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Jugendliebe wieder gefunden und beide Single

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Das Thema Männer schien für mich seid 1 Jahr erledigt. Nach einer gescheiterten Ehe von 21 Jahren ,einer verhängnisvollen Affäre und einer anschließenden gescheiterten 10 jährigen´" Bruder/Schwester" Beziehung hatte ich keinerlei Sehnsucht und Ambitionen mehr mich auf einen Mann einzulassen.
Im November 2018 fielen mir alte Liebesbriefe aus dem Jahr 1981 in die Hände die ich mein ganzes Leben gehütet hatte wie einen Schatz.
Ich habe damals als 15 jährige auf einer Klassenfahrt nach Belgien einen 17 jährigen Belgier kennengelernt und wir haben uns innigst ineinander verliebt. Wir hatten damals 5 gemeinsame Tage während der Klassenfahrt und einige Wochen später nochmal 2,5 Tage als ich ihn mit meinem Großvater und meiner damals besten Freundin über ein Wochenende besucht habe.Dabei habe ich dann auch seine Familie kennengelernt ,wir haben alle zusammen ein schönes Wochenende in seinem Heimatort miteinander verbracht und es war ausgemachte Sache mit seinen Eltern und meinem Opa das er mit seiner Familie 2 Monate später Deutschland einen Besuch abstattete. Die Liebesbriefe zwischen ihm und mir flatterten nur so hin und her und beide wurden wir 4 Monate lang nicht müde uns eine gemeinsame Zukunft auszumalen wenn ich 18 wäre. Die Aufrichtigkeit und der Tiefgang seiner Emotionen ( wir haben uns heftigst weinend bei unserem ersten Abschied am Bahnhof vor meiner gesamten Schulklasse in den Armen gelegen) habe ich nie vergessen.
Kurz vor dem geplanten Deutschlandbesuch bekam ich allerdings einen Abschiedsbrief von ihm.
Zwischen uns lagen 350 km , eine Ländergrenze und es hätte halt noch eine ganze Weile gedauert bis wir eine Beziehung hätten leben können. Die Aussichtslosigkeit und unsere Jugend hat ihn damals dann wohl dazu bewogen das Ganze zu beenden. So weit,so gut.
Das Leben ging weiter ,für mich war er halt meine große Jugendliebe,vergessen habe ich ihn nie und ich habe immer mit einem Lächeln darauf zurück geblickt.
Und nun kommen wir zum Kern der Sache. Im November habe ich ihn einfach mal aus Neugierde bei Facebook gesucht und BINGO gefunden.Ich hätte allenfalls damit gerechnet das man sich dann ein bisschen austauscht wie das Leben so gelaufen ist aber. nach wenigen Sätzen kam ein Zug ins rollen der nicht mehr zu stoppen war
Wir waren wirklich beide total überwältigt das wir uns nach mehr als 3 Jahrzehnten auf diese Art und Weise nochmal über den Weg laufen und haben uns erstmal stundenlang grob ausgetauscht wie unser Leben so gelaufen ist.Nach einigen Stunden wussten wir das wir beide Single sind und wir alle beide nie einen wirklich sicheren glücklichen Hafen in einer Beziehung gefunden hatten.

27.02.2020 20:03 • x 2 #1


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Die alte Vertrautheit, der Humor des anderen ,die Art sich miteinander auszutauschen und zu vertrauen war ganz schnell wieder da.Uns kaputt lachend haben wir die Erinnerungen unserer großen Teenagerliebe wie Puzzleteile zueinander gefügt, und sind uns immer näher gekommen.Es begann das Kribbeln,das zögerliche Flirten und am 2 Tag hat er mir reinen Wein eingeschenkt und gesagt er würde mich wahnsinnig gerne wieder sehen aber er wäre nicht der Mann den ich jetzt treffen sollte, das hätte ich nicht verdient! Er hätte seid 10 Jahren schwere Depressionen und massive Alk.BUMMS, das saß! Mein erster Impuls war ganz klar: Um Gottes Willen,das tu ich mir nicht an! Wir haben dann trotzdem weiter geschrieben,tagelang. Das Vertrauen wuchs immer mehr und ich erfuhr seine wirklich nicht leichte Lebensgeschichte.
Nach 2 Wochen intensivsten Austausch über Messenger wussten wir alles voneinander,hatten aktuelle Bilder getauscht und waren berauscht,verliebt und voller Hoffnung das wir jetzt in unseren höheren Lebensalter doch noch mal das eine,wirkliche Glück finden! Er hatte 3 Tage nach unserem ersten Kontakt abrupt aufgehört zu trinken und 21 Tage nach unserem ersten Kontakt standen wir uns nach 37 Jahren wieder persönlich gegenüber. Zutiefst erschüttert,voller Angst ,lachend und weinend gleichzeitig Für diese Gefühle gibt es kaum Worte, es war einfach nur wie" ZUHAUSE" sein. Wir waren wirklich beide wie auf Dro.,haben uns das gesamte Wochenende geliebt,sind spazierengegangen , haben geredet,haben uns immer wieder nur ungläubig angesehen und haben das Ganze als ein Geschenk des Lebens an uns empfunden und als einzigartige Chance die wir nutzen wollten.

27.02.2020 20:05 • x 2 #2


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Also,Mitte November 2018 begann das alles durch Facebook. Nachdem wir das erste Wochenende miteinander verbracht hatten waren wir einfach nur voller Hoffnung ,total verliebt und unser Mantra war: Wir schaffen das !
Trotz 540 km Entfernung und 2 verschiedener Länder und seinen damals 12 jährigen Zwillingen die regelmäßig auch für mehrere Tage bei ihm sind. Zudem zeichnete sich auch beruflich bei ihm eine Veränderung an was maßgeblich positiv zu sehen war, und ist, in Bezug auf seine Probleme. So das wir uns einig waren,wir gucken wie alles läuft,ob er seine Trinkerei ( täglich eine Flasche Grand Manier) in den Griff bekommt und sich den Depressionen stellt. Ich muss zugeben das ich wirklich sehr naiv gewesen bin was das Ausmaß dieser Krankheiten anbelangt.
Natürlich war mir klar ,das es hart wird für ihn aber ich habe wirklich geglaubt damals, die Liebe ,die Gefühle,diese unbändige Freude über dieses sich wiederfinden wird es möglich machen.
Seine Augen haben sooo gestrahlt,wir haben so gelacht,einander genossen wie es schöner nicht sein kann.
Und waren beide davon überzeugt das es Schicksal war und genauso passieren sollte wenn die Zeit reif ist.
Er hat mehrmals gesagt in den letzten 15 Monaten das ich ihm das Leben gerettet hätte. ( So einen sch. will ich gar nicht hören,will kein Lebensretter sein nur eine liebende Partnerin) Die beiden Weihnachtsfeiertage 2018 bis einschließlich 1 Januar war er dann bei mir. Wir waren 24/7 zusammen und es fühlte sich an wie ein harmonisches Paar was schon lange zusammen ist. Er hatte seid Mitte November keinen Tropfen Alk. angerührt,es fiel ihm auch nicht schwer. Und doch gab es 2 Situationen in denen ich hätte realisieren müssen das es alles nicht so einfach wird.
Bei dem ersten Wochenende hat er irgendwann plötzlich gesagt: Das wird viele Tränen geben! Und in der Weihnachtszeit sagte er so etwas wie: Man hat solange Vertrauen bis es einem kaputt gemacht wird.
Aber,wie gesagt ich war so naiv und einfach nur verliebt.

27.02.2020 20:07 • x 1 #3


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Nachdem er Neujahr dann zurück gefahren ist habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht,da er erzählt hatte das er wenn er Betriebsurlaub hat ( er ist/ war gemeinsam mit seinem Bruder Chef eines mittelständischen Familienunternehmens) komischerweise nie getrunken hat. Er ist sich bewusst darüber das sein Job und und die Familien/Unternehmenswerte die entscheidende Rolle gespielt haben bei der verhängnisvollen Entwicklung. In seiner Familie zählt nur arbeiten und Geld verdienen. So sagte er einmal.
Also blickte ich mit Bangen auf den Arbeitsbeginn bei ihm. Mitte Januar 19 fuhr ich dann das erste Mal nach 38 Jahren wieder nach Belgien für ein verlängertes We.
Er kam mir schon etwas anders vor. Einfach angespannter. Da ich seine Eltern ja damals kennengelernt hatte , (sein Vater lebt nicht mehr) hatte ich insgeheim schon gehofft das wir zusammen seine Mutter besuchen. Ich wusste nicht so genau ob er ihr schon von uns erzählt hatte und hatte auch nicht gebohrt. Am ersten gemeinsamen Abend in Belgien meinte er dann, morgen fahren wir zu meiner Mutter. Ich habe mich wahnsinnig gefreut denn offiziell zu den Eltern mitgenommen zu werden ist ja auch schon so ein Statement. Ebenso hatte er sich schon Weihnachten Gedanken drüber gemacht wie seine Kinder es aufnehmen werden wenn Papa eine Freundin hat.
Auf meine Frage 2 Stunden später was er denn für eine Uhrzeit mit seiner Mutter ausgemacht hätte schaute er mich plötzlich ganz kalt an und sagte: Ich will nicht zu meiner Mutter. Ich fragte verdutzt: Wieso? Du hast doch vorhin gesagt wir besuchen Sie Morgen. Darauf er: Hast du wirklich geglaubt nach der kurzen Zeit ( es waren 11 Wochen) würden wir schon zu meiner Mutter gehen? Ich sagte nur : Ich habe garnix geglaubt und überlasse vollkommen dir wann wir das tun. Aber warum erzählst du mir dann den Blödsinn? Er sagte nur: Ich erzähle oft Blödsinn

27.02.2020 20:09 • x 1 #4


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Ich habe das dann mal so stehen lassen.Aber. mir wurde schlagartig klar was es heißt einen psychisch kranken Mann zu lieben.
An diesem We haben wir dann noch gemeinsam die Orte aufgesucht an denen wir uns als Jugendliche damals aufgehalten hatten. Mich hat das total berührt ,niemals niemals hätte ich 3 Monate zuvor noch gedacht das ich diese Orte nochmals mit ihm an meiner Hand besuchen würde. Hätte man mir erzählt ich würde mal zum Mond fliegen,hätte ich das für wahrscheinlicher gehalten.
Mit viel Unsicherheit und Angst im Herzen fuhr ich schließlich zurück Sonntags abends. Denn auch ich habe meine Geschichte grad was das Thema Männer,Aufrichtigkeit und Vertrauen anbelangt. Ich hatte schon zu dem Zeitpunkt für mich einen Termin bei einer Psychologin ausgemacht da ich schnell merkte und wusste damit diese Geschichte ein gutes Ende nimmt brauche ich Begleitung und muss dringend auch an meine Themen nochmal ran.
Das nächste Treffen war für 4 Wochen später geplant und auch weitere Planungen für gegenseitige Besuche gab es schon. Und natürlich habe ich angefangen mich intensiv mit den beiden Krankheitsbildern auseinander zu setzen und soviel Info wie möglich zu bekommen.
In den folgenden 4 Wochen wurden seine Nachrichten an mich deutlich weniger ( ok,vorher hatten wir auch wirklich wie die Teenies rund um die Uhr getextet)
Aber,ich konnte mit diesen spärlicheren Nachrichten nicht gut umgehen und meine Ängste gingen mit mir spazieren.
Das ließ ich ihn auch wissen.Er beteuerte das sich an seinen Gefühlen für mich nichts verändert hätte aber das sein Alltag schon sehr anstrengend sei und die Depression anklopft.
Mit Problemen im Arbeitsalltag könne er umgehen aber wenn zusätzlich privat Probleme auftauchen das schaffe er nicht. Und wir würden über alles sprechen wenn er das nächste Mal kommt

27.02.2020 20:10 • x 1 #5


Jofi

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Ich lese gerne bei dir mit!

27.02.2020 23:11 • x 2 #6


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Juli1

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Ich auch

28.02.2020 00:19 • x 2 #7


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Ylvi13

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Deine Geschichte berührt mich sehr.

28.02.2020 12:10 • x 2 #8


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Juli1

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Wie geht es denn jetzt bei euch weiter, habt ihr Kontakt? Bzw. wann seht ihr euch wieder?

28.02.2020 13:05 • x 2 #9


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Ihr Lieben,
danke für die Rückmeldungen. Ich werde heute zu einem späteren Zeitpunkt weiter berichten. Jetzt fehlt die Zeit leider.

28.02.2020 13:34 • x 2 #10


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Weiter geht's.
Dann war er endlich( mittlerweile Mitte Februar 19) Freitags abends sehr spät um 23.00 wieder hier bei mir übers We.
Samstags morgens begann dann die Aussprache.Er eröffnete das Gespräch mit der Frage: Also,wie ging es dir in den letzten Wochen? Ich habe ihm wahrheitsgemäß geantwortet: Nicht so gut da ich deine Veränderung spüre,und ich irgendwie das Gefühl habe wir verlieren die Verbindung zueinander. Das ich aber viel gelesen habe über Depressionen und es mir geholfen hat all die unzähligen Nachrichten und den Verlauf unserer Geschichte zu lesen und mich damit selber beruhigt habe.
Er hat dann erzählt das er spürt die Depression kommt zurück , er hätte einen Tag lang wieder getrunken, und er fühlt Angst und Unsicherheit. Es wäre sooo anstrengend für ihn auf Deutsch zu kommunizieren ( er spricht flämisch d.h also niederländisch und das spreche ich nicht) Und eine Beziehung würde nicht gehen. Wie sollten wir all die Probleme die da kommen überwinden? Die Entfernung,die Arbeit,die Kinder?
Ich fragte ihn dann: Und nun? Was sollen wir tun? Aufhören?Alles beenden?
Das wollte er auf keinen Fall,sondern weiter machen wie bisher aber eine Beziehung ginge nicht. Das könnte man keinem Partner antun.
Ich spürte seine Verzweiflung ,all seine Ängste und sagte nur: Ok,ich gehe das Wagnis ein,wir machen weiter ohne das ich klassisches Beziehungsverhalten einfordere.( so sinngemäß)
Sonntags morgens wurde ich weinend mit einem Alptraum in dem es um uns ging wach.
Er saß schon in der Küche,hatte Kaffee gekocht und ich traute mich nicht aufzustehen weil mir klar war das meine Angst und meine Tränen jetzt sicherlich nicht von Vorteil waren und ihn nur triggern würden.
Aber mir war ebenfalls klar das ich meinen Kummer und meine Verfassung nicht wirklich vor ihm hätte verbergen können und die Vorstellung das er abends wieder fährt und für die nächsten 2 Wochen wäre man wieder nur auf whats ap und telefonieren angewiesen machte mich noch mehr kirre.
Außerdem hatten wir vereinbart immer ganz ehrlich miteinander umzugehen und so stand ich auf und ging zu ihm in die Küche.
Auf sein freundliches guten Morgen habe ich mich ihm nur weinend in die Arme geworfen und ihm meine furchtbare Angst gestanden.
Meine Angst davor wieder nur benutzt ,ausgenutzt und manipuliert zu werden wie ich es im Grunde mein ganzes Leben lang in Bezug auf die Männer ,die ich liebte,erlebt hatte.
Er hielt mich in den Armen, versuchte mich zu beruhigen und fragte mich: Glaubst du wirklich ich will dich manipulieren?
Ich antwortete: Nein,das denke ich nicht ( habe ich wirklich nicht gedacht ) aber trotzdem täte das alles so weh.
Ich beruhigte mich etwas, sah ihm in die Augen und konnte nicht anders als ihm zu sagen: Ich liebe dich. Ich habe dich damals geliebt und ich liebe dich heute.
Es herrschte kurz Schweigen, ich entschuldigte mich für diesen Ausbruch ,aber ich hätte ihm das jetzt einfach alles so sagen müsse.
Er rannte dann 2/3 mal in meiner Küche auf und ab ,kam zu mir, umfasste mein Gesicht zärtlich mit seinen Händen und sagte: Es ist gut so so,es musste raus.
Dann meinte er .Liebe.,ja da ist so etwas wie Liebe.
Wir haben dann gefrühstückt und uns ,soweit möglich einen schönen Tag gemacht.
Zum Abend hin hatte ich wieder etwas mehr Zuversicht gefasst ,er kochte uns was schönes und irgendwie habe ich dann ( ich weiß nicht mehr in welchem Kontext) noch so etwas fallen lassen wie: Wir müssen weiter an unserem Happy-end arbeiten.
Er warf mir einen leicht irritierten Blick zu.
Als er dann fuhr habe ich wieder eins seiner t- shirts hierbehalten zum reinkuscheln gegen die Sehnsucht.
Er sagte dann: Er hatte keine Sehnsucht. Seine Gefühlswelt wäre einfach wie eine gleichbleibende Linie.
Das tat schon sehr weh denn in den Wochen bis Mitte Januar hatte er schon heftig Sehnsucht und wir haben immer die Tage gezählt bis zum Wiedersehen.
Dieses mal sollten es dann 10 Tage sein bis ich wieder zu ihm fuhr .

28.02.2020 18:08 • x 2 #11


37Jahre

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An dieser Stelle sollte ich vielleicht endlich mal etwas hinzufügen:
Natürlich habe ich ihn von Anfang an gefragt ob er sich mit dem Thema Therapie auseinander gesetzt hat?
Seine Antwort : Ja, er hätte 2/ 3 Therapien begonnen aber das wäre nichts für ihn. Es würde bei ihm nicht helfen
Ich habe natürlich immer wieder vorsichtig das Thema Psychologen/ Psychiater und sowas wie anonyme Alk. angesprochen. Er wollte nix nix nix davon wissen .

28.02.2020 18:33 • x 2 #12


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maya60

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Liebe 37Jahre, auch ich bin sehr berührt von eurer Liebesgeschichte. Denn das ist es, was immer auch sonst sein oder werden sollte!
Schon als Kind wusste ich, dass fast jeder Erwachsene einen tiefen Schmerz in seinem Herzen mit sich trägt.

Darum habe ich auch nie so einen Riesenunterschied zwischen psychisch Kranken und sogenannten Gesunden gesehen.

Und es sind besonders oft die Verwundeten unter uns, die uns besonders anständig behandeln.

Du bist nicht für die Depressions- und-Sucht-Behandlung deines Liebsten verantwortlich und das würde auch gar nicht funktionieren. Aber so alle 4 Wochen kannst du ihm ja mal hier aus dem Forum erzählen unter Wahrung der Anonymität oder ihn einfach mal mitlesen lassen. Mehr gar nicht.

Wie ich schonmal in dem Sammelthema zum Umgang mit depressivem Partner geschrieben habe, sind Depressive besonders suchtanfällig ohne Behandlung, weil Alk. und Nikotin z.B. als Nervengifte zunächst erleichternde Prozesse im Hirn freisetzen, die kurzfristig von der Gefühlstaubheit oder der innerlichen Verzweiflung und Angst erleichtern. Die Rechnung kommt kurze Zeit später. Nicht nur als Sucht, sondern in den Verschlimmerungen der Gesamtlage, die diese Nervengifte anrichten.

Auch, dass sich viele Depressive in ihrem unbekannten Elend zu Parties, Affären, Computerspielen, S. und Por.s hingezogen fühlen, um durch den Kick überhaupt noch was zu fühlen, was nicht nur Verzweiflung ist, gehört in diese Suchtschiene. Es sind aber alles Sackgassen der verzweifelten Selbstmedikation und zerstörerisch!

Das einzig Wirksame können die Fachleute, Psychiater und Psychotherapeuten, bieten. Wenn dann eine Behandlungsgrundlage da ist, dann kommen auch wirklich lebensverbessernde Ideen auf und nicht nur immer zerstörerische aus der Suchtecke.

Aber dem allem zum Trotz bleibt es eine berührende Liebesgeschichte bei euch. Und Liebe lässt sich nicht lenken, also versuch es erst gar nicht und genieße das, was da ist.

Liebe Grüße! maya

28.02.2020 18:50 • x 2 #13


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Liebe Maya,
Danke für deine lieben Worte.
Mir laufen grad nur so die Tränen nachdem ich deine Antwort gelesen habe. Um es vorweg zu nehmen,er ist inzwischen in Behandlung.Und ich denke es gibt Grund ein kleines bisschen hoffnungsvoll nach vorn zu blicken.
Trotzdem ist alles ungewiss.
Dein Vorschlag, ihm von diesem Forum und den Austausch den ich nun seid 2 Tagen begonnen habe werde ich nicht umsetzen. Zum einem habe ich ihm schon in anderer Art und Weise sowas an die Hand gegeben zum anderen ist das hier meins.
Ich denke alle Angehörigen von euch Betroffenen kennen die Reaktionen ihrer Familie und Freunde wenn man in solchen Situationen steckt und haben irgendwann keine Lust und kein wirkliches Verständnis mehr drüber zu reden.
Es kostet mich viel Kraft das alles mal zusammenhängend aufzuschreiben aber es tut auch gut.
Dieser Austausch stärkt enorm und ich sehe es auch so ein bisschen als Therapie für mich um alles zu verarbeiten.
Ganz liebe Grüße

28.02.2020 19:20 • x 3 #14


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maya60

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Liest sich alles für mich richtig, liebe 37 Grad!

Ich habe immer an die Liebe geglaubt und die Lebensphasen, in denen sie anwesend war, mögen sie noch so schwer gewesen sein, strahlen in meiner Erinnerung bis heute in großer Kostbarkeit!

28.02.2020 19:23 • x 1 #15


Eulenspiegel

Salü , bei allem schönen Gerede , die Chancen das es weiter geht, sind realistisch gesehen sehr gering auch wenn ich nun als Ar s c h da stehe , und doch ich habe Gefühle viele sogar, nur kann ich auch lesen was so abgeht und das sehe ich kritisch

28.02.2020 19:23 • x 1 #16


Eulenspiegel

Sorry , wenn es so hart rüber kam, ich wollte ehrlich sein

28.02.2020 19:39 • #17


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maya60

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Hi Eulenspiegel, als ob das jemand prognostizieren könnte, was passieren wird.

Und vor allem, egal, was passiert, das, was bisjetzt Liebe war, wird es auch immer in der Erinnerung bleiben, strahlend, kostbar und eine ganz besondere Liebesgeschichte.

Und das bereichert nicht nur das Leben, sondern das gibt das Wissen, gelebt zu haben aus dem Vollen!

Liebe Grüße! maya

28.02.2020 19:44 • x 2 #18


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Zitat von Eulenspiegel:
Sorry , wenn es so hart rüber kam, ich wollte ehrlich sein

Kein Problem Eulenspiegel. Es ist gut auch mal eine männliche Ansicht zu hören.Und denke nicht das ich nicht selber Tage habe in denen ich frustriert,erschöpft und desillusioniert keinen Pfifferling mehr auf einen guten Ausgang geben würde . Aber, mein letzter Bericht beschreibt die Situation vom Februar 2019 inzwischen sind wir ein Jahr weiter und da ist viel passiert. Ich werde weiter erzählen.

28.02.2020 19:55 • x 2 #19


Eulenspiegel

Ich hoffe für dich

28.02.2020 19:57 • x 1 #20


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maya60

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Ach so, ihr seid ja noch ein Jahr weiter!

28.02.2020 19:58 • #21


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maya60

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P.S.: Und, weil ich mittlerweile als Erwachsene weiß, dass jeder Erwachsene einen tiefen Schmerz, Wunden und Narben in seinem Herzen mit sich trägt, ist jede Auseinandersetzung mit einer psychischen Krankheit bei den Angehörigen, die ja ebenso von einer Depression betroffen sind, immer auch, hoffentlich auch mit einer Psychotherapie, eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Krafthaushalt, mit den eigenen inneren "Dämonen" und Abhängigkeiten, mit dem Thema Nähe und Distanz und mit dem Thema Liebe und vielem mehr. Ich weiß das, weil ich zuerst Angehörige einer depressiven Mutter war, eines depressiven Großvaters und Onkels.

Nur durch meine Erkrankungen und dass ich so unten war, dass ich offen in Vertrauen und Liebe meinem Mann auch meine Schwächen zugab, hörte ich immer öfter, wie er seine auch zugab.
Denn im Schatten der Erkrankung des Partners lassen sich ja auch eigene Schwächen zunächst in Selbstgerechtigkeit des "Gesunden" so fein verstecken.
Wenn der aber das gar nicht mehr tut und wenn es bei beiden darum geht, ob Liebe noch da ist und ob die Kraft miteinander noch langt, dann taugen irgendwann keine Fassaden mehr, keine coolen Sprüche mehr, keine Machtspiele mehr.

Dann taugt nur, sich das "ganz unten Sein" miteinander mal anzuschauen und Vorurteile und Vorverurteilungen sich gar nicht mehr leisten zu wollen.

Denn so einige depressive Haltungen sind die Suchthaltungen unserer Gesellschaft und da ist die Unterscheidung in gesund und krank nur ein feiner Etikettenschwindel. Oft genug wurden die Einstellungen, die depressionsanfällig machten, schon anerzogen in unserer Leistungsgesellschaft, in der Stresserkrankungen zur Epidemie werden und Süchte auch.

Und so ist Ehe und Partnerschaft auch gerade Thema in meinem Tagebuch.

Liebe Grüße! maya

28.02.2020 20:08 • x 2 #22


37Jahre

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Maya, so wahre Worte. So ähnlich empfinde ich das auch könnte es aber niemals so in Worte fassen.

28.02.2020 20:12 • x 2 #23


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maya60

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Zitat von 37Jahre:
Maya, so wahre Worte. So ähnlich empfinde ich das auch könnte es aber niemals so in Worte fassen.


Nach 60 Jahren mit dem Krempel könntest du das auch.

28.02.2020 20:14 • x 1 #24


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Zitat von maya60:

Nach 60 Jahren mit dem Krempel könntest du das auch.


Ohje,60 Jahre zieht sich das schon durch dein Leben?

28.02.2020 20:20 • x 1 #25


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maya60

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Keine Angst und Entmutigung, liebe 37Jahre! Ich stamme aus einer Depri-Familie mit schlimmen Kriegserlebnissen und wurde dadurch unfreiwillig sehr erfahren als Angehörige schon mit dem Thema, lange bevor ich Worte dafür hatte. Außer der Depressionsdisposition von Mutters Seite gab mir mein Vater auch noch sein A.DHS mit und so hatte ich eine besondere Krankheitsbiografie.

Darum sage ich ja auch, der Dreh- und Angelpunkt dabei sind die Bereitschaft zur Behandlung und die Einsicht, dass unsere ganze Gesellschaft insgesamt depressive Anfälligkeiten produziert und leider auch Süchte und diese dann noch verharmlost.

Meine Familie gab mir aber auch die Erzählergabe mit auf den Weg und so kann ich gut über Depressionen erzählen, so dass ich hoffe, auch helfen zu können.

Und last but not least bin ich eine, die trotz und mit Depressionen mittlerweile zufrieden und recht ausgeglichen lebt und das sowohl im Vergleich zu psychisch Kranken wie zu Normalneurotikern.

Also keine Sorge!

28.02.2020 20:29 • x 2 #26


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Dann erzähle ich mal weiter.
Also,er fuhr nach Hause und in den nächsten 2 Tagen hörte ich nur sehr wenig von ihm.Er ließ mich wissen das es ihm sehr schlecht geht und er nur noch auf Autopilot geschaltet hat. Ich habe ihn liebevoll wissen lassen das es ok ist und er nicht alleine ist.Ich bin da.
Am 3 Tag nach unserem Wochenende bekam ich eine Mail von ihm.
Er schrieb das er etwas klarstellen müsste da er das Gefühl hat,auch auf Grund der Sprachbarriere, das manche Sachen noch nicht richtig rüber gekommen sind bei mir.
Die Mail war auf niederländisch verfasst,er bat mich sie zu übersetzen ,entschuldigte sich dafür aber anders könnte er das jetzt nicht kommunizieren. ( bis dahin hatten wir immer auf deutsch gesprochen)
Er schrieb das es ihm sehr schwer fällt all das jetzt zu sagen.
Inhaltlich erklärte er mir dann:
Was für eine Achterbahn der Gefühle hätten wir hinter uns. Zu dem Zeitpunkt als ich ihn bei Facebook ausfindig gemacht hätte wäre er so tief unten gewesen.Alles wäre vom Alk.übertüncht gewesen ,niemand hätte ihn mehr erreicht,selbst seinen Kindern wäre es nicht mehr gelungen.Nur durch mich hätte es Klick gemacht in seinem Kopf. Ich wisse von seinen Problemen und er hätte in unserer Geschichte eine seiner letzten Chancen gesehen wieder auf den richtigen Weg zu kommen.Und das wussten wir beide und wir nutzen diese Chance ohne zu wissen wohin dieser Weg uns führt.
Jetzt wären wir eine ganze Weile weiter und die ersten euphorischen Gefühle wären erheblich geschwächt weil uns die Realität des Alltags eingeholt hat.
Durch seinen Verzicht auf den Alk. wäre seine ehemalige Rüstung verschwunden und er wäre jetzt noch stärker mit seinen Depressionen konfrontiert.
Er würde sich wie eine offene Zielscheibe fühlen.
Und dann wäre da dieser Moment gewesen in dem er meine Ängste aufgrund meiner alten Beziehungserfahrungen sehr genau wahrgenommen hat. Von dem Augenblick an hätte sich Angst bei ihm eingeschlichen vor all dem was wir noch überwinden müssten. Die begrenzte Zeit die wir aufgrund der Entfernung miteinander verbringen könnte,die Kinder,die Arbeit,etc.
Und das hätte so eine Art von Druck in ihm aufgebaut mit dem er im Moment nicht umgehen könnte.
Die positiven Gefühle die eigentlich da sein sollten wären zu Angst und Unsicherheit geworden.
Diese Geschichte wäre ein Märchen wenn das alles funktionieren würde und wir könnten sie auf lange Sicht in eine schöne Beziehung verwandeln.
Und auch diese Sprachbarriere wäre ein großes Problem da er sich manchmal vorkommt wie amputiert wenn es so kompliziert ist für ihn sich mir mitzuteilen und das sich vielleicht dadurch auch nicht immer alles in die richtigen Worte fassen lässt das der andere wirklich versteht was man ausdrücken möchte. ( ich muss dazu sagen das sein deutsch sehr gut ist und es uns immer gelungen ist mit Geduld und manchmal mit Umschreibungen einander zu vermitteln was man meint)
Aber diese Umständlichkeit der Sprachbarriere macht ihm schwer zu schaffen,es würde ihn so frustrieren und runterziehen das er das Gefühl hat all das würde ihn so runterziehen das er wieder in den Zustand wie 4 Monate zuvor gerät. Und das wäre das letzte was er im Moment gebrauchen könnte. ( zu dem Zeitpunkt stand seine Firma bereits seid 6 Monaten zum Verkauf , nicht wegen finanzieller Probleme sondern weil er und sein Bruder einfach aussteigen und langsam in Richtung Rente gehen wollen bzw kürzer treten und noch mal etwas anderes jeder für sich in einem deutlich kleinerem Umfang machen wollen.Bei diesem Verkauf handelte es sich nicht um einen kleinen Gemüseladen sondern um ein börsennotiertes mittelständisches Unternehmen)
Er sagte weiter: In einem idealen Szenario könnte man all diese Probleme überwinden aber dafür müsste das Band sehr stark sein.Es gäbe Gefühle,natürlich,aber die letzten Wochen hätten gezeigt das die Gefühle dafür bei ihm nicht stark genug wären um all das zu überwinden.Er will mir keine falschen Hoffnungen machen das eine echte Beziehung daraus entsteht.
All das hätte in den letzten Wochen so stark in seinem Kopf gearbeitet,deswegen auch die schlaflosen Nächte,keine Konzentration in seinem Job.
Also,alles würde sich überhaupt nicht richtig anfühlen und ihm würde das Herz brechen weil er mir nicht geben könnte worauf ich vielleicht so sehr gehofft hätte.
Aber weiter zu machen ohne über die Folgen nachzudenken könnte vielleicht noch viel mehr zerstören und das wäre das letzte was passieren solle.
Er hätte Angst das er mich damit jetzt verletzt aber er hätte das sagen müssen weil ich in seinem Herzen bin und er versucht uns beide so zu schützen.
Er wolle mich weiter treffen so wie wir es jetzt täten denn diese Geschichte wäre für ihn nicht vorbei.Nur nicht so wie ich es vor Augen gehabt hätte.

Nachdem ich alles übersetzt hatte habe ich ihn angerufen und ihm erstmal für seine Ehrlichkeit gedankt.
Ich habe ihm aber auch gesagt das ich fassungslos bin über diese Entwicklung und wie er sich das vorstellen würde? Er kennt meine Gefühle für ihn und ich könnte ihn erstmal nicht mehr sehen.
Ich sagte ihm Liebe lässt sich nicht erzwingen und es soll wohl nicht sein. Ich würde nun all diese alten Briefe verbrennen( einige Wochen zuvor meinte er noch ich solle diese Briefe in einen Tresor packen ,sie hätten wahrscheinlich unser Leben verändert) und vielleicht würde es in einem anderen Leben klappen.
Er nannte mich weiter bei meinem Kosenamen und bekräftigte das er den Kontakt halten möchte.
Ich sagte ihm das wüsste ich noch nicht und er sagte: Kiddo,es geht einfach nicht.Wir sind beide krank.

Als wir das Telefonat beendeten sagte er: Du wirst von mir hören.Einen dicken Kuss ( So hatten wir unsere Telefonate immer beendet)
Wie ich mich danach fühlte könnt ihr euch denken.
Am nächsten Tag habe ich ihn gefragt ob ihm all das schön so an dem Wochenende zuvor klar war?
Seine Antwort: Das We und die 2 Tage danach hätten seine Gefühle nur bestätigt.
Am darauffolgenden Tag fragte ich ihn ob es wirklich sein Ernst wäre wenn er sich wünschen würde unser Kontakt würde weitergehen? Oder ob er das nur sagt damit es für mich weniger schlimm wäre?
Seine Antwort: Hey Kiddo, ich wünschte wirklich unser Kontakt könnte weiter gehen weil du immer ein Meilenstein in meinem Leben sein wirst.Schon 37 Jahre her ( ich war übrigens seine erste Liebe und auch er hatte 2016 schon versucht mich übers Internet wieder zu finden) aber jetzt noch mehr in diesem Moment. Du bist wirklich in meinem Herzen! Und eigentlich möchte ich dir mehr sagen,aber die Sprache.
Aber S. ist für mich kein Thema! Wie soll ich dir erklären was ich wirklich damit meine? Ich hoffe du verstehst was ich meine.Ich wusste von Anfang an das wir vor dieser Situation stehen würden,will aber heute keine großen Worte mehr darauf verwenden. Ich muss erstmal meinen Kopf frei bekommen.
Auf meine Frage ob er getrunken hat die letzten Tage sagte er, ja heute wieder.

29.02.2020 13:07 • x 2 #27


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maya60

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Zitat von 37Jahre:
Jetzt wären wir eine ganze Weile weiter und die ersten euphorischen Gefühle wären erheblich geschwächt weil uns die Realität des Alltags eingeholt hat.
Durch seinen Verzicht auf den Alk. wäre seine ehemalige Rüstung verschwunden und er wäre jetzt noch stärker mit seinen Depressionen konfrontiert.


Liebe 37Jahre, dass die Alk."Rüstung" natürlich gar keine ist, sondern ein in die Betäubung Wegtauchen mit hohen lebenszerstörerischen Kosten für alle, das hat er aber bei der "Realität des Alltags" vergessen.
Und dass die ersten euphorischen Gefühle den Alk. ersetzten, in dem Zusammenhang wohl auch.
Dumm nur, wenn es nicht nur euphorische Gefühle sind, sondern eine neue Liebes- und Lebenschance! Und dumm nur, wenn sie ihm zeigten, dass es um die bessere Wahl im Leben geht. Und endlich um eine richtige Behandlung seiner Depression.

Bin direkt gespannt, ob er sich für den Sumpf oder das Leben entscheidet. Als ich gelesen habe, dass sein Bruder und er die Firma aufgeben wollten, die ihm eh nur zuviel Stress brachte, dachte ich nämlich: Ein Glück! Ein Elend weniger!

Das ist auch noch nicht das Ende der Geschichte bisjetzt, oder? Und wenn doch, schmälert es nicht das, was war an Kostbarem und auch das weiß er.

Liebe Grüße! maya

29.02.2020 14:25 • x 2 #28


37Jahre

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Nein liebe Maya,das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte.
Und das was du da schreibst, das weiß ich und er selber auch.
Später erzähle ich weiter
Liebe Grüße

29.02.2020 14:33 • x 3 #29


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So,da bin ich wieder
Er gab also zu das er einen heftigen Rückfall hat und sich das gar nicht gut anfühlt. Er wollte dann wissen wie es mir wirklich ging und ich versicherte ihm das ich schon klar komme. Ich hatte nämlich inzwischen komplett realisiert das es nicht in meiner Macht liegt ihn zu retten und konnte akzeptieren das es erstmal jetzt darum geht das wir alle beide jeder für sich, sein Leben anzuschauen und zu bearbeiten hatte.
So habe ich es ihm auch gesagt und das hat ihn entlastet und erleichtert.
Ein paar Tage später habe ich ihn dann gefragt wie es ihm geht und er sagte: Nicht so gut,er hätte seine Spur verloren und die ganzen Tage getrunken.
Ich fragte ihn ob er seine Spur vielleicht wieder finden würde wenn ich ,wie eigentlich geplant war, am nächsten Tag zu ihm komme.
Er meinte darauf: Das wäre vielleicht die schlechteste Entscheidung die wir treffen könnten.Ich soll mir mal vorstellen in was für einer mentalen Verfassung wir dann aufeinander treffen und das will er uns nicht antun.
Er hätte hier für sich ein bisschen Zeit nötig um wieder ins Positive zu kommen. Aber das wäre keine Absage sondern nur eine Verschiebung wenn er das darf.
Er wolle mich überhaupt nicht verlieren nach den vielen Jahren aber da müssten noch viele Dinge geklärt werden.Aber in einer gesunden Umgebung.Er würde mich gerne sehen aber denkt das es keine gute Idee wäre.
Ich entgegnete ihm: ok.Aber er solle sich schon mal warm anziehen. Er bekäme von mir noch so manchen Tritt in seinen Hintern
Dann war ein paar Tage Funkstille die ich für mich genutzt habe um mich zu sammeln und meine eigene Therapie startete auch zu dem Zeitpunkt.
Er meldete sich, fragte nach meinem Befinden und berichtete das er jetzt seid einigen Tagen wieder nicht getrunken hat und hofft wieder auf dem richtigen Weg zu sein.
Ich antwortete das mich das sehr freut und das ich ein schönes We hatte,viel draußen an der Sonne und am Wasser war.
Nach 7 Tagen meldete er sich wieder und fragte ob alles ok sei? Und er wäre die ganze Woche ohne trinken durchgekommen. Dafür habe ich ihn natürlich gelobt und nur gesagt bei mir wäre alles ok.
Zu dem Zeitpunkt war ein Päckchen unterwegs zu ihm, davon wusste er aber nix.
Ich hatte noch einen ganzen Stapel CD's hier von ihm und sein T-Shirt.Er hatte gesagt ich solle das erstmal behalten,er bräuchte das nicht.
Aber irgendwie hatte ich das Bedürfnis ihm auf diese Weise auch eine Art Ansage zu machen.
Und diesem Päckchen lag ein Brief von mir bei , in dem ich zusammen fasste was ich zu sagen hatte.
Ich schrieb:
Ich weiß das du es hasst wie die Pest wenn dir jemand sagt was du tun solltest.
Aber es macht mir nix aus,ich tue es doch.
Ich zitiere dich: Ich bin so hart wie Beton!
Ich bin Beton! ( er ist aus der Baubranche und auf Baustellen groß geworden)
Ich werde dir sagen was du bist: Du bist ein sturer Esel in einem Stall aus Beton.
Du musst dich jetzt entscheiden ob du Leben oder Sterben willst.
Sprachbarrieren, Ländergrenzen und Jahrzehnte haben nix daran geändert das es immer unsere Herzen waren die miteinander gesprochen haben.
Und nun bitte ich dich aus meinem tiefsten Herzen: Such dir Hilfe bei Ärzten und Psychlogen.
Du wirst das nicht alleine schaffen!

Er hatte vorher immer getönt, er geht zu keinem Arzt,keinen Psychiater und keinem Psychologen.
Das hätte er alles durch und das würde nicht helfen bei ihm.Er müsste das alleine schaffen.
Einige Tage später meldete er sich und teilte mir mit das er nun einen Termin bei seinem Hausarzt gemacht hätte.
Ich wusste das dieser Arzt bereits 5 Jahre zuvor ein Burnout bei ihm diagnostiziert hatte und natürlich damals schon entsprechende Maßnahmen einleiten wollte. Damals hatte er dann ambulante Therapien begonnen.aber.die Firma.seine Sozialisation .es verlief im Sande.seine Beziehung zur Mutter seiner Zwillinge ging den Bach runter.und der Grand Manier wurde sein bester Freund.
Aber endlich war er nun wieder zumindest bei dem Hausarzt und startete mit dem ersten Antidepressiva.
Ich war sehr erleichtert .

29.02.2020 21:54 • x 5 #30

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