Mitgliedschaft im Vdk sinnvoll bei Antrag auf Schwerbehinderung?

Jandi

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Hallo!

Ich habe schon in anderen Bereichen geschrieben.

Mir wurde jetzt schon von einigen Seiten nahegelegt, dass ich aufgrund meiner Krankheiten einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen sollte.

Ich habe eine schwere Autoimmunerkrankung der Haut, die voraussichtlich mit einer monatlichen Chemotherapie über mindestens ein Jahr ausgebrannt werden köönnte. Es könnte aber auch länger dauern. Die Krankheit war im Januar/Februar im Verlauf am schlimmsten, zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Antrag gestellt.
Jetzt habe ich keine *beep* und offenen Stellen an der Haut mehr, aber die Chemotherapien schlauchen mich noch... - 4 Chemos habe ich hinter mir.
Dann habe ich eine hochgradige Kurzsichtigkeit (-16 Dioptrin) mit Grünem Star und eine rezidivierende depressive Störung, hatte (und habe?) auch Burn-Out.
Mein Augenarzt meinte, wegen miner Geschichte würde sich kein Antrag lohnen. Die Hautärzte haben sich auch bedeckt gehalten. Ist es vielleicht öfter so, dass Ärzte eher gegen einen Antrag raten?

Ich habe schon gelesen, dass der Grad danach ermittelt wird, wie sich die Krankheiten /Behinderungen auf das Leben auswirken und dass der GdB dann nach der schwersten Erkrankung gemessen wird.

Ich bin mir jedoch unsicher, weil diese Hauterkrankung ja jetzt schon im Heilprozess ist.

Und wenn ich einen Antrag stellen würde, würdet Ihr mir dann zu einem Beitritt in den VDK raten oder so etwas per online machen? Hat da jemand Erfahrung?

Ich weiß, dass ich diese Entscheidung selbst treffen muss, aber es hindert mich etwas daran, einen Antrag zu stellen. Angst oder falscher Stolz oder was es auch ist...

Über Anregungen w äre ich dankbar.

Liebe Grüße von Jandi.

28.05.2010 18:44 • #1


mag

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Hallo Jandi,

stelle einfach mal den Antrag und gebe die behandelnde Ärtze an, hast doch nichts zu verlieren. Auch wenn nur wenige Prozente bewilligt werden sollten, das ist doch schon mal ein Anfang. Man wird ja schließlich älter und wer weiß, für was es mal gut ist.

Vor Jahren hatte mir auch mal eine Ärztin geraten einen Antrag zu stellen und diese seinerseit bewilligten 20 % konnte mir keiner mehr nehmen, jetzt habe ich 40 %. Der Versuch ist es wert.

28.05.2010 19:10 • #2



Hallo Jandi,

Mitgliedschaft im Vdk sinnvoll bei Antrag auf Schwerbehinderung?

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Gitta

Hallo Jandi,

ich kann dir auch nur raten den Antrag zu stellen, fordere das Formular vom Versorgungsamt an und lege los.
Ich kann dir auch genau sagen, warum viele Ärzte nicht so begeistert darüber sind, es kostet sie Mehrarbeit, die Befunde auszustellen, die Briefe zu schreiben und dann noch wenig Geld dafür zu bekommen.

Deine Hauterkrankung wird so lange anerkannt, wie sie nicht abgeheilt ist und denk dran deine ist so schlimm, dass du sogar Chemo bekommst.
Deine Depressionen sind sehr wichtig, mit den Augen weiß ich leider nicht.

Du bekommst deine Prozente und sparst dann Steuern und wenn du diesem uns so wohlgesonnenen Staat nur 5 Euro abknöpfst, dann lohnt es sich doch schon!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

L.G. Gitta

Ich habe 30 % wg. Bandscheibenvorfälle und 10 % wg. Niereninsuffienz

Verschlimmerungsantrag ist fast fertig

28.05.2010 22:59 • #3


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Magda

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Hallo Jandi,

zum VdK:
ich bin da beigetreten, kostet 5 Euro im Monat. Ich hatte schon einen GdB von 30, auf Anraten des VdK habe ich einen Verschlimmerungsantrag gestellt. Da dieser nur auf 40, nicht auf 50 bewilligt wurde, läuft jetzt ein Widerspruch, auf Anraten des VdK und meines Therapeuten. Den Widerspruch vom VdK einreichen zu lassen, kostet 25 Euro, für Leute mit ganz wenig Geld (H4-Empfänger oder so) die Hälfte.

Ich will damit sagen: für Leute wie mich mit einem absoluten Behördenkram-Horror ist so etwas wie der VdK ein Segen.
Wobei das sicher auch lokal unterschiedlich sein kann, wie überall, ich bin glücklicherweise bei einem Sachbearbeiter gelandet, den ich vertrauenerweckend finde.
Es hilft einem auch, wenn andere einen ernst nehmen - selber denkt man ja gerne: soooo krank bin ich dann doch nicht - und schleppt sich alleine weiter durchs Leben ...

Ich bin jetzt auch bei einer Psychiaterin, auf Empfehlung, die gut zu sein scheint. (Bei mir geht es rein um psychische Probleme)
Auch Ärzte sind unterschiedlich ... ich glaube, es ist nie verkehrt, so etwas wie ein Netzwerk zu haben. .

Aber natürlich, wenn man die Kraft und das Selbstbewußtsein hat, kann man das sicher auch alleine angehen.

Ich wollte nur meine persönlichen Erfahrungen dazu schreiben.

Viele Grüße

Magda

29.05.2010 09:55 • #4


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Albarracin

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29.05.2010 21:58 • #5


Jandi

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Lieber Albarracin, liebe mag, liebe Gitta, liebe Magda!

Vielen Dank für Eure Tipps!!!

Die Bewerungsmaßstäbe habe ich überflogen und gespeichert - danke, sie sind sehr hilfreich. Ich wusste z.B. nicht, dass auch Tinnitus ein Kriterium sein kann...

Ich tue mich noch immer schwer mit dem Schritt, aber ich habe jetzt schon von vielen Seiten (komischerweise nicht von meinen Ärzten) gehört, dass es eher sinnvoll ist als dass es schadet.

Ich bin schon lange auch aktives Mitglied in der GEW, also bin ich ja schon in einer unterstützenden Vereinigung. Irritiert bin ich, dass eine Vertreterin der Schwerbehinderung trotzdem zum VdK geraten hat...

Ich danke Euch!!!

Jetzt liegt die Arbeit bei mir darin, mich selbst davon zu überzeugen, dass es nicht schlimm ist, einen solchen Antrag zu stellen und mir konkretere Informationen zu meiner Situation zu holen.

Liebe Grüße von Jandi.

30.05.2010 13:23 • #6


Sonnenblume20

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Liebe Jandi,

ich habe letztes Jahr auch auf Anraten meines Betriebsrates einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt und hatte auch viele Bedenken. Allein das Wort Schwerbehindert war für mich erschreckend. Und dann dachte ich, ich kann doch noch laufen und kann vieles anderes noch. Und ich hatte auch Angst, dass es mir schaden könnte!Aber ich habe es trotzdem getan.
Damals bekam ich einen GdB von 30 zuerkannt. Die Schwerbehindertenbeauftragte sagte zu mir, dass ich auf jeden Fall Widerspruch einlegen soll.Ich habe mir damals das Gutachten kommen lassen und stellte fest, dass die meinen Psychiater überhaupt nicht angeschrieben haben, dabei war meine Hauptkrankheit die Depression.Sie hatten nur meine Hausärztin angeschrieben, die sich allerdings sehr kurz fasste, an sich schrieb sie nur die Diagnosen rein, aber nichts über meinen Zustand und die Auswirkungen der Krankheiten auf mich.

Ich formulierte das Widerspruchsschreiben gemäß einem Muster, was ich im Internet gefunden habe.
Auf Anraten der Schwerbehindertenbeauftagten formulierte ich auch ein Extraschreiben, über meine Funktionsbeeinträchtigungen im Alltag, d.h. ich beschrieb, wie es mir mit den Erkrankungen (bei mir waren es Depression, Erkrankungen der HWS und Gastritis) geht, was ich nicht mehr kann, welch Leben ich jetzt führe, wie eingeschränkt ich bin.

Diese Funktionsbeeinträchtigungen hätte ich auch gleich beim ersten Antrag mitschicken können, dachte aber, dass das nicht notwendig sei.

Auf jeden Fall schrieb das Versorgungsamt dann doch noch meinen Psychiater an und siehe da, ich bekam einen GdB von 50.

Als ich der Hausärztin damals erzählte, dass ich Widerspruch einlegen wollte, sagte die auch zu mir, dass das nichts bringen würde, dass es nicht durchgehen würde. Sie hat zu mir gesagt, ich soll einfach nach einem halben Jahr versuchen, einen Verschlimmerungsantrag zu stellen.

Ich hatte aber auch das Gefühl, dass sich meine Ärzte nicht wirklich mit den Bewertungskriterien auskannten.

Aber ich kann Dich nur dazu ermuntern, den Antrag zu stellen. Außer, dass sie es ablehnen, kann Dir nichts passieren.
Es kann Dir aber in Zukunft dabei helfen, dass auf der Arbeit auf Deine Erkrankungen Rücksicht genommen werden kann.

Ich habe alles übrigens alleine gemacht. Obwohl ich im VDK war, habe ich ihn nicht in Anspruch genommen. Aber trotzdem ist er eine Hilfestellung, falls man ihn brauchen sollte.
Ich bekam aber auch viel Hilfe von der Schwserbehindertenbeauftragten, die selbst jahrelang im VDK tätig war und nebenbei noch ehrenamtliche Rentenberaterin für die DRV ist. Das war wirklich ein Segen!

30.05.2010 19:29 • #7


Jandi

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Danke für die Tipps, liebe Sonnenblume!!!

Ich kenne auch eine Schwerbehindertenvertreterin persönlich von meiner eigenen Arbeit im ehemaligen örtlichen Personalrat.
Vielleicht wäre ein Kontakt mit ihr auch eine Form der Annäherung...

Liebe Grüße, Jandi.

31.05.2010 18:21 • #8


Jandi

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Hallo, Quassel!

Zum Glück habe ich keine offenen Stellen mehr. Ich hätte mal im Januar/Februar Fotos machen sollen...

Jetzt habe ich nur noch Juckreiz und Stellen, die wie Pigmentstörungen aussehen. Und kleine Narben an den Stellen der Gewebeentnahme, aber nicht der Rede wert. Aber es ist ja auch gut, dass es besser ist.
Meine Hauterkrankung ist eine Autoimmunerkrankung, die sich Pemphigus vulgaris nennt. Pemphigus heißt übersetzt Blasensucht.

Danke für den Tipp!


Liebe Grüße, Jandi.

01.06.2010 20:12 • #9


Jandi

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Danke für Deine Tipps und für Dein Angebot, Quassel! Ich hoffe, Du bist im Moment schubfrei!

Liebe Grüße, Jandi.

04.06.2010 18:53 • #10


Jandi

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Hallo!

Ich habe mich endlich dazu durchgerungen, den Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung zu stellen und ich habe ihn heute abgegeben!

Das war für mich eine lange und schwere Geburt, wie Ihr ja gemerkt habt...

Jetzt werde ich abwarten, was daraus wird.

Liebe Grüße und vielen Dank an alle, die mich diesbezüglich ermutigt und beraten haben, Jandi.

13.10.2010 16:13 • #11


tinerl60

ich drück dir gaaaanz fest die daumen
liebe jandi

wird schon werden!

lg tinerl

13.10.2010 16:22 • #12


Jandi

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Danke, tinerl...

Schauen wir mal...

14.10.2010 13:41 • #13


Jandi

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Vielen Dank an alle, die mich ermutigt haben, einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen!

Heute hatte ich den Bescheid mit dem Ausweis im Postkasten, ich hatte richtig Angst, den Brief zu öffnen. Und dann glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen:

Ich habe einen GdB von 60 %!!!

DAS hätte ich echt nicht gedacht. Es ist befristet bis Juni 2013. Ich glaube, ich fasse es noch nicht...

Also noch einmal DANKE an alle!!!

Liebe Grüße, Jandi.

29.12.2010 18:01 • #14


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Steffi

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Prima Du siehst, es lohnt sich immer, es wenigstens zu versuchen.

29.12.2010 18:26 • #15


Jandi

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Danke, Steffi, das stimmt.

29.12.2010 18:57 • #16


mag

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Hallo Jandi,
das ist doch super, gratuliere

29.12.2010 19:07 • #17


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Albarracin

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30.12.2010 19:10 • #18


Jandi

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Hallo, Albarracin!

Die Befristung gilt sowohl laut Bescheid als auch auf dem Ausweis als bis zum 30.06.2013 befristet.
Es wird also kurz vor Ablauf der Frist mein Status neu überprüft werden. Es ist ja auch möglich, dass die Autoimmunerkrankung bis dahin ausgemerzt ist.
Muss ich jetzt deswegen irgend etwas beachten?

Danke für den Hinweis!
_________________________________________________________-
Auch Dir danke, mag!

Liebe Grüße, Jandi.

30.12.2010 21:18 • #19


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Albarracin

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31.12.2010 12:51 • #20


Jandi

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Danke, Albarracin!

Ich wünsche Dir einen guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2011!

Liebe Grüße, Jandi.

31.12.2010 14:55 • #21


Jandi

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Es ist soweit: Ich habe gestern einen Brief von der Kreisverwaltung bekommen. Darin ist ein Fragebogen, in dem ich nur Angaben zu dem seelischen Leiden, das wohl ausschlaggebend für meinen Grad der Behinderung ist, machen soll. Ich kann aber auch Angaben machen, wenn etwas hinzugekommen ist. Seelisch geht es mir glücklicherweise besser. In therapeutischer Behandlung bin ich momentan nicht, und bei der Psychiaterin war ich auch schon länger nicht mehr. Im Moment habe ich auch keine Schübe wegen der Autoimmunerkrankung, die Chemotherapien sind beendet. Dafür hatte ich ein paar Augenoperationen, die zum Glück erfolgreich waren. Links habe ich eine Gesichtsfeldeinschränkung, aber ich habe gelesen, dass bezüglich des Sehens einiges im Argen sein muss, bevor Grade der Behinderung anerkannt werden.

Ich werde einfach den Stand der Dinge angeben, und dann sehe ich ja, wie die Sachbearbeiter und Ärzte der Kreisverwaltung das beurteilen. Sollte mein Grad der Behinderung gesenkt werden, hätte das vielleicht einen Vorteil: Ich bin zur Zeit teildienstfähig und DARF nicht mehr als 50% arbeiten. Sollte der Grad der Behinderung gesenkt werden, dann könnte ich vielleicht einen Antrag auf Aufhebug der Teidienstfähigkeit stellen? (Ich denke auch an meine Altersvorsorge...) Oder steht das eine mit dem anderen gar nicht im Zusammenhang?

Nun habe ich eine Frage an Euch: Bin ich naiv, wenn ich so mit dieser Sache umgehe?

Viele Grüße, Jandi.

08.12.2012 16:45 • #22


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Albarracin

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09.12.2012 14:38 • #23


Jandi

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Hallo, Albarracin!

Danke für Deine Antwort. Das ist ja sehr informativ...

Bis Anfang Januar muss ich eine Antwort geben. Momentan habe ich nicht so den Kopf, hoffe aber, bald. Dass die Erkrankungen, an denen ich leide, nicht zeitlich begrenzt sind, wusste ich gar nicht...

Noch eine schöne Adventziet, Jandi.

17.12.2012 20:06 • #24



Hallo Jandi,

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Jandi

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Hallo!

Ich wollte nur darüber berichten, dass sich der Grad der Behinderung bei mir nicht verändert hat. Es bleibt bei den 60%.

Danke für Deine Tipps, Albarracin!

17.03.2013 18:49 • #25

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