Gefühl nicht sich selbst zu sein / fremd im eigenen Körper

Espoir

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Hallo, ich kann vielleicht nicht so gut erzählen wie es mir geht, aber ich probiere es.
Ich bin in Hannover bis ich 7 Jahre alt war aufgewachsen, doch daran erinnere ich mich kaum. Dann bin ich zusammen mit meiner Familie nach Berlin gezogen, so weit so gut. Mir ging es ganz gut, wir haben uns nach der Geburt meiner kleinen Schwester einen Hund gekauft, ich hatte gute Freunde und habe Tennis gespielt.
Als ich dann in die 7. Klasse aufs Gymnasium kam war auch noch alles ok, aber ich hatte nur noch eine gute Freundin. Ich habe dann mit der Zeit aufgehört mit Tennis spielen und dann hat meine Freundin die Klasse gewechselt und sich zurückgezogen. Von da an wurde alles anders. Ich habe mir immer mehr Gedanken gemacht und irgendwann bekam ich auch schlechtere Noten. In der 11. Klasse wurde ich weil ich schüchterner war als alle anderen von einem Lehrer stark gemobbt, alle anderen fanden ihn cool.
Ich hatte nie richtige Freunde und manche Menschen haben mich auch verletzt, indem sie in der Schule meinten, sie wollen sonst nichts mit mir zu tun haben. Dann bin ich nach der 11. Klasse nach Münster gezogen, weil mein Vater inzwischen dort gearbeitet hat. Meine restliche Familie blieb erstmal in Berlin, weil mein Bruder in der Abiturphase war und sie ihn unterstützen wollte.
Ich wurde einfach auf irgendeine Schule gepackt, da die Ferien nicht gleich waren und ich 2 Wochen Ferien hatte.
Ich habe mich so unwohl gefühlt, es war schlimm. Ich habe mich dauernd verstellt und fühlte mich unwohl, auch wenn ich nette Leute kennengelernt habe. Meine Noten waren sehr schlecht, da es in NRW andere Fächer gab und die Oberstufe anders strukturiert war. Ich hatte zudem auch noch die strengsten Lehrer der Schule.
Als meine Familie ein Jahr später nach Münster kam habe ich die Schule gewechselt, auch wenn es merklich besser war, habe ich mich auch unwohl in meiner Haut gefühlt. Ich habe das Abitur durchgezogen und studiere momentan in Rostock.
Aber ich habe kaum Kontakt zu meinen alten "Freunden" weil es sich nicht echt anfühlt und ich mich immer verstelle.
Zu lange möchte ich auch nichts schreiben, deswegen kurz zusammengefasst, in Rostock kriege ich auch die Kriese und bin sehr oft wieder zuhause. Nur hier fühle ich mich wohl und egal was ich mache oder wen ich treffe, ich bin einfach nicht ich selbst. Ich habe ein sehr schlechtes Bild von mir und von anderen.
Das schlimme ist ich muss etwas machen, eine Ausbildung oder irgendetwas und ich kann einfach nicht von zuhause weg, weil ich sonst mich ganz anders verhalte, gar nicht auf mich achte und nicht ich selbst bin.
Kennt jemand ähnliche Gefühle?

10.08.2012 11:11 • #1


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achtsamkeit

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Hallo Espoir,

du scheinst dich nur im Umfeld deiner Familie einigermaßen sicher zu fühlen.
Hast du schon einmal an eine Psychotherapie gedacht, denn mir scheint, dass es dir an Selbstbewusstsein mangelt und Selbstsicherheit. Dazu musst du auch ein positives Bild von dir selbst bekommen. Dabei kann dir eine Psychotherapie sehr helfen.

LG Pelle

10.08.2012 12:06 • #2



Hallo Espoir,

Gefühl nicht sich selbst zu sein / fremd im eigenen Körper

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Espoir

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Ja, ich habe schon mit einigen Psychotherapeuten gesprochen, aber die haben eher auf Verhaltenstherapie gesetzt. Ich habe mich aber auch nie wirklich getraut alles zu erzählen, wie ich mich fühle, habe jetzt einen Therapeuten seit gut 2 Wochen, der mich versucht kennen zu lernen und ich gebe mir auch Mühe, damit es endlich klappt.
Aber es ist wirklich schwer sich ganz zu öffnen, da man ja auch Angst hat das andere etwas falsches von einem denken könnten.

12.08.2012 13:43 • #3


Martina

1982
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Zitat von Espoir:
Aber es ist wirklich schwer sich ganz zu öffnen, da man ja auch Angst hat das andere etwas falsches von einem denken könnten.


Um sich ganz zu öffnen, muß erstmal genug Vertrauen da sein. Das baut sich im Laufe der Zeit auf. Aber ist schon wichtig, dass du alles erzählst, damit du richtig therapiert werden kannst. Du brauchst keine Angst davor zu haben, was der Therapeut über dich denkt. Ich glaube, es gibt nichts, was ein Therapeut nicht schon mal gehört hat. Und er braucht viele Anhaltspunkte, um dich richtig einschätzen zu können. Und wenn etwas unklar ist, wirst du danach gefragt.
Habe nur etwas Mut....

12.08.2012 13:50 • #4


Espoir

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Dankeschön, das gibt mir Mut.
Ich glaube auch das ich ihm mehr vertrauen kann mit der Zeit als den anderen bisher. Er lässt sich mehr Zeit einen einzuschätzen.
Falls ich es nicht so schaffe das rüberzubringen was ich meine, kann ich auch meine Tagebucheinträge abgeben, da steht hauptsächlich drin wie ich mich fühle und was in mir vorgeht. Bisher habe ich mich noch nicht getraut, aber ich versuche es.

12.08.2012 14:50 • #5


Martina

1982
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Hallo Espoir,

ich sehe, dass du in Threads schreibst, die schon recht alt sind. Die Autoren dieser Threads sind zum großen Teil lange nicht mehr hier im Forum gewesen. Sei also nicht enttäuscht, wenn du dort keine Antworten mehr bekommst.

12.08.2012 15:59 • #6

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