@Mellie
Nein, die Antidepressiva vernebeln dich nicht.
Die Depression vernebelt dich. Weil sie dich quasi gefangen hält und dir immer wieder sagt: Glücklich sein darfst du nicht! Alles ist schlecht.
Das Antidepressivum hält da dann etwas gegen. Sprich du fühlst dich besser. Aber du bleibst du.
Ich hatte damals genau die selben Ängste Mellie. Ich dachte, wenn ich zum Therapeuten gehe wollen die mich dort komplett umkrempeln. War aber nicht der Fall. Ich dachte, wenn ich Antidepressiva nehme bin ich nicht mehr ich selbst. War und ist nicht der Fall. Ich bin nach wie vor ich geblieben =)
Dass du keinen Psychiater findes ist schlimm.Aber ja, rede noch mal mit dem Hausarzt was er meint. Evtl. kann er ja jemanden empfehlen.
Es gibt auch sogenannte Tageskliniken wo man hingehen kann. Da geht man morgens hin und kommt mittags wieder heim. Man trifft dort andere mit der selben Problematik, kann sich austauschen und es gibt auch Ärzte dort die einem Helfen usw.
Du kannst progressives Muskeltraining machen z.B. dabei spannst du ganz bewusst einen/oder mehrere Muskeln an. (ich kneif z.B. gern den Po zusammen

oder drücke die Hände flach aufeinander. Man kann auch den Bauch anspannen. Wie man es mag). Diese Spannung dann etwas halten und dann langsam wieder locker lassen. Das kann einen entspannen. Hab ich in meiner ersten Therapie gelernt.
Auch meinte meine Therapeutin ich könnte ruhig mal mein Kissen schlagen wenn ich mich schlecht fühle. Hab ich aber nie gemacht, weils nicht meins ist mich körperlich "zu verausgaben" wenn es mir schlecht geht.
Was auch gut sein kann sind Gedankenreisen.
Man denkt sich an einen Ort an dem man gerne wäre. Egal was für ein Ort. Kann auch etwas "erfundenes" sein. Hauptsache man fühlt sich dort wohl.
Und eben immer noch Medikamente. Meine haben geholfen meine Gedankenspirale größtenteils stumm zu stellen. Vorher ging bei mir auch immer der Schädel rund. Ständig kam mir was anderes in den Sinn. Das war so quälend.