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Partner mit Depressionen - wer kennt das?

Axel61
Für jemand Anders einen Termin beim Psychologen zu machen ist keine gute Idee. Ich glaube aber auch nicht, dass Dir ein Psychologe überhaupt einen geben wird.

Was mich interessieren würde: Ist Depression der Grund für die Krankmeldung?

18.02.2019 13:52 • x 1 #16


Ja unter anderem Auch.
Sie erlitt vor 6 Jahren eine Schwere Beckenbodenthrombose, die sag ich mal 5 vor 12 Operiert werden musste. Sie muss deswegen bis heute noch Marcumar einnehmen.


Dadurch durfte sie Ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin nicht zu Ende führen.
Ihre Eltern litten auch an Depressionen wodurch sie von da auch kaum Halt hatte.
Schlimmer noch.
Sie wurde Quasi vor die Tür gesetzt da sie auch nichts anderes mehr gemacht hat ausser zu zocken.
Das Verhältnis zu Ihren Eltern ist jetzt wohl schon sehr gut.
Und ich selbst bin auch Herzlich Willkommen da wenn es darum geht mir Rat zu holen.

@axel61: Mir hat unser Hausarzt empholen dies zu tun.

@zwischenwelt: Hab ihr gesagt das ich solche Unternehmungen nur mit ihrem Einverständnis im Hintergrund für sie Erledige und sie auch informiere.

Vielen Dank für euer Feedback.

18.02.2019 16:42 • x 1 #17


Hab mich nochmal weiter erkundigt in meinem Bekanntenkreis.
Das sagen mir ganz viele ich soll einfach zu ihr fahren und sie Umarmen.
Was meint ihr ist das eine richtige angehensweise oder kann das noch verschlimmern?
Lieben Gruß.

19.02.2019 00:08 • #18


Alexandra2
Lieber Osten,
Ich lese schon eine Weile mit. Zwei Aspekte sind mir wichtig:
Beachte DEINE Bedürfnisse - sie sind gleichwertig. Die Depression bekommt einen zu hohen Stellenwert. Und ich bin nicht der Meinung, daß Du nicht hättest einschlafen dürfen, als Deine Freundin schockiert war vom Tod der Patentante. Schließlich ist das ein Zeichen massiver Erschöpfung. Und, sorry, ich erwarte auch Verständnis dafür vom Partner. Wenn nicht sofort, dann später. Beide Gefühle, Trauer und Erschöpfung sind gleichwertig, gleich wichtig.
Zweiter Aspekt: Ich würde mich bevormundet fühlen und nicht als vollwertige Frau, wenn alle mich wie ein rohes Ei behandelten. Die Folge ist wachsende Unselbständigkeit. Eine Depression ist eine Krankheit, die den Partner nicht zum Sündenbock abstempeln darf. Deshalb brauchen Beide ihr Eigenleben und der Depressive muss an sich arbeiten. Das ist unbequem, kostet Kraft, ist aber enorm wichtig, selbst einen Weg zu finden.
Zur Umarmung: sage ihr, daß Du sie umarmen möchtest und warte ab, wie sie reagiert.
Liebe Grüße
Alexandra2
P.S. habe selbst z.Zt. eine mittelschwere Depression

20.02.2019 13:02 • x 2 #19


Liebe Alexandra.
Danke für die aufmunternden Worte.

Ja heute war es soweit.
Ich habe mich selbst erstmal Krankschreiben lassen beim Arzt.
Um auch auf mich aufpassen zu können.

Generell will ich aber auch die genesung meiner Freundin erreichen.

Heute haben wir geredet.
Seit dem Tod Ihrer Tante fiel sie (zwar langsam aber sicher) in das jetzige Loch.
Wir sind beide dieser Meinung gewesen.
Leider habe sie es viel zu spät erkannt und hätte schon längst reagieren müssen.

Jetzt ist sie schon soweit das sie in unserer Beziehung keinen Sinn gerade mehr sieht.
Das tut richtig weh.
Sie meint auf eine freundschaftliche Art.
Aber sie fühlt einfach gerade nichts und will mir auch nichts Vorspielen.
Lässt aber auch allgemein keine Gefühle zu.

Morgen geht's erstmal zum Arzt.
Und dann zu einer Beratungsstelle hier vor Ort.

LG

21.02.2019 00:47 • x 1 #20


Alexandra2
Lieber Osten
Es ist gut, daß Du Dich erstmal zurückziehst von der Arbeit.
Daß Du die Genesung Deiner Freundin erreichen möchtest, ehrt Dich zwar, ist aber leider unrealistisch. Damit machst Du Dich kaputt und erreichst nichts. Die Depression lässt sich weder mit Willensstärke noch mit Liebe heilen.
Denkprozesse und Gefühle sind blockiert, und das zu verändern kann sehr lange dauern, u.U. auch nur teilweise.
Depressive ziehen sich stark zurück, fühlen anders als sonst und sind emotional kaum erreichbar. Das macht Beziehungsgespräche unnötig. Und ruft Überforderung, Symptomverstärkung und möglicherweise Scham hervor.
Vielleicht entspannt Dich das etwas.
Wichtig finde ich, wirklich gut informiert zu sein und deshalb die Situation neu einzuschätzen. Das ist zwar auch anstrengend, gibt aber Sicherheit.
Ich habe viel Zeit gebraucht, die Symptome richtig zu verstehen, viele Ärzte konnten das auch nicht. Diese Krankheit ist sehr vielfältig.
Und ich habe mich in der schlimmsten Zeit völlig zurück gezogen; konnte weder klar denken noch sprechen. Ich fühlte mich wie ein anderer Mensch. Das hat mich zutiefst erschreckt. Wenn Andere etwas von mir wollten, hat mich das gestresst. Rückzug ist m.E. ein Zeichen dafür, wie hilflos sich jemand fühlt und wie schwer die depressive Krise sein kann.
Du hilfst Dir und Deiner Freundin, indem Du gut für Dich sorgst und für sie sichtbar bleibst- aber nicht zu nah.
Liebe Grüße

21.02.2019 08:24 • x 2 #21


Hat mein Partner Burnout oder bilde ich mir das ein?

Mein Partner arbeitet sehr Jahren in einer leitenden Funktion in der Gastronomie und hat Ende 2017 eine neue Führungsstelle übernommen. Er war voller Tatendrang, gefühlte 24/7 in der Arbeit, die Chefin macht ständig Druck - Umsatzzahlen und Lohnkosten werden verglichen. Wir hatten große Pläne und mein Partner machte mir plötzlich einen Heiratsantrag, wir sahen uns Häuser und Grundstücke an - es konnte ihm quasi nicht schnell genug gehen .

Ich habe gelesen, dass diese Phase voller Motivation auch schon Teil eines Burnout sein kann - man erkennt dies natürlich zu deinem Zeitpunkt nicht . er hatte endlose Energie und war Topmotiviert.

Vor zwei Monaten bekam er plötzlich Schlafstörungen und Rückenschmerzen . es ging ihm einfach nicht gut - ständig tat ihm etwas anderes weh und schlafen konnte er sowieso nicht.

Er wollte wieder zu sich finden und besuchte seine Verwandten in Amerika und kam Ur plötzlich verändert retour. distanziert sich von mir - fährt eine Woche einfach weg, wollte wieder der werden, den ich kenne und liebe, meinte er hätte keine Gefühle und Emotionen mehr.

Ja, Gestern trennte er sich plötzlich von mir. war teilnahmslos, konnte keinen Grund nennen, meinte nur, er hätte keine Gefühle mehr - es wird ihm alles zu viel . wir haben noch nie gestritten, er möchte es immer allen rechtmachen, . Da ich mir nicht vorstellen kann, dass man unsere Pläne und Ziele einfach plötzlich über Bord wirft ohne miteinander zu reden - sollte ihn wirklich etwas an der Beziehung gestört haben . ich konnte mir einfach keinen Reim draus machen . nun, habe ich viel über Burnout gelesen und es erscheint mir die einzige logische Erklärung für dieses Verhalten.

. kann es sein, dass er einfach enttäuscht ist, enttäuscht darüber, dass die Zukunftspläne noch nicht verwirklicht werden konnten .er nur mehr das Gefühl hat, wie eine Maschine zu funktionieren . er sich einfach von allem distanziert vor allem von der Familie, das bin ich, der Mensch, der dich einfach kennt . er sich hilflos, gefangen im eigenen Körper fühlt. es fehlt die Motivation und Leidenschaft, alles erscheint gleichgültig. einfach ein Gefühl von innerer Leere und Versagen macht sich breit . hast Angst vor Konfrontation, Konflikten aus dem Weg gehen, hast das Gefühl von Einsamkeit trotz großer Liebe, die entgegen gestreckt wird .

22.02.2019 10:19 • #22


Alexandra2
Liebe Carmini,
Schön daß Du hierher gekommen bist.
Es ist ganz wichtig, die Depression auch als Folge eines Burnout's zu verstehen. Lässt sich chronischer Stress nicht ändern, sind eigene Kapazitäten bald erschöpft. Und wer kann schon aus seiner fleissigen und aufopferungsvollen Haut mir nichts Dir nichts aussteigen? Verhaltensänderung gelingt oft mit Psychotherapie. Ein sehr wirksames Mittel gegen Depression.
In der Depression ist auch typisch, neben vielen anderen Symptomen, daß Gefühle plötzlich verschwunden sein können und man sich dadurch als völlig anderer Mensch empfinden kann. Die Welt kann ganz anders aussehen. Das erschreckt zutiefst und macht es nahezu unmöglich, Entscheidungen zu treffen.
Sehr viele Symptome kommen noch hinzu. https://www.bptk.de/patienten/psychisch.ssion.html

Vielleicht kannst Du mit Deinem Partner besprechen, daß er sich behandeln lässt und Entscheidungen zu einem späteren Zeitpunkt gefällt werden.
Ich glaube, es täte Dir gut, Deine Hilfsbereitschaft zu signalisieren und abzuwarten, was er einfordert.
Außerdem ist wichtig, daß Du Dir selbst Gutes tust um bei Kräften zu bleiben.
Liebe Grüße
Alexandra2

22.02.2019 13:03 • x 2 #23


Depressiver Freund ist gefühlskalt

Hallo Ihr lieben da draußen,

Ich bin seit 12 Jahren mit meinem Depressiven Partner zusammen. Eigentlich konnte ich die letzten Jahre auch ziemlich gut mit seiner Krankheit umgehen. Vor 7 Jahren begab mein Freund sich erstmal in Ärztliche Behandlung weil er zu diesem Zeitpunkt stark Canna. abhängig war und den absprung nicht alleine hin bekam. Er war Stationär mehere Monate in einer Uniklinik.Dort wurde ihm ADHS und eine Depression diagnostiziert. Er wurde in der Klinik auf ein antidepessium für den Tag und die Nacht eingestellt und danach ging es Berg auf mit ihm. Er arbeitete vieles aus seiner Kindheit auf (die zugegeben für jemanden der ein gutes Elternhaus hatte wie die hölle klingt) ,er hatte endlich die stärke seiner Mutter die strin zu bieten und ihr zu sagen was alles falsch lief.

Kurz darauf begann er wieder zu Arbeiten in einem neuen Betrieb im Handwerk. Dort eckte er nach kurzer Zeit mit den Kollegen an weil er sich anfangs weigerte nach Feierabend mit den Kollegen noch einen zu trinken (wie in vielen Handwerksbereichen üblich).
Irgendwann gab er nach und da war die nächste Sucht die ihn beherrschte.
Anfangs bekam ich es garnicht so mit und schwups war das problem riesig. Zu diesem Zeitpunkt sagte ich ihm oft das ich so nicht mit ihm Leben kann. Nach viel viel Geduld und auf ihn einreden hörte er auf und kündigte sogar die Arbeit um nicht mehr mitziehen zu müssen.

Er fand recht schnell eine neue Arbeit und wurde nach ca. 1 Jahr zum Abteilungsleiter befördert. Das war im letzten Juli. Er ist seit dem ständig unter Strom arbeitet von morgens bis zum frühen Abend. Ab Dezember merkte ich wie sein Wesen sich veränderte. Ich merkte das irgendwas nicht stimmt.

Ich sprach ihn darauf an ob es Ihm nicht gut gehe das verneinte er jedoch. Durch die ständige schlecht laune seiner seits was mich früher wirklich nicht so stark belastete merkte ich seit Januar das ich selbst hilfe brauche. Ich konnte dem Druck einfach nicht mehr stand halten. Kurz vor meinem eigenen Arzttermin brach es dann Abends aus ihm herraus .Er weinte und eröffnete mir das die Depression wieder da sei. Er fühle sich nicht wie er selbst. Er könne nichts mehr fühlen. Er sagte mir er hätte ein paar Wochen zuvor das gefühl gehabt er müsse sich von mir trennen und hätte sich schon den genauen ablauf überlegt. Er hätte sich reflektiert (so nannte er es) um rauszufinden wieso er so etwas denkt. Weil er ja wisse das er mich doch liebt. Er hätte am darauf folgenden tag eine hitzige auseinandersetztung mit seinem chef gehabt und ab diesem Moment wäre es wieder alles normal gewesen. Wie wenn der schalter mir gegenüber wieder eingeschaltet wäre.

Ich war natürlich erstmal Platt weil ich mit allem gerechnet hätte aber nicht damit das er an uns zweifelt. Ich versuchte es mir aber nicht zu sehr anmerken zu lassen.Ich riet ihm erstmal zum Arzt zu gehen .Diesen rat befolgte er vor ca. 3 Wochen auch und seine Medikamente wurden auf die doppelte Dosis erhöht.Jedoch lässt die ständige Introvertiertheit und die schlechte laune noch immer nicht so recht nach. Ich wurde mittlerweile ebenfalls auf ein leichtes Antidepressiva eingestellt und fühle mich eigentlich auch besser. Jedoch kreisen jetzt ständig die negativen Gedanken an eine Trennung durch meinen Kopf. Ich warte jeden Tag darauf das es so weit ist. Ich weiß nicht ob es in der Depression normal ist das man plötzlich diese gefühlskälte dem Partner gegenüber spürt und es verunsichert mich enorm.

Es grüßt euch lieb das jennylein

04.03.2019 00:12 • x 1 #24


Frederick1
liebes Jennylein,

auch von mir dir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Du ein wenig kann ich dein Problem nachempfinden. Zu meiner Depression stehen, weniger arbeiten war für mich auch immer wieder sehr schwer.

Du brauchst und du suchst Anerkennung, trinkst dann auch mal einen mit, arbeitest mehr als du musst, bis du irgendwann nicht mehr kannst und zusammen brichst. Auf der einen Seite brauchst du das Geld für dein Leben, und auch für deine Anerkennung, dein Selbstvertrauen. Das geht aber oft auf Kosten unserer Gesundheit und unserer Beziehungen.

Oder die Grenzen der Zeit. Wenn dein Mann soviel arbeitet, keine Zeit mehr für sich selbst und eure Beziehung habt.

Als Kinder mussten wir noch nicht so auf die Zeit achten, da konnten wir fast noch grenzenlos leben und spielen.

Heute gibt es ständig Termine. Die Zeit die wir für die Arbeit haben, für unsere Beziehungen, Lesen, Spielen usw. ist begrenzt. Und in Zeiten von smartphone usw, sowieso.

Und auch unser Körper setzt uns Grenzen. Wir werden müde und kommen an unsere Leistungsgrenzen, vor allem auch als Mensch mit Depression, auch wenn wir es immer nicht so wahr haben wollen.

Und wenn ich älter werde merke ich auch, es geht nicht mehr so schnell und stark wie früher.

Aber auch unsere Umwelt, unsere Natur ist begrenzt. Es gibt kein grenzenloses Wachstum. Die Produktion wie auch mein Konsum hat Grenzen. Ich kann nicht beliebig viel essen und trinken.

Doch als Mensch akzeptiere ich nicht gerne meine Grenzen. Oft möchte ich mit Gewalt mehr leisten.

Doch liebes Jennylein, wenn ich meine Grenzen nicht akzeptiere, dann kommt der Tag, wo alles über uns zusammen bricht. Nichts gegen arbeiten oder auch mal über meine Kraft arbeiten, aber es darf nicht von Dauer sein.

Heute sollst du ja cool sein, aber das kannst du nur spielen. Wenn du näher hinschaust ist kein Mensch so cool wie er sich gibt.

Deshalb wünsche ich dir einen ehrlichen Neuanfang mit deinem Partner, wo ihr auch ruhig wieder einmal gemeinsam weinen könnt, doch gute Lösungen für euch beide findet. Frieden ist oft besser wie viel Geld und Wohlstand.


viele liebe Grüße,

Frederick

04.03.2019 18:43 • x 2 #25


djamila
Liebe @Alexandra2 Ich habe grade mal auf die Internet Seite geschaut .
Und als erstes sprang mir der Satz ins Auge ( Für die Gesellschaft verursacht das erhebliche Kosten ) Es ist Traurig das sich die Gesellschaft da hin entwickelt hat den Menschen als Kostenfaktor zu sehen . Ich gebe Hilfe wenn die Kosten gedeckt sind . Und das wird von Klein auf eingepflanzt . Manchmal Frage ich mich da wie man da Gesund Bleiben soll . Man hält sich so Gesund das man Arbeiten Kann um nur ja kein Kostenfaktor zu sein . Ich fühle mich heute noch als Kostenfaktor der Gesellschaft. Aber sollte das Leben in der Gesellschafft nicht aus geben und nehmen bestehen . Ein Kleiner teil der Gesellschaft Hortet das Geld und bestimmt das wir ein Kostenfaktor sind . So können wir ja gar nicht auseinander halten was kann ich von Herzen geben , wann brauch ich eine Pause alles verschwimmt . Können so wirklich Psychische Krankheiten früh erkannt werden . Für mich hat sich daraus ergeben Ich will keine Belastung sein , weder für die Gesellschaft und das beinhaltet für mich Grundfamilie , Arbeit , Freunde . Deshalb ist es immer ein Kraftakt um Hilfe zu Bitten . Ob beim Amt , Beim Arzt , beim Partner , bei Freunden , .
Ich Freue mich für jeden einzelnen Menschen von Herzen der das schafft . Achtsam mit sich und seinen Mitmenschen Umzugehen . Und auch eine Gesunde Partnerschaft führen zu Können wo man sich Geborgen fühlt sich halt geben kann in Guten wie in Schlechten Zeiten .
Liebe Grüße Djamila

28.07.2019 11:28 • x 3 #26




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