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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

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Jedi

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@Katherina !

Zitat von Katherina:
Ganz ehrlich, ich weiß einfach nicht weiter.

Frage Dich selbst, "Was kannst Du für Dich wissen" ?
Zitat von Katherina:
einfach nicht weiter.

Frage Dich, "Was blockiert Dich wirklich" ? - "Wohin möchtest Du weiter kommen" ?
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Katherina:
Nicht was ich denken soll,

"Was denkst Du denn so - was erzählen Dir deine Gedanken" ?
---------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Katherina:
was ich fühlen soll.

"Was fühlst Du denn u. nicht was Du fühlen sollst" ?
--------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Katherina:
Mich macht das alles fertig

"Was ist alles" ?
"Was macht Dich wirklich fertig" ?
"Was ist das alles, was Dich fertig macht" ?
--------------------------------------------------------------------------------------------
Villt. kommen Dir die Fragen etwas komisch vor, doch es geht um Bewusstsein - Bewusstsein,
um ehrliche - eigene Antworten finden zu können.

Eben nicht Antworten, die von Vorstellungen über einen Menschen, einer gemeinsamen Zeit geprägt sind,
villt. gar verklärt oder möglich gefiltert durch deine Wahrnehmung gefunden werden.
Dies könnte konträr, dem Gegenüber stehen, was Du wirklich ungefiltert denkst u. fühlst !

Lass Dir Zeit mit den Antworten u. versuche nicht lange Überlegungen anzustellen u. in deinem Verstand abzuwägen.
Setze Dich hin, lies Dir eine Frage laut vor u. schreibe ganz intuitiv auf, was sich gerade für Gedanken melden u.
was Du gerade fühlst.
Du kannst Dir auch jeden Tag eine Frage vornehmen oder Du kannst auch einige Tage, Pausen einlegen u.
um Dich dann eine nächste Frage zu beschäftigen.

Probier es einmal aus u. villt. erhälst Du die Antworten auf deine Fragen,
Zitat von Katherina:
Ganz ehrlich, ich weiß einfach nicht weiter.
Nicht was ich denken soll, was ich fühlen soll.
Mich macht das alles fertig.

die mehr für Klarheit sorgen, wie Du für Dich einen besseren Umgang mit der Situation - deinem Denken u. Fühlen
finden kannst.

LG Jedi

13.02.2020 02:21 • x 2 #1591


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Katherina

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Guten Morgen an alle!
@jedi, was ich für mich weiß, ist dass ich den Menschen an meiner Seite verloren habe. Er ist aus dem Haus und kam nicht wieder.
Mich blockiert dass ich jetzt alleine weiter machen muss. Er war jeden Tag bei mir. hat mich teils von der Arbeit geholt, am WE haben wir oft was unternommen, viel gekuschelt und das fehlt mir. sehr! Und mich blockiert, dass ich nicht weiß ob es nochmal eine Chance auf das alles geben wird.
Was ich denke. Nun ja. Ich denke viel an ihn. Was er macht, wie es ihm geht, ob er mich schon evtl vergessen hat, oder ob er doch zu seiner ex Frau zurück geht. viele, viele Gedanken.
Ich fühle Liebe zu ihm. Und gleichzeitig tut es natürlich weh.
Mich zermürbt es, dass ich den Ausgang nicht kenne, allein ins Bett/Couch bin, er mich nicht ab und zu von der Arbeit holt, keinen, der mit mir über meinen Tag redet. Keine liebevollen Nachrichten. Nach Hause kommen und es ist einfach so leer.

Danke dir für deine Mühe!

13.02.2020 10:39 • x 3 #1592


selly

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Liebe @katherina,
So geht es mir auch seit Monaten.diese gleiche Verzweiflung und Ungewissheit. Und auch bei ihm war es ganz plötzlich und mein Leben auf einmal von einem auf den anderen Tag anders. Ich habe nur geweint, war unter Schock. Er hat sich absolut rar gemacht und höchstens alle paar Wochen, und nur wenn ich mit Nachdruck um Antwort bat, dass er alleine sein muss.Zeit und das alleine sein braucht.nur dieses ihm Sicherheit gibt.ach es war ganz schlimm .plus diese Kälte und das ignorieren.

Aber seit Ende Dezember, bzw. Eher seit Januar wird es stetig besser. Er antwortet fast immer, zumindest immer wenn ich eine Frage habe. Und.er hat jetzt sogar einige Male von sich aus geschrieben und sich erkundigt. Lieb und freundlich, manchmal mit bisschen Humor sogar im schreibstil, aber noch ohne liebe oder Emotionen. Aber eben schon eher in Richtung wie er war vor der Episode.
Deshalb hoffe ich dsss mehr und mehr besser wird. In der depression verändert sich ein Mensch so drastisch wie ich merkte, es ist eine Krankheit die ich dem Ausmaß nie so auf dem Schirm hatte.

Also die langsame Besserung bei ihm trat jetzt langsam nach 5-6 Monaten ein. aber es ist immer noch nicht ok und wird wohl noch dauern. Oft kommt dann auch tagelang nichts von ihm und auch ich bin dann immer ängstlich, traurig und verwirrt

13.02.2020 14:45 • x 3 #1593


selly

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P.s gesehen habe ich ihn jetzt seit 6 Monaten nicht mehr

13.02.2020 14:47 • #1594


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Jedi

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@Katherina !


Zitat von Katherina:
was ich für mich weiß, ist dass ich den Menschen an meiner Seite verloren habe

Bist Du Dir da absolut sicher, dass Du ihn vollständig verloren hast ?
---------------------------
Zitat von Katherina:
Er ist aus dem Haus und kam nicht wieder.

Das ist eine Reaktion, aber noch keine Klarheit darüber, dass er sich damit völlig aus Deinem Leben verabschiedet hat !
------------------------
Zitat von Katherina:
Mich blockiert dass ich jetzt alleine weiter machen muss.

OK ! u. wo bleibt Deine Hoffnung, die Du Dir bewahren möchtest ?
------------------------
Zitat von Katherina:
mich blockiert, dass ich nicht weiß ob es nochmal eine Chance auf das alles geben wird.

Wenn Du Dir eine Hoffnung darauf bewahrst, besteht doch zumindestes eine Chance darauf,
dass es auch wieder anders, deiner Hoffnung entsprechend werden könnte.
Dein pessimitischer Gedanke, den Du selbst kreierst, der ist der eigentliche Blockierer.
Wenn Du Dir aber die Hoffnung bewahrst, dann wird Dich das nicht weiter blockieren, sondern hält eine Tür offen.
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Zitat von Katherina:
Ich denke viel an ihn. Was er macht, wie es ihm geht, ob er mich schon evtl vergessen hat, oder ob er doch zu seiner ex Frau zurück geht. viele, viele Gedanken.

An ihn zu denken, finde ich ganz OK !
Ob er evtl. zu seiner Ex. Frau zurückgehen könnte, solche Gedanken sind nur Energieräuber u. sind nicht Hilfreich u.
ergeben keinen wirklichen Sinn, darüber Nachzudenken.
Diese Entscheidung liegt ganz allein bei deinem Partner.
Und weil Du darauf keinen Einfluss hast, macht es für Dich wenig Sinn, sich mit solchen Fragen,
immer wieder zu beschäftigen, die Stress erzeugen - schlechte Gefühle hinterlassen - Energie verbrauchen, die Dir woandes fehlt.
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Zitat von Katherina:
Ich fühle Liebe zu ihm. Und gleichzeitig tut es natürlich weh.

Verstehe Dich da ganz gut u. es ist auch sehr Menschlich.
Zitat von Katherina:
Mich zermürbt es

Und das sollte es eben nicht !
Zitat von Katherina:
ich den Ausgang nicht kenne,

Weißt Du, dass es auch gut ist, einen Ausgang nicht schon vorher zu kennen ?
Das hält dadurch für jeden von uns, verschiedene Optionen offen !
Wie oft hast Du das in Deinem Leben schon erlebt, wo Du etwas entscheiden musstest, ohne den Ausgang
Deiner Entscheidung zukennen ?
Und manchmal ist es so, dass wir mit unserer inneren Haltung, wenn oft auch unbewusst, wir einen Ausgang,
zu einem positiven, manchmal auch eher zu einem ngativen Ausgang verholfen haben.
Das meine ich immer damit, sich Hoffnung zu bewahren, solange man es möchte u. kann u.
möglicherweise damit auch einen unbekannten Ausgang, wenn auch oft unbewusst damit pos. Beeinflusst zu haben.
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Zitat von Katherina:
Nach Hause kommen und es ist einfach so leer.

Mir ist sehr verständlich, welche Leere Du da gerade beschreibst.

Nun sagen ich Dir etwas, was zur Achtsamkeit gehört, die Leere, die Du zu Hause wahrnimmst, ist keine echte Leere,
denn Du bist da u. somit füllst Du die Leere in deinen Räumen, auf der Couch, im Bett u. dies nicht nur körperlich.

Wenn Du Dich mehr wahrnimmst, dir gegenüber achtsam bleibst, dir deine Selbstfürsorge wichtig ist,
gegenüber deinen Gedanken, die deine Gefühle u. Emotionen beeinflussen, Du auch immer auch kritisch bleibst,
dann wirst Du diese Leere, die Du beschrieben hast, auch ganz anders wahrnehmen können.
Du wirst es villt. nicht mehr als eine Leere beschreiben, sondern den Wunsch nachgehen, mit einem Menschen an deiner Seite,
dass Gemeinsam erleben zu wollen, was Du beschrieben hast u. Dir nur in diesen Momenten fehlt.

Es geht dabei nicht die Leere , die Du für Dich wahrnimmst u. Deine Bedürfnisse nach Liebe u. Nähe wegzudrücken,
sondern es ist eine andere Qualität der Wahrnehmung - der eigenen Wahrnehmung, die auf sich bezogen ist,
aber auch der vielen anderen Eindrücke u. Gefühle, wie wir diese auch, um uns herum wahrnehmen können.

Zitat von Katherina:
für deine Mühe!

Es ist für mich keine Mühe u. sich zu Stützen od. zu Unterstützen, dafür ist man ja in einem solchen Forum !

LG Jedi

13.02.2020 15:36 • x 1 #1595


Jimbob2

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Hallo zusammen,

vor ein paar Tagen habe ich diesen Thread hier entdeckt und mich die letzten Tage durch alle Seiten gelesen. Wahnsinn, und ich dachte lange Zeit, ich wäre die einzige, die "so was" mitmachen würde.

ich erzähle euch mal kurz meine Story (ok, kurz geht vermutlich nicht. )

mein Partner hat diagnostizierte Depression.

wir wohnen () zusammen seit 2 Jahren, und im Juni letzten Jahres gab es die Diagnose Depression/Burn-Out erstmalig gestellt vom Hausarzt. Vorher merkte man natürlich schon länger immer mehr Veränderungen im Verhalten. Wir hatten eine sehr schöne, liebevolle und respektvolle Beziehung und passen einfach wie "Ar. auf Eimer" zusammen, selbe Ansichten, selber Humor, viel Kuschelbedürfnis und Nähe usw. usw. Das wurde alles weniger, irgendwann ging er dann zum Arzt, aber mit der Aussage "sich einfach mal durchchecken zu lassen" (er ist 40, ich fast 30) und sagte danach auch, alles sei okay. Zwei Wochen später kam ich von der Arbeit, alle seine Sachen waren gepackt und er saß dort wie ein Häufchen Elend, sagte er bräuchte ein paar Tage Ruhe um sich zu sortieren, es soll keine Trennung sein, er wüsste auch nicht ob es richtig sei, blieb dann doch noch Stunden und ist irgendwann gefahren.
paar Tage später kam er wieder. hat dann einen Monat gebraucht um wieder "richtig" einzuziehen, alles wieder mitzubringen und auch die Nächte wieder zuhause zu bleiben (starke innere Unruhe, war viel unterwegs, Auto fahren hat ihn beruhigt.)

ihm wurden Antidepressivas verschrieben (leider durch Hausarzt) und wir haben ihm einen Therapieplatz gesucht (auf seinen Wunsch). Der Platz wurde gefunden (Verhaltenstherapie), seit September konnte er dort sporadisch hin, seit Dezember hat er einen festen wöchentlichen Platz.
mittlerweile hat er auch einen Psychiater für die Antidepressivas.

krankgeschrieben war er seit Juni. es ging aufwärts seit den Antidepressivas, im August kam noch eine Lungenentzündung hinzu, Wiedereingliederung ins Arbeitsleben ab September. dieser ist leider nach zwei Wochen Vollarbeit gescheitert.

Seitdem ging es abwärts. ich vermute, auch er wollte "zu schnell" wieder in die Normalität zurück und hat sich auch auf der Arbeit und im Privatleben übernommen. Anfang November erneut Arbeitsunfähigkeit bis heute laufend. seitdem sah er auch immer schlechter aus, erwähnte öfters das er nichts mehr fühlt und ihm alles total gleichgültig ist, auch seine Kids (er hat zwei aus voriger Beziehung). das er nichts auf die Reihe bekommt, mit keiner "Baustelle" vorwärts kommt, etc.
ich vermute, dass da auch diverse Umstellungsversuche bei den Antidepressivas mit reinspielen. er reagiert immer mit der ganzen Breitseite an Nebenwirkungen.

Ende November die nächste Lungenentzündung, aber nicht so schlimm wie die erste. durch die Antidepressivas durfte er keine Schmerzmittel nehmen.
In dieser Zeit fing es an, dass er es nur noch jede zweite Nacht ca. nach Hause "geschafft" hat. Er war tagsüber viel draußen im Wald etc. unterwegs, um Ruhe zu finden und zu sich selbst. Wenn er mir dann schrieb, er macht sich auf den Weg und dann kommt niemand, Nachrichten bleiben ungelesen und Anrufe unbeantwortet. kein schönes Gefühl. er meldete sich jedes mal am nächsten Morgen, er wüsste nicht was passiert sei, Erinnerung weg, er ist irgendwo im Wald aufgewacht.

zuletzt gesehen habe ich ihn am 8. Dezember. Er hat den Schlüssel zu einer kleinen Wohnung, die er mit einem Freund renoviert, dort "wohnt" er zurzeit. anfangs hieß es, es sei nur der Rückzugsort für den Winter. Durch die Lungenentzündung, die sich so lange zog und einer darauf folgenden Venenverengung/Thrombose, wollte er mir (vermutlich) nicht zur Last fallen und ist irgendwie, einfach dort geblieben. nicht die schönste Art für mich natürlich.
Er schrieb mir öfters, das er dann und dann nach Hause kommen will (mal von sich aus, mal auf Nachfrage meinerseits).
Am 6. Januar erhielt ich (von ihm aus, ohne Nachfrage, vorher paar Tage in Ruhe gelassen) die Nachricht, dass er auch die Thrombose und Fieber soweit überstanden habe und er sich für das durch ihn verursachte Ärger und Leid entschuldige.

kurz darauf ist er anscheinend in eine ziemlich tiefe depressive Phase gefallen. wobei ich denke, die Krankheitsgeschichte vorher hat sein übriges beigetragen.

Kontakt per WhatsApp haben wir halbwegs regelmäßig. Ende Dezember/Anfang Januar kam es mehrmals vor, dass er über zwei Tage keine Nachrichten gelesen hat, da scheint sich mittlerweile wieder gefangen zu haben, hin und wieder mal einen Tag nicht. wobei er auch sonst oft nur 1-2x am Tag online zu sein scheint, früher war er fast daueronline und so gut wie immer erreichbar.
der Kontakt geht natürlich meistens von mir aus, wenn ich mich allerdings ein paar Tage nicht melde, kommt von ihm aus auch was.

mir ging es gerade am "Anfang" (Ende November/Dezember) sehr schlecht mit der ganzen Situation, wie sie sich entwickelt hat. als er noch zuhause war bin auch ich immer mehr zum nervlichen Wrack geworden, konnte kaum mehr klar denken, hab alles darauf fokussiert das ich ihn bei mir habe und wollte die ganze Situation unter Kontrolle behalten. Ging natürlich nach hinten los.
Das Gedankenkarussell kenn ich auch sehr gut. Ich bin ein sehr rational, logisch denkender Mensch, was mit Depressionen natürlich überhaupt nicht zusammenpasst. Ich habe meinem Kerl oft genug die Frage gestellt, sind wir noch in einer Beziehung, kommst du wieder zurück? Die Antwort war - überraschenderweise - jedes Mal eindeutig, ja.
Sicher kann ich mir deswegen natürlich nicht sein, aber ich habe aufgehört die Beziehung infrage zu stellen.

Einige Verhaltensweisen seinerseits erscheinen mir extrem unlogisch, auch das habe ich in dem Thread hier von einigen schon lesen können. Er hat öfters schon geschrieben er ruft mich an ("heute"/"morgen") und tut es einfach nicht. Er hat öfters gesagt er kommt nach Hause oder zuletzt, auf meine Nachfrage hin ob er meint das wir uns mal Treffen sollten, das wir das tun und er vorbeikommt, natürlich auch nicht geklappt. zuletzt telefoniert haben wir Ende Dezember, zugegebenermaßen sind wir beide keine großen Telefonierer, noch nie gewesen. aber seine Stimme hören würde gut tun.
manchmal liest er auch Nachrichten und beantwortet sie nicht, meistens jedoch schon. habe auch schon mal gefragt woran es liegt, das er manchmal nicht antwortet. er sagt, das es nicht böse gemeint ist und das er alle Nachrichten von jedem nur überfliegt und allen kaum antwortet. wenn dem so ist, ist das was wir manchmal führen ja fast schon eine ausgewachsene Konversation. aber wer weiß.
Die Frage, wie es ihm so ist, wird allerdings jedes Mal beantwortet. ich versuche jedoch, diese nur in einer laufenden Konversation zu stellen, so eine zustande kommt.

Diese Woche hat er mich das erste mal seit über 1,5 Monaten wieder mit "Schatz" angesprochen.
An manchen Tagen klappt eine vor sich hin plätschernde Kommunikation ganz gut, an anderen Tagen bleibt es bei einer Nachricht, an manchen Tagen geht gar nichts. ich schreibe aber auch nicht jeden Tag. gefühlt ist die Kommunikation zuletzt besser geworden, von "ein-Wort-Sätzen" sind wir schon beim ein oder anderen ganzen Satz angekommen, beizeiten auch mehr als einer.

Lange habe ich geglaubt, das ist alles persönlich gegen mich gerichtet und eine sehr komische Art, um mich loszuwerden. Bis ich von dem Trip runter war, hat es einige Zeit gebraucht aber das ist vorerst geschafft. macht vom logischen denken auch keinen Sinn, so würde der Kerl mich niemals behandeln.
ob alles so richtig ist für ihn was ich tue oder auch nicht, weiß ich nicht. vermutlich mache ich auch öfters (un)gewollt Druck. aber wer ist schon frei von Fehlern.
zum Glück habe ich tolle beste Freunde, die mich mit aus dem Mist gezogen haben und jetzt habe ich gelernt und lerne noch, das Leben weiterzuleben. nachdem ich im Dez. eine Woche Arbeitsunfähigkeit war, bin ich auch wieder arbeiten. manchmal ist es sehr anstrengend, meistens geht es. ich muss noch lernen, mich noch besser abzugrenzen und die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. aber im Vergleich zu Anfang Dezember geht es mir deutlich besser.

ich hoffe nur, das alles irgendwie wieder gut wird.
vielleicht gibt es ja noch den ein oder anderen Tipp, Hilfestellung, Denkanstoß für mich.

Respekt, wer bis hierhin gelesen hat - das ist ja doch was länger geworden.
vergessen hab ich bestimmt irgendwas.

viele liebe Grüße an euch
und auch meinen Respekt, was ihr/wir alle so mitmachen. Geduld war übrigens nie meine Stärke, ich glaube, die Meinung über mich muss ich revidieren

14.02.2020 10:38 • x 2 #1596


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loolapalooza

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Hallo ! ich bin neu hier im Forum und habe fast den ganzen Tag damit verbracht eure Posts zu lesen. Ich hab zwar ein Thema erstellt aber diesen Thread total übersehen

Im Moment plagt mich dasselbe Schicksal wie viele hier.Im letzten Jahr hatten meine Freundin und ich uns getrennt, da viele Dinge nicht mehr funktionierten, auch weil sie in einer depressiven Phase steckte (abgebrochenes Studium, Druck usw.) Sie wollte an sich arbeiten und nochmal in eine Klinik gehen ( letzte Mal vor 4 Jahren.)

Nach der Trennung trafen wir uns nach 3-4 Monaten wieder und es war eine sehr intime schöne Zeit mit ihr.Sie sagte sie beginne eine neue Ausbildung und freut sich, dass sie an sich arbeiten konnte.Wir schrieben immer wieder mehr miteinander aber der richtige Ruck fürs Zusammenkommen kam nicht.es lief einfach sehr gut. Als sie ihre Ausbildung begann, fing es plötzlich an.massive Erschöpfung.nach der Arbeit hatte sie keine Kraft mehr .sie versteht sich zwar mit ihren Kollegen gut hat aber quasi keine Kraft mehr am Ende des Tages und am Wochenende schläft sie hauptsächlich. Trotzdem nahm sie sich immer Zeit für mich und war für mich.sie versicherte mir immer dass sie mich nicht verlieren will und ich ihr sehr viel bedeute.

Und dann Ende Oktober war sie auf einer 3 wöchigen Weiterbildung sehr weit weg.Wir hatten zwar weitergeschrieben aber ich merkte wie alles extrem an ihren Kräften zehrte.Nach der Weiterbildung trafen wir uns erneut , wir hatten wieder eine schöne Zeit.jedoch teilte sie mir dann mit dass sie nichts mehr fühle und sich leer fühlt.Und darin ist sie nun seit Oktober gefangen .Sie hat eine Aversion gegenüber Nähe und Intimität entwickelt.Sie fühle nichts.keine Liebe keine Trauer.einfach Leere. Sie versucht natürlich weiterhin den Kontakt beizubehalten . auch weil sie spürt dass ich ihr sehr wichtig bin und ich ihr viel bedeute .

Dank euch hab ich die Initiative ergriffen und mit ihr abgemacht ihr weniger zu schreiben (sonst schrieben wir jeden Tag mehrmals) damit sie nicht den Druck hat zu wissen dass ich nach wie vor eine Beziehung mit ihr wünsche.Was sie mir aber Aufgrund der inneren Leere und der Panik vor Nähe nicht geben kann.In der Hinsicht stößt sie mich ab.

Ich glaube auch dass sie mich tief im Inneren immer noch liebt.sonst würde sie nicht sich so viel Mühe um mich machen.

Ist echt zum verzweifeln.Ich liebe sie immer noch wahnsinnig.Ich gebe mir auch immer die Schuld dass wir uns nicht hätten trennen sollen.aber diese Phase hätte ja dennoch eintreten können.

Ich wünschte ich könnte mehr für sie tun.

14.02.2020 23:31 • x 2 #1597


selly

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Ich bin auch momentan so ausgelaugt und unsicher.bei meinem ist es seit august mit der Depression und genauso lange hoffe und Bange ich.
Seit Januar schrieben wir ab und an, aber es kommt absolut nichts emotionales unsere Beziehung betreffend. Und wenn ich was sage wie vermissen, dann kommt keine Antwort darauf, geschweige denn wenn ich eine Anspielung mache wie gern ich mich mal wieder treffen würde.
Er hat mir seit Januar immer seinen Rat geschrieben wenn ich danach fragte und auch beruflich mit Tipps zur Seite gestanden.vorher hatte er fast ein halbes Jahr nicht kommunizieren können.

Trotz allem ist es hart, dsss nie was liebes von ihm geschrieben wird. Nur sachlich. Ich fühl mich dann so ungeliebt und hab Angst, dass er gar nicht mehr empfindet. Aber warum schreibt er dann nach der langen Zeit und hilft.
Ich vermute es ist das ganz ganz langsame abklingen der Depression.und liebes geht noch nicht . hoffe dass es so ist. Und hoffe dass wir bald wieder zueinander finden.
Es ist hart. Aber gut zu lesen dsss er bei allen so zu sein scheint

15.02.2020 01:10 • x 3 #1598


M+M

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Hallo, ich lese hier fleißig mit. Auch ich stecke immer noch mit meinen Herzen, Gedanken, Gefühlen, glauben und Hoffnung in diese doch so ausweglosen Situation. Seit 2 Jahren lebe ich von meinem Ehemann getrennt. Wir waren 25 Jahren zusammen, davon 20 Jahre verheiratet. Wir haben zwei erwachsene Kinder (19 Jahre) die leben bei mir. Seit 4 Jahren steckt er in dieser schlimmen Depression fest. Mit auf und abs. Er nimmt Medikamente und geht zum Psychologen. All das hilft nicht. Seine Liebe zu mir kommt nicht zurück. Diese Krankheit hat mir meinen Ehemann genommen. Erst jetzt lebe ich mein Leben, nachdem ich den Kontakt seit 4 Monaten komplett abgebrochen habe. Mein letztes Treffen mit ihm war bei seinem Psychologen, da ich wusste das er ihm nicht die Wahrheit über seine Gefühle, Gedanken und vieles mehr nicht mitteilt. Er sagte mir auch eine Woche vorher das er eine neue Beziehung führt. Er hätte aber einen Riesen großen Fehler gemacht. Ich binnicht näher drauf eingegangen sondern habe ihm alles gute mit ihr gewünscht. Für much ist es besser ohne ihn, denn diese Krankheit wird nie enden. Ich habe nicht Mehr die Kraft. Wir Angehörige stehen so alleine da. Was ich nicht schon alles getan und versucht habe.wir werden es nie verstehen können, was die Krankheit mit einem Menschen macht. Diese Krankheit verändert einen Menschen. Ich würde mur wünschen Zu lesen, dass es doch jemand geschafft. Und wie es ist mit einem Partner/-in zu leben.

15.02.2020 12:03 • x 3 #1599


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Jedi

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@M+M !

Zitat von M+M:
ich lese hier fleißig mit. Auch ich stecke immer noch mit meinen Herzen, Gedanken, Gefühlen, glauben und Hoffnung in diese doch so ausweglosen Situation.
Seit 2 Jahren lebe ich von meinem Ehemann getrennt.

Beim lesen dieser Zeilen kam mir sofort ein Gedanke u. das Thema heißt, "Loslassen" !
Du steckst fest, weil Du noch nicht loslassen konntest.
Ich finde, dass es wichtig wäre, gerade dann, wenn man sich noch Hoffnung bewahren möchte.

Dazu gibt ein schönes Zitat:
"Lass frei was dich einengt.
Lass gehen wer nicht an Dich glaubt.
Lass dich finden, vondem die nach dir suchen.
Lass dich gehen, wohin dein Herz dich trägt,
lass dich fallen in jedem Moment.
Lass die Vergangenheit ruhen u. lass die Zukunft entstehen" .

In diesem Zitat steckt die Weisheit, warum unser "Loslassen", oft so sehr wichtig sein kann !

Damit ist eben nicht die Äußerliche Trennung gemeint, sondern unser inneres Loslassen !
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Zitat von M+M:
Er nimmt Medikamente und geht zum Psychologen. All das hilft nicht.

Nun, warum all dies nicht hilft, dies steckt möglicherweise darin, denn Du schreibst:
Zitat von M+M:
da ich wusste das er ihm nicht die Wahrheit über seine Gefühle, Gedanken und vieles mehr nicht mitteilt.

Dann ist es auch für den Psycholgen unmöglich zu helfen u. das, was die Depression mit verursacht,
dem wird nicht auf den Grund gegangen u. so kann auch keine Transformation möglich werden.
-----------------------
Hinzu kommt noch aus meiner persönlichen Sicht, dass:
Zitat von M+M:
Er sagte mir auch eine Woche vorher das er eine neue Beziehung führt.

Für eine neue Beziehung scheint aber genug Gefühle vorhanden zu sein
Zitat von M+M:
Ich binnicht näher drauf eingegangen sondern habe ihm alles gute mit ihr gewünscht.

Denke, dass Du da richtig reagiert hast !
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Zitat von M+M:
Für much ist es besser ohne ihn, denn diese Krankheit wird nie enden.

Doch, diese Krankheit kann enden, aber der, der dies schaffen kann, dass sind nur wir Depression- Betroffene selbst !
Sicher muss man als Depressiver Mensch, immer achtsam bleiben, aber dafür gibt es genug Handwerkszeug, was man aus der Therapie mitnehmen kann.
Als Betroffener muss man es allerdings auch wollen u. wenn nötig, dann auch anwenden !
Zitat von M+M:
Was ich nicht schon alles getan

Das glaube ich Dir gerne u. auch all die Anderen hier in diesem Thread, lösen bei mir den allerhöchsten Respekt dafür ab !
Zitat von M+M:
wir werden es nie verstehen können

Braucht der Angehörige - der Partner/in auch nicht !
Wer erkrankt ist, sollte sich Hilfe zuwenden u. der Angehörige braucht nur sein Mitgefühl einbringen.
Zitat von M+M:
Diese Krankheit verändert einen Menschen.

Leider hin, zum Negativen, wenn man sich nicht wirklich auf die Hilfen(Therapie) einlässt !
Aber auch hin, zum Positiven, denn in der Therapie kann man zu seinem wahren Kern (durch Selbsterfahrung) finden u.
die Depression damit vertreiben.

LG Jedi

15.02.2020 17:14 • x 3 #1600


M+M

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Vielen Dank Jedi. Ich frage mich warum er sich nicht scheiden lassen möchte? Er sagte zu mir.wir müssen uns nicht scheiden lassen, wegen der Rente später, ich habe die noch nicht eingereicht, weil ich nicht weiß wie es ihm geht. Ich möchte keinen Druck ausüben, den in dem Haus wo er noch wohnt gehört mir zur Hälfte. Ich denke ich warte auf seine Einreichung undhoffe das seine neue ihn darin bestärken und unterstützen kann. Meine Kids haben nur alle 4-6 Wochen Kontakt zu ihrem Vater. Bis heute hat er ihnen nicht gesagt das er eine neue Partnerin hat. Bei unserem letzten Treffen habe ich ihn gebeten, ihnen Bescheid zusagen, bevor sie es von anderen hören. Bis heute kam nichts. Statt dessen trägt er immer eine Maske den Kindern gegenüber. Sie sind doch alt genug und würden das auch verstehen. Ich habe sehr viel gelesen und ich habe Freunde die das auch haben, aber diese Krankheit ist unergründlich. Mit ihnen ist es anders oder sie sagen nicht die Wahrheit. Aber wenn liebe im Spiel ist, ist es unmöglich. Ich denke auch das er seine Krankheit immer noch nicht akzeptiert hat, somit gibt es keine Besserung. Euch einen schönen und erholsamen Abend.

15.02.2020 20:36 • x 2 #1601


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Jedi

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Zitat von M+M:
Ich frage mich warum er sich nicht scheiden lassen möchte?

Nun, es soll Menschen geben, die sich gerne ein Hintertürchen offen lassen, wenn es mit einer neuen Beziehung
nicht klappen sollte.
Für mich hat das mit Depression wenig zu tun !
Aber, es ist auch nur so meine Vermutung.
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Zitat von M+M:
ich habe die noch nicht eingereicht, weil ich nicht weiß wie es ihm geht.
Ich möchte keinen Druck ausüben,

Nun, wenn er gar jetzt in der Lage ist, eine neue Beziehung zu führen, wird es ihm bestimmt so schlecht
nicht gehen können.
Daher verstehe ich jetzt nicht so, warum Du keinen Druck ausüben möchtest ?
Du solltest mehr, deinen Bedürfnissen folgen u. nicht noch für deinen Partner, irgendwie mitdenken oder
eine falsche Rücksichtnahme pflegen.
Frag Dich selbst einmal, wieviel an Rücksichtnahme hast Du denn schon erhalten ?
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Zitat von M+M:
aber diese Krankheit ist unergründlich.

Das ist sie mit heutigen Stand dessen, was wir wissen können, eben nicht mehr !
Sicherlich ist eine Depression sehr individuell zu Diagnostizieren u. dann zu Therapieren.
Während einer Therapie kann schon deutlich werden, wie die Depression sich bei jedem entwickeln konnte.

Hier im Forum gibt es eine ganze Reihe von Betroffenen, die auch ihre Depression,
mit Hilfe von Therapie überwinden konnten, auch wenn sie weiter achtsam bleiben.
Manche sind noch auf ihren Heilungsweg, aber wie sie hier kommunizieren, ist schon zu bemerken,
dass nach u. nach sich eine deutliche Besserung einstellt.
Dies ist möglich, weil sie die therapeutische Arbeit sehr ernst nehmen u. sich sehr auch mit ihren Übungen auseinandersetzen.
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Zitat von M+M:
Ich denke auch das er seine Krankheit immer noch nicht akzeptiert hat, somit gibt es keine Besserung.

Da wirst Du recht haben, denn was uns Betroffene hier im Forum eint, dass ist, die Erkrankung akzeptiert u.
angenommen zu haben u. vorallem uns professionelle Hilfe gesucht zu haben u. was eben auch hilft,
sich, wie hier in einem solchen Forum, mit Leidensgenossen auszutauschen.
Da ist gerade dieses Forum, meiner Erfahrung u. Ansicht nach sehr zu empfehlen !

Villt. schaust Du noch einmal auf das Zitat, was ich Dir in meinem ersten Beitrag geschrieben habe u.
lässt das mal auf Dich wirken.
Möglich, dass es Dir hilft, mehr an innerer Sicherheit entwickeln zu können.

Dir wünsche ich auch einen entspannten Abend !

LG Jedi

15.02.2020 22:11 • x 2 #1602


M+M

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Seine Diagnose lautet: schwere Depression und eine Persönlichkeitsstörung. Wenn ich jetzt zurückblicke und manche Aktionen und Reaktionen in Erinnerungen kommen, dann hat er es schon verdammt lange. Nur damals hatte ich und auch er noch keine Ahnung was da auf uns zukommt. Er war ein guter und fürsorglicher Ehemann und Vater. Ich hoffe er wird es irgendwann schaffen.

16.02.2020 02:14 • x 2 #1603


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Jedi

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6459
Zitat von M+M:
Seine Diagnose lautet: schwere Depression und eine Persönlichkeitsstörung

Das sind sicher zwei sehr schwere Krankheitsbilder, die unbedingt einer professionellen Therapie bedürfen.
Zitat von M+M:
Ich hoffe er wird es irgendwann schaffen.

Wenn ihm die schwere seiner Erkrankung bewusst wird u. sie annimmt u. sich auf die therapeutisch Behandlung einlässt,
dann wäre es ihm zu wünschen.

16.02.2020 13:55 • #1604


Wuguli

Hallo,

Ich weis hier sind gerade viele Leute die mach Hilfe fragen und ihre Situation schildern.

Ich hoffe ich komme jetzt nicht ungelegen mit meiner Frage.

So wie viele andere auch, bin ich mit einem depressiven Partner zusammen oder momentan auch nicht wirklich. Vor kurzem hat er gesagt, er empfinde gar nichts mehr für mich und Berührungen und Nähe tut ihm weh und verwirrt ihn nur.

Es tut ziemlich weh sowas zu hören.
Er find an Zweifel an unsere Beziehung zu bekommen, als er das tavor absetzte und seine Antidepressiva Dosis erhöht wurde. Dadurch das nicht dieses alte Gefühl zu mir zurückkam, fing er an unsere Beziehung zu hinterfragen.

Er hofft drauf dass die Gefühle zurückkommen werden, jedoch ist er momentan sehr kühl und abweisend zu mir, was mich seine Aussage manchmal hinterfragen lässt.

Meine Frage wäre, wie lange soll man abwarten? Und soll man weiterkämpfen?

16.02.2020 18:58 • x 1 #1605


M+M

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Für mich eine ganz schwierige Situation etwas dazu zu schreiben. Ich weiß das man sehr sehr hilflos in solch einer Situation ist. Bei mir war das auch so. Abweisend, keine Gefühle mehr und keine Liebe. Daran können und werden wir nichts ändern. Für deinen Partner kannst du nur da sein, solange er es zulässt. Mein Mann hat schwere Depressionen. Am Anfang immer dieses hin und her. Ja ich möchte aber kann nicht. Ich habe sehr sehr lange gehofft, dass wir wieder eine Familie sind. Leider hat es bei uns nicht geklappt, und ich habe den Kampf gegen dieser Krankheit verloren. Ich weiß wie schwer es ist einen Menschen den man sehr liebt, gehen lassen zu müssen.

17.02.2020 08:48 • x 3 #1606


Wuguli

Hallo zusammen,

Ich hab mich mal komplett durch die ganzen Seiten gelesen und wollte erstmal Danke sagen.
Ihr seid alle unglaublich stark und inspiriert einen.
Ihr gebt einem unfassbar viel Mit, sowohl die Betroffenen als auch Angehörigen.

Ich wollte mich mal erkundigen wie es euch geht und wie es zurzeit mit aber auch ohne Partner läuft?

Liebe Grüße wuguli.

18.02.2020 00:55 • x 1 #1607


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loolapalooza

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Bei mir herrscht leider seit Valentinstag Funkstille Ich hatte ihr eine kleine Geste per Post zukommen lassen: Eine kleine Karte vom Sternenhimmel eines besonderen Moments aus unserer Beziehung.leider kam das gar nicht gut.Es würde sie zu sehr unter Druck setzen meine Erwartungen zu erfüllen, dass wir wieder zusammenkommen. Sie fühlt sich extrem schlecht deswegen, dass sie nichts fühlt.Warum ich mir das ganze Leiden antue für jemanden, der es nicht wert ist.

das tat leider höllisch weh.sie brauche jetzt Zeit für sich, da sie auch Prüfungen hat die Woche, und ich solle sie nur anschreiben, wenn ich sie wirklich brauche ( sie möchte nach wie vor dass es mir gut geht )

18.02.2020 01:08 • x 1 #1608


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Juli1

210
535
Hallo Ihr Lieben,
ich habe länger nicht mehr geschrieben, weil es einfach nichts neues gab. Mein Ex zieht jetzt am Wochenende aus, er hat eine neue Wohnung, die er gerade renoviert. So lange wohnen wir noch zusammen. Was soll ich sagen, es ist hart, und mir graut vor dem Wochenende, wo die Tür zufällt und ich alleine bin. Wir haben aber beschlossen, in Kontakt zu bleiben, haben ja auch den Hund zusammen. Und am 23.03. wollen wir noch zusammen zu einem Comedy-Abend gehen, da haben wir damals zusammen die Karten besorgt. Ich habe beschlossen, erstmal nicht mehr zu kämpfen, ich muss zur Ruhe kommen, die Zeit seit August hat mich doch sehr mitgenommen, ich habe auch keine Kraft mehr. Und was dann kommt, wird die Zeit zeigen. Ich werde mich dann erstmal nur um mich kümmern. Werde auch keine täglichen whatsapp mehr schreiben, er muss alleine klarkommen und für sich sehen ob das nun die richtige Entscheidung war. Ich werde loslassen und mir auch keine Gedanken mehr um ihn machen. Ich weiss, dass er tierische Angst vor dem Schritt hat und es für ihn alles andere als leicht ist. Aber vielleicht schafft er es so, gesund zu werden. Aber falls nicht, ist es nicht mehr meine Aufgabe, ihn retten zu wollen. Habe mir auch einen Therapeuten gesucht, wir arbeiten das ganze jetzt mal auf.
Und wer weiss, was das Leben in der Zukunft noch so bereit hält.
Ihr seid echt alle so unglaublich stark, aber verliert euch selber nicht in dem ganzen Strudel.

18.02.2020 12:01 • x 4 #1609


Wuguli

Oh das tut mir echt leid @Juli1

Ich will dich eigentlich auch gar nicht mit dem Thema noch stören, aber nimmt er noch Medikamente und ist in Therapie?

18.02.2020 12:44 • #1610


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Juli1

210
535
@wuguli, Du störst mich mit dem Thema absolut gar nicht. Also er nimmt keine Medikamente, hat davon ganz böse Nebenwirkungen gehabt und meint, dass er es ohne schafft. Er war in einer psychosomatischen Reha bis Mitte Januar und soll sich eigentlich einen Therapeuten für Schmerztherapie und Verhaltenstherapie suchen. Bislang hat er das noch nicht gemacht. Er sagt, er sucht sich einen, wenn er ausgezogen ist. Also keine Ahnung ob das wirklich passiert. Er setzt alles darauf, dass es ihm besser gehen wird, wenn er alleine wohnt. Nur merkt er gerade, dass es damit wohl nicht getan sein wird. Kann nur für ihn hoffen, dass er sich Hilfe holt und nicht noch tiefer in sein Loch fällt.

18.02.2020 12:49 • x 1 #1611


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Jedi

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6459
@Juli1 1

Zitat von Juli1:
Mein Ex zieht jetzt am Wochenende aus, er hat eine neue Wohnung, die er gerade renoviert.

Das tut mir für Dich sehr Leid
Ich habe ja immer deine Beiträge mitverfolgt u. Du hast, so wie die Anderen auch, sehr-sehr viel für den Erhalt der Beziehung
u. Unterstützung deines Ex. investierrt.
Sicher weit über deine Kräfte gehend hinaus !
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Zitat von Juli1:
Ich habe beschlossen, erstmal nicht mehr zu kämpfen, ich muss zur Ruhe kommen,
die Zeit seit August hat mich doch sehr mitgenommen, ich habe auch keine Kraft mehr.

Das ist absolut verständlich u. Du darfst u. solltest auch auf Dich stolz sein !
Was Du alles getan - gedacht - Überlegungen angestellt hast, dafür kann ich Dir nur den höchsten Respekt zollen !

Kämpfen macht jetzt auch keinen Sinn mehr u. das Dich das mitgenommen hat, seelisch, wie auch körperlich u.
die Energie aufgebracht ist, ist völlig klar.

Villt. wird auch jetzt für Dich etwas verständlicher, warum ich in meinen Antwort-Beiträgen immer den Hinweis gab,
dass ihr gut auf Euch aufpassen sollt u. zuerst gut für Euch sorgen solltet !

Dein Ex. hat für sich gut gesorgt u. konnte sich gar eine neue Wohnung suchen u. sie jetzt auch renovieren.
Das finde ich sehr erstaunlich, da ich es damals u. viele an Depression-erkrankte,
denen ich in meiner Heilungszeit begegnet bin, niemals geschafft hätten.
Aber Vergleiche sind eher nicht so sinnvoll u. müssen nicht immer passen !
War mir gerade so wieder aus meiner Erkrankungszeit bewusst geworden.
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Zitat von Juli1:
Ich werde mich dann erstmal nur um mich kümmern

Das Juli ist die absolut richtige Entscheidung
Zitat von Juli1:
was dann kommt, wird die Zeit zeigen

So ist es !
Ich würde Dir noch gerne einen Impuls dazu dalassen u. der heißt, "Loslassen" !
"Loslassen" ist nie einfach, aber sehr sinnvoll, um sich für Neues öffnen zu können.
Nur wer loslässt, was einem festhält (ein ex. Partner/in, Erinnerungen, Vorstellungen,Gedanken,
etwas nicht erreicht zu haben, Schuldgefühle, gar Traurigkeit, Versagensangst, Gefühl der Enttäuschung, uvm.),
kann neue Erfahrungen machen u. öffnet damit sein Herz, sei es für einen neuen Menschen oder für Etwas,
was man villt. nie gewagt hat u. sich nun als eine Chance anbietet.
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Zitat von Juli1:
Ich werde loslassen

Sicher, dass ist sehr wichtig u. ich würde Dir villt. auch sagen, dass Du ruhig noch einige Zeit hier im Forum bleibst
(wenn Du magst), denn hier im Austausch, kannst Du auch für Dich Unterstützung erhalten,
gerade wenn es ums "Loslassen" geht oder gar, wenn Du Dich Mitteilen - Austauschen möchtest,
während deiner therapeutischen Begleitung.
Das kann sehr hilfreich sein, sich hier im Austausch zu Entlasten oder Anregungen zu erhalten, von Mitgliedern,
die schon über Therapierfahrung verfügen u. die das "Loslassen" geschafft haben.
Zitat von Juli1:
Habe mir auch einen Therapeuten gesucht, wir arbeiten das ganze jetzt mal auf.

Das ist eine sehr gute Maßnahme u. die Erkenntnisse werden Dir auch zu neuen Perspektiven verhelfen.
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Zitat von Juli1:
ist es nicht mehr meine Aufgabe, ihn retten zu wollen

Das war sicherlich von Dir immer gut gemeint, aber es kann sich nur jeder selber retten !
Sicher darf man als depressiv Betroffener, auf Mitgefühl hoffen u. wenn man es möchte, seinen Partner/in
auch als eine feste Stütze nehmen, aber die entscheidenen Schritte, um wieder gesund zu werden,
diese Schritte muss ein Betroffener selbst gehen !
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Zitat von Juli1:
wer weiss, was das Leben in der Zukunft noch so bereit hält.

Und das Du Dir diese Haltung bewahren möges, dass wünsche ich Dir von Herzen !
Dazu möchte ich Dir gerne ein sehr schönes Zitat aufschreiben:

"Wir müssen manchmal bereit sein, uns von dem Leben zu lösen,
was wir geplant hatten.
Damit wir das Leben finden, was auf uns wartet"
!
(J. Campbell)

LG Jedi

18.02.2020 14:15 • x 1 #1612


Wuguli

Danke für deine Antwort @Juli1

Du wirst das mit der Trennung schaffen, klar wird es nicht leicht, aber das sagt ja auch keiner.
Wie schon gesagt, wenn du dich austauschen willst oder was los werden willst sind wir hier da.

Liebe Grüße.

18.02.2020 14:23 • #1613


M+M

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136
Ich würde gerne auch etwas dazu schreiben. Das du den Kampf oder wie wir Angehörigen das auch immer nennen sollen, verloren hast, zeigt mir wieder einmal, dass man gar nicht kämpfen darf. Und schon gar nicht so lange. Betroffene dieser Krankheit wie auch Jedi schreibt können sich nur selbst helfen. Leider sind wir Angehörige die, die noch lieben und Gefühle haben, und somit nicht sofort aufgeben können. Aber eigentlich sollten bzw. müssten wir sofort handeln und uns zurückziehen. Denn leider ist ein scheitern das Ergebnis. Die Ratschläge von betroffenen der Krankheit sind gut oft sehr gut, aber zum Ergebnis führen diese nicht und somit enden leider viele Partnerschaften. Kämpfen sollte man, ja bestimmt, aber auf keinen Fall soooo lange. Auch wir haben nur das eine leben, wollen wir immer in Alarmbereitschaft leben. NEIN. Ich wünsche dir für dein weiters Leben ohne Ihn viel Kraft und schau erst mal nicht zurück. Bitte die die betroffen sind von dieser schrecklichen Krankheit, seid mir nicht böse, aber bei einer schweren Depression, die über viele Jahre hinweg dauern kann und manchmal keine Heilung gibt, seid uns Angehörigen nicht böse wenn wir aufgeben und uns ein stressfreies leben wünschen. LG

18.02.2020 14:50 • #1614


M+M

76
136
Noch eine Anmerkung bitte, wenn wir Angehörige nicht mit eingebunden werden bei allem was ansteht, Ärzte, Therapeuten, Medikamente und Betroffener selbst, ist das zu scheitern verurteilt. Das ist meine Erfahrung. Er muss sich mit seinem Therapeuten austauschen was Gefühle und alles Drumherum gibt und zwar ständig und dabei sollte der Partner dabei sein.

18.02.2020 15:10 • #1615


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Juli1

210
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Ihr Lieben, vielen Dank für eure Worte. Das tut gut zu lesen.
Ich werde auf jeden Fall noch etwas hier bleiben, ich bin sehr dankbar für dieses Forum, ich muss sagen es hat mir sehr geholfen, mich mit euch auszutauschen. Und auch zur Verarbeitung wird es mir bestimmt helfen können.
M+M, Du hast recht mit dem, was Du schreibst. Ich war als Angehörige auch nie während seiner Therapie involviert. Ich denke, das ist bei vielen Therapeuten auch gar nicht gewollt.
Und du hast auch recht, wir haben auch nur dieses eine Leben. Wenn ich erstmal diese Trennung verdaut habe, werde ich auch wieder positiv nach vorne blicken können und gucken was noch so im Leben auf einen wartet.

18.02.2020 15:44 • x 1 #1616


Wuguli

Diese Infos ziehen einen echt mit runter. Jetzt weis ich gar nicht mehr was ich zu meiner Situation fühle.
Ich mein die Therapie geht doch um ihn und wie er es da wieder aus der Depression schafft, warum soll fern Partner da involviert werden. Es geht doch nicht um unsere Beziehung, sondern darum dass es ihm besser geht.

18.02.2020 15:56 • #1617


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Jedi

2628
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6459
@M+M !

Habe gerade deinen Beitrag gelesen u. erlaube mir dazu noch, aus meiner persönlichen Sicht eines Betroffenen
etwas dazu zu schreiben !
Zitat von M+M:
den Kampf oder wie wir Angehörigen das auch immer nennen sollen,

Nennt es doch einfach, Unterstützung eines geliebten u.erkrankten Partners u.
Erhaltung einer Beziehung - Partnerschaft oder Ehe !

Kampf erschafft in mir das Gefühl, von einer Gegnerschaft u. einen Kampf gewinnt man oder verliert ihn !
Damit möchte ich einmal Aufmerksam machen, dass ihr nicht einen Kampf verloren habt, weil ihr nur das getan habt,
was jeder Partner tut, wenn der andere Partner erkrankt.
Dabei spielt es keine Rolle, um welche Erkrankung es sich handelt.
--------
Zitat von M+M:
zeigt mir wieder einmal, dass man gar nicht kämpfen darf.

Kämpfen würde ich es eben nicht nennen, sondern ihr tut, was in einer solchen Situation notwendig ist.
---------
Zitat von M+M:
Und schon gar nicht so lange

Wie sich der erkrankte Partner in der Zeit entwickelt, ob er schon Frühzeitig sich professionelle Hilfe sucht oder
ob er seinen Verdrängungsmuster folgt, seine Erkrankung nicht annehmen kann u. will.
Das kann für euch Angehörige ein Hinweis sein, ob u. wie lange ihr Euch eure Hoffnung bewahren könnt.
---------
Zitat von M+M:
Betroffene dieser Krankheit wie auch Jedi schreibt können sich nur selbst helfen.

Das ist so, denn der Angehörige kann nur mutmachend - unterstützend u. als Stabilisator, der noch zu erhaltenen u.
nötigen Lebensaufgaben fungieren.
Dies sollte dem Betroffenen genug Freiheit geben, sich um seine Erkrankung zu kümmern.
Was euch Angehörige dabei als unerklärlich erscheint, wie das bei einer solchen Erkrankung möglich ist,
dass weiter gearbeitet wird - Treffen mit Freunden gehen, gar auch Urlaube unternommen werden können, uvm. !
Ihr dann aber hört von, dass das Druck macht, wenn ihr euch meldet u. zeigen wollt, "ich bin für dich da",
was für Euch eine Selbstverständlichkeit ist.
Das ist für die Angehörigen oft zutiefst kränkend u. verletzend, was ich völlig verstehe u. es mir in einer solchen Situation
sicher auch so gehen würde.
---------
Zitat von M+M:
Leider sind wir Angehörige die, die noch lieben und Gefühle haben, und somit nicht sofort aufgeben können

Warum "Leider" ?
Es ist doch auch völlig menschlich u. natürlich !
Warum sollte man auch so schnell aufgeben, denn zu Anfang bleibt doch auch alles Ergebnis offen.

Ich habe während ich hier in diesem Thread mitgelesen habe, immer mehr, allerhöchsen Respekt
vor jeden Einzelnen hier bekommen !
----------
Zitat von M+M:
Aber eigentlich sollten bzw. müssten wir sofort handeln und uns zurückziehen.

Handeln u. dabei achtsam mit Euch zu bleiben !
Mit eurer Energie gut zu Haushalten u. Euch nicht, in eine Retterposition zu bringen.
So aber auch nicht in eine Opferrolle u. dafür ist es nötig achtsam auf die eigene Gefühle u. Gedanken zu achten.

Zurückziehen kann erst dann nötig werden, wenn es bei dem Betroffenen an Krankheitseinsicht fehlt u. so die nötige Hilfe
die der Betroffene bräuchte, nicht wahrgenommen wird.
So wie ich hier im Forum schon des öfteren geschrieben habe , ist die Depression kein unüberwindbares Schicksal,
sondern heute gut zu behandeln, was man auch hier, von so manchen Mitglied auch erfahren kann.
------------
Zitat von M+M:
Denn leider ist ein scheitern das Ergebnis.

Aber auch nicht immer !
Es gibt auch andere, positive Ergebnisse !
-----------
Zitat von M+M:
Die Ratschläge von betroffenen der Krankheit sind gut oft sehr gut,
aber zum Ergebnis führen diese nicht

Vielleicht nicht vondem von Euch gewünschten Ergebnis nicht.
Das wäre auch sicher zu vermessen von uns Betroffenen, dass zu glauben, dass wir dadurch ein positives Ergebnis
beeinflussen könnten, wenn wir versuchen Euch etwas verständlich zu machen - Impulse geben u. darauf Hinweisen,
dass ihr selbst gut für Euch sorgen solltet.

Wenn es denn doch zu einer Trennung kommt, so glaube ich, fühlen Alle mit, die hier in diesem Thread mit unterwegs
waren u. mir geht es nahe, weil ich immer mitbekommen habe, wie wichtig es Euch war,
euren Partner nicht so einfach fallen zu lassen.
-------------
Zitat von M+M:
Auch wir haben nur das eine leben

Sicher eine wichtige Erkenntnis, die aber auch mal zwischendurch verloren gehen kann.
Zitat von M+M:
wollen wir immer in Alarmbereitschaft leben

Das ist sicherlich dringend zu vermeiden !
-----------
Zitat von M+M:
Bitte die die betroffen sind von dieser schrecklichen Krankheit, seid mir nicht böse,
aber bei einer schweren Depression, die über viele Jahre hinweg dauern kann
und
manchmal keine Heilung gibt,
seid uns Angehörigen nicht böse wenn wir aufgeben und uns ein stressfreies leben wünschen.

Wie sollte man da böse drüber sein u. kein Verständnis dafür haben ! - Ich für mein Teil, habe dafür volles Verständnis !

Ja @M+M, es ist eine schreckliche Erkrankung u. es gibt auch viele Betroffene, die trotz guter Therapien u. Medis,
irgendwann den Suizid, als den wahrenAusweg suchen.
Auch stimmt es, dass die Depression einem ein Lebenlang begleiten kann.
Doch möchte ich auch Hoffnung geben, dass eine Depression auch mit dem heutigen Wissensstand - therapeutischen Möglichkeiten u. Medikamenten, auch ein normales Leben ermöglichen hilft.
Ein Leben in einer Beziehung - Partnerschaft u. Ehe, ob mit Kindern od. ohne u. es ist auch möglich,
Beruflich wieder Fuss zu fassen, villt. auch neue beruflichen Perspektiven zu entwickeln, durch die Therapierfahrung,
eine andere Haltung, gar Gewichtung gegenüber dem Job bekommen zu haben u. gar auch noch Karriere zu machen.
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Zitat von M+M:
Noch eine Anmerkung bitte, wenn wir Angehörige nicht mit eingebunden werden bei allem was ansteht,
Ärzte, Therapeuten, Medikamente und Betroffener selbst, ist das zu scheitern verurteilt

Nun, dass behindert zu allererst die Ärztliche Schweigepflicht !
Die kann natürlich nur der Betroffene aufheben, wenn er möchte, dass seine Partnerin od. Partner in seinen Heilungsverlauf
mit eingebunden werden soll.
Einem Betroffenen möchte ich Mut machen, immer Kritisch zu bleiben u. nachzufragen, nicht einfach alles so
hinnehmen.
Ist oft sehr schwer in solchen Situationen, aber da kann der Partner/in eine Stütze sein.
Wenn der Betroffene seinen Partner/in, schon zu Anfang der Erkrankug verlässt, wird eine Unterstützung,
ob bei Ärzten-Therapeuten unmöglich, denn die wenigsten halten ja dann offenbar keinen Kontakt mehr
zu ihren Partnern/innen.
------------
Zitat von M+M:
Er muss sich mit seinem Therapeuten austauschen was Gefühle und alles Drumherum gibt und zwar ständig
und
dabei sollte der Partner dabei sein.

Das der Partner bei einigen Sitzungendabei sein möchte, dass ist mit dem TP sicherlich zu vereinbaren.
Möchte das aber der Betroffene ?
Dann muss er seine Zustimmung dazu gegenüber dem TP auch geben.

Ich habe in der medizinischen Reha die Erfahrung gemacht, dass es einmal in der Woche ein Angehörigen-Treff gab,
dort waren die Therapeuten u. es gab sogar eine Patientensprecher, der aus den Reihen der Betroffenen gewählt wurde
u. der war dann auch Anwesend.
So war es für den Angehörigen sich mit anderen Angehörigen auszutauschen, Einzel- Gespräche mit dem TP,
nach Zustimmung des Betroffenen zu führen oder auch gar einen gemeinsamen Gesprächstermin zu vereinbaren.
Aber so war es auch möglich, mit dem Patientensprecher über die Erkrankung zu sprechen u. darüber etwas zu erfahren,
wie dort so ein Tagesverlauf ausschaut u. konnten sich über die vielfältigen Angebote dort infomieren lassen.
Ich war selbst dort auch mal Patientensprecher u. kenne auch aus vielen Gesprächen mit den Angehörigen,
was hier auchin diesem Thread immer wieder einmal angesprochen wurde.

Ich gebe Dir aber auch gerne recht damit, dass es Sinn machen kann, wenn die Möglichkeit genutzt würde,
ein paar gemeinsame Therapiesitzungen zu vereinbaren !
Dazu gehört die Vorrausgesetzung, die Zustimmung des Betroffenen !

LG Jedi

18.02.2020 16:51 • x 1 #1618


Just_me

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Zitat von Juli1:
aber verliert euch selber nicht in dem ganzen Strudel.


Ich glaube, da ist das allerwichtigste!

Bei uns ist es jetzt gerade sehr sehr tagesform abhängig. Mal mehr mal weniger. Aber auch wenns gerade weniger ist und er ein bissl Ruhe braucht, kann ich mich sehr gut für mich selbst beschäftigen.
Dies vermutlich geht aber auch deshalb inzwischen so gut, da ich genau weiß das er sich meldet, sobald es ihm danach geht.

Also Ihr Lieben, Krönchen richten, euch selbst nicht vergessen und weiter gehts.

Lg
Just_me

18.02.2020 17:33 • x 2 #1619


Wuguli

Danke @Just_me

Mir gehts gerade ziemlich schlecht, weil ich nochmal alles durchgehe was er zu mir gesagt hat, wie er sich aber verhält und ach keine Ahnung.
Ich bin total aufgewühlt.

Ich hab Angst, dass er sich weiter von mir entfernt, weil er nichts für mich fühl und ich ihn runterziehe und traurig mache.
Ich will nicht das er in seiner momentanen Phase Entscheidungen über unsere Beziehung trifft.

Krönchen ist momentan nicht zu finden.

18.02.2020 17:43 • x 2 #1620

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