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Mich selbst besser verstehen und akzeptieren

Pilsum

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Immer wieder sprechen wir darüber, wir sollen mit uns achtsam sein.
Wir sollen uns selbst mögen. Und wir sollen uns auf unsere eigenen Stärken konzentrieren.
Wie geht das?
Warum schaffen wir das oft noch nicht so gut, wie wir das eigentlich möchten?

27.05.2021 09:43 • x 3 #1


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Butter

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Bei mir ist es weil mir einfach wohl die Kraft dazu fehlt......denke da gibt es viele Gründe dafür

27.05.2021 09:45 • x 1 #2


Pilsum

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Zitat von Butter:
Bei mir ist es weil mir einfach wohl die Kraft dazu fehlt......denke da gibt es viele Gründe dafür

Wie Du finde ich. Dafür gibt es viele Gründe.
Allerdings, fehlt da wirklich Kraft, sich besser zu akzeptieren? Fast jeder sagt das dafür Kraft fehlt.
Bestimmt hast auch Du genug Kraft dafür.
Kann es sein, dass Du Kraft an Stellen verbrauchst, die Dir dann beim Dich selbst akzeptieren
manchmal etwas fehlt?

27.05.2021 09:53 • #3


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Butter

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@Pilsum Ich spare meine Kraft für Kind und arbeit auf, selbst das gelingt eher schlecht als Recht, bei mir gehts zur Zeit einfach nicht weiter, stecke fest, es gibt sicher gute Tage aber an die schlechten erinner ich mich doch länger da sie intensiver sind

27.05.2021 10:05 • x 1 #4


Pilsum

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Zitat von Butter:
Ich spare meine Kraft für Kind und arbeit auf,


Ich kenne Deine persönliche Situation nicht. Somit versuche ich Dich zu verstehen.
Wäre es aber nicht besser, wenn Du vor allem neben Kind und Arbeit immer auch etwas Kraft
für Dich abzweigst? Weil.
Wenn Du für Dich keine Kraft mehr hast, dann könnte Dir zukünftig auch noch teilweise Kraft
für Dein Kind, für Deine Arbeit und vieles andere fehlen.

Zitat von Butter:
es gibt sicher gute Tage aber an die schlechten erinner ich mich doch länger da sie intensiver sind


Das geht bestimmt nicht nur Dir so. Hältst Du es für möglich, Dich selbst häufiger bewusst an die guten
Erlebnisse und die guten Tage zu erinnern?
Weil so etwas gibt meistens neue Kraft.

27.05.2021 10:17 • #5


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111Sternchen222

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Ich glaube viele Menschen vergeuden ihre Kräfte um zu bekämpfen, was sie nicht haben wollen. Die Annahme braucht allerdings weitaus weniger Kraftanstrengung.... man muss sich nur trauen.

27.05.2021 10:27 • x 4 #6


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Krizzly

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Wenn es am trauen liegt, dann scheitert es bei mir wohl am fehlenden Mut. Es ist wohl auch nicht so einfach, Mut zu haben, wenn man ständig so viel Angst hat. Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?

27.05.2021 10:35 • x 1 #7


Pilsum

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Zitat von Krizzly:
Wenn es am trauen liegt, dann scheitert es bei mir wohl am fehlenden Mut. Es ist wohl auch nicht so einfach, Mut zu haben, wenn man ständig so viel Angst hat. Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?

Natürlich geht das. Weil Angst hat ein Mensch immer. Angst ist das, was uns steuert.
Wir haben nur manchmal wenig Angst und manchmal viel Angst.

Mut haben wir aber nicht immer. Weil Mut bedeutet, sich gegen ein Angstgefühl stemmen,
was sowieso immer da ist.

Wenn ich Angst davor habe, mich gegen Kritik zu verteidigen, dann sollte ich den Mut aufbringen,
mich mit Worten zu verteidigen.
Danach sehe ich. An dieser Stelle war die Angst mal wieder überflüssig. Ich habe mich gewehrt und
nichts Negatives ist passiert.

Aber doch, es ist doch etwas passiert!
Ich hatte ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis kann sich vor allem dann einstellen, wenn ich mich
gegen eine Angst entschieden habe.

27.05.2021 10:46 • x 2 #8


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ZeroOne

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Zitat von 111Sternchen222:
Die Annahme braucht allerdings weitaus weniger Kraftanstrengung.... man muss sich nur trauen.


Bestimmt trifft das zu, wenn man das Annehmen aus einem passenden, positiven Blickwinkel sehen kann. Ich bewundere immer wieder Menschen, die das nahezu ohne Vorbehalte schaffen.
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.

Zitat von Krizzly:
Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?


Ich denke schon, auch wenn die Intensität von Mut und auch Angst wahrscheinlich ständig variieren. Z.B. alleine schon in Abhängigkeit von der "Tagesform".

LG
ZeroOne

27.05.2021 10:47 • x 2 #9


Pilsum

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Zitat von ZeroOne:
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.


Welchen Vorteil hätte es, etwas annehmen mit "Kapitulation" gleichzusetzen?

27.05.2021 10:52 • x 1 #10


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Krizzly

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Zitat von Pilsum:
Aber doch, es ist doch etwas passiert!
Ich hatte ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis kann sich vor allem dann einstellen, wenn ich mich
gegen eine Angst entschieden habe.

Ich dachte auch, dass das so funktioniert und die Angst dann weniger wird. Aber ich stelle täglich fest, dass das wovor ich Angst hab, nicht eingetreten ist. Die Angst ist trotzdem am nächsten Tag wieder genauso stark. Ich weiß nicht, wie viele Erfolgserlebnisse da nötig sind. Zudem bezieht sich meine Angst auf meinen eigenen Körper und um wieder zum Anfang zurück zu kommen: Wie soll man sich mögen und akzeptieren, wenn der eigene Körper tägliche Angst und Panik auslöst?

Zitat von ZeroOne:
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.

Vielleicht mal andersrum gefragt: Womit konkret könnte man Annahme sonst gleichsetzen? Für mich fühlt sich das tatsächlich auch nach Kapitulation an und ich seh nicht, was es anderes sein könnte.

27.05.2021 11:03 • x 2 #11


Pilsum

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Zitat von Krizzly:
Zudem bezieht sich meine Angst auf meinen eigenen Körper und um wieder zum Anfang zurück zu kommen: Wie soll man sich mögen und akzeptieren, wenn der eigene Körper tägliche Angst und Panik auslöst?


Das verstehe ich nicht so recht.
Warum kann Dein Körper Angst auslösen?
Angst ist ein Gefühl. Ich denke der Körper kann aber keine Gefühle auslösen.
Wird Dein Angstgefühl nicht durch (D)eine eigene Bewertung im Kopf ausgelöst?

27.05.2021 13:22 • #12


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Krizzly

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Ganz bestimmt ist es letztlich die Bewertung. Mein Körper macht lediglich tägliche extreme Übelkeit. Den Rest erledigt mein Kopf. Da arbeiten die beiden gut zusammen. Es sind also genau genommen mein Körper und mein Gehirn, die zu mögen mir oft unendlich schwer fällt.

27.05.2021 13:56 • x 1 #13


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Zitat von Krizzly:
Ganz bestimmt ist es letztlich die Bewertung. Mein Körper macht lediglich tägliche extreme Übelkeit. Den Rest erledigt mein Kopf. Da arbeiten die beiden gut zusammen.


Ich finde, es ist sehr wichtig zu wissen,
dass unser Kopf und unser Körper ständig zusammenarbeiten.
Deinen Kopf kannst Du teilweise steuern.
Deinen Körper leider nicht. Die Bewegungsteile, wie Muskeln und Sehnen
natürlich ausgenommen.

27.05.2021 14:48 • #14


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Jedi

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Hi @Pilsum

Von mir jetzt erstmal eine ganz kurze Antwort:
Achtsamkeit u. Selbstliebe (sich selbst mögen - Annehmen - Akzeptieren) ist eine Entscheidung !
Eine Entscheidung, die wir selbst treffen müssen !

Sich selbst zu mögen, kommt nicht von Außen durch Lob u. Anerkennung - es ist ein innerer Prozess -
eine Entscheidung, dass ich mir bewusst werde, dass ich mit mir - meinen Körper 24 h am Tag 365 Tage im Jahr zusammen bin.
Und nun entscheide ich mich, wie möchte ich mit mir umgehen - was tut mir gut, in meinem Umgang mit mir -
wie denke ich über mich u. mein Leben - welchen Selbstdialog halte ich für mich, als den, der mir gut tut u. hilft .

27.05.2021 15:18 • x 7 #15


Pilsum

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Zitat von Jedi:
Achtsamkeit u. Selbstliebe (sich selbst mögen - Annehmen - Akzeptieren) ist eine Entscheidung !
Eine Entscheidung, die wir selbst treffen müssen !


Deine Meinung teile ich.

Zitat von Jedi:
Sich selbst zu mögen, kommt nicht von Außen durch Lob u. Anerkennung - es ist ein innerer Prozess -
eine Entscheidung, dass ich mir bewusst werde, dass ich mit mir - meinen Körper 24 h am Tag 365 Tage im Jahr zusammen bin.


Einerseits sehe ich es wie Du, dass es ein innerer Prozess ist, wenn man sich selbst mögen lernt.

Allerdings, sind Anerkennung und Lob von außen nicht doch besonders wichtige Punkte, die es
erst möglich machen oder zumindest wesentlich erleichtern, das man sich annehmen und
akzeptieren lernen kann?

08.06.2021 08:31 • x 1 #16


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Jedi

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Hi @Pilsum

Zitat von Pilsum:
Allerdings, sind Anerkennung und Lob von außen nicht doch besonders wichtige Punkte,

die es erst möglich machen oder zumindest wesentlich erleichtern,
das man sich annehmen und akzeptieren lernen kann?

Ich würde es trennen - Lob u. Anerkennung von Außen ist gut u. wichtig - ohne Frage !

Sich annehmen u. zu akzeptieren sollte unabhängig davon sein u. das muss man erst auch lernen.
Achtsamkeit hilft uns dabei, bewusstes wahrnehmen u. erleben des jetzigen Momentes,
dazu gehört unsere Sinneseindrücke - Gedanken u. Emotionen, sowie unseren Körper wahrzunehmen.
Wenn wir darin bewusst sind, dann sind wir schon auf den Weg uns anzunehmen - uns zu akzeptieren,
wie wir sind - wir lernen uns selbst zu mögen, anstatt immer nur defizitär zu denken.

Das ist unabhängig von äußeren Lob u. Anerkennung oder ich mache mein mich selbst mögen (lieben)
erst davon abhängig - (erst brauche ich das Lob u. die Anerkennung von Außen u. dann habe ich dadurch die
Bestätigung erhalten, das ich gut u. in Ordnung bin - u. dann fange ich an mich zu mögen, mich anzunehmen -
zu akzeptieren.)

08.06.2021 09:14 • x 2 #17


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Jedi:
Ich würde es trennen - Lob u. Anerkennung von Außen ist gut u. wichtig - ohne Frage !

Sich annehmen u. zu akzeptieren sollte unabhängig davon sein u. das muss man erst auch lernen.


Das halte ich für eine Frage, über die es sich lohnt intensiver nachzudenken.
Einerseits sollte man es trennen, wie Du sagst.

Auf der anderen Seite stellt sich die besonders wichtige Frage.
Wie schafft es unser Kopf, das wir uns annehmen können? Uns so annehmen können, wie wir sind.

Hat dies nicht hauptsächlich damit zu tun, dass wir fühlen wollen, dass es richtig ist, was wir denken?
Nur dann können wir uns so annehmen wie wir sind.

Und jetzt kommt meiner Meinung nach das "Außen" mit ins Spiel.
Wie will ich das Gefühl in mir entstehen lassen, dass ich gut bin, wenn ich mich nicht mit der Natur
und mit anderen Menschen in ein Verhältnis setze?

08.06.2021 09:39 • x 3 #18


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Heideblümchen

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Ich frage mich: muss ich denn alles an mir mögen? Selbst ein Gegenstand hat seine guten und seine weniger guten Eigenschaften. Ich bin nicht mit mir unzufrieden, nur, weil mein Gewicht im Moment nicht passt. Oder weil ich mal einen schlechten Tag habe. Bei mir persönlich zählt der Gesamteindruck. Bin ich mit dem, was ich aktuell mache, zufrieden? Fühle ich mich selber so gut, dass ich mit mir zufrieden sein kann? Oder bewerte ich Situationen, in denen ich mich nicht gut fühle, einfach über? Auch mir fällt es schwer, mich nicht zu überlasten, einfach, weil ich MEINE, die Energie für das, was ich mache, zu haben. Ich habe mich oft gefragt, was die Ärzte meinen, wenn sie sagen, ich soll auf mich achtgeben. Ich finde, es ist zu einfach, das einfach zu SAGEN. Ich spüre meine Überlastung nicht.
Ich muss dazu sagen, dass ich seit einem halben Jahr, neben meinem Teilzeitjob als Direktionsassistenz in einer großen Bank, noch nachmittags als Entlastungskraft stundenweise arbeite. Vor 2 Jahren wurde mir nach meinen Erkrankungen so viel Hilfe zuteil, dass ich davon etwas zurück geben wollte. Ich habe lange überlegt, was genau ich tun kann, wo meine Stärken liegen. Da ich ein hilfsbereiter und fleißiger Mensch bin, habe ich mich für die Entlastungs-Tätigkeit entschieden. Ich helfe also anderen, kranken Menschen, ihren Haushalt zu regeln, zu putzen und aufzuräumen. Das kostet tatsächlich viel körperliche Kraft. Und ich bin in meiner Familie oft gefragt worden, wie ich das alles schaffe, zusätzlich zu meinem eigenen (räumlich großen) Haushalt und Garten. Mein Argument ist: ich könnte auch ins Fitness-Studio gehen, um mich auszupowern. Das würde mich aber eine Menge kosten. Also unterstütze ich andere Menschen und bleibe so in Bewegung und kann gleichzeitig etwas sehr gutes, hilfreiches leisten und bekomme das auch noch bezahlt. Und klar bin ich dann abends rechtschaffend kaputt. Das wäre ich aber nach ein paar Stunde Sport auch. Wo ist also die Grenze, wie merke ich, dass es (auch, oder gerade dann körperlich) zuviel werden könnte? Das ist also, finde ich, gar nicht so einfach zu beantworten.

Ich bin mit dem, was ich leiste, zufrieden. Ich habe die Anerkennung der Menschen, die ich unterstütze. Geld spielt da eine untergeordnete Rolle. Und ich gehe komplett darin auf, anderen zu helfen und es ihnen wieder hübsch zu machen, mit ihnen zu sprechen, Dinge zu übernehmen, die sie nicht mehr selber können. Das hilft mir, meine durch die agitierte Depression überschüssige Energie abzubauen. Das erfüllt mich mit Stolz und Freude. Meine Familie kann das nicht so nachvollziehen, von daher bekomme ich von dort keine oder wenig Anerkennung, sondern eher immer den Ratschlag, mehr auf mich zu achten. Ein Kreislauf....wo der aber hinführt, zu völliger Selbstaufgabe oder eher zu einer Stärkung meines Wohlbefindens...das werde ich wohl erst später merken. Im Moment merke ich nur, dass mir die Bewegung und das Grundgefühl des etwas-sinnvolles-machen einfach nur gut tut und mich glücklich macht und ich so auch auf mein Umfeld wirke. Meistens jedenfalls

08.06.2021 10:05 • x 2 #19


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Heideblümchen:
Ich frage mich: muss ich denn alles an mir mögen? Selbst ein Gegenstand hat seine guten und seine weniger guten Eigenschaften. Ich bin nicht mit mir unzufrieden, nur, weil mein Gewicht im Moment nicht passt. Oder weil ich mal einen schlechten Tag habe. Bei mir persönlich zählt der Gesamteindruck.


Das finde ich sehr gut beschrieben. Sich selbst so akzeptieren wie man ist, heißt auch nach meiner
Sichtweise nicht, dass ich alles an mir, an meinem Körper und an meinem Verhalten mag.
Allerdings alles das, was ich nicht oder nicht eben einfach mal so ändern kann, das versuche ich an mir
zu akzeptieren.

Und ganz wichtig finde ich auch. Besonders auch an anderen Menschen sollte man versuchen, sie
so zu akzeptieren, wie sie aussehen und wie sie sich verhalten und was sie sagen. Obwohl ich dies
häufig verflixt schwierig finde. Gern hätte ich sie oft so, wie ich es möchte.

08.06.2021 11:04 • x 2 #20


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Heideblümchen

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Danke, @Pilsum ... ich fühle mich gerade sehr gut von dir verstanden!

08.06.2021 11:09 • x 1 #21


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Heideblümchen:
Auch mir fällt es schwer, mich nicht zu überlasten, einfach, weil ich MEINE, die Energie für das, was ich mache, zu haben. Ich habe mich oft gefragt, was die Ärzte meinen, wenn sie sagen, ich soll auf mich achtgeben. Ich finde, es ist zu einfach, das einfach zu SAGEN. Ich spüre meine Überlastung nicht.


Überlastung kannst Du sehr gut spüren, wenn Du darauf achtest. Problematisch ist meistens.
Die wenigsten Menschen achten darauf, wann und ob sie sich überhaupt überlasten.
Eventuell hat dies mit unserer Prägung aus der Erziehung etwas zu tun.
Als Kind wird man von der Eltern besonders dann gelobt, wenn man etwas gut gemacht hat.
Lob gibt es also, wenn man etwas tut. In der Arbeitswelt gibt es auch besonders dann Geld und
Lob, wenn man etwas gut macht.

Wer aber lernt Kindern und Jugendlichen, das sie es sehr gut machen, wenn sie sich
zwischendurch immer wieder ausreichende Ausruhphasen gönnen.
Welche Eltern loben Kinder dafür, dass sie sich ausruhen, entspannen und mal zeitweise nichts tun?

08.06.2021 11:16 • x 3 #22


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Heideblümchen

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Zitat von Pilsum:
Als Kind wird man von der Eltern besonders dann gelobt, wenn man etwas gut gemacht hat.
Lob gibt es also, wenn man etwas tut.

Und das ist bei mir die Krux: ich habe auch schon als Kind gemacht und gemacht und gemacht.....und es war immer falsch oder zu wenig oder oder oder...Eine Anerkennung habe ich so gut wie nie bekommen.. Ich war der sprichwörtliche Hamster im Rad. Und bin es heute noch, immer in Aktion, immer auch, ja, auf der Suche nach Anerkennung, Lob, Erfolg, Beachtung und immer für andere.
Zitat von Pilsum:
Wer aber lernt Kindern und Jugendlichen, das sie es sehr gut machen, wenn sie sich
zwischendurch immer wieder ausreichende Ausruhphasen gönnen.
Welche Eltern loben Kinder dafür, dass sie sich ausruhen, entspannen und mal zeitweise nichts tun?

Davon konnte ich in meiner Kindheit/Jugend nur träumen! Und daher treibt es mich heute nach wie vor immer an, eher was zu tun, als (faul) rumzusitzen und zu genießen....

08.06.2021 11:26 • x 2 #23


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Jedi

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Hallo @Pilsum u. @Heideblümchen

Habe jetzt eure Beiträge gelesen u. ich finde sie spannend u. interessant - das nur einmal vorweg !

Zitat:
Ich frage mich: muss ich denn alles an mir mögen?

Nein sicher nicht !
Aber zu Akzeptieren, dass es auch etwas an uns gibt, was wir nicht so gerne mögen - so kann etwas an unserem Äußeren
sein oder an unserer Einstellung od. Verhalten.
Es ist aber ein anderer Umgang mit sich, dies Akzeptieren zu können u. nicht immer nur defizitär darauf zu achten
u. sich dann nicht zu mögen - villt. gar abzulehnen.

Der Blick aufs Ganze, halte ich da für richtig !
-------------------------------------------------------------------
Zitat:
Wie schafft es unser Kopf, das wir uns annehmen können?

Uns so annehmen können, wie wir sind.

Das sind gleich zwei Fagen @Pilsum für mich.
Durch Achtsamkeitsübungen lernen wir im Hier u. Jetzt zu sein - das Wahrnehmen was jetzt gerade ist.
Beispiel dazu: - Wenn wir morgens aufstehen, bewusst auf der Bettkante sitzen bleiben, den Druck auf die Fusssohle
durch den Boden spüren - sich selbst fragen, wie geht es Mir gerade -
wenn Du ins Badezimmer gehst, du die Türklinge in deiner Hand spürst u. wahrnimmst, dass du nun
einen anderen Raum betrittst.

Dies hat etwas damit zu tun, unsere Sinne zu schärfen - Sinnlichkeit erfahrbar werden zu lassen.
Klingt banal, ist aber Wissenschaftlich erwiesen, dass unser Hirn darauf reagiert.

Wenn wir morgens aufstehen u. schon denken, - schei.. Büro - blöde Kunden-Chef-Kollegen,
dann reagiert auch unser Hirn darauf, mit unseren Gefühlen u. Emotionen.
Steht Frau vor dem Spiegel u. schaut nur auf ihre Falten, ihre Cellulite oder die Narbe am Bauch oder
die Speckröllchen, dann macht das was mit Ihr
.
Es geht auch nicht darum, sich die rosarote Brille aufzusetzen u. zu sagen, toll meine Narbe oder meine Speckrollen,
die liebe ich so sehr.
"Nein", sie zu akzeptieren das sie da sind u. wir uns nicht dafür verurteilen müssen - uns weniger Aktraktiv zu finden,
uns gar gegenüber Anderen minderwertiger fühlen, (was leider nicht selten passiert ), -
Andere gar für Aktraktivier zu halten.
Diese innere Akzeptanz ist eine andere Haltung u. so kann ich mich auch besser Annehmen - meine Unvollkommenheit
akzeptieren.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat:
Wie will ich das Gefühl in mir entstehen lassen,

dass ich gut bin,

wenn ich mich nicht mit der Natur und mit anderen Menschen in ein Verhältnis setze?

Weil Individien sind - wir Alle sind einzigartige Exenplare !
"dass ich gut bin" - Du/ Wir sind gut u. wir brauchen ein solches Gefühl nicht erst herstellen.

Warum möchtest Du Dich in ein Verhältnis zu anderen Menschen setzen - möchtest Du Dich vergleichen,
um dann festzustellen, "Wer bin ich" - "Bin ich gut so, wie ich bin" ? (oder verstehe ich Deine Frage villt. falsch? )

Dieses Gefühl entstehen zu lassen, kommt meiner Meinung u. Erfahrung durch die Achtsamkeit !
Wenn ich mir mehr u. mehr bewusst bin - mehr im jetzigen Moment bleibe - mir am Tag immer wieder kurze Pausen
(können auf dem Klo sein) gönne u. mich frage, wie geht es Dir gerade (nicht heute morgen oder nach Feierabend);
"Nein" Jetzt in diesem Moment !
Das ist eine Achtsamkeit sich selbst gegenüber, auch eine Selbstfürsorge, die in unseren Alltag gehört.
Ich nenne es "innere Einkehr", sich tägl. zu Hause auch Zeit für sich zunehmen,
um wahrzunehmen, "wie geht es mir gerade".
Dies regelmäßig zu machen, so können wir uns anders Wahrnehmen lernen u. Annehmen !
Wir können besser mit unseren Gefühle / Emotionen umgehen - kennen unseren Körper besser -
können auf unsere Psyche/ Seele wohlwollender reagieren.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Etwas zur Meditation u. Achtsamkeit:
Es gibt eine Studie die zeigt, was Meditation in unserem Hirn verändert u. das hat man Untersucht,
bei Menschen die 8 Wch. meditiert haben u. Menschen die nicht meditiert haben u.
hat sie in ein MRT geschickt u. dort konnte man am Hirn Veränderungen feststellen.
Achtsamkeits-Übungen wurden genutzt, so ca. 20 bis 30 min. am Tag
- bewusstes Wahrnehmen, ohne zu bewerten ! - (Braucht enige Zeit der Übung u. Disziplin ! )

Achtsamkeits-Übungen sind Alltagstauglich u. hat nichts mit der Meditation zu tun, die Mönche im
Kloster praktizieren.

08.06.2021 14:31 • x 2 #24


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Jedi

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Zitat von Pilsum:
Welche Eltern loben Kinder dafür, dass sie sich ausruhen, entspannen und mal zeitweise nichts tun?

Da hast Du @Pilsum absolut damit recht u. weil ich es selbst auch so erfahren habe, dass Ausruhen nur
vergeutete Zeit ist, habe ich mir so, wie ich sie nenne - mir meinen innere Instanz "den inneren Antreiber"
in mir erschaffen.
---------------------------------------------------
Zitat von Heideblümchen:
Davon konnte ich in meiner Kindheit/Jugend nur träumen!
Und daher treibt es mich heute nach wie vor immer an, eher was zu tun, als (faul) rumzusitzen und zu genießen....

Da ist es wieder dieses "treibt es mich" u. mich rührt es gerade @Heideblümchen , wenn ich das Lese.
Und ich weiß, wie schwierig es ist, sich Ruhe u. Gelassenheit - auch mal Faul sein sich zu erlauben u.
nur dazusitzen u. wahrzumehmen, einfach mal zu Genießen, dies anzueignen.
Mir hilft dabei Achtsamkeit - aber es ist u. bleibt auch ein tägliches Übungsfeld, um nicht doch wieder diesem "inneren Antreiber"
auf den Leim zu gehen.
Dabei ist es auch hilfreich, so meine pers. Erfahrung, hinter dem "inneren Antreiber" auch die Kräfte, Prägungen u.
Glaubenssätze zu identifizieren, um nicht länger diese Ohnmacht (ohne Macht zu sein ) spüren zu müssen.

08.06.2021 20:53 • x 2 #25


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Jedi:
weil ich es selbst auch so erfahren habe, dass Ausruhen nur
vergeutete Zeit ist, habe ich mir so, wie ich sie nenne - mir meinen innere Instanz "den inneren Antreiber"
in mir erschaffen.


Ausruhen ist selten vergeudete Zeit! Die besten Gedanken und Ideen kommen mir, wenn ich viel
Zeit habe und entspannt über neue Lösungswege nachdenken kann.

Hast Du wirklich selbst, also aus freiem Willen, in Dir den inneren Antreiber erschaffen?
Oder ist das passiert, weil Du damals nur begrenzte Blickrichtungen zur Verfügung hattest?

Zitat von Jedi:
Dabei ist es auch hilfreich, so meine pers. Erfahrung, hinter dem "inneren Antreiber" auch die Kräfte, Prägungen u.
Glaubenssätze zu identifizieren, um nicht länger diese Ohnmacht (ohne Macht zu sein ) spüren zu müssen.


Ich finde, hier sprichst Du etwas existentiell wichtiges an.
Jeder Mensch hat über seine Erziehung Pägungen erfahren. Diese Prägungen führen zu Glaubenssätzen
nach denen wir leben. Allerdings sind es doch die Prägungen, die andere Menschen, wie Eltern, Erzieher,
Lehrer und andere in uns abgelegt.
Irgendwann sollte dann ein Zeitpunkt kommen, wo jeder Mensch beginnt zu hinterfragen.
Ist meine bisherige Prägung so richtig und so hilfreich, dass ich damit zufrieden leben kann?

Und falls meine Prägung aus meiner Sicht nicht hauptsächlich zu meinem Vorteil erfolgt ist.
Was kann und was muss ich tun, damit ich mich von ungünstigen Prägungen teilweise befreien kann.

Und nun zur Frage dieses Threads.
Darf ich mich von Prägungen befreien?
Wie genau mache ich das dann?
Und was passiert, wenn ich mich von Prägungen lossage?

Was passiert dann mit meinen Gefühlen?
Und welche Auswirkungen wird dies auf mein Selbstbewusstsein haben.

09.06.2021 10:20 • x 2 #26


Pilsum

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Zitat von Jedi:
Es ist aber ein anderer Umgang mit sich, dies Akzeptieren zu können u. nicht immer nur defizitär darauf zu achten
u. sich dann nicht zu mögen - villt. gar abzulehnen.


Wieder sage ich.
Braucht es nicht die Natur, die Tiere und vor allem andere Menschen, um sich selbst akzeptieren zu lernen?
Wie kann ich lernen, mich selbst zu akzeptieren, wenn ich nicht ständig in der Natur und in der ganzen Welt
und an anderen Menschen ständig sehe, dass selten etwas perfekt und vollkommen erscheint?

Wenn die Welt nicht perfekt ist, dann kann es unmöglich richtig sein, wenn ich versuche
perfekt zu werden. Oder doch?

09.06.2021 10:33 • x 2 #27


Pilsum

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Zitat von Jedi:
Wenn wir morgens aufstehen, bewusst auf der Bettkante sitzen bleiben, den Druck auf die Fusssohle
durch den Boden spüren - sich selbst fragen, wie geht es Mir gerade -
wenn Du ins Badezimmer gehst, du die Türklinge in deiner Hand spürst u. wahrnimmst, dass du nun
einen anderen Raum betrittst.

Dies hat etwas damit zu tun, unsere Sinne zu schärfen - Sinnlichkeit erfahrbar werden zu lassen.
Klingt banal, ist aber Wissenschaftlich erwiesen, dass unser Hirn darauf reagiert.


Ich sehe das etwas wie Du .
Was denkst Du, wie lange braucht man, um seine Sinne in der von Dir beschriebenen Weise zu schärfen?
Wochen, Monate, Jahre?
Und provozierend frage ich. Seit Jahren versuchst Du in der Richtung Deine Sinne zu schärfen?
Warum? Wann werden sie scharf genug sein?

Zitat von Jedi:
Wenn wir morgens aufstehen u. schon denken, - schei.. Büro - blöde Kunden-Chef-Kollegen,
dann reagiert auch unser Hirn darauf, mit unseren Gefühlen u. Emotionen.
Steht Frau vor dem Spiegel u. schaut nur auf ihre Falten, ihre Cellulite oder die Narbe am Bauch oder
die Speckröllchen, dann macht das was mit Ihr


Auch das sehe ich genau wie Du.
Aber was folgert denn daraus?
Sind wir deswegen teilweise selbst dafür verantwortlich, wenn unsere Gefühle uns ärgern und belasten?
Bedeutet dies.
Wir können uns teilweise zufrieden denken?
Wir können uns dann vermutlich aber auch teilweise unzufrieden denken?

09.06.2021 10:46 • x 1 #28


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Jedi:
Warum möchtest Du Dich in ein Verhältnis zu anderen Menschen setzen - möchtest Du Dich vergleichen,
um dann festzustellen, "Wer bin ich" - "Bin ich gut so, wie ich bin" ? (oder verstehe ich Deine Frage villt. falsch? )


Diese Frage wundert mich.
Erst dann, wenn ich mich in ein Verhältnis zu anderen Menschen setze, beginne ich zu verstehen,
wer und was ich bin.


Wenn ich mich mit Menschen vergleiche, die ständig unfreundlich sind, dann...
Beginne ich zu erkennen, dass ich ein Mensch bin, der eher freundlich, verbindlich und aufmerksam
zu anderen ist.
Darf ich das nicht auf meine Seite "Guthaben" verbuchen?

Und wenn ich mich mit anderen Menschen vergleiche die ständig nach allen Seiten offen erscheinen,
Menschen die selten eine klare Meinung vertreten. Und die möchten, das alles erlaubt sein soll und
Regeln fast nie gelten sollen.
Darf ich das dann auf meine Seite Ungeduld, Unverständniss, Besserwisserei, Ablehnung
Zivilcourage und gegen den Strom schwimmen buchen?
Und macht mich dies zu einem besseren oder schlechteren Menschen, als es andere sind?

Ich muss doch irgendwie in Eigenbild von mir entwickeln.
Und um zufrieden zu werden muss ich mein Eigenbild doch ständig erweitern , verfeinern,
verändern, anpassen und gegebenenfalls auch verteidigen.
Weil sonst lebe ich doch nicht? Oder doch?

09.06.2021 11:02 • x 1 #29


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Machara

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Zitat von Pilsum:
Und um zufrieden zu werden muss ich mein Eigenbild doch ständig erweitern , verfeinern,
verändern, anpassen und gegebenenfalls auch verteidigen.


Und wenn ich an dem Punkt angekommen bin ich finde mich gut , ich weiß von meinen Ecken und Kanten
und weiß wie ich damit umzugehen habe was mache ich dann ?

Muss ich meine Ecken und Kanten auch noch abschleifen oder reicht es davon zu wissen und mit entsprechenden Reaktionen umzugehen. Möchten wir eine einheitliche weichgespülte Gesellschaft ?

Sind unsere Ecken und Kanten nicht die die uns ausmachen ? Die ein Profil von uns zeigen ?
Ich kann meine Narben akzeptieren die ich am Körper habe sie stören mich nicht sind sie doch Teil meines Lebens. Gezeichnet vom Leben . Mich stört es auch nicht wenn Menschen mich " anstarren " aufgrund, meiner Narben was im Sommer mit kurzen Hosen regelmäßig passiert. Lieb sind mir da die Kinder die Fragen was hast du da kann ich es erklären der Rest soll gucken .

09.06.2021 11:46 • x 5 #30

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