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Elektrokrampftherapie - sinnvoll oder schädlich?

Edelle

Edelle

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Hallo,

Häufiger sind zur EKT ja geradezu empörte Stellungnahmen zu finden, mit der darin gipfelnden Aussage, sie sei mehr Körperverletzung als hilfreich.

Wie sind hier die Erfahrungen dazu? Mich interessiert es nicht nur theoretisch, sondern auch wegen einer bekannten Person, die keine Hilfe mehr durch Medikamente erfährt und nun EKT aus lauter Verzweiflung in Erwägung zieht, aber sehr unsicher ist, und bei der ich bei dem Stand der Dinge auch nicht wüsste, ob eher ab- oder zuzuraten wäre. Wobei der Rat in der Sache ohnhin beim Arzt liegt!

Es geht mir also lediglich um Eure Erfahrungen und Meinungen.

Grüße von Edelle

30.06.2018 14:26 • #1


auferstehung

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Ich war ein paar Tage verreist, deshalb kann ich erst heute antworten.

Für mich war die Elektrokrampftherapie die Rettung. Nach mehr als einem Jahr vergeblicher Versuche mit verschiedenen Medikamenten (teils ambulant, teils stationär) habe ich im Jahr 2012 (in Absprache mit meiner ambulanten Ärztin und dem Oberarzt im KKH) eine EKT erhalten. Ich habe die EKT sehr gut vertragen, und sie hat bei mir hervorragend angeschlagen. Allerdings trifft das leider nicht auf jeden Betroffenen zu - es ist also kein Wundermittel. Aber einen Versuch wäre es nach meinem Dafürhalten allemal wert, und bei der modernen Vorgehensweise (mit Kurznarkose und Muskelrelaxans) kann von Körperverletzung nicht mehr die Rede sein. Man sollte also auf keinen Fall dabei eine gedankliche Verbindung zum Film "Einer flog über das Kuckucksnest" herstellen.

Bei mir liegt das jetzt schon 6 Jahre zurück, und ich bin (nach einer Rekonvaleszenzphase im Anschluss an die EKT) seitdem stabil und physisch und psychisch normal belastbar.

Wenn Du und die betroffene Person möchtet, könnt Ihr mich auch gern per PN dazu befragen.

03.07.2018 13:24 • x 2 #2


Crimson-King

Crimson-King

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Hey Edelle,

ich hab auch eine EKT-Serie hinter mir, im Jahr 2011. Geholfen hat es nicht. Die Erfahrungen anderer Patienten waren durchwachsen.

Trotzdem würde ich den Behandlungsversuch empfehlen, wenn man mit den Antidepressiva nicht weiter kommt.

Was möchtest du darüber wissen?

03.07.2018 23:32 • x 2 #3


Edelle

Edelle


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Hallo Ihr beiden,

habt vielen Dank, mich freut sehr, das nun doch noch Antworten kamen und ich dies hier von Euch - sozusagen aus erster Hand - lesen konnte. Ich hatte bisher immer wieder sehr Unterschiedliches (und eben überwiegend Nachteiliges) dazu gelesen.

Gerade dass auch Eure eigenen Erfahrungen geradezu konträr zu sein scheinen, finde ich bemerkenswert. Es läuft also darauf hinaus, es ggf. mit viel Mut, aber erst, wenn alles andere versagt hat, ernstlich in Betracht zu ziehen.

Viele Grüße, E.

06.07.2018 19:03 • x 1 #4


Lara80

Lara80

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Hallo,

ich habe es bisher einmal gemacht und das Ergebnis war zwar spürbar aber nicht gänzlich überzeugend. Ich würde es davon abhängig machen, ob es deine Krankenkasse bezahlt. Ich musste es damals selbst zahlen und das war es mir dann doch nicht wert.

LG

07.07.2018 08:54 • x 1 #5


Edelle

Edelle


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Hallo Lara,

eine immerhin unsichere und riskante Behandlung wie die EKT selbst bezahlen zu müssen, finde ich ja eine Zumutung, muss ich sagen! Und dann noch ein so vages Ergebnis ...

Aber Du hast den Versuch gewagt, und das war doch positiv, finde ich.

LG E.

07.07.2018 09:09 • #6


auferstehung

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Zitat von Lara80:
ich habe es bisher einmal gemacht und das Ergebnis war zwar spürbar aber nicht gänzlich überzeugend.


Von einer Sitzung darf man auch noch keinen durchschlagenden Erfolg erwarten. Ich spürte damals eine deutliche Besserung etwa ab der 3. Sitzung. Insgesamt hatte ich 7 Sitzungen während des Klinikaufenthaltes und nach der Entlassung in größeren Abständen noch einmal 3 Sitzungen.

Dass man das selbst bezahlen muss, habe ich aber noch nie gehört ...

07.07.2018 13:28 • x 1 #7


Crimson-King

Crimson-King

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Ich bin gesetzlich versichert. Die EKT-Serie und den damit verbundenen Klinikaufenthalt hat bei mir die Krankenkasse bezahlt.

Es sind einige Voruntersuchungen nötig. In der Regel sind es nicht nur 7 Behandlungen sondern um die 12. Man kann dann später noch ein paar Erhaltungs-EKT machen lassen.

07.07.2018 21:59 • x 1 #8


auferstehung

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Bei mir war es auch so, dass es anstandslos die Krankenkasse bezahlt hat (ich bin als Freiberufler freiwillig bei meiner gesetzlichen Krankenkasse versichert).

08.07.2018 10:42 • x 1 #9


Edelle

Edelle


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Hallo
und danke für alle Antworten!

Mir gehts hauptsächlich darum, Mut zu machen, wenn halt nichts anderes mehr zu helfen scheint. Die Warnungen, dass durch Schreckliches passiert, waren einfach insgesant so laut!

Einfach entmutigend.

08.07.2018 12:22 • #10


auferstehung

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Mach ihr bzw. ihm Mut!

08.07.2018 14:09 • #11


Smatie

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Zitat von Edelle:
Mir gehts hauptsächlich darum, Mut zu machen, wenn halt nichts anderes mehr zu helfen scheint. Die Warnungen, dass durch Schreckliches passiert, waren einfach insgesant so laut!


Hallo Edelle,

ich hoffe, Du liest hier noch mit.

Hier mal eine Beschreibung, so wie ich es erlebt habe:
Das Schlimmst ist eigentlich ein Pieks in den Arm oder die Hand, um den Zugang für die Anästhesiemedikamente zu legen. Dann bekam ich die Elektroden an den Kopf geklebt, die Atemmaske aufgesetzt und dann bin ich auch schon dahingeschlummert. Aufgewacht bin ich dann im Zimmer, alles ok, ein bisschen geschafft halt, ich denke, vor allem durch die Narkose. Manchmal hatte ich am Folgetag einen leichten Muskelkater an allen möglichen Stellen.

Das wars eigentlich, nichts, wovor man meiner Erfahrung nach Angst haben müsste.

Schöne Grüße
Martina

17.02.2019 16:08 • #12




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