem selbst - am besten, indem er sich professionelle Hilfe sucht und eventuell das Medikament wechselt.

Die Erkenntnis muss aber aus ihm selbst heraus kommen, und dazu muss manchmal leider erst alles noch schlimmer werden.

Alles Gute.

02.08.2019 12:39 • x 1 #33


KatieA

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Ich weiß das alles. Was mich einfach am meisten trifft. Ist, dass er wirklich richtig gemein zu mir ist. Ich habe ihm nichts getan und all die Gründe die er aufzählt, welche seiner Meinung nach so schrecklich von mir sind, sind völlig banale Sachen.

Er schreckt nicht davor zurück wirklich mich auf unterstem Niveau zu beleidigen, zu treffen und zu kränken.

Er ist mittlerweile auch schon so weit, dass er mich fragt, wann ich vor habe mir eine Wohnung zu suchen. Wir sind grad mal eine Woche in der neuen Wohnung. Wir haben ein Gemeinschaftskonto eröffnet. Und ich weiß ganz genau, dass er sich die Wohnung finanziell gesehen alleine niemals leisten kann. Klar ist das nicht mein Problem.

Es war für mich ein extrem großer Schritt gewesen, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Das wusste er ganz genau. Er kennt meine Ängste und meine Schwächen und genau die verwendetet er plötzlich gegen mich. Nur ist es mittlerweile so, dass ich auch abgestumpft bin. Er hat mich innerhalb kürzester Zeit so oft und so tiefsitzend verletzt, dass da glaube ich bei mir nichts mehr übrig ist.

02.08.2019 13:06 • x 1 #34


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Edell

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Auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass Du das auch schon weißt:

Ganz egal, wie mistig sich jemand verhält, haben wir nun mal keinen Einfluss darauf. Wie wir uns auch das Hirn zermartern: Der andere hat seine Gründe für seinen Umgang mit den Dingen, die wir - vor allem, wenn wir gefühlsmäßig sehr beteiligt sind - nicht so recht erkennen können.

Das ist also seine Sache, und Deine kann nur sein, wie Du damit umgehst bzw. wieviel Du Dir daraus machst. Vielleicht hilft es etwas, sein Verhalten als sein Problem anzusehen und Dich auch davon möglichst weit zu distanzieren, also damit es nicht so schrecklich kränkend ist. Das unentwegte darüber Nachgrübeln bringt einen meist nicht weiter.

Der räumliche Abstand wird dazu beitragen, mehr Distanz zu ihm und seinen Handlungen zu finden,

02.08.2019 13:38 • x 1 #35


KatieA

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Danke für deine aufmunternden Worte. Er weiß genau, dass das schlimmste für mich ist, ihn zu verlieren. Aber darauf zielt er anscheinend ab.

Die Beweggründe könnte ich wohl endlos diskutieren. Ich bin jetzt mit dem Kleinen bei einer Freundin. Ich schätze mal, wenn wir dann später heim kommen, wird er meine Sachen schon vor die Tür gestellt haben.

Na ja, abwarten und Tee trinken.

02.08.2019 14:01 • x 1 #36


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ZeroOne

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Hi @KatieA !

Zitat von KatieA:
Bitte keine Analysen darüber warum ich überhaupt mit ihm zusammen bin. Ich möchte nur wissen ob das von der Kombi mit dem Alk. kommen kann.


Das kann vom Alk kommen. Auch hast du geschrieben, dass er raucht - auch das kann Wechselwirkungen mit den Psychopharmaka haben. Zudem sind es beides Angewohnheiten, die auf ein gewisses Suchtpotenzial und einen labilen Charakter hindeuten.

Aber darin würde ich persönlich nicht schnell und pauschal die Wurzel allen Übels festmachen. Du hattest beschrieben, dass die Problematik mit dem Alk konkret in 2 Situationen auftrat. Wenn ich es richtig verstehe, behandelt er dich aber (seit dem Umzug) dauerhaft schlecht und ist gefühllos und nicht nur nach entsprechendem Alk-Konsum. Oder trinkt er seither auch dauerhaft?

Wenn er psychisch sowieso schon angeschlagen war, dann ist ihm jetzt alles vielleicht zu viel geworden und er packt es nicht mehr? Wohnung, Kind, etc.? Vielleicht ist er auch enttäuscht, weil er sich alles anders vorgestellt hatte? Vielleicht kann - oder will - er sich das alles auch nicht eingestehen? Oder er versucht (ggf. auch unbewusst), über seine Gemeinheiten eine Trennung herbeizuführen, um aus der Situation herauszukommen, weil er sich nicht traut, es direkt anzusprechen?

Man kann viel orakeln - erfahren kann man es letztlich nur von ihm (und er weiß es selbst vielleicht nicht mal genau). Und wenn er mit dir nicht sprechen will oder kann, dann sollte er es mit einem guten Freund, seiner eigenen Familie, einem Facharzt oder Therapeuten tun, wenn ihm etwas an der Beziehung liegt. Aber auch das weiß man ja nicht.

Aber wahrscheinlich ist es zu kurz gesprungen, die Ursache alleine in der Kombi Alk-Medikamente zu sehen.

LG
ZeroOne

02.08.2019 14:22 • x 2 #37


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maya60

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Hallo KatieA, das ist schon eine harte Situation für dich im Moment und ich bin für dich und dein Kind so froh, dass du schnell und konsequent reagiert hast und die gemeinsame Wohnung verlassen hast! Auch wenn das noch so widersinnig alles scheint im Moment, wo ihr doch gerade eine gemeinsame Wohnung mit allem Umzugsstress bezogen habt und wo die Aggressionsanfälle deines Freundes noch nie soweit dir gegenüber gingen wie jetzt auf einmal. Trotzdem ist deine Reaktion richtig!

Und wie hier andere auch schon schreiben, ist es reines Orakeln, den Grund für die Verhaltensveränderungen deines Partners zu wissen:

- Alk. macht manche aggressiv

- Es kann auch das Medikament sein?

- Es kann auch die Kombi von Alk., Rauchen und dem Medikament sein?

- Es kann auch ein mehr und mehr durchbrechendes Krankheitssymptom derselben oder einer anderen Erkrankung sein.

Emotionslosigkeit und an der Partnerschaft zu zweifeln tritt leider häufig bei Depressionen auf und du kannst hier im Forum leider eine Menge dieser Erfahrungen finden, was aber nur eine Phase ist und durchgestanden werden kann.

Aggressionen allerdings sind eine andere Sache. Sie deuten in Richtung Kontrollverlust, wenn dein Partner am Anfang selber darüber schockiert war und jetzt alle bisherigen Tabus und Grenzen dir gegenüber verletzend überschreitet.
Das klingt gefährlich!
Auch, dass er überhaupt Alk. weiter regelmäßig trinkt, obwohl es eindeutig falsch ist, verweist auf einen Kontrollverlust im Bereich des Trinkens.

Viel Kraft und schreibe hier weiter, das tut dir gut und wir kennen hier alle Lebenschaos!

Liebe Grüße! maya

02.08.2019 14:47 • #38


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JennyJ

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21.12.2019 14:28 • #39


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Liebe Jenny,

meiner Erfahrung nach gibt es nur einen Weg, wie ihr das schaffen könnt: Kommunikation.
Redet miteinander. Es funktioniert nur, wenn ihr ganz klar kommuniziert, was in euch vorgeht, was es auslöst. Es gilt Du-Botschaften ("immer machst du dieses") zu vermeiden und es in Ich-Botschaften auszurücken ("Ich fühle mich in dem Moment soundso"). Mach dir klar, dass dein Freund dein Freund ist und die Depression die Depression.
Dein Freund ist nicht seine Krankheit und er kann nichts dafür, sie zu haben oder was sie mit ihm macht. ABER er kann steuern, wie er damit umgeht. Dich zB beschimpfen geht gar nicht und ist nicht durch die Depression entschuldbar. Dass er aber manchmal nicht die Nähe zulassen/geben kann, die du dir wünscht, ist "normal".

Es ist eine sehr schwierige Situation und ich möchte dir ans Herz legen, dich nicht selbst für ihn aufzugeben. Das nennt man dann Abhängigkeit und es hat mit einer Beziehung nichts mehr zu tun.

Und zum Schluss: Zum Helfen gehören immer Zwei. Einer, der hilft und einer, der sich helfen lässt.

LG
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21.12.2019 19:24 • x 1 #40


Anniieh

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10.04.2020 12:43 • #41


traumaland

Das mit dem Schlafen kenn ich. Mein Rhythmus ist so durchgedreht, dass ich im Wechsel immer mal am Tag schlafe und dann wieder ne Phase nachts.
Ändern kann ich's nicht. Keine Chance.

Das mit dem Runtermachen geht gar nicht. Es mag sein, dass es Spaß ist, aber sobald klar ist, dass es dir nicht gefällt, ist der Ofen aus. Das muss man respektieren.

11.04.2020 17:36 • #42


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Leon33

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Hallo Anniieh!

Eins vorab, Weinen ist völlig in Ordnung, das ist nicht verboten. Es ist völlig normal und Du darfst das auch.

So wie Du allerdings deinen Freund beschreibst könnte das auch auf mich zutreffen. Zumindest vor 2 Jahren...

Deswegen einige Ratschläge von mir für Dich: Auch wenn es für Außenstehende nur sehr schwer nachzuvollziehen ist und man innerlich schon brodeln kann warum dies und das nicht gleich gemacht wird, möchte ich an dich appellieren trotzdem weiterhin einfühlsam und verständnisvoll zu reagieren. Was im Innern eines Menschen mit einer solchen Erkrankung vor sich geht, ist sehr komplex und die Psyche des Menschen ist bekanntlicherweise noch nicht komplett erforscht.

Meiner Meinung nach solltest Du deswegen Deinen Freund auf jeden Fall nicht unter Druck setzen, denn das könnte seine innere Anspannung in seiner empfindlichen Lage noch erhöhen. Gebe ihm genug Zeit Dinge oder auch Aufgaben zu erledigen, auch wenn es schwer fällt das so zu akzeptieren.

Dennoch finde ich es wichtig, auch im Hinblick auf seine aktuelle Lage, das ein Konzept zur Alltagsbewältigung am Besten in Kombination mit Dir erarbeitet wird, und sei es nur das Grundlegende. Vielleicht den Psychotherapeuten in der nächsten Sitzung mal drauf ansprechen, das wäre mein Vorschlag.

Denn das finde ich sehr wichtig. Jeder Mensch sollte die Chance bekommen in den Alltag zurückkehren zu können. Schritt für Schritt könnte man sich dann mit einem Konzept das mit dem Therapeuten erarbeitet wurde, zurückkämpfen. Man könnte hierbei auch nach dem Schema vorgehen, dass z. B. für jedes erreichtes Alltagsziel man sich belohnt.

Sprech deinen Freund doch mal darauf an, ob er das mit seinem Psychotherapeuten mal versuchen würde. Wichtig hierbei ist auch: Nicht zwingen

Ich bin zuversichtlich dass Du deinen Freund helfen kannst, man muss nur eine Lösung finden, auch wenn es nicht einfach ist. Aber wer nach einer Lösung sucht, der wird sie auch bekommen

Freundliche Grüße

Leon33

11.04.2020 20:06 • x 1 #43

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