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Burnout des Partners - er ist ins Hotel gezogen

Mist

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Hallo zusammen,

ich würde mich freuen, Tipps von Euch zu bekommen, um meinen Mann besser zu verstehen bzw. um die Situation irgendwie aushalten zu können.

Zu uns: Wir sind seit 22 Jahren ein Paar und haben einen 21jährigen Sohn.Mein Mann ist selbständig und schon immer beruflich sehr eingebunden. Vor ca drei Jahren traf ihn zum ersten Mal ein Burnout, seit dem nimmt er Mirtazapin und macht jetzt seit ca sechs Monaten eine Therapie. Beruflich ist er aber nie kürzer getreten, er sucht immer wieder neue Projekte und genießt dann die Anerkennung seiner Geschäftspartner und Angestellten. Er sagte immer : Burnout käme nicht vomBeruf (gleichnamiges Buch hat verschlungen)
Seine depressiven Phasen haben in letzter Zeit wieder stark zugenommen, insbesondere an den Wochenenden war er einfach nur schwach und schlecht gelaunt.
Letzten Freitag hatten wir dann mal weider ein längeres Gespräch in dem er sagte, das er am liebsten in den Keller gehen wolle und nur noch zum arbeiten raus kommen möchte,weil das das einzige sei, was ihm noch Spaß macht. Er sei völlig leer, er wisse nicht was er für mich noch empfinde, wisse nicht, ob er unseren gemeinsamen Traum bzw unsere Plänefür die Zukunft noch teilt. Er war völlig kalt. Ließ keine weiteren Gesräche oder Berührungen oder Nähe zu. Meinte nur, dass er Beklemmungen und Herzrasen beläme, wenn ich ihn auf das Thema anspreche bzw er mit mir über seinen Zustand reden soll.
Ich schlug ihm dann vor, doch vielleicht mal ein paar Tage in einem Hotel zur Ruhe zukommen.
Nache inem schrecklich gequälten Samstag hat er dnn Sonntagmorgen schon fast fluchtartig das Haus verlassen. Seitdem habe ich nichts von ihm gehört. Ich habe ihn einmal angeschrieben und gefragt wo er überhaupt sei. Er antwortete mir, er brauhe noch ein paar Tage Zeit sich zu sortieren. Er wüsste,dass sich was ändern muss, aber er wird nichts an seiner Arbeit ändern und ich solle ihn btte in Ruhe lassen.

Seitdem kömme ich aus dem Heulen nicht mehr raus. Mir hat es den Boden unter Füßen weggerissen. Ich habe fürchterlich Angst. .Um ihn, um uns und um die Zukunft. Was für ei Mist.

Wer kann mir helfen? als Betroffener oder als Angehöriger`?

15.03.2019 10:22 • x 3 #1


Liselotte

Liselotte

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Liebe .,
herzlich willkommen, hier im Forum,

Da ist ja ganz schön was los bei Dir, Vielleicht ist es ja auch nicht nur negativ zu bewerten, das jetzt endlich was passiert. besonders weil Du es ja angestupst hast.
Spontan würde ich denken, ruhig bleiben, Abstand zulassen, nicht in Panik verfallen, Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Es antworten bestimmt noch andere, so das Du mit dem Problem nicht alleine bleibst.
Einen geruhsamen Abend, auch wenn es schwer fällt.
G.l.G.
Liselotte

15.03.2019 17:40 • x 3 #2


Frederick1

Frederick1

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liebe Frau Mist,

du vielen herzlichen Dank für deine offene und ehrliche Art zu schreiben. Und ein ganz herzliches Willkommen hier im Forum. Oh wir unmöglichen Männer. Du meine Güte, als ich noch nicht so zu mir und meiner Depression stellen konnte, habe ich mich zuhause oft auch zurück gezogen. Für ein Hotel war ich damals zu geizig.

Dein Mann kann sich selbst keine Anerkennung geben, lebt von der Anerkennung seiner Mitarbeiter. Er hat kein Selbstvertrauen, ist darauf angewiesen, das ihn andere Menschen ehren und loben. Er macht sich von anderen Menschen abhängig. Deshalb kann er auch nicht kürzer treten aus Angst, Anerkennung zu verlieren.

Das ist aber typisch für unsere Leistungsgesellschaft, wo immer mehr Menschen an dieser Depression leiden. Klar, Arbeit ist wichtig für unser Leben, nur wenn es über unsere Kraft geht, dann kann Arbeit auch krank machen.

Selbst bin ich jetzt 33 Jahre verheiratet, es gibt Hoffnung, auch durch die Krise der Depression hindurch.

Dein Mann kann sich einfach nicht abgrenzen, innerhalb seiner Grenzen leben. Er steht unter dem Druck, alles was an ihn heran getragen wird, zu erledigen. Er meint, er muss allen Erwartungen anderer Menschen erfüllen. Und von dir erwartet er, das du ihn bei allem unterstützt und ihm hilfst.

Oft haben Menschen wie dein Mann erfahren müssen, das ihre Grenzen schon als Kind nicht akzeptiert wurden, er musste mehr geben als er selbst hatte.

Dein Mann müsste es lernen, sich in seiner Begrenztheit anzunehmen. Das musste ich auch lernen, das meine Kraft nicht unendlich ist. Mein Körper, mein Innerstes hat Grenzen. Bei Missachtung zerstöre ich mich selbst. Wenn ich mich ständig überfordere, dann überschreitest du eines Tages die Grenze, die dich krank macht.

Das möchte dein lieber Mann überhaupt nicht wahr haben, und er schämt sich jetzt auch vor dir.

Und wenn dein Mann sich auch noch vergleicht mit anderen Männern, wenn er von sich fordert, genau soviel zu arbeiten wie seine Mitarbeiter. Doch jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen.

Dein Mann hat immer weiter gearbeitet, ohne auf seine Grenzen zu achten. So wurde er mit der Zeit immer unfähiger, seine eigene Begrenztheit überhaupt noch wahr und ernst zu nehmen.

Aber auf einmal kann er nicht mehr schlafen, er ist nicht mehr fähig abzuschalten. Seine Maßlosigkeit machte ihn krank.

Aber es ist für ihn jetzt sehr schmerzlich dazu zu stehen.

Jetzt muss er sich eingestehen, das er nicht mehr so arbeiten kann wie vorher. Und als Mann, der sich bisher nur über seine Arbeit definiert hat, ist es nochmals schwerer für ihn. Aber er muss zu sich und seiner Lebenswahrheit stehen.

Das er schon viel zu lange über seine gesundheitlichen Verhältnisse lebt. Und das macht deinen Mann wütend. Und diese Wut lässt er nicht bei sich raus, sondern bei dir, obwohl du gar nichts dafür kannst.

Schreie nicht zurück, sonst geht es immer weiter und nimmt kein Ende. Versuche ihm ruhig mit klaren Worten die Wahrheit zu sagen. Auch wenn dein Mann es nicht gleich verstehen möchte, das er jetzt echt Hilfe braucht.


Da wünsche ich dir jetzt ganz arg viel Liebe, Kraft und Geduld für deinen Mann. Und das ihr wieder ganz neu in Liebe zusammen kommen könnt. Das sich dein Mann auch mehr Zeit für eure Beziehung nimmt.


.in guten Gedanken für dich,

ganz viele liebe Grüße,


Frederick

15.03.2019 17:50 • x 5 #3


maya60

maya60

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Hallo mist, ich nehme deinen nickname hier mal in seiner englischen Bedeutung als leichten Nebel, denn in der deutschen Bedeutung kann ich dich ja nicht mit dem Namen ansprechen, denn höchstens passt die Bezeichnung zu deiner Situation, falls du sie so bezeichnest, aber keinesfalls zu dir.

Was du beschreibst, habe ich schon sehr oft im Krankheitsverlauf von Burnout-Betroffenen gelesen, gehört und selber als Burnout-Betroffene erlebt.
Der total überforderte Organismus funktioniert in immer weniger Lebensbereichen und oft bleibt die Arbeit noch als letztes. Einmal, wie Frederick schon schreibt, wegen der hohen Leistungsnormen, aber auch zum anderen wegen der inneren existentiellen Angst, gar nicht mehr arbeitsfähig zu sein, da wird dann lieber der Kopf in den Sand gesteckt aus lauter Panik und dabei macht das gerade alles noch gefährlicher statt kürzer zu treten.

Wenn dein Mann vor 3 Jahren beim Burnout den Schluss zog, genauso weiterzuarbeiten, dann hatte er offenbar keine gute ärztliche Beratung, denn egal ob Depressionen oder Depressionen/Burnout, bei beiden muss kürzer getreten werden, denn es handelt sich um ernste Erkrankungen und die Medikamente alleine helfen nicht.

Das müsste aber auch in der Therapie, wenn dein Mann die seit 6 Monaten endlich macht, angesprochen werden, davon gehe ich aus.

Mein Tipp wäre, dass weder du noch dein Mann in der jetzigen Situation daraus auch nur irgendwas über eure Beziehung ableitet, denn es ist, so wie du es beschreibst, eine Ausnahmesituation, in der dein Mann vermutlich viel erschöpfte und erstarrte Taubheit in sich fühlt, was aber gar nicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden darf, auf keinen Fall. Es fühlt sich aber für euch so an.

Es ist aber ein Krankheitssymptom des Burnout/der Depression.

Eine solche akute Krankheit ist eine Ausnahmesituation und dein Mann ist sich sehr wahrscheinlich selber ebenso fremd mit seiner inneren Taubheit wie er dir ist. Er hat sicherlich ebensoviel Angst und Sorgen wie du und dazu noch Schuld- und Versagensgefühle, ohne schuld oder ein Versager zu sein.

Nur, das weiß ich von mir selbst, wenn du diese Ausnahmesituation zum ersten Mal erlebst, sie gar nicht verstehst, bist du schon lange nicht mehr in der Lage, dich deinen Nahestehenden zu erklären oder gemeinsam mit ihnen zu planen oder zu reden.
Du bist wie im Tunnelblick.
Du ziehst dich zurück, weil du einfach nicht anders kannst. Schon die allerwichtigsten Pflichten am Tag fallen immer schwerer, machen immer mehr Angst.

Und dir als Angehöriger geht´s nicht viel anders. Darum würde ich an deiner Stelle deinen Mann zwar irgendwo abfangen, bei der Arbeit oder im Hotel und ihm kurz und klar sagen, dass du für ihn da bist und er gelliebt wird und gerne heim kommen kann, dir das sogar lieber wäre, aber du kannst nicht die Verantwortung für ihn tragen, dann wirst du selber krank.

Bitte achte auf dich selber, denn Burnout ist keine kurzfristige Erkrankung, auch nicht, wenn endlich eine gründliche Behandlung beginnt.
Diese Distanz und Kälte zwischen euch schwindet mit fortschreitendem Behandlungserfolg, wenn dein Mann sich richtig darauf einlässt und hoffentlich nicht solange weiter arbeitet und arbeitet, bis er gar nicht mehr kann. Aber das dauert.

Dein Mann findet sich selber gleichzeitig vermutlich momentan alles andere als liebenswert, darum ist eine regelmäßige Zuwendung von deiner Seite gut, ohne Druck. Aber du wirst eine ganze Weile, weil er nicht anders kann, viel zuwenig zurück bekommen.
Er braucht trotzdem das Wissen, nicht alleine zu sein, auch wenn er sich zurückzieht. Am besten, wenn ihm Freunde auch sagen, dass er nicht alleine ist, aber nicht mitleidig oder mit Druck.

An deiner Stelle würde ich mir allein wegen dieser sehr belastenden Ausnahmesituation auch für dich selber dringend eine psychologische Beratung, regelmäßig, nehmen, damit du nicht krank wirst und mit Fachleuten reden kannst, die kennen das.

Die geben dir auch bessere Tipps als ich wie du mit deinem Mann umgehen kannst.

Du kannst auf keinen Fall die ganze Zeit nur auf die Krankheit deines Mannes fixiert sein und auf Besserung warten, du brauchst Freunde, Unterstützung, gesunde Lebensbereiche.

Aber hier im Forum bist du nicht allein damit. Wir kennen das von uns selber und/oder nahen Angehörigen!

Ein Burnout bessert sich wieder, aber das dauert.

Viel Kraft!

Liebe Grüße! maya

15.03.2019 22:51 • x 1 #4


Mist


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Danke für eure Antworten.
Zwischenzeitlich haben wir telefoniert.
Er meint er weiß jetzt umso mehr dass er nicht kürzer treten wird. Er läuft gerade die karriereleiter einige Sprossen hoch und möchte das nicht unterbrechen. Er möchte sich dem neuen beruflichen Bereich voll widmen und hat festgestellt dass unsere einstige gemeinsame Vorstellung vom weiteren Leben und unsere Pläne nicht mehr existieren. Eine Trennung sei für ihn durchaus denkbar weil wir uns wohl in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Morgen möchte er mich treffen und noch einmal in Ruhe erklären was ihm alles klar geworden ist. Ich habe mich nicht getraut zu fragen ob er mich überhaupt noch liebt. Ihm nur gesagt dass ich einfach möchte dass er wieder nach Hause kommt. Aber dazu hat er nichts gesagt.

16.03.2019 00:46 • x 2 #5


Mist


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Ach so. Ich heiße im übrigen Kerstin

16.03.2019 00:47 • x 1 #6


maya60

maya60

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Liebe Kerstin,
oh je, jetzt bist du für deinen Mann diejenige, die ihn an seinem beruflichen Erfolg hindern will? So hatte Frederick das ja weiter oben schon beschrieben, welche "Logik" das Ganze weiter verfolgen kann.

Als ich vor Jahren so tief im BO (Burnout) steckte, suchte ich auch außerhalb von mir die Gründe und klammerte mich an dem fest, wofür ich überhaupt noch Kraft übrig hatte. Ich zweifelte auch meine Ehe an und war ziemlich durch den Wind.

Tatsächlich ist es je nach Kraft und Typ für jeden mit BO unterschiedlich, ob er nach dem BO weiter wie zuvor arbeitet oder sich beruflich verändert, aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht darum, nicht immer tiefer ins BO hineinzurutschen und Zeit für die Reflexion darüber und die Behandlung der Krankheit aufzuwenden, dafür, was falsch läuft.
Ebenso auch gesund wieder Zeit für die Ehe zu haben.

Mein Mann hat damals, was ich damals richtig fand und heute auch noch, auch wenn ich wüste Diskussionen damals mit ihm führte, von beiden Seiten überfordert natürlich - er hat an dem festgehalten, was i s t : Er hat mir gesagt, er liebt mich, er ist für mich da, er möchte mit mir zusammen bleiben und ich muss meine Fragen für mich klären. Er wolle, dass ich gesund werde und er wolle nicht, dass meine Wünsche und seine Wünsche in die Brüche gehen.

Wir sind seit 25 Jahren zusammen und 22 Jahren verheiratet und da wir älter wurden und auch dadurch mit unser beider Kräfte anders umgehen mussten und müssen hat sich unsere Ehe natürlich geändert, das wäre auch ohne das BO passiert.
Und auch das alleine ist schon verwirrend und anstrengend genug zu begreifen, gemeinsam und für sich alleine.

Mein Mann hat sich den Schuh, mein Gegner zu sein, einfach nicht angezogen und das war gut so. Er sagte, er wolle, dass es mir und uns allen gut gehe und dass ich alle Zeit habe, gesund zu werden und wir uns alle aber nicht verlieren sollten.

Mittlerweile ist vieles anders, als wir damals beide dachten, aber wir sind noch zusammen.
Viel Kraft!

Alles Liebe! maya

16.03.2019 10:23 • x 3 #7


Mist


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Hallo zusammen. Mein Mann hat sich gestern von mir getrennt. Er möchte nur noch alleine leben. Hier zu Hause und in meiner Nähe habe er beklemmungen in der Brust und Herzrasen. Ob er mich noch liebt, wisse er nicht, glaube er aber eher nicht.
Ich bin in totaler schockstarre. Kann seit gestern nicht mehr weinen. Fühle absolut nix. Außer dass ich keinen Boden mehr unter den Füßen habe

17.03.2019 09:08 • x 2 #8


Wallis

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das ist schlimm zu lesen. Ich hoffe, du, Mist, hast liebe Leute in deinem Umfeld , die dir nun etwas beistehen?

17.03.2019 09:47 • x 2 #9


Mist


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Ja. Das habe ich. Aber allein bin ich trotzdem und das ist neu für mich. Wenn es mir sonst schlecht ging, habe ich mich beimeinem Mann ausgeweint. Leider geht das jetzt nicht mehr

17.03.2019 09:57 • x 1 #10


Alexandra2

Alexandra2

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Liebe Kerstin,
Das tut mir unendlich leid
Gehe auf Deine Freunde und Familie zu, lass Dich stützen und trösten.
Wenn Du kannst, besinne Dich auf das, was Dir gut tut. Vielleicht lenkt das etwas ab, gehe laufen, wenn Du kannst- das macht den Kopf frei. Wichtig finde ich jetzt die Rückbesinnung auf Dich selbst.

Es gibt mir zu denken, daß Dein Mann Beklemmungen/ Herzrasen bei Dir bekommt. Beide Symptome interpretiere ich als Angst, Dir kein guter Partner mehr zu sein, hin- und hergerissen zwischen Anspruch in der Arbeit und dem immensen Wunsch, sich bei Dir fallen zu lassen. Ein unauflöslicher Konflikt.

Als ich im Burnout war und auch gar nichts daran ändern konnte, dachte ich manchmal, ich haue ab. Koffer schnappen, Kind alleine lassen und weg. Das Gefühl zu implodieren war umfassend, entsetzlich.
Ich war nicht in der Lage, normal zu denken und mich emotional zu beruhigen. Es hätte mir sehr geholfen einen stabilen Partner an meiner Seite zu haben, der nichts so schnell persönlich nimmt. Einen stabilen Fluchtpunkt zu haben, das wäre schön gewesen.
Vielleicht gelingt es Dir, Dein Ding zu machen und die Tür zu Dir einen Spalt offen zu lassen, ihm das zu sagen und zu gehen. Ich erinnere mich, daß mir jeder Satz zu viel war und immens gestresst hat.
Jetzt bist Du dran, tue Dir Gutes nur für Dich und 'linse nicht zur Tür', ob er kommt.
Alles Liebe für Dich
Alexandra

17.03.2019 10:14 • x 3 #11


Mist


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Liebe lieselotte. Der starke Partner der ihn gestützt hat war ich immer. Nur zum Schluss hat er mich nicht mehr stützen lassen. Sich nicht mehr geöffnet. Bzw was soll er über Gefühle reden wenn er keine empfinden kann. Meine Ratschläge waren für ihn nur Schläge die ihm zusätzlichen Druck gemacht haben. Er hat schon soviel Druck weil er Angst hat auf der Arbeit wieder körperlich auszufallen unddann in seinen Augen zu versagen. Und das riesige Projekt ist dann geplatzt. Also schaltet er zumindest die gefuhlswelt aus, damit er sich an sich ranlassen muss. Alles ganz logisch. Aber hilft mir nicht, denn er hat mich verlassen weil er meine Nähe nicht mehr ertragen kann oder mich nicht mehr liebt. Letzteres konnte er mir ja nicht beantworten

17.03.2019 11:02 • x 1 #12


maya60

maya60

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Liebe Kerstin, es tut mir so leid, dass dein Mann sich von dir, von sich selber genauso und von eurer langjährigen kostbaren Beziehung getrennt hat.

Wie dein Mann selber, Alexandra und auch ich selber es erlebt haben, lösen sich immer mehr Lebensbereiche als untragbar auf und seine Trennung von dir ist eine hilflose Reaktion mitten im Zusammenbruch, auf einem unfreiwillig selbstzerstörerischen Weg. Er resigniert damit vor seiner Selbstauflösung vor lauter Angst, innerem Chaos und Machtlosigkeit dagegen.
Mit der Trennung nimmt er sich genausoviel wie dir und eine Lösung ist es auch nicht, aber er kann einfach nicht anders.

Eure langjährige tiefe Ehe und Beziehung ist durch eine ernsthafte tiefgreifende und zerstörerische Stresserkrankung, schwere Krankheit der Psyche und Seele beendet worden.

Du fühlst dich allein, verlassen, der Boden unter deinen Füßen scheint weggezogen, seiner i s t weggezogen - er steckt in sich, den es so wie bisher nicht mehr gibt. Er i s t allein, er i s t von sich selber verlassen. Er wird sich fühlen wie ein Zombie und panisch auf das nächste Herzrasen, den nächsten Zusammenbruch warten und dass alle es merken, denn dass das nichts mit dir zu tun hat, weiß er auch.
Erst wenn er sich das eingesteht, dass er dringend fachliche umfassendere Hilfe als bisher braucht, dass er schwer krank ist und immer weiter zum Abgrund trudelt, dann wird dieser Abwärtsweg gestoppt. Dann erst geht es wirklich um Lösungen.

Es ist eine schlimme gravierende Krankheit, desto schlimmer je länger er gegen die Realität ankämpft - bitte umgib dich wie hier im Forum auch mit verständnisvollen Leuten und bitte fühle dich nicht von deinem Mann betrogen und verraten, denn das macht das Leid nur schlimmer. Ihr beide seid betrogen und verraten von unsichtbaren psychischen Leiden deines Mannes, wovon jetzt das BO nur die Spitze des Eisbergs ist.

17.03.2019 11:49 • x 2 #13


maya60

maya60

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P.S. Nur weil beim BO das meiste unsichtbar geschieht, ist es nicht weniger ein alles verändernder und vieles schlagartig beendender Schicksalsschlag als eine sichtbare schwere Erkrankung oder ein schwerer Unfall, bei dem es nicht um Schuld geht und bei dem das vorherige Leben erstmal vorbei ist.
Was davon wie lange und wie gravierend wirklich für immer vorbei ist, ist aber längst nicht entschieden. Erst eine umfassende Krankheitsbehandlung wird das zeigen.

17.03.2019 12:09 • x 2 #14


Mist


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Ja. Zu dieser Behandlung muss mein Mann nur bald bereit sein. Und das sehe ich nicht. Leider

17.03.2019 12:12 • x 1 #15




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