@Alexandra2
Hallo Alexandra,
Zitat:Ja es wäre schön, nur hinfühlen zu wollen und mir das zu erlauben und schon bin ich auf dem Weg der Heilung.
So ist es nicht.
Nicht ganz, aber so ähnlich funktioniert es schon. Nur braucht es viel Übung und viel Zeit,
sich von den alten Denkweisen ein wenig zu trennen.
Und es braucht den Willen, neue Wege zu gehen, ohne ängstlich zu sein.
Zitat:Als kleines Kind war ich stocksteif vor Angst, meine Antennen spürten jede kleine Veränderung auf und alarmierten.
Ich war im Dauerarlarm.
Das, was Du hier beschreibst, ist vermutlich etwas, was Du noch nicht so leicht beseitigen kannst.
Deine Ängste sitzen scheinbar ziemlich tief. Irgendwann kommst Du auch an diese Ängste heran.
Zitat:Als Erwachsene lernte ich argumentieren und lies mir nur etwas sagen, wenn es konstruktiv rüber kam. Kritik von
außen musste, für mich erkennbar, gut gemeint formuliert sein. Das sorgte für meine Würde.
Das war völlig richtig. Ich mache es nicht anders. Dann ist Dein Selbstbewusstsein doch stark.
Zitat:Die Erfahrung, dass ich trotz Schutzlosigkeit handlungsfähig bin, war mein Motor gegen die Angst.
So ganz verstehe ich das nicht. Warst Du wirklich schutzlos? Vermutlich hast Du Dich nur schwach gefühlt.
Zitat:Mein Leben lang fühlte ich mich abgeschnitten zu anderen. Darunter habe ich hilflos gelitten. Mit der Erlaubnis,
das zu fühlen, passierte nichts. Erst durch die Handlungen meldete sich mein Gefühl: es ist schön Teil einer
Gemeinschaft zu sein- ohne Angst vor Demütigungen.
Du beschreibst das alles völlig richtig.
Eine Angststörung kann man nicht über Gedanken allein lösen.
Wie Du es sagst, braucht es dafür Handlungen. Nur durch ständig neues Handeln und auf Menschen zugehen,
können Ängste schwächer werden.
Wer Ängste kleiner machen will, der sollte lernen sich häufiger in der Nähe anderer Menschen aufzuhalten. Dabei
lernt man sich selbst, dass von anderen Menschen weniger Gefahr ausgeht, als man bisher immer glaubte.
Deshalb wünsche ich Dir viele, viele neue, positive Erfahrungen.
Viele Grüße
Bernhard