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Depressionen und Hochsensibilität

Ninle

Ninle

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Hallo zusammen .
ich hoffe es gibt nicht bereits eine ähnliche Diskussion. Ich bin neu und verfasse das erste mal so etwas .
Ich bin 26 und leide an Depressionen . Ich befinde mich derzeit in einer tiefenpsycholgischen Behandlung, da einiges aufzuarbeiten ist . Funktioniert soweit gut und ich bin und war immer recht resolut.
Vor einem Jahr verstarb mein Vater plötzlich. Außerdem bin ich in einer Woche geschieden. Hinzu kommen weitere Todesfälle in den letzten Jahren und Themen in der Kindheit . Jedenfalls bin ich ziemlich alleine . und fühle mich oft einsam. In meiner Therapie wurde zudem festgestellt dass ich wohl an einer Hochbegabung in Verbindung mit Hochsensibilität leide ( so nenne ich es jedenfalls noch . es kann sich dabei nämlich auch um einen Fluch handeln).
Bitte keine Vorurteile.

Wie dem auch sei . gerade habe ich wieder eine depressive Episode . die sich diesmal in Lustlosigkeit und extremen körperlichen Beschwerden äußert . Außerdem höre ich alles doppelt so laut, habe unerklärliche Schmerzen und es gibt Tage an denen mich z.B das ausräumen des Besteckkastens um den Verstand bringt . Geht es manchen von euch auch so ? Oder kann das auch mit der hochsensitiven Wahrnehmung zusammenhängen . Ich bin auf der Suche nach Erklärungen.

Das erschreckende ist, dass sich jede Episode ( nun die 3. ) immer anders äußert und ich es zu spät bemerke. Ich liebe meine Arbeit . habe auch erst einen Jobwechsel erfolgreich hinter mir um frischen Wind zu bekommen . aber Mir fehlt momentan Lust hinzugehen . fühle mich von allen gemustert und nehme jedes Wort persönlich .

Habt ihr ähnliche Erfahrungen oder Tipps im Umgang mit Depressionen in Verbindung mit Trauer und Trennung ? Bzw von den unterschiedlichsten Facetten ?

Ich habe Angst vor Ablehnung und Zurückweisung bin aber oft auch auffällig anders ( Schwierigkeiten bei smalltalk . etc. ). versuche das ganze nüchtern zu betrachten und doch gelingt es mir so oft nicht die graue Brille abzusetzen .

Vielen Dank schon einmal an euch und eine schöne Vorweihnachtszeit.

Liebe Grüße,
Ninle

03.12.2018 23:46 • x 4 #1


Ninle

Ninle


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(Entschuldigt die merkwürdige Punkt und Kommasetzung ... anscheinend ist beim kopieren hier und da etwas schief gelaufen ...)

03.12.2018 23:58 • x 1 #2


Pilsum

Pilsum

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Hallo Ninle,

willkommen hier im Forum. Dein Profilbild finde ich auf Anhieb ansprechend.

Bei den von Dir beschriebenen Symptomen ist es wichtig, dass Du in einer
therapeutischen Behandlung begleitet wirst.

Dein Leben hat ja schon einiges von Dir gefordert. Somit verstehe ich, wenn es Dir auch mal schlecht geht.

Das Thema Hochsensibilität ist ein sehr weitläufiges Thema.
Ängste und Depressionen werden sicher sehr oft dadurch verstärkt.
Andererseits hat eine Hochsensibilität auch sehr viele Vorteile.

Zitat:
Außerdem höre ich alles doppelt so laut, habe unerklärliche Schmerzen und es gibt Tage an denen mich z.B das
ausräumen des Besteckkastens um den Verstand bringt . Geht es manchen von euch auch so? Oder kann das
auch mit der hochsensitiven Wahrnehmung zusammenhängen . Ich bin auf der Suche nach Erklärungen.


Da solltest Du Dich langsam herantasten. Bestimmt kannst Du einige Zusammenhänge finden.
Zitat:
Das erschreckende ist, dass sich jede Episode ( nun die 3. ) immer anders äußert und ich es zu spät bemerke.


Mich würde das nicht sehr wundern. Wenn es sich immer anders äußert, sehe ich es als
wahrscheinlicher an, dass Du daran etwas verbessern kannst.
Allerdings etwas wiederspricht sich. Wenn Du doch hochsensibel bist, warum merkst Du es dann immer so spät?

Zitat:
Ich liebe meine Arbeit . habe auch erst einen Jobwechsel erfolgreich hinter mir um frischen Wind zu bekommen .
aber Mir fehlt momentan Lust hinzugehen


Schön, wenn Du in Deiner Arbeit eine Zufriedenheit findest. Ist es nicht normal, dass Du auch schon mal keine Lust
hast, zur Arbeit zu gehen? Ich gehe dann trotzdem und irgendwann wechselt das Gefühl bei mir weder auf mehr
Lust zum arbeiten.
Zitat:
. fühle mich von allen gemustert und nehme jedes Wort persönlich .


Hier kannst Du ansetzen. An diesen Bewertungen bist Du teilweise bewusst und teilweise unbewusst beteiligt.
Also kannst Du die Bewertungen zu Deinem Vorteil anpassen.
Zitat:
Ich habe Angst vor Ablehnung und Zurückweisung bin aber oft auch auffällig anders ( Schwierigkeiten bei smalltalk . etc. ).


Nenne mir mal einen Menschen, der überhaupt keine Angst vor Ablehnung und Zurückweisung hat. Du sprichst also
von einem ziemlich normalen Vorgang.
Wenn Du glaubst, dass Du Dich anders verhältst, dann versuche mal zu erklären, warum Du Dich als anders siehst?

Auch Dir eine schöne Weihnachtszeit.

Viele Grüße

Bernhard

04.12.2018 02:28 • x 2 #3


Ninle

Ninle


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Hallo Bernhard,
lieben Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort .

Leider schließen sich die beiden Dinge nicht ganz so sehr aus ... . Ich versuche es zu erklären :

Da ich mich generell in einem großen Meer voller intensiven Gefühlen schwimme, fällt es mir oft nicht auf, dass alles noch viel intensiver wird ... Dann irgendwann werden die Gefühle still und es ist eigentlich wieder an der Zeit von vorne anzufangen ( akzeptieren ... sich etwas gutes tun , schonen und wissen, dass es irgendwann besser wird).

Hingegen merke ich sofort, dass meine Gedankenwelt viel negativer ist . Aber was kann man so schnell dagegen tun ? Die Gedanken hinterfragen ... selbst dafür fehlt mir dann manchmal mental die Kraft; ich weiß aber selbst , dass es genauso anstrengend ist , alles schlecht zu finden. Eines führt zum anderen und irgendwie ist so eine Depressionswelle unaufhaltsam wenn sie mal im Ansturm ist .

Kreative Blockaden deuten darauf hin , dass es mir schlecht geht ... ich habe angefangen meine Gefühle auf Papier zu bringen , sei es in Prosa oder in Farben . Auch da denke ich dann , wie du es mit der Arbeit beschrieben hast ... naja es wird eine Phase sein . Aber wenn alles zusammenkommt und das Haus an vielen Stellen einzustürzen droht ... wird die Angst größer. Und Angst lähmt mich dann. Die Beziehung zu meinem Partner leidet darunter, ich fühle mich nicht verstanden ...Ein Teufelskreis .


Ich habe noch eine Frage :
Wie genau kann ich von anderen positiv für mich umwandeln ? Ich gebe dir auf jeden Fall recht , wenn tatsächlich eine Form von Kritik geäußert wird . Allerdings ist das nicht der Fall. Ich weiß selbst, dass ich mir etwas einbilde oder überinterpretiere. Ich habe aber Angst aus dem Muster zu fallen ( was ich auch schon immer in irgendeiner weise tat) und aus diesem Grund belächelt und oft geärgert wurde . Nun befürchte ich hinter oft harmlosen Blicken oder Äußerungen, dass das wieder passiert oder ich etwas falsch gemacht habe...

Wünsche einen guten Tag und Danke für deine Antwort .

LG Nina

04.12.2018 08:00 • x 1 #4


Lui

Moin,
kann mich sehr gut wiedererkennen in Deinen Beschreibungen. Bin noch in einer Verhaltenstherapie, es sind aber nur noch 4 Sitzungen übrig. Nun überlege ich auch, es mit einer tiefenpsychologischen Therapie zu versuchen. Wie lange bist Du denn schon in Behandlung?
Habe auch schon einige Klinikaufenthalte und verschiedene Medikationen hinter mir.
Gruß

04.12.2018 10:22 • x 2 #5


Pilsum

Pilsum

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Hallo Ninle,

danke für Deine Antwort.

Zitat:
Da ich mich generell in einem großen Meer voller intensiven Gefühlen schwimme, fällt es mir oft nicht auf, dass
alles noch viel intensiver wird ...


Wenn Du eine sehr gefühlsbetont lebende Frau bist, dann hast Du dadurch sehr viele Vorteile. So ist vor allem
Dein Leben farbiger als meins. Leider kämpfst Du dann auch häufiger mit den von Dir beschriebenen Nachteilen.

Das Verhältnis von den gefühlsbetonen Anteilen zu den sachlichen Gedankenanteilen kann jeder Mensch
sehr stark beeinflussen. Dadurch kann man die persönlich Zufriedenheit einstellen, so etwa wie die Lautstärke
eines Radios.


Somit kannst auch Du vieles positiv beeinflussen, wenn Du lernst, Deinen Gefühlsregler da, wo es notwendig
ist zu bedienen.

Zitat:
Dann irgendwann werden die Gefühle still und es ist eigentlich wieder an der Zeit von vorne anzufangen ( akzeptieren ... sich etwas gutes tun , schonen und wissen, dass es irgendwann besser wird).


Ob ich das richtig verstehe? Was genau meinst Du damit?
Zitat:
Hingegen merke ich sofort, dass meine Gedankenwelt viel negativer ist. Aber was kann man so schnell dagegen tun?


Sehr viel. Zunächst lernen wann, wie, wo und vor allem warum wir Menschen unsere Gedanken beeinflussen.

Zitat:
Die Gedanken hinterfragen ... selbst dafür fehlt mir dann manchmal mental die Kraft;

Die Kraft Deine Gedanken zu hinterfragen hast Du wie jeder andere Mensch es auch hat.
Nur etwas scheint Dich noch daran zu hindern, mit dem Hinterfragen so richtig anzufangen.
Hast Du vielleicht Angst davor, beim Hinterfragen etwas Negatives zu finden?
Hinterfragen ist meiner Ansicht nach fast immer positiv, also ausgesprochen hilfreich.
Zitat:
Eines führt zum anderen und irgendwie ist so eine Depressionswelle unaufhaltsam wenn sie mal im Ansturm ist.


Da kannst Du meiner Ansicht nach durchaus einiges abschwächen. Dies ist aber ein etwas längerer Weg des Umlernens.
Zitat:
Kreative Blockaden deuten darauf hin , dass es mir schlecht geht ... ich habe angefangen meine Gefühle auf
Papier zu bringen , sei es in Prosa oder in Farben .


Das finde ich sehr gut.
Zitat:
Und Angst lähmt mich dann. Die Beziehung zu meinem Partner leidet darunter, ich fühle mich nicht verstanden ...
Ein Teufelskreis .


Ich kenne das. Du kannst den Kreis nur schwer durchbrechen. Aber Du kannst erreichen, dass Du immer seltener
überhaupt in diesen Kreis hineinkommst.

Zitat:
Wie genau kann ich von anderen positiv für mich umwandeln?


Diese Frage verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?
Zitat:
Ich habe aber Angst aus dem Muster zu fallen ( was ich auch schon immer in irgendeiner weise tat) und aus
diesem Grund belächelt und oft geärgert wurde.


Von welchem Muster sprichst Du?

Zitat:
Nun befürchte ich hinter oft harmlosen Blicken oder Äußerungen, dass das wieder passiert oder ich etwas
falsch gemacht habe...


Das ist einer der zentralen Punkte. "Unser Gewissen".
Wer intelligent ist und sozial denkt, der hat häufig mehr Probleme damit, als andere.
Somit scheint mir Deine Denkweise grundsätzlich gut zu sein.
Nur Deine Ängste sind noch sehr stark.
Schwäche sie ab!

Viele Grüße

Bernhard

04.12.2018 11:22 • x 1 #6


bethany

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Auch ich kann dich sehr gut verstehen, weil ich mit aktuell genau mit demselben Thema beschäftigt. Ich hab mir am Wochenende sogar ein Buch dazu besorgt. Hochsensibilität ist an sich ja keine Krankheit. Es bedeutet, dass man eine feinere Wahrnehmung, nicht nur auf emotionalem Gebiet, sondern auch auf sensorischem, also Hören, Sehen, Spüren .... Ich z. B. bin sehr lärmempflindlich, ich komme schlecht damit zurecht, wenn mehrere Leute gleichzeitig reden, wenn mehreres auf mich einprasselt. Auch Licht ist mir oft zu grell. Die Reizschwelle ist bei einem Hochsensiblen generell niedriger, deshalb sind sie auch anfälliger für Überforderung. Auf der anderen Seite sind wir aber sehr empathisch und sozial. Natürlich wird es mit der Abgrenzung oft schwierig. Dazu kommt, dass man Ungerechtigkeit und Ablehnung viel deutlicher wahrnimmt, was mir extrem zu schaffen macht. Ich glaube nicht, dass es Teil der Krankheit ist, wohl aber ein Faktor, der diese noch verschärft.

Dass die Episoden sich immer wieder in ein neues Gewand kleiden, kann ich nur bestätigen. Das macht es wirklich schwer, früh-zeitig zu reagieren. Bei mir ist es ja so, dass ich sehr lange schon depressiv bin, inzwischen habe ich wohl alle Varianten durch. So doof das klingt, aber man bekommt echt Erfahrung.

Aber ich "freue" mich, dass ich jemanden hier gefunden habe, dem es genauso geht.

04.12.2018 14:21 • x 3 #7


Ninle

Ninle


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Vielen Dank für eure konstruktiven Antworten . Ich freue mich zu hören, dass es Menschen ähnlich geht .

@Pilsum :

Damit, dass Gefühle still werden meine ich, dass ich irgendwann betäubt bin und die Depression mich voll erwischt hat. Der Verlust der ganzen Emotionen ist noch viel schlimmer als mit ihnen leben zu müssen. Denn plötzlich erscheint vieles egal und wertlos.

Bei der unverständlichen Frage habe ich ein Wort vergessen : ich wollte wissen , wie ich Reaktionen von anderen positiv für mich nutzen kann .

Im weiteren Verlauf spreche ich vom gesellschaftlichen Muster ... in das ich leider oft nicht so hineinpasse. Wenn ich versuche mich anzupassen, geht das oft schief . Es ist besser man selbst zu sein . Aber sich selbst gut zu finden ist keine Leichtigkeit.

Danke für die ausführlichen Erklärungen ... und das Mutmachen !

@bethany

Deine Beschreibungen treffen genau zu... es ist anstrengend und würde es oftmals sogar als schmerzhaft beschreiben .
Wie haben sich die von dir beschriebenen Varianten bei dir geäußert? Das würde mich interessieren.
Ich Danke dir sehr für die Antwort


@lui:
Hallo! Ich befinde mich seit nicht einmal einem Jahr in Behandlung. Da meine Probleme weit zurück reichen wurde mir die Tiefenpsychologie empfohlen. Ich bin dankbar eine so tolle Therapeutin zu haben .
Jetzt fragt ihr euch bestimmt , was ich dann hier mache
Ich sehe von Medikamenten ab und habe nie welche genommen ... auch keinen Klinikaufenthalt gehabt . Ich schwöre auf diverse pflanzliche Mittel die meine Angstzustände zumindest enorm eindämmen. Ich hoffe dir geht es durch die Therapie besser und du kannst diese nach Ablauf der Sitzungen trotzdem weiterführen. In welchen Punkten genau erkennst du dich beim lesen meines Textes wieder ?
Danke für deine Antwort

04.12.2018 17:28 • x 3 #8


Frederick1

Frederick1

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liebes Ninle,

erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Oh und es tut mir herzlich leid, dass dein Vater sterben musste, und du jetzt auch noch in Scheidung leben musst. Wie kann das ein Mensch alles verkraften.........................................................

Selbst bin ich auch eher sensibel gestrickt, und da sind Verletzungen, Enttäuschungen, Trauer noch viel schwerer zu ertragen, bis hin zu der Depression.

Enttäuschungen pflastern unser Leben. Als Kind stellst du fest, dass deine Eltern auch nicht perfekt sind, nicht alles richtig machen, ungerecht zu dir sind. Dann die Enttäuschungen in deiner Schulzeit, Freundinnen werden treulos, unzuverlässig, Klassenarbeiten fallen schlechter aus wie du erwartet hast, dann der erste Liebeskummer..........Selbstzwweifel..

Dann Studium, Beruf, aber nicht jeder Beruf bietet Schönes, sondern auch Langweiliges, Anstrengendes, Unangenehmes..

Dann glaubst du, du hast den Mann für dein Leben gefunden, glaubst du bist am Ziel deiner Träume, spätestens nach deiner Heirat merkst du, er hat nicht nur angenehme Eigenschaften.

Und dann stirbt dein guter Vater, sein Leben hat plötzlich ein Ende, jedes Leben hat leider ein Ende, der Tod trifft jeden Menschen, ob es ein guter Mensch war, oder nicht so gut...............

Oh liebes Ninle, das Gefühl der Trauer enttäuscht sein, gehört leider zu unserem Leben.

Du empfindest ein sehr tief empfundenes Gefühl, bestehend aus Trauer.

Und vielleicht bist du bei deiner Scheidung verärgert, empfindest Wut..........

Diese Gefühle, und dann auch die Depression kommen ganz plötzlich, überfällt dich, du fühlst dich am Ende, fix und fertig.

Du und da kann ich mit dir mit fühlen, weil ich diese Gefühle und diese Depression auch kenne. Erst fühlst du dich noch im siebten Himmel, und plötzlich fällst du aus allen Wolken. Und du frägst dich, wieso hast du immer so ein Pech, und andere nicht.

Die Depression, die Lähmung, die Verzweiflung, deine Selbstzweifel, deine Ratlosigkeit,..........

Schuld sind Entwicklungen, wie der Tod deines Vaters, da kannst du gar nichts machen, dass dich dein ehemaliger Mann so enttäuscht hat, dich getäuscht hat, durch das was er gesagt hat, getan hat...

Oft habe ich selbst in einer Beziehung zu viel erwartet, wurde enttäuscht...Da machst du dir ein schönes Bild, glaubst dein Partner ist langes Glück und Freude, Spass............

Du es ist schwer, aber Trauer, Enttäuschungen, Verletzungen, Misserfolge gehören auch zu unserem Leben.

Aber jede Enttäuschung liebes Ninle hat auch die Chance auf einen Neuanfang, und das möchte ich dir so von Herzen wünschen. Das du auch aus der Enttäuschung etwas lernen kannst. Enttäuschungen zwingen dich, neue Wege zu gehen, die du vielleicht gar nicht gehen wolltest. Du bist noch jung, hast noch ein langes Leben vor dir.

Und da wünsche ich dir ganz feste, das deine Wunden und Enttäuschungen wieder heilen, wenn es auch langsam voran geht. Aber das du dich als sensibler Mensch lieb haben darfst, dich jetzt erstmal nur um dich kümmerst.

Denn du bist als sensibler Mensch ein sehr wertvoller Mensch, du darfst achtsam und wertschätzend mit dir umgehen.

Und vielleicht siehst du ja deinen Vater im Himmel wieder.............................................................................


viele liebe Grüße an dich,

in guten Gedanken für dich,


Frederick und Hund.

04.12.2018 17:35 • x 1 #9


bethany

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Zitat von Ninle:
Wie haben sich die von dir beschriebenen Varianten bei dir geäußert? Das würde mich interessieren.
Ich Danke dir sehr für die Antwort

Wie gesagt, ich habe ein großes Problem mit Stimmengewirr und Lärm. Was ich auch überhaupt nicht aushalten kann, sind Menschenmengen, das Gedränge, die Gerüche. Manchmal, wenn ich Lust auf einen Bummel habe, muss ich nach ne halben Stunde wieder heim. Ich pack das einfach nicht. Am liebsten wäre es mir, wenn ich ganz alleine wäre. Das stresst mich ungemein.

Dann ist es natürlich auch so, dass ich schnell Stimmungen von anderen aufschnappe. Ich muss dann viel grübeln, versuche, die Stimmung der anderen zu verändern und sehe mich dann in der Verantwortung. Ich kann es auch ganz schwer aushalten, wenn ich merke, dass an einem Ort, an dem ich bin, eine schlechte Stimmung herrscht, z. B. bei meinen Eltern. Das schnappe ich sofort auf und mir schnürt es alles zu. Ich fühle mich, als würde ich alles ungeschützt aufnehmen.

04.12.2018 18:07 • x 2 #10


Frederick1

Frederick1

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liebe bethany,

so ähnlich wie dir geht es mir auch. Wichtig finde ich das wir dazu stehen, so zu sein wie wir sind. Das wir uns selbst und anderen Menschen nichts vormachen müssen. Das wir uns bewusst sind, was will ich, und was will ich nicht.

Das ich in mich hinein höre, nach meinem sensibel sein lebe, meinen Sinn im Leben durch mein sensibel sein finde.

Kein Mensch ist dem anderen gleich, jeder darf auf seine Art einen Sinn in seinem ganz persönlichen Leben finden. Auch wir dürfen so gut es geht glücklich sein, glücklich leben, eben auf unsere Art und Weise. Ich darf meinen eigenen Weg gehen, wir müssen uns nicht von falschen Ängsten und Schuldgefühlen davon abhalten lassen.

Und wir dürfen nie zu früh aufgeben, es braucht Geduld, Mut, Liebe, Ausdauer, um so leben zu können, wie es meinem Wesen entspricht.

Ein Leben im Einklang mit mir selbst. Nicht wie der Hamster im Laufrad, der rennt und rennt, und nicht vorwärts kommt.

Das ich selbst über mein Leben bestimmen darf, so gut es geht, nicht andere Menschen.

Die Sehnsucht bei sich selbst zu sein, steckt in uns Menschen. Leben aus meiner eigenen Mitte heraus, und aus dieser Mitte heraus, Beziehungen zu anderen Mensche leben zu dürfen. Damit unser Leben auch mal wieder Farbe bekommt, nicht immer grau in grau.

Es ist nie zu spät, das wir aus uns selbst leben, und uns nicht leben lassen.

Das wir wieder Leben in uns spüren dürfen, dankbar sein dürfen für unser Leben, staunen, sich wieder mal freuen können, wieder Lust am eigenen Leben verspüren.....................


liebe Grüße,

Frederick und Hund.

04.12.2018 19:14 • x 2 #11


Pilsum

Pilsum

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@Ninle

Zitat:
Damit, dass Gefühle still werden meine ich, dass ich irgendwann betäubt bin und die Depression mich voll erwischt hat.


Dies scheine ich wieder nicht zu verstehen. Gefühle werden meistens still, wenn weitgehend Harmonie zwischen
unseren Gefühlen herrscht.
Bedeutet dies, Du schaffst es kaum Harmonie zwischen Deinen Gefühlen zu erreichen?
Zitat:
ich wollte wissen , wie ich Reaktionen von anderen positiv für mich nutzen kann .


Mit den Reaktionen von anderen positiv leben, ist das alles Entscheidende für uns Menschen.

Das alles fällt unter den Sammelbegriff "Kommunikation".

Bei der Beurteilung von Angststörungen und Depressionen begehen die meisten Menschen einen alles
entscheidenden Fehler.
Sie sehen fast nur sich und reagieren deshalb zu wenig oder sogar falsch auf ihre Mitmenschen.
Was dann dabei herauskommt, können wir z.B. hier täglich lesen.

Um auf Deine Frage zurück zu kommen.

Jeder Mensch ist so etwas wie ein Spiegel für Dich.
Er/Sie sagt und zeigt, wie er/sie Dein Verhalten sieht, aber nicht unbedingt, wie Dein Verhalten tatsächlich ist.

Ich hoffe, Du erkennst den Unterschied.
Genau deswegen wird es scheinbar schwierig das zu verstehen.
Willst Du dies nun positiv für Dich nutzen, solltest Du als erstes versuchen, die Reaktionen der anderen
Menschen sachlicher zu bewerten und vor allem aber, sie überhaupt einigermaßen fair versuchen zu bewerten.

Und Du solltest Dir auch ständig darüber bewusst sein, dass alle anderen, Dich ständig beobachten und versuchen,
ebenfalls wie Du es machst, aus Deinen Worten, aus Deiner Körpersprache und auch Deinen anderen Reaktionen
versuchen herauszulesen, wie Du gerade drauf bist.
Natürlich machen sie bei der Bewertung dann viele Fehler und kommen oft zu einem falschen Ergebnis.
Und das kannst Du durch die Sprache, da wo es Dir wichtig ist, versuchen wieder zu korrigieren. Unsere
Sprache ist somit viel häufiger ein Reparaturwerkzeug, als man meint.

Zitat:
Im weiteren Verlauf spreche ich vom gesellschaftlichen Muster ... in das ich leider oft nicht so hineinpasse.
Wenn ich versuche mich anzupassen, geht das oft schief.


Warum sollte das schief gehen? Nur wenn sich Menschen teilweise gegenseitig anpassen,
können sie Gemeinsamkeiten entwickeln und dadurch zufrieden werden.
Als Beispiel. Die Mitglieder eines Kirchenchores werden zuhause sehr unterschiedliche
Musik hören. Wenn sie aber zusammen sind, dann singen sie gemeinsam mit
Begeisterung Kirchenlieder.
Zitat:
Es ist besser man selbst zu sein.


Natürlich. Du solltest möglichst immer "Du selbst sein".
Zitat:
Aber sich selbst gut zu finden ist keine Leichtigkeit.


Es ist ein Lernprozess, der bis zum Tod nie abgeschlossen sein wird.
Jeder kann jeden Tag etwas dazulernen, wie er näher zu sich selbst findet.

Viele Grüße

Bernhard

05.12.2018 00:19 • x 1 #12


Lui

@Ninle
Einfacher ist es, die Punkte aufzuzählen, in denen ich mich nicht wiedererkenne.
Zuerst aber mein aufrichtiges Beileid für deinen Verlust!
Hochbegabt bin ich wohl nicht, obwohl ich schon eine große Begabung habe, in allem etwas Negatives zu erkennen. Besonders wenn es mit mir zu tun hat.
Verheiratet war ich auch noch nie. Meine längste Beziehung dauerte knapp 10 Jahre und wir verstehen uns noch immer wunderbar.
Einen Job, der mir Spaß macht, habe ich auch nicht.
Dass Scheidung ziemlich übel sein kann, habe ich als Teenager erfahren dürfen. Hoffe, bei dir ist es nicht so schlimm!
Ich habe mich immer geweigert, Medikamente zu nehmen. Na ja, bis zum ersten Klinikaufenthalt, wo es ohne diese gar nicht möglich gewesen wäre, auch nur den Ansatz eines Therapieerfolgs zu erwarten.
Sobald die Mindesteinnahmedauer erreicht war, habe ich jedesmal wieder abgesetzt. Die Psychiater haben die Pillen immer mit einem Gipsverband verglichen. Man muss ihn halt eine Zeit lang ertragen (wobei mir die Vorstellung, in meiner Psyche sei irgendetwas "gebrochen", gar nicht gefällt). Zur Zeit nehm ich gar nix mehr, entgegen des Rates meiner Psychologen.
Glückwunsch zu deiner guten Therapeutin! Es ist gar nicht so einfach, den/die passende zu finden und man genug Vertrauen aufbaut.
Da meine Themen auch bis in die früheste Kindheit reichen, werde ich es jetzt auch psychoanalytisch angehen. Die Verhaltenstherapie war wohl auch eher Zufall, denn in der ersten Klinik waren halt nur V-Therapeuten.
Grüßle

05.12.2018 08:11 • x 2 #13


Frederick1

Frederick1

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hallo,

gerade die Selbstfürsorge finde ich ganz arg wichtig, wenn ich eher sensibel bin. Das ich mir erlaube, so zu sein wie ich bin.

Ich bin ich, und du bist du, das ist der Clou.........Selbst wollte ich auch schon krampfhaft in die Rolle einer anderen Person schlüpfen, die ich in meinem tiefsten Inneren gar nicht bin. Bloß weil ich denke, ich muss anders sein, damit ich von anderen Menschen angenommen und akzeptiert bin. Das schadet uns aber nur.

Es kostet sehr viel Energie, sein Wesen und seine Stärken zurück zu halten. Doch wir dürfen unsere Andersartigkeit schätzen und sie zulassen. Es ist kein Fehler, wenn ich eher sensibel bin.

Eher sensible Menschen, leise Menschen, liebe oft ähnliche Dinge. Wir sind nicht allein mit unseren Gefühlen. Für mich ist das ein Trost, es gibt noch andere Menschen, die ähnlich fühlen so wie ich.

Ich liebe es zum Beispiel bei schlechtem Wetter, sie geben mir die offizielle Berechtigung, mich in meine Höhle zurück zu ziehen. Ich mag das Gefühl von Geborgenheit und Frieden, wenn es draußen dunkel wird, ich ein Licht anmachen kann.

Ich mag es, unbeobachtet in einem gemütlichen Cafe zu sitzen, dem geschäftigen Treiben anderer Menschen zuzuschauen. Ich mag es. wenn es um mich herum still ist. So still, das ich meine Gedanken manchmal hören, und meine Gefühls spüren kann. Als Musiker mag ich eher leise Musik.

Ich muss es auch noch mehr lernen, so zu leben, wie es gut für mich ist. Passe ich da nicht auf, rutsche ich sehr schnell in die nächste Depression.

Das ich mich selbst mehr und mehr erkennen darf. Das ich mir Zeit und Ruhe gönnen darf, innehalten schenkt uns neue Kraft. Das ich meine Grenzen sehen und annehmen kann. Das ich Musik, schöne Konzerte, einen schönen Film auf mich wirken lassen darf.

Die Natur sehen und genießen darf, das Frühlingserwachen, den Winter. Aber auch versuchen auf meinen Körper zu hören.

Was löst bei euch die Aussage aus, ihr seid wertvoll, ihr seid ein Schatz? Würde sich in deinem Leben etwas positiv verändern, wenn du nach dieser Aussage leben könntest.


viele liebe Grüße,

Frederik und Hund.............Ich vermute, das Hund auch hochsensibel ist...............

05.12.2018 18:50 • x 1 #14


Ninle

Ninle


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Guten Abend zusammen:

@Pilsum

Zitat:
Dies scheine ich wieder nicht zu verstehen. Gefühle werden meistens still, wenn weitgehend Harmonie zwischen
unseren Gefühlen herrscht.


Das würde ich so nicht ganz unterschreiben. Gar nichts mehr zu fühlen, zeigt sich bei mir dann, wenn ich tief unten bin. ... Zum Glück hat das nicht lange angehalten und ich konnte mich hochkämpfen. Harmonie erfahre ich, bei der Meditation ( zurzeit leider nicht möglich) ... Das Gedankenkarusell kann gestoppt werden.

Zitat:
Warum sollte das schief gehen? Nur wenn sich Menschen teilweise gegenseitig anpassen,
können sie Gemeinsamkeiten entwickeln und dadurch zufrieden werden.


Da gebe ich dir recht. Klappt auch aktuell ganz gut. In der Vergangenheit eckte ich allerdings oft an.
Aktuell komme ich mit Leuten besser, sogar gut zurecht (z.B Arbeit...ich Arbeite sehr gerne in einem guten Team), allerdings fällt es mir schwer Blicke nicht so schnell als negativ und abwertend einzustufen, aufgrund der schlechten Erfahrungen . Aber nicht jeder ist gleich schlecht und meint es böse... das muss ich noch lernen. Aber wie du bereits erwähnt hast... ist das Leben ein Lernprozess. ..ich wüsste nur so gern schon alles


@Lui

schön, dass du ebenfalls die Erfahrung einer langen Beziehung machen durftest. Und noch schöner ist es, dass ihr euch noch versteht.

Meine Scheidungsphase an sich war in Ordnung. Und ich habe ebenfalls bei dem Termin festgestellt, dass ich ich ihn immer noch mag und er mich... Die Zeit davor war eher das Furchtbare. Leider ging es sehr an die Substanz, sodass da wirklich nichts zu retten war.

Ja, das mit den Medikamenten ist so eine Sache, wann sie notwendig sind und wann nicht. Ich hoffe du musstest an keinen Nebenwirkungen leiden... Wie kommst du ohne die Medikamente zurecht, Bzw. was für einen Unterschied merkst du ?

Zitat:
Es ist gar nicht so einfach, den/die passende zu finden und man genug Vertrauen aufbaut.


Da hast du wohl recht... . Ich habe vorher eine sehr negative Erfahrung machen müssen, bin aber rechtzeitig abgesprungen, bzw. er, denn er bemerkte selbst, dass die Chemie nicht stimmt; was für mich nicht sehr aufmunternd war.

Ich wünsche dir sehr, dass du eine passende Person findest.

Zitat:
obwohl ich schon eine große Begabung habe, in allem etwas Negatives zu erkennen. Besonders wenn es mit mir zu tun hat.


was genau findest du denn so negativ an dir, wenn ich fragen darf...? Oftmals sieht man das nur selbst so, oder ? Jeder hat gute und schlechte Seiten...

Liebe Grüße

@Frederick1 und Hund

Zitat:
gerade die Selbstfürsorge finde ich ganz arg wichtig, wenn ich eher sensibel bin. Das ich mir erlaube, so zu sein wie ich bin.


Ja. Achtsamkeit sich selbst gegenüber finde ich auch sehr wichtig. Was uns sensiblen Menschen leicht fallen sollte. Aber wie Lui oben schon beschreibt :

Zitat:
obwohl ich schon eine große Begabung habe, in allem etwas Negatives zu erkennen. Besonders wenn es mit mir zu tun hat.


Das ist leider oft das Problem...

Ich finde deinen Beitrag sehr schön, weil ich mich gut hineinfühlen kann, da ich die Umgebung und mich selbst oft genauso erlebe. Einfach die Welt mit allen Sinnen zu spüren tut gut und spendet Energie.. schafft Reserven für das nächste Tief sozusagen.

Ich lese auch unglaublich gerne .. einfache Romane, aber auch gerne Kafka..., da es sich bei ihm ebenfalls um einen Menschen handelt der unglaublich feinfühlig war und alles und jeden hinterfragte. außerdem tut mir Schwimmen gut. Das Wasser auf der Haut zu spüren und sozusagen getragen werden... .

Zitat:
Grenzen sehen und annehmen kann. Das ich Musik, schöne Konzerte, einen schönen Film auf mich wirken lassen darf.


Genau das empfinde ich persönlich am schlimmsten in einer depressiven Phase..., dass Musik Bücher... alles was ich liebe plötzlich nicht mehr schön ist und mir nichts mehr zu geben scheint. Wie gehst du / oder wie geht ihr damit um ?

Zitat:
Was löst bei euch die Aussage aus, ihr seid wertvoll, ihr seid ein Schatz? Würde sich in deinem Leben etwas positiv verändern, wenn du nach dieser Aussage leben könntest.


Ich denke, wenn ich danach leben könne, würde das Seelenfrieden auslösen und ich würde mich auch so Behandeln, wie einen Schatz... .

Zitat:
Ich vermute, das Hund auch hochsensibel ist


(Inwiefern äußert sich das bei Hund? )


Noch eine allgemeine Frage, die Frederick zum Teil schon beantwortet hat:
Wo findet ihr euer Glück und euren Ausgleich, der euch in den dunkelsten Tagen Licht und Wärme spenden kann?

05.12.2018 20:30 • x 3 #15




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