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Kommen die Gefühle nach einem Burnout zurück?

Scarlet

Scarlet

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Liebe Community,
vor 4 Wochen hat mir mein mittlerweile Ex-Partner (30) nach 9 Jahren Beziehung unter Tränen gesagt, dass er keine Gefühle mehr für mich (29) hat.
Er fühle sich 'gefühlslos und leer' und habe keine Emotionen mehr.
Er kann sich auch nicht erklären, wie es dazu gekommen ist, dass er keine Gefühle mehr für mich hat.
Zudem hatte er mir die letzten 8 Wochen bevor er es mir gesagt hat, mir nur etwas 'vorgespielt', denn für ihn war da nicht mehr mehr als Freundschaft.

Wie er es mir vor 4 Wochen gesagt hat, hat er nicht direkt Schluss gemacht und fragte mich auch noch, ob wir 'zusammen den Karren aus dem Dreck' holen. Jedoch hat er nichts dafür getan und hat auch keine Idee gebracht.
Er wollte auch weiterhin nichts mit mir unternehmen, was mich zum eigentlichen Punkt bringt:

Er ist seit Monaten sehr eingespannt auf der Arbeit. Er arbeitet meist von 6 - 16 und hat dabei kaum wirklich Pause.
Die Arbeit ist so viel, dass er es alleine nicht packt. Zudem ist es eine Arbeit, die nicht sein Traumberuf ist.
Er macht es nur des Geldes wegen und geht auch deswegen seit einigen Wochen noch zusätzlich dienstags und donnerstags nach der Arbeit zur Abendschule bis 21:45 Uhr.
Er hat vor einigen Wochen sein Hobby aufgegeben und geht auch nicht mehr zum Sport.
Zudem schläft er sehr viel und betrinkt sich seitdem er es mir gesagt hat am Wochenende exzessiv.
Er ist vergesslicher geworden und hat auch körperliche Beschwerden - seit über 2 Jahren täglich Sodbrennen ohne Befund bei zwei Magenspiegelungen.
Außerdem hatte er wenn wir uns gesehen haben, nie Lust irgendwas zu machen, da er froh war mal nichts zu tun.

Ich befürchte stark, dass es einfach an dem ganzen Stress auf der Arbeit liegt, dass er deswegen die guten Gefühle bzw. überhaupt Gefühle nicht mehr wahrnimmt. Ich schließe auch einen Burnout nicht aus, jedoch empfindet er all diese Sachen nicht als stressig.
Ich habe ihm auch vorgeschlagen, mal Urlaub zu nehmen bzw. sich krankschreiben zu lassen, aber er sagt, das könne er nicht, da er der einzige in der Firma sei, der diese Aufgabe erfüllen kann.

Vor 2 Tagen hat er mir dann gesagt, dass für sich die letzten 4 Wochen nichts geändert hat (wie denn auch, wenn man weiter gemacht hat wie bisher, er wollte nichts mit mir unternehmen etc.) und er hat daraufhin Schluss gemacht.


Könnte meine Vermutung mit dem Burnout zutreffen und können die Gefühle bei Behandlung wiederkommen?

Gruß Scarlet

Gestern 16:33 • #1


kuhtreiber

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Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich hatte vor ca. 6 Jahren ein Born out. Habe es mir selber nicht eingestanden und alle Warnsignale des Körpers ignoriert. Allerdings habe ich 17 bis 20 Stunden/7 Tage die Woche gearbeitet. Es folgten mehrere Klinikaufenthalte mit Depression. Was Du da beschreibst hört sich für mich stark nach Depression an. Um auf Deine Frage zurück zu kommen. Nach meiner Erfahrung nicht. Kommt darauf an wie stark die Erkrankung ist. Ich habe mich lange gegen Medikamente gewehrt. Vorteil: Man fühlt noch was. Nachteil: Es kann lebensgefählich werden. Ich nehme nun Medikamente und fühle nichts mehr. Weder Freude noch Trauer. Bin ständig müde, habe mich von allen Hobbys und Freunden zurück gezogen. Eben so wie Du es beschreibst. Wenn man dann so in den Kliniken war, stellt man fest, das es viele Wiederkehrer sind. Daher meine negative Aussage. Muss aber nicht sein.
Ihm muss klar werden das niemand unersetzlich ist. Die welt und der Betrieb gehen auch ohne ihn weiter. Und Dank bekommt er auch keinen. Im Gegenteil. Wenn man die Leistung nicht mehr erbringen kann weil Körper und Geist ausgelaugt sind, bekommt mann den Tritt in A.... und darf gehen. Das zu erkennen und für sich zu akzeptieren ist ein sehr schwerer Schritt. Ich war ein Typ der alles selber gemacht hat. Handwerklich sehr gut ausgebildet, beruflich erfolgreich. Als Konsequentz habe ich mein ganzes Werkzeug und Maschienen verkauft, und versucht beruflich zurück zu treten. Das ist aber sehr schwer, den es wird in der Gesellschaft und den Betrieben nicht akzeptiert das jemand kürzer treten will. Ich bekomme ständig Stellenangebote als Führungskraft, aber als normaler Arbeiter oder Hausmeister werde ich abgelehnt. Ich hatte bis vor kurzem ein Job als Kundendienstleiter. Ich habe von Anfang an gesagt das ich kürzer treten möchte. Ich habe 50 Stunden die Woche gearbeitet, doch das war meinem Chef nicht genug. Ich sollte eine Umstrukturierung des Bereiches am Wochenende planen. Das hätte ich früher gemacht, das mache ich heute nicht mehr. Ich habe dazu gelernt. Die Folge war Trennung.
Ich möchte Dir damit aufzeigen was da noch auf Deinen Partner und Dich zukommt wenn er nicht aufpasst. Ich denke es ist 5 vor 12 Uhr.
Noch etwas zu den Gefühlen. Tief im inneren gibt es diese Gefühle noch. Vermutlich auch bei Deinem Partner. Er ist in diesem Statium sich dessen aber nicht bewusst und kann sie selber weder fühlen noch zeigen. Aber wenn man an sich arbeitet, kommt das im Laufe der Jahre. Das hat auch nichts mit dem Partner zu tun. Das trifft auf Freunde, Hobby und alles zu. Das sollte -zum Selbstschutz- sich der Partner klar werden. Es wird eine schwere und lange Zeit, die Euch bevor steht.
Gruß Klaus

Gestern 19:18 • x 3 #2


Scarlet

Scarlet

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Lieber Klaus,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Ich hoffe sehr, dass es dir mittlerweile besser geht und du auch einen passenden Job gefunden hast bzw. finden wirst.

Die Sache bei ihm ist, dass er ungern wegen irgendwas zum Arzt geht. Es hat über 2 Jahre gedauert, bis er wegen des Sodbrennens zum Arzt gegangen ist und er würde sich auch nie so eine 'Schwäche' (also Burnout oder Depressionen) eingestehen.
Die Firma wo er arbeitet wird ihm keinen A....tritt geben. Die sind froh, dass einer diese Aufgabe für sie erledigt, die schauen auch nicht auf Verluste. Es kündigt dort mindestens ein Mitarbeiter die Woche.
Er meinte sogar am Dienstag, er überlegt zum Ende des Jahres die Firma zu verlassen, aber das glaube ich ihm nicht, da er sich ja nicht mal krankschreiben lässt oder Urlaub nimmt, weil sie ihn brauchen und diese Aufgabe kein anderer in dem Unternehmen machen kann...

Zu mir sagte er, er fühle keine Emotionen bzw. er fühle sich 'gefühlslos und leer'.
Als er Schluss gemacht hat vor 3 Tagen fragte ich ihn, ob er wirklich nichts fühle und er meinte nur, er fühle sich jetzt traurig, weil ich traurig bin.

Was alles auf uns zukommt? Er hat sich getrennt und keinen Raum für Hoffnung gelassen, da er mir, wenn sich in 2 oder 3 Monaten immer noch nichts geändert hat an seinen Gefühlen, nicht schon wieder wehtun möchte. Verstehe ich ja auch, aber wenn sich an seiner Arbeitssituation bzw. an dem Stress nichts ändert, kann sich auch bei seinen Gefühlen nichts ändern.


Gruß Scarlet

Gerade eben • #3

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