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Komme ich jemals wieder zurück ins Leben

Nat38

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Ich hatte letztes Jahr im November einen Zusammenbruch. Ich war insgesamt erstmal neun Wochen krank und nach einer Wiedereigliederung, erneut insgesamt 9 Wochen gearbeitet. Ich nehme seit, November Antidepressiva, da die Ängste überhand genommen haben. Meine Ängste habe ich soweit im Griff. Ich würde gerne die ganze Geschichte erzählen. aber im Moment brauche ich einfach nur den Austausch. Ich habe das Gefühl ich bekomme nie mehr die Energie zurück die ich einst hatte. Was mich fertig macht,ist das ich nie weiß wie der nächste Tag sein wird. Ist es normal das es zwischen durch ,ein zwei Tage besser ist. da bekomme ich einiges hin. und am nächsten Tag läuft gar nichts mehr. Habe vor zwei Tagen meinen Job gekündigt. Dieser Schritt hat mich sehr viel Energie gekostet, Kraft, seit dem liege ich flach. Müde, ausgelaugt. Anfang Mai habe ich einen neuen Job und zweifele ob ich das jemals schaffen werde. Ich kann mich nicht mehr auf mich verlassen. Es macht mich fertig, dass alles so anstrengend ist. bitte antwortet mir.

Grüße Nat38

28.03.2020 14:08 • #1


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Mo1901

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Hallo, liebe Nat38!

Erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum!

Ich weiß was Du im Moment durchmachst und fühle mit Dir. Du machst alles genau richtig. Bitte zweifel nicht an Deiner inneren Stärke, denn nur DU weisst was gut für Dich ist und was nicht!

Klar lässt man alles "Revue" passieren und kommt ins Grübeln, aber BITTE: LASS DICH DAVON NICHT BEIRREN!

Und bedenke bitte eins:
Du hast nicht umsonst einen Zusammenbruch erleiden müssen!
Das hatte eins zum Ziel, nämlich,das DU auf dem falschen Weg warst und nix daran ändern wolltest/konntest.

Sehe diese schlimme und unschöne Erfahrung als Chance für ein besseres und erfülltes Leben.
Gehe sparsam und mit bedacht mit deinen körperlichen und seelischen Kräften um. Du wirst sehen, es geht bald wieder super schön für Dich weiter!

Gerne können wir privat uns austauschen, wenn Du möchtest!

Alles alles Liebe für Dich,
Mo1901

28.03.2020 15:13 • x 1 #2


Nat38

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Vielen herzlichen Dank Mo1901,

Das tut gut , von jemandem etwas zu hören. Mein Kopf will und muss so viele Dinge tun und mein Körper streikt. Das ist so frustrierend,da es ja nicht Mal für die schönen Dinge im Leben reicht. Selbst wenn ich mich aufraffen etwas gutes für mich zu tun,kann es passieren daß ich nach zehn Minuten wieder erschöpft bin und es sein lasse. Dann gibt es Tage da ist sie wieder da und dann nutze ich um Dinge zu erledigen die halt müssen. Haushalt und so.auch das wird mir zum Verhängnis das ich die nächsten zwei Tage wieder flach liege.das ist echt schlimm.

28.03.2020 15:24 • #3


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Dani82a

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Hallo Nat38,

freut mich, dass du zu uns hier ins Forum gefunden hast!

Ich selbst bin nach Klinikaufenthalt und 9-wöchiger Wiedereingliederung in 2018 erneut an schwerer Depression erkrankt - bzw. ist die Krankheit nie ganz weg gewesen.
Seit August letzten Jahres bin ich nun im Krankenstand.

Habe mich im Job immer komplett verausgabt und am Ende scheint es mir, dass sich diese Mühlen dort im Büro niemals aufhören zu drehen - gegen mich.
Werde meinen Job aufgeben - wenn man mich "geht" - also kündigt.
Selbst kündigen werde ich nicht.
Das ist derzeit noch eine sichere Zone für mich, dass ich angestellt bin - bzgl. Krankengeld, Versicherungen, Ämter.

Finde es sehr mutig von dir, dass du den Schritt gewagt und gekündigt hast.
Auch das du bereits eine neue Stelle hast, finde ich toll.

Das blöde an der Erkrankung ist, dass man sich komplett in Frage stellt. Alles, was man bisher geleistet/geschafft hat. Genau das ist das Ziel der Krankheit.
Sie will uns auf dem Boden halten.
Aber das dürfen wir nicht zulassen.

Es ist wichtig für sich zu akzeptieren, dass man vielleicht nie mehr zu 1000% funktionieren können wird.
Sonst macht man sich selbst kaputt. Man wird sonst nicht aufhören immer das Optimum von sich abzuverlangen.
Man muss aufhören lernen, sich selbst gegenüber der härteste Richter zu sein.

Gehe mit deinen Ressourcen/Kräften behutsamer um. Das ist nicht einfach und sowieso nicht sofort umsetzbar. Versuche Körper und Geist wieder das zu geben, was wichtig ist: Ruhe.

Es wird immer wieder Tage geben, an denen man denkt, dass man wieder total fit ist - dann neigt man dazu in die Vollen zu gehen und zu machen und zu tun.
Die Energie aber ist nicht so groß, wie man denkt.

28.03.2020 15:26 • x 2 #4


Nat38

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Vielen herzlichen Dank auch an dich,

ich wollte vor drei Wochen in eine SHG für Burnout aber aufgrund der Corona Lage ist das gerade nicht möglich. Aber es hilft mir schon nicht alleine zu sein und zu lesen das es den anderen auch so geht . Ich denke ganz oft, dass ich mich bloß zusammen reißen muss und das ich simuliere. Verrückt oder?

28.03.2020 15:40 • #5


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Dani82a

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Nein, verrückt ist das nicht.

Erst letztens sagte ich noch noch zum Psychiater und zur Therapeutin, dass ich manchmal denke, dass ich mir das alles nur einbilde.

Und das Gefühl haben "hier" sicherlich so einige.

Fühl dich gedrückt!

28.03.2020 15:49 • #6


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kate4455

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Hallo liebe Nat38,
herzlich willkommen hier im Forum und danke, dass du mutig warst und deine Geschichte mit uns teilst!
Ich möchte dir in erster Linie gaaaaanz viel Mut machen!
Ich hatte bisher 2x einen Burnout in meinem Leben, den letzten vor über 5 Jahren und ich bin raus und gesund und munter - und sehr dankbar, dass ich wieder voller Elan am Leben teil haben kann. Und auch bin ich sehr dankbar für die Lektionen, die mir der Burnout gezeigt hat. Ich habe die Herausforderungen angenommen und geändert, was mir nicht gut getan hat. Rückblickend waren das die besten Entscheidungen und ganz wichtige Erfahrungen für mich!

Dass du deinen Job gekündigt hast, der dir nicht gut getan hast finde ich sehr gut und richtig. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung.
Hast du einen guten Arzt? Vielleicht läßt du dich erstmal krankschreiben, wenn du verständlicherweise noch nicht in der Lage bist, eine neue Arbeit anzutreten? So würdest du nicht deinen ALG1 für deine Krankheitsphase hernehmen müssen. Oder kannst du den Arbeitsbeginn ein paar Wochen nach hinten schieben, um dir Zeit zu verschaffen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ganz wichtig ist, anzunehmen, dass man krank ist und dass man sich auch die Zeit gibt, die man braucht, um wieder gesund zu werden. Es bringt nichts, voreilig wieder zurück in den Alltag zu gehen, denn dann ist ein Rückfall oft vorprogrammiert.

Aus einem Burnout zu genesen braucht Zeit, Mut, Geduld und ganz viel Selbstliebe und Selbstachtung - diese Erfahrung habe ich gemacht. Dann kann der Ausstieg und der Einstieg in ein neues Leben auch sehr gut gelingen
Und ja, ich bin gesund und munter, habe auch wieder Energie und Elan - es ist definitv möglich! Und doch wird den zukünftiges Leben ein anderes sein

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner persönlichen Geschichte ein wenig weiterhelfen und freue mich über dein Feedback. Fühl dich gedrückt

06.04.2020 16:52 • #7


Nat38

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Hallo Kate, vielen lieben Dank für deine Rückmeldung! Das gibt mir Kraft und Hoffnung. Ich habe gekündigt und bin bereits die dritte Woche krankgemeldet und dann voraussichtlich für die nächsten vier Wochen und hoffe das ich für den kommenden Neuanfang wieder mehr Kraft und Energie habe.

Die auch alles gute weiterhin!

06.04.2020 20:15 • x 1 #8


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Monesie

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Zitat von Nat38:
Anfang Mai habe ich einen neuen Job und zweifele ob ich das jemals schaffen werde. Ich kann mich nicht mehr auf mich verlassen. Es macht mich fertig, dass alles so anstrengend ist.


Ich kann dir nur folgenden Tipp geben. Mir ging es sehr viel schlechter und ich bekam lange Zeit gar nichts mehr getan, weil ich nur noch müde und erschöpft war.
Ich habe dann im Internet bei der Krankenversicherung versucht ein Online-Coaching zu bekommen. Bei leichter Depression ist es eine große Hilfe.
Leider war ich schon zu tief im Loch, so dass ich eine Therapie beginnen musste. Aber mit dem Test der eigenen Krankenkasse war es leichter die Unterstützung zu bekommen.
Überfordere dich nicht.

Auch wenn du eine neue Stelle hast, überlege dir, ob du dich nicht arbeitssuchend meldest. Was machst du, wenn du die Stelle nicht antreten kannst?
Wie ist deine Absicherung?

Ich hoffe du findest Unterstützung und dass es dir bald wieder besser geht. Oftmals weiß man gar nicht, warum es einem so mies geht und denkt es wäre psychisch, aber manchmal ist es nur die Schildrüse.

07.04.2020 08:24 • #9


Nat38

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Hallo,

die Schilddrüsewerte habe ich untersucht. Da ich eine Unterfunktion habe, war daß das erste das ich es nochmal durchchecke. Ich habe auch den Eisenhaushalt durchgecheckt. Denke das da alles in Ordnung ist. Im alten Job gab es viele Auslöser im Team die unter anderem die Depression ausgelöst haben. Deshalb hoffe ich das ggf. Im neuen Job anders wird. Vielleicht täusche ich mich. Aber die Konflikte im Team haben dazu geführt das ich nur noch mit einem Grummeln im Bauch und Geschäft bin.

07.04.2020 08:35 • #10

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