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Depressiver Ehemann - Beziehung mit Zukunft / Trennung?

Meret

Meret

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Hallo zusammen,

Ich bin seit 15 Jahren mit einem depressiven Menschen zusammen.
Jeden Monat erlebe ich das Gleiche: Er verfällt in Depression, betrinkt sich (öfters), übergibt sich, hasst sich selbst.
Einige Jahre war ich mitfühlend, dann wurde ich fordernd, nun drohe ich mit der Trennung.

Natürlich ist letzteres Verhalten nicht nett/schön. Aber ich fühle mich hilflos:
Spreche ich seine Probleme an, sagt er mir, dass ich ein böser Mensch sei und ihm Probleme reinrede und er sich phantastisch fühle.
Bitte ich ihn, dass er zu einem Arzt geht, rastet er aus.
Eine andere Bezugsperson will er auch nicht suchen.
Wenn er merkt, dass ich es mit der Trennung ernst meine, droht er mit Suizid und wird hysterisch wie ein Kleinkind.

Ich liebe ihn, deshalb möchte ich ihm helfen. Aber ich weiß nicht wie, wenn er JEGLICHE Hilfe ablehnt bzw. mir verspricht ,,alles zu machen und dann nichts Handfestes tut.
Hat eine solche Beziehung eine Zukunft bzw. Sinn?

Ich fühle mich monatlich betrogen, obwohl ich weiß, dass er das nicht bösartig macht.
Und nu?

09.09.2018 14:32 • #1


CeHaEn

CeHaEn

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Hallo Meret,

war dein Mann deswegen jemals in Behandlung?
Hilfe kann überhaupt nur fruchten, wenn man sie selbst anzunehmen bereit ist. Dein Mann muss also selbst auf den Trichter kommen, dass er es allein offenbar nicht schafft.

Dein Zögern ist für mich nachvollziehbar - du willst im nichts Schlechtes und seine Drohungen treffen dich bestimmt sehr. Dabei können sie durchaus schlicht ein Zeichen von Überforderung, Hilflosigkeit sein.
Sie sind aber auch manipulativ.

Ich finde es auch völlig richtig (und für dich wichtig), dass du die Situation mit aller Konsequenz hinterfragst - du machst sie schon lange mit. Du stellst nicht nur fest, dass auch du überfordert bist, sondern dass dir die Beziehung - so wie sie jetzt aussieht - nicht gut tut. Du hast im Moment kein Vertrauen mehr in deinen Partner.
Wenn das immer so weitergeht, dann bleibst du möglicherweise wirklich auf der Strecke. Bei aller Liebe zu deinem Mann: Niemand kann verlangen, dass du dich selbst völlig aufgibst. Deswegen musst du dich nicht schlecht fühlen, auch wenn das leicht gesagt ist.

Wenn keine Änderung, noch nicht einmal der ernsthafte Versuch dazu in Aussicht steht, dann hat das auf Dauer keinen Zweck.
Eine Trennung müsste zunächst auch nicht für immer gedacht sein. In jedem Fall solltest du dann aber entschlossen genug sein, um deine "Drohung" auch umzusetzen.

09.09.2018 15:40 • x 2 #2


Meret

Meret


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Vielen Dank, CeHaEn,

Vor allem danke ich dir für die Worte, die mich bestärken. Es ist wichtig zu hören, dass ich nicht ,die Böse bin (er ja auch nicht, klar).

Das ist ja gerade mein größtes Problem: Auf eine langfristige Therapie (damit ich das Gefühl habe, dass er einen weiteren Rettungsanker außer mir hat) hat er sich nie eingelassen.

Bei den 6 Sitzungen mit einer Therapeutin kam er überglücklich zurück, weil ihm die Ärztin bestätigt hat, dass er kein ,ganz schlimmer Fall ist. Also bräuchte er doch nur ,ein bisschen an sich selbst arbeiten. so die Worte meines Mannes. Denn sich monatlich aus Selbsthass übergeben, das sei ja nicht so gravierend.
Fazit: Er lässt mich dastehen, als sei ich das Sensibelchen, das ein Problem hat. Also hat er mir alle Argumente aus den Händen gekickt. 3 Wochen im Monat habe ich doch eine schöne Zeit und erfinde dann Luxusprobleme. Darf man nicht mal 4 Tage Kopfweh haben? Sich mal tagelang übergeben? Ich terrorisiere ihn, weil ich das kritisiere. So.

Und so naiv/dumm das klingt: jeglicher Zwang hilft hier nicht, nicht wahr? Ich kann - weil ich alle Optionen ausgereizt habe - mich nur trennen, die gemeinsame Wohnung verlassen, kurz: MEIN Leben steuern, aber mit jeglicher Manipulation bin ich auf dem Holzweg. . Ich vermute: ja.

09.09.2018 18:05 • #3


CeHaEn

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Es gibt sicher noch viel schwerere Fälle als deinen Mann, aber das ändert an eurer Situation nichts. Wenn du Rückenschmerzen hast, dann werden sie nicht weniger schmerzhaft, nur weil dein Nachbar von einem brennenden Lastwagen voller radioaktiver Ebolakulturen überrollt wird. Dieses "bisschen" an sich selbst arbeiten, kann sich schnell als größer erweisen, als der Ausdruck vermuten lässt. Das hängt natürlich vom Patienten und seinem Hintergrund ab.
Dass dein Mann seine kurze Therapieerfahrung anscheinend als "Freibrief" versteht, zeigt umso deutlicher, dass er noch nicht soweit ist. Für Betroffene kann es auch wirklich schwierig sein, sich ihre Lage einzugestehen.

Du kannst nur in einem begrenzten Maße sein Rettungsanker sein und ihm helfen. WIe oben geschrieben: Du darfst dabei nicht selbst untergehen, denn damit wäre niemandem geholfen. Solltest du hin und wieder ein schlechtes Gewissen haben, dann mach dir das in diesen Momenten klar.

Tatsächlich hast du auch ein Problem, sonst hättest du diesen Thread nicht eröffnet. Dein Problem ist aber ein anderes, als es dir dein Mann suggeriert - auch wenn es ganz stark mit seinem Problem verknüpft ist. Und du darfst Probleme haben. So wie jeder andere Mensch auch. Wichtig ist, wie man mit ihnen umgeht. :)

Edit nach deinem Edit: Wenn du die Trennungsidee nun tatsächlich umsetzt, dann kann das deinen Mann vielleicht zum Handeln veranlassen. Es ist richtig, dass Zwang kein pauschales Erfolgsrezept ist. Aber vielleicht kennst du es selbst, dass mancher Druck durchaus hilfreich sein kann. Manche Menschen haben solange ein Motivationsproblem, bis es zum Zeitproblem wird, usw. Man kann es auch salopp formulieren: Manche Leuten müssen erst einmal auf die Nase fallen, um aufzuwachen.
Wenn die Trennung deinem Mann einen Impuls in die richtige Richtung gibt - super! Aber das sollte nicht dein primäres Ziel sein.

09.09.2018 18:25 • x 1 #4


Meret

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Danke, du sprichst mir aus der Seele. Es freut mich, dass ich mir das alles schon so gedacht habe und jemand Außenstehendes das auch so sieht.
Ja genau, das Bild mit dem LKW ist perfekt.

Ich glaube auch, dass ich den ,Fehler begangen habe, mich in Zeiten der Depression immer hintenanzustellen, weil er ja in diesem Moment tatsächlich der Wichtigere ist. Und das hat ihm suggeriert ,Ist doch alles supi. Mir geht es a bisserl schlecht, meiner Frau geht es gut und ich bin ja auch nicht so wichtig, also bringt mich fas bisschen Kotzen auch nicht um.

Nö, seit heute konfrontiere ich ihn ganz ruhig (ja, das bin ich inzwischen) damit, dass ich Hilfe brauche und sie mir holen werde. In einer Selbsthilfegruppe, die es hier zum Glück gibt.
Sein Kommentar: ,Du fällst mir in den Rücken Meine Antwort: ,Nein, weil ICH ratlos bin und ICH diese Hilfe brauche.

Ich will diese Beziehung, aber mit einem Mann, der für sich sorgt. Wenn er das ignoriert, gehe ich aus Selbstschutz. ohne grollende Fäuste. Und dann habe ich mir nichts vorzuwerfen, weil ich mein Bestes getan habe.

09.09.2018 19:48 • #5


CeHaEn

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Schön, dass du dich deinem Partner gegenüber um Sachlichkeit bemühst. Dabei kann man trotzdem authentisch bleiben und für sich selbst einstehen.
Mit dem Maß an Reflexion und der Handlungsbereitschaft (die Selbsthilfegruppe ist eine gute Idee) bist du auf auf einem guten Weg.

09.09.2018 20:27 • x 1 #6


Meret

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Cool ; DD

09.09.2018 20:29 • #7


Trish

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In einer ähnlichen Lage stecke ich auch. Jedoch weiß ich nicht was ich machen soll, da die Episode bei meinem Partner seit 2 Monaten besteht und wir uns kaum sehen. Er trinkt auch recht viel, wenn es ihm besonders schlecht geht. Sagt mir ich sei der wichtigste Mensch in seinem Leben, aber möchte keine Nähe zulassen, spricht kaum. Antwortet nicht auf Fragen.

Ich stelle mir gerade die Frage was das überhaupt für einen Sinn macht. Trotz der Liebe die ich empfinde, verletzt er mich mit seiner Gleichgültigkeit und ändert nichts an seiner Situation. Er hat keinen Therapieplatz bekommen (hat sich aber auf keine warteliste eingetragen oder ähnliches), war einmal in der Notfallambulanz und zwei mal bei der Suchtberatung und meint es jetzt alleine zu schaffen. Ich sehe das nicht so und er lässt auch nicht mehr mit sich reden.

Es macht mich fertig und ich glaube es wird das Beste sein, wenn jeder erst mal für sich ist. Natürlich möchte ich das nicht, aber ich bin nur traurig und warte und warte bis mal was von ihm kommt und es kommt nichts. Ab und zu nur Häppchen. Es tut mir so weh egal welche Option ich wähle.

09.10.2018 10:01 • #8


Meret

Meret


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Hallo Trish,

Es tut mir Leid, das zu hören.
Bei mir hat sich jetzt durchaus etwas geändert, deswegen erzähle ich dir einfach, was in meinem Fall wichtig gewesen ist... vielleicht klappt es bei dir auch.

Am wichtigsten ist: Spiel sein Spiel nicht mit. Erst als ich aufgehört habe zu sagen ,Klar schaffst du es diesmal alleine. Klar, du änderst dich eben ab heute. musste er umdenken. So hart es klingt: Wenn du ihm das Gefühl gibst, dass du immer für ihn da bist, ihn immer unterstützt... unabhängig davon, was er macht, denkt er (nicht bösartig/berechnend, aber eben doch), dass es ja läuft und laufen wird.

Ich habe so sachlich wie möglich kommuniziert, dass er vor die Hunde geht und ich mit ihm. Dass wenn er sich seine Depressionen ,leisten will bzw. meint, dass das nur so eine Stimmungsschwankung sei, ich mich nun zurückziehe und er ,das mal kurz regeln solle, wenn das so einfach sei.

Trish, er hat gelitten wie blöde und ich habe zugeschaut. Das war nicht einfach. Er hat versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und ich musste mir immer wieder sagen: Ich kann ihm nicht helfen bzw. er muss so tief sinken, dass er merkt, dass es ihm schlecht geht. Leider.

Kommt dir das bekannt vor? Wenn ja, dann denk bitte daran, dass du in erster Linie dein Leben lebst und er für sich verantwortlich ist. Übernimmt er die Verantwortung, gut so. Tut er es nicht, reibst du dich auf und ihm ist nicht geholfen und dir doppelt nicht.
Leb dein eigenes Leben. Und wenn er merkt, dass du auch ohne ihn leben kannst (ich meine nicht gleich mit Affären etc. , nur eben mit einem eigenen sozialen Leben, eigenen Interessen), dann wird er sich hoffentlich um dich bemühen, denn dann ist eure traute Partnerschaft keine Selbstverständlichkeit mehr.

10.10.2018 14:19 • x 2 #9


Trish

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Hallo Meret,

für Deine Worte. Das kommt mir alles sehr bekannt vor.

Du hast Recht und ich muss den Weg gehen, damit ich wieder lachen kann und es mir gut geht. Bringt ja nichts, wenn beide leiden und ich irgendwann mehr als einen Therapeuten brauche. Egal wie es kommt... Wünsche mir für ihn, dass er sich helfen lässt, egal ob mit mir oder ohne mich.

Deine Worte helfen mir mehr zu mir selber zu stehen.

10.10.2018 19:48 • #10


Meret

Meret


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Das freut mich, Trish!
Du wirst so stolz auf dich sein, wenn du dich nicht mehr manipulieren lässt. ; )

11.10.2018 15:57 • x 1 #11


Bechen81

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Hallo,
ich habe auch ein ähnliches Problem. Mein Lebensgefährte steckt zZ auch in einer Episode fest. Er macht aber schon seit über einem Jahr eine Therapie. Dennoch ändert sich nichts, oder zumindest nicht für mich erkennbar. Vor kurzem hat er sogar wieder Suizidgedanken geäußert.
Er nimmt alles, was ich ihm gebe an. Ich unterstütze ihn, versuche ihm Dinge abzunehmen. Leider merke ich immer mehr, dass ich darunter zerbreche:
1. Ich übernehme seine Pflichten und mache überfordere damit mich
2. Ich hasse mich dafür, dass ich anscheinend keine Rücksicht auf ihn nehme oder nicht ausreichend Verständnis für ihn aufbringe
3. Ich bekomme selbst so gut wie keine Liebe oder Zärtlichkeit oder Anerkennung.
Langsam spüre ich, wie ich innerlich zerbreche. Ich möchte, dass es ihm gut oder besser geht. Ich möchte geliebt werden und auch eine harmonische Partnerschaft führen.
Ich liebe ihn auch so sehr, aber der Gedanke der Trennung kommt mir fast täglich in den Sinn.

16.10.2018 11:39 • #12


Meret

Meret


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Hallo Bechen,

Ja, tatsächlich läuft eine Phase wie diese unter dem Motto ,survival camp, das heißt: das Leben für zwei schmeißen UND Trost sein UND eine romantische Beziehung haben ist nicht. Du kannst deine Kräfte und Persönlichkeiten nicht multiplizieren und zugleich ,fürsorgliche Mutter und ,Liebespartner mit allen Bedürfnissen und romantischen Gefühlen sein.

Allerdings kannst nur du wissen, ob dein Bauchgefühl dir das Ende der Fadenstange nahelegt oder insgeheim an eine Zukunft glaubt.
Es ist positiv, dass dein Partner diese Therapie macht, sich also für euch bemüht. Es geht also offenbar schon etwas bergauf, oder? Zeigt er vielleicht keine Gefühle, weil ihm gerade alles zu viel ist und er dich trotzdem liebt?
Obwohl er gerade auch arm dran ist, darfst du ihm sachlich sagen, dass du dich vernachlässigt fühlst. Und es gilt kein ,,Du egozentrisches Weibsbild. ICH bin gerade krank. Ihr lebt in einer Beziehung und du bist nicht seine unbezahlte Krankenschwester, die die verdammte Pflicht hat, ihn zu umsorgen. Du stehst gerade auch eine beschissene Zeit durch.

Mir hat es sehr geholfen, mit aller Macht die Sachlichkeitsbrille aufzuziehen und ganz klar zu definieren: Was brauchen wir gerade zum Überleben (z.B. ich muss in der Arbeit funktionieren, um Geld zu verdienen), was brauche ich (einige eigene Hobbies, die mein eigenes kleines Leben ausmachen) und was braucht er (eine starke Hand, die ihm Halt gibt und das Gefühl geliebt zu werden).
Alles andere wird gekappt, ist nicht leistbar. Zum Beispiel habe ich meinem Mann klar gemacht, dass ich es geistig nicht in der Lage bin, ihm bei jeder Angstattacke etc. zuzuhören. Wie gesagt: Mutter UND Freundin UND Ehefrau... zwei Personen zu viel.

Wir Frauen haben zu gerne die Tendenz, uns vollkommen aufzuopfern, jemanden mit Leib und Seele zu helfen, aber hier scheint das kontraproduktiv zu sein, denn -wie du schreibst- ist deine Energie auch beschränkt.

Das ist so ähnlich wie die Vorstellung, du wärest Mutter einer Kindes im Jahre 1945, typische Trümmerfrau. Welche Prioritäten hast du? Du möchtest mit dem Kleinen irgendwie durchkommen. Und wenn es einen psychischen Knacks hat, dann kannst du es abends in den Arm nehmen. Aber den Rest des Tages verbringst du damit, eure Grundbedürfnisse irgendwie abzudecken.

Das meine ich absolut ernst: Entweder dir ist das Ganze etwas wert und du stellst jetzt auf ,survival mode oder du machst einen Schlussstrich, bevor dich die ganze Sache frisst. Ja, eine klare Entscheidung ist schwer, aber alles andere ist ,Vegetieren und nicht auf ein Ziel hinarbeiten.

16.10.2018 17:58 • #13


Meret

Meret


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P.S.
Und vielleicht hilft das Bewusstsein, dass der Mann in seiner Depriphase zu einem anderen Menschen wird. Das ist so als würde man einen geliebten Mann heiraten und den nervigen Bruder gratis mit bekommen, der regelmäßig vorbeikommt. Du tolerierst ihn deinem Mann zuliebe, aber mehr nicht. Ihm gegenüber hast du keine Emotionen. Wäre ja Verschwendung aller Energie.
Ich habe da immer auf stur geschaltet, so gefühlslos das klingt. Aber es wäre eine Auseinandersetzung mit einem Menschen, der gerade nicht bei Sinnen ist. Das meine ich nicht beleidigend. Aber mit einem Menschen, der gerade zu viel Alk. intus hat, werde ich auch nicht ernsthaft diskutieren. Ich warte ab, bis er wieder bei Sinnen ist.
Du kannst deinen Partner unterstützen, er muss sich aus dem Loch allerdings alleine heraushieven.

Das ist wie mit einem Kind, das laufen lernt: du kannst es nicht dafür hassen, dass es deine Hilfe nicht ,annimmt und noch nicht läuft. Du kannst dir höchstens Leid tun, dass dein Kind so schwer von Begriff ist und daran zweifeln, dass du die echte Mutter bist. ; D

16.10.2018 18:24 • #14


Bechen81

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Hallo Meret,

danke für deine tolle Antwort. Ich merke, dass es gut tut endlich verstanden zu werden und Hilfe zu bekommen. Ich finde als Angehöriger hat man es mindestens genauso schwer. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und auch Selbstzweifel. Ich möchte es ja so gerne anders haben, da ansonsten, wenn der nervige Bruder gerade mal nicht zu Besuch ist, alles in Ordnung und harmonisch ist.
Leider scheint diese Therapie nicht besonders zu helfen. Zumindest kann ich keine Besserung feststellen. Sogar wird es eher wieder schlimmer. Es fühlt sich so an, als wenn es kaum noch "gute" Phasen gäbe. Und leider ist mein Mann in dieser Zeit auch nicht gerade darum bemüht, dass es mir gut geht.

Gibt es eigentlich eine Art Hausaufgaben, die Depressive machen können. In der Therapie wird einmal die Woche für eine Stunde geredet. Und dann? So soll eine Heilung herbeigeführt werden? Es ist sehr schwer ein Ende zu sehen im Moment. Da ist auch sehr schwer Verständnis aufzubringen. Um mich kümmert er sich ja auch nicht. Hat er vielleicht schon komplett aufgegeben?
Ich bin so hilflos und liebe ihn so sehr!

16.10.2018 18:34 • #15




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