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Hochfunktionale Depressive

maya60

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Hallo Zusammen, "Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben?" ist die ernst gemeinte Frage, die der Journalist Till Raether mal in seinem Artikel gleichen Titels in einer Frauenzeitschrift 2019 fragte und er bekam so wahnsinnig viele Zuschriften auf diesen Artikel, die er aus lauter depressiver Energielosigkeit gar nicht beantworten konnte.

Jetzt hat er ein biografisches Buch gleichen Titels darüber geschrieben und trifft mit seinen Erfahrungen auch mitten in mein Leben einer Frau, die Jahrzehntelang mit Depressionen lebte und mehr oder weniger funktionierte, erfolgreich: Eine hochfunktionale Depressive, die sich nie sicher war, ob sie schon depressiv war oder ob man das aushalten musste, sich nie zu freuen? Ob das das Leben halt war? Denn mit täglichem Zusammenreißen funktionierte ich ja immer weiter und weiter.

Und er beschreibt darin wirklich diese auch mir bekannte (und nach all den Zuschriften auf seinen Artikel hin anscheinend Unzählige mehr) Verfassung, in der man sich 25 bis 30 Jahre tagtäglich zusammenreißt.

Und obwohl man das immer noch kann, ist es dennoch immer so eine Zeit, während der man, wenn man ehrlich ist, nur die ganze Zeit im Bett liegen möchte. Aber weil man sich ja noch durch die Tage schleppt und aufrafft und selber in den Hintern tritt, darum muss man sich ja ewig weitersagen: Es geht ja noch. Das Leben ist eben schwer.

Aber dann, als man zum ersten Mal ein wirksames Medikament genommen hat, merkt man, dass man sich noch nie gefreut hat. Denn jetzt freut man sich auf Dinge und an Dingen.

Ja, man hat sich nie freuen können. Meistens war alles so grau und oft auch schrecklich niedergeschlagen, aber es ging ja mit Zusammenreißen immer weiter.

Und kein anderer merkte einem also was an.

Wie daueranstrengend das aber war, das merkte eben auch keiner.

Und so wünscht man sich schon manchmal, wirklich schwerer krank zu sein, damit endlich gesehen werden kann, wie sehr am Ende man eben schon die ganzen 25 bis 30 Jahre bisher war.

So und in vielen weiteren Einzelheiten aus dem Alltag beschreibt Till Raether sein Leben mit seiner leichten bis mittelschweren Depression, die er, wie ich damals auch, einmal im Jahrzehnt, wenn er zusammenbrach, psychotherapeutisch behandeln ließ, aber das hielt nicht lange an.

Auch Verhaltenstherapie half nur teilweise und zeitweise, aber das hielt nicht. Auch Medikamente helfen teilweise und zeitweise, aber das hält nicht.

Und erst, als Till Raether seine nicht dramatische aber andauernde Schwäche als dramatisch für ihn, der sich nie freuen konnte, einzustufen sich erlaubt und damit zu leben, offen und aus seiner Schwäche heraus, da fühlt er sich freier und froher.

Erst, als er sich nicht mehr zusammenreißt.

Erst, als er offen zu seiner nicht schweren Depression, die aber schwer genug ist, steht, nimmt er sich das Recht, sich auch freuen zu wollen. Das Recht, sich nicht immer grau oder niedergeschlagen zu fühlen.

Nicht mehr als hochfunktionaler Depressiver zu leben.

Er schreibt, dass die Leute uns hochfunktionalen Depressiven so lieben, weil wir ja alles persönlich nehmen und uns zusammenreißen und damit wahre Arbeitstiere sind. Denn in unserer Gesellschaft sollen wir ja gar nicht merken, wenn wir uns selber schädigen.

Gleichzeitig, schreibt er, hat die Gesellschaft aber auch Angst vor uns, weil irgendwann der Punkt kommen könnte, an dem wir nicht mehr ertragen können, was wir erleiden.

Und dann reden wir. OFFEN. EHRLICH.


Unterm Strich, was sind depressive Warnsignale, schon schwer erkrankt zu sein, auch wenn man noch funktioniert?

- Nie Freude

- immer der Wunsch, im Bett zu liegen und man tut das auch jede freie Minute

- man reißt sich immer nur zusammen

- Arbeitsmotivation ist täglich die schiere Versagensangst


Schon eine leichte Depression ist eine schwere Erkrankung. "Funktioniert ja noch." ist nicht der Punkt. Und wie viele Zombies von uns laufen so Jahrzehntelang als hochfunktionale Depressive herum ohne Freude, weil es ja noch geht?

Nachdenkliche liebe Grüße! maya60

08.04.2021 21:07 • x 15 #1


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Catalie

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Danke @maya60 , dass liest sich fast als hätte ich es geschrieben. Das trifft mich gerade so tief, hab Tränen in den Augen.
Muss sofort gucken, dass ich diese Buch bestelle.
Danke, danke

08.04.2021 21:15 • x 3 #2



Hallo maya60,

Hochfunktionale Depressive

x 3#3


Shana1967

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2002
Danke, für den Tipp!

Hochfunktional und depressiv,
oft hab ich das Gefühl, wenn ich mit dem Funktionieren nachlasse,
Hat die Depression gewonnen.

Ich hab es jetzt als Hörbuch,
kann ich gut im Bett hören .
Bin gespannt !

08.04.2021 21:59 • x 3 #3


maya60

maya60

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Hallo @Catalie und @Shana1967 - gut, dass ihr auch das Buch lest.

Es würde mich interessieren, ob ihr euch darin auch so wiederfindet?

In diesem jahrzehntelangen Funktionieren, obwohl es oft nur mit Zusammenreißen und ohne Freude ging.

Und eben auch in diesem Gefühl, das du nennst, Shana, dass einen dieses Funktionierenmüssen gerade noch zusammenhält.

Liebe Grüße! maya60

09.04.2021 06:41 • x 4 #4


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Catalie

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hello,

Zitat von maya60:
dass einen dieses Funktionierenmüssen gerade noch zusammenhält


so irgendwie fühlt es sich für mich auch an, Ich würde sogar sagen, bei mir ging es noch einen Schritt weiter, Ich (selbständig) habe mich oft mit Terminen zugeschüttet, weil ich da ja funktioniert habe, mich irgdenwie normaler fühlte, mich von der Erschöpfung ablenken konnt, ja durch zusammenreißen. Und auch, um eine "Ausrede" für mich selbst zu haben, warum Ich überhaupt immer erschöpft war.

09.04.2021 11:18 • x 5 #5


Shana1967

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2002
ich habe noch nicht angefangen mit dem Hörbuch, abends passt es besser.

Ja das kenne ich gut, durch Arbeit- Leistung -200% geben ist Erschöpfung ok,
gerechtfertigt und ablenkend vom eigenen Inneren, dass ja eh schon erschöpft ist.

Fatale Lebensführung,
Ich habe z.b. jetzt Angst wenn ich im Krankenstand noch etwas bleibe,
was dringend notwendig ist,
dass dann die totale arbeitsunabhängige Erschöpfung erst so richtig raus kommt.

09.04.2021 11:32 • x 3 #6


maya60

maya60

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Zitat von Catalie:
hello, so irgendwie fühlt es sich für mich auch an, Ich würde sogar sagen, bei mir ging es noch einen Schritt weiter, Ich (selbständig) habe mich oft mit Terminen zugeschüttet, weil ich da ja funktioniert habe, mich irgendwie normaler fühlte, mich von ...


Ja, das beschreibt Till Raether ja auch. Solange er das noch aushielt, zählte er ja vor sich selber zu den Normalen, auch wenn er es besser wusste. Das kenne ich natürlich auch. Wie das Arbeiten ihn auch davon abhielt, mal genauer hinzusehen und wie er suchtartiges Bedürfnis nach Anerkennung und Erfolg mit Freude und Leichtigkeit verwechselt hat.

Besonders kann ich nachvollziehen, wie grässlich die WE waren mit großen Geselligkeiten, wo ich Null Lust dazu hatte und Kraft als Familienmutter wie er als Familienvater und wie man sich dadurchquälte.

Er war ja ständig von Schuld und Scham zerfressen. Das kannte ich am Anfang auch, aber hinterher kam mir das auch abhanden, als meine Depression dann schwer wurde.

Wie viele Jahrzehnte aber in diesem "Nicht Fisch - nicht Fleischzustand" vergetiert wird, weil das ja sich vom normalen Leben auch nicht sehr unterscheidet, das ist für mich ja die wahre Tragik.

Ich war ja bis jetzt zu meinem Ruhestand seit 4 Jahren immer sehr gesellig und privat und in Ehrenämtern anders als jetzt dauernd unterwegs oder hatte Full House mit 2 Großfamilien.
Und da ich ganz anders wirkte als ich mich fühlte, wie Till Raether es ja auch schreibt, erzählte mir quasi Jede und Jeder sofort seine Lebensdramen.

Schon von Jugendzeiten an. Mein Mann sagt immer, ich habe wohl ein therapeutisches Gesicht. (Heute nicht mehr.) Jedenfalls habe ich wieder und wieder und wieder von Jungan gedacht: "Woah, mit was für Grauen, Verletzungen und Ängsten und Verhaltensstörungen alle heimlich sich rumschlagen. Es gibt wohl kaum Gesunde. Ich kenne keine."

Das ist für mich die wahre Tragik. Tragik Leistungsgesellschaft !

Erst über schwere Krankheiten gestehen sie sich das Recht zu, sich freuen zu dürfen, gerne leben zu dürfen, die Wahrheit über lebenslange Schwächen einzugestehen und diese Schwächen auch zu leben.

Und weil das so ist, darum dauert das ja auch Jahrzehntelang, ehe es rauskommt.

09.04.2021 11:35 • x 3 #7


maya60

maya60

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Zitat von Shana1967:
ich habe noch nicht angefangen mit dem Hörbuch, abends passt es besser. Ja das kenne ich gut, durch Arbeit- Leistung -200% geben ist Erschöpfung ok, gerechtfertigt und ablenkend vom eigenen Inneren, dass ja eh schon erschöpft ist. Fatale Lebensführung, Ich habe z.b. jetzt ...


Ich habe mir 2017 in schwerster Depression mit 57 Jahren gesagt unter vielem anderen: So! Weil ich es gar nicht mehr kenne, wenn ich es überhaupt mal kannte, nicht erschöpft zu sein, darum bleibe ich jetzt im Rückzug und viel im Bett, bis ich nicht mehr erschöpft bin. Ich liege und sitze dieses Thema jetzt mal aus.

Jede Woche ging in mir wie eine Blütenreihe nach der anderen eine noch tiefere Erschöpfungstiefe auf. Kein Wunder, dass kein Urlaub je Erholung brachte.

Als ich endlich mal Erschöpfungsfrei war, obwohl ich doch viel lag und alles außer den nötigsten Alltagsaufgaben aufgab, da waren Jahre vergangen. Mit bester medikamentöser und psychotherapeutischer und spiritueller Unterstützung!

Jetzt nach 4 Jahren zum ersten Mal ohne chronische Erschöpfungsdepression seit Anfang Februar!

09.04.2021 11:44 • x 5 #8


Shana1967

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2002
Maya, genau DAS ist meine Sorge

Das ein endlos langer Erschöpfungsprozess folgt,
wenn ich aus dem Hamsterrad aussteige,
In dem ich weiter und weiter den Halt und die Balance verliere.

Wieder Lebenszeit, in der ich mich nicht an meinem Leben erfreue.

P.s.1ich hab dich früher schon gelesen,
Jetzt empfinde ich deine Texte mit viel mehr Schwung und Farbe

P.s.2Danke , dass du diese Strang eröffnet hast,
Ist sowas von meine Baustelle 1 im Moment

09.04.2021 11:50 • x 3 #9


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Greta

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Danke, liebe Maya60, für den Tipp. Ich werde mir Till Raethers Buch gleich besorgen.

Zitat von maya60:
Aber dann, als man zum ersten Mal ein wirksames Medikament genommen hat, merkt man, dass man sich noch nie gefreut hat. Denn jetzt freut man sich auf Dinge und an Dingen.


Das berührt mich sehr. Es erinnert mich an den Tag, an dem ich nach längere Arbeitsunfähigkeit eines Morgens aufstand und mich richtig gut fühlte. Ich war total erstaunt, kannte dieses gute Gefühl gar nicht mehr und dachte nur:
So kann das also sein.

Zitat von maya60:
Und wie viele Zombies von uns laufen so Jahrzehntelang als hochfunktionale Depressive herum ohne Freude, weil es ja noch geht?


Nach vier Monaten Arbeitsunfähigkeit versuche ich gerade, wieder zu funktionieren und bin in der letzten Woche mit der Wiedereingliederung gestartet. An meine Lebensfreude habe ich dabei gar nicht gedacht sondern nur daran, dass ich die Arbeit wieder schaffe. Wie sehr ich mich doch über meine Leistung definiere, erkenne ich soeben erst beim Lesen dieses Threads.

09.04.2021 12:57 • x 7 #10


Shana1967

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2002
Die Stimme des Hörbuchs ist ganz angenehm

@ Greta,
Ich war vor 10 Jahren ungefähr so lange wie du im Krankenstand.
Die ganze Zeit, samt psychosomatischer Klinik war mein Fokus arbeits - und leistungsfähig wieder zu werden!
Hauptsache ich brings wieder an der Arbeitsstelle,
egal wie und zu welchem Preis
So schnell wie möglich.
Mein Wert ist so unmittelbar verknüpft mit Leistung.
Erschreckend!

09.04.2021 13:05 • x 5 #11


Ex-Mitglied

Ich finde den Thread hier mega interessant und lese völlig fasziniert mit, weiß aber jetzt schon genau, dass ich mir dieses Buch nicht zulegen möchte... und zwar genau deswegen. Weil es mich ja vielleicht dazu bringen würde, nicht mehr zu funktionieren.

Vielleicht, wenn die Kids größer sind.

09.04.2021 13:25 • x 5 #12


maya60

maya60

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Zitat von Shana1967:
Maya, genau DAS ist meine Sorge Das ein endlos langer Erschöpfungsprozess folgt, wenn ich aus dem Hamsterrad aussteige, In dem ich weiter und weiter den Halt und die Balance verliere. Wieder Lebenszeit, in der ich mich nicht an meinem Leben erfreue.


Wieviel und wann wer aus welchem Hamsterrad aussteigt, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt auch von so vielem, von Alter, Verpflichtungen und Alternativen und Depressionsschwere ab. Das will lange und gut ausgetestet und überlegt werden. Arbeitslosigkeit ist nämlich auch Superstress. Und unsere Gewohnheiten sind noch zu sehr an geraden, langen Wegen immer in eine Richtung festgetackert.

Viele meiner Lebensüberanstrengungen würde ich lieber noch einmal wählen als deren Alternativen damals, nämlich das Nichts. Damals, als es im öffentlichen Bewusstsein weder ADHS, PTBS, noch Angststörungen oder Depressionen gab.

Unsere Welt wird aber immer vielfältiger kleinstückiger mit kleinen Ressourcen überall und auch hoffentlich nach und nach die Arbeitswelt so wie die privaten Lebensformen. Wenn die menschlichen Leben schon, wenn wir ehrlich sind, bei den allermeisten ein Stückwerk sind, dann kann man sich ja vielleicht schönere Stücke aussuchen für schöne Lebens-Mosaike, weil für mehr die Kraft nicht reicht, wenn man mal alle alten Zöpfe von geraden und vorbildlichen Lebenswegen abschneidet und in die Tonne kloppt und und sich in der bunten gefährlichen Welt umschaut wie sie wirklich ist.

Ganz auf Null zu schalten war mein Weg mit meiner Spiritualität und als Mystikerin in lebensbedrohlich schwerer Depression. Für die meisten andren wäre das zu vereinsamend und zu deprivierend und deprimierend gewesen.
Ich lebte ja wie im Lockdown, so zurückgezogen.

Liebe Grüße! maya60

09.04.2021 13:26 • x 2 #13


maya60

maya60

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Zitat von ClaraFall:
Ich finde den Thread hier mega interessant und lese völlig fasziniert mit, weiß aber jetzt schon genau, dass ich mir dieses Buch nicht zulegen möchte... und zwar genau deswegen. Weil es mich ja vielleicht dazu bringen würde, nicht mehr zu funktionieren. Vielleicht, wenn die Kids ...


Ich weiß, was du meinst und Till Raether sieht das auch und schreibt das so in seinem Buch. Nicht aus Doofheit machte er solange weiter und änderte erst was, wenn es gar nicht mehr ging oder wenn er eben bessere Alternativen fand.

Freiwillige Arbeitslosigkeit und Armut sind keine Alternativen.

Ich bin selber bis zum bittersten Leid im Hamsterrad geblieben, solange die Alternativen für mich und andere zu grässlich gewesen wären.

Weniger muss eben mehr sein, um besser zu sein. Weniger kann nicht das NICHTS sein oder noch mehr Leid.

Wäre das alles so schnell und gut zu ändern, dann steckten nicht so unzählig viele Jahrzehntelang drin, blind und verdrängt. Die schnellen Lösungen gibt es eben meistens nicht. Ebensowenig wie das faire Leben, das leichte Leben und die schöne Friedenswelt.

Aber sich dieses Ganze mal bewusst zu machen durch Till Raethers Offenlegen von Unerhörtem, tut mir gut und garantiert schult es meinen Blick und greife ich zu, wenn in dem Sinne was in meinem Leben zu verbessern ist.

09.04.2021 13:40 • x 5 #14


Shana1967

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2002
Maya,
Genau so empfinde ich es auch.
Mich stresst ja schon die Krankschreibung ungemein,
Geschweige denn eine Arbeitslosigkeit.
Sich mit Krankenkasse oder Agentur für Arbeit rumzuärgern,
stelle ich mir sehr nervenaufreibend vor.
Gut und überlegt für mich und meine Kräfte .
Da kann ich eh nur auf Sicht entscheiden.
Keinen Plan.
Abwägen.
Zu meinem psychischen Wohlwollen.
Ich brauch jetzt eine AusZeit.

09.04.2021 13:41 • x 3 #15


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Greta

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Zitat von Shana1967:
Da kann ich eh nur auf Sicht entscheiden.

Danke, liebe Shana1967, für diesen weisen Satz
Ich werde daran denken, wenn mich meine Zukunftsängste und mein Planungszwang mal wieder erwischen.

10.04.2021 10:41 • x 1 #16


maya60

maya60

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Zitat von Greta:
Das berührt mich sehr. Es erinnert mich an den Tag, an dem ich nach längere Arbeitsunfähigkeit eines Morgens aufstand und mich richtig gut fühlte. Ich war total erstaunt, kannte dieses gute Gefühl gar nicht mehr und dachte nur:

So kann das also sein.


Ja, die Stelle im Buch von Till Raether finde ich auch genauso zu Herzen gehend wie dein Erlebnis, das du beschreibst.

Weil man daran so das Elend zuvor und dass das noch als normal galt, krass realisiert.

Plötzlich fühlt man was völlig unbekannt Gewordenes: Man fühlt sich gut. Man freut sich.

Seit Jahren und Jahrzehnten so Unbekanntes, dass man es gar nicht mal richtig vermissen konnte.

Das ist wie das letzte Grubenpferd in NRW, das sein Altersbrot wieder Übertage fristen durfte und nach Jahren wieder an die Sonne kam.

Sowas ist erschütternd bitter und traurig.

Ging mir genauso in den letzten Jahren, als es mir vergleichsweise immer besser und besser ging, weil ich endlich ein zu mir passendes Leben in Ruhe und Stille und guter medizinisch-therapeutischer Behandlung führte nach fast 60 Lebensjahren und nur, weil ich nun dieses Alter erreicht habe.

Entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte. Leider bin ich chaotisch, schon immer und wenn ich daran arbeite, wirds damit noch schlimmer. Also denke ich immer wieder, ich habe alles beantwortet und dabei stimmt das gar nicht, sorry.

Liebe Grüße! maya60

10.04.2021 10:56 • x 1 #17


Shana1967

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2002
@ Paula
Ich glaube meinen weisen Satz hab ich von der Regierung bzgl. der Coronamassnahmen aufgeschnappt
Warum also nicht für das psychische Befinden einsetzen.

Ich habe damals ( 2011) so viele selbstschädigende Entscheidungen getroffen,
Ich wollte mir und der Welt beweisen, dass ich voll wieder da bin
und ja keine Beeinträchtigung habe.
Schnelle Wiedereingliederung. Urlaub einsetzen, um ganze Wochen zu verkürzen
durchhalten zu können.

ich war bereits nach wenigen Monaten wieder am Ende meiner Belastbarkeit.
Dann saß ich bei meiner Psychiaterin ( an einem Urlaubstag)
völlig aufgelöst und sie hätte mich sofort krank geschrieben,
dies schlug ich aus. Hangelte mich weiter von Wochenende zu Wochenende,
Erst deutliche Teilzeit, auf die ich ewig warten musste, hat die Erleichterung gebracht,
mehr RegenenrationsZeit und doch unauffällig weiter leisten zu können.
Zwar finanzielle Einbußen, aber ok.

2019 ging es mir trotz TZ wieder ziemlich miserabel,
gipfelte dann in Hörsturz mit bleibenden starken Tinnitus,

Ich bekam ziemlich schnell eine.Reha durch HA beantragt.
Vielleicht wäre das ja für dich auch eine Möglichkeit?
Und ich habe aufgrund Corona warten müssen,
wieder durchhalten und aushalten über Monate.

Ich war die einzige auf Reha, die bist zum letzten Tag in Arbeit ging.
Dadurch hatte ich natürlich kein Recht auf die im Nachhinein wirklich
notwendige Eingliederung, ich wusste das vorher.
Und hab mich doch nicht krankschreiben lassen,
da ich ja die Urlaubsvertretung ( MegaBelastung)
für meine Kollegen leisten wollte,
bin ja schließlich Wochen auf Reha.

wenn ich das so lese, bin ich echt erschüttert wie leistungs-
und funktionsirrre ich bin !

10.04.2021 12:21 • x 2 #18


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Greta

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Zitat von maya60:
Das ist wie das letzte Grubenpferd in NRW, das sein Altersbrot wieder Übertage fristen durfte und nach Jahren wieder an die Sonne kam.


Sehr treffend, liebe Maya
Nach 35 Jahren im Betrieb fühle ich mich tatsächlich wie ein altes Grubenpferd.
In unserer Firma nennt man uns "alte Hasen". Derer gibt es genau zwei, und auch die Kollegin, welche eben so lange dort buckelt wie ich, geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Dabei ist sie noch einige Jahre jünger als ich und muss entsprechend länger durchhalten.

Zitat von Shana1967:
Urlaub einsetzen, um ganze Wochen zu verkürzen
durchhalten zu können.

Ohje, liebe Shana, das kenne ich leider nur zu gut
Und jetzt habe ich schon wieder zusammen mit meinem Wiedereingliederungsplan gleich auch den Urlaub für das ganze Jahr so verteilt, dass ich nicht länger als sechs Wochen durcharbeiten muss. Inklusive Reservetage, um notfalls Wochen verkürzen zu können Verrückt! Ich kann mich doch krankschreiben lassen, wenn es nicht mehr geht!

Eine liebe Freundin schrieb mir kürzlich: "Die Fürsorge für das eigene Leben, für Körper und Geist, ist kein Egoismus!" Dieser Satz hängt seitdem gut sichtbar an meiner Wand. Verinnerlicht habe ich es trotzdem wohl immer noch nicht

10.04.2021 13:17 • x 2 #19


Shana1967

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2002
Ich möchte nicht wissen, wieviel Zeit ich mit Planung
von RegenerationsZeiten verbracht habe.

Ich bin auch so eine alte Häsin, die irgendwelchen Karotten am Arbeitsplatz hinterher hoppelt
Ich gehe selbst wegen einem Fehltag zum Doc.

Und staune wie oft und locker sich junge neue Mitarbeiter,
mit Vorliebe Montag oder Freitag krank melden ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Das geht alles und hat keine Konsequenzen.

Ja, ganz theoretisch bin ich der Meinung ,
wenn man nicht mehr kann,
Sollte man es im Rahmen seiner Selbstfürsorge
hinbekommen sich krankschreiben zu lassen.

vielleicht ist das erstmal eine Übungsaufgabe,
alte Hasen haben ja auch nicht wirklich was von außen
( am Arbeitsplatz) zu befürchten.
Bei mir ist es das Innere
Pflichtbewusstsein und Leistungswille,
der schon der Anruf: ich bin krank
So zuwider ist.

10.04.2021 13:40 • x 2 #20


maya60

maya60

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Darum, @Shana1967 und @Greta hieß es ja auch in meinem früheren Burnout-Forum immer: "Das Burnout oder die Erschöpfungsdepression" sind allermeistens nur die Spitze vom Eisberg." Denn was darunter alles zutage kam, was wir an Leistungeorientierung immer mehr überdreht sind einzeln und gesellschaftlich, das ging tiefer und tiefer und tiefer bis hin zur Schule meistens, wo wir lernten, nicht mehr auf unsere innere Stimme zu hören, sondern auf das, was äußere Leistungsnormen sind.

Dieser Irrsinn ist ja schon leider weit verbreitet, aber auch immer öffentlicher bekannt.

Und das ist uns heutzutage auch in der großen Öffentlichkeit immer bewusster geworden, wenn schon die WHO Stresserkrankungen fest definiert und wenn Burnout eine Epidemie geworden ist.

Davon hatte ich schon viel in Nachrichten gehört, in Magazinen gelesen, im Umfeld miterlebt.

Dass besonders Frauen in Doppelbelastungen und in sozialen und pflegerischen Berufen betroffen sind und nicht nur die Manager, ist schon lange bekannt.

Was ich aber jetzt in Till Raethers Buch so herzzerreißend finde, ist, dass er das Ganze an dem Verlust von etwas schon als Kind und Jugendlicher und als Erwachsener festmacht, das doch elementar ist: Die Lebensfreude, die Lebenskraft und die Abwechslung von Anstrengung und Leichtigkeit.

Nach 25 - 30 Jahren merken, dass man sich zum ersten Mal seitdem wieder freut.

Das ist ja wirklich wie dieses brave alte arbeitsame Grubenpferd, das nach Jahren wieder ans Sonnenlicht hochgehievt wurde.

Und so komme ich mir selber auch vor, wenn ich erst mit fast 60 Jahren frei von Dauererschöpfung, Daueradrenalin, Dauerüberreizung und chronischer Depression leben kann und jetzt mit 61 Jahren zum ersten Mal seit immer dazu noch eine depressionsfreie Zeit erlebte. (Heute gerade nicht.)

Einfach krass und tragisch und tieftraurig finde ich das. Und viel zu weitgehend, was noch nicht als Depression, sondern als Leben Jahrzehntelang innerlich hingenommen wird. Und wie sehr Leben und Krankheit ein und dasselbe sind, Jahrzehntelang und damit ein ganzes Leben lang.

Liebe Grüße! maya60

10.04.2021 14:04 • x 2 #21


Johnedone

82
82
Hi

ich habe mal eine frage. wie ist das mit den Gefühlen zu Freunden und dem Partner.
Wird das Gefühl überdeckt oder verschwindet es.? Sieht man den Partner nur Negativ und was war?

Meine damalige EX hat Dysthymie laut ihren Ärzten.

11.04.2021 21:08 • x 1 #22


maya60

maya60

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@Johnedone - danke für dein posting - ich antworte noch drauf, muss mich heute Früh nur erstmal sortieren und stabilisieren.

Liebe Grüße! maya60

12.04.2021 08:25 • x 1 #23


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Hoffnung21

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Ein wirklich interessanter Thread @maya60 . Am Anfang dachte ich beim Lesen noch, dass bei mir ja vor allem die Erschöpfung und Antriebslosigkeit das Hauptproblem waren, Freudlosigkeit oder Gefühllosigkeit war nicht so sehr im Fokus. Auch ich habe mit der Einnahme des Antidepressiva gemerkt, was Freude ist, als ich bei der Reha am Tisch gesessen habe und seit langem wieder richtig gelacht habe. Erst da habe ich gemerkt, dass Lachen nicht gleich Lachen ist, dass es einen Unterschied gibt. Ich hätte vorher felsenfest behauptet, dass ich mich natürlich freuen kann. Ich habe ja auch vorher gelacht, dachte ich sei glücklich und zufrieden, wenn nur diese Erschöpfung nicht wäre. Im Nachhinein habe ich an vielen Fotos der Jahre vorher gemerkt, dass es kein Lachen, sondern ein Lächeln war.

Funktionieren, ja das war wohl mein Leben in den letzten Jahren/Jahrzehnt(en), nur nicht zur Ruhe kommen, denn dann kommt man nicht mehr raus aus dem Bett, was dann ja auch der Fall war. Dass man Monate bis Jahre braucht, um nicht mehr (so sehr) erschöpft zu sein, hätte ich mir niemals vorstellen können.

Immer für Alle Dasein, Ehrenämter annehmen, mir auch wie du Maya die unendlichen Geschichten von so vielen Menschen anhören, die Pflege der Schwiegereltern über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren annehmen. Alles was ich mir vorgenommen habe war selbstverständlich erreichbar. Ob ich daran zugrunde gehe, hat nie zur Debatte gestanden.

Es ging nur darum, so gesund zu werden, dass man die Arbeit wieder schafft. Und wie einige schon schrieben habe ich den Resturlaub so geplant, dass ich die Woche verkürzen konnte, um mich wieder soweit zu erholen, dass ich die nächsten 2! Arbeitstage in der darauffolgenden Woche schaffe. Es ging nie darum, gesund und glücklich zu werden, sondern arbeitsfähig. Bis heute habe ich immer gedacht, es wäre das gleiche Ziel. Wenn ich die Arbeit schaffe, bin ich auch wieder gesund, und alles ist gut.

Auch das Gefühl nach dem Wunsch einer schweren Erkrankung, damit das Umfeld sieht, wie es mir wirklich geht kenne ich nur zu gut. Zu wie vielen Ärzten bin ich gerannt, in der Hoffnung, dass jemand etwas findet, warum es mir so schlecht ging, natürlich, oder Gott sei Dank immer ohne Befund.

Der Satz, dass Till Raether sein suchtartiges Bedürfnis nach Anerkennung und Erfolg mit Freude und Leichtigkeit verwechselt hat, hat mich nachdenklich gemacht. Denn gerade diese Sehnsucht nach Erfolg, Anerkennung, Wertschätzung war bei mir sehr sehr ausgeprägt. Dass das ein Ausgleich für fehlende Freude ist, darauf wäre ich nie gekommen. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir das. Leistung war Alles, ohne Leistung war ich Nichts.

Das Aussteigen aus dem Hamsterrad habe ich nie für nötig gehalten, ich habe ja IMMER alles IRGENDWIE geschafft. Ich bin dann halt in hohem Bogen rausgeschleudert worden und sehr sehr tief gefallen. Bis heute habe ich mich nicht vollständig davon erholt.

VG Hoffnung21

12.04.2021 09:39 • x 9 #24


maya60

maya60

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von Herzen DANKE, liebe @Hoffnung21 - deine Worte sind so wahr aus meiner Erfahrungssicht und meinem Leben und gehen so zu Herzen! Später mehr dazu!

12.04.2021 10:01 • x 3 #25


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Ilse77

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Liebe @Hoffnung21 ,so gut formuliert, danke hierfür. Lg ilse77

12.04.2021 10:50 • x 4 #26


maya60

maya60

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Zitat von Ilse77:
Liebe @Hoffnung21 ,so gut formuliert, danke hierfür. Lg ilse77


Ja, genau das finde ich auch.

12.04.2021 10:54 • x 2 #27


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PaulaBaumann

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Ein sehr guter Text liebe @Hoffnung21 . Genauso habe ich es auch erlebt. Eigentlich wollte ich immer so wie alle Anderen sein und hatte aber immer das Gefühl ich laufe zwei Schritte hinterher. Jetzt nach 15 Monaten zu Hause bin ich zur Ruhe gekommen. Der Start in den Tag fällt immer noch schwer, aber ich habe gute Tage.
Ich wünsche Euch allen eine gute Woche.
Viele liebe Grüße Paula.
P.S. Bei uns schneit es.

12.04.2021 12:01 • x 6 #28


maya60

maya60

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Zitat von Johnedone:
Hi
ich habe mal eine frage. wie ist das mit den Gefühlen zu Freunden und dem Partner.
Wird das Gefühl überdeckt oder verschwindet es.? Sieht man den Partner nur Negativ und was war?
Meine damalige EX hat Dysthymie laut ihren Ärzten.


Hallo @Johnedone - nein, das war und ist eben nicht immer so.

Bei mir kommt es erst in schwerdepressiven Episoden zur Gefühlsleere und das habe ich zum ersten Mal mit Mitte 40 Jahren erlebt.
Ich vermute aber aus Berichten und wenn ich hier im Forum lese, dass viele schon bei leichteren oder mittleren Depressionen eine deutliche Gefühlsflachheit erleben. Dann sind die Gefühle noch nicht leer und wie in dickem Nebel, aber schon so flach, dass es allmählich sich wie sinnentleert anfühlt.

Und das verwechseln dann viele, habe ich auch erst gemacht.

Ich habe das Krankheitssymptom der Emotionenflachheit und der Emotionsleere mit Sinnmangel im Leben verwechselt und gleichgesetzt.

So kommt es auch zum Hinterfragen der eigenen Partnerschaften. Und zu dem Irrtum, die Liebe sei weg.

Nur rauschhaftes Verlieben wird in seiner Stärke dann oft noch als Liebe gefühlt, warum ja leider auch viele Betroffene, die es (noch) nicht besser wissen, sich auf kopflose Affären einlassen oder wie ich öfter mal Party machen und den Liebsten mit dem Kind allein abends daheim lassen, die natürlich auch nichts verändern, sobald sie Alltag werden.

Dazu kommt noch, dass diese Gefühlsleere ganz ganz furchtbar sich anfühlt und nicht zu ertragen ist und darum schnell medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden muss, sonst kommt es einfach zu suchtartigen Formen der Selbstmedikation mit allen möglichen Substanzen, Rauchen, Alk., Hauptsache, Rausch, Betäubung, Ablenkung, Kick.

Wer damit erfahren ist, stellt nicht mehr seine Partnerschaft ausgerechnet in so kranken Zeiten in Frage. Trotzdem lassen sich vor lauter Schwäche, innerem Leid und innerer Leere keine gesunden Beziehungen mehr gestalten oder weiterführen oder schauspielern.
So zieht man sich sehr zurück, einfach, weil man nicht mehr kann als Depressive.

Und auch, dass sich die Partnerschaft ändert mit einer depressiven Person drin führt beiderseits zu Trauerprozessen, Verlustschmerz und -ängsten, (wenn man wieder mehr fühlt), Wut, Zweifeln, Änderungen, Angst, Verunsicherungen uvm.

So habe ich es erlebt vor 15 Jahren und seitdem. Wir sind immer noch verheiratet und zusammen, aber wir beide haben uns seitdem sehr verändert, um emotional in Mangelzeiten zu überleben.

Was mich nur immer wieder irritiert, ist, dass es in Partnerschaften, die ohne Krankheiten lieblos geworden sind, ganz genauso ausschaut wie bei uns in Krisenzeiten damals und wie viele Partnerschaften davon betroffen sind, wenn es langjährige sind.

Von daher kann das schon miteinander verwechselt werden und bringen einen Depressionen mitunter endlich mal zum Handeln, was in schlechten Partnerschaften oft nicht passiert.

Mal wieder mein Hinweis, wie deprimierend oft die Normalos leben.

Liebe Grüße! maya60

12.04.2021 16:17 • x 4 #29



Hallo maya60,

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maya60

maya60

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P.S.: Und solche Beobachtungen bringen mich dann wieder zur Frage, ob es noch Normalos sind und das normale Leben, das auch recht deprimierend einfach ist oder sind es schon hochfunktionale Depressive?
Denn welche Veränderungen Partnerschaften allein schon durch Famiiengründungen und Kinder erfahren und durch das Vergehen von Zeit, wer beschäftigt sich denn ehrlich damit, bevor das Ganze ganz furchtbar den Bach runtergeht?

Niemand. Oder warum gäbe es sonst noch Standardlügen wie: Kinder krönen eine Beziehung doch erst! Oder: Sie liebten sich nach 50 Jahren noch wie am 1. Tag. Oder: Noch nach Jahrzehnten liegen sie so gerne im Ehebett und schlafen wie die Murmeltiere.

Was sich da alles ganz von selber und durch den Zahn der Zeit auch ändert, das wird doch alles auch pathologisiert oder ignoriert oder weggelogen.

Oh, Sohni ruft mich . . .

. . . und ich sach noch . . .

12.04.2021 16:38 • x 1 #30

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