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Burnout des Partners - er ist ins Hotel gezogen

Nickse

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Hallo Maya,

danke für deine Erklärungen!

Zitat von maya60:
Und als ich nach einigen Jahren merkte, dass die Medikamente und Psychotherapien nur eine sehr schwankende Basis boten und die Freude aus meinem Leben verschwand, da konnte ich gar nichts mehr geben in der Ehe, ich wollte auch nicht mehr.


Da verstehe ich dich nicht? Die Gefühle sind doch schon lange vorher weg (überdeckt) - also vor Zusammenbruch oder der akuten Phase?
Du beziehst dich hier nicht ausschließlich auf dein BO (mitsamt seinen vielfältigen Erscheinungen)?

Zitat von maya60:
Das war dann der absolute Rückzug und der dauerte einige Jahre, bis ich endlich mit den richtigen Diagnosen und Behandlungen und Selbstreflexionen mein Partydasein beendete. Aber das Schweigen und der Rückzug in die Stille in meine Dachlaube blieb.


Das hat aber wahrscheinlich auch zum Teil mit den von dir erwähnten "Entwicklungskrisen" zu tun?

Zitat von maya60:
dazu sind wir beide zu "alt", kraftlos und zu verändert.


Das kann ich gut verstehen! Aber schlussendlich seid ihr auch heute noch Partner!
Und das ist eigentlich schön

18.03.2019 18:33 • x 1 #46


Frederick1

Frederick1

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liebe Resi,

trotz allem finde ich es am Besten. immer wieder das Leben und die Liebe zu wählen. Aber wenn ich meine vielen Gedanken die mein Herz und meine Gefühle beschäftigen und bewegen, sehe, stelle ich fest, das ich noch viel zu wenig das Leben wähle.

Aber ich möchte doch wieder Leben, nicht nur vegetieren, dem Strom der negativen Gedanken entgegen schwimmen.

Den negativen Gedanken, Eifersucht, Neid, Groll, meine Gier, Streit, usw. Oft nehme ich es als selbstverständlich hin, obwohl es mich innerlich zerstören möchte.

Besser finde ich das Leben zu wählen, und da muss ich wachsam sein und aufpassen, auf die Gedanken die meine Gedanken und Gefühle beherrschen wollen.

Oft ist es uns nicht möglich das allein zu tun. Wir brauchen vielleicht auch einen einfühlenden, mitfühlenden Therapeuten, Menschen, Freunde usw.

Beides zusammen, meine eigene innere Anstrengung und Unterstützung durch andere Menschen, neue Hoffnung, das soll uns helfen, wieder das Leben zu wählen. Und das möchte ich dir auch von Herzen wünschen liebe Resi, das du wieder das Leben für dich leben darfst.


in guten Gedanken für dich,

viele liebe Grüße,


Frederick

18.03.2019 18:36 • x 3 #47


maya60

maya60

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Hallo Nickse und Hallo Kerstin, denn ich würde hier in deinem Thema, Kerstin, nicht ellenlang über mich schreiben, wenn mein Handeln nicht auch eine, nur andere, typische Form der Beziehungszerstörung wäre im BO.

Ja, viele Menschen begeben sich ins Partymachen bis hin zum Fremdgehen und Neuverlieben sogar, wenn der Rausch der Verliebtheit in der Ehe ganz vorbei ist und der Ehealltag grau und eintönig erscheint, das gehört leider zu den ganz normalen Scheinlösungen in den Entwicklungskrisen einer Ehe, sehe ich genauso.
Und viele Menschen begeben sich ebenso ins Partymachen und ins Neuverlieben, wenn das Älterwerden die Begeisterungsfähigkeit und die Kraft schmälern, das passiert leider auch überall.

Aber obwohl auch unsere Ehe diese normalen Krisen durchlebt hätte ohne mein BO, wäre es sicherlich nicht zu meinem Partymachen gekommen, denn unsere Ehe war und ist sehr sehr stark. Wir haben 15 Jahre lang die gegenseitige Bezauberung und damit ein bisschen die Verlängerung der allerersten Verliebtheit aufrecht erhalten können. Schon das zeigt, dass unsere Ehe nicht sehr anfällig gewesen wäre. Dazu war ich einfach zu erfahren mit langjährigen Beziehungen, die ich vorher hatte und dazu war und bin ich lebenslang zu sehr in die Liebe verliebt.

Aber die zerstörerische emotionale Versteinerung des BO haut einfach als furchtbarer Schicksalsschlag Beziehungen kaputt, die gut und stabil und sicher waren wie auch die von dir, Kerstin! Das zu beschreiben, darum geht es mir hier!


Und nein, Nickse, diese emotionale Versteinerung, Vereisung, Erstarrung und Taubheit des BO kannte ich vorher noch nicht. Ich kannte Erschöpfungsdepressionen seit meiner Jugendzeit und ich hatte als Erwachsene jedes Jahrzehnt meinen depressiven Erschöpfungszusammenbruch mit schreienden Verzweifelungsgefühlen, mit Hoffnungslosigkeit, mit Schuldgefühlen, Selbstanklagen, Grübelkarussellen, all diesen typischen depressiven Höllenfeuergefühlen samt psychosomatischen Schmerzen, aber nie zuvor verlor ich meine Gefühle. Das war der Übergang vom Höllenfeuer ins Totenreich als Zombie, als lebende Tote sozusagen.

Bei mir haben die Erschöpfungsdepressionen ja die Dauerüberreizung meines ADHS als Ursache und die Diagnose ADHS bei Erwachsenenbekam ich ja erst mit fast 50 Jahren, vorher brannte sozusagen mein Lebenslicht immer an beiden Enden aus zwischen Dauerüberreizung und Erschöpfungsdepression.

Aber meine Hyperaktivität gab mir auch enorm viel Antrieb neben dem unerträglichen Überreizen und solange noch ein Quäntchen Kraft in mir war, gelang es ihr in ihrer Kreativität und Risikofreude wie gesagt, mich mit neuen spannenden Projektideen aus meinem Tief herauszubegeistern, was aber natürlich auch enorm auszehrend war.

Dann mit 50 Jahre hieß es eben von allen Kraftresorts meines Körpers wie beim Glücksspiel, das es ja auch immer irgendwo war: Nichts geht mehr.

Da steht jetzt dein Mann, Kerstin! Ich kenne dieses grausame Spiel nur zu gut!

18.03.2019 19:06 • x 1 #48


maya60

maya60

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P.S.: Hallo Nickse, Hallo Kerstin, ja, es ist so schön, dass unsere Ehe und unsere Liebe diese harten Jahre überlebt haben und dass wir jetzt die Veränderungen haben, die nach gelungenen normalen Entwicklungskrisen ältere Ehen haben. Meine chronischen Krankheiten sind so stark gelindert, dass sie nicht mehr negativer ins Gewicht fallen in unserer Ehe als die ganz normalen unreflektierten Macken eines alternden Normalneurotikers, denn ich bin hoch reflektiert und lebe sehr bewusst achtsam.

Das bedeutet aber auch viel köstliches Neues in unserer Beziehung und noch mehr zu entdecken.

Aber jahrelang hätten wir nicht getrennter sein können als in unserem gemeinsamen Haus. Innerlich hatte ich mich getrennt, so ähnlich wie bei einer Arbeitshaltung einer inneren Kündigung.

Da war der Unterschied zwischen deinem Mann, Kerstin, und mir nur ein äußerlicher. Und doch bin ich nie bis zum letzten gegangen und habe ich meinen Mann nie betrogen, denn auch wenn ich keine Liebe für ihn mehr fühlte, wusste ich, dass unsere Beziehung zuvor viel zu kostbar war, um sie durch Krankheit mit Füßen zu treten.

Was ich tat, war schon schlimm genug, aber zu dem Zeitpunkt sah ich nur die Wahl zwischen Regen und Traufe und griff nach dem Scheinlösungs-Strohhalm, weil ich nichts anderes hatte.

Bei den folgenden BOs kannte ich mich dann aus und wiederholte nicht mehr dieselben Fehler.

18.03.2019 19:23 • x 2 #49


Sensibler76

Sensibler76

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Zitat von Nickse:
Wie lange hast du diese Empfindungen denn gehabt?

Etwa einen Monat. Danach habe ich festgestellt, dass es nichts mit der Realität zu tun hatte.

18.03.2019 21:04 • x 2 #50




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